Beware of the brick in front of you. Neulich als ich dieses Schild das erste Mal sah dachte ich, da stünde “right in front of you” und fand das ziemlich lustig. Allerdings war es da 5 Uhr morgens und ich hatte nicht unerhebliche Mengen teilweise nicht ganz leichter Drogen konsumiert. Bei Licht betrachtet sieht man dann eine Ansammlung von heruntergefallenen Steinen. Die Geschichte dazu kann man sich selbst zusammenreimen. Bei mir heisst die Stelle “Felsen der fallenden Bäume”. Aus ganz bestimmten Gründen.
Die zynische Bemerkung zum Bild wäre: Oh, den Felsen hab ich vorher gar nicht bemerkt. In Skandinavien machen Sie diese Art von Schildern aber in Braun. Dann beachtet man sie auch eher. The return of the killer brick. Der Movie zum Schild.
Wenn man am Zahltag diesen Batzen Geld…
... in eine Bankfiliale im drei Orte weit entfernten Maenam zu tragen gedenkt um es einzuzahlen, vorher noch schnell nach Hause fährt um Brille, Zähne und andere Extensions zu putzen, dann kann es sich eigentlich nur um eine Frau oder mangelnde Reputation in anderen Bankfilialen handeln.
Dummerweise hing genau über Chaweng (einen Ort weit entfernt) die folgende Wolkenwand…
... mit startendem Regen direkt an der Kreuzung, was den Protagonisten davon abhielt, weiter zu fahren. Soviel (durchnässt, prolliges Geldbündel und drei Orte weit fahren) war ihm die Reputation dann doch nicht wert.
Manchmal merke sogar ich (an besonders klaren Nächten), dass der Fall ins Bodenlose damit verbunden ist, niemals aufzuschlagen. Schönen grauen November auch noch.
Es ist schon erwähnenswert, wenn ich dann doch mal Post bekomme. Mich mag ja niemand und so muss ich mir immer Werbepost kommen lassen, damit mir mal jemand schreibt. Und heute nun brachte der Postbote diesen Brief oben (anklicken, um den Absender zu lesen).
Der Shopblogger schrieb neulich:
“Mr. Hostblogger” Manuel Schmitt verteilt seine Manitu-Kugelschreiber also in alle Welt. Warum sollte ich das nicht auch mit meinen Werbegeschenken machen?
Ich hab natürlich angefragt ob “in alle Welt” ein rhetorisches Ungeschick war. War es wohl nicht. Im Anschreiben steht “Viel Spaß mit den Streichhölzern wünscht: www.shopblogger.de” – Danke. Den werde ich haben.
Ich werde berichten™.
PS: Kleben da zwei Marken schief auf dem Brief?
PPS: Service Offensive mangelt es an einem Bindestrich.
Nun ja, man ist ja nicht mehr der Jüngste und sorgt sich auch dann und wann um die älteren Mitglieder der Bürogemeinschaft. Da ist es schon gut, zu wissen, welche Positionen man nach dem Einbau einer künstlichen Hüfte vermeiden sollte und welche man unbeeinträchtigt weiterhin ausüben kann. Quasi der Kamasutra für die Hüftoperierten. [via Sex! – ein Blog, das ich nur lese, um mein Schwedisch zu verbessern]
Auch Sie können im Alter noch ein erfülltes Sexualleben haben! Geben Sie sich nicht auf!
Beim Durchstöbern meiner Serverlogs bemerkte ich eben, dass immer weniger Besucher aufgrund interessanter Sex-Suchbegriffe auf meine Seiten kommen. Diesem Missstand muss ich eben mal vorbeugend entgegentreten – zumal ich gestern von einem Nichtleser© gebeten wurde, über Sex zu schreiben. Ja. Ich schreibs eben nochmal: SEX.
Thaksin will den Sex abschaffen. Wenn man bedenkt, dass sich die Bevölkerung in Thailand seit 1960 fast verdreifacht hat ein guter Ansatz. Als Erstes muss natürlich aller Schmutz- und Porno-Kram im Internet verschwinden. Wenn die Gedanken rein sind, kann nichts passieren. Man muss Emails schreiben können ohne von blinkenden Thai-Frauen-Vermittlungs-Werbebannern und Hochglanz-Bildern auf komische Gedanken gebracht zu werden.
Im thailändischen Web gibts schon keine Pornos (falls es die jemals gab). Nun wird auch noch bis Ende Dezember angefangen, die Online-Inhalte zu filtern, die an die Browser in Thailand ausgeliefert werden.
Schnell noch bisschen was downloaden.
PS: In Malaysia ist das Ansehen von Sexseiten strafbar (3 Wochen Knast) – sagt der mehr Sex fordernde Nichtleser©. Ich werde berichten.
PPS: In zwei Monaten ist Weihnachten. Irgendwelche Geschenk-Ideen?
Moloko. Wollt ich nur mal erwähnen.
Es ist mal wieder feiertagen angesagt. Diesmal sogar offiziell. Das heisst, weil heute Feier- und Sonntag ist, wird der morgige Montag zum Freitag. Keine Fron. Einfach so abhängen.
Heute jedenfalls ist König-Chulalongkorn-Tag. Chulalongkorn oder Phra Chula Chomklao Chaoyuhua war Rama V. Seine Verdienste für das Land lagen vor allem in seinen diplomatischen Fähigkeiten. Zu seiner Regierungszeit wurden nahezu alle Staaten in Asien okkupiert und kolonialisiert. Nur Siam nicht. Er musste allerdings ein paar Provinzen abgeben um den Unabhängigkeitsstatus zu verteidigen.
Chulalongkorn war der erste König Thailands, der nach Europa reiste, um diplomatische Kontakte zu schließen. (Absolut nebensächliche Nebeninformation: Das erste filmische Dokument eines thailändischen Königs zeigt ihn bei der Ankunft in Bern.) Er sorgte für die Abschaffung der Sklaverei in Siam und richtete das erste Parlament ein.
Am 23. Oktober 1920 starb er, was uns diesen Feiertag einbringt, denn er ist heute einer der am meisten verehrten Thailänder (nur falls man sich fragt, warum nicht jeder Königstodestag ein Feiertag ist). Die erste in Thailand gegründete Universität wurde nach ihm benannt.
Ach und die Ehefrauen: Die Angaben über deren Anzahl schwanken von 36 bis über 150. Auch heute noch darf der König soviele Frauen haben wie er will. Nicht dass er wollte.

Es regnet. Seit vergangenem Freitag eigentlich durchgehend. Früh um 4 fängt es an. Ich weiss das, weil ich bei Regen gut einschlafen kann. Allerdings muss man erstmal wach sein, um einzuschlafen. Und erwache ich nach 3 Uhr morgens schlaf ich nicht mehr ein.
Außerdem hat Mutter Natur mit allen Gewalten einen unheilvollen Pakt gegen mich geschlossen. Ich pflege bei trockenem Himmel aus dem Haus zu gehen und komme klitschnass im Büro an. Mein Arbeitsweg ist 3 Minuten lang. Das nur am Rande.
Jedenfalls hat es heute Nacht sowohl die Auffahrt weggeschwemmt, die aus solidem festgeklopftem Sand gebaut war, als auch ein Stück des Hanges, auf dem mein Haus steht. Mein Haus steht noch und wird auch nicht wegrutschen. Allerdings war das Stück Hang von meinem Moped bestanden das ich mir dann einige Meter weiter unten abholen konnte.
Naja. Jedenfalls sitze ich nun wieder durchnässt bis auf die Knochen (trotz eilig aufgezogener Regenjacke, die absolut wasserdicht (haha) und atmungsaktiv (muahahah) ist. Klar. In Skandinavien sicherlich) und mit laufender Klimaanlage bei gesunden 24 Grad.
(fügen Sie hier bitte einen humoristischen Satz mit Anspielung auf die Vogelgrippe ein)
Die nutzlose Information des Tages ist, dass Thailand 36 Airports hat. Einer davon ist auf Ko Samui. (Bin gerade an einem nutzlosen Nebenprojekt zu Gange)
Gestern wurden im Süden in den Provinzen Pattani und Yala insgesamt vier Bombenanschläge verübt. Es gab dabei nur Sachschaden. Die Regierung in Bangkok ist derweil missgelaunt, weil die Organization of the Islamic Conference (OIC) ein Statement veröffentlicht hat, nach dem der Konflikt im Süden auf religiösen Gründen beruhe. Premierminister Thaksin hatte auch hier wieder einen wohlfomulierten Rat auf der Zunge: Sie sollen den Koran mal lesen.
Die Vogelpest (H5N1) hat in Thailand ihr erstes Opfer seit einem Jahr gefordert. Das hat Premierminister Thaksin Shinawatra heute bekannt gegeben. Demnach ist ein 48jähriger Mann in Kanchanaburi im Nordwesten gestorben.
Die Erklärung wie er erkrankte ist sehr einfach: “The guy was infected with bird flu because he took a sick chicken, slaughtered it and then ate it.” sagte Thaksin. Ich mag es wie er komplizierte Vorgänge einfach rüberbringt.
Frage des Tages: Wie erkennt man, ob ein Farang-Thai-Pärchen auf einem Moped ein Pärchen oder Geschäftspartner sind?
Antwort: An der Geschwindigkeit und der Position der Fahrer.
Sitzt der Mann vorne und fährt er langsam oder sitzt er hinten (dann ist die Geschwindigkeit irrelevant) ist es ein Geschäftsverhältnis. Sitzt er vorne und fährt 50 bis 80, ist es ein Pärchen.
Erklärung: Sextouristen fahren nicht so häufig mit Thaifrauen auf dem Moped in der Gegend rum. Leute mit Erfahrung wissen, dass die irgendwo einen komischen Schwerpunkt haben und auch bei 60 und schräg auf dem Moped sitzend auf dem Rücksitz klemmen bleiben. Ist eine Muskelsache. Die sind trainiert. Und Thaifrauen, die etwas verdienen wollen, nehmen es auch mal auf sich, einen Mann in der Gegend rumzukutschieren. Ich habe noch keinen Thaimann hier gesehen, der hinter einer Frau auf dem Moped sitzen würde.
Nebenbemerkung: Heute morgen war wieder große Abreisewelle auf der Beachstreet. Ich finde es immer wieder Klasse, wie die Thaifrauen das schaffen, so traurig und trotzdem professionell dabei auszusehen. Sitzen die Farangs dann im Songtheaw und ist der um die Ecke gebogen, drehen sie sich um und alles ist wieder gut. Allerdings: Bedenkt man, dass sie sich mit derartigen zwei-drei-Wochen-Beziehungen einen gewissen Freundeskreis aufbauen, der gerne wieder kommt und wieder kommt und auch bezahlt, sieht es schon etwas anders aus. Dumm nur, wenn dann mal zwei oder drei Freunde gleichzeitig auf der Insel sind. Aber große Organisationstalente sind sie sicherlich auch.
So. Soweit ich das jetzt mitbekommen habe, wurde unsere gesamte Siedlung heute Nacht anfänglich ausgeräumt. In meinem Haus wurden “sie” dann wohl gestoppt. Weshalb nichts fehlte. Und es nur chaotisch aussah. Interessant sind hier nur die Kommunikationsläufe. Der (nennen wir ihn mal trotz seiner langsamen Bewegungen) “Wächter” hat meine Telefonnummer und kann durchaus schreiben. Hätte ich nicht die Wäsche heimgebracht vorhin, hätte ich das vermutlich nie erfahren.
Umzug ist angesagt. Da bleib ich nicht.
Der neue Flughafen in Bangkok, Suvarnabhumi, wird eine eigenständige Provinz Thailands. Das ist die Nachricht des Tages für mich. Ich lass das mal so stehen. Ohne Kommentar. Der Flughafen ist ja ein Thema für sich. Sicherlich werden wir alle sehr stolz auf ihn sein, wenn er denn mal öffnet. Ist gleich in der Nähe von Bang Na, wo ich öfters mal verkehre.
Heute ist Ok Phansa. Es ist das Ende der buddhistischen Fastenzeit, die etwas drei Monate lang dauerte. Die Mönche durften in dieser Zeit ihre Klöster nicht verlassen. Ich hatte schon begonnen, mich zu wundern, weil Leute mit dem Essen zu den Klostern gefahren sind und nicht die Mönche zu den Leuten gekommen sind. Jedenfalls durften sie nicht nur ihre Klöster verlassen, sie durften auch ihre Roben nicht wechseln. Nun wissen wir auch, warum sie neulich neue bekommen haben, denn ich möchte nicht wissen, ob man die alten nochmal sauber bekommt nach drei Monaten.
Ok Phansa findet übrigen immer am Vollmond des 11. lunaren Monats statt. Wie wir alle natürlich wissen ist das der Oktober. Der Legende nach begründet sich die buddhistische Fastenzeit auf eine Reise Buddhas in den Himmel, um seine Mutter, die 7 Tage nach seiner Geburt starb zu besuchen und ihr eine Predigt zu halten. Zu Ok Phansa kehrte er zurück.
Für viele Familien ist es ein besonderer Feiertag, weil die Söhne aus den Tempeln zurückkommen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte die ich mir für später aufspare.
Heute war ich mal wieder in der Laundry. Von der Tochter war nichts zu sehen. Dafür haben wir nun endlich Namen ausgetauscht. Der Englischlehrer heißt Bun Ed und die Frau des Englischlehrers La Mam. Nicht dass ich die Namen benutzen würde. Er wird auf ewig der Englischlehrer sein. Nächstes Mal mache ich dann ein Photo. Bestimmt. Wo ich ja so gerne Menschen photographiere.
Heute habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Für mich. Die Gute: In meinem Haus befindet sich nichts, was ein zufällig vorbeikommender Thai-Gelegenheitsbeschaffer auf seinen Gelegenheitsbeschaffungszügen in der Nachbarschaft als mitnehmenswert betrachtet. Diese Strategie nach meinem ersten Einbruch (!! klar, ne?) hat sich bezahlt gemacht. Ich verlasse mein Haus nicht ohne Papiere und allem monetär verwertbaren Kram. Also nicht viel. Ich war mir schon eine ganze Weile ziemlich sicher, dass dieses Vorgehen optimal ist. Bewiesen werden konnte es aber nur durch einen unangekündigten Test, der gestern im Laufe des Tages stattfand.
Die schlechte Nachricht ist übrigens, dass solche unangekündigten Tests nervig sind. Man kommt heim und alles sieht anders aus als zum Zeitpunkt als man ging. Die Wäsche ist durchwühlt, das Bett umgepflügt, die Thailehrbücher umsortiert. Was an meinem Selbstbewusstsein nagt (so noch etwas vorhanden ist) ist die Tatsache, dass meine supercoole Dolbyanlage wohl nicht gut genug für sie war. Aber sie haben ja auch schon den Whisky verschmäht das letzte Mal.
Man schläft schlechter.
Im Süden bringen sich die Leute weiterhin gegenseitig um. Gestern wurde ein Mönch und zwei Jugendliche umgebracht und ein Tempel in Brand gesteckt. Außerdem sind ein Moslem und ein Buddhist erschossen worden. Es vergeht kein Tag ohne Meldungen dieser Art aus dem Süden.
Derweil haben die USA bemerkt, dass es in Thailand Moslems und Probleme gibt und fürchten sich vor Terrorismus aus Thailand.
Wenn die Amis kommen, bin ich raus hier.
In Nakhom Pathom ist ein Truck mit 11.000 Kücken konfisziert worden weil die Kleinen alle Vogelgrippe hatten. So. Toppt das mal mit eurem Toten Huhn in Rumänien, Weicheier.
Premier Thaksin Shinawatra meint ja, Thailand könne mit seinen weitreichenden Erfahrungen in der Bekämpfung der Vogelgrippe regional dienen und der EU hat er auch schon Hilfe angeboten. Da ist schon ein kleines bisschen Ironie dabei. Allerdings sind Thais ironieresistent und nur ich lache.
PS: Grad fällt mir ein, dass die Grillstand-Thai gestern nen Haufen Hühnerfleisch umsonst in die Tüte gepackt hat. Hmmm. Naja.
So many little things followed me, So many little things that bothered me, But I found my answer, From all the chaos that followed me, I have found my answer, I’ve told you before don’t follow me, Because I am not your answer
I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, These are the words I say to myself everyday, I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, Tell me what ritual I should have today, But I’m not alone, I’ve resolved so many things and set myself free
I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, The words I say to myself every day, I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, Such a stupid ritual to have to say to myself everyday, I’m not alone but I found my answer and set myself free, I’m not unhappy
I’m not alone and I’m not unhappy, Not alone and I’m not unhappy, And I’m not afraid, not unhappy, I’m not alone, I’m not afraid, Eleven point two, eleven point two, I’m not alone, I’m not afraid, I’m not alone, I’m not afraid
I’m not afraid. I’m not afraid, I am not alone. I am not afraid. I am not unhappy, These are the words I say to myself everyday, I am not alone. I am not afraid. I am not unhappy, I’m not afraid
And I am not alone. I am not afraid. I’m not unhappy, The words I say to myself everyday, I am not alone. I am not afraid. I am not unhappy, Such a stupid ritual to have to say to myself everyday, I’m not alone but I found my answer and set myself free, I’m not, I’m not, I’m not unhappy.
VNV Nation – Fearless
Der unbekannte Feiertag neulich war übrigens der Neumondtag im Oktober, an dem die Krathin Zeremonie begangen wird.
Bei dieser Zeremonie übergibt man den Mönchen neue Roben am Ende der buddhistischen Fastenzeit. Selbst Konig Bhumipol macht das mit einer prachtvollen Prozession auf dem Chao Phraya.
Eine weitere Etappe auf dem Weg zum Inselkino. Es kommt größtenteils auf den Bass an. Und es leuchtet blau. Nur das Wort Karaoke macht mich ein wenig nervös. Hat 2000฿ gekostet. Quasi Kaffeekasse.
Wenn ich jetzt nur einen Modemanschluss hätte, wäre ich erzürnt.
Neulich hatte ich eine interessante Unterhaltung:
Thai: Na? Freust du dich, dass Khun Anschella nun Präsidentin in Geramany wird?
Ich: Nein.
T: Warum? Die Deutschen haben sie doch gewählt?
I: Die Deutschen haben sie nicht gewählt. Gewählt haben sie eine Partei. Und die stellt, wenn sie die Mehrheit hat, den Kanzler. Die Partei von (die heißt übrigens) Angela hat aber nicht alle deutschen Stimmen bekommen sondern nur die meisten und auch das ist nicht sehr aussagekräftig, weil die meisten Deutschen nicht nachdenken und einfach nur eine andere Partei als die bisher Regierenden gewählt haben.
T: Aber sie wird doch bestimmt Präsident oder?
I: Das wird sich nicht vermeiden lassen.
T: Gefällt sie dir nicht?
I: Nein. Außerdem wird sie nicht Präsidentin, sondern Kanzlerin.
T: Achso. Chancellour. Und Schrodder wird dann wohl Präsident?
I: Nein. Der ist aus dem Rennen.
T: Was bedeutet “Aus dem Rennen”?
...
T: So. Was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Kanzler und Präsident?
I: Der Kanzler regiert und der Präsident guckt wichtig in der Gegend rum und darf seine Unterschrift unter die Papiere setzen.
T: Achso. Bei uns ist Thaksin Präsident und darf alles regieren.
I: Bei uns ist der Präsident nur repräsentativ. So wie bei euch der König.
Böser Fehler!!!
I: Ähm, ich meine, ähm, natürlich ohne gleich ein Gott zu sein.
T: Achso.
I: Ja.
T: Und wen hast du nun gewählt?
I: Niemanden. Weil ich nicht leiden kann, wie die bisherige Regierung sich aus der Verantwortung stiehlt und die restlichen Parteien einfach nur Schmonz sind.
T: Was ist “Aus der Verantwortung stehlen” und “Schmonz”?
...
Inzwischen gibts ja “Die Große Koalition”. Nett. In jeder der zynischen Bedeutungen des Wortes die ich anzubieten habe. In der Bangkok Post stand was von “Chancellour Kohls little girl”.
PS: Ja, ich war auch verwundert, dass sich ein Thai mit mir über deutsche Politik unterhält, aber wenn man Deutsch lernt, beschäftigt man sich auch mal mit Deutschland selber, nehme ich an.
Hmm. Unsereins ist ja nicht mehr der Jüngste und so liegt auf meinem Schreibtisch ein Block mit Notizen zur aktuellen Lage. Nichtsdestotrotz frage ich pro Tag mindestens dreimal “Und was wollte ich jetzt gleich wieder machen.” Ist immer wieder interessant, was der Systemanalytiker von gegenüber darauf antwortet. Heute morgen nun fand ich das Wort ”überdenken” auf dem Block. Alleinstehend. Kleingeschrieben. Schnell dahingeworfen, darauf deuten die flachen Linien des endenden Enns.
Ich weiß nicht genau, was ich überdenken wollte. Da gäbe es ja eine Menge. Hmm. Any Ideas?
Ich beschäftige mich ja derzeit ein bisschen mit Flickr. Da kann man verdammt viel finden. Auch Samui. Die nette kleine Insel. (Quasi als visueller Ersatz für ein paar deprimierte eintragslose Tage – ja, ich kann das inzwischen schon vorhersagen.)
So. Heute war es soweit. Ich habe die Tochter vom Englischlehrer seiner Frau kennengelernt. (Die Tochter der Frau des Englischlehrers? Des Englischlehrers Frau ihre Tochter? Hmm. Naja, seine Tochter dürfte das ja nun auch sein. Irgendwie.) Jedenfalls kam ich wie immer Haa Mong an, um meine Wäsche abzuholen (pünktlich vor dem diese Woche täglich prognostizierten Regenguss). Seine Frau kam mir entgegen, im Schlepptau ihre Tochter und stellte sie mir richtig formal vor, Hände auf ihrer Schultern und nach vorne schieben, “My daughter” sagen und überglücklich grinsen. Ich grinste zurück und sagte Hi. Die Tochter durfte mir dann den Preis sagen, dachte ich wäre ein dummer kleiner Farang und tippte 189 in einen Taschenrechner ein. Ich sagte “Kaojai. Roy Betsip Khaow Bat” was sie heftigst erröten lies.
Übrigens sieht sie überraschend süß aus. Auch wenn sie nicht errötet. Und erwachsen. Da lässt man sich gerne verkuppeln. Das nächste Mal mach ich dann ein Date aus :)
PS: Jetzt wo ich es nochmal überlese: Es könnte sein, dass das wirklich ein geplantes Treffen war, die Frau vom Englischlehrer kann nämlich überhaupt kein Englisch. Woher also bittesehr das “My daughter”?
Ach übrigens war ich neulich mal wieder in Bangkok. Es ging größtenteils darum, gewisse Stempel, die mich als vollwertiges Mitglied der thailändischen Arbeiterklasse erstens ausweisen und zweitens auch im Lande legal rumsitzen lassen vom alten in den neuen Pass transferieren zu lassen. Das letzte Mal ging das ein wenig schief, weil ich nicht wusste, dass man dazu Geld benötigt. Im “normalen” Immigration-Office hätte es geklappt, aber wir sind ja übers BOI im Lande, was das alles etwas exklusiver macht. Und wer aus Goldschüsselchen fressen will, sollte auch das Gold dafür liefern.
Tun wir gerne. Nur hatte ich das letzte Mal kein Geld dabei, weshalb ich nun schon wieder nach Bangkok musste. Leider. Glücklicherweise konnte ich noch ein bisschen Software fürs Unternehmen und mir ein paar neue Klamotten (der entfettete Körper hält nicht mehr alles, was er übergestüpt bekommt) und Schuhe käuflich erwerben, so dass ich nicht vollends umsonst in Bangkok meine Tage und Nächte verbringen musste.
Aber: Was ich ja eigentlich erzählen wollte – das Arbeitsamt, wir Kenner der Materie nennen es gerne “One Stop Center for Visa and Workpermit”, steht immer noch da, wo es beim letzten Mal stand. Ich hab das nachgeprüft. Und die Taxifahrer kucken mich immernoch recht dumm an, weil ich nur die Thanon und nicht die Soi runterbeten kann. Und nun möge man mal einem nicht des Englischen mächtigen Thai in einfachen Worten klarmachen, dass es sich im Norden befindet und man es schon erkennen wird. Mein Fahrer hat dann an jeder Kreuzung angehalten und ich hab ihm gesagt, er solle weiterfahren, iss noch nich hier.
Wie auch immer, ich komme dort an, weiss schon, in welche Schublade ich fassen kann um den Antrag in die Finger zu bekommen, mit dem ich meine Stempel umstempeln lassen kann, fülle ihn aus (den Antrag), lasse mir eine Nummer geben. 28. Jiisip Bet. Das ist wichtig. Hört man irgendwo Jiisip Jet, dann kommt man gleich dran. Ich gehe an meinen Schalter und da sitzt sie auch schon. Die nette Beamtin, die mich beim letzten Mal “Do you feel uncomfortable now?” fragte. Ich fühlte mich sofort wieder komfortable. Sie grinste zu mir rüber. Ich zu ihr. Sie bearbeitete eine Japanerin, stand auf und flüsterte mir im Vorübergehen zu “You are number twentyone”.
Klar. Twentyone. Das ist dann, ähm, ja, Jiisip Ed. Klar. Viel verwirrender als die neue Nummer, die ich mir merken musste war, dass ich sie mir merken musste. Gut, ich war der einzige Farang, der hier ohne Anwalt und sonstigem wichtigtuerischem Anhang aufgetaucht ist, aber das gleich die Leiter hochrutschen lassen, ist ja nicht unbedingt ein Grund. Mal sehen. Ich saß also weiter vor mich hin, bis sie mich mit glücklichem Lächeln aufrief. Ich setzte mich also waiend zu ihr und sie nahm meine Papiere. Dann flüsterte sie mir verschwörerisch zu; “You know? I remember you. You remember me too?” worauf ich nur “Oh yes” anworten konnte. Vielleich etwas zu enthusiastisch weil sie gleich in einen Thaienglischschwall verfiel der in etwa darauf hinauslief, dass sie sich erinnert, dass ich damals kein Geld mit hatte und das ja lustig sei, weil Farangs bekanntermassen immer Geld haben und ich mich überhaupt nicht aufgeregt habe, was nicht unbedingt dem Norm-Farang entsprach. Dann erklärte sie ihren Kollegen, wer ich war, denn alle begannen plötzlich zu schnattern. Wer schon mal in einem Raum voll Behördenthais gefangen war, wird wissen, was ich meine. Jedenfalls prüfte sie meine Unterlagen, bemerkte kurz, dass ich das ja alles schon richtig ausgefüllt hätte und das alles ohne Hilfe, was? Und grinste mich wieder an. Ich grinste zurück und meinte Tschai.
Ok. Mir waren eigentlich alle Mittel recht, um endlich an die dämlichen Stempel zu kommen. Also lies ich mich angrinsen. Dann stellte sie fest, dass ich noch Kopien vom alten und neuen Pass ziehen muss. Ich dackelte also zur Kopierstelle, nicht ohne vorher gesagt zu bekommen “After copy you come back, I take care of you!” Schönschön. Ich lasse mich gerne caretaken, ging also nach dem Kopieren zurück und wurde mit überglücklichem Lächeln wieder begrüßt. “So, you want multiple entry or single?” Ich wollte multiple. Das heisst, dass der geneigte Südostasien-Reisende Thailand verlassen und wieder betreten darf. Und das gleich mehrfach! Schön. “Yes give me you picture!”
Ooops. Das hätte ich eigentlich wissen sollen. Man kann in Thailand keine Fähre betreten ohne nicht sein Passfoto abgeben zu müssen. Und wer hatte keines dabei? Na? Kommt, so schwer ist die Frage doch nicht! Genau. Ich.
An dieser Stelle kommt der Gehilfe unserer Anwältin auf die Bühne. Er taucht von hinten rechts an und sagt “Hallo Herr Kollitsch!” – Er sagte “Hallo Herr Kollitsch”, nicht mister, nicht hi, nicht sawadeekap, nicht khun, nein deutsch. (Kann der Deutsch? Hab ich was verpasst?) Jedenfalls nahm er die Fäden in die Hand, stellte fest, dass ich meinen Antrag korrekt ausgefüllt habe (“Ah, correct, and without help!”) und ich tatsächlich ein Passphoto brauche. Dann diskutierte er kurz mit meiner Behörden-Thai, die mich anlächelte. Und dann sagte sie mir, ich kann ruhig mal ein Passphoto machen lassen gehen, wenn ich welche habe, kann ich wieder zu ihr kommen. Dann lachte sie noch ein bisschen mit ihren Kolleginnen rum, dass der Farang schon wieder nicht alles beieinander hat aber niedlich sei, dass er es alleine versuche und ich begab mich über die Straße in ein mir vom Anwaltsgehilfen gezeigtes Gebäude, um einen Photographen zu suchen. Den fand ich dann auch, lies Photos machen und ging zurück zu meiner Behörden-Thai.
Die nahm das Photo, grinste mich an, sprach “I never was on Ko Samui. I think its beautytiful there.” und grinste mich an. 10 lange Sekunden. In meinem Kopf pendelten die Gedanken in die Richtung “Will sie jetzt eingeladen werden oder was?” und “Give mir meine Stempel, Bitch!” – ich entschloss mich dann schließlich, etwas von viel Verkehr und Touristen zu erzählen und dass es aber ein gooder Place to work sei. Sie lächelte noch ein Stück und begann in meinem Pass rumzustempeln.
Achtung. Jetzt kommts.
Sie stempelte 18 Stempel auf 4 Seiten meines Passes. Und einer (der wichtigste) wurde sogar noch mit einem Hammer reingehämmert, auf dass auch jeder im Großraumbüro sehe und höre, dass da wieder einer legalisiert wurde. Und das alles nur, damit ich hierbleiben darf. Ich versuchte, mich nicht totzulachen. Das gelang mir (Beweis ist dieser Eintrag). Der Gehilfe unserer Anwältin kam dann und wann vorbei und überwachte alles. Dann gab sie mir meinen Pass, meine Unterlagen, ich ging meine Quittung holen und war wieder legal im Lande. Wir kriegen bestimmt ne Rechnung von den Anwälten.
Ich frage mich nun seither, ob sie eingeladen werden wollte oder was das war. Aber Behörden-Thais stehen eigentlich nicht auf meiner Abschussliste. Vielleicht hatte sie ja am Wochenende nichts vor. Naja. Wir werden sehen. nächsten Juni geht das ganze Gelaufe wieder von vorne los. Dann laufen die Aufenthaltsgenehmigungen wieder aus.
PS: Und ja, ich habe die Druckerin wieder gesehen. Sie ist einen Tisch weiter nach links gerutscht. Vielleicht ein Schritt auf der Karriereleiter nach oben?
PPS: Mit diesem Bangkokbesuch habe ich das Kapitel Einbruch beendet. Zumindest in Behördentechnischer Hinsicht.
... wird jedesmal besser. Allerdings auch schmutziger, verautoigter, heißer und nerviger. Was die Busfahrten angeht. Werde mal bei Gelegenheit den Zug testen. Mehr später.
Yep. Ich bin mal wieder in Bangkok. Ich muss mir noch ein paar Stempel aus dem alten Pass im Neuen eintragen lassen. Das geht nur in Bangkok weshalb ich nachher einen klimatisierten Thaibus besteigen werde und das Ritual des Busschlafes vollziehen werde. Und ich fahre nur wegen der Stempel nach Krungthep. Dass das mal klar ist. Und vielleicht wegen Kino und japanischem Essen. Thais lieben japanisches Essen. Sagte ich das schonmal?
PS: Ja, nein, das ist nicht wirklich Version 5. Eher so 4.1 Bugfixrelease. Dafür kommen die Updates in Zukunft häufiger ;)
Es ist so strukturiert.
Nachdem mein Bumbui-Index (die Frau des Englischlehrers) mehrfach meine Bumbui-Reduzierung erwähnte und auch eine größere Bangkoker Tageszeitung diesen Fakt gestern in einem Artikel zur höchsten Inflationsrate in Thailand seit sechs Jahren erwähnte möchte ich mich auch mal dazu äußern. Es ist ohnehin offensichtlich.
Ich bin auf dem niedrigsten Gewicht seit 1997. Titelgebende Zahlenkombination strahlt mich an, wenn ich auf ein Gewichtsermittlungsgerät steige. Nicht dass ich das machen würde. Vor 10 Tagen tat ich es zufälligerweise und stellte fest, dass ich kurz vor meinem Jahresziel Zweistelligkeit stehe. Nun stand. Siehe Titel.
Ist schon schön. Nun merk sogar ich einen gewissen Unterschied zwischen Bildern aus dem Januar und denen von heute. Bei Hochwerten über 120 vor einiger Zeit nette Ergebnisse.
Wer jetzt wissen will, wie man schnell abnehmen kann, möge nach Thailand ziehen, Sex mit vielen wechselnden Partnern haben, sich nächtelang auf Parties rumtreiben, den Tag am Strand in der Sonne verbringen und nie wieder essen. Nimmt er mit dieser Taktik nicht ab, kann er immer noch zu mir kommen (wenn er noch in Thailand ist) und mich fragen, wie ichs gemacht habe.
Nichts dass ichs wüsste. Ich glaube allerdings, dass die Eckpunkte nach Thailand ziehen (Essen, Klima, Lebensumstellung) und psychische Komponenten sind. Und Mehkhong. Und Gewicht habe ich dieses Jahr nur dreimal gemessen.
Und jetzt könnt ihr auch zu lachen aufhören wegen des Springseils im Bild. Ich hatte mir ja versprochen, dass ich “mit dem Training” anfange, wenn ich unter 100 komme. Dummerweise bin ich unter 100. Wir können uns also mit der Schaffung eines attraktiven athletischen Körpers beschäftigen. Das Springseil ist dabei eher eine psychologische Stärkung.
Ich hatte mal einen Sportlehrer, als ich noch klein war. Wir nannten ihn Turnvater Thamm. Er war klein, drahtig und verstand nicht, dass es unsportliche Menschen geben kann. Was mir zu drei Fünfen in Sport verhalf. Eines Tages brach er sich den Arm. Ich war dem Schicksal nie dankbarer als an diesem Tag. Ich glaube an das Schicksal. Wirklich. Die Vertretungslehrerin kuckte mich an, kuckte in das Klassenbuch, wo die drei Fünfen prankten und meinte: “Seilspringen. 60 Stück in einer Minute ist ne Eins. 55 ne Zwei.” Ich sprang. Und bekam ne Zwei. Und ne Vier auf dem Jahreszeugnis. Und im folgenden Schuljahr einen neuen Sportlehrer, bei dem auch Dreien möglich waren.
Das Springseil ist übrigens ne coole Sache: Es hat so eine komische Feder in der Mitte, die beim Durch-die-Luft-Swischen SWISCH macht und dann auf dem Boden knallt mit einem BLONK. Normalerweise muss es dann so klingen, wenn man richtig springt: SWISCH BLONK SCHWISCH BLONK SWISCH BLONK SCHWISCH. Wenn man nicht springt, klingt das BLONK anders und ist schmerzhaft. Was den swischenden Sportler dazu animiert zu springen. Ich liebe edukative Sportgeräte. Sowas hätte es mal früher geben sollen. So Hunde, die hinter einem her rennen wenn man 100 Meter laufen muss.
Oh, ah, Moment: Einmal bin ich 60 Meter sehr schnell gelaufen und hab ne Eins bekommen. Das aber nur weil ich gegen ein absolutes Arschloch gelaufen bin und er irgend ne blöde Bemerkung über mich gemacht hat. Prügeln via Ergebnis ist viel langanhaltender. Erniedrigung eine gute Taktik.
So. Abschließend möchte ich noch eine Bemerkung an mich selbst in ein paar Jahren machen. Ihr könnt schon mal anderswo weiterlesen.
Hey Patrick, falls du das mal liest: Du hast es schon mal geschafft. Hauptsache du verstehst den Absatz mit den wechselnden Sexpartnern so wie du ihn heute gemeint hast.
Heute ist irgendein Feiertag. Ich bin heute morgen nach Nathon gefahren (ein etwas verlängerter Arbeitsweg) und alle Tempel waren übervoll mit Menschen. Die Kinder rennen nicht in Schuluniform in der Gegend rum. Es muss also irgendwas los sein. Mal investigieren.
In Khon Kaen schreibt man übrigens heute, am deutschen Nationalfeiertag (muahah) die Deutschprüfung. Sehr passend, wie ich finde.
Gestern war ich auf der Geburtstagsparty der Freundin meines Chefes. So. In Deutschland hätte ich das nie gemacht, auf die Freundinnensgeburtstagsparty meines Chefes zu gehen. Einerseits war ich die längste Zeit mein eigener Chef und andererseits hatten die Chefs keine geburtstagspartybesuchenswerten Freundinnen oder waren selbst geburtstagspartyunwert oder ich hab nicht lang genug für sie gearbeitet um auf eine derartige Veranstaltung zu kommen. Wie auch immer. Ich war da. Der Alkohol floss in Strömen (zumindest habe ich hinterher das Gefühl) und hier ist der Chang-Bericht.
Chang 0: Was schenken? Was um Himmels willen schenkt man denn der Frau des Chefs. Ethnokram ist äusserst ungünstig bei Leuten, die der Ethnie des Ethnokrams entsprechen (geiler Satz, sorry, der fiel mir heute Nacht (spätnachts) ein und musste leider so genutzt werden, man sollte immer ehrlich mit sich selbst sein) und Bücher sind bei Nichtlesern auch eher als Wurfobjekt in häslichen Diskussionen nutzbar. Ich begab mich also nach kurzer Rücksprache mit verschiedenen Kapazitäten auf dem Bereich der Wünsche junger Thaifrauen auf die Suche nach einem “Baum”. Ich nahm an, dass es um pflanzliche Grossobjekte ging, also Sträucher oder derartiges. Ich verbrachte 2 Stunden damit, nach werten Objekten zu suchen. (Leute, wir haben hier einen Markt für Blühpflanzen in Töpfen. Gibts einfach nicht. Oder doch. Gibts, aber man möchte sie ein paar Wochen aufpäppeln ehe man sie verschenkenswerterweise weitergibt. Also entschied ich mich nach erfolgloser Suche das Risiko der Musikgeschenke einzugehen. Und da ich meinen Chef mag, hab ich ihr letztenendes eine Dreier-Karaoke-VCD von, ähm, einer derzeit überaus gehypten thailändischen Sängerin geschenkt. Ähm, ja, genau, Parn. Man kann den Fernseher nicht einschalten ohne sie vorgesetzt zu bekommen. Nun kann der Chef mit seiner Freundin schöne Abende vor dem Fernseher verbringen und Liebeslieder aus Thailand singen. Haben wir doch Beiden eine Freude gemacht. (Ich trau mich gar nicht, das Smiley zu setzen.)
Chang 1: Ich komm also auf die Party und werde von verschiedenen Thaifrauen mit freudig erregt hochgezogenen Augenbrauen begrüsst. Wir teilen die Party in weibliche (laut, quirlig, airconditioned) und männliche (bierflaschig, verandig, technoblablaig) Gesellschaft. Das war wie früher im Ferienlager bei der Abschlussdisko. Links die Frauen, rechts die Männer. Nur das Bier war neu. Und Thailand als Location.
Chang 2: Mehr Frauen kommen. Wir werden aufgefordert zu essen. Essen ist wichtig, damit wir nicht vom Fleisch fallen. Noch mehr Frauen kommen. Mehr Männer kommen. Ich erfahre interessante Dinge darüber was andere Leute über mich erzählen (nur Gutes) und unterhalte mich ziemlich gut. Ich mag ja Parties so überhaupt nicht. Aber die fing an, remarkable zu werden.
Chang 3: Ich glaube ich habe eine neue Wohnung gefunden. Mal sehen. Später mehr. Ich bekomme bei einigen der anwesenden Leute das Gefühl, sie öfter mit Bierflasche sehen zu müssen.
Chang 4: Ich stelle fest, dass beer yen yen dii maak maak ist und siedle in das Haus (Frauenecke) über, nicht ohne mich gleich dafür zu bestrafen. Thaifrauen mit Alkohol im Blut können sehr offensive (bitte englisch aussprechen) ihre Bedürfnisse vortragen.
Sangsom 1: Hände auf meinen Beinen, weibliche Klänge, zweideutige Unterhaltungen, Hühnerschenkel. Ich bin ja schon froh, dass nur noch 6 Hühnerschenkel übrig waren (könnte sein, dass es keine volljährigen Hühner waren, die Schenkel waren so klein), so konnte ich den Rückfall vermeiden. Und Chilli, der kleine Köter mit dem Kindchenschema (ICH WILL EINEN HUND! JETZT! ODER EIN KIND!) hat auch noch kräftig mit gemampft. (Und ich bin jetzt als hündchenkraulender Softie abgestempelt. Erst mal ein bisschen prügeln gehen.)
Ich glaube, es ist bei einem Sangsom geblieben. Ich bin dann mit zwei Telefonnummern mehr irgendwann gegen halb zwei nach Hause gefahren und habe beim Abschied noch die Worte “When you wake up you will forget me” gehört. Das “you will forget me” scheinen die Thaifrauen hier in der Schule im Fach “Nützliches Farangsprech” gelernt haben. Ich werde mich also wie bei allen anderen Frauen, die das zu mir gesagt haben nicht melden. Das lernt man bei uns in der Schule im Fach “Nützliche Fehlinterpretationen für emotionale Stabilität”.
PS: Mal eine Frage an die Raucher unter meinen Lesern: WIe bittesehr könnt ihr morgens aufwachen mit diesem Geschmack in der Fresse und euch trotzdem wieder einen Stengel reinschieben?
PPS: Ich kann nicht sehr besoffen gewesen sein, ich habs noch geschafft, mein Bett komplett neu zu beziehen.
PPPS: Sie sind auf dieser Seite gelandet, weil sie bei Google nach “erregte Thaifrauen” gesucht haben? Selber Schuld. Schlappschwanz. Porno gibts anderswo. Das hier ist ne Familenseite.