Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Juli 2006

2006

31 Jul 2006

Zwei Begegnungen die ich heute hatte.

Zuerst die Reiseleiterin meines Visaruns heute (ich war mal wieder in Birma/Burma/Myanmar) nach der Hälfte der Reise:

Sie: Now I know where I remember you from. I thought the whole time I know you.
Ich: Yes. I thought too I know you but then I thought it is quite lame to say something like that to a woman.
Sie: You are the lonely guy in the big office at the IT-Complex with the computer!!!

Es stellte sich heraus, dass sie eine der kleinen Schnecken beim Rechtsanwalt gegenüber war. Ich hab ihr dann erstmal erklärt, dass das Büro nun ganz leer steht (man hat so seine Quellen) ich nicht mehr in Lamai verkehre und was ich nun so mache, außer Visarennen. Das gab dann zwei potentielle Aufträge.

Dann fand ich eben im 7eleven einen 20 Bahtschein auf dem Fussboden und hab ihn dem Kassierer gegeben. Der hat erst gar nicht verstanden was ich wollte, er hatte doch schon mein Geld. Als er es dann verstanden hat zeigte er den 20 Bahtschein im ganzen Laden herum und erzählte, dass der Farang ihn abgegeben hat.

Leider hab ich nicht verstanden ob es ein “Der dumme Farang da gibt den Schein hier ab” oder ein “Wow der gibt den Schein ab und behält ihn nicht” war. Aber (Tränendrüse an) wenn dann in 10 Minuten irgendsoein trauriges kleines Mädel rein kommt und seine 20 Baht sucht haben sie einen Schein. Und wenn sie ihn ihr geben sind alle glücklich und ich habe Gutes getan. Und wenn nicht, egal. Ich brauch das Geld nicht. Sollen andere ihr Gewissen damit belasten.

29 Jul 2006

Jupp. Genau. Ich habe tatsächlich eine Weile überlegt, hier in Thailand ein Blogportal aufzuziehen. Portalsoftware gibt es ja genügend und zu den Entwicklern einiger dieser Softwaren habe ich direkte Kontakte, Übersetzer auch. So hätte man die Übersetzung ins Thai und den ganzen Internationalisierungskram, der bei Thai ein kleines bisschen komplizierter ist als nur bei Russisch oder Umlautdeutsch ganz gut koordiniert über die Bühne bringen können. Es gibt ein paar Serverfarmen in Bangkok, die auch gut angebunden sind (sie versorgen den größten Teil der Region mit Servern).

Diese Idee habe ich allerdings wieder verworfen™.

Die Gründe warum eine solche Idee zum Scheitern verurteilt ist sind mannigfaltig. Unter anderem ist Windows in diesem Lande zu stark verbreitet. Das klingt unzusammenhängend aber wenn man die Thais mal am Computer beobachtet merkt man es: Sie nutzen das, was man ihnen vorsetzt. Alle Thais die ich kenne haben einen MSN-Account. Alle Thais die ich kenne haben ein “Weblog” bei MSN-Spaces. Alle Thais die ich kenne wissen nicht, was ein Browser ist. Ok, 5 Thais habe ich schon bekehrt, belehrt und sie kucken mich nicht mehr ausdruckslos an, wenn ich frage, welchen Browser sie verwenden – ein Thai davon nutzt inzwischen sogar einen anderen Browser als den mitgelieferten von Windows.

Auf meine Frage ob sie denn ein Blog aufmachen wollen antworten alle, sie haben schon eins bei MSN-Spaces. Kuckt man sich das dann an verliert man alle Hoffnung. Einen hab ich zu Blogger.com konvertiert.

Gleich nach Microsoft kommt Yahoo. Ein paar User wissen, dass Microsoft “böse” ist und wechseln daher. Allerdings wird nicht evaluiert, was am Markt verfügbar ist, sondern gleich zu Yahoo gewechselt. Warum sollte man prüfen, wenn alle es so machen? Diese festgefahrenen Strukturen zu durchbrechen dürfte schwer bis unmöglich sein. Wenn man sich also “den Markt” betrachtet, dann ist ein reines Bloghosting-Projekt zum Scheitern verurteil.

Ein anderer Vorbehalt den ich gegen Blogs derzeit habe ist, dass diese “Technologie” ja nun nicht gerade die Spitze der Online-Evolution darstellt. Ich finde man kann den Schritt Blog in Thailand auslassen und gleich zu Multimedia-Sites aufsteigen. Mit Kamera- und onlinefähigen Handy sind die meisten ausgerüstet.

PS: Die Mac-Thais sind genauso. Ich kenne leider nur einen, was die ganze Sache sehr verpauschalisiert, allerdings benutzt auch der nur die mitgelieferten Tools (“Browser? Wo seh ich denn, wie der heißt?”).

29 Jul 2006

Seit vier Monaten lebt unter dem Haus ein, ehm, Hirschkäfer oder sowas. Jedenfalls ein fetter Käfer mit Horn vorne drauf (ok, Hirschkäfer haben bestimmt zwei Hörner also ist es ein, ehm, Nashornkäfer). Der fliegt dann Abends aller zwei Wochen gegen die Türe und versucht sich Einlass zu verschaffen. Fu hat ihn liebevoll Chang Noi (kleiner Elefant) getauft was mich nicht daran hindert, ihn wenn er es denn mal bis nach drinnen geschaft hat ganz unmonströs durchs Fenster wieder nach draussen zu befördern.

Wenn Pokki ihn auf der Veranda antrifft, dann spielt er ein bisschen mit ihm rum, versucht ihn zu fressen und spuckt ihn dann kleinlaut wieder aus.

In den letzten Monaten ist Chang Noi von 2cm Länge auf 5cm gewachsen. Eigentlich müsste er jetzt Chang Yai heissen. Das liegt mir aber nicht so ;)

Jedenfalls war er heute wieder auf der Veranda und Pokki versuchte ihn wieder zu fressen. Er spuckte ihn aus und lief über ihn drüber und dabei geschah es: Chang Noi klammerte sich an seinem edelsten Teil fest. Das muss er lange geübt haben denn das hat er ganz professionell durchgeführt.

Pokki bekam plötzlich einen sehr verwirrten Blick und fing dann an, sich um sich selbst zu drehen und unter sein Fell zu schauen. Es zwickte wohl ein wenig. Wenn ich ihm zu Hilfe kommen wollte lief er schamerfüllt davon. Dass er seinen Schwanz so weit zwischen die Beine nehmen kann wusste ich gar nicht.

Jedenfalls hab ich ihn dann nach einer Minute Jagd festsetzen können und vom kleinen Parasiten befreien können. Pokki weiß nun, was seine schwächste Stelle ist.

PS: Dafür hat er heute wieder eine neue Instinkt-Premiere hingelegt und nach dem Häufchen mit Unmengen gescharrtem Sandes um sich geworfen. So langsam wird ein Hund aus ihm.

28 Jul 2006

Ich hab da so eine Theorie was das Gewinnen von Kunden betrifft. Ich nenne es gerne Referenzmarketing. Dass ich nicht gut Kunden anquatschen kann hab ich schon gesagt. Inzwischen hab ich aber heute bspw. 520% meines bisherigen Stundenlohnes (der wie erwähnt eher mickrig war) erreicht – rein aus Freundlichkeit (und der Tatsache, dass ich die Situation nach einigen Minuten ausreichend analysiert und von mir lösbar deklariert hatte). Damit verbunden einige Empfehlungen und ein größerer Auftrag Ende des Jahres. Gut, es waren nur 4 Stunden aber für manchen ist das genügend um einen halben Monat zu überleben. Das gibt mir zu denken.

Sieht klar nach Variante 2 aus.

28 Jul 2006

Um die Ecke gibt es eine Autowerkstatt voller junger Thais. Die stehen gegen drei Nachmittags auf und fangen dann an, Autos in Stereoanlagen umzuwandeln. Es wummert den ganzen Nachmittag. Manchmal auch Abends. Manchmal auch Nachts. Manchmal lassen sie auch nur einfach aus Spaß mal eben einen Auspuff ausbrennen. Das röhrt dann ca. 30 Sekunden lang (mehr brauchen sie nicht) und alle Scheiben klirren. Ich warte noch auf den ersten Sprung.

Und ein Gegenmittel hab ich auch schon. Rammstein. Allerdings hab ich keine so gute Stereoanlage. Und 100 Meter Luftlinie wollen erstmal überwunden werden.

28 Jul 2006

Nakadia ist eine laut Pressetext aus Ko Samui stammende DJing die durch die Welt jettet und wahnsinnig erfolgreich ist.

It has been only 4 years since nakadia changed the catwalk with vinyls and decks. Since then she has developed into one of the most successful female DJs touring the world. Many things have happened in only such a short time and the entire industry is stunned by the unique development of Thai DJ Nakadia. What started more as a hobby out of the love for music seems to be one of the most incredible DJ careers in history now. [aus ihrer Biographie]

Irgendwie kennt sie hier niemand. Macht aber nichts, solange es gut klingt was sie da zusammenscherbelt.

Und was den Catwalk betrifft: Ich habe da Photos gesehen, die auf einem nicht öffentlichen Catwalk geschossen wurden.

27 Jul 2006

Sagen Sie möglichst neutral “So, ab heute trennen sich unsere Wege”

Ich bin jetzt seit acht Wochen “arbeitslos”. Das klingt irgendwie kürzer als es sich manchmal anfühlt. Andererseits ist es eine ausreichend lange Zeit, um endlich mal auf die Reihe zu bekommen, wie es weitergehen soll. “Ich habe da verschiedene Ansätze” sprach der Autor entspannt gelassen und lehnte sich zurück.

Ich wurde schon im Dezember vergangenen Jahres auf unschöne Art und Weise darauf aufmerksam gemacht, dass mein Arbeitsplatz beim Ex-Arbeitgeber nicht von Dauer sein würde und durchaus launenabhängig sowie interpretationsbedürftig war und fing bereits da an, zu überlegen, wie es im vergleichbaren Falle weiter gehen würde. Die Zeit mit den Praktikant(inn)en war nochmal ganz schön (bis auf die letzten beiden Tage, nicht wahr?), dann gings mit Hochgeschwindigkeit bergab. Der erwähnte vergleichbare Fall trat dann (mit identisch schematischem und verbalem (“So, ab heute trennen sich unsere Wege”) Vorgehen) am 1. Juni ein.

Ich war weder verwundert noch geschockt noch sonderlich überrascht und hatte bereits genug angespart um in kein Loch zu fallen. Ein bisschen musste ich mir das Grinsen verkneifen, aber das muss(te) ich mir eigentlich immer. Ich genoss zwei Wochen des gepflegten Alkoholismusses (das lässt das Gesicht so unschön aufschwellen, ein Grund mehr fürs Abgewöhnen) und begann dann die Situation zu sondieren.

Die Leute mit denen ich mich diesbezüglich unterhalten habe waren zum größten Teil interessanterweise erleichtert für mich, vor allem wenn sie die Berichte des vorangegangenen anderthalben Jahres mit verfolgt hatten. Meine Eltern waren (und sind) natürlich äußerst besorgt – das finde ich aber normal in einer Generation die durch die Wende sowohl in existentielle als auch familiäre Krisen geschleudert wurde[1]. Lustig fand ich die häufiger auftretende Frage, ob ich denn nun nach Island auswandern würde, wie ich es immer geplant hatte. Ich kann euch beruhigen, das habe ich immer erst mit dem Alter von 50 geplant und es irgendwie in den letzten zwei Jahren mehr und mehr ausgeblendet und gerade jetzt vergessen. Irgendwie bin ich hier hängen geblieben und kann mir (derzeit) nicht vorstellen, “weg”[2] zu gehen.

Nun aber zur eigentlichen Frage: Wie geht es weiter? Grundsätzlich gibt es da zwei Möglichkeiten.

Variante 1: Angestellt

Mein weiterer präferierter Schaffensweg (hehe, siehe Variante 2) wäre eine Festanstellung als Projektingenieur oder Prozessingenieur. Man mag es kaum glauben aber ich bin durchaus Diplom-Ingenieur (EffHah) für Industrial Management and Engineering. Interessanterweise habe ich mich gleich nach meinem Diplom im IT-Bereich selbständig gemacht und eher im Bereich Qualitätssicherung (für Dräger in Lübeck) und Webdevelopment (für verschiedene Hamburger Unternehmen, hehe) gearbeitet. Es entwickelte sich immer mehr weg vom Ingenieurwesen hin zu verschiedenen IT-Projekten. Wer mich online aus der Zeit zwischen 1997 und 2003 kennt weiß, was ich alles gemacht habe. In den vergangenen 2 Jahren war ich dann Programmierer (in Thailand durch den farbigen Titel Senior Development Engineer geschmückt) und meine projektplanerischen und prozessoptimierenden Fähigkeiten wurden eher unterdrückt, totgelabert und fehlinterpretiert.

Nicht nur deshalb will ich eher im Projektmanagement tätig sein. Ich habe in den letzten 10 Jahren in zuweilen weltweit operierenden Firmen mit erleben dürfen, was die jeweils Managenden als Projektmanagement verkauft haben und genügend optimierbare Ansätze gefunden.

Gerade in den letzten Wochen liest man immer wieder, dass in Thailand qualifiziertes Ingenieur-Personal gesucht wird. Es gibt auch bei jeder halbwegs auflagenstarken Zeitung mit Webauftritt immer ein Projekt in der Art von Stepstone wo man sich als arbeitssuchend oder -bietend anmelden kann. Das bin ich. Es gibt auch jede Menge Stellenausschreibungen die auf mein Profil und meine Wünsche zugeschnitten sind – mich mag nur niemand (ja, bedauert mich mal alle). Das Problem beim thailändischen Bewerbungswesen ist, dass man weder eine Nachricht bekommt, dass eine Bewerbung eingegangen ist noch eine Nachricht, wenn der potentielle Arbeitgeber sich für einen anderen entschieden hat. Das merkt man meistens erst, wenn die ursprüngliche Annonce verschwunden ist. Es ist ein recht unkommunikatives Genre.

Das allerdings ist auf beiden Seiten einer Bewerbung so. Ich habe auch beim Ex-Arbeitgeber feststellen dürfen, dass einige Bewerber bereits auf eine (mehr oder weniger) kurzfristig auf ihre Meldung geschickte Nachricht nicht mehr gemeldet haben (das ist allerdings Hörensagen, diesbezüglich gibt es Mehrmeinungen).

Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass wenn ich mich auf eine Stelle bewerbe und ein Thai sich auf die gleiche Stelle bewirbt eben jener bevorzugt eingestellt wird weil er als Ingenieur rund 1/3 meiner Personalkosten verursacht (mal die ganzen Kosten für Arbeitsvisa und -erlaubnis nicht mit eingerechnet).

Das ist also eine denkbar ungünstige Situation.

Variante 2: Selbständig machen

Ich wollte ja nach meiner unerfolgreichen Selbständigkeit in Deutschland eigentlich kein eigenes Unternehmen mehr sein. Irgendwie fehlt mir das Zeug zu einem guten Verkäufer und als Selbständiger muss man genau das können, um an Aufträge, Arbeit und das damit verbundene Geld zu kommen. Um ein optimales Privatunternehmen zu werden bräuchte ich einen Partner, der sich um die Auftragsbeschaffung kümmern würde und auch schon mal unverschämte Forderungen stellen kann. Ich bin zu brav für “sowas”.

Für die selbständige Existenz bin ich also denkbar ungeeignet. Dazu kommen die ganzen rechtlichen Ecken und Kanten als Ausländer in Thailand. Um ein Unternehmen zu gründen das einen Farang einstellen kann muss man mindestens 2 Millionen Baht (40.000 Euro) pro Farang investieren. Das Geld muss nur wärend der Unternehmensgründung im Land und auf dem Geschäftskonto sein ;) Allerdings konnte ich mit dem mickrigen Mindestgehalt der letzten Jahre bei Weitem nicht so viel sparen. Es gibt allerdings eine Lücke im System (Achtung Sarkasmus): Ein Unternehmen mit mindestens 100 Thaimitarbeitern muss keine 2 Millionen Baht Grundkapital haben um einen Farang zu beschäftigen (und das benötigte Visa und die Arbeitserlaubnis zu beantragen). Dann kann man auch eine “normale” Firma mit 50.000 Baht Eigenkapital (rund 1000 Euro) sein. Dummerweise komme ich auf höchstens 50 Thais die ich in eine Firma stecken kann.

Es sieht also nicht gut aus, was eine Gründung im Lande betrifft. Nichtsdestotrotz gibt es noch die Möglichkeit in Thailand Dauerurlaub zu machen und Aufträge aus Deutschland (und “anderswo”) zu bearbeiten und in Deutschland Steuern zu zahlen.

Und was denn nun?

Ich werde sehen wie meine verschiedenen kleinen Bestrebungen voran gehen. Solange das Geld noch nicht alle ist brauche ich nicht panisch zu werden. Eine Anstellung wäre fein. Ich würde dafür sogar samt Hunden und Freundin nach Bangkok oder Hong Kong auswandern. Es deutet aber schon irgendwie auf Selbständigkeit hin. Leider. Sage ich heute. In ein paar Jahren sag ich vielleicht Zum Glück. Oder gar nichts mehr.

In den nächsten Tagen werde ich mal einige “Geschäftsideen” vorstellen, die ich in den vergangenen Wochen aufgestellt und wieder verworfen habe. Jetzt Thai sein wäre gut…


1 Mir fällt gerade auf, dass man das missverstehen könnte, also mal klarer, deutlicher: Ich kenne niemanden, der nach der Wende nicht arbeitslos wurde und komplett neu anfangen musste und selbst heute noch irgendwie sich abmühen muss, um “durchzukommen”.
2 aus Asien
27 Jul 2006
Homebuilding Thaistyle

Homebuilding Thaistyle

Gerade saß ich im Cafe und genoss eine Latte als beim Hausbau gegenüber der Beton-Truck kam. Ein Kranwagen mit Betonbehälter war schon da, die Säulen sollten aus dem dritten Stockwerk heraus gegossen werden.

Der Fahrer (so um die 35 Jahre alt) stieg erstmal aus und schob mein Moped beiseite. Dann wendete er umständlich und fuhr mit Vollgas an die im Photo dargestellte Stelle heran.

Die Bauarbeiter kamen gerannt (einige sprangen erstmal lachend vom Gerüst) und fingen an, ihn einzuweisen. Dann fuhr er mit Vollgas gegen den Holzpfahl in der Mitte des Bildes. Er rollte zurück und man betrachtete sich lachend das angestellte Unheil. Kein Problem war die abschließende Analyse und er bestieg sein Führerhaus wieder um mit Vollgas rückwärts diesmal genauer in die Richtung des Kranbetonbehälters zu fahren. Das gelang ihm auch und er hing mit zwei Rädern auf dem Behälter und in der Luft. Der angehängte Kran schwankte bedenklich.

Man betrachtete sich das Ganze und lachte. Dann hebelte man den Truck wieder aus seiner misslichen Lage heraus. Anschließend fuhr er erneut mit voller Geschwindigkeit an seinen Bestimmungsort heran und hielt “genau richtig”.

Man begann mit der Entnahme des Betons (sehr lauf, das Cafe leerte sich urplötzlich) und der Fahrer des Betontrucks stand in der Gegend herum und versuchte nicht weiter aufzufallen.

Ich schätze mal, dass mehr als die Hälfte der Fahrer hier nicht wirklich Auto geschweige denn Laster fahren kann. Den Führerschein bekommt man hier nach einer Art theoretischen Prüfung mit anschliessender Praxisprüfung. Die besteht aus einer Slalomfahrt mit einem Fahrzeug. Das Fahrzeug kann ein Fahrrad sein. Fahrschule selbst gibt es nicht.

PS: Ich erwähne mal nicht, dass sie den Behälter dann auch noch zu früh auf gemacht haben und der ganze Beton vor das Haus geklatscht ist.

PPS: Rechts im Bild übrigens die Polizeistation, hehe.

26 Jul 2006

(der Titel is Copyright my Pappa)

Ich hab mir sagen lassen bei einem Großteil meiner Leser ist es jetzt schweinewarm. Kähhähhähhäääh. Das habt ihr davon. Warum sprüht ihr euch auch soviel Lack ins Haar?

Wir haben hier das ganze Jahr durch angenehme 34° Celsius. Und das ist auch gut so.

Viel Spaß beim Braten!

26 Jul 2006

(mal nur die von The Nation Online)

Um es kurz und knapp zu machen: Die drei verbliebenen Köpfe der Wahlkommission wurden heute zu vier Jahren Gefängnis verurteilt weil sie das Wahlgesetz gebrochen haben. Unter anderem wurde ihnen vorgeworfen Thai Rak Thai (Thaksins Partei) bevorzugt behandelt zu haben.

Vasana Puemlarp, Prinya Nakchadtree und Virachai Naewboonnien waren in den vergangenen Wochen und Monaten stark in der Kritik und haben sich mehrfach geweigert zurück zu treten. Zwei weitere Kommissionäre sind von Auslandsurlauben nicht zurück gekommen. Dass die drei verbliebenen nun 4 Jahre hinter Gitter gehen dürfen ist ein überraschendes Ergebnis. Manch einer dachte, dass es mit einer symbolischen Strafe (schon ein Tag Gefängnis hätte ausgereicht, um die Wahlkommission neu besetzen zu lassen) ausgehen wird.

Damit ist das unrühmliche Kapitel Wiederwahl vom 2. April zwar nicht abgeschlossen, aber die 50% der Thais die gegen Thaksin stimmten sind erstmal zufrieden.

Das Urteil kann vor dem höchsten Gericht Thailands noch angefochten werden (das machen sie auch), sie werden aber nicht auf Kaution freigelassen, was ein deutliches Zeichen sein dürfte.

Man darf gespannt sein, wer nun in die Wahlkommission gewählt wird. 5 Posten sind durch den Supreme Court zu besetzen. Mich würde mal interessieren, wie die derzeitige care takende Regierung darauf Einfluss nehmen kann.

25 Jul 2006

[00:39] GrauMeister: ich kuck jetzt bei wikipedia nach. thomas mann war ein typ der sich selbst umgebracht hat und der sohn von dem mann aus luebeck war.

PS: Ach Gottchen. Der hat sich nicht umgebracht. Seine Tochter hats. Und er war der Bruder vom Heinrich. Mist. Irgendein Männlicher Mann hat sich aber doch wohl selbst umgebracht, oder?

PPS: Hah!!! Hier!!! Dings!!! Klaus!!! Yeah! Ich sollte Literatur lehren!

25 Jul 2006

In Bophut (5 km von Maenam entfernt) ist dieses Jahr (in den letzten 6 Wochen) eine extreme Häufung an Dengue-Fieber zu verzeichnen gewesen, sagt der Chef vom Bangkok-International-Hospital hier auf der Insel. Der muss es ja wissen.

Ich dachte immer, dass Dengue nur durch Moskitos übertragen werden kann, aber anscheinend sind auch die Slums durch ihre Verschmutzung arg risikobehaftet.

25 Jul 2006
  • Die Geschwindigkeit und Freundlichkeit der weiblichen Bedienungen bei 7eleven ist umgekehrt proportional zu deren Gewicht.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass männliche 7eleven-Mitarbeiter dem männlichen Geschlecht zugeneigt sind steigt gegen Chaweng an.
  • Die Pickelanzahl ist pro Filiale gleich verteilt. Je weniger Mitarbeiter im Verkaufsraum umso gebirgiger die Gesichter.
  • Die Wahrscheinlichkeit einen Thai im 7eleven anzutreffen der Emmroihasipp (M150) kauft ist 1.
24 Jul 2006

Unser[1] eigener kleiner Raubbau-Skandal hat seine Wellen geschlagen und ist nun fast wieder eingeschlafen.

Es wurden ein paar Thais und ein Farang mediengerecht festgenommen (alles vermutliche Mitglieder einer Motoradbande), zwei weitere Farangs sind auf der Flucht und haben, wenn sie halbwegs intelligent sind, Thailand verlassen. Die Beamten die die Verkäufe erlaubt und unterschrieben haben werden leise in andere Behörden versetzt.

Die verkauften Grundstücke auf dem nicht verkäuflichen Boden bleiben bei ihren derzeitigen Eigentümern, die nun jede Menge Auflagen bekommen werden, unter anderem Naturschutz-Vorschriften und jede Menge Sonderabgaben. Verkaufen dürfen sie das Land nicht und zurück geben werden sie es nicht, denn die Lage ist phantastisch. Man hat einen Rundumblick um die gesamte Insel. Dafür dürften manche “Touristen” viel Geld zahlen. Seit gestern leuchtet auch mein Raubbau-Schloß auf dem Berg hinterm Haus wieder. Eine Woche lang war es dunkel dort.

Auch auf die Grundstückspreise hat der Skandal keinen Einfluss. Das legal zu erwerbende Land auf Samui ist immer noch heiß gefragt und solange es Flächen gibt die sich verkaufen lassen werden diese auch verkauft.

Dass Samui langsam aber sicher zugebaut wird und schon lange keine paradiesische Insel mehr ist habe ich schon öfters geschrieben. Man kann kein Photo schießen ohne nicht irgendeine Baustelle oder jede Menge Stromkabel im Bild zu haben[2]. Inzwischen gibt es allerdings einige Bestrebung seitens der Provinzverwaltung, wenigstens einige Landstriche hier wieder natürlich aussehen zu lassen. Dafür hat die Regierung und die Provinzverwaltung 78,5 Millionen Baht locker gemacht.

Unter anderem will man entlang des Piers in Nathon (das ist der Ort an dem man mit der Fähre vom Festland aus an kommt) in einen Park umwandeln. Das Projekt läuft schon seit einigen Monaten und war ein wenig umstritten (es gab wohl Landenteignungen und die Bewohner Nathons wurden nicht informiert über die Pläne) – inzwischen ziehen aber alle an einem Strang.

PS: Auf Koh Phang Ngan jedoch will man nun keine Grundstücke mehr an Ausländer verkaufen. Das ist auch gut so[3].

PPS: Fu hätte mal fast für einen der drei Farangs gearbeitet. Er wollte wohl ein Gratis-Property-Magazin aufziehen wie man es hier an jeder Ecke hinterhergeworfen bekommt.


1 Ko Samui
2 Jaja, ich weiß: Microaufnahme einstellen ein paar Meter weit weg gehen und die das Objekt der Begierde umgebenden Unschönheiten verschwinden in der Unschärfe.
3 Das hätte man sowieso nicht gedurft, höchstens Leasen geht, siehe Landkauf und -besitz für Ausländer in Thailand (heute um ein paar Fakten upgedated). Man muss mindestens 40 Millionen Baht investieren, um 1 Rai Land für Wohnzwecke zu leasen. Und man muss inzwischen (seit 15. Mai 2006) die Quellen des Geldes nachweisen, ehe man Land kaufen kann und bei jedem Landkauf werden die Eigentümer einer solchen Firma geprüft. Stille Teilhaber dürften damit schnell auffallen und einen Landkauf verhindern.
22 Jul 2006

Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej hat heute ein königliches Dekret unterschrieben, auf dass am 15. Oktober Neuwahlen in Thailand seien.

So.

Jetzt mal kurz den Verschwörungsgenerator anschmeißen: Er hat dazu seit Wochen die Möglichkeit gehabt. Macht es aber heute, nach einer Operation an der Wirbelsäule gestern abend von fünf bis neun, welche die gesamte Bevökerung in Panik versetzt hat. Die Wats waren überfüllt und allerortens war man um ihn besorgt. Es geht im aber zunehmend besser. Nun erst unterschreibt er die Neuwahlen.

Hmm.

Und schon geht der Verschwörungsgenerator wieder aus.

Hey! Wir haben Neuwahlen im Oktober. Oktober erinnert mich irgendwie an die SED.

22 Jul 2006

Kein Erdbeben nirgendwo[1]. Trotzdem hats gewackelt. Kein Laster ist nicht vorbeigefahren[2]. Was noch sein könnte ist, dass die Autostereoanlagenbauer um die Ecke ein neues System getestet haben. Manchmal bauen die Verstärker in die Auspuffanlagen ein, dass es klingt als ob man sein Ohr an das Auspuffende eines Formel1-Wagens hält (abzüglich der Verbrennungs-Schmerzen). Und dies hier war nur so ein Rütteln im Boden, eine Vibration. Die Risse und panische Hunde hab ich aber als Beweis.


1 Ich bin mir der falschen Semantik durchaus bewusst, wollte aber unbedingt mal sowas machen mit einem Satz da wo es doppelt falsch negiert ist.
2 Ja ich weiß, aber es macht doch sooo viel Spaß!
22 Jul 2006

Nur fürs Protokoll: Falls es eben gerade in der (geographischen) Nähe ein Erdbeben gab, dann hab ich das gespürt. Der Boden hat gewackelt, die Wände haben neue Risse, die Hunde sind schreiend nach draußen gerannt.

19 Jul 2006

Demnächst (man verwende einen möglichst schwammigen Begriff, wenn man das genaue Datum nicht kennt) wird ein neuer UN-Generalsekretär gewählt.

Auch Thailand hat einen Kandidaten im Rennen, Dr. Surakiart Sathirathai, seines Zeichens unter Anderem care takender stellvertretender Ministerpräsident, care takender Kulturminister und stellvertretender Parteichef von Thai Rak Thai. Das wäre der erste UN-Generalsekretär aus Asien. Selbst Thaksin unterstützte ihn wortgewaltig.

Als vor einigen Wochen die USA dann “signalisierten”, dass sie einen asiatischen Kandidaten unterstützen wollen, war ganz Thailand (ganz Thailand? naja, vielleicht die politisch interessierten Thais) freudig erregt.

Dummerweise haben die USA (und auch das schnöde Germany) einen Kandidaten aus Indien abgenickt. Ja, Indien liegt auch irgendwo in Asien.

Nun mag man sich wundern, warum ich diesen Eintrag ohne ein schlechtes Wort über Thaksin schreibe. Ganz einfach, für den Schachzug Surakiart als Kandidat zu erwählen bewundere ich ihn sogar. Es wird gemunkelt, dass die Kräfte innerhalb von Thai Rak Thai die gegen ihren Parteiführer arbeiten von Surakiart angeführt werden. Unter anderem trafen sich am Sonntag sieben Kabinetsmitglieder zum Gespräch, woraufhin Thaksin gleich panisch eine “geheime” Notsitzung einberufen hat.

Mit Surakiart auf einem Posten weit weg von den Hebeln die Thailand bewegen hätte Thaksin einen seiner mächtigsten Gegner kalt gestellt. Sun Tsu in Vollendung. Das scheint ja nun nicht geklappt zu haben.

18 Jul 2006

Gestern gab es ein Seebeben in der Nähe von Indonesien. Das ist nichts Außergewöhnliches. Es bebt hier öfters mal. Diesmal allerdings wurde eine Welle ausgelöst die an der Küste von Java aufschlug und mehr als 200 Menschen tötete.

Die News gestern abend lauteten so:

Thailand spared!

“Thailand Monday remained unscathed from a powerful earthquake, which sent deadly two-metre-high wave to Indonesia’s Java Island.” [The Nation]

Inzwischen sind die Berichte zum Thema weniger skandalträchtig und nüchterner. Leider gibt es (noch?) keine Berichte, was das neu installierte und hoch gelobte Warnsystem geleistet hat. Ich denke, es hat versagt.

Die Insel Java ist sehr ungünstig gelegen in Bezug auf die Gebiete, in denen die See- und Erdbeben regelmäßig auftreten.

18 Jul 2006

Ich: Boah! Thats boring! She cries since 20 minutes and they play that stupid song all the time. We know now that she is unhappy. They can make a sequel where she is crying. What happens? She cries and cries. Thats so boring my brain hurts! Argh!
Warizaya: (empört) Feeling!!! Pat!!! (Pause) Feeling!!!

Morgen dann mehr zum Thema Thaisoap.

PS: Die hat wirklich eine halbe Stunde lang geheult.

16 Jul 2006

Am Mittwoch konnte man im Staatsfernsehen in den Nachrichten einen längeren Bericht über Samui sehen. Unter anderem wurden Erdrutsche, kahle Stellen auf den Bergen und zwei Gebäude auf dem Gipfel des Berges hinter meinem Haus gezeigt. Seit rund einem Monat denke ich im Dunkeln immer, ein Flugzeug kommt über den Hügel geflogen, es ist aber nur ebendieses Haus, das festlich beleuchtet wird.

Sonst ist der Berg/Hügel (467m hoch, was sagt man da?) dunkel. Das ist auch gut so, denn das Gebiet ist Schutzgebiet. Waldschutz und Wasserschutz. Wenn ich das richtig verstanden habe. 34,000 Rai (1 Rai = 1.600 qm) von den 150,000 Rai die Samui an Grundfläche hat ist geschützer Wald. Trotzdem ist es Leuten gelungen, Grundstücke dort zu erwerben. Größtenteils unter der Vergabe von Geschenken an Ministerialbeamte. Es sind sowohl lokale als auch ausländische Property-Companies in den kleinen Skandal verwickelt. Da diese aber “mit nationalen Politikern Golf spielten”, haben sich wohl die lokalen Behörden gefürchtet, dagegen vorzugehen. Hierarchie ist immer noch das Wichtigste.

Interessant finde ich dabei die Tatsache, dass es auf Samui 280 Firmen (259 ausländische und 21 Thaifirmen) gibt, die sich mit Landerschließung und -handel beschäftigen.

Inzwischen hat man festgestellt, dass das nicht das einzige Grundstück ist, das illegal einen Besitzer bekommen hat. Gestern morgen flog der Umweltminister mit einem Hubschrauber das Gebiet ab (ich den Hubschrauber beim Gassi gehen knattern gesehen und mich gewundert, seit wann sie Rundflüge anbieten) und stellte dabei fest, dass auch noch Palmen und Bäume illegal gefällt wurden.

Nun werden alle Eigentumsverhältnisse auf Samui und Phang Ngan geprüft. Harte Zeiten für die Eigentümer. Und für die Beamten in den entsprechenden Behörden. Denn die werden auch gleich noch geprüft. Irgendjemand muss das ja abgenickt haben.

Mehr dazu in den News:

14 Jul 2006

Der Wasserbüffel-Bulle auf der Wiese neben meinem Haus ist rollig und muh-schreit den ganzen Tag herum. Die Wasserbüffel-Kuh auf der Wiese hinter dem Haus ist auch rollig und antwortet das Schreien des Bullen.

Pokki rennt den ganzen Tag auf der Veranda von einem Ende zum anderen und bellt beide an.

13 Jul 2006

In den News machen derzeit zwei Briefe die Runde. Einmal ein Schreiben vom Care takenden Premierminister Thaksin Shinawatra an Bush und einmal dessen Antwort darauf.

Thaksins Brief an Bush (Hervorhebungen von mir)

Office of the Prime Minister,
Government House,
Bangkok.
23 June B.E. 2549 (2006)

Dear Mr President,

I write to you on the basis of my high personal regard for your leadership to explain the current political situation in Thailand, where I recently assumed responsibilities as caretaker Prime Minister. It is my goal to prepare the best possible democratic path for the next government following new national elections this fall.

There has been a threat to democracy in Thailand since early this year. Key democratic institutions, such as elections and their observance of Constitutional limitation on government, have been repeatedly undermined by interest that depend on creating chaos and mounting street demonstrations in Bangkok as a means to acquire political power that they cannot gain through winning elections. Having failed to provoke violence and disorder, my opponents are now attempting various extra Constitutional tactics to co-opt the will of the people. If our democratic institutions prove strong over the next several months, these too will be unsuccessful.

On April 2, my Party, Thai Rak Thai, won a convincing majority in countrywide elections. Having led Thailand’s government for over five years and won decisive victories in two previous national elections, I was confident of strong popular support and the voters confirmed the view. My political opponents because they know they would again lose, boycotted the April elections and left the political situation in Thailand in deadlock. With the imminent celebration of the 60th Anniversary of our King’s coronation, I would not responsibly allow this political stalemate the mar this historic occasion. In order to restore calm so that preparations for the royal celebration could proceed, I stopped aside to take a leave of absence, assigning my Deputy Prime Minister with acting executive responsibilities.

In keeping with their independent status, Thai courts have since annulled the April elections on technical considerations and ruled that a new national vote be scheduled, probably in mid October. Most objective observers believe that my Party will again receive the people’s mandate to form a government. In the meantime, I could not allow my country to drift without leadership. Our ongoing war on terror must be prosecuted, our economy must be managed, and the basic functions of government must be carried out. For these reasons, I have heeded the calls of many Thais – both within my Party and among the oppositions as well – to resume an active role as caretaker Prime Minister.

During this period, I want to assure you that I will take steps to help got the country ready for free and fair elections, and to work to shift the national debate from one that is emotionally charged to one that reasonably discusses the central questions of Thailand’s future, including whether the country’s political governance will be decided through the ballot box or in the street. The answer to that question, Mr President, will have an important impact on the future course of democracy in Asia. I know that your agree with me that the rule of law and Constitutional order in Thailand and in Asia more broadly must prevail over demagoguery and mob action.

Finally, Mr President, please accept my enduring confidence that the relationship between Thailand and the United States, based on shared democratic values and vital national interests, will only grow in the months and years ahead.

Yours sincerely,
(Thaksin Shinawatra)
Prime Minister of Thailand

Der Bush hat ihm darauf 10 Tage später (grins) geantwortet.

THE WHITE HOUSE
WASHINGTON
July 3, 2006

His Excellency
Thaksin Shinawatra
Prime Minister of the Kingdom of Thailand
Bangkok

Mr. Prime Minister

Thank you for your letter, and your optimism about the road ahead in Thailand. The United States has watched events in your country with some concern, and as an ally and a friend it is my sincere hope that all parties can find a way forward that respects the great achievement of Thai democracy and sees a fully vested government up and running in Bangkok as soon as possible.

Our two nations’ friendship remains strong, and I appreciate your assurance that our good cooperation on issues of vital importance to us both will continue, Free and open political systems can be unpredictable, but the Thai people are resilient and Thai democracy is strong, and I know that your country will emerge from the current situation with a renewed focus on that which makes Thailand great.

Sincerely,
George W. Bush

Ziemlich nichts sagend und, ehem, diplomatisch.

Nun geht es natürlich heiß her in der Öffentlichkeit, denn einerseits hat Thaksin wieder ein mal von seinen Gegnern geredet ohne sie zu benennen (zuletzt bei der Rede neulich in der er sagte “ein Mann mit Charisma außerhalb der Konstitution” arbeite im Hintergrund gegen ihn. Für diese Behauptung hat er bereits eine Klage wegen Majestätsbeleidigung am Hals). Andererseits ist das wieder ein Beispiel dafür, wie er die Mittel die ihm als Premier zur Verfügung stehen nutzt um das Ausland zu desinformieren.

Die meisten Medien im Lande gehen davon aus, dass im Oktober keine Wahlen stattfinden werden da Thaksin das zu verhindern weiß (auch in seiner Rede: “Ob die Wahlen überhaupt stattfinden steht noch gar nicht fest.”). Die PAD[1] hat innerhalb von drei Tagen beschlossen, dass sie ihre Demonstrationen gegen Thaksin wieder aufnimmt (Montag), nicht vor Regierungsgebäuden demonstrieren will, um gewaltsame Unruhen zu verhindern (Dienstag) und lieber doch nicht demonstriert (Mittwoch), weil sie die Situation nicht in den Griff bekommen können.

Einige thailändische Analysten verkünden schon, dass es Aufstände geben wird (seit 1933 gab es Änderungen in der Staatspolitik immer im Zusammenhang mit Unruhen und Militäreingriffen. Allerdings hat Thaksin alle wichtigen Militärposten mit seinen Freunden besetzt. Wie das ausgehen wird, kann man sich also schon denken.

Inzwischen wird Thaksin mit dem Tode bedroht (“meine Gegner haben Geld in einen Topf geworfen um einen ausländischen Killer anzuheuern”) und mit massivem Militäraufgebot bewacht. Das hält ihn nicht davon ab, sich vor hunderte von Kameras und Mikrofonen zu stellen und Entscheidungen zu verkünden und dass er nicht furchtsam ist. Allerdings hat sein Oberkörper an Umfang etwas zugenommen und er läuft nicht mehr im offenen Hemd herum sondern im komplett geschlossenen Anzug, da scheint dann doch eine schusssichere Weste drunter zu stecken.

In einer Nebennote: Der Seine Majestät König Bhumipol ist diese Woche beim Joggen gestürzt und hat sich eine Rippe geprellt und einige Blessuren davon getragen. Nichts Schlimmes sagen die Palastquellen. Die PAD hat allerdings das als Grund genommen, um erstmal nicht zu demonstrieren, damit er sich nicht aufregen muss, sagen sie.

Allerdings hat das alles nichts zu sagen. Demonstriert werden soll am Freitag und bis dahin kann es noch dreiviermal vorkommen, dass die Stimmung hochkocht oder jemand irgendwas entscheidet oder doch demonstriert oder nicht wird. Wir werden es sehen.

Das Interessante an der Situation für mich ist, dass man das Ganze immer noch als Demokratie bezeichnet.


1 Peoples Alliance for Democracy
10 Jul 2006

Thailand steht bei den Briten an der ersten Position wenn es um Un-, Über- und andere ungünstige Fälle geht die im Urlaub auftreten können.

British tourists heading to Thailand face the highest risk of suffering traffic accidents, theft or food poisoning, a survey has said. [via BBC]

Ich weiß gar nicht, was die haben. Bei mir wurde seit über einem Jahr nicht mehr eingebrochen. Allerdings bin ich auch nicht im Urlaub hier…

10 Jul 2006
The long waiting

The long waiting

  • Soosie hat die Tradition eingeführt, nahe des Futters zu schlafen. Könnte ja außerplanmässig was kommen.
  • Pokki spritzt 4 Palmen und einen Blumentopf auf seiner täglichen “Ich bin jetzt ein Mann”-Tour an und fällt beim Beinchen heben auch fast nicht mehr um.
  • Soosie wiegt wieder 1100 Gramm, ist aber noch zu leicht für ihr Alter und darf zweimal am Tag fressen.
  • Pokki bekommt weiterhin pinke Schleifchen mit Herzchen in den Zopf gebunden – dafür beginnt sein Haar endlich zu wachsen, an manchen Tagen sieht er sogar ganz angenehm aus.
  • Soosie pinkelt nachts erst und schreit dann, dass sie raus will. Es wurde daher ein Käfig angeschafft den sie aufgrund einer Auffangschale gerne bepinkeln kann.
  • Ins Haus hat sie seither nicht mehr gepinkelt.
  • Mein Schlaf nachts wurde nach ausgiebigen Verhandlungen von 3,5 auf 4,5 Stunden erhöht. Länger hält die Kleine es nicht ohne Spielen aus. Pokki ist ziemlich genervt und beteiligt sich nicht am frühmorgendlichen Spiel.
09 Jul 2006

Klasse. 5 Wochen die Sonne gemieden und fast wieder weiß geworden und dann _ein_mal raus zum Hundeimpfen – rot. Wird Zeit, dass die Regenzeit kommt.

08 Jul 2006

Neulich gingen innerhalb einer Woche zwei meiner drei “Außenlampen” kaputt. Da sich niemand anderes dafür interessierte dachte ich mir, als Ingenieur kriegst du das sicher auch selbst hin. Ich bin ja fürchterlich clever (stellen Sie sich hier einen vollschlanken Autoren vor der sich mit dem rechten Zeigefinger gegen die rechte Augenbraue tippt) und weil sich meine Energierechnung im letzten Monat verdreifacht hat weil ich von zu Hause aus arbeite kaufte ich drei Energiesparglühbirnen mit je 8 Watt, was laut Packung 60 Watt entsprechen sollte. Philips. Deutsche Qualität. Ich bestieg heute morgen also todesmutig die Verandabrüstung, entschraubte die Laternenhüllen, wechselte die Glühbirnen und verschraubte alles wieder. Dem Ingenieur ist nichts zu schör. Beobachtet wurde ich von einigen Thais die lustige Bemerkungen zum dicken Farang (farang uan sanook maak mai krap) machten und meine Probleme mit dem Lösen einer der Birnen kommentierten. Ich lies mir nichts anmerken und vollendete die Mission projektplangemäß.

Jetzt leuchtet mein Haus mit 8 energiespar-Watt. Das ist ungefähr das Dreifache des bisherigen Nachtlichtes um mein Haus herum wie ich nach der Installation feststellen durfte. Auf meiner Veranda ist Tageslicht.

Ich habe mich entschieden mir nichts anmerken zu lassen und so zu tun, also ob das mein Plan war.

08 Jul 2006

In unserer kleinen Reihe “How to survive in Thailand” heute ein Ratgeber zum Thema DVDs. Man kann auf jeder Beachstreet der Insel DVDs in Massen kaufen. In der Regel kosten die 100 Baht pro Stück (rund 2 Euro), bestehen aber auch nur aus dem Inlet für die DVD-Hülle und der DVD selber. In der Hochsaison kann man “10 DVDs für den Preis von 9”-Rabatte heraus handeln.

Von den DVDs selber gibt es meistens drei Qualitäts-Versionen, je nach Alter des Filmes.

Ist der Film gerade erst heraus gekommen, kann man davon ausgehen, dass es sich um einen schlecht aus dem Vorführraum heraus abgefilmten Streifen handelt. Das Bild ist blaustichig. Die Soundqualität ist hundsmiserabel, in einigen Filmen hört man dem Vorführer beim Entschleimen der krebsbefallenen Lungen zu (es scheint immer der selbe zu sein) und die Klimaanlage geht ständig an und aus – dann kann man den Filmton ganz vergessen. Ist der Film eine Komödie, kann man die Zuschauer lachen hören (in Thailand wird gerne während des Filmes gelacht, gesprochen, gegessen, getelefoniert), ists ein Horrorstreifen, kreischen die Frauen ständig. Der Beginn des Filmes fehlt in der Regel und irgendwie schafft die Kamera es im Verlaufe des Filmes ständig nach links oder rechts zu kippen oder sich auf unscharf zu stellen. Manchmal sieht man Schattenrisse von Köpfen im Bild. Ich nenne diese Version gerne die Klimaanlagenversion. Das ist kein Vergnügen.

Ist der Film ein paar Wochen alt kommt eine zweite Version auf DVD heraus die eine qualitativ hochwertigere Version des Filmes beinhaltet die meistens irgendwo aus dem Netz gezogen wurde oder aus einer Version stammt, die Synchronisationsfirmen zur Verfügung gestellt wurden oder eine Version für Vertriebe oder Wettbewerbskomitees ist. Hier allerdings kann es passieren, dass die DVD nach 10 Minuten stecken bleibt, weil sie schlecht gebrannt ist oder am Film herumgeschnippelt wurde und entscheidende Szenen fehlen. Im schlimmsten Fall sieht man aller 10 Minuten “for your consideration” quer über den Film gedruckt.

Es vergehen ein paar weitere Wochen und die offiziellen DVD-Versionen der Filme kommen heraus. Thailändische Filme kommen meistens zeitgleich mit der Kinoversion auf DVD heraus. Internationale Filme brauchen zwei bis drei Monate. Die Kopien die es von diesen DVDs gibt sind vollwertige DVDs für den asiatischen Markt mit mehreren Sprachversionen, korrekten Untertiteln und Klasse Sound. In der Regel werden 1000 DVDs produziert, 100 davon werden teuer in Boxen verkauft und der Rest landet in den Movieshops am Straßenrand.

Die beiden ersten Versionen eines Filmes haben neben der schlechten Qualität auch noch das zusätzliche Risiko einer schlecht gebrannten DVD die entweder 90 Minuten lang rumruckelt oder ganz stehen bleibt oder bei der die Tonspur bis zu 5 Sekunden hinter oder vor dem Bild her ist.

Wie nun aber erkennt man die bessere Version im DVD-Shop? Ganz einfach. Am Cover. Die Klimaanlagenversion hat meistens ein Cover bei dem sich ein Raubkopierer künstlerisch zu schaffen gemacht und seine eigenen Vorstellungen eines Covers mit aus dem Internet heruntergeladenen Promobildchen verwirklicht hat. Die Netzversion hat dann meistens die tatsächlichen Filmplakate abgedruckt. Auf beiden der eben genannten Versionen steht auf der Inlet-Rückseite als Sprachversion Thai Stereo und Englisch Dolby Surround drauf und als Filmlänge 97 Minuten ;) Die dritte Version hat die Hülle mit dem offiziellen DVD-Design und korrekten Angaben zum Film. Man muss also nur kurz zu amazon.com gehen und mal nachschauen, welche Version man möchte.

Wenn man die Händler nach einem Film fragt und eine DVD in die Hand gedrückt bekommt ist es immer empfehlenswert an der Stelle an der er gekramt hat zu prüfen, ob es mehrere Versionen gibt. In 50% der Fälle wollen die Leute die alten Versionen los kriegen.

Die Frage nach der Legalität möchte ich mal so beantworten: Ich kann die ersten beiden Versionen nicht nur aus qualitativen Gründen nicht empfehlen. Bei der offiziellen DVD-Kopie weiß ich nicht, ob es die normale Vorgehensweise ist. Ich kenne einige Movieshops die bestehen seit ich auf der Insel bin. Illegal kann es also nicht wirklich sein. Und die “richtigen” DVDs in Bangkok mit Plastikhülle kosten meist auch nur 30 Baht mehr.

Und noch ein Tipp zum Schluß: Nie am Straßenrand kaufen, immer in Shops die ein “Ladengeschäft” haben. Die gibt es meistens nach einer Woche noch, wenn man mal reklamieren will. Meistens (zumindest auf der Beachroad in Chaweng) steht ein kleiner Tisch an der Straße und in irgendeiner Nebenstraße ist dann eine größere Auswahl. Noch ein Tipp: niemals im Movieshop in Bophut kaufen gehen. Die verzählen sich beim Bezahlen (zu ihrem Gunsten natürlich) und haben eine Schrott-DVD-Rate (Ruckeln, Hänger, Soundspur fehlt) von 50%.

07 Jul 2006

Die Website von Thai Rak Thai (der Partei des guten Thaksins, was ich jetzt so unarrogant wie nur möglich zu sagen versuche) blockt neuerdings Besucher aus Thailand. Unter http://www.thairakthai.or.th/ bekommt man entweder eine blanke Seite oder einen 403er (Access forbidden) angezeigt.

Glücklicherweise sind deren Webmaster nicht allzu begabt und man kann die Seite unter http://www.thairakthai.or.th/index.asp immer noch sehen.

Vielleicht sollte ich mich mal bewerben. Als Webmaster. Nicht als Premier. Ist klar.

07 Jul 2006

Manchmal kommt mir mein Leben wie eine Komödie vor. Dann muss ich lachen.

Vor einem Monat hatte ich schonmal eine Infektion im linken Ohr. Die war nach 7 Tagen “vergangen” und seither gings mir ganz gut. Nun schwoll es wieder, das linke Innenohr. Diesmal ist alles dicht und ich höre eigentlich nur noch rechts was. Die Welt ist ein bisschen nach rechts gerückt. Das ist wenig lustig, zumal die Behandlung damals recht teuer (für Thaiverhältnisse) war.

Allerdings bin ich ja total clever (stellen Sie sich hier einen vollschlanken Autoren vor der sich mit dem rechten Zeigefinger gegen die rechte Augenbraue tippt) und habe mir eine kleine Karteikartendatenbank meiner Krankheiten in Thailand gebastelt und genau notiert, wie wir damals die Schwellung behandelt haben. Die Karteikarte hab ich dem Apotheker meines Vertrauens gezeigt (manchmal finde ich es wirklich schade, dass ich nicht schwul bin) und siehe da, ich habe die Hälfte gespart. Die Antibiotika haben wir convenient von zweimal 250 Milligramm Ciprofloxacin auf einmal 500 Milligramm gewechselt und so muss ich diesmal nur zwei Tabletten verschiedener Glücklichmacher zu mir nehmen.

Nichtsdestotrotz mach ich mir ein bisschen Sorgen, warum ich neuerdings so anfällig füllig für die kleinen Mistkröten bin. Dürfte Psychostress sein…

07 Jul 2006

“Und da kann es nicht angehen, dass eine Technologie wie MP3 hier in unserem Deutschland entwickelt wird und dann iPod kommt und daraus in China ein Gerät produzieren lässt. Was hier erfunden wird, sollte auch hier produziert werden. Das schafft Arbeitsplätze im Lande.” [irgendein grauhaariger Dummkopf eben auf Deutsche Welle TV]

Und ich mag auch nicht, dass die so ein komisches Deutsch sprechen. Sprech-ähn. Guh-tähn Ahh-bähn-Dt und so weiter. So schlimm reden nicht mal Thüringer.

06 Jul 2006

Ich: Hmmm. I am getting old.
Sie: Yes. I know.

Pause.

Ich: That would be the moment where you have to say “No, you are young and in the best years of your life”!
Sie: Ok.

Pause.

Ich: Hmmm. I am getting old.
Sie: Yes. I know.

06 Jul 2006

Schuld ist eines der mich weniger begeisternden Konzepte des Christentums. Da wird erwartet, dass die Menschheit Schlechtes tut, damit jemand kommen kann und für die Schulden der Menschheit einstehen kann. Ohne diese selbsterzeugte Notwendigkeit eines Erlösers wären alle christlichen Religionen obsolet. Im Buddhismus ist es anders. Es ist wie es ist und der Sinn des Seins liegt darin, mit dem was man hat zurecht zu kommen. Es muss kein Schuldiger für die Misstände des Lebens gefunden werden, weil für die Lösung des Problems nur interessant ist, was (Fakten, Vorgänge) zu einem Problem geführt hat, nicht wer und warum (Motivation). Einer der Gründe warum “fernöstliche” Philosophien erheblicheren Einfluss als christliche Philosophien auf erfolgreiche Business-Strategien haben ist dieser lösungsorientierte Ansatz.

06 Jul 2006

Zur Zeit macht folgende Mail die thailändischen Mailinglisten unsicher:

What is your japanese name?
Take each letter of your name and substitute it with the japanese sound to the right of the letter. Names might be kinda long.
A-ka; B-tu; C-mi; D-te; E-ku; F-lu;
G-ji; H-ri; I-ki; J-zu; K-me; L-ta;
M-rin; N-to; O-mo; P-no; Q-ke;
R-shi; S-ari; T-chi; U-do; V-ru;
W-mei; X-na; Y-fu; Z-zi

Gut. Nokachi Shikimime Memotata Kichiarimiri. Bis zum Nokachi würde ich ja noch mitgehen. Klingt ein bisschen wie ein Pokemon-Charakter.

05 Jul 2006

one

31 ist eine Primzahl, sogar eine Mersenne-Primzahl[1]. Das sollte doch was heißen, oder?

zwölf

Ich habe den Geburtstag meiner besten Freundin vergessen. Normalerweise vergesse ich nur den Geburtstag meines besten Freundes. Entweder heisst das ich werde alt oder es verteilt sich über die Jahre einfach besser. Jetzt heisst es den achten August nicht aus den Augen zu verlieren. Oder wars der zweite?[2]

dirtyone

Watching the painter painting
And all the time, the light is changing
And he keeps painting
That bit there, it was an accident
But he’s so pleased
It’s the best mistake, he could make
And it’s my favourite piece
It’s just great
[Kate Bush An architects dream]

zero

Die Erkenntnis des Tages ist, dass es auch im Buddhismus die Hölle gibt. Eine Wiedergeburt in einer Existenz aufgrund Miss-Handlungen in vergangen Leben/Existenzen.

666

All of this for you
[Nine Inch Nails – The great below]

yeah

join the celebration.

Step into this room and dance for me
Step into this room and dance for me
Come on, baby, dance for me
Come on, come one, dance for me
Step into this room and dance for me
[Madrugada – Step into this room]


1 ach komm, zwei hoch fünf(was selbst eine Primzahl ist) minus eins, ist doch klar
2 Ich weiss, dass es der Achte ist. Glaub ich.
04 Jul 2006

Dass man für ein bisschen Aufregung nicht weit fahren muss, zeigt mir der heutige Abend wieder einmal. Vor rund 2 Stunden gab es einen heftigen Schusswechsel zwei Ecken weiter am 7eleven. Von meinem Haus aus klang das wie ein kleines Feuerwerk. Nach einer halben Stunde auf dem abendlichen Fu-Heimweg durfte ich dann feststellen, dass nicht jedes Feuerwerk der Unterhaltung dienen muss.

Auf meiner Soi lag ein Motorad inmitten einer Blutlache. Das ist nichts besonderes in meiner Gegend abends. 200 Meter weiter auf der Ringroad allerdings war eine Ansammlung von Pickups quer über die Kreuzung verteilt. Zuerst sah es nach einem Unfall aus, aber keiner der Pickups war irgendwie gegen einen anderen gefahren. Ein paar Scheiben waren kaputt und bei genauerem Hinsehen sah man dann auch in den noch existenten Scheiben Einschusslöcher. Ein paar Polizisten versuchten sowas wie Ordnung in den Verkehr zu bringen (vergeblich).

Die Schaulustigen konnten auch nicht viel mehr sagen als dass das Moped in meiner Soi mit der Sache zu tun hat. Es ist besser bei solchen Ereignissen ersteinmal nichts zu wissen. Das Polizeiaufgebot jedenfalls war überdurchschnittlich. Da scheint jemand gründlich aufgeräumt zu haben. Ich bin gespannt was meine Quellen morgen zu sagen haben. In den englischsprachigen Zeitungen wird man nicht viel lesen darüber, das verstört nur die Touristen. Mal sehen was die Thaiblättchen schreiben. Veröffentlichenswert ist es auf jeden Fall, der zermatschte Mopedfahrer neulich, der unter einen LKW gekommen ist (nur wenige Meter vom heutigen Tatort entfernt) wurde ausführlich behandelt.

04 Jul 2006

Am Wochenende machte ich einen kleinen Trip nach Malaysia. Als nichtangestellter[1] Ausländer in Thailand muss man das Land kurz verlassen, um beim Wiedereinreisen ein neues Visa zu erhalten. Das hatten wir ja letztes Jahr schon zur Genüge. Rund um diese Visaruns hat sich eine richtige Tourismusindustrie gebildet und hier auf der Insel findet man aller 200 Meter einen Travelshop mit Visarun-Plakat in den Fenstern. Ich werde also in den nälchsten Jahren mal die verschiedenen Anbieter durchtesten ;)

Für dieses Mal hatte ich mir vorgenommen einmal Malaysia in Angriff zu nehmen. Laos, Myanmar und Singapore hatten wir ja schon mal. Aus der Fahrt in die Todeszone für ein gutes Stück Sensationsjournalismus wurde allerdings nichts. Wir fuhren zu einem kleinen Grenzübergang in Satun. Hier besteht zwar auch der größte Teil der Bevölkerung aus Muslimen (67,8%), die Unruheregionen aus den täglichen Nachrichten sind aber an anderen Orten zu finden[2].

Früh am Morgen um 4:15 (kein Problem für mich aufzustehen, weil ich eh von Soosie die ganze Nacht wachgehalten wurde) wurde ich von einem erschreckend altem Songtheaw abgeholt und in rasendem Tempo nach Nathon zur Fähre gebracht. Angekommen sind wir dort trotzdem erst halb sechs, weil ständig Farangs (interessanterweise mittelalte Männer, keine einzige Frau, niemand auch nur annähernd in der Nähe meines Alters) zugeladen wurden. Nach der üblich langweiligen Fahrt auf der Fähre (schlechtes Wetter, nicht mal den Sonnenaufgang konnte man sehen) wurden wir in einen Bus gepackt der gen Grenze raste. Im Bus wurden schnell die Papiere ausgefüllt (“Beware that death penalty for traficking drugs is set in Malaysia” stand auf den malayischen Einreisepapieren. Ich entschied mich vorerst nicht mit Drogen zu reisen) und gegen Ende der Fahrt im Befehlston (eine Britin spielte Reiseführerin, das war mir neu, bisher bin ich mit Thais gereist) die Ankunftszeit im 5 Minuten-Takt durchgegeben.

Gegen zwölf kamen wir an der Grenze an. Man stellte fest, dass ich einen Tag zu lang im Lande war (huch, ich dachte der “erste Tag” wäre frei), ich wurde zu einem freundlich umständlichen Grenzbeamten gebracht, der meinen Pass von vorne bis hinten durchblätterte und feststellte, dass ich einen neuen Pass hatte (irgendwie fehlte das ursprüngliche Visa von vor der Umwandlung zum BOI-Jahresvisum). Dann meinte er auf Thai zu mir, so lange wie ich schon hier sei, könne ich bestimmt schon ein bisschen Thai. Ich meinte “phom kautschai maak kwa phuut phaasa thai krap”[3] – hatte meinen Stein im Brett und die langsame Vorgehensweise wurde durch schnelle effektive Stempelei ersetzt. Alledings sprach er dann auch nur noch Thai mit mir. 500 Baht ärmer durfte ich über die Grenze schreiten, loggte mich in Malaysia ein, ging ums Grenzhäuschen herum, loggte mich wieder aus, ein Iman begann zu predigen, ich lief zurück nach Thailand und betrat das Land als zufriedener Tourist wieder.

Ab in den Bus, die letzte Fähre erreicht (die vorletzte hätten wir geschafft wenn der Busfahrer nicht ein dringendes Bedürfnis verspürt hätte) und nach Hause.

So ein Visarun ist ziemlich langweilig und unereignisreich. Ok, ich habe einen Alligator im Grenzfluss gesehen. Und jede Menge Thais und Malayen, die Visaruns machten (einmal um eines der Grenzhäuschen herum und zurück ins jeweilige Land)[4]. Aber ansonsten war es ein vergammelter Tag.


1 Yepp. Man ist wieder auf dem freien Arbeitsmarkt verfügbar.
2 Was in der Wikipedia ganz nett beschrieben wird: “Trotz der religiös geprägten Unterschiede heiraten malaiische Moslems und Thai-Buddhisten ohne Probleme. Dies führt zu einer ethnischen Gruppe, die man Samsam nennt, so viel wie Mischlinge. In Satun gibt es – im Gegensatz zu Pattani, Narathiwat und Yala keine starken separatistischen Tendenzen.” (Wikipedia, Stand 03.07.2006)
3 Ich verstehe mehr Thai als ich sprechen kann.
4 Die vier nördlichen Provinzen Malaysias Perlis, Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter thailändischer Verwaltung. Die drei heutigen Südprovinzen Thailands Narathiwat, Yala und Pattani bildeten bis 1909 das Königreich Pattani. 1909 ließen sich die Engländer auf der Malaiischen Halbinsel nieder und die Grenzen wurden neu sortiert. Aus diesem Grund ist die Bevölkerung stark durchmischt und viele Familien leben und arbeiten auf beiden Seiten der Grenze. So zumindest erkläre ich mir den starken Grenzverkehr, den ich beobachten durfte. Mal sehen, ob mir jemand was anderes erzählen kann.
©2004-2011 Patrick Kollitsch
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