Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Februar 2006

2006

28 Feb 2006
Fresh and clean.

Fresh and clean.

Heute war mein kleiner Hund im Hunde-Hospital. Dort hat der Doc ihn geduscht und geschrubbt und gleich mal gecheckt, was denn nun mit der Haut ist. Wie wir bereits angenommen haben verträgt er kein Hühnchen. Naja, Shih-Tzus sollen wohl generell Hühnerfleisch mit Hautproblemen beantworten und Pokki ist dazu noch allergisch dagegen.

Gut zu wissen. Schade nur, dass so ziemlich alles was er gerne frisst mit Hühnchen versetzt ist.

Wuschelig ist er wieder und er riecht gut. Nicht so pink wie beim letzten Mal. Und ich habe endlich mal wieder ein Schwanzwedeln abbekommen. Nicht so freudig wie der Chef morgens (ich hab ihn ja auch im Krankenhaus alleine gelassen) aber man gibt sich ja mit wenig zufrieden.

25 Feb 2006

Neues aus der Kategorie “Ich hab das ja schon immer gesagt”: Wir werden dieses Jahr tatsächlich Neuwahlen haben. In weniger als 2 Monaten. Denn Thaksin Shinawatra hat gestern das Parlament aufgelöst.

Damit hat die kürzeste Regierungsparodie die ich kenne (die in Deutschland wird noch ein Stück laufen) vorerst ein Ende. Thaksin war ge- und beliebt. Vergangenes Jahr gewann er noch “erdrutschartig” die regulären Wahlen (Manipulation durch Geldflüsse konnten ihm nicht nachgewiesen werden). Der Erdrutsch blieb allerdings nicht stehen sondern rutschte weiter.

Das seit 2 Jahren bestehende “Problem im Süden”, der massive Verkauf von Anteilen seiner Familie an einem halbstaatlichen Kommunikationsunternehmen an einen Konzern in Singapore und das geradezu penetrante Ignorieren oder Verklagen jedes Kritikers haben ihm jetzt das politische Genick gebrochen. Wenn er weiterhin an der Spitze stehen wird (was ich bezweifele, aber man kann ja nie wissen, da ist ne Menge Geld im Spiel und Demokratie in Südostasien kann manchmal für einen Farang unverständliche Auswüchse nehmen) dann nur mit einer minderen Mehrheit.

Thaksin hat einmal gesagt, wenn der König ihm sage, dass er zurücktreten soll, dann wird er seinen Kopf in Demut beugen und zurücktreten. Die Auflösung des Parlaments ist wenig demütig, macht aber einen Neuanfang möglich. Im Dezember hat er schon einige seiner Anklagen gegen seine Kritiker zurückgezogen, nachdem der König in seiner Geburtstagsansprache sagte, dass man seinen Kritikern auch zuhören müsse und sie nicht nur als Feind sehen darf.

Seitdem ging es im Prinzip bergab. Seine Dauerfehde mit Sondhi (der Typ auf der Shampooflasche im Bild nebenan (das übrigens aus der öffentlichen Meinung stammt ;])), der jede Woche Massendemonstrationen in Bangkok hielt und in den vergangenen Wochen angefangen hat, seine Demonstrationen thailandweit zu veranstalten, beschäftigte zuletzt dann sogar die Mainstream-News bei StarWorld TV. Und das soll was heißen. Dort erfährt man normalerweise nur Neuigkeiten über tote Vögel in Deutschland, neue Erkenntnisse über Dianas Tod und nützliches Wissen über Pyjamaparties in Koreanischen Büros.

Wir dürfen gespannt sein.

PS:

SMS-Verkehr eben:

Ich: Thaksin dissolved the parliament!
Sie: Yes. I know. He is selffish. My brother don’t like him.

Soviel zum Thema eigene Meinung haben.

24 Feb 2006

Hat sich eben jemand beschwert, dass hier nichts Neues mehr drinnen steht. Nun, wir haben einen Krieg hier zu führen. Mit dem Netzwerk. Wenn nochmal jemand Netzwerk sagt, kille ihn ihn. Jedenfalls ist dem ganzen Kram schon der Entwicklungsserver zum Opfer gefallen, der jetzt erstmal mit einem netten fröhlichen Windows XP bespielt wird (wehe, du lachst). Dann stehen zwei neue schwarz blitzende Rechner in der Gegend rum, jungfräulich noch weil die Festplatten sich nicht mit der (da ist sie wieder) WindowsXP-Installation vertragen. Und dann noch die Sache mit dem “Ich habe immer recht” und “Das Mac-Notebook zerschiesst uns das Netzwerk”. Aber ich sage mal nichts.

In ungefähr 10 Tagen kommen übrigens “die ganz großen Chefs aus Berlin” auf die Insel (jede Firma die was auf sich hält hat Chefs, große Chefs, richtige Chefs und “die ganz großen” Chefs in Bangkok). Wir werden hier einige Vorkehrungen bezüglich der Einschleppung von Vogelgrippe treffen, sowas gibts bei uns bisher noch nicht ;] und dann muss auch noch entschieden werden wer das Kulturprogramm mit Thaitanz und Mönchen am ersten Arbeitstag organisiert. Ich jedenfalls nicht.

Wer jetzt denkt “oh, da hat der arme Programmierer Patrick nun ein gar unfaires Arbeitsbienen-Chef-Verhältnis von eins zu drei” – MEEEEEEP. Hahaha (oder 555 wie der chaterprobte Thai gerne zu schreiben pflegt): Ich hab das schon kommen gesehen und vorgesorgt. Ab übernächsten Montag werden hier vier blutjunge (20, das ist bei Thais blutjung) Studentinnen aus Khon Khaen als Praktikantinnen arbeiten. Sie werden hauptsächlich übersetzen (Deutsch, Englisch, Thai) wenngleich wir auch annehmen, dass wir mehr Zeit mit dem Erklären der zu übersetzenden Texte verbringen werden. Das gibt bestimmt viel Freude. Wir sind alle schon ganz heiß auf die viele Zusammenarbeit.

Damit ist die Peter-Pyramide wieder zurecht gerückt.

Nichts wirklich Neues also. Wenn man mal vier blutjunge Studentinnen (Thailänderinnen, Frauen) außen vor lässt. Und die Tatsache, dass ich heute ein neues Familienmitglied bestellt habe. Das aber nur am Rande.

(Grüße auch an Suchende. Manchmal stimmen die Suchbegriffe nicht mit dem Objekt der Suche überein. Hier öfters.)

21 Feb 2006

Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal, da muss ich natürlich ausführlicher antworten ;)

@F_A/Holgman: Hamburg. Ist doch klar. Ich glaube das versteht manch ein Inländer eher nicht ;) Bei uns gibts nur Fluten ohne Sturm oder Sturm ohne Fluten.

@Ray: Also. Der kleine Stinker hat mit einer Bierdose geduscht und den Geruch auch nach zweimaligem Duschen (im tierfreundlichen Abstand von einigen Tagen) nicht abgelegt. Außerdem hat er einen Eigengeruch der eine uns beiden bekannte Führungspersönlichkeit dazu brachte ihre Füße odeur-technisch zu checken. Auf das Parfümieren hatte ich keinen Einfluss, ich hatte auch nicht angenommen, dass er so pink wieder rauskommt.

Das mit dem Haare schneiden ist so eine Sache. Ich weiss nicht was und wo ich schneiden kann ohne im was Schlechtes zu tun, so dass das schon ganz gut war, mal einen Fachmann ranzulassen und zu sehen, was man ungestraft machen kann. (Ich weiss, Fachmann ist der falsche Begriff.) Bspw. wachsen ihm die Haare zwischen den Zehen und aus dem Ballen heraus, was ihm einen leicht fluffigen Laufstil und mehrere Rutsch- und Schmutzerlebnisse mit dem auf Fliessen stehenden heimischen Futternapf einbrachte.

Beim Tierarzt sind wir aller zwei Wochen und am Mittwoch das nächste Mal. Beim letzten Mal haben wir bereits seine Haut angesprochen und entschieden, ihm erstmal keine chemische Keule zu spritzen, weil er noch zu klein dazu ist und es erstmal mit Trockenfutter und einer Marke die nicht Cesars oder Pedigree heisst zu versuchen. Wenn (und da es nicht besser ist da) es nicht besser geworden ist, bekommt er morgen neben einer Spritze gegen was auch immer und bunten Pillen gegen Würmer auch noch eine Spritze gegen die Hautprobleme und wird mich vermutlich einen Abend lang hassen (bis ich dann das Futter bringe, das versöhnt immer).

Das mit dem Fell ist übrigens so eine Sache: Ich bringe zur Zeit am Tag eine Stunde am Abend damit zu ihn zu bürsten und zu kämmen. Das ist ein kleines bisschen aufregender als ein (sagen wir mal) “normaler” Hund, weil man diese bedauernswerte Rasse so haarig gezüchtet hat. Und Pokki mag es nicht, was diese eine Stunde schon ziemlich lang für ihn macht. Schon allein aus diesem Grund werde ich es unterlassen ihn zur Ausstellungspussie hochzurüsten und immer schön die Haare kurz halten.

Nichtsdestotrotz, dann und wann muss man zum Friseur. Zu diesem allerdings werde ich vermutlich nicht mehr gehen. Da reicht schon das Verschweigen von der blutigen Tatze.

Und falls ich ihn zu Hause shampooniere (was selten passiert aber manchmal notwendig ist um der Welt zu zeigen, dass seine dritte Farbe weiss und nicht grau ist) dann passiert das mit einem Shampoo für Hundebabies aus der Tierklinik. Keine Sorge.

Übrigens war das das erste Mal seit dem 2. Januar, dass ich Pokki alleine mit Fremden gelassen habe. Das fällt einem dann doch auch irgendwie schwer.

20 Feb 2006
at the dog-coiffeur

at the dog-coiffeur

Pokki ist übrigens nicht im Bild auch wenn der Shih-Tzu auf der linken Seite von weitem aussieht wie er. Kommt er näher, dann sieht man das fehlende weiße Auge.

20 Feb 2006

Gestern wollte ich dem süsstesten Fellbündel seit der Erfindung von Furby mal etwas besonders Gutes gönnen und bin dabei an die und ich versuche das jetzt mal besonders freundlich auszudrücken Grenzen der Tierliebe gestossen. Eigentlich wollte ich ihn nur mal von jemanden duschen und entknoten lassen, der Ahnung davon hat.

Also fuhren wir nachmittags ins sonnige Bophut zum “Hair Dog”. Ich nehme an es ist ein Wortspiel in das ein Hair-Doc hineinspielen soll. Ich fragte ob man ihm nicht auch die Schnauze ein bisschen freischneiden könne, das Futter hängt eher im Fell als im Magen rum und erhielt mein erstes Nein. Das mache man nicht. Nagut. Was solls.

Wir (meine Quelle und ich) fuhren ein bisschen in der Gegend rum und kamen dann nach rund 90 Minuten zurück um ein duftendes Bündel und jede Menge guter Ratschläge zu erhalten. Die Ratschläge wurden an die Quelle gegeben, ich war ja nur der dumme Farang, also beschäftigte ich mich mit Pokki. Ich stellte fest, dass er eine blutige Tatze hatte. Das klingt schlimmer als es war, aber mir als “Hundehalter” kam das schon mal blöd vor, zumal es in den vielen Wortschwallen mit keinem einzigen erwähnt wurde. Auch war der Kleine verdächtig ruhig und entspannt. Er roch als ob er ein Parfümregal abgeräumt hätte, war aber erfreulich weichgespült.

Die Schneiderin meinte dann, wir dürfen ihm kein Halsband umlegen, sollen sein Futter wechseln (natürlich zu von ihr verkauftem), sollten die Tierklinik wechseln (natürlich zu einer mit Verwandten von ihr) und dass er ja der süsseste Shih-Tzu sei, den sie je gesehen habe. Außerdem müssen wir unbedingt zum Arzt denn er habe Hautprobleme. Als sie feststellte, dass ich die blutige Tatze bemerkt habe redete sie nur noch Thai mit der Quelle, ignorierte mich ganz und verschwand dann schnell, nicht ohne uns noch ein Photo einer ihrer Friseurmeisterleistungen (ein Shih-Tzu mit Bart bis auf den Boden und langen Haaren) zu zeigen und zu sagen, so müsse man Shih-Tzus pflegen und mit kurzen Haaren sehen sie gar nicht süss aus (sie hielt uns einen überaus süssen kurzhaarigen Shih-Tzu vor die Nase.

Zu Hause angekommen stellte ich dann fest, dass Pokki einerseit wirklich ziemlich üble Hautreaktionen hatte (das aber eher wegen des Weichspülers), andererseits aber auch an verschiedenen intimsten Stellen plötzlich kahl rasiert war. Was sollte das denn nun wieder? Wenn er jetzt ein Häufchen setzt dann rennt er hinterher rum, als ob die Hälfte noch im Fell klemmt und schüttelt sich und zieht den Hintern auf dem Sand nach und springt im Kreis bis ich ihn dann 5 Minuten hoch nehmen darf damit er merkt, dass alles ok ist.

Ich meine, man geht zum Friseur um sich nen Seitenscheitel legen zu lassen und kriegt ne Intimrasur verpasst. Das muss man alles erstmal mitgemacht haben. Ich werde mir sehr genau überlegen, ob ich ihm das nochmal antun werde.

(Aber schön sauber und weich ist er ja schon.)

20 Feb 2006

Ich brauchte gestern übrigens nicht in den Tempel zu gehen, weil am Samstag nachmittags jede Menge Mönche aufkreuzten, mit Gongs um das Haus liefen und anschließend im Haus Totengebet hielten. Die Geister sind gebändigt und alle glücklich.

Das Auto hab ich inzwischen auch gesehen, es steht bei der Polizeiwache in Ban Maenam. Da kann nun wirklich niemand lebend rausgekommen sein. Wie meine Quelle so meinte: “It is much shorter now.” – und ich fahre wieder mit Helm.

18 Feb 2006

Die vergangene Woche war verflucht. Das war eigentlich allen klar, nur mir nicht. Alles begann mit dem unschönen Ableben meiner Nachbarn am Sonntag (was ich erst Dienstag abend wusste, da wars aber schon zu spät). Aber mal schön statistisch der Reihenfolge nach:

Sonntag
Es ist abends, dunkel und draussen ist erheblicher Rumor, den ich natürlich erst beim Gassi gehen mitbekomme. Es stehen drei Pickups auf der Straßge und mindestens 50 Menschen. Das Haus hinter meinen Nachbarn (ich lebe im dritten Haus in einer netten Reihe) ist hell erleuchtet. Der eilig als Kundschafter vorausgeschickte Hund berichtet von einem Einbruch und der nachfolgenden Erledigung der Bestrafung der Täter in Thaistyle durch herbeigeeiltes Dorfvolk (“broke into house is ok we do everythin already”). Ich halt mich raus (ich verstehe eh nicht, was die sagen) und verschliesse die Tür fortan besonders sorgfältig.

Montag
Abends fällt mir auf, dass ich seit zwei Tagen die Bewohner des ersten Hauses nicht gesehen habe. Nicht dass ich sie je gesehen hätte, der Mann fuhr jeden Tag mit seinem BMW weg und die Frau lief jeden Abend gegen 18 Uhr eine Stunde lang ums Haus. Das war immer sehr scary, so schlurfschlurfschlurf und (zurück)gegrüsst hat sie nie. Alt waren sie auch schon ziemlich (das kann man bei Thaifrauen nie so genau sagen, die meisten sehen mit 37 schon aus wie 50 und den Mann hab ich nie gesehen). Der Groundkeeper meiner kleinen Siedlung legte dann an diesem Abend Steine in die Auffahrt (die kleine Siedlung hat drei Einfahrten und ich nutze immer die neben dem ersten Haus in meiner Reihe) so dass ich mit meinem Moped ziemlich schwer durchkam. Ich kam aber durch, keine Sorge. In der Nacht dann maunzten zwei Katzen unter meinem Haus als ob sie rollig wären und brachten mich um meinen Schlaf.

Dienstag
Es regnete seit Sonntag und so kam es zur üblichen Flut die meiner Meinung nach schwerer weil tiefer als die bisherigen waren. Wir (Pokki und ich) steckten in einer mopedkorbtiefen Überflutung fest (Thais holen mein Moped aus dem Wasser, Dänen retten Pokki) und gelangten nach 3 Stunden nach Hause. Am Abend kommt meine Quelle und sagt mit geheimnisvoll dumpfer Stimme zu mir: “I have to tell you something, the people in the first house …” ”... are dead.” sag ich die Stimmung erheiternd wollen und ernte ein “Why you know?” – Es stellte sich heraus, dass die Bewohner des Hauses am Sonntag einem recht üblen Autounfall erlagen (“much blood, much people”) und man am Sonntag versuchte ins Haus zu gelangen um Papiere für die Polizei zu verschaffen. Das war also der Aufruhr. Ich war dann noch so verwegen von den Katzen und der Einfahrt zu erzählen – das hätte ich mal sein lassen sollen. Jedenfalls bin ich verflucht. Man geht nicht so nah am Haus von kürzlich Verstorbenen vorbei, deshalb die Steine. Und die Katzen sind die unruhigen Geister der Verstorbenen die sich nun an mich gehängt haben. Ich hätte den weitest möglichen Bogen um das Haus machen sollen. Nun jedenfalls bin ich verflucht und sollte möglichst alles versuchen, um wieder rein zu werden: “You see? Rain and Water only because of you!” – Ich mach mich ein bisschen lustig (“I see dead people!”) und ernte verängstigte Tränen “You live alone. No Good!”

Mittwoch
Ich begebe mich an die Überschwemmungsstelle um mein verwaistes nicht funktionierendes Moped zu holen. Es funktioniert immer noch nicht. Ich lasse also Gilbert den Vermieter des Mopeds kommen der etwa einen Liter Wasser rausholt, am Benzin schnüffelt und mir noch mitteilt, dass man in Chaweng nicht tanken sollte (“I lost 3 Motobikes there, they mix the benzoline”). Nach einer Weile startet die Kiste wieder und ich fahre glücklich ins Büro. Die Sonne scheint und Pokki fährt im Mopedkorb mit, lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen und selbigen vom Fahrtwind zerzauseln. Dann springt er nach vorne raus (normalerweise springt er immer zu mir hin, da kann ich ihn noch abfangen) und ich überfahre ihn oder schleife ihn ein bisschen mit. So genau kann ich das nicht sagen, denn das lief alles sehr schnell ab. Da er aber schnell unter einen Holzstapel gekrochen ist und nach eingehender Untersuchung auch keine Brüche aufwies (unsere Tierklinik ist glücklicherweise nur 100 Meter von der Sprungstelle entfernt, das nenn ich mal Glück) nehme ich eher erleichtert zweiteres an. Eigentlich hat er ja eine Vorliebe für todesnahe Erlebnisse (vorzugsweise Ersticken und Überfahren) aber das war natürlich wieder ein aus meinem Fluch resultierendes Ereignis.

Donnerstag
Ich kann nicht schlafen wegen der Katzen aber ansonsten ist alles gut. Oder brauen sich die Wolken nur im Dunklen zusammen? Ich verbringe jedenfalls den halben Tag mit einem störrischen Netzwerk und dem WLAN-Router in den letzten Zuckungen. (Fügen Sie an dieser Stelle einen Satz ein der in intensiv negativer Stimmung darauf hinweist, dass ich seit über einem Jahr predige, dass der Router eines Tages wegen der ständigen Spannungsschwankungen und Stromausfälle den Geist aufgeben wird. Fügen Sie hier eine Anmerkung ein, dass es auch das nächste Mal so sein wird, dass erst für Abhilfe gesorgt wird, wenn es zu spät ist. Fügen Sie hier einen Spruch ein, dass es mir leid tut, dass ich leider nahezu immer Recht habe aber ich habe eben nun mal bei Dingen die ich absolut postuliere nahezu immer Recht, das liegt daran, dass ich Rechthaben studiert habe.)

Freitag
Neben den üblichen Ereignissen auf Arbeit (Notiz an mich: Wahrscheinlichkeit für Tag X = (ME-Faktor * dlastX) / K-Faktor – prüfen!!!) und einem platten Reifen passierte nicht viel. Lag es vielleicht daran, dass ich den hungrigen Katzen abends Futter rausgestellt habe, die weitest entfernte Ausfahrt meiner kleinen Siedlung nutze und plane am Sonntag im Tempel vorbeizugehen und die Seelen der Verstorbenen dort zurückzulassen?

Samstag
Wir werden sehen. Heute ist noch nichts passiert. Am ersten Haus hängt ein Schild “For Rent” ;]

17 Feb 2006
Morning in Ban Maenam (near my house)

Morning in Ban Maenam (near my house)

Heute bin ich mal “etwas früher” auf Arbeit gefahren, weil ich eine bestimmte Sonnenaufgangsthese überprüfen wollte.

Hat alles geklappt (berichte später) bis auf die Tatsache, dass mein Vorderreifen wieder keine Luft hat. Das ist das 5. Mal in drei Monaten. Ab wievielen Malen darf ich mich beschweren?

15 Feb 2006

The Boss

Das ist mein Chef. Er ist so ziemlich auf den Tag genau 51 Jahre alt heute, sieht aber keinen Tag älter als sagen wir mal 50 aus. Er ist Mac-User (das ist wie Windows nur bunt und bewegt und mit Lupe bei den Icons ;]) und spielt in seiner Freizeit die Gu-i-tar-re. Mit beiden Händen. Und er hat ein Blog (khunebi.blogfarm.de) auf dem er seine subversiven Ansichten verbreitet. Das Blog ist auf meinem Server gehostet, weshalb er es unterlässt, mich in irgendeiner Art und Weise zu kritisieren oder zu gängeln. Ich sag immer: Beiss nicht die Hand die dich füttert.

<diabolisches lachen an>Muahahahahahahaaaaahahahah</diabolisches lachen aus>

14 Feb 2006

In welche Richtung fährt der Bus? (Aus einem Intelligenztest für thailändische Erstklässler. Auflösung kommt morgen. Ich habs auch nicht herausgefunden.)

14 Feb 2006

Ich bedauere ja Leute, die auf einsame kleine Inseln schwimmen um ein verlängertes Wochenende zu verleben das dann so verregnet ist wie das Vergangene.

Jedenfalls hat die Regensaison 2006 begonnen :]

Grund genug für den vorbereiteten Farang stumpf in der Gegend herumzustarren und sich fürs nächste Mal mit genügend trink- und lesbarem Geistesgut einzudecken. Der Vorrat von der letzten Lektion war gerade verbraucht (Notiz an mich selbst: Murphy schlägt immer in murphyschen Momenten zu!)

Gücklicherweise gabs genügend Batterien und eine gewisse spielfreudige Kamera. Ergebnis? Naja. Ich würde es mal experimentell nennen. Hier, hier, hier und hier. Und hier. Oder hier (“wobei das das Beste ist”).

PS: Falls nochmal jemand fragt, warum die meisten Häuser hier auf “Stelzen” stehen: Damit man in der Regenzeit den Hund zum Gassi gehen unters Haus fallen lassen kann.

07 Feb 2006

Der kleine Pokki heisst Pokki (Poh (low tone) Kieh (falling tone)). Das ist erstmal ein ziemlich niedlicher Name. Er hat aber auch eine Bedeutung und da diese häufiger erfragt wurde gibts hier nun die Geschichte von der Namensgebung.

Stellen wir uns einen Farang (leicht übergewichtig), eine Thaifrau und eine Handvoll Hund auf dem Boden meines Hauses vor.

Ich: zu Pokki, der damals noch nicht Pokki hieß Butzibutzi!
Sie: You have to give him name!
Ich: Ah! I thought so. Ich mag dümmliches Englisch
Sie: What name you give him?
Ich: I don’t know. Hitler?
Sie: Häh?
Ich: zu Pokki, der damals noch nicht Pokki hieß Hitt – Lärr!
Pokki: keine Reaktion
Ich: Hmm. No. No good name. He don’t like it.
Sie: What name you give him?
Ich: Ehm. I wanted to name my dog all the time “dog”. Insider, wer erkennts?
Sie: Häh?
Ich: zu Pokki, der damals noch nicht Pokki hieß Dock!
Pokki: keine Reaktion
Ich: Hmm. No. No good name. He don’t like it too.
Sie: You have to give him name! Do you like to name him brabbelbrabbel murmelt was unverständliches
Ich: Häh?
Sie: Froggy!
Ich: Häh? Froggy? Like frog?
Sie: Ähm. Or how about Pokki?
Ich: Pokki is better than froggy. He has to live with this name his whole live!
Sie: Yes. What name you give him?
Ich: seufz, zu Pokki Frog – gieh!
Pokki: keine Reaktion
Ich zu Pokki Poh – Kieh!
Pokki: kommt zu mir, schnüffelt an meiner Hand, maunzt

Damit war sein namentliches Schicksal besiegelt. Pokki also.

Pokki ist übrigens eine süße Leckerei am Spieß. Wenn ich mal eine sehe, mach ich ein Photo und wir vergleichen Pokki und Pokki. Angeblich gibt es da Gemeinsamkeiten.

06 Feb 2006

Ich habe ja (weiss nicht ob schon mal hier verlautet) das unsinnige Sammlerprojekt “Samuis Tempel” ins Leben gerufen (schon vor langer Zeit). Auf Samui gibt es laut kostenlos verteilten Karten 28 Tempel, es ist schonmal einer mehr (den ich beim letzten monatlichen “ich habe mich verfahren und fahre solange geradeaus bis ich Meer sehe”-Event gefunden habe. Tempel gibt es also genug. Und ich werde jeden Tempel besuchen und photographieren. Am Wochenende bspw. habe ich die Tempel rund um Nathon “abgehakt”. Neben den eher ärmlichen Tempeln Khon Kharam und Sietavib kann man dort den Tempel Chaeng besuchen. Südlich von Nathon findet man dann mit dem Wat Hin Lad einen der derzeit zwei Tempel auf Koh Samui, die man meiner Meinung nach gesehen haben sollte (darunter ist kein Big Buddha).

Vier weitere Tempel habe ich schon als Photosets eingerichtet, aber mir fehlen noch die Worte und Titel. Mal sehen.

04 Feb 2006

Heimat ist f??r mich an keinen spezifischen Ort gebunden, es ist ein Gef??hl. Ich f??hle mich dort zu Hause, wo ich gl??cklich bin. Und gl??cklich machen mich bestimmte Menschen. Heute geht es doch nicht mehr darum, wo man sich physisch zu Hause f??hlt, sondern wie man es schafft, sein Leben zu synchronisieren mit den Menschen, die einem wichtig sind.

Salman Rushdi in der Zeit und ich habe dem nichts hinzuzufügen.

03 Feb 2006

hrmpf!

Die Subtilität hat Pokki von mir geerbt. Gestern machte er 30 Minuten nach dem offiziellen vertraglichen Outdoor-Häufchen (das auch erfolgte) ein weiteres Häufchen in des Cheffes Büro der sich sehr darüber freute, dass Pokki keine Angst vor Hierarchien hat.

02 Feb 2006

Mit dem Ablauf des heutigen Tages werde ich eine gewisse 2-Monats-Theorie widerlegt haben die ich vergangenen Sommer aufgestellt habe. Hab mich ein bisschen schwergetan mit dem finalen Beweis, aber es sollte ja möglichst sauber und gültig sein. Und mir missfällt gar nicht mal, dass eine meiner sonst immer stimmigen Theorien falsch ist ;]

Wird Zeit eine neue Theorie (diesmal eine wahre) aufzustellen.

02 Feb 2006

Ich will schon seit rund drei Monaten einen ausführlicheren Eintrag über Sondhi und Thaksin schreiben (wer regelmäßig Nachrichten über Thailand liest, weiss, wovon ich spreche) verschiebe das aber (leider) immer wieder. Jetzt allerdings sieht es so aus als ob der große Knall in nicht mehr in so großer Ferne schon mal zu brummen begonnen hat.

02 Feb 2006

Police in Thailand have blocked access to a publishing website promoting an unflattering new biography of the Kingdom’s revered monarch, King Bhumipol.
Our South East Asia correspondent, Peter Lloyd, says in a country where criticism of the royal family is a crime, the authorities claim the website violates national security.
Until now, Thais could visit the webpage of US-based Yale University Press to read about the book everyone is talking about.

Interessanterweise kann man aus Thailand bei Google Thailand die Seite zum Buch noch finden, wird aber beim Aufruf der Seite zu Cyberinspektor (hihi, alles klar) weitergeleitet. Zensur von hinten. Daran sollten die Googler von China sich mal ein Beispiel nehmen.

Cyberclean (sieht aus wie ein Nuke-System) ist der Filterdienst von Thaksin Shinawatra, der uns in Thailand lebende Online-User von Schmuddelkram und kritischen Seiten fernhalten soll.

01 Feb 2006
Orchid Garden in Donsak

Orchid Garden in Donsak

Eigentlich ist der Orchid Garden nicht in Donsak aber wo ist er dann wenn er irgendwo im Nirgendwo versteckt ist? Wenn man aus Donsak heraus nach Surrat Thani fährt (50km gerade aus, geil) findet man auf der rechten Seite ein relativ unscheinbares Schild, folgt einer Strasse und ist da. Ruhe. Keine Touristen. Thai-Food. Blumenkram. Ganz nett. Und wer jede Menge Bilder von Blumen sehen will, sollte sich die ganze Photoserie vom Orchideengarten ansehen.

PS: Tipp an meine Mama. Ankucken.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
Auf Textpattern geschmiedet.