Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Februar 2007

2007

28 Feb 2007

Eben ist der stellvertretende Premierminister und Finanzminister der Übergangsregierung Pridiyathorn Devakula zurück getreten.

Er hatte ja schon während der Somkid-Geschichte mit Rücktritt gedroht. Als Grund gibt er nun unüberwindbare Differenzen hinsichtlich der Finanzpolitik mit dem Premierminister Surayud an und erwähnt die Somkid-Sache auch noch einmal. Er sagt, dass die Regierung von bestimmten Medien beeinflusst werde und in derem Sinne handelt.

Als Reaktion auf den Rücktritt sind gleich einmal die lokalen Aktienindizes in Aufregung und befinden sich im freien Fall.

Pridiyathorn war ursprünglich sogar für das Amt des Premierministers im Gespräch.

28 Feb 2007

Die Herren im Bild oben werden aller zwei Monate lobend in verschiedenen Zeitungen erwähnt. Erst schrieb man, dass sie Vertragsverhandlungen mit Sony aufnehmen wollen, dann schrieb man, dass sie Vertragsverhandlungen aufgenommen haben (mit Sony) und dann hatten sie tatsächlich einen Plattenvertrag (mit Sony) unterschrieben.

Herren? Nun, ja, Herren. In früheren Berichten schrieb man immer, es handele sich um der Welt einzige Ladyboy-Band. In den letzten Berichten heißt es dann schon, es wäre die erste Transgender-Band der Welt, weshalb ich annehme, dass es sich bei “Venusflytrap” inzwischen um eine gemischtgeschlechtliche Band handelt.

Im Dezember ist ihr Album raus gekommen. “Visa for love”.

Die Band hat sogar schon ihre eigene MySpace-Seite (mit jeder Menge Material) und eine offizielle Seite bei Sony Thailand (wenn deren Server mal nicht gerade ausgefallen ist).

28 Feb 2007

Hin und wieder befinden sich unter den täglichen durch unnatürliche Ursachen getöteten Personen in Thailand Ausländer. Darunter ein amerikanischer Teenager, der sich zwischen zwei Wagen eines Zuges in Ermangelung einer Klimaanlage heraus lehnte, um sich abzukühlen und dann bei voller Fahrt von einem in die Strecke hängendem Hindernis herunter gerissen wurde (Stichwort “freak accident”) oder ein Sachsen-Anhaltiner, der wegen Pädophilie festgenommen wurde und nach einigen Tagen mit aufgeschnittenen Pulsadern in seiner Zelle aufgefunden wurde – als Todesursache wurde allerdings ein in den Mund gestopfter Sockenballen ermittelt, an welchem er erstickte.

Bei solchen Fällen reagieren die Medien, Politiker und die Polizei im Lande immer sehr sensibel und sind bemüht, die Fälle schnell zu lösen und “Schuldige” zu präsentieren (siehe auch die schnelle “Auflösung” des Mordes im New Hut vergangenen Januar).

Am Wochenende nun wurden in Pattaya (wo eigentlich regelmäßig Farangs auf verschiedene Art und Weise umkommen – einer der Gründe, warum ich da noch nie war) zwei russische Touristinnen erschossen.

Sie reisten am 16. Februar mit einer russischen Reisegruppe ein, setzten sich ab und sind seither auf eigene Faus in Pattaya unterwegs gewesen. Dort sind sie durch einen Streit mit einem lokalen Liegestuhlvermieter aufgefallen (welcher als erster Verdächtiger herhalten durfte) und wurden dann Samstag morgen tot in ihren Liegestühlen aufgefunden. Der Parkplatzwächter eines benachbarten Ressort hatte Schüsse gehört. Vor dem Mord wurden sie zuletzt in einer Bar gesehen, wo sie sich mit zwei russischen Männern unterhalten haben (die als zweite Verdächtige herhalten durften). Der Mord wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, allerdings ist der Täter nicht zu erkennen. Er ist relativ groß und hat eine Figur, welche die Polizei zuerst zu der Aussage hinreißen ließ, es könne ein ausländischer Täter sein, denn die Statur passt nicht zu einem Thai.

Alles in allem tappt die Polizei allerdings im Dunkeln. Man hat jede Menge Beweismittel, aber keinen greifbaren Täter, kein greifbares Motiv. Lt-General Assawin Khwanmuang (der auch schon im New-Hut-Mord für eine schnelle “Aufklärung” sorgte, ist auch hier wieder am Werke, allerdings wenig erfolgreich bisher. Die Gerüchteküche brodelt – es ist die Rede von russischen Bandenkriegen, die beiden Frauen sollen Prostituierte gewesen sein (eine Behauptung die inzwischen zurück genommen wurde). Der aktuelle Verdächtige ist ein Tourguide, der ohne Tourguide-Lizenz arbeitete und seit dem Mord verschwunden ist.

Pattaya ist wie gesagt bekannt für seine blühende Sex-Industrie und eine hohe Kriminalitätsrate. Dieser Mord kommt vielen Kritikern nun sehr recht, um ein Aufräumen Pattayas zu fordern. Pattaya ist als Hochburg ausländischer Krimineller bekannt. Von russischen Gangs ist die Rede.

Hier auf Samui haben “die Russen” nie einen Bein auf den Boden bekommen. Es gibt Berichte, nach denen russische Banden im Inselsüden versucht haben, heimisch zu werden. Allerdings haben drei einheimische Familien alle zwielichtigen Geschäfte in der Hand und regeln alle größeren Probleme per Auftragskiller. Diebe werden meist schnell gefasst (was nicht bedeutet, dass das Diebesgut wieder beim Bestohlenen landet), Insassen des Inselgefängnisses, denen ein Ausbruch gelingt, sterben meist auf der Flucht.

PS: Falls sich jemand über die Anführungszeichen um die Auflösung des Mordes im New Hut wundert: so ganz klar ist bis heute nicht, ob das Geständnis der beiden Täter echt oder gekauft ist. Den Imageschaden hat die schnelle Lösung des Falles aber gering gehalten.

28 Feb 2007

UBC (oh, ah, warte, es heißt jetzt true Visions) ist sowas wie premiere für Arme. Also das premiere von vor drei Jahren, was Anderes kenne ich ja nicht. Auf thematischen Spartenkanälen werden nette “Hitserien” aus allen möglichen Ländern (nur nicht Deutschland, was uns das wohl zu sagen hat) je nach Paket verschlüsselt oder unverschlüsselt ohne Werbeunterbrechung dreimal täglich ausgestrahlt, nur um dann die verbleibende Zeit bis zur nächsten vollen Stunde mit Eigenwerbung zu füllen. Darüber (UBC (oh, ah, warte, es heißt jetzt true Visions)) wollte ich schon länger mal schreiben. Jaja. Die Zeit. Die normalen Thaikanäle gibt es natürlich auch noch.

Jedenfalls: Wenn die Folge einer Serie auf true Visions series nur 35 Minuten lang ist, dann bleiben 25 Minuten für Trailer der anderen Kanäle (“Abenteuer Leben” – eine amerikanische Miniserie über Spermien die ein Ei befruchten das sich dann in aufregenden Animationen zum Baby entwickelt, was wiederum von Einspielern eines weiblichen thailändischen Leinwandstars unterbrochen wird, der anscheinend kurz vor dem Ploppen steht, Videos der “akademy fantasia”-Stars und Verständnisheischtrailer von UBC, was jetzt true Visions heisst – mit Clown und Luftballon).

Leider gibt es häufig nicht soviele Trailer, wie es Zeit gibt und so strahlt man eine Folge von “Jukebox”, einem normalerweise 10 Minuten langen Lückenfüller aus, in dem erst das Entstehen eines Videos dokumentiert wird, nur um dann das Video selbst zu zeigen. Hin und wieder kommt der geneigte Fernsehbetrachter mangels Zeitmangels dann in den eher fragwürdigen Genuss einer Spezialausgabe mit Sarah Brightman. Da wird dann kein Video erklärt, sondern 10 Minuten lang erzählt, wie sie von ihren einfachen Anfängen (einem Popvideo in den späten Achtzigern in Stretchhose) über “den Guinness-Rekord für die meisten in Deutschland verkauften Singles aller Zeiten” (ist das ein aktueller Anspruch?) zu so seltsamen Poptechnoklassik-Stücken wo sie Kolloraturen in seltsamen Kostümen singt und mit großen Augen an der Kamera vorbei sieht (wie Orlando in der filmischen Ringtriologie). Ich finde ja, mit bestimmten Knochenstrukturen am Schädel sollte man gewisse Kamerawinkel und “Gesichtsausdrücke” vermeiden oder verbieten.

Jedenfalls wird da kräftig geprotzt mit ihren ganzen Erfolgen und dass sie ja ein ganz normaler Mensch ist (sie sitzt in Trainingshose im Studio und iss ein Bagel) und überhaupt ganz total super toll und hoch singt und man bringt Ausschnitte aus Konzerten wo sie Songs singt, die normalerweise von den drei Tenören gesungen werden (das habe ich früher auch gemacht).

Mit dem Titelsong aus dem “Phantom of the opera” in einem Video das von der Bildqualität und Ausführung an die späten Achtziger erinnert endet das Ganze dann immer.

Mein dringender Appell an alle amerikanischen, britischen, französischen, australischen und tschechischen Hitserien: Bitte, macht eure Folgen mindestens 41 Minuten lang. Dann hat Sarah keine Chance mehr, meinen Morgen zu, ehm, bereichern und sich den Thais in Verbindung mit Deutschland einzuprägen. Dann bringt man nämlich kürzere Videos von Thaistars und der Dings… hier Hotelerbin… Paris Hilton… auch nicht intelligent (in der Aussage) oder schön aber kürzer.

Hin und wieder wünscht man sich einen kleinen Putsch herbei. Da gibts wenigsten Trailer mit Inhalten im Fernsehen zu sehen.

PS: So. Und nun mal Butter bei die Fische – Wer hat “Time to say Good-Bye” in der CD-Sammlung? Das ist ein prioritäres Ausschlusskriterium hier…

28 Feb 2007

Ende Dezember 2006 (vergangenes Jahr quasi[1]):
Ich: I need an online-connection in my house next year. Is this possible?
Hausbesitzer: Yes. Yes. I check it with the company…

...

Anfang Januar:
Ich: How about my internet-connection?
Er: Yes. Yes. We can make it but it will cost 1000 Baht.
Ich: Ok, no problem.

...

Mitte Januar:
Ich: When is my connection ready? I need internet to work…
Er: Middle of february they say

...

Mitte Februar (um genau zu sein am 17. Februar, ich wusste nicht genau, wo in Thailand die Mitte eines nicht schaltjahrigen Februars liegt):
Ich: How about my internet?
Er: Yes. Yes. End of next week you have…

...

Ende der nächsten Woche (also vergangenes Wochenende):
Ich: Internet?
Er: Yes. I don’t know when. But you have to pay 3900 Baht now.
(Eine Stunde später hatte ich einen Router, keine Leitung, im Hause stehen.)

...

Gestern:
Ich: I will have to move if I don’t get internet until the end of the month. I cannot work.
Er: Yes. Yes. I check with the company.

...

Heute:
Er: Internet will come Thursday.
(Donnerstag ist meiner Rechnung nach der nächste Monat.)

...

Hätte ich ein Geisterhaus, ich würde glatt ein paar Räucherstäbchen anzünden. In 48 Stunden wissen wir mehr.


1 Mit Grüßen
24 Feb 2007

In den vergangenen Tagen konnten wir Zeuge eines seltsamen politischen Schachzuges werden, der anscheinend nach hinten los gegangen ist.

Mit Somkid Jatusripitak wurde ein ehemaliger Finanz- und stellvertretender Premierminister der Thaksinocray Ära als Sprecher der Kampagne zur Verbreitung und Bekanntmachung der sog. Sufficiency Economy verplichtet.

Surayud’s naming of Somkid as the chairman of the International Economic Coordination Committee came as a big surprise. In this fresh role, Somkid will become an official spokesman of the Surayud government in charge of propagating the sufficiency theory to the international community. He is also expected to mount road shows to explain the merits of the sufficiency theory to foreign governments, agencies and investors. [The Nation]

Somkid war zwar nicht unbedingt ein Freund Thaksins und hat einige Regelungen und personelle Entscheidungen getroffen, die Thaksin nicht gefielen, hat aber unter anderem die Liberalisierung des Marktes für Großunternehmen und die populistischen Strategien zur Wählergewinnung von Thai Rak Thai entwickelt. Er wird als Hauptverfechter der Thaksinomics genannt, Thaksins Strategie, mit der er Thailand zu einem der wirtschaftlich stärksten Ländern in Südostasien machte. Vor dem Stillstand.

Es war nicht ganz klar, ob das nun nur ein Propaganda-Schritt Surayuds gegen Thaksin war (“Schaut her, selbst seine damaligen Mitstreiter unterstützen uns”) oder ob Somkid mit dem Herzen die Sufficiency-Theorie unterstützt, die eigentlich das genaue Gegenteil der Thaksinomics-Theorie ist.

Es gab gleich zu Beginn Gerüchte, dass der stellvertretende Premierminister und aktueller Finanzminister Pridiyathorn Devakula sehr gegen Somkids Ernennung war, und gegenüber Surayudh bereits mit seinem Rücktritt gedroht hatte. Als dann auch noch die PAD (Peoples Alliance for Democracy – die Vereinigung, die schon 2005 angefangen hatte, gegen Thaksin zu demonstrieren und eigentlich ihre Auflösung bekannt gegeben hatte, nachdem Thaksin seiner Ämter enthoben war) Somkids Rücktritt forderte, konnte Somkid nicht mehr viel machen und ist nun nach ein paar Tagen in seiner neuen Position zurück getreten. Das Kommitee wurde auch aufgelöst.

Das Ganze Hin und Her ist wieder mal ein gutes Beispiel für überhastete Entscheidungen, halb durchdachte Strategien und unbedachte Äußerungen. Aber auch gute Ideen scheitern zur Zeit an der schier unüberwindbaren Masse an Meinungen und Gruppierungen, die alle verschiedenen Interessen nach gehen, aber genügend Einfluss haben, um die Dinge ins Wanken zu bringen.

21 Feb 2007

Ich dachte ja immer, dass meine Buchstabenspielereien zuerst eines Tages gedruckt werden würden. Dem scheint nicht so zu sein. Bilder sind gewünscht. Bitte gerne.

Ich darf in den nächsten Tagen süße Shih-Tzu-Bilder zusammenstellen, damit sie in einen Kalender kommen. Fein fein. Damit haben wir die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr auch schon mal abgehakt ;)

Auswahl gibt es ja genügend.

21 Feb 2007

Die Sau beim Nachbarn wirft grad Baby-Schweine. Es ist ein Geschreie als ob sie alle abgeschlachtet werden. Und der große schwarze Hund jault auch die ganze Zeit. Das werden wieder ein paar unruhige Nächte im Revier.

21 Feb 2007

dogs life

Links von der Veranda weg jault gerade der angeschnallte Große Schwarze Hund vor sich hin. Hat sich vermutlich wieder so lange um seinen Pfosten gedreht, bis er nur noch stehen kann und die Leine zu kurz ist.

Soosie kuckt kurz hin, ihr Auge zuckt. Pokki legt sich auf Wachposition. Nach einer kleinen Weile ist wieder Ruhe und die beiden können sich mit Schildkröten und Babykokosnüssen beschäftigen.

Ich kämme Soosie jeden Tag eine Stunde lang und hoffe, dass der Filz um die Wunden endlich mal raus kommt. Macht ja keinen Sinn, sie zu duschen, solange da fette Matte herrscht. Sie stinkt ein bisschen nach Fisch, weil sie um die Ecke Fischabfälle im Gras gefunden hat.

Die Nähte sind raus, der Bauch ein bisschen blau und wenn jemand zu sieht oder hört, dann jault sie ein bisschen, wenn ich sie berühre. Die Aufmerksamkeit gefällt ihr. Man findet die Bisse nur, wenn man nach Knoten im Fell sucht.

Mit ihren Haaren muss ich mir auch was überlegen. Sie sind in einer unmöglichen Länge. Zu kurz für haltbare Zöpfe. Zu lang für eine offene Mähne.

19 Feb 2007

Jana Simon schreibt in der ZEIT online über Samui, wie sich alles “ein kleines bisschen” veränderte in den vergangenen 10 Jahren und (natürlich) über die Sextouristen:

Zu Weihnachten sehe ich sie im Restaurant. Der Mann telefoniert ausgiebig am Handy in seiner Landessprache. Die Thailänderin hat ihr Kind mitgebracht und isst stumm ihre Königsgarnelen. Unterhalten können sie sich meist nicht viel, die gemeinsame Sprache fehlt. In den Buchläden der Insel gibt es Erfahrungsberichte von Männern aus dem Westen, die sich in Thailänderinnen verliebt haben. Die Geschichten enden alle gleich, die Thai-Frau betrügt ihn, und der Mann kehrt entweder reumütig in seine Heimat zurück oder verliebt sich in die nächste Thai.

Das Problem mit diesen “Erfahrungsberichten” ist übrigens, dass diese Männer diese Frauen immer in Bars kennen lernen. Das kann gar nicht gut enden. Aber dazu später mal mehr.

16 Feb 2007

Gestern wurde ich Zeuge einer seltsamen Veranstaltung.

Gruppen von Samuianern gingen jeweils 2km die Ringstrasse entlang, trugen Fahnen und vorne weg fuhr ein Auto das Parolen aus Lautsprechern verlauten ließ. Was sie da verkündeten hab ich nicht ergründen können. Es waren immer Gruppen von Schülern, Schülerinnen, Soldaten oder Polizisten. Fein geschlechtsgetrennt.

Das Ganze ging wohl den ganzen Vormittag lang. Ich konnte das nur von Ban Thai bis zum Tesko mit verfolgen. Man hat ja so seine Besorgungen am Valentinstag zu machen.

Hinterher fuhr immer ein Krankenwagen.

Wenn es eine Valentinstagsaktion war, dann war es ein großes Opfer der Beteiligten, denn kein Thai würde freiwillig mehr als 100 Meter laufen. Selbst zum Eiswagen an der Straße fährt man mit dem Moped. 2km Laufen ist eine Meisterleistung.

15 Feb 2007

Eigentlich wollte ich ja einen größeren Eintrag zu dem ganzen Valentinstag-Trara schreiben, das jedes Jahr in Thailand stattfindet, aber irgendwie ist selbiger fast schon wieder vorbei. Also nur ganz kurz und zusammenfassend:

Ich durfte in den vergangenen zwei Jahren bereits feststellen, dass die Medien in den zwei Wochen vor dem Valentinstag geradezu hysterisch werden. Die Zeitungen berichten zuerst über neue Erkenntnisse zum sexuellen Verhalten “der Jugend”, nur um dann Wertediskussionen los zu treten, in Panik zu geraten, vor überteuerten Rosen zu warnen und das Wort Sex in großen Buchstaben auf die Titelseiten zu packen.

Grund hierfür ist wohl eine mehrere Jahre alte Studie eines Sexualforschers, der festgestellt haben will, dass Thailands Teens das erste Mal Sex an drei bestimmten Daten im Jahr haben: Ihrem Geburtstag (welchem wird nicht verraten), Loy Kratong und dem Valentinstag.

Vergangenes Jahr bspw. wurde festgestellt, dass der durchschnittliche Thai mit 16 Jahren viel zu früh Sex hat. Mit 20 ist man hier im Alter, in welchem man den Zeitpunkt selbst bestimmen darf.

Dieses Jahr nun führte ein Institut in Bangkok eine Umfrage durch, bei der herauskam, dass von 8 Teens, die online Bekanntschaften geschlossen und diese auch getroffen haben, eine dieser acht Personen Sex mit diesem Bekannten hatte. Das führte dann zu Schlagzeilen wie “Jeder Achte Teen hat Sex mit Fremden” und Ähnlichem. Jeder sechste dieser acht Teens hat sogar schon mal Sexseiten besucht!!!

Die Regierung brachte die “10 Gebote der Liebe” heraus, darunter so zeitlose Perlen wie:

  • Liebe nur einen mit ganzem Herzen
  • Liebe mit Geduld, auf dass du nicht vorzeitig schwanger wirst.

Wahre Liebe hat mit Sex nichts zu tun, sagt die Regierung.

Fazit: Heute ist eine Sondereinheit von 90 Polizisten in der Hauptstadt unterwegs, die eng umschlungene Gestalten auseinander reißen wird und “Underage Kissing” ist verboten. Ab 22 Uhr haben Teenager strikte Ausgangssperre in Bangkok. Nur Heute. Nur am Valentinstag. An anderen Tagen sind Thailands Teens moralstark, haben keinen Sex, gehen nicht online, spielen Scrabble. Und die internationalen Medien haben endlich mal wieder eine amüsante Geschichte über Thailand zu berichten. Ganz ohne Bomben, geköpften Buddhisten, Thaksin oder Sextouristen.

14 Feb 2007

Gestern kam Fu mit einem Packen uralter Passphotos an und wollte das aktuellste (ungefähr 5 Jahre alt) eingescannt haben, damit sie davon neue Passphotos machen lassen kann. Man muss ja sparen, meinte sie.

Ich scannte das Photo ein (sie steht extrem geschminkt mit bösem Blick vor einer weißen Wand und trägt einen schwarzen Talar mit orangenen Streifen). Passphotos müssen in Thailand wohl immer den Status, Rang oder Abschluss anzeigen und alle, die eine universitäre Ausbildung genossen haben, tragen auf den Passphotos Talar.

So. Ich war fertig mit dem Scannen und ging ins Schlafzimmer, um einen Rohling zu holen (wir führen immer stundenlange Diskussionen, weil ich einen ganzen Rohling für ihre 1MB-Geschichten verschwenden darf). Als ich zurück kam, sass sie am Computer und photoshoppte am Bild herum. Ich meinte so, vergiss es, ich brenn dir doch keine Fälschung, was machst du da eigentlich, ist deine Haut nicht weiß genug oder was soll das?

Bei genauerer Betrachtung stellte ich dann fest, dass sie die orangenen Streifen pink gefärbt hat. Ziemlich stümperhaft sogar. Nach eingehender Diskussion (ich weigerte mich, eine Fälschung zu brennen, da bin ich prinzipientreu) stellte sich heraus, dass sie für ein solches Passphoto nach Surat Thani gehen müsste, weil man hier auf der Insel mangels Universität derartig gepinkte Talare nicht hat, sie aber auf ihrem Passphoto ihren neuesten Abschluss haben will. Auf die Frage, warum sie denn nicht bei einem ihrer ständigen Besuche in Surat die Photos machen lassen hat, bekam ich eines der berühmtem “kikiat” (zu faul, keine Lust) zu hören.

Schön und gut, das Ende der Geschichte war, dass ich ihr das Photo brennen sollte. Sie ging mit den Hunden Gassi und ich brannte ihr das Original und die Fälschung auf die CD (nicht ohne die Fälschung vorher fake-fu.jpg zu nennen).

Als ich fertig war und sie zurück kam, meinte sie ganz gelassen: Siehst du, war doch ganz einfach. Ich grinste nur.

Bin gespannt, wie sie reagierenn wird, wenn sie den Schnurrbart und die schwarzen Augenbrauen sieht. Ich kann nämlich auch photoshoppen.

13 Feb 2007

Liebe Werber, besonders diejenigen unter Ihnen (also unter im Sinne einer Schnittmenge, nicht körperlich unter Ihnen, ich mag nicht annehmen, dass es sowas wie eine Reklamecouch unter Ihnen (auch dies Schnittmenge) gibt) die ungewünschte Werbe-Emails versenden (per Email (also elektronisch), sozusagen),

Bitte beachten Sie in Zukunft, dass Sie wenn Sie mir ungewünschte Werbe-Emails schicken (per Email (also elektronisch), sozusagen), die relavante URL ohne Rechtschreibefehler in der Email verewigen. Man könnte sich sonst eine Blöße geben. Intellektuell. Also mit Intelligenz. Himel noch einz.

Grüße
Unerwünscht in Ihrer Spamdatenbank sitzender Emailnutzer.

PS: Nein, Ihr aktuellster Eintrag ist mir auch als Blogfreund zuwider, uninteressant, schlecht beworben und abgrundtief dumm. Und wenn Sie mich kennen würden, so wie Sie es vorgeben zu tun, dann wüssten Sie ob meiner geringschätzigen Meinung der Deutschen Blogosphäre gegenüber (wenngleich ich mir auch nicht ganz sicher bin, ob Sie mich aus eben diesem Grund beschreiben).

PPS: Sollte noch eine Mail mit richtiger Rechschreibung kommen verklag ich dich, du SAU!

13 Feb 2007

Es gibt diese Tage, da merkt man schon beim Aufwachen, dass sie als schwarze Tage in die Jahresabschlusswertung eingehen werden.

Der Samstag war so ein Tag. Er begann damit, dass meine Augen beim Aufwachen nur zu 50% öffnen konnte, eines war einfach so zugeschwollen. Einfach so ist nicht ganz richtig, ich hatte schon seit 2 Tagen das Gefühl, dass da eine Erkältung an die Türen klopft, nun war sie also da.

Das war aber nicht das einzige Zeichen drohenden Ungemachs: Gleich nach dem Duschen zerriss beim Anlegen mein oranges “Long live the king”-Armband. Seit Anfang letzten Jahres trug ich das durchgehend. Eigentlich sollte das Reißen ein Grund zur Freude sein, denn damit wäre Thaksins Behauptung, er kann das Band nicht mehr tragen, weil es “durch häufige Benutzung gerissen” sei (wenige Wochen vor seinem folgenschweren UN-Besuch) nun ziemlich definitiv widerlegt. Andererseits fühlt sich der Arm nun relativ nackt an, und die einzigen Gummiarmbandalternativen sind derzeit schwarzgoldene (Promotion für den hoch gehandelten “King Naresuan”-Movie) oder pinke (für die Tierheilsarmee).

Als dann Soosie noch begann, mein kleines Gipsbuddhaamulett anzuknabbern – ziemlich erfolgreich -, war es sowieso zu spät.

Das Ungemach begann dann am Nachmittag. Bis dahin konnte ich kraft Fiebers und Müdigkeit Hunde und Laune im Bett halten. Irgendwann aber müssen sie nun einmal raus und so öffneten sich die Tore des Schutzwalles und die Hunde strömten nach draussen.

Draussen angekommen wurde nach langem Beschnüffeln Unverändertheit festgestellt und wir ließen uns auf der Veranda nieder.

Plötzlich kam eine Thaifrau vorbei spaziert. Soosie tat das, was sie immer tut: hin rennen und Hallo sagen ohne auf meine Manii-Rufe zu achten. Dummerweise war die Thaifrau eher furchtsam und zog sich kreischend zurück. Ich rief noch, dass Soosie nicht beiße, was sie nicht sehr beruhigte, und machte mich auf den Weg, um Soosie weg zu fangen. Pokki nahm das zum Anlass, auch hin zu rennen, was sie noch mehr panisch machte.

Sie begann schreiend eine Palme hoch zu klettern. Die Frau. Nicht Soosie.

Pokki und Soosie standen um die Palme herum und beobachteten sie fasziniert bei ihrem Treiben. Ich war bis auf 2 Meter heran, als vom Nachbarhof der schwarze Hund angeschossen kam.

Der große schwarze Hund ist eine kranke verrückte Töle, die den ganzen Tag entweder bellt oder jault, aber normalerweise an der Leine hängt. Schafft sie (die Töle) es mal, sich los zu reißen oder loszubeißen, dann rennt sie in der Gegend rum und fällt alle Hunde an, die ihr in den Weg kommen. In der Regel kommt dann innerhalb von Sekunden der große braune Hund an (ja, genau dieser) und nach einer Weile bekämpfen sich dann runde 10 Hunde auf dem Sandplatz.

Der große braune Hund war aber nicht mehr gesehen worden, seit ich wieder auf der Insel bin. Der Hausherr meint: “He gone away. With the lady. For Sek.” – Man möge das nach Bedarf interpretieren.

Der große schwarze Hund sprang galant über mein hastig ausgestrecktes Bein, schnappte sich Soosie, die wie ein überraschtes Kaninchen nur quiecken konnte und rannte von dannen. Ich sah in Gedanken Soosie schon das letzte Mal lebend und hinterher. Ein paar Mal konnte ich das Vieh (schwarz) treten, aber er rannte immer weiter und außerhalb meiner Reichweite herum, Soosie fest im Biss, die immernoch zappelte und quieckte. Soweit, so gut – gut im Sinne von “Was quieckt kann nicht tot sein”.

Pokki rannte im Abstand von drei Metern hinter mir her und kläffte alle Beteiligten an. Ich nahm mir einen Felsbrocken und warf ihm dem Hund auf den Rücken, was ihm ein geringschätziges Schnauffen entlockte, aber hinsichtlich der Kieferstellung nichts bewirkte.

Inzwischen hatten wir schon einige Zuschauer angezogen und mein Hausherr kam gerannt. Er hatte die ganze Szenerie von der Hausbaustelle ein paar Meter weit weg mitbekommen und brachte Verstärkung in Form einiger muskulöser Bauburschen und dicker Bauholzbretter mit. Das erste Brett zersplitterte gleich beim ersten Aufprall, nach einigen weiteren Schlägen fiel Soosie dann zu Boden, rappelte sich auf und schlängelte sich wimmern langsam am Boden entlang in Richtung Haus.

Der Hund rannte fort, dummerweise stand ihm nun Pokki im Weg. Ich hätte ihm nach unseren bisherigen Erfahrungen mit bösen Hunden ein bisschen mehr strategischen Sinn zugetraut. Jedenfalls schnappte ihn der Köter sich, schleuderte ihn herum und nach ein paar weiteren Sekunden wimmerte auch Pokki sich dem Haus entgegen.

Der schwarze Hund verschwand, verfolgt von der Armee des Hausherren, der noch ein paar Bretter auf seinem Rücken zerschlug.

Am Haus angekommen saß Soosie in der einen dunklen Ecke des Hauses und Pokki kauerte in der anderen. Beide jaulten jämmerlich auf, als sie mich sahen. Dabei hatte ich versucht, den Stein so unauffällig wie nur möglich zu werfen.

Pokki bekam ich zuerst in die Hände, nach genauerer Untersuchung fand ich glücklicherweise keine Wunde. Er wurde ja auch “nur” in der Gegend rumgeschleudert und hatte diesbezüglich bereits Vorerfahrungen. Außer einem angeknacksten Selbstbewusstsein also erstmal keine bleibenden Verletzungen.

Soosie zu untersuchen war schon etwas schwerer, weil sie die ganze Zeit jaulte. Eine Fahrt ins Tierkrankenhaus war also vorprogrammiert. Gefunden habe ich ein großes rundes Loch in der Haut, durch das ziemlich viel Blut gelaufen kam. Ich versuchte dann, ihr das Geschirr und die Leine anzulegen, was ziemlich kompliziert war, weil ich vor mich hin zitterte. In meiner Autobiographie werde ich eines Tages schreiben, dass ich fiebrig war und Schüttelfrost hatte. In Wahrheit aber war ich so wütend, dass ich einige Zeit keinen klaren Gedanken fassen konnte. Die Hausherrin legte das Geschirr und die Leine dann an und stand noch ziemlich betreten in der Gegend rum, bis es mir gelang mit Soosie auf dem Moped gen Animal Hospital zu fahren. Pokki war zum ersten Mal seit langem zufrieden, im Haus eingeschlossen zu werden. Auf dem Moped zitterte ich dann weiter vor mich hin. Diesmal aber war es ein Fieberschub. Sehr angenehm.

Im Krankenhaus angekommen saßen jede Menge Hundebabies in der Warteschlange. Februar scheint ein recht reproduktiver Monat zu sein. Soosie hatte sich seit der Abfahrt vom Haus nicht mehr bewegt und klemmte wie ein Muff auf meinem Arm. Auf dem Operationstisch hatten wir einige Mühe, sie herunter zu klauben.

Dummerweise war nur die Assistentin des Tierarztes da. Eine Zeit lang nahm ich an, dass beide eine gleiche Ausbildung genossen haben. Eines Tages aber, als Pokki seinen vom braunen Hund gebrochenen Kiefer behandeln lassen musste, war nur sie da und reagierte ganz panisch als ich die Zahnspange nachrichten lassen wollte. Wir mussten dann eine Stunde auf den “echten” Doktor warten, der das Ganze in 5 Minuten erledigte. Spritzen setzen darf sie aber schon.

Sie untersuchte Soosie auf Wunden und fand ein weiteres kleineres Bissloch unterhalb des Beines. Soosie wurde rasiert (glücklicherweise oder leider nur an den Wunden) und sie begann, mit metallischen Gegenständen in der Wunde herum zu stochern. Mir war dabei nicht sehr wohl. Jedenfalls stellte sie fest, dass da wohl noch einige innere Verletzungen seien. Ich wurde raus geschickt und durfte draussen auf Soosie warten.

Die Zeit zog sich hin und nach gut dreißig Minuten standen jede Menge Hunde und eine schwangere Katze in der Warteschlange und bebellten sich gegenseitig. Mir war bei der Dauer auch nicht sehr wohl zumute.

Glücklicherweise bekam ich dann die kleine Soosie halbwegs geflickt zurück. Sie haben nur die bereits gefundenen zwei Bisse behandeln müssen. Eine davon wurde genäht, die andere muss offen bleiben, um die Luft aus dem Körper entweichen zu lassen, weil durch das Hin- und Herschleudern wohl ein Großteil der Haut vom Fleisch gerissen wurde. Klingt schlimmer als es ist, sagte man mir, versorgte mich mit verschiedenen süßen Heilflüssigkeiten, die ich Soosie in den nächsten Tagen verabreichen darf und dem Hinweis, dass sie drei verschiedene Spritzen verpasst bekommen hat und vermutlich in den nächsten Stunden viel schlafen würde.

Zu Hause angekommen verzog Soosie sich in der Hundewohlfühlecke, in der schon Pokki saß. Beide waren noch reichlich verstört, das legte sich aber nach ein paar Stunden wieder. Bis zum Abend verhielten sie sich dann wieder wie die normalen kleinen Bälger, die sie sind. Nur wenn jemand am Haus vorbei kam, beäugten sie ihn kritisch, anstatt gleich los zu laufen. Mir solls recht sein.

Dass Soosie was aus der ganzen Geschichte gelernt hat, zeigte sich schon beim allabendlichen Kampf der beiden. Normalerweise verbeißt sie sich in Pokkis Ohrbehaarung und lässt sich mit schleifen, nun verbiss sie sich in Pokkis Nacken. Cleveres Mädchen.

Heute nun braucht Soosie eine kleine Weile, bis sie die Treppen hochgedackelt kommt. Auch Pokki bewegt sich etwas bedächtiger von der Stelle. Wenn der große schwarze Hund beim Nachbarn bellt (er hat inzwischen vom Hausherren eine neue dicke lange Eisenkette verpasst bekommen, sehr gegen den Willen der Nachbarn, aber die können nicht viel machen, er ist nun mal der Landlord in der Gegend), zuckt Soosies Auge wie das des kleinen Eishörnchen aus “Ice Age” wenn der Eisberg im Hintergrund knackt. Das ist allerdings nur lustig, wenn man die ganze Vorgeschichte außer Acht lässt.

Soosie hat ziemlich starke Schmerzen, wenn man sie nur leicht an der Seite berührt. Auch der Bauch wird so langsam blau. Sieht ganz nach einem weiteren Tierarzbesuch aus. Pokki leckt Soosies Wunden, nachdem ich sie mit Betadine (Thailands Iod-Lösung) abgerieben habe und bewacht das Haus akribisch. Die Hausherren kommen die ganze Zeit vorbei und bringen Leckereien für die Hunde mit.

Ich habe immer noch Fieber und habe die letzten drei Tage im Bett verbracht. Wenn ich nicht grade mit den Hunden draussen war. Gassi gehen. Oder ins Krankenhaus.

Buddhaamulette, Gummiringe und geschwollene Augen können nicht lügen. Glaubt mir.

12 Feb 2007

Phii Patrick

Gestern kam Fu (nach langer Zeit mal wieder) vorbei, schaute mir kurz in mein Auge und meinte dann, wenn sie das gewusst hätte, wäre sie nicht vorbei gekommen. In meinem Auge wohnt ein böser Geist und alle, die mir ins Auge sehen, bekomme ihn auch.

Na schön. Gute Aussichten.

12 Feb 2007

The Nation berichtet über einen Ritus, der an zwei Frauen im tiefsten Isaan durchgeführt wurde, weil man annimmt, dass sie von bösen Geistern besessen seien. Es gab im Ort wohl vier “mysteriöse Todesfälle” (65- bis 80-jährige, die eigentlich ganz normalen Todesarten wie Herzinfarkten und Schlaganfällen erlagen), was für die Haushalte des Ortes Grund genug war, um (rund 800 Euro) zu sammeln, um einen Exorzismus durchzuführen.

Pii Pop (ผีปอบ), der hier zugegen weilende Geist, ist ein sehr böser Geist, der Menschen befallen kann und sich dann von ihren Innereien ernährt. In der Nacht kann er seinen Wirtskörper verlassen und frisst dann die Innereien anderer Menschen und Tierblut.

Die Legenden erzählen von einem Prinzen, der durch Magie in der Lage war, sich in einen Tierkörper zu versetzen. Eines Tages, der Prinz war wieder einmal in einem anderen Körper unterwegs, versetzte sich sein Diener, der ihn belauscht hatte in den Körper des Prinzen, der nun nicht mehr zurückkehren konnte. Dieser versetzte sich nun in den Körper eines Vogels, flog zu seiner Frau und erzählte ihr, in welch misslicher Lage er war. Sie liess den Körper des Sklaven zerstören und überredete den Diener im Körper des Prinzen, sich in einen Tierkörper zu versetzen. Dieser tat das, der echte Prinz kam zurück in seinen Körper und der Diener muss fortan mangels eigenem Körper durch fremde Körper wandeln und sich von deren Innereien ernähren.

Pii Pop kann durch einen Mo Wisa (Zauberdoktor) ausgetrieben werden. Der Doktor führt dabei einen Wirbel-Tanz aus und saugt den Pii Pop durch einen solchen Wirbel aus dem Körper des Opfers. Diese Zauberdoktoren sind übrigens mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind in der Lage, ihre Fähigkeiten sowohl für gute, als auch für schlechte Zwecke zu missbrauchen.

Bei den katholischen Missionaren in Laos ist der Phii Pop übrigens der Grund, warum sie ihre Missionierungsbestrebungen dort größtenteils als fehlgeschlagen ansehen: Anfang des vergangenen Jahrhunderts, als es noch auf die Anzahl der missionierten Wilden und nicht so sehr auf die Verbreitung des Glaubens ankam, ließen sich schweizer Missionare mit Ausgestößenen namens Pii Pop ein, Leute die sich gut missionieren ließen. Das gibt ihnen selbst heute noch einen negativen Anstrich.

Selbst Thaksin – für die weniger regelmäßigen Leser dieser kleinen Publikation: der ehemals demokratisch gewählte Premierminister des Königreiches – wurde schon einmal beschuldigt, ein Pii Pop zu sein. Eine Beschuldigung, die er mit einem seiner berühmten Zivilprozesse beantwortete.

Medizinisch gesehen ist Phii Pop nichts anderes als eine Form der Hysterie. Dem stehen die “echten” Mediziner allerdings relativ hilflos gegenüber, denn gegen den Geisterglauben in Thailand kann man mit wissenschaftlichen Methoden recht wenig ausrichten.

11 Feb 2007

Eine SMS, die in etwa mein bisheriges Wochenende beschreibt (selbst die Tatsache, dass ich sowas per SMS schreiben musste, trägt zum Wochenende bei):

“Pokki and Soosie got bitten. Pokki is ok/shocked. Soosie has big wounds. We were at the hospital, just came back. I have fever and cough and my eye is swollen.”

Mehr später.

10 Feb 2007

Heute mal ein kleiner sprachwissenschaftlicher Witz: Warum lügen Thais so häufig?

Englisch: right, rice, light, lie, like, lice, life, ripe, rhyme, line, ride, rite, rife, rise, wry, lime, rye

Thenglisch: lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, ... stiwpid langwit!!

10 Feb 2007

Heute habe ich einen TT&T-Truck auf meiner Auffahrt gesehen. Bekomm ich jetzt DSL? Das wär ja schön. Ich hab mir nämlich bereits eine fette Erkältung im Internetcafe eingefangen. Die schalten die Klimaanlage immer so kalt, wenn ich komme. Mehr Fett, mehr Kühlung. Seltsame Logik…

Die Urlaubsschweden von um die Ecke (ein junger Mann namens Matthias, von Fu innig ob seiner blonden Haare geliebt, und seine schwarzhaarige magersüchtige Freundin (“aaah suay maak maak”)) liefen heute am Haus vorbei und plötzlich sprang “er” in die Luft und rannte davon. Nach einer Weile kamen sie wieder und er erklärte mir, dass da eine Schlange war. Jaja. Man kann halt nur mutig sein oder gut aussehen. Ich lass mich in weiblicher Begleitung grundsätzlich von wilden Tieren anfallen.

Und dann habe ich meine Telefonsoftware von 5.7.4 auf 6.3.0 upgedated.

09 Feb 2007

Soosie like fish!

Als ich vergangene Woche wieder nach Hause kam, war erstens der Garten voller Orchideen gepflanzt und zweitens stand ein kleines Kanu im Garten, voller Wasser und Fische.

Pokki trinkt die Brühe und Soosie hat ihren ersten Kontakt mit lebenden Fischen… Viel Spass.

08 Feb 2007

Busfahren in Thailand ist ja bekanntermaßen ein Abenteuer der besonderen Art:

Jaeyaena Beuraheng, a 76-year-old woman from Malaysia, has been reunited with her family 25 years after she got on the wrong bus, local reports said. Ms. Jaeyaena, who cannot speak, read or write Thai and speaks only Yawi, a dialect also spoken by Muslims in southern Thailand, where she was bound, ended up in Bangkok, 750 miles north. She boarded another bus, thinking she was heading south, only to end up in Chiang Mai, farther north. She eked out a living as a beggar for five years before being arrested in 1987 and put into a homeless center. She was thought to be mute, until last month when three students from her province came to work at the center and spoke her language.

Ehm. Ja. Das klingt irgendwie genau so glaubwürdig wie die Geschichte von dem Zirkus-Zwerg, der aus Versehen von einem Nilpferd verschlückt wurde. Wahlweise im Isaan oder in Chiang Mai.

PS: Auch die Nation berichtet über den Fall.

PPS: Mir fällt gerade ein, dass ich auf meiner Fahrt nach Savannakhet auch in einem Bus saß, der nur in Thai beschriftet war. Ich wusste die ganze Zeit nicht, wo ich hin fahre und kuckte immer Straßenschilder an, ob mir bekannte Namen drauf stehen. Hinterher habe ich dann auf der Landkarte gekuckt und festgestellt, dass ich einmal um den Isaan herum gefahren bin. Auch nett.

06 Feb 2007

Übrigens bin ich wieder da. Auf meiner Insel. Zuhause (da wo ich Miete zahle).

Als ich die Tür zu meinem Haus auf machte, kam mir Soosie entgegen gerannt und lies eine halbe Stunde nicht mehr ab von mir. Sie beisst gerne, wenn sie ihre Zuneigung ausdrücken will und meine Hand ist nun zerkratzt von ihren scharfen Zähnchen. Pokki sah mich kurz an, rannte ins Haus und brachte die Quietscheeiskrem an und lies mich werfen. Auch eine halbe Stunde lang. Dann erst befreute er mich.

Die beiden hatten vermutlich eine harte Zeit. Einerseits wurden sie verhätschelt und bekamen Reis mit Gemüse extra gekocht und immer Futter vor die Nase gestellt, wenn sie hungrig waren. Andererseits scheint Soosie geschlagen worden zu sein, denn sie reagiert schon recht verschreckt auf “Angriffe” von oben.

Pokki sieht kleiner aus als vorher. Soosie hat ihren zweiten Wachstumschub ohne meine Aufmerksamkeit erlebt und ist fast genau so gross wie Pokki.

Beide stanken und waren verfilzt. Fu meint nun, sie könnten ruhig kurz geschnitten werden. Ehe sie verantworlich war, fand sie die langen Haare süss. Nun weiß sie also, dass das Gefussel Arbeit macht. Ich aber bin der Meinung, dass die langen Haare besser aussehen, wenn ich die Hunde in der Gegend rum schleppe. Muss ja imponieren. Blabla….

Ich habe die beiden Filz-Flocken einfach ins Hunde-Spa gebracht und ein paar Tausender locker gemacht. Nun riechen Sie wieder gut und der Großteil der Filzknäuel ist auch ausgekämmt.

Ich habe ihnen das ganze Wochenende lang neue Spielsachen gekauft. Eine Handpuppe (die schon fast zerkaut ist). Einen Plastik-Ball, in dem ein Ball ist, in dem ein Ball ist in dem ein Ball ist in dem eine Metallkugel ist. Pokki hat einen Flashback in seine ersten Monate gehabt und jault immer, wenn er mit dem Ball spielt. Er mag ihn mehr als die Eiskrem.

Soosie hat sieben Turtles (Schildkroeten?) aus Plastik bekommen. Eigentlich beide, nur Pokki mag sie nicht. Soosie schon. Die Viecher sind überall verteilt und ständig quietscht es, wenn man sich fussig fortbewegt.

Und in der Ecke habe ich mit neuen flauschigen Kissen eine Hundekuschelecke eingerichtet, die recht frequentiert wird.

Wenn ich weg gehe und das Haus zuschließen will, dann wollen sie mich nicht gehen lassen. Dass ich nur dann länger weg bin, wenn ich großen schwarzen Seesack mit nehme, begreifen Sie noch nicht.

Ich glaube, das nächste Mal (bei längerer Abwesenheit) nehme ich sie mit. Kann gut sein, dass sie wichtiger als alles andere sind. War recht langweilig, nicht um sechs aus dem Bett gefiept zu werden.

Wie auch immer.

Fast alles ist wieder “normal”.

06 Feb 2007

Polizeichef General Kowit Watana wurde gegangen. Womit erwiesen wäre, dass fröhliches Mitputschen nicht vor Opferrollen schützt. Er stolperte über Misserfolg bei der Aufklärung der Silvesteranschläge in Bangkok. Interessanterweise wurde gerade in den letzten Tagen öfters mal verkündet, dass man nun reelle Spuren habe. Anscheinend überzeugte das nicht.

05 Feb 2007

Man spielt gerade Fussball. Thailand hat eine Weile 1:0 geführt, nun hat Singapore ein Tor geschossen. Noch 5 Minuten zu spielen. Ich finde ja Fussball eher uninteressant. Aber dieses Spiel (oder besser diese Länderkombination) bricht dann doch einigen Streit vom Zaun.

Unter anderem haben viele Singaporer Fans wegen der Ereignisse am Mittwoch unter Hinweis auf ihre Sicherheit ihre Karten zurück gegeben. Das war auch ganz gut so, denn die Veranstalter des Endspiels haben vergessen, Limits beim Verkauf der Tickets für heute zu setzen, so dass Schwarzhändler jeweils Hunderte Karten gekauft haben und für das “einfache” Volk nicht mehr viel übrig blieb (außer einfach mal demonstrieren zu gehen).

Nun jedenfalls kämpft man.

Update: Es blieb beim 1:1 und damit ist Singapore ASEAN Football Champion. Ich hab zwar keine Ahnung, aber so richtig fair haben die nicht gespielt. Oder darf man beim Fussball am Shirt gezogen werden, wenn man den Ball hat?

Das Tor der Thais war jedenfalls richtig nett an zu sehen. Über einige Köpfe und Ecken rein ins Netz. Für gut 5 Minuten hat man hier in der Gegend nur Toben und jaulende Hunde gehört. Das Singapore-Tor war Durchschnitt.

So. Damit endet das kurze Intermezzo des Ballsport auf diesen Seiten.

03 Feb 2007

Eben flog eine Mücke an mir vorbei. Ich klatschte mit den Händen, eher automatisch. Als ich die Hände wieder auseinander nahm, klebte die Mücke an der Hand. Ich dachte “Das ist Zen.”, dann dachte ich “Das kann kein Zen sein, wenn die Mücke tot ist.”, dann bewegte sich die Mücke plötzlich, flog davon und ich dachte “Das ist Zen.”

01 Feb 2007

Singapore gegen Thailand war gestern angesagt bei den ASEAN Football Championships und es kam zum Eklat.

Nachdem Die Singaporerneulich Thaksin von ihrem stellvertretenden Premier empfangen ließen, wurde nun in der neuntletzten Minute des Spieles beim Stand von 1:1 ein Strafstroß gegen Thailand entschieden, weil Niweat Siriwong einen dieser Singaporer gefault haben soll.

Die Thais verschwanden aus Protest für 15 Minuten in der Kabine, ließen sich dann doch noch zum Weiterspielen überreden und verloren (zum ersten Mal seit 30 Jahren) gegen den Stadtstaat mit 2:1.

Am Sonntag wird es im Bangkok zum Rückspiel kommen.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
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