Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - März 2005

2005

01 Apr 2005

Ich lass das Bild mal so im Raume stehen. Wenn man allerdings eine kleine handflächengroße Echse erwartet, weil ein winziges Zipfelchen vom Schwanz unterm Spiegel hervorlugt, dann darf man getrost überaus überrascht sein, wenns dann doch so ein Brocken ist der dann auch noch ebenso überrascht zuckt. Nagut. Das Bad ist also auch verbotene Zone.

31 Mär 2005

In den ersten Wochen waren rund ums Haus (das ich heute für einen weiteren Monat angemietet habe) immer jede Menge Hunde verteilt, in Hochzeiten 7 Stück. Inzwischen grenzt es fast schon an ein Wunder, wenn mal einer vorbei kommt. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass es Nachts nicht wegen der Hunde laut ist. Hier sehen wir nun ein Foto aus alten glanzvollen Zeiten. Braun ist Homer, der damals recht alt und vermutlich weiblich war (hmm, ne andersrum wird ein Schuh draus, wie eine Frau aussehen und ein Mann sein, naje, er machte nie einen intelligenten Eindruck) und vermutlich inzwischen verstorben ist (sein Halsband lag im Müll) und das kleine schwarze Ding ist die Bell-Kröte, die mir die ersten Wochen schlaflose Nächte bereitet hat. Timmy genannt. Timmäh!!!

28 Mär 2005

Nun gut. Ich gestehe.

Damals, als “dieser ganze Harry Potter Boom” losging habe ich sofort erkannt, dass das ein von den Verlagen und den Merchandising-Firmen perfekt eingefädelter Coup war. Nichts als Marketing. Brauchte bloß jemand auf MTV oder Winnie the Pooh zu sagen “Hömm ja, ich les ja auch gerade Harry Potter”. Mir war immer klar, dass man da auch einen Film drauss machen muss. Mit Schauspielern und so nem Kram. In Farbe oder mindestens fürs Kino.

Gelesen habe ich den ersten Band damals als der zweite rauskam und man (die Verlage) in Deutschland meinten einen ähnlichen Hype auslösen zu müssen nicht. Ich habe es auch nicht später gelesen. Ich habe jeden ausgelacht, der sich Nachts an irgendwelchen Buchläden anstellte. Ich habe jeden ausgelacht, der sich mit Quidditch beschäftigte. So ein Unfug aber auch.

Und dann eines Tages legte ich fest: “Ich werde nie einen Harry Potter lesen!”

Jedenfalls kam das dritte Buch, der erste Film, das vierte Buch, der zweite Film und das fünfte Buch. Dann kam der dritte Film und eines Tages meine Schwiegermama mit ihrer Tochter, gewissermaßen meine Schwägerin und Schnutes Schwester, – beide in spe, also Schwie- und Schwäger – zu Besuch nach Lübeck (Lübeck liegt in Deutschland, wer diese Seiten erst seit einigen Tagen liest, kann ruhig nachfragen, was so ein weltläufiger Mensch wie ich in einer Stadt wie Lübeck zu suchen hat). Was macht man nun an einem schönen, ähm, Oktober?, September?, November?, August?, Dezember wars nicht, Tag wie diesem? Man geht ins Kino. Das Problem ist die gewisse Altersspanne zwischen dem jüngsten und ältesten Mitglied unserer kleinen Kinogängergruppe. Man konnte also weder einen Autorenfilm a la “The Hours” (schluchz) noch einen Actionfilm a la fällt mir grad nicht ein gehen. Jedenfalls vernahm ich dann die überaus horriblen folgenden Worte:

“Lasst uns doch zu Harry Potter gehen!”

Man stelle sich das laut gesagt in einer großen Kathedrale mit gewaltigem Echo vor. Ich war taub. Man redete auf mich ein. Ich zitterte. Man zerrte an mir. Ich schwankte. Und dann fielen wieder Worte. Diesmal folgende:

“Hmmm. Garry Oldman spielt da mit!”

Gary! Gary “Dracula” Oldman! Gary “Mason Verger” Oldman! Gary “Jean-Baptiste Emanuel Zorg” Oldman! Gary “Dr. Zachary Smith” Oldman! Gary “Lee Harvey Oswald” Oldman!

Gary Oldman spielt in einem Harry-Potter-Film mit.

Herrgottsakranocheins!

Das änderte natürlich alles, denn Gary Oldman würde nie in irgendeinem Schund mitspielen. Das hat er nicht nötig, er kann ja wählen.

Hmmm.

Nagut. Ich sah mir also diesen Film an. Und war, naja, nicht begeistert, aber ich bin auch nicht gestorben davon. War ein netter Kleinkindergruselkrimi. Viel Dunkel. Nagut. Er war gut. Vielleicht fast sehr gut. Aber besser nun wirklich nicht.

Jedenfalls hatte ich diesen Film nun endlich abgehakt. Wäre ja schlimm gewesen, wenn ich ihn nicht gesehen hätte nur weil es eben ein Harry Potter Ding war. Ich hatte dann eine Weile meine Ruhe und sprach weiterhin den erhaben Satz aus, ich würde nie einen Harry Potter lesen und las nie einen Harry Potter. Nagut, ich hab den Film gesehen, aber sehen ist was anders als Lesen, weil bei Lesen sind Buchstaben dabei und Papier. Und auf der Leinwand nicht, die ist aus Leinen.

Dann kam Weihnachten 2004. Zu Weihnachten machen wir (Schnute und ich) immer eine kleine Deutschlandreise mit angehängtem Winterurlaub (am liebsten in Schweden). jedenfalls überredete sie mich, wir könnten auf den langen Autofahrten ja Harry Potter als Hörbuch hören.

Hüstel. Nun gut. Lesen ist das ja nicht wirklich, also würde ich auch nicht gegen meine Prinzipien verstoßen. Und naja, Schnute hat nie große Probleme, mich zu irgendwas zu überreden. So kam bspw. die Sache mit unserem Bankraub in Nieder-Ölsnitz zustande und die Weltumseglung 2002. Jedenfalls fuhren wir so vor uns hin. Ich fuhr, sie tippte an den Tankstellen die Pausetaste des MP3-Players.

Und wir hörten den dritten Band. Harry und der Gefangene von Askaban. Der Gefangene von Askaban ist übrigens Gary “Sirius Black” Oldman. Hach ja. Wir fuhren nach Zwickau und Harry wurde ständig ohnmächtig wegen der Dementoren. Wir fuhren nach Bautzen und Harry schlich mit dem Tarnumhang nach Hogs Meat. Wir fuhren nach Zinnowitz und Harry traf Gary. Wir fuhren gen Schweden und hörten das Ende. Ja. Nett.

Darf ich an dieser Stelle kurz einwerfen, dass man einem Hörbuch, das von Rufus Beck gesprochen wird, blind vertrauen darf? Der Mann kann lesen. Ich würde ihn glatt um ein Autogramm bitten, wenn er mir über den Weg laufen würde.

Weiter im Text. Nun gut. Ich war angefixt. Aber ich würde trotzdem nicht niemals nie keinen Harry Potter lesen. Damit das mal klar ist.

Ich flog nach Thailand, Schnute packte mir den vierten Band in den MP3-Player und ich hörte mir das mal an. Nett nett. Spannend. Dann war ich durch und hatte kein Material mehr. Würde Sirius Black rehabilitiert werden (ich meine nein)? Würde der Du weißt schon wer wieder zurückkehren (ich meine ja)? Fängt Hermi(o)ne nun was mit Harry oder Ron an (ich meine sie fängt was mit Malfoy an)? Ist Dumbledore wirklich am Ende der Böse (ich meine ja)? Welchen Unfug wird Hagrid anstellen?

Jedenfalls wartete ich auf die Möglichkeit, den folgenden Band im Hörbuch zu lesen. Und dann ging Trents Kabel kaputt und ich hatte nichts mehr, um Abends Filme zu sehen. Also ging ich in die Inselbücherei und besorgte mir ein paar Bücher. Ich ging an den Regalen entlang, nahm hier einen Stephen Fry raus, da einen Dennis Lehande, hinten einen Nicholas Sparks. Dann kann ich mich nicht mehr erinnern, was passierte. Als ich abend zu Hause war, hatte ich “Harry Potter and the philosophers stone” auf dem Tisch liegen. Ich umkreiste ihn mehrmals, fasste dann zu und begann zu lesen. Das war 21 Uhr. Gegen 4 Uhr hatte ich das Buch durch.

“Gotcha!” rief an dieser Stelle ein kleines Zahnrad im großen Getriebe der Verlagsgiganten. “Hat sich doch gelohnt, Milliarden in Merchandising, Werbung, Filme, CDs, Gimmicks, Schleichwerbung und Buchnebenprodukte zu stecken! Wir haben ihn! F_bleep_ his blöde Prinzipien! So, schnell noch ein paar Bücher rauswerfen.”

Heute werde ich übrigens den ersten Harry zurückgeben und Band 2 bis 5 abholen. Man muss ja auch dem Stand der Dinge bleiben. Schließlich kommt Ende Mai der sechste Band heraus. Dann werde ich vor dem Buchladen im Tesco campen und der erste sein, der es in Händen hält. Jaaaaa!

PS: Warum ich dies schreibe? Weil am Freitag beim Mittagessen die Mädchen von 5Phase meinten, ich sähe aus wie Hagrid (“not Dumbledore, but the other fat man, the housekeeper”). Was haben wir gelacht. Seh ich nicht. Nicht mal annähernd. Oder?


(Das rechts bin ich). Robbie Coltrane ist übrigens einer meiner Lieblingsschauspieler. “Großartiger Mann! Coltrane! Großartiger Mann!”. Ein Link in meiner Filmmatrix zu Johnny Depp. Einer zu Gary Oldman. Tja, und einer zu Harry Potter, aber damit kann ich leben.

27 Mär 2005

Diese Nacht wird mir wiedermal als eine besonders Interessante in Erinnerung bleiben. Ich hatte meinen ersten Alptraum, in dem Thais vorkommen.

Neulich wunderte ich mich, dass ich mich an keine Träume erinnern kann, in denen Thais eine Rolle spielen. Schließlich wuseln sie hier die ganze Zeit um mich herum. Nun dieses Problem scheint nun gelöst zu sein. Heute Nacht gab es einen filmreifen Traum, was sage ich, preisgekrönt. Die Thais lieben ja Horrorfilme oder was sie so nennen.

Jedenfalls nahm ich gestern gegen halb elf (ja, ich bin alt und gehe früh zu Bett) ein Gläschen Johnnie-Walker Black-Label-Einschlafhilfe, mein Buch (Mystic River) und den MP3-Player und begab mich ins leere Doppelbett (ich belege eine Hälfte immer mit “Sachen” damit es nicht so auffallend leer ist.

Jedenfalls lese ich so vor mich hin und höre plötzlich eine Stimme, männlich, mittelalt, englisch mit thailändischem Akzent, rufen: “Is there anybody around here who could help me, please!”. Mal abgesehen von der seltsamen Wortwahl mit “around here” und “who could” was so gar nicht in das thailändische Sprachsystem passt, war das “please” ziemlich flehend in die Länge und fragend nach oben gezogen. Der selbe Spruch ertönte ein weiteres Mal. Ich war recht verwundert darüber, dass er das “please” europäisch betont. Die “normalen Thais” erheben die Stimme nicht fragend, wenn sie fragen. Ich lege mein Buch zur Seite und schnurre hinter der Gardine nach draussen. Es ist dunkel, ich sehe logischerweise nichts. Ich gehe raus auf die Veranda. Es ist dunkel, aber hell. Vollmond. Unten steht ein kleiner Mann. Er ruft wieder “Is there anybody around here who could help me, please!” und sieht nicht zu mir hin. Ich ärgere mich, dass ich das Licht nicht angeschaltet habe beim Rausgehen, aber das braucht Nachts sowieso einige Minuten bis es an ist.

Der Thai (es ist ein Thai, das sehe ich an den Haaren und der Körperhaltung) steht mit dem Rücken zu mir und schaut mich nicht an. Ich überlege, wie ich ihn ansprechen soll und sage “sawat dii krap” – zugegebenermaßen blöd, weil das soviel wie “es möge dir gut gehen” heißt und er sicherlich nicht nach Hilfe rufen würde, wenn es ihm gut ginge – und werfe ein “Hello” hinterher. Er reagiert nicht. Ich gehe die Stufen hinunter, er sagt ein weiteres Mal, diesmal leise, “Is there anybody around here who could help me, please!” und dreht sich zu mir um.

Was soll ich sagen, ich habe geschrieen und bin aufgewacht. Der Typ hatte kein Gesicht. Das war recht unerwartet. Andererseits ist das doch ein Alptraumklischee. Jedenfalls war ich ziemlich nass geschwitzt und wollte schon duschen gehen, als ich draußen jemanden “Is there anybody around here who could help me, please!” rufen hörte.

Hmm. Ich hatte immer noch Adrenalin übrig. Ich bin also wieder raus, der Typ steht wieder an der Treppe, ich runter, zu ihm hin, fass ihn an der Schulter an und er rennt los, weg. Ich laufe hinterher, ärgere mich, überhaupt rauszugehen, wenn jemand Hilfe braucht. Scheiss Erziehung. Er rennt in den Dschungel. Hat plötzlich eine Taschenlampe oder was anderes mit Leuchtstrahl, so dass ich ihm folgen kann, was ich mache. Ich laufe eine Weile vor mich hin und wundere mich plötzlich, dass ich mit meiner Kondition und meinem Umfang so leicht laufen kann und bleibe stehen.

Plöztlich ist es dunkel. The boy is gone. Dachte ich. Auf Englisch. Wieder denke ich verwundert in mich hinein, “Englisch?”. Yes, denke ich. Ich kucke links, ich kucke rechts, es gellt ein Schrei von vorne “Is there anybody around here who could help me, please!” der Thai kommt auf mich zugeschossen, Arme nach vorne, Beine angewinkelt, wie ein Raubtier, hat ein Gesicht, springt mich an, wirft mich um, schreit mich an, springt hinter mich und verschwindet hinter mir im Dschungel. Ich falle hart, auf eine Wurzel oder was. Tut ziemlich weh.

Ich wache auf.

Mein Rücken tut weh. Ich bleib aber liegen. Lausche, ob draußen irgendwer ruft. Ich wäre nicht verwundert. Es ruft niemand. Ich liege auf dem MP3-Player und den Kopfhörern, was den Schmerz erklärt, der Fan ist an, das Leselicht ist an.

Stille.

Ich war dann wach bis zum Morgen, der noch ziemlich auf sich warten ließ. Auf die Uhr habe ich auch nicht geschaut. Erstaunlicherweise krähten heute morgen keine Hähne.

Ich habe nicht vor, in den nächsten Tagen wieder zu schlafen. Das ist mal klar. Interessanterweise habe ich den Jungen erkannt. Oder sagen wir, schonmal gesehen…

26 Mär 2005
Ban Nathon, Pier

Ban Nathon ist der Ort, über den viele Backpacker auf die Insel kommen. Sehenswürdigkeiten gibt es nicht viele. Es ist eher ein “Shoppingparadies”. Am Pier hat man wunderschöne Aussichten auf das Meer, kann den Leuten beim Flanieren zusehen oder einfach unter den Bäumen sitzen.

24 Mär 2005

Soso. Was macht man, wenn man laptopkabellos das Wochenende herumbringen muss? Man liest. Vornehmlich Bücher, manchmal auch Plakate und Etiketten. Aber größtenteils Bücher. Und so habe ich den Umfang der auf dieser Insel gelesenen Bücher von 3 auf 7 erhöht.

Gelesen habe ich Clive Barkers “Abarat” (hmpf), Nicholas Sparks “The Notebook” (schluchz), Jamummble Kähabrabbels “Hamummble Pubble and the Schmummplesumple” und – ähm – na, wie hieß er doch gleich… jetzt hab ich doch den Autoren vergessen. Jedenfalls heißt das Buch “A short history of everything” und ist äußerst empfehlenswert.

Irgendwann vor Jahren habe ich angefangen, die Bücher auf Englisch zu lesen. Zum einen um meinen Sprachwortschatz zu erweitern, zum anderen, weil ich festgestellt habe, dass ich deutschsprachige Bücher nur verschlungen habe. Am Ende wusste ich dann meistens nicht mehr, was am Anfang geschah. Oder ich hab überhaupt nicht verstanden, worum es ging. Jedenfalls kann ich nur empfehlen Nitzsche und Schopenhauer auf Englisch zu lesen. Nur Kafka kann man auf deutsch nehmen.

Wie auch immer. Zur Zeit lese ich abends immer Stephen Frys “The Liar”. Stephen Fry ist mir eher durch Filme wie “Wilde” und “Gosford Park” bekannt. Dass er schreibt, hab ich erst in der Inselbücherei entdeckt (die wiederum ein Eintrag für sich ist). Der Mann hat einen Schreibstil der seinesgleichen sucht. Schwer zu lesen, aber viele brilliante neue Worte, indeed.

Achsoja, Bill Bryson heisst der Short-History-Typ.

24 Mär 2005

Was man auf diesem Photo nahezu nicht erkennt (sorry, war mal wieder wolkenlos und überaus sonnig auf der Insel und mein Photoapparat ist nun eben mal doch antik – Hauptsache digital) sind die Unmengen an netten SciFi-Figuren aus Metallresten hergestellt. Wenn ich mein Thaihaus habe, stelle ich mir einen Predator auf die Veranda. Da kann man gut die Bierflasche abstellen. Sogar ein RogerRoger von dieser Serie wo die zweiten drei Teile die ersten sein sollen ist dabei.

23 Mär 2005

Soso. Heute waren wir in Ban Nathon auf Betriebsausflug. Um 10 Uhr kam der Kremserwagen, wir öffneten ein paar Flaschen Bier (in einem reinen Männerunternehmen darf man das) und sangen schmutzige Lieder.

Oder nein, fangen wir anders an:

Es standen ein Arztbesuch mit dem Erhalt einer Gesundheitsbescheinigung und einige Passfotos (um genau zu sein 10 kleine und 3 große) für unsere Work-Permits an. (Was? Wir haben immer noch keine Arbeitsgenehmigung?) Jedenfalls waren ein paar Behördengänge zu tun und wir taten sie. Die Gänge.

Wir sind natürlich nicht mit dem Kremserwagen gefahren und Bier trinken wir nicht. Weder auf Arbeit noch anderswo. Alkohol ist böse. Wir haben uns brav um neun möglichst nahe an des Chefs Behausung getroffen (nur nicht zuviel Arbeit für einen alten Mann machen) und fuhren sodann auf unseren knatternden Straßenkreuzern gen Ban Nathon. Das Schlimmste erwartend.

Nun, was mag man erwarten bei einem Gesundheitscheck? Einige Metallteile in verschiedenen Körperöffnungen? Hammerschläge aufs Knie? Laufbandlaufen, stundenlang? Radfahren? Ziehense mal das da aus und bückense sich?

Hmm… Man stelle sich folgendes vor: Wir gehen auf einer Einkaufsstraße entlang und kommen zu einem Ladengeschäft mit offener Theke zur Straße hin. Dahinter sitzt ein ca. 40jähriger Mann, dem wir erklären, dass wir für die Work-Permits eine Gesundheitsbescheinigung benötigen. Er sagt ja, ok, holt einen Stapel Formularkopien hervor, sagt, er braucht einen Pass von uns, wir geben ihn hin, er füllt das Formular aus. Unterschreibt. Stempelt. Tütet ein. 50฿. Fertig.

Ich bin somit im Besitz der Beglaubigung, dass ich geistig und körperlich gesund bin. Gut, mir könnte ein Kopf unter der Achsel herauswachsen. Aber meinen Beleg habe ich. Sollte jemand Zweifel hegen – Bitte! Ich hab es schwarz auf weiß! Mit Stempel! Dr. Surasit hat das gesagt und einem Doktor werdet ihr doch wohl glauben?

Jedenfalls unterhielt er uns während des Ausfüllens des Formulares mit lustigen Bemerkungen und Fotos aus verschiedenen Photoalben. Das erste Foto war eine Person sitzend quer vor Hin Yai. So optimal ausgerichtet, dass es aussah als ob, na? genau… jede Menge Familienphotos. Sein Lehrer (eine wichtige Person in seinem Leben). Manchmal fährt er nach Bangkok um dort seinen Klassen zu zeigen, wie man sicher mit Wunden umgeht.

Netter Mann. Dr. Surasit. Jaja.

Dann waren wir im Foto-Shop. Für die Arbeitserlaubnis brauchen wir wie gesagt 13 Fotos. Muss ja jeder Polizist in Thailand wissen, wer hier arbeitet. Jedenfalls müssen die Fotos mit Schlips und Kragen sein. Wobei Kragen in Japan gleichbedeutend mit Jacket ist. Ich habe keins. Aber einen netten Schlips (eigentlich zwei aber der Zweite passt farblich nicht) hab ich mir gekauft. Gebunden.

Der Fotograph hatte dann einen wahrlich überquellenden Fundus an Passfotoklamotten, aus dem er uns ein Jacket aufzwang. Jedem das Gleiche. Schnell Fotos geschossen. Krawatte runter und weg damit.

Ich bin nun im Besitz von wunderschönen Passfotos. Nein ehrlich. Die letzten drei Passfotoläufe liefen ja doch ein wenig schlecht. Ich würde mich glatt mit dem Teil bewerben, wenn ich nicht leider schon einen Arbeitsplatz hätte. Leider leider ;) Jedenfalls ist es schon schade, dass man erst nach Thailand fahren muss, um ordentliche Passfotos zu erhalten.

Mal ehrlich, werter Leser: Dem netten Gesicht auf der rechten Seite würden Sie doch ein Zeitschriften-Abo abkaufen, wenn es Ihnen erzählen würde, dass es Frau und Kind in Deutschland hat und hier her nachholen will, oder?

Und ich verstehe nun auch, was die ganzen Thaifrauen immer von mir wollen.

Irgendwie muss ich mir einen anderen Spiegel zulegen. Wenn ich früh in den in der Hütte sehe, dann steht da jemand anderes.

Fassen wir zusammen: Fotos gut. Gesundheitsbescheinigung 50 Baht und ein Stein-Penis auf nem Foto.

22 Mär 2005

Sehr suspekt ist mir das dumpfe Gefühl, dass ich heute irgendwas verpasst habe. Allerdings konnten auch eingehende Recherchen nicht ergründen, was genau am 21. März war. Geburtstage starten erst am 28. März. Jahrestage liegen alle im November (Hupps. Ne doch.). Feiertage haben wir schon losgekriegt.

Hmmm. Alzheimer. Irgendwie.

19 Mär 2005

So. Eben habe ich das erste Mal bei Ebay was ersteigert. Mir war einfach danach. Hab ich noch nie gemacht. Hört man ja auch nur Schlechtes drüber. Zuerst wollte ich eine Marmorstatue kaufen, dann ein Didgeridoo. Allerdings hatte ich anschließend schon was Besseres gefunden. Eine Yacht. Soviel Geld hatte ich aber nicht, also hab ich mir ein Kabel ersteigert. Ein Stromkabel.

19 Mär 2005

Hmm. So richtig einig werden kann ich mir nicht mit dem Titel für diesen Eintrag. Mal sehen, vielleicht wirds ja noch.

Jedenfalls hat vorhin das werte Dell-Kabel (ich berichtete™) überaus laut Funken geschlagen und dann vollständig seinen Dienst eingestellt. Das wäre nicht sehr schlimm, wenn es ein Standard-Stromkabel wäre. Ist es aber nicht. Es ist ein Dell. Und nun mal die Fakten meiner überaus panischen Bestandsaufnahme:

  1. Dell hat keine Niederlassungen, sondern nur Webseiten, über die man bestellen kann
  2. Dell Deutschland hat mein Stromkabel für rund 40 Euro (Sonderaktion bis 28.3.)
  3. Dell Deutschland liefert nur nach Deutschland
  4. Dell Thailand hat keine Inspirons, damit auch kein Stromkabel für meinen Rechner
  5. Dell Malaysia hat zwar das Stromkabel, liefert aber nur nach Malaysia
  6. Anderswo (also außerhalb von Dell-Webseiten) gibts keine Dell-Kabel
  7. Mein altes Dell-Kabel ist “Made in Thailand” (der pure Hohn)

Was lernen wir daraus? Nichts. Außer dass es nun sehr lange dauern kann, bis ich wieder Strom im Notebook habe.

Ich bin noch überaus geschockt. Für mich ist mein kleiner 12-Pfund-Laptop lebenswichtig. Ich schreib meine Einträge darauf. Ich programmiere darauf. Ich kuck Filme darauf. Ich telefoniere damit (der Arbeitsplatzrechner mag das Micro noch nicht). Das ist alles eine Katastrophe.

Klar, ich hab auf Arbeit einen Rechner stehen, aber da will ich nicht unbedingt meine Ergüsse drauf speichern. Außerdem: Wer will schon gerne von Arbeit aus Privatkram schreiben oder im Büro Filme sehen. Und ist der Vorteil einer tragbaren Kiste nicht, dass man sie überallhin tragen und einschalten kann?

Jedenfalls habe ich mich schon mal nach Büchern umgesehen. Es sieht so aus, als ob ich jetzt viel Zeit zum Lesen haben werde. Und Malzeug hab ich versorgt. Und einen Whiskey.

Alles sehr nervig. Ich bin überaus deprimiert. Überaus.

18 Mär 2005

Naja, als ich meinen kleinen Inspiron 8200 kaufte, war das ein ganz nettes Teil zum Existenz gründen. Inzwischen ist das Gerät aber nur noch der Horror.

Seit einigen Tagen bemerke ich recht häufig das Batteriesymbol in der Taskleiste, auch wenn das Netzteil angeschlossen ist. Nach ein bisschen Fehlersuche stelle ich dann fest, dass es einen Kabelbruch an der Stelle hat, an der das Kabel nicht brechen soll, weil es mit einer technologisch hochwertigen Anti-Kabelbruch-Verpackung ausgestattet ist.

Nun gut. Ich weiss jetzt, wo ich rütteln muss, um Strom vom Kabel zu bekommen. Ich gehe aber davon aus, dass über kurz oder lang das Netzteil seinen Geist aufgibt.

Nun sind die Leute bei Dell ja nicht dumm. Sie wären es, würden sie Netzteile herstellen, die überall erhältlich sind. Sie sind es nicht, also hat das Netzteil einen netzteiligen Stecker, der an keinem anderen Netzteil zu finden ist. Mit drei Löchern an verschiedenen Stellen. Sehr nervig.

Ich surfte also so vor mich hin und landete willentlich auf der Dell-Seite, um mal zu schauen, was man denn so für ein super-cooles Dell-Netzteil hinblättern darf. 60 Euro (man darf sich diese zwei Worte gerne als geschrieen vorstellen.

Hey. 60 Euro!!!! Das sind hier zwei Thaifrauen für mindestens zwei Tage. Oder eine für eine Woche.

Da könnte ich mir glatt nen neuen Rechner für kaufen.

Schöner Mist. Und dann steht auf dem Netzteil noch in frechen Buchstaben “Made in Thailand” drauf.

Hat zufülligerweise jemand da draussen der in den nächsten Wochen nach Thailand reist ein Netzteil rumliegen das in meinen kleinen Inspiron reinpasst und braucht es nicht mehr?

Die Hölle.

Und die Webseite von Dell funktioniert auch nur im Internet Explorer.

Die Hölle.

[Update] 5 Minuten nach Onlinestellen dieses Eintrages blitzte das Netzteil. Nun ist es im Eimer. Eine Katastrophe.

15 Mär 2005

Hier ist er also, der erste wahre Eintrag zum Thema Sex! Edukativ und informativ! Ich war am Sonntag auf Lerntour. Vergessen wir kurz die Porno-Hütte und wenden wir uns den angenehmeren Dingen des Lebens zu. Zum Beispiel Kartoffeln, die amerikanischen Präsidenten ähnlich sehen. Oder Wolken, die wie Tiere aussehen. Erdnussflips in der Form von Früchten. Oder Toastbrote mit Mutter Theresa in der Butterecke.

Oder aber Steinen, die aussehen, als ob, und dann, überhaupt. Aber lassen wir die Bilder sprechen.

Die Thais nennen diese Steingruppierung Hin Da Hin Yai (Grossvater- und Grossmutter-Stein). Sie sehen anatomisch korrekt (vielleicht ein bisschen kurz) aus. Allerdings nur, wenn man von der Seite schaut. Die Touristen konzentrieren sich an dieser Stelle an die steinerne Varianten von Penis und Vagina. Ich habe aber einige andere Dinge beobachtet. Auf dem Photo oben sehe ich eine Hand.

Auf den folgenden Fotos sind wieder Hände zu sehen. Mal ganz normal ertrinkend…

... mal mit mahnend erhobenem Mittelfinger …

Da hätte man doch wirklich mehr draus machen können als nur Großvater und Großmutter. Jedenfalls versammeln sich rund um die Steine auf engstem Raum viele Buden mit überaus lebensnotwendigen Materialien zur Erinnerung an diesen Ort. Keremel-Bonbons (so schreiben das die Kenner hier) und Karten die Steingruppierungen aus verschiedenen Perspektiven zeigen.

Großmutter habe ich übrigens nicht gefunden. Vermutlich fehlt mir da die visuelle Erfahrung oder die Vorstellungskraft. Nichtsdestotrotz möchte ich von diesem nur vermeintlichem Manko mit dem folgenden Bild ablenken: Wasser. Blau. Ich habe das Geräusch aufgenommen.

Überhaupt. Der Sonntag war ein überaus blauer Tag.

11 Mär 2005

Eigentlich wollte ich ja mein erstes Statement zum Thema Sex und Thailand etwas anders gestalten, aber das hier ist nun echt der Hammer.

Ich habe ja schon einigen Leuten erzählt, dass neuerdings das Nebenhaus von zwei (Südost)Deutschen bewohnt wird, die sich den einen Schlafraum für Privatunterhaltungen mit ihren eben so schnell vorhandenen ThaiFreundinnen teilen. Zumindest einer von ihnen ist recht laut, thumb und beschränkt in seiner Ausdrucksfäigkeit. (Beispiel: normale Menschen sagen am Telefon: “Ok, ich komm gleich rüber und hol dich ab” er sagt “Ok, dann setz ich mich jetzt auf mein Motobike und dann fahre ich los und brauche 10 Minuten zu dir, dann setzt du dich hinten drauf und ich fahre uns dann wieder hier her. Das braucht dann bestimmt auch so 10 Minuten, dann sind wir aber hier.” – Mal ganz abgesehen davon, dass er, als er dies sagte, sich 10 Meter entfernt hinter 2 Hütten befand und sich anhörte als ob er neben mir stünde.)

Gestern abend nun die große Show: Es ist 21 Uhr. Patrick sitzt auf seiner roten Latex-Ledercouch und kuckt einen Film aus der überaus unterhaltsamen “Cube”-Serie (Teil 17 oder 25) auf dem Notebook. Ein Opfer zersetzt sich gerade durch eine Säure, wobei es interessanterweise knapp eine Minute braucht, ehe sie von seinen organischen Bestandteilen als Säure erkannt wird. Plötzlich gellen aus dem Schlafzimmer gegenüber (gellen klingt gut, stimmts?) fünf (!!!) fanatische Schreie im koitiv korrekten Abstand von je 4 Sekunden. “Ooooooaaahh! ... Joooooooooooh! ... Jaaaaaaaaaaaaah! ... Aaaaaaaaaaaaaaaahgk! ... Oooooohhhaaaaaaaaaaaaaa!”

Laut. Nicht etwa wie aus Versehen dem Fenster entschlüpft sondern “als wie ob” direkt neben mir. Sie (die vermutlich teilnehmende Thai) bekundete ihre (vermutlich auch nicht existierende) Freude durch respektvolles Schweigen.

(Hmmm. Wir müssen nun ganz vorsichtig sein, wie wir das sagen.) Also gut. Ich habe ja nichts gegen Leute, die “zu Hause” niemanden abbekommen und sich deshalb ausserhalb der Saison mit ihren Saufkumpanen eine billige Hütte zu zweit mieten um ein paar “Bräute flachzulegen”. So rüde das klingen mag, ich erkläre das in einem späteren Eintrag mal genauer, es bringt Geld für die “verwendeten” Thaifrauen. Es ist auch nicht so, dass hier hinter jeder Prostituierten ein Zuhälter steht, der seine Prozente will, die Thais sind Alleinunternehmer. Es wird im allgemeinen auch von den Angehörigen geduldet, wenn man sein Geld so verdient, denn man verdient damit gut und schafft eine finanzielle Basis für “später”.

Aber: “Ooooooaaahh! ... Joooooooooooh! ... Jaaaaaaaaaaaaah! ... Aaaaaaaaaaaaaaaahgk! ... Oooooohhhaaaaaaaaaaaaaa!”??? Ich finde die Grenzen des guten Geschmacks damit durchbrochen. Wie heißt sowas eigentlich? Exclamavist? Exhibiert hat er ja nichts, nur seine Laute in den Urwald geschickt.

Ich weiß ja, dass ich ne Menge Vorurteile habe. Aber könnte die Welt bitte endlich aufhören, jedes einzelne meiner Vorurteile zu bestätigen?

Danke.

Und wenn er heute Nacht wieder schreit, leg ich alle meine thailändischen Filme ein, schalt auf volle Lautstärke und beschalle ihn.

Pornohütte. Ich bin nicht amused. Nicht mal mehr erheitert.

Mal abgesehen davon dass ich mir jetzt ständig vorstellen muss, wie eine Thai unter ihm liegt, die gerade versucht zu verstehen, ob es ihm gut geht oder er den Abgang macht.

10 Mär 2005

Hmm??? Hab ich was verpasst? Ist schon Wochenende? Ich sitz im “Office” und niemand ist hier. Hmm. Mein kleines Blog kann mir auch nicht helfen, weil die Datumsanzeige noch nicht wieder funktioniert. Hmm…

Ich glaub aber fast nicht, dass schon Wochenende ist. Hab noch gar keine Planung gemacht. Brabbel…

10 Mär 2005

So. Manchmal muss man sich von Altlasten trennen. Ich hab mich heute von 15 Domains und den darunter schlummernden Projekten und Ideen getrennt. Ging schneller als ich dachte. Und vor allem so schmerzlos.

Auf in die Zukunft. Bloggen ist ja so 2004.

PS: Und hier im Blog läuft nun Textpattern in der aktuellen Repoversion, weshalb 90% der Funktionen nicht gehen. Aber Einträge schreiben und Kommentieren geht. Was auch ausreicht.

09 Mär 2005
angepisst, dtsch.; Zustand, den ein Duschender erreicht, wenn er bemerkt, dass sich kein Handtuch auf dem Handtuchhalter befindet und das nächste Handtuch-Repo in einer Entfernung doppelt der Hauslänge zu finden ist.

Heute morgen war ich angepisst.

09 Mär 2005

Echte Helden stecken ihre Hemden und T-Shirts (wenn es denn T-Shirts sein müssen) nicht in die Hose. Soviel nur am Anfang. Aber schauen wir uns doch mal das Cover der Veröffentlichung der Inhaber des fünften Platzes der thailändischen Charts an:

Ja. So sehen echte Helden aus. Verwegen in die Gegend blicken (ich nenne das immer das “wie der Typ aus Der Herr der Ringe, der von Orlando Bloom gespielt wurde, an der Kamera vorbei in die Ferne höchst sinnierend und völlig nicht unintelligent blicken” – Face). Wallendes langes Haar. Freie der Erdanziehungskraft nachgebende Bärte. Sonnenbrillen. Überdeutliche Posen. Jedenfalls denkt man schon, hier zumindest eine Metal-Band vor sich zu haben. (Sie haben sogar sowohl einen Kopftuch- als auch einen Hutträger, das muss einfach eine supercoole Metalband sein).

CD also kaufen und einlegen war nahezu eine Aktion.

Tja.

Hmm.

Ähm.

Wie ich sagte…

Ja, übrigens, der Sänger zeigt im Booklet, dass er beide Hände aneinander legen kann und dabei auf einem Bein stehen kann. Jedenfalls klingt diese Band zuweilen stark nach den Beatles, als sie noch kein Roll im Rock hatten und dann und wann ein bisschen nach Pink Floyd in den frühen Jahren, als sie noch nicht den Moog entdeckten. Also ganz früh. Was man heutzutage nur in Pappschachteln bekommt. Meistens klingen sie aber wie Reinhard Fendrich auf Droge oder die Erste Allgemeine Verunsicherung. Nur eben auf Thai.

Aber manchmal entdecken sie dann doch, dass man einer Gitarre mehr als nur Akkorde entlocken kann. Und Stereo können sie auch (oder sagen wir, den Regler von links nach rechts und wieder zurück schieben).

Hmm.

Übrigens habe ich anhand meiner überaus hilfreichen Buchstaben-Liste eruiert, dass diese Band anscheinend Niaophdawaah (Braten beschimpfen) heißt.

Ist das gar eine Jimmy-Hendrix-Revival-Band?

PS: Ach ja. Ich hätte es wissen müssen. Eine Band in der die Mehrzahl der Members (muaaaaaaaahahahahahah, Fachenglisch, Tschammbtschah) die Hemden (Verzeihung T-Shirts) in die Hosen steckt, kann doch nur eine Schwiegersöhneband sein.

PPS: Leider sind die CDs hier immer zugeschweisst, aber mal ehrlich, 3 Euro für so ein Teil? Für soviel Minuten des Spaßes? Macht doch nichts.

PPPS: Ach ich glaube, ich muss die Leute mal remixen. Mit ein bisschen Drum and Bass kann man da sicher was draus machen.

PPPPS: Sie heißen “nur” Sib-Lor. Was soviel heißt wie “Die zehn Hübschen (Männer)”. Hmm. Ich fand “Braten beschimpfen” besser. Da sollten wir nochmal drüber reden.

08 Mär 2005

Insomnia von Faithless war damals, ich glaube so gegen 1996, eine kleine musikalische Revolution. Endlich wurde der Bass wieder für etwas Sinnvolleres als Eurobeat (Ronnymusik) eingesetzt. Die Rettung kam wie häufig von der Insel. Eine neue Phase der Musik hatte gerade begonnen. Ich frage mich manchmal, was aus C&C-Factory (hießen die Produzenten so?) geworden ist. 10 Minuten-Mixe mit der geradezu manischen Wiederholung einzelner Zeilen in immer bassigeren Variationen. Ja. Was waren wir jung. Wir hatten die ganze Welt in den Händen.

Aber hören wir auf mit diesem Retrogequatsche. Ich stelle fest, dass mein Körper aufgibt. Was genau ihn belastet, weiß ich nicht. Oder ich weiß es und würde es nicht zugeben. Fakt ist, dass ich seit vergangenem Sonntag nur noch aller zwei Tage schlafe. Die Nachtphase dazwischen liege ich hellwach und überfliege verschiedene Themen (die mich otherwise nicht vom Schlafen abhalten könnten). Es hat den Anschein, dass ich in den Nächten da ich schlafe nicht aus Erschöpfung schlafe, dann wäre ich nicht erholt am Morgen. Bin ich aber. Zumindest sagen die Signale das.

Alles in allem wäre es kein Problem, nur noch aller 40 Stunden zu schlafen, wenn ich Bescheid wüsste, dass dem so wäre. Das würde auch die Koordination von Arbeitszeiten und außerberuflichen Aktivitäten mit eventuellen Besuchen überaus erleichtern und weitere Möglichkeiten eröffnen. Da ich diese Phasen nun 4mal durchgemacht habe nehme ich auch an, dass es ein fester Rhythmus werden wird, sich eine Weile so hinziehen wird. Muss ich mir also eine Beschäftigung für die wachliegenden Nächte ohne Besuch suchen. Nur so rumzuliegen, dem grünen Licht der Moskitofalle zu lauschen und auf die befreienden Hahnenschreie zu warten macht keinen Spass. Ich mag Ergebnisse. Progress. Fakten. Entwicklung. Warten und Wiederkäuen ist krank.

Für heute Nacht (bin eben von einem überaus erholsamen 5-Stunden-Schlaf erwacht, kann es also kaum erwarten heute Nacht nicht schlafen zu können) habe ich mir gedacht, ich remixe mal wieder irgendeinen Song. Dummerweise hab ich noch keine passende Software hier. Schade schade. Eine weitere Option wäre übrigens der Besuch einer, ähm, murmel, hüstel, Disko. Ich habe das Gefühl (und das Wissen aus einem vorhergehenden Besuch) dass die Musik da der meiner vergangenen schlaflosen Nächte entspricht, so dass es stromsparend wäre und durch die eher nicht eigenbestimmte Abfolge der Titel eine interessante Erfahrung sein könnte.

(Erfahrene Psychologen würden jetzt einen Zusammenhang aus der musikalischen Explosion in meinem Kopf am Sonntag vor einer Woche beim Besuch ebendieser Disko und meiner Schlaflosigkeit herstellen, da eben dieser Besuch auch den Beginn meiner Schlaflosigkeit darstellt. Aber erfahrene Psychologen gibts hier nicht und die Laienpsychologen (angeführt von mir) ergehen sich in den Untiefen platitüder Miss-Interpretationen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich in Deutsch nie wirklich gut war, weil die Lehrer meinen Interpretationen nicht folgen können? Ich hatte einmal eine 1 auf einen Aufsatz zum Thema “Heimat” unter den die Lehrerin schrieb: “Ich kann Ihren Gedankengängen nicht folgen, glaube aber, dass sie für Sie richtig und stimmig sind.” Wer gar nicht erst versucht, aus seinen eingerosteten Denkpfaden auszubrechen, kann und wird nicht bla bla fasel fasel laber laber…

Jedenfalls kann ich nicht schlafen.

Heute Nacht habe ich übrigens geträumt, dass Michael Oldfield anrufen würde und endlich mal ein Treffen mit mir ausmachen wöllte. Ich, überaus froh und geehrt, sage fast zu, dann fällt mir ein, dass ich hier in Thailand sitze, sage ihm das und er meint, naja, nach Thailand komme er in nächster Zeit nicht. Dann stellte ich fest, dass das Handy sowohl seinen Namen als auch seinen Aufenthaltsort anzeigte, was mit dem SL55 von Siemens so nicht funktioniert und erwachte darüber (mit der Hand und dem imaginären Handy am Ohr. Ein überaus bemitleidenswerter Anblick, denke ich. Mal abgesehen davon, dass der Held meines dritten musikalischen Entwicklungsschrittes erst heute anruft und nicht schon 1991. Allerdings hatte ich damals auch noch kein Handy. Was ich als Erklärung kurz gelten lassen möchte.

Trent kommt auch nicht nach Thailand.

Es hilft alles nichts, ich muss Björn Karllsen wieder treffen.

Ich finde übrigens den Tuff-Mix von Insomnia überaus nett. Nur um den Kreis zu schließen und wieder zum titelgebenden Thema zurückzukehren. Faithless waren eine Befreiung.

PS: Jetzt sind auch noch die Batterien vom MP3-Player leer. Muss ich halt arbeiten gehen.

08 Mär 2005

Nummer 1 der thailändischen Charts ist eine Band namens “Fahrenheit”. Zumindest denke ich, dass das der Name ist, denn das Symbol ist ein als Flamme stilisiertes F und Fahrenheit steht als einziges englisches Wort auf der CD. Ansonsten sind die Bandmembers (yeah, Fachenglisch) in Eis eingefroren. Sehr stylisch, schon dafür haben sie den ersten Platz verdient. Man stelle sich eine Mischung aus “Ich wäre gerne eine Korn-Band”-Gehabe mit leichtem weiblichen Gesang vor. Wobei das Korn-Getue nur manchmal durchkommt. Sonst klingts nach Puschelpop. (Nein, kein Schreibfehler. Hab zweimal nachgesehen). Soweit ich mich erinnere, entspricht die Stimme in etwa der einer Freundin einer Freundin, die “früher” in der wohl geilsten regional erfolgreichen Band sang (und die soweit ich mich erinnere die geilste Breakline eines Songs singen konnte.). Wobei sie manchmal auch wie die Sängerin von Mana klingt. Naja.

Jedenfalls klingt “Ich wäre gerne eine Korn-Band”-Musik mit thailändischem Gesang überaus nett. Im Sinne von “oh. nett. kann man (häh? muahahaha, was war denn das? jedenfalls sagte ich gerade) hören. hmm. klingt nett. (muahahahaha, tschampschah, muahahahaha. was das wohl heißt)”.

Jedenfalls lohnt es sich für diese Band, einen etwas dickeren Bassisten zu haben. Ich kenne da noch ein paar Bands mit dickem Bassisten die erfolgreich sind (ähm, waren. leider).

Nummer 6 der internationalen Charts in Thailand ist übrigens “Die Skorpions”. So. Jetzt dürfen wir alle mal 5 Minuten herzlich lachen.

PS: Hmm. Klang nur die ersten 10 Minuten wie Korn. Danach ist es nur noch Puschelpop (nein, donnerwetter, das ist kein Schreibfehler).

PPS: Tschamptschah heißt übrigens Bahnsteig. Ich hab das nachgeschlagen. Sehr romantisch.

05 Mär 2005

Nein, liebe Leute, so gehts nun wirklich nicht. Es ist hier dunkel wie kurz vorm Sonnenuntergang, es stürmt und der Himmel sieht bedenklich nach langanhaltendem Regen aus. Ich bin ja schon froh, dass ich noch ins Büro gekommen bin, so muss ich nicht in meiner kleinen Hütte hocken und hab einen schnellen Rechner. Aber eigentlich wollte ich ja mal komisch aussehende Steine ansehen.

Soviel zum Thema Planung.

Muss ich halt irgend ne tolle Blogsuchmaschine entwickeln. Wobei Blogs. Naja. Absteigender Ast und so.

PS: Stimmt. Man schreibt nicht “dunkel wie”. Richtig muss es heißen “dunkel als wie da wo”. Ich bitte vielmals um Entschuldigung.

PPS: Es regnet jetzt seit über einer Stunde. Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es “nur ein kleines Unwetter” ist, weil man die Spitze des Berges gegenüber nicht mehr sehen kann. Es hat sich zu einem richtigen Gewitter ausgewaschen. Die Straße ist ein Fluss. Regen und Luft sind kalt. Es ist dunkel wie kurz nach dem Sonnenuntergang. Es donnert (was anders klingt als in Deutschland) und blitzt. Nur der Strom, der ist noch da. Und, was ich nun gar nicht erwartet hätte, die Fenster hier sind dicht.

PPPS: Man kann nun gar keinen Berg mehr sehen. Die Palmenspitzen auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind in den Wolken verschwunden. Koh Samui ist eingehüllt in eine graue Masse. Ist dies das Ende? Wird die Sintflut uns alle verschlingen? Bestimmt nicht, denn Rolands Gärtner Nummer zwei (Roland ist der Cheffe von IT-Zentrum und hat drei Gärtner) klaubt schon runtergefallene Blätter aus den Regenrinnen. Wie auch immer. Das ist hier so wie anderswo. Hat man was vor am Wochenende, regnet es.

PPPPS: Es ist jetzt halb eins und es regnet immer noch. Mich würde dann schon mal interessieren, wer mir das Märchen vom Regen erzählt hat, der hier zwar stark aber nur 10 Minuten fallen soll. Und derjenige, der die Story von “die Regenzeit ist vorbei” gebracht hat, kann gleich mitkommen.

04 Mär 2005
(somewhere) at 9:17 ... Warning power loss detected on UPS tezcatlipoca Power failure on UPS tezcatlipoca. Running on batteries.

Hmm. Ich kann ja mal um die Insel fahren. Oder Tische kaufen. Oder einfach nur in die Gegend starren. Oder was man sonst so mit einem stromlosen Tag anfangen kann.

Update: Marf. Strom ist wieder da. Nichts mit rumstarren

03 Mär 2005

Thailand ist nicht nur in Hinsicht auf die Gestaltung von Internetseiten Entwicklungsland – auch die Mediadaten (Songtitel und Interpreten von Musik-CDs) werden von den “Medienunternehmen” nicht gewartet. Ich habe hier 8 CDs rumliegen, bei denen nur eine einzige beim Einlegen im (von mir verwendeten) Mediaplayer (ungenannten Namens) Ergebnisse in Form von Songtiteln brachte (und das auch nur, weil die Platte auf Platz 1 der Thaicharts steht). Klar. Ich kann das alles selber eingeben. Super. Das Problem ist nur, dass man hier nicht einfach nur Buchstaben auf der Tastatur hat, man muss auch noch Sonderzeichen vor und hinter den Buchstaben einbauen. Ziemlich doof.

PS: Gemerkt? Ich erlerne gerade die Methode Texte ohne Umlaute zu schreiben, was daran liegt, dass meine Thaitastatur immer noch keine Umlaute kann. Aber es wird.

PPS: Nein, ae, oe, und ue sind mitnichten akzeptabel ;)

©2004-2011 Patrick Kollitsch
Auf Textpattern geschmiedet.