Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Januar 2005

2005

30 Jan 2005

Da sitze ich nun am Sonntag im Büro und denke darüber nach was das über mein Sein als Geek aussagt, dass ich auch heute wieder am Rechner sitze und vor mich hin schraube und darüber, dass zu Hause jetzt ein paar Thais dabei sind, meine Hütte zu reinigen und dass das ja schon recht feudal ist auch wenn ich nicht vorgewarnt worden bin und dass ich froh sein kann, dass ich gestern noch schnell aufgeräumt habe ohne zu wissen, dass sie heute kommen, denn der Eindruck der sonst erweckt worden wäre nicht meinem sonstigen Verhalten entsprechen würde und dass ich mich gestern abend entschieden habe nun wirklich und lange hier in Thailand zu bleiben weil die Bedingungen einfach stimmen und ich glaube, dass ich hier überleben könnte und darüber, dass mein neues Sonntagshemd zwar überaus cool und fluffig ist, aber zuviel von meiner Brustbehaarung zeigt, weil der Ausschnitt einfach verboten tief ist, das Wetter überaus heiß mit 33°C ist, was eben erwähntes weißes fluffiges Hemd wiederum leicht feucht erscheinen lässt, ich ja gerne den Thais gegenüber nicht unbedingt den Eindruck eines Touristen machen möchte aber nicht weiß, wie ich das anstellen soll, dass vermutlich das Lernen der Sprache und das Zulegen einiger der kulturellen Eigenheiten aber ein ganz guter Anfang wäre, ich ein bisschen bei Orkut.com nach Menschen hier suchen sollte, ich langsam mit dem dämlichen Schalten bei diesem Moped klarkomme, Cola hier auch einfach nur süß ist, mein Kaffee heute morgen überaus erfreulich war, hier verdammt viele kleine Ameisen rumrennen, das Leben schön ist und dieser Satz ein Ende nehmen sollte und überhaupt…

Naja. Ist eben Sonntag.

30 Jan 2005

Was macht man weit weg von der Heimat (oje, über diese Definition reden wir später einmal), wenn man sich selbst etwas Gutes tun will? Genau. Und wie erreicht man das bei Jemandem wie mir?

Mit Kaffee! Ich zog also gestern (zugegebenermaßen überhastet, denn eigentlich wollte ich die große Doku fotographieren, vergaß aber den Photoapparat) gemütlich tuckernd nach Teskoland und kaufte was mein Herz begehrte. Kaffee, Sahne, einen optimierten Becher und einen Wasserkocher. Was braucht man mehr. Heute morgen dann erwachte ich und weihte eilig alles ein. Bis auf die Sahne, die dummerweise gesüsst ist (kein Vergleich zu “unserer” süßen Sahne), war es ein voller Erfolg. Meine gute Laune lässt sich heute durch nichts trüben.

PS: Man beachte das überaus gelungene Marken-Logo der Milch ;)

30 Jan 2005

Das ist er also, der Neue im Team. Noch namenlos aber Thai durch und durch. Als Thai leuchtet man nämlich bunt und so leuchtet der Rechner böse grinsend. Und die Maus leuchtet oben blau und unten rot. Neue Werke werden wir auf ihm produzieren.

28 Jan 2005

Beide Bilder stammen von der gleichen Straße und die Ansichten sind auf gleicher Höhe. Im Gebäude des ersten Bildes arbeite ich. In der Hütte des zweiten Bildes esse ich.

28 Jan 2005

Auch wenn auf Mallorca der schlimmste Wintereinbruch seit Jahren ist – hier ist noch kein Schnee weit und breit zu sehen. Ja, es ist etwas kühl in der Nacht, aber zum Frieren reicht es noch nicht. Ich melde mich wieder, wenn die ersten Schneeflocken fallen!

27 Jan 2005

Keine Angst, es handelt sich hierbei nicht um mein Lieblingsthema ;) Wie wissen ja nun, dass man hier auf den König Bhumibol Adulyadej nichts kommen lässt. Man darf nicht über ihn lästern. Er ist ein feiner Kerl.

Man sollte aber auch tunlichst vermeiden, mit dem Fuß einen wegflatternden Geldschein festzuhalten, denn mitten auf dem Schein ist der König in verschiedenen Bilder abgebildet. Und weil der Fuß das niedrigste aller Körperteile ist (in beiden Bedeutungen des Wortes) wäre es fatal, den König ins Gesicht zu treten.

Für den Europäer besonders schwer wird sein, die alte Gewohnheit des Geldknickens abzulegen. Auch das macht man nicht, denn just unter dem Knick beginnt des Königs rechte Schulter. Die Leute in den Geschäften sehen zwar darüber hinweg, wenn der gemeine Tourist geknickte Scheine über den Tresen reicht, aber wir sind ja keine Touristen. Jedenfalls nehmen sie das Wechselgeld aus der Kasse, streichen es sorgfältig glatt und reichen es dann mit einer Verbeugung und wie eine Opfergabe mit beiden Händen dem Empfänger. Wenn man dann nicht so dumm ist, die Scheine zu nehmen und schnell irgendwohin zu stopfen, sondern sie genauso rituell entgegennimmt, dann bekommt man sogar einen Wai (Handflächen aneinander und verbeugen). Ich jedenfalls nehme mir immer viel Zeit beim Wegräumen des Geldes ;)

Geldbändel werden hier übrigens gerollt. Das darf man, denn man knickt den König dabei nicht.

26 Jan 2005

Was ich schon ziemlich lange erzählen wollte, aber immer wieder vergaß: auf dem Herflug, es war rein geographisch frühester Morgen, so gegen 4 Uhr Ortszeit, MEZ wohl gegen 0 Uhr, da flogen wir im Dunkel vor uns hin. Ich wusste, dass wir demnächst dem Morgen entgegen fliegen werden und war schon auf “das Ding mit der Dämmerung” gespannt. Im Fernsehen kam ein überaus dämlicher Film mit der Ex-Freundin von Tom Cruise, die ständig kochte und eigentlich verliebt war, das Flugzeug schnarchte vor sich hin.

Ich schaute häufig aus der Lücke, die sich Fenster nannte und betrachtete verschiedene Lichterhäuflein, kleine Siedlungen, die unten vorbeizogen. Dann und wann kam ein größerer Ort. Besonders nett anzuschauen waren die Orte, die vermutlich komplett am Reisbrett geplant waren und Kreuzform oder Schachbrettform hatten. Dann kam lange nichts, sie zeigten diesen seltsamen Film und wir kommen da an, wo ich meinen Mund aufgemacht habe und nicht so schnell wieder zu:

Am Horizont kam ein leichter Schein. Ich dachte, Dämmerung, super, na dann mal los. Der Schein wurde heller, aber irgendwie nicht wirklich sonnig oder rot sondern eher gelblich. Das ganze Fenster begann zu leuchten und dann endlich kam in mein Blickfeld die größte Stadt, die ich je gesehen habe. Licht. Viel Licht. Und das ganze ca. 15 Minuten lang. Wir hatten ja schon viele Großstädte überflogen, aber diese hier war mindestens 10mal größer (ich stapele tief um nicht hochzustapeln). Es wachten noch ein paar andere auf und wir vermuteten, dass es Delhi sei, was sich später dann als richtig herausstellte. Es gab zwei deutlich erkennbare Hauptverkehrsadern, viele Nebenstraßen, die vermutlich mehrspurig waren, wenn man sie so weit oben so klar erkennen konnte und eine Unmenge an Lichtkonzentrationen. Nach vielen Minuten offen gestandenen Mundes war das Schauspiel vorbei, die Nacht wieder schwarz wie sie selbst und die Städte wieder die kleinen Lichterhäufchen wie bisher.

Jedenfalls denke ich da öfters mal dran. Ist schon witzig, wie sich die Nester in Deutschland mit Großstadt und Millionenstadt bezeichnen, selber aber sowohl an Menschen als auch an anderen Komponenten tiefste Provinz sind. Manchmal gehört halt doch ein Abstand von gut 13000 Fuß und Nacht dazu, Wertungen zu relativieren. Ich glaube, meine Relationen haben sich während dieses Fluges nicht nur einmal ein klein wenig verschoben.

26 Jan 2005

Irgendwo in Nordeuropa. Ich befinde mich an Bord eines recht großen Schiffes mit Ziel Eismeer. Es sind ein paar bekannte Gesichter dabei, die an mir aber stumpf vorbeischauen oder mit sich selbst beschäftigt sind. Ein running Gag wird es werden, dass niemand zwei herumgehende Äpfel und Birnen essen will und sie immer einem anderen verdutzten Gegenüber in die Hand gesteckt werden und man verschwindet, während jenes Gegenüber nun versuchen wird, das Obst loszukriegen.

Die Reise beginnt und es wird klar, dass wir Eisberge bestaunen wollen. Es geht ein Stück einen Kanal oder Fjord entlang, dann plötzlich fährt das Schiff auf dem Land. Da niemand darüber verwundert erscheint, erspare auch ich mir alle Fragen. Ich sehe hinter uns Schienen, auf denen das Schiff fährt und vor uns ein Industriegelände. Im Industriegelände angekommen bleibt das Schiff stehen, denn eine Straße komplett von Stahl umgeben (ein Tunnel?) ist vollgestellt mit Schrott. Ein paar Arbeiter kommen und beginnen die Straße freizuräumen.

Ich finde, dass wir Zeit genug haben, um schnell noch einige Erledigungen durchzuführen und begebe mich in ein Reihenhaus, das etwas erhöht liegt. Ich weiß, dass mein Haus das in der niedrigeren Reihenhauszone ist, trotzdem geh ich in das höhergelegene. Dort angekommen nehme ich meine Pistole und fülle sie mit 5 Patronen, die wie Leuchtspurpatronen aussehen und einen gelben Punkt oben in der Mitte haben. Es gibt 6 Patronenplätze, 5 werden gefüllt, zwei Dreierreihen, oben links lasse ich frei. Plötzlich stelle ich fest, dass durch das Haus ein starker Strom an Menschen läuft. Unten rein, oben raus. Eine alte Frau bleibt stehen, bestaunt bewundernd meine Pistole und sagt “Nettes Teil, was Sie da haben”. Ich erkläre ihr, dass es nicht meine ist und ich sie nur für jemanden Anderes halte.

Wir (Leute vom Schiff) stehen auf einem Eisberg, unser Führer gibt uns ein paar Anweisungen, unter anderm wenn der Eisberg auseinanderbricht auf ihn zu zu laufen. Ich begebe mich in die Vogelperspektive und beobachte mich. Ich bin allein ein wenig weg von den anderen, ein Grüppchen links von mir, darunter der Führer, dann noch weitere Einzel- und Doppelgruppen. “Natürlich” denke ich, als der Eisberg beginnt auseinander zu brechen beginnt. Alle laufen auf den Führer zu. Dann und wann verschwindet jemand in einer Eisspalte und es werden immer weniger. Plötzlich macht das Schiff mit einem lauten Horn auf sich aufmerksam, es ist am entgegengesetzten Ende des Eisberges, alle sehen ihren Irrtum ein und beginnen auf das Schiff zuzulaufen. Nun laufe auch ich.

Wir sitzen an Bord, essen und trinken und der Führer hält eine Rede, dass es schon traurig sei, dass wir ein paar Mann verloren hätten, aber der Rest habe ja viel Spaß gehabt.

Ich wache auf, höre den Hähnen und Hunden zu und beginne zu überlegen, ob im Norden denn nun die Arktis oder die AntArktis sei. Einige mich mit mir selbst darauf, dass logischerweise unten das Anti hin muss. Die alte Frau kommt vorbei und meint, warum soll denn nicht im Norden das Anti sein, denn schließlich gibt es auf alten Landkarten nur im Süden ein Land – die Arktis. Das klingt sehr plausibel und denke noch ein Weilchen nach. Dann denke ich darüber nach, dass dies mein erster Traum wäre, in dem ich aufwache und immer noch träume und wache auf.

PS: Wie gut, dass es jetzt draußen schon wieder dunkel ist und der liebe Patrick bald brav ins Bettchen steigt.

25 Jan 2005

Heute Mittag saßen wir (drei Deutsche) mit einem Spanier, der jahrelang in Berlin gelebt hat und einem Engländer, der an unterschiedlichen Orten gelebt hat beim Essen. Der Spanier (Juan, seltsamerweise klingt sein Name wie “Wuann” statt “Chuan”) spricht sehr gut (und sehr schnell) Deutsch, der Engländer (James) versteht es gut, spricht aber weniger gut (er meint das, auch wenn ich das nicht finde). Die Unterhaltung wurde in Deutsch und Englisch geführt, Englisch nur, um James zu erklären, was gerade gesagt wurde. Witzig war, dass die beiden sich am Ende dann über die deutsche Sprache unterhalten haben und meinten, dass sie schon recht seltsam sei wegen der vielen Homonyme. Ok, sie verwendeten Homonyme nicht als Wort, aber das traf es dann schon. Beispielsweise kam der Vergleich mit “wie” (like) und “als” (as) auf den Tisch und dass selbst viele Deutsche sagen “Ich bin größer wie er”. (Wobei ich jetzt nicht weiß, wo genau Juan das nun wieder her hat ;)

Thai wurde am Ende als schwerer als alle anderen Sprachen erkannt, weil mit den vielen Konsonanten und Vokalen und vielen zusätzlichen Wörtern man schon ein bisschen mehr zusammenbauen muss, um einen Satz herauszubringen. Man sagt bspw. bei der Benennung von Mengen immer ein kleines Wort zusätzlich, dass die Art nochmal beschreibt. Ein Blatt Papier. Wobei die Einheiten für jedes Objekt nochmal einen eigenen Namen haben. Ich habe auch schon festgestellt, dass recht häufig mitten im Satz ein ka (Frau) oder krap (Mann) eingeworfen wird, je nachdem mit wem man spricht, was bei Fehlen als unhöflich empfunden wird.

25 Jan 2005

So. Heute war dann eine richtig kalte Nacht. Ich fror so sehr vor mich hin, dass ich das erste Mal in Thailand unter statt auf der Decke schluf. Jedenfalls war zusätzlich Vollmond, was mich recht wenig schlafen ließ, da die Hähne die ganze Nacht durch meinten, den Morgen ankündigen zu müssen und ich auf “äh hiäh hiäh” bereits konditioniert bin. Ich stieg also frühmorgens aus den Federn, bereitete mein Äußeres für ein halbwegs annehmbares Aussehen vor und wollte frisch und frei ins Büro motobiken. Das Motobike war nass. Tja, ich ging wieder rein, holte ein Handtuch und putzte die relevanten Stellen trocken, warf das Handtuch in die Hütte und bestieg mein Motobike.

Und drückte den Starterknopf.

Außer einem lauten Knattern und Krachen tat sich nichts. Tja dachte ich, irgendwo hast du mal gehört, dass das mit ein bisschen Ausdauer schon wird. Also knatterte ich gut 10 Minuten in der Gegend rum bis ich die ganze Häusergruppe wach hatte. Nichts tat sich. Schließlich nahm Fabio ein Herz und zeigte mir, dass es auch andere Möglichkeiten als einen Starter gibt.

Irgendwann dann tuckelte ich zufrieden dem Büro entgegen und dachte über Mopeds nach, die nur unter Temperaturen ab 20 Grad und großer Trockenheit arbeiten.

Die Hauptinformation dieses Eintrages war aber, dass es heute Nacht fürchterlich kalt war ;)

25 Jan 2005

Gestern war ein einfach fürchterlicher Tag. Ich hab es mir gut gehen gelassen und bis 12 Uhr ein gewisses Hörbuch hörgelesen, als ich mich entschied, schon ein paar Stunden vor meinem Telefondate mit Schnute ins Büro zu gehen und ein bisschen Mails zu lesen, an Webseiten rumzuschrauben. Im Büro angekommen genoss ich die leere Atmosphäre unseres zwei Tische großen Großraumbüros, startete den Rechner, verkabelte ihn und kam nicht online. Die nächste Stunde verbrachte ich dann mit Fehleranalyse und diversen Neustarts (konnte ja sein, dass es ausnahmsweise am Betriebssystem lag). Nichts ging. Die Blockade konnte ich dann bis hinter das WLAN zurück verfolgen, im Prinzip die letzte Stelle, an der ich etwas ändern könnte. Vermutlich hatte man uns einen Riegel vorgeschoben.

Jedenfalls packte ich mein Notebook ein und nahm mir vor, zu Hause lokal einen Server zu starten und eben dort zu arbeiten. Dort angekommen begann das ganze Verkabeln wieder. Diesmal wollte der Server nicht starten. Weder unter Linux noch unter Windows. Schön dachte ich mir und wurde langsam sauer. Im Kopf entspann sich eine Überlegung zu Sinn und Unsinn einer online arbeitenden Unternehmung ohne Anbindung zum Internet, zum Wert meiner Arbeitsressourcen, wenn man mich nicht online kommen lässt und verschieden anderes marktwirtschaftliches Gefluche. Jedenfalls hatte ich mich nach einer Stunde so hochgesteigert, dass ich weiter ein gewisses Hörbuch hörlas.

Jedenfalls ergab es sich, dass gegen fünf das Buch zu Ende war. Ich setzte mich wieder auf mein Moped und fuhr ins Büro. Das gleiche Ergebnis.

Den Rest des Abends verbrachte ich dann mit “Memento” linear gesehen und meinen Gedanken dazu, dass es mir gelingt auch in dieser Umgebung überaus nörgelig zu werden, wenn man mich vom Internet abschneidet.

If you want an evil kampfmaschine, kappt my internet!

Ich nehme an, dass sich heute auch wieder nichts tun wird, womit dieser Eintrag leicht obsolet irgendwann eingestellt wird, wenn heute bereits gestern und gestern vorgestern ist oder schon viel früher. Und überhaupt.

PS: Es hat sich nichts getan und inzwischen ist Montag und immer noch geht nichts. Nett. Wenigstens hat 5Phase auf dem Flur gegenüber auch keine Anbindung. So entsteht vielleicht ein bisschen Prioritätsdruck.

PPS: Jetzt ist es 15 Uhr, wir sind online, aber mit ca. 0.5kB, wenn überhaupt. Seiten laden nicht. Mails kommen nicht an. Super.

22 Jan 2005

Das vermutlich nicht letzte Kapitel meiner gestrigen Erlebnisse durfte ich eben erleben. Gegen 11 schneite Gilbert (Schillbär), der Franzose mit den vielen Mopeds, herein und präsentierte mir stolz den Schlüssel zu “meinem” Moped. Kostenpunkt 2500฿ im Monat. Das sind 50 Euro, was für ein Moped nicht schlecht ist.

Jedenfalls war ich plötzlich stolzer Besitzer zweier Mopeds. Mein Urwaldmoped und das “Neue”. Ich entschied mich recht spontan, mein Geld zusammen zu kratzen und das “alte” Moped zurückzubringen. Gesagt, getan. Der Mopedverleiher, ein recht stämmiger eher haiwaiianisch aussehender Thai, grinste mir weniger erfreut entgegen, als ich ihm die Story mit dem Laster erzählte, fragte mich, ob ich heil geblieben bin und betrachtete ausgiebigst meine verschiedenen Wunden. Anschließend rief er einen anderen Mann herbei (vermutlich der Hausmechaniker), der dann ehrwürdig mit dem Moped eine Runde fuhr und anschließend detailliert und merkwürdig wortreich auf Thai erklärte, was alles kaputt sei. Nach ein bisschen Hin- und Her einigten wir uns auf 500฿ (10 kleine Euros) zusätzlich zu den 200฿ pro Tag, ich durfte zahlen, wurde verabschiedet und mitleidig gefragt, ob ich nicht zum IT-Komplex zurückgefahren werden wolle (der IT-Komplex ist etwa 300 Meter entfernt).

Ein nettes Ende für einen so unnetten Sturz.

Und gleich nochmal für eine ganz bestimmte Audienz: Nett (ja, das Wort ist wirklich nett zu gebrauchen :).

Im Ergebnis dieser ganzen Aktion bin ich zwar pleite, aber halbwegs gesund. Spenden bitte an die üblichen Kanäle :)

PS: Wenn man bedenkt, dass man hier umgerechnet mit 100 Euro die Woche über die Runden kommt und dabei noch soviel Unfug anstellen kann… sehr fein, da bleib ich doch noch ein paar Wochen.

21 Jan 2005

Da ich gestern abend gleich aufs Bett geglitten und heute morgen ausnahmsweise ohne Zwischenfälle auf Arbeit gekommen bin, gibt es nichts zu berichten, also erzähle ich euch mal was über Fanta.

Fanta ist das in deutschen Landen gerne als “süßes Gesöff” abgetane Produkt einer Zuckerlösung, eines chemisch hergestellten Fruchtgeschmackes und einer Farblösung. In den Ländern, die ich bisher besuchen durfte, war Fanta so etwas wie eine Konstante. Immer gleich. Immer flüssig. Immer trinkbar.

Dachte ich mir auch hier. Im Tesko (ich sehe schon, ich muss am Wochenende mal die große Tesko-Reportage starten) jedenfalls kaufte ich mir dann vergangenes Wochenende zur Gemütsstreichelung zwei verschiedene Fantas, eine grüne und eine rote. Zuhause angekommen wurde die rote sogleich geöffnet, “Fein” dachte ich mir, “schmeckt sicher nach Beeren oder so”. Schmack sie nicht. Sie schmeckte, nun ja, irgendwie rot. Und überaus süß. Fruchtig auch, aber was für eine Frucht das war, konnte man (der Autor dieses Blogs) nicht herausfinden. Naja. Dachte ich mir, nimmste mal die andere Flasche zur Hand. Grün. Schön. Wie also mag sie schmecken? Nach Apfel? Guarana? Sie schmeckte, nun ja, irgendwie grün. Und überaus süß. Fruchtig auch, aber was für eine Frucht das war, konnte man (der Autor dieses Blogs) nicht herausfinden.

Was haben wir gelernt? Fanta schmeckt süß. Das wars aber auch schon. Wenigstens war kein Fischgeschmack dabei.

21 Jan 2005

Bei dem, was ich so in meinem kleinen Leben schon alles erlebt habe wundert es mich schon, dass ich noch keine Falten oder andere bleibenden Abnutzungserscheinungen genossen habe. Vermutlich hat mein Rettungsring heute morgen auch seinen Anteil gehabt.

20 Jan 2005

So. Vor ungefähr einer Stunde verließ meine Maus plötzlich der batteriell betriebene Strom. Ich dachte mir, fährste schnell heim und holst neue, so ne Unterbrechung kann nicht schaden. Gedacht, getan. Ich fahre vor mich hin, auf unsere Waldstraße hinauf. Mir kommt ein Laster entgegen, sehr schnell. Das war nicht etwa das erste Mal, dass ich einen Laster auf der Gegenspur hatte, also bremste ich ein bisschen und fuhr weiter links. Der Laster beschleunigte, fuhr an mir vorbei. Mit ihm kam ein Schwall Luft, der mich nach links drückte, ich bremste, dummerweise auf einer Sandspur.

Das nächste das ich genau weiß, ich sitze im Gras, neben mir mein Moped leise tuckernd, meine Brille irgendwo im Gebüsch. Zwischen dem Laster und dem Gras hörte ich Glas splittern, meinen Helm wegfliegen und sah mein Moped über mir. Kurz darauf kamen zwei Thais auf einem Moped, halfen mir auf, stellten alles wieder auf und fragten, ob alles in Ordnung sei. War es, ich fühlte das Blut über die Augenbrauen fließen, aber es war in Ordnung. Meine Brille stellte sich nach kurzem Suchen als intakt heraus, was ich splittern hörte, war der Spiegel des Mopeds. Ich packte mich zusammen und fuhr heim.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich bin brav ne 30 gefahren, so schwer kann das ganze Geschehnis nicht gewesen sein. Dass der Laster trotzdem eine solche Wucht entwickeln würde, habe ich nicht erwartet. (Ich hätte auch nicht erwartet, dass der Laster anschließend seelenruhig weiter fährt.)

Jedenfalls habe ich zuhause ein wenig an mir rumgedoktert, Bestandsaufnahme gemacht (rechter Zeigefinger abgeschabt, beide Ellenbogen (oder eher Unterarme?) aufgeschlagen, Nase zerkratzt, Sch??rfwunde an der Stirn, beide Handfl??chen aufgeschürft, Hose ehemals grau nun grün.), die Wunden desinfiziert (Leute, glaubt nicht, was auf der Verpackung von Hansaplasts Desinfektionsspray steht! Es brennt wie Sau!) und mein Selbstbewustsein gestreichelt.

Jetzt sitz ich wieder auf Arbeit, versuche den rechten Zeigefinger nicht zu verwenden und mein Notebook nicht allzusehr mit den Handflächen zu beschmieren. (Ich hätte gedacht, dass die Wunden schneller trocknen.)

Ich glaube Mopedfahren macht immer noch Spaß, gibt ja nicht nur Laster hier im Verkehr, aber eventuell sollte ich es etwas langsamer angehen lassen in nächster Zeit (so das überhaupt geht). Und was passiert wäre, wenn ich wie gestern ohne Helm gefahren wäre, da mag ich gar nicht dran denken.

Kinder: Tragt immer einen Helm im Straßenverkehr!

PS: Und keine Bitterschokolade mehr im Haus. Schrecklich.

20 Jan 2005

(Schrieb ich schon mal, dass ich beim Titel immer an “In the navy” gesungen von irgendeinem russischen Männchor und den Leningrad Cowboys denken muss? Nein? Ist hiermit geschehen.)

Frohgemut machte ich mich gestern mit meinen zusammengekratzten 160฿ auf den Weg zur Laundry. Die Sonne schien, mein Moped war vollgetankt – was sollte mir schon entgegentreten? Ein Mann trat mir dort angekommen entgegen und verlangte 170฿. Ich also heim, 10฿ aus der Portokasse gekratzt und wieder hin. Der Mann war weg und ich konnte mich mit der jungen Frau unterhalten, welche die zarten Stoffe behende zusammen legte. Naja. Unterhalten war etwas falsch gesagt. Sie meinte zu mir “Where do you stay today?” – Ich sagte “Oh, I have a house down there!” und fuchtelte mit der Hand in etwa in der Gegend rum, wo mein Haus liegen müsste. Im Kopf entspann sich schon wieder eine Zweitdiskussion in der Art “Nun nichts Falsches sagen, sonst will sie mitkommen.” Sie belies es dann aber bei der in simplen Schulenglisch formulierten Frage “And where do you come from?” worauf ich mit “Fromm tschörrmännieh” antwortete. Sie “ah, jimmy”. Wir grinsten beide und ich zog mit meiner Wäsche von dannen.

Saubere Wäsche. Für 170฿ (das ist etwas mehr als 3 Euro). In einem sauberen Seesack. Hätte ich ihr sagen sollen, dass der Seesack nur ein Transportmittel ist?

19 Jan 2005

Titelgebende Zeile mag ausschlaggebend für mein “kleines” Problem heute morgen gewesen sein. Ich dachte schon seit ein paar Tagen, ich sollte mal wieder tanken. Da ich aber nur auf Arbeit und zurück fuhr, verschob ich das immer wieder auf später. Nach der Laundry aber machte mein kleines süßes Moped plötzlich seltsame Laute. Spotz spotz. Ich dachte mir, es wäre nicht unklug, nun gleich tanken zu fahren. Das Moped dachte es auch und ging an der nächsten Kreuzung aus.

Nett. Ich versuchte zu starten, es verweigerte aber beharrlich seine Dienste. Ein kurzer Blick zum Himmel – wolkenlos, Sonne. Nun gut, es war noch vor Acht, also konnte man annehmen, dass es nicht allzu schwierig werden könnte, das Moped zur Tankstelle zu schieben. Ich machte mich also schiebenderweise auf den Weg, unterwegs manchmal aufgehalten von Thais, die interessiert fragten, was denn kaputt wäre. Beim dritten hatte ich dann die Wortwahl gefunden, die am verständlichsten war: “No gasoline I think, the tank is empty!” Außer einem mitleidigen Lächeln hatten sie aber nichts zu bieten.

Ich schob also weiter und beantwortete mitleidige Fragen. In der Ferne tauchte das McDonalds-Schild auf, nach weiteren zweihundert Metern wäre die Tankstelle gekommen. Ich, inzwischen mit einem eigenen tropischen Klima ausgestattet, Stürzbäche Rücken und Stirne hinabfließend, schob glücklich schneller, als aus einer Hütte links eine ältere Frau herausschoss, mich krallte und mit meinem Moped zur Hütte zerrte. Dort stand eine einsame uralte Zapfsäule mit Benzin. Ich, glücklich nicht weiter schieben zu müssen, lies mir einen Liter einlaufen lassen, zahlte den stark überteuerten Preis von 30฿ mit einem Lächeln und fuhr tanken.

Und morgen fahr ich gleich wieder tanken. Schieben ist doof. Besonders hier.

19 Jan 2005

Da dieses Weblog anscheinend eine Sammlung erster Male wird, möchte ich auch diesen Tag mit der Schilderung einmaliger erster Male beginnen.

In den letzten Tagen bemerkten wir ein verstärktes Aufkommen verschiedener Flugkleinsttiere. Zwar bestätigten mir alle, dass dies zu dieser Jahreszeit normal sei, ich entschloss mich trotzdem, meine Klamotten mal in die Wäscherei zu bringen. Wäschereien werden hier mit netten Pappschildern propagiert, auf denen steht: “Laundry, 1kg 30฿”. Nett. Wäschereien gibt es überall und auf dem Weg zur Arbeit alleine 3. Ich packte also verschiedene Klamotten in den Seesack und fuhr zur erstbesten Wäscherei, wo mich ein finster dreinblickender laotisch aussehender Thai erwartete und ein Raum voller Frauen. Wahrscheinlich sind sie es nicht gewohnt, dass die Farangs um diese Zeit (7:30 Uhr) schon Wäsche bringen.

Nach einigem brokenenglisch verhandelten Sekunden war ich meine Wäsche los. Kein Beleg. Nur die Abholzeit 3 Uhr. Na ich bin gespannt. Fraglich ist auch, mit welchen Waschmitteln und wie heiß die Sachen gewaschen werden. Ein Experiment. Mal sehen.

18 Jan 2005

Da der Mond mit der Sichel nach unten liegt, weiß ich leider nicht, ob zu- oder abnehmende Mondphasen das Tagesgeschehen beeinflussen. Was ich weiß ist, dass ich sobald es dunkel wird (und das wird es Punkt 18 Uhr Ortszeit) auf Energiesparmodus schalte und bei jeder sich bietenden Gelegenheit anfange zu schlafen. Da ich Harry Potter hörlese, bieten sich hierfür genügend Möglichkeiten. Dafür wache ich Punkt 7 Uhr auf und kann mich fröhlich verschiedenen Dingen widmen. Ich bin nur noch am Überlegen, ob ich jetzt von 8 bis 16:30 Uhr arbeiten werde und dann ein bisschen was unternehme oder umgekehrt. Mal sehen. “Muss sich noch einpendeln!” Ja bitte! Aber etwas schneller! Wäre schon gut. Ne?

18 Jan 2005

Stellen wir uns diese Seite als Comic vor:

Bild 1: Konzentriert arbeitender Patrick arbeitet konzentriert arbeitend vor sich hin. Im Hintergrund ein Fenster, Palmen, grün.

Bild 2: Orange gefärbte mit 14 Zacken versehene Sprechblase “PLOMMK”

Bild 3: Nicht mehr konzentriert arbeitender Patrick schaut verwirrt zum Fenster an dem viele kleine Federn langsam und gemütlich der Erde entgegen säuseln.

Was war geschehen? Ein Vogel (Art unbekannt) hat das Fenster getroffen. Fliegen ist also doch nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt habe.

Allem Anschein nach wollte der Vogel sich selbst treffen. Hat er dann auch, nur dass er selbst eine Spiegelung in der verspiegelten Fensterscheibe war. Kann man ja den tropischen Vögeln auch nicht zumuten sowas.

17 Jan 2005

So. Am Wochenende hatte ich mich dann nun zur versprochenen Inselrundfahrt aufgeschwungen. Ich bin gleich 9 Uhr losgedüst, weil ich nicht unbedingt die ganze Zeit in der größten Hitze fahren wollte. Das war eine gute Entscheidung. Es gab wenig Verkehr und man konnte öfter mal stehen bleiben um Bilder wie das folgende zu schießen.

Im Süden der Insel sind mehr die ländlichen Gebiete, die weniger auf Touristenunterkünfte ausgerichtet sind. Viele Attraktionen haben sie schon (Wasserfälle, Elephanten- und Schlangenshows usw.) aber weniger Unterkünfte und dicht besiedelte Gegenden.

Dafür ist Koh Samui das Safe-Food-District Nummer 1 Thailands. Auch gut zu wissen. Gestern abend war ich knapp davor, einem der Straßenhändler solche lecker riechenden verkrustet gebratenen komischen Etwasse abzukaufen. Aber noch war die Vorsicht größer.

Wenn man ganz genau sucht, findet man auch die Kalenderfotoplätze. Muss nur noch eine bessere Kamera her.

Und wie man im folgenden Bild von der Welle verwaschen nur noch schemenhaft erkennen kann – ja, ich habe meine Füße ins Chinesische Meer getaucht. Mission accomplished.

Jedenfalls sind es 87 Kilometer, wenn man die “Ringstraße” fährt und alle halbwegs ausgebauten Straßen dazunimmt, die ein wenig weiter um die Ringstraße gehen. Verfährt man sich dann und wann noch ein wenig, kann man viel Spaß haben und einen gut verbrachten Tag erleben.

16 Jan 2005

Dem Thai wird ja allgemein nachgesagt, er habe ein krankes Verhätnis zu allerlei kühlenden Geräten. Ich wurde im Vorfeld vorgewarnt, dass die Klimaanlagen eiskalt gestellt sind und man sich schnell eine Erkältung holen könne.

Soso…

Gemerkt habe ich davon noch nicht viel. Natürlich sind die Klimaanlagen schän kühl, aber wenn man aus der 35°C Sonne in den 7eleven reingeht ist das angenehm, nicht störend.

Störend ist, dass am Wochenende im Büro die Klimaanlage nicht angeschaltet ist. Dann wirds doch ein bisschen wärmer. Aber ich werde eh nur zum Mail abholen und Telefonieren den kühlenden Schatten des Dschungels verlassen.

Was aber wirklich verrückt in Hinsicht auf Kühlung ist: Die Kühlschränke. Holt man da eine Flache raus, ist die in kurzer Zeit so nass, dass man gar nicht anders kann, also überall Untersetzer unterzustellen. Und von Sprite gibts sogar eine Sorte namens “Sprite Iced” die gekühlt so schmeckt, als habe man Eiswürfel im Mund. Warm schmeckt das dann nur noch nach Zuckersirup.

16 Jan 2005

Mein derzeit eher behelfsmäßig eingerichtetes Büro mit Ausblick. Die Fenster sind getönt. Zum Glück. Derzeit sitzen wir im “kleinen” Büro (5×5m) zu dritt. Die Programmierer bekommen dann aber ein größeres Büro, sobald da Fußbodenbelag liegt.

Den Fußbodenbelag brauchen wir übrigens nicht, weil es kalt wäre sondern wegen der Klimaanlage. So. Nicht kalt? Klimaanlage? Klar. Das Teil macht so einen Krach dass eine Kommunikation über Stimme kaum möglich ist. Es hallt. Ich denke mal, dass das besser wird, wenn ein paar Tische, Schränke und sonstige Schallschlucker da drinnen stehen. Mal sehen.

16 Jan 2005

Willkommen bei der Hausbeschau! Wollen wir doch mal sehen, wie man hier leben kann:

Das Haus im Big Trees Village. Eigentlich sind es mehrere Häuser, die alle gleich gebaut sind. Nett, oder? Die Veranda lädt direkt zu einem Bastliegestuhl ein. Wenn ich länger in diesem Haus bleibe, wird es so sein. Die Häuser liegen ein wenig im Inneren der Insel, mitten im Dschungel. Aber gut (per Moped) an die Stadt angebunden. 5km bis auf Arbeit (sehr praktisch, wenn das Moped mal ausfällt).

Der Wohnraum. Die meisten Häuser in Thailand sind so gebaut, dass es einen großen Wohnraum gibt, in dem Spüle, Kühlschrank, Couch und Tisch stehen und …

...einem Schlafraum mit Schrank. Das ist schon ganz angenehm so.

Im Wohnzimmer um die Ecke ist das Bad, in das ungefähr ein Mensch passt, weshalb auch alles auf die Raummitte ausgerichtet ist. Nach dem Duschen kann man es erstmal ein paar Stunden lang nicht nutzen. Außerdem fehlt mir hier ein Wasserkocher oder irgendwas anderes, um Wärme auf Nahrungsmittel zu übertragen. Rausstellen geht nicht, kommen die Fliegen ;)

Ich glaube aber nicht, dass ich hier bleiben werde. Ich hab da so ein Holz-Thaihaus gesehen… das hat mich gleich beim ersten Mal sehr sehr angesprochen. Und ich vertraue immer meinem ersten Eindruck. Nagut. Ich vertraue nicht immer meinem ersten Eindruch, aber mit sehr guten ersten Eindrücken habe ich gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls entfleuchte mir ein “Geil” beim Anblick “meines Thaistylehauses”. Wir werden sehen, was sich ergibt.

Das sind unsere Hunde. Familie Simpson. Ich habe schon insgesamt 6 verschiedene Hunde gesehen. Zwar sehen Hunde hier alle gleich aus, aber das liegt wohl an der größtenteils inzestösen Art in der sie ihre Rasse erhalten. Homer (ein großer brauner Hund, der sich abends immer auf meine Verandastufen legt und seine Pfoten auf meinen Schuhen baumeln lässt) sieht ein bisschen weiblich aus. Das typisch thailändisch. Viele Sex-Touristen packen sich süsse Thaimädchen aufs Moped nur um dann später festzustellen, dass sie einen Mann eingeladen haben. Selber schuld ;)

Der Baustil mit den Stelzen ist übrigens allgemein üblich. Angeblich soll das dem Schutz vor Schlangen dienen, wobei ich noch am Überlegen bin, was Schlangen denn vom Überwinden der Stufen abhalten soll. Naja.

15 Jan 2005

So. Ich hatte bereits erwähnt, dass ich bestimmte Tätigkeiten auf spätere Lebensabschnitte zu legen pflege um nicht zugeben zu müssen, dass ich Änderungen und neue Verhältnisse hasse. Aber man muss sich seinen Dämonen stellen, damit sie sich als die Würmer erweisen, die sie sind.

Heute haben wir Mopedfahren. Ich hatte bereits letzte Woche in verschiedenen SMSen und Chats erwähnt, dass Mopedfahren ein überaus befriedigender Zeitvertreib ist, wenn er auf einer thailändischen Insel erfolgt. Ich bin noch nie Moped gefahren. Dann kam ich hier her und durfte recht bald feststellen, dass man ohne eigenen angetriebenen Fahruntersatz aufgeschmissen ist. Es gibt zwar Taxis in Massen, aber auf Dauer kann das ja keine Lösung sein.

Jedenfalls kam es so, dass ich mich Montagabend auf einem Automatik-Moped der Marke Yamaha wiederfand und folgender Dialog (die Erinnerung verstärkt einiges sicherlich, aber im Großen und Ganzen war es so) sich entspann:

Thai: Ah, sit down.
Ich: Ok (man muss sich das so vorstellen: oh (leicht panisch angefärbt nach oben hin steigend) kähie (hoch))
Thai: (dreht den Schlüssel, fasst die linke Bremse und drückt rechts auf einen Starterknopf) you start
Ich: Ok
Thai: (drückt links auf einen Kippschalter) you mark left
Ich: Ok
Thai: (drückt den Kippschalter wieder) you mark right
Ich: Ok
Thai: (drückt schon wieder denselben Knopf) you set it back
Ich: Ok (fange an, rumzudrücken, der Blinker geht nicht mehr aus) Ähm…
Thai: (drückt den Knopf) you must…
Ich: Ähm
Thai: ... klick back
Ich: Soso. (irgendwie krieg ich den Blinker aus) Ok.
(in meinem Hirn beginnt eine Zweitunterhaltung)
Über-Ich: Lass das. Das kriegst du schon später mit. Hauptsache nicht runterfallen.
Ich: Ah, Ok.
Thai: (klickt schon wieder links rum) The light. (schiebt einen Schalter hoch) On. (schiebt den Schalter runter) Off. (schiebt den Schalter hoch) On. (schiebt den Schalter runter) Off.
Ich: (nicke verständig) Ah, Ok.
Über-Ich: Super. Nun bist du als Blödmann abgestempelt.
Thai: More Light? (klickt den letzten Schalter links) Less Light! (klickt den Schalter wieder zurück)
Ich: Oh. Yeah, I understand (schalte ein bisschen rum)
Über-Ich: Jetzt keine Experimente. Ok reicht doch völlig aus.
Thai: Brackets! (drückt die Bremse links) Left bracket. (und rechts) Right bracket. You better press left bracket, right bracket not work fast.
Ich: Oh, Ok.
Über-Ich: Ich will heim.
Thai: Speed (zeigt auf den rechten Griff)
Ich: Ok.
Thai: Ah. Important. Horn. (findet links noch einen Knopf und ein quäkend nerviger Ton ertönt).
Ich: Ok.
Thai: Ok. Test it! (zeigt auf den Platz vor dem Verleih, aus dem Hintergrund ertönen die ermutigenden Rufe meiner Kollegen, mal zu testen)

Patrick dreht den Gashahn, lenkt entspannt in den ruhigen Thaiverkehr und fährt dem Sonnenuntergang entgegen.

Na gut. Ganz so einfach war es nicht, aber nach ca. 3 Minuten Rumfahrens auf der Teststrecke, einigen Beinahekollisionen mit in der Gegend sich ausruhenden Palmen, dem Feintuning meiner Bremsbemühungen und dem Finden meines Schwerpunktes fädelte ich mich dann hinter den anderen in den Linksverkehr ein und fuhr. So einen hohen Adrenalinausstoß hatte ich nicht mal beim Fliegen gehabt. Grundsätzlich kann ich sagen: Mopedfahren ist Geil!

Der thailändische Verkehr ist noch viel geiler! Erstens fährt man links. Mit dem Auto hätte ich da so meine Probleme. Da das Mopedfahren eine neu erlernte Fähigkeit darstellt, macht das kein Problem. Die Mopeds hupen ständig. Ob nun im Umkres von 20 Metern ein Thaimädchen ist, ein Hund, ein anderes Moped oder gar ein Auto, dass sich in den Verkehr einfädeln will: Hupen! Man will ein Moped überholen? Hupen! Man fährt an einer Ansammlung bunter hängender Etwasse vorbei (dazu später mehr)? Hupen! Man will dem Kollegen klarmachen, dass er wieder vergessen hat, den Blinker auszuschalten? Hupen!

Und so brettere ich nun auf einem Moped durch die Gegend. Das ist ein seltsamer Anblick. Aber ich muss mich ja nicht sehen (nur wenn ich vor verspiegelten Scheiben stehe). Übrigens fallen mir als Rechtshänder Rechtskurven etwas schwerer als Linkskurven, was meiner Theorie nach daran liegt, dass in Linkskurven die Linie zwischen meinem Schwerpunkt und der führenden Hand geradeaus zeigt und bei Rechtskurven eben nach unten. Naja. Und ja: Ich trage immer brav meinen Helm! Wie auch immer. Fliegen hatte ich. Leben und Arbeiten im nichtdeutschsprachigen fremdkontinentären Ausland hatte ich. Mopedfahren hatte ich. Lasst uns gleich mal weiter machen. Wie wäre es denn mit Kindern? Oder Bungeejumpen? Oder Saxophon spielen lernen? Die Möglichkeiten sind vielfältig ;)

15 Jan 2005

Interessanterweise habe ich heute nacht das erste Mal in Thailand geträumt bzw. für mich selbst merkbar geträumt. Wahrscheinlich gibt/gab es noch zu viel zu verarbeiten, so dass das System blockierte. War interessant. Es ging um ein Vegetarier-Theaterstück in Zinnowitz, Schnute war in Lübeck und ich hab mal wieder den Ausgang nicht gefunden. Klingt eigentlich normal für meine Träume, wenn man außer Acht lässt, dass keine thailändischen Komponenten vorkommen.

Lasst es uns auswerten ;) Mir fehlen Klopse! Aber ich glaube nicht, dass ich hier welche essen würde. Ich hab schon Hunde mit nur drei Beinen gesehen. Und Schnute könnte ruhig hier sein.

14 Jan 2005

So. Hab vorhin eine Hütte gemietet. Dummerweise hat die keine Klimaanlage, so dass es recht warm werden könnte. Aber das macht nichts, so wird das ganze Erlebnis authentischer ;)

Ich muss das Design hier im Blog mal noch photofreundlicher machen, dann gibts Derartiges in Massen. Überhaupt ist meine Postingfrequenz noch etwas niedrig für all das, was ich zu erzählen habe. Tja, wie das so ist. Erst wirds im Kopf verarbeitet, dann im Web. Ich bin immer der Erste ;)

Hab gehört, es regnet recht viel in Norddeutschland? Hüstel. Hmmm. Ich glaube, hier beginnt gerade eine etwas (grins) wärmere (grins) Periode. man sollte von 10 Uhr bis 18 Uhr das kühlende Büro nicht verlassen (einziger Nachteil im Büro: die Klimaanlage. Das Ding ist so laut wie als ob man im Flugzeug sitzt – Kommunikation über Audio-Signale ist nahezu unmöglich oder von Missverständnissen geprägt). Aber auch das wird sich alles noch ändern. Sobald im großen Programmierspielzimmer der Fußbodenbelag liegt, ziehen wir rüber.

So. Jetzt noch ein bisschen arbeiten, dann ist Wochenende. Und was macht man, wenn man aus dem Büro geht und plötzlich mitten in Südostasien auf ner Insel steckt? Ne Inselrundfahrt. Wird bestimmt lustig.

13 Jan 2005

Ich dachte immer, es wäre nahezu unmöglich einen relativ authentischen Eindruck vom Leben zu bekommen, wenn man in einer Touristengegend lebt und arbeitet, weil (speziell in meinem Fall) die Thais immer bemüht sind, “echtes thailändisches Lebensgefühl” zu vermitteln und die Touristen einfach überall sind. Wenn man aber morgens 8 Uhr mit dem Moped durch Lamai brettert, schlafen die Touris noch. Macht Spaß. Und man sieht jeden Tag was Neues.

13 Jan 2005

Eben bei Tesko: Ich steh vor einem Regal mit netten T-Shirt-Hawaii-Hemden (ich will mir eine Sammlung unsinniger Hawaii zulegen), da tönt es neben mir auf Brusthöhe “Oh, how nice, what a nice beard!” Ich kuck rüber, steht ein kleiner Thai neben mir, sieht sich meinen Bart an und bewundert ihn “How long?” ich zieh ihn straff, er “One year?” Sag ich “nono, i cut him every half year”. Er nickt bewundernd, sagt “nice” und entschwindet. Ich hab mir gleich noch ein zweites Hawaiihemd geholt.

PS: Die Überlegung mit der Entfernung meiner Gesichtsbehaarung hat sich damit erledigt :)

12 Jan 2005

Angekommen. Heiß ist es. Nein. Nicht wirklich heiß. So um die 30 Grad sind es wohl, aber die Sonne und die außerordentlich schwere Luft macht einem Nordländer wie mir schon zu schaffen. Meine Schleimhäute fühlen sich doppelt so dick an wie sonst. Was solls. Es gibt viel zu berichten. Fangen wir an. Mit dem Fliegen.

Das mit dem Fliegen ist so eine Sache. Ich habe es geschafft, die letzten 29,5 Jahre einen Flug zu verhindern. In Planung war, dass ich, wenn wir nach Island wandern, zumindest eine Strecke per Flugzeug zurücklegen werde. Dass es nun doch anders kam ist eine bekannte Geschichte. Dass es gleich drei Flüge werden mussten, liegt an der nicht ungeringen Entfernung meiner kleinen Tropeninsel zu Lübeck.

Ich machte mich also nach einer eher undurchschlafenen Nacht (Schnute konnte schlafen bis in die Puppen, fragt mich nicht, wie sie sowas macht), gefahren von Schnute auf ins Hamburger Unwetter, um mich das erste Mal in ein zuweilen fliegendes Flugzeug zu setzen. Bis zum Betreten des Flugzeuges war alles nicht ganz so aufregend wie ich es erwartet habe (wenn man davon absieht, dass wir beide auf die Frage am Checkin-Schalter, ob nur einer von uns beiden fliegen würde mit “Ja, ich” beantworteten). Man ist halt mit längeren Trennungszeiten mehr beschäftigt als mit so trivialen Erstflugängsten. Ich checkte jedenfalls ein, brachte einen tränenlosen Abschied zustande und saß irgendwo zwischen seltsamen Leuten und wartete auf mein kleines Flugzeug. Es war klein. Von außen als auch von innen. Am Fenster eingeklemmt neben Menschen überlegte ich mir, ob es nicht ganz nett wäre, ein bisschen weniger Umfang an den Tag zu legen. Nette Ansagen wurden durchgegeben. Die Flugbegleiterinnen führten ihr Schauspiel mit den Kotztüten vor. Das Flugzeug rollte in der Gegend rum und dann – Abschuss. Kurzes Kneifen in die Hand – kein Traum. Ich fliege. Hmmm. Nett. Rumpelt ein bisschen.

Laut war es. Davor hat mich keiner gewarnt. Ich habe noch zwei Tage lang die Flugzeugturbinen gehört. Der Flug selber dauerte nur 1 Stunde, weshalb ich mich größtenteils mit Trivial-Gedanken a la “Stimmt. Die Erde ist rund!”, “Interessant. Sieht komisch aus alles so klein” und “Shit. Jetzt nur nicht philosophisch werden!” beschäftigte.

Jedenfalls hab ich es überlebt. Landen. Aussteigen. Zittern. Dann stand ich in München erstmal eine halbe Stunde zwischen den Terminals und habe versucht, mich zu beruhigen. Nach einem abschließenden Besuch bei Burger King ;) gings zum nächsten Terminal. Das mit dem Fliegen hatte ich schon, jetzt muss nur noch ein Langstreckenflug dazu kommen. Kam er auch. 17:55 gings los. Touristenbomber. Wasser aus Plastikbechern. Essen aus Alufolien. Dämliche Bayern hinter und neben uns (quatschten stundenlang in einem Dialekt, den nur noch ein paar Bergvölker sprechen und beschweren sich dann bei einem Opa hinter ihnen, dass er redet). Jedenfalls hab ich auch das erledigt.

Wir sind also in Bangkok. Hitzeschock. Nette Frau am Immigrationterminal, die mir gleich einen netten Zettel in den Pass heftet. Mein Gepäck kommt als letztes das Laufband herunter. Ich hatte bereits einige Varianten meines Lebens ohne Computerkabel, T-Shirts, Handtücher (nein, ich hatte kein Handtuch im Reisegepäck, dafür hatte ich in beiden Reisetaschen jeweils eines ;) und derartiges Zeug. Jedenfalls kam mein Gepäck dann, wir kauften Tickets für den Flug von Bangkok nach Ko Samui, checkten unser Gepäck ein und flogen (wiedereinmal. ich weiß, es wird langweilig). Ich habe dann den Großteil des Fluges geschlafen (unterwegs war ich schon knapp 20 Stunden (???).

Auf dem Flughafen von Koh Samui (einer der schönsten der Welt mit offenen Hütten als Terminal und Sammelpunkte) angekommen fing es sofort an zu regnen. Nicht ein bisschen, sondern ein bisschen sehr (ein Großteil meiner Sachen ist heute noch ein wenig muffig-nass). Wir fuhren also zum Haus meines Chefs (er hat als einziger von uns bereits ein Haus (keine Hütte) gemietet, weil er vorher schon hier war), spannten aus und ein und ergründeten den Jetlag. Abends ein bisschen Essen. Chang-Beer trinken. Schlafen gehen.

Grillenzirpen und Vogelgezwitscher.

Im Großen und Ganzen bin ich angekommen, aber noch tief beeindruckt von den vielen Dingen, Menschen, Straßen (muahahaha) und Ereignissen. Ich könnte jetzt stundenlang schreiben über Mopedfahren, Linksverkehr, Essen, Gilbert und und und. Aber das muss ich selber erstmal verarbeiten. Also von mir aus hier nur der kurze Gruß ins angenehm kühle Deutschland. Ich lebe. Mehr gibts später.

PS: Es ist jetzt 14:20Uhr und wir suchen uns eine Bude. Dann geht es zu Tesco (YEAH, Zivilisation ;) und Handykarten kaufen. Dann Infrastruktur ergründen. Es gibt viel zu tun.

PPS: Ich habe mich bereits dabei erwischt, über “die Touristen” zu lamentieren. Aber mal ehrlich. Das Mitglied welcher Nation kann schon in der Lage sein, sich auf die Stufen einer Buddhastatue zu setzen und das Hemd auszuziehen.

PPPS: Das mit dem “Danke” ist auch so eine Sache. Aber ich hör jetzt wirklich erstmal auf zu schreiben. Mehr morgen. Wenn ihr aufwacht, steht es hier.

08 Jan 2005

Ich habe ein gutes Stück lang überlegt, ob ich “etwas zur Flutwelle” schreiben soll, weil sowas bei mir meistens in trockenen und missverstandenen Äußerungen endet. Da ich nach Thailand gehe, bin ich indirekt betroffen. In den ersten Tagen nach der Flut waren wir glücklicherweise in Schweden im Winterurlaub, sonst hätte ich das Telefon ausstöpseln müssen. Die Fakten sind recht einfach, wenn man sie mal pragmatisch betrachtet: Ko Samui liegt auf der “sicheren” Seite von Thailand im Chinesischen Meer. Es ist also nicht so, dass wir “nichts” mehr vorfinden werden.

Natürlich ist die Flut eine Katastrophe, nur mag ich mich gar nicht allzusehr dazu auslassen, weil Worte da recht wenig ausrichten oder darstellen können. Erklärungsversuche sind Zeitverschwendung. Es hätte jedes Gebiet in der Nähe einer tektonischen Plattengrenze im Meer treffen können. Das ist ein natürlicher Vorgang. Leider. Alles andere ist eine Event-Katastrophe

Die Menschen in Südostasien werden ihr Land und ihr Leben wieder aufbauen. Neben Spenden und Technischer Hilfe benötigen die Länder nun das, was bisher für ihren Lebensunterhalt diente: den Tourismus. Ich finde jede moralische Diskussion in der Art “Wie können Sie mit Ihrem Gewissen vereinbaren, gerade jetzt Urlaub in Südostasien zu machen” extrem dumm und schädigend. Jeder Urlauber hilft. Auch bei der Verarbeitung der Ereignisse. Auch wenn ich nicht wirklich als Tourist nach Thailand gehe.

Mein Baht.

08 Jan 2005

So. Morgen ist es also soweit. Das Notebook ist eingepackt, die Geräte auseinandergestöpselt, der Seesack gepackt. Nach Wochen der Planung und des Hin und Her beginnt morgen Mittag mein eigenes kleines Abenteuer.

Aber beginnen wir am Anfang™! Im Sommer war ich (wie so häufig in den letzten Jahren) arbeitslos und Sozialhilfeempfänger. Wenn man selbständig war hat man wenig Chancen auf Arbeitslosengeld oder -hilfe, wenn man sich nicht selbst versichert und das war ich nicht ;) Jedenfalls musste ich um mein “Anrecht” auf Sozialhilfe zu behalten im Monat mindestens 15 Bewerbungen abschicken. Das klingt etwas salopp, ist es aber auch, denn ich habe nie gemerkt, dass die Leute interessiert hätte, wo und als was ich mich bewerben würde. Im August jedenfalls hatte ich nach zwei Ingeneurmonaten (hat doch was Gutes, wenn man sich breit gefächert bewerben kann) mal wieder einen ITler-Monat. Neben einigen Bewerbungen als Projektmanager, ein paar als Webdesigner und eine auf diese interessante Stellenbeschreibung hin.

Anschließend fuhr ich ein paar Tage nach Zwickau, Familie und Freunde besuchen, da die Antworten erfahrungsgemäß einige Tage auf sich warten ließen und sowieso immer negativ waren.

Das war an einem Mittwoch. Als ich am Sonntag wieder zu Hause war, blinkte der Anrufbeantworter hektisch, die Mailbox war mit Rückmeldungen voll. Berlin also. Nach ein paar Telefonaten, in denen ich erst einmal eruieren musste, wie ernst es “ihnen” mit Thailand als Arbeitsort ist wurde ich zu einem Gespräch eingeladen und sofort eingestellt. (Natürlich hätte man mich am liebsten ersteinmal freischaffend angestellt, aber nach eingehenden Erfahrungen diesbezüglich und in Anbetracht meiner damaligen Lage war ich nicht bereit dazu. Da sie mich unbedingt wollten, wurden wir uns aber einig.

Ich verbrachte also die vier letzten Monate des vergangenen Jahres im Unternehmen in Berlin, lernte die Leute kennen und fing an, den großen Auszug zu planen.

Und morgen ist es dann soweit. Ich werde das erste Mal in meinem Leben ein Flugzeug betreten, das auch fliegen wird (nur am Rande: Aviophobie und Akrophobie), dann gleich einen Langstreckenflug erleben und das erste Mal meine Füsse auf einen außereuropäischen Kontinent respektive in ein außereuropäisches Land setzen.

Das Interessanteste ist, dass ich immer geplant habe, das erste Mal zu fliegen, wenn ich mit Schnute unterwegs nach Island bin.

Jedenfalls wird es viel zu erzählen geben.

Update im Dezember 2006: Inzwischen lebe ich seit 2 Jahren in Thailand, arbeite nicht mehr für oben genannten Arbeitgeber und habe jede Menge zu erzählen gehabt. Im Archiv findet man alle Einträge.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
Auf Textpattern geschmiedet.