Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - März 2007

2007

31 Mär 2007

Grade in den News von Channel 3 (der englischsprachigen Synchronisation):

... and now before a short break … this is a music-video with a little polarbear … the name skips me right now … but he seems to be cute … and I don’t understand the language …

30 Mär 2007

Die Bambusstange danach (?)

Von Chuang Chuang, dem armen zum Sex gezwungenen Panda-Männchen des Chiang Maier Zoos habe ich bereits berichtet.

Nun wirds eng für ihn, nun muss er ran. In den vergangenen Monaten wurde das Bärchen auf eine Diät gesetzt. Pandaweibchen werden nur einmal im Jahr für ungefahrt 12 bis 25 Tage lang “heiß”, die optimale Zeit für das Zeugen von Nachwuchs ist nur zwei bis sieben Tage lang. Diese Brunftzeit liegt zwischen März und Mai. Das ist schon ein bisschen kompliziert, wenn man so punktgenau bereit stehen muss.

Glücklicherweise (oder dummerweise?) ist Chuang Chuang der einzige männliche Panda im Zoo, so dass Lin Hui, die einzige Dame, nicht viel Auswahl hat. Wir werden sehen, ob es gelingt, Pandas in Gefangenschaft zu züchten.

In der Zwischenzeit kann man sich auf der Website der Pandas ein wenig umsehen und -hören.

29 Mär 2007

Den König zu beleidigen ist strafbar in Thailand, ich schrieb das schon mehrfach. Auf Majestätsbeleidigung stehen zwischen 3 und 15 Jahren Gefängnisstrafe. Dabei kann man sowohl versteckte Bemerkungen wie die Thaksins, dass man ihn mit Wimpeln mit dem Königssymbol begrüßte um ihn zu täuschen, als Beleidigung werten als auch offensichtliche Aktivitäten wie das Übermalen der allgegenwärtigen Königsbilder im öffentlichen Raum.

Ein Schweizer, Oliver Rudolf Jufer, wurde nun zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er am 5. Dezember vergangenen Jahres genau Letzteres tat. Er übermalte 5 Plakate die in Chiang Mai zur Zelebration des Geburtstags seiner Majestät König König Bhumibol Adulyadejs aufgestellt waren mit schwarzer Farbe. Was genau er gemalt hat, wird man nie erfahren, weil selbst die Darstellung als Majestätsbeleidung gewertet werden kann (zu Thaksins Zeiten ein bewährtes Mittel, um unliebsame Medien ruhig zu stellen). Die thailändische Presse berichtete über das Verfahren fast gar nicht und wenn, dann zitierte man ausländische Medien.

Ursprünglich wurde Lufer zu 20 Jahren verurteilt, die Haftstrafe aber halbiert, weil er geständig war. Außerdem sagte er, dass er zum Zeitpunkt der Aktion betrunken war. In den vergangenen 10 Jahren wurde kein Ausländer wegen Majestätsbeleidigung verurteilt, einige jedoch des Landes verwiesen. Man geht davon aus, dass er mindestens 1 Jahr in der Haft verbringen wird, dann ein Königliches Pardon erhält und ebenfalls ausgewiesen wird.

Ich persönlich habe ehrlich gesagt weniger Mitleid mit ihm. Wenn man wie er mehr als 10 Jahre in Thailand lebt, sollte man auch im betrunkenen Zustand sehr gut beurteilen können, was man sich mit dem Übermalen von Königsplakaten einhandelt.

Ein Gutes wird der Prozess, über den man in Deutschland in den einschlägigen Medien berichten wird, haben: Neben den Regeln “nimm keinen Stein aus der Türkei mit” und “fische nicht in iranischen Grenzgebieten” wird die Regel “beleidige nicht das Königshaus in Thailand” sich in den Köpfen der Bildzeitungsleser fest setzen. Man sollte noch “renne nicht mit nacktem Oberkörper weiter als 10 Meter vom Strand herum” aufnehmen.

29 Mär 2007

Hin und wieder wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, warum ich denn “nichts mehr” schreibe. Seltsam. So kommt mir das nicht vor. Dummerweise schreibe ich eine Menge, was (noch) nicht online zu lesen ist oder weniger für dieses kleine Internet-Tagebuch geeignet (oder gedacht) ist. Nichtsdestotrotz haben sich einige Nachrichten und/oder News angehäuft, die ich keinem interessierten Leser vorenthalten will, ehe sie unaktuell oder aktualisiert werden. Auf auf nun zum fröhlichen Kurzgeschnittenen:

Privater Kram:

  • Wir haben die “Heiße Saison”. Von März bis Mai ist es relativ warm. 3 Uhr Nachts ist es jetzt noch 30 Grad. Die vergangenen Jahre habe ich das wohl nicht so mit bekommen, weil ich mein Leben (in sonnenbeleuchteten Zeiten) in klimatisierten Büros und Schlafzimmern verbracht habe.
  • Ich träume wieder. Also besser als zuvor. Es waren ein paar traumlose oder langweilige Fakt-Traum-Monate, nun ist es wieder phantasievoller Unfug. Beispiele? Heute Nacht: Ich obduziere eine Frauenleiche die sich mit mir über Kafka zu unterhalten beginnt. Ich liebe Kafka. Sie findet, er sei ein verwöhntes Vatersöhnchen. Ich kann das anhand der “Die Verwandlung” und des “Der Prozess” widerlegen. Nachdem Sie versteht kommt es zu nicht-familien-blog-tauglichen Handlungen. Gestern Nacht: Ich gehe eine Anhöhe hinauf. Als ich oben bin, sehe ich in der Ferne eine Rakete mit Google-Logo und jede Menge Schaulustiger. Man fragt mich, ob ich draußen zu sehen will (beim ersten Start eines Google-Satelliten) oder lieber aus dem Schaltzentrum. Ich entscheide mich für letzteres und wundere mich den Rest des Traumes, warum, denn von draußen hätte ich viel schönere Bilder schießen können. Vorgestern Nacht: Ich organisiere eine “Essen mit Spezialgast” für meine Waisenkindergruppe. Diesmal soll Saddam Hussein kommen. Er ruft zwei Stunden vorher an und entschuldigt sich auf Französisch, dass er nur per Liveschaltung auf einem Bildschirm über einen Computer (anscheinend hat er nicht viel Ahnung von Computern) dabei sein kann, weil er noch andere Verpflichtungen hat. Dann kommt der Bildschirm (und Saddam) und die Kinder stellen ihm Fragen wie “Warum hast du einen Schnautzbart?” und so.

Die gute alte Politik:

  • Khunying Pojaman Shinawatra, die Ehefrau Thaksin Shinawatras, ihr Bruder Bhanapot Damapong und ihr Privatsekretär Kanjanapa Honghern wurden wegen Steuerflucht angeklagt und gegen 5 Millionen Baht Kaution (pro Person) vorerst in die Freiheit entlassen. Nach einer Verurteilung stehen bis zu 14 Jahre in den Gefängnissen Thailands an.
  • Thaksin selbst ist Mittelpunkt einer offiziellen Untersuchung zu 6 Fällen von Majestätsbeleidigung, einer Straftat im Königreich, die pro Beleidigung mit drei bis fünfzehn Jahren Gefängnis geahndet wird.
  • Auf Sanam Luang in Bangkok (dem inoffiziellen offiziellem Demonstrationsort für alle, die gegen die jeweils regierenden Mächte sind) wird nun jeden Freitag gegen die (derzeit regierende) Regierung demonstriert. Organisiert werden diese Demonstrationen von PTV, einer Satellitensenderkette die angeblich von Thaksin finanziert und organisiert werden soll und es noch nicht geschafft hat, zu senden, aus technischen Gründen.
  • Thai Rak Thai (die ehemalige Regierungspartei Thaksins) will jedes Mitglied bestrafen, das an den Demonstrationen von PTV teil nimmt. Man versucht derzeit, eine moeglichst reine Weste zu haben, da im Prozess um die gekauften Stimmen bei der Wahl (die Thaksin bekanntermaßen im Erdrutsch gewonnen hatte) die Auflösung immer noch in einer dunklen Wolke über der Partei hängt.
  • Und dann hängt noch die Möglichkeit des Ausnahmezustands über den PTV-Demonstrationen. Personen könnten bis zu 30 Tage ohne Anklage festgenommen werden. Die Börsen reagieren sensibel, das Nationale Sicherheitskommitee sagt, da ist nichts geplant. Trotzdem wird einiges an Truppen aufgefahren.
  • Prem Tinsulanonda, der Präsident des Geheimrats seiner Majestät König Bhumibols, hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet und gesagt, dass er nicht hinter dem Putsch steckt. Wie man das macht? Indem man sich von der “Junta” distanziert. Surayudh springt ihm bei und bemerkt, dass er keine Rolle gespielt hat.
  • Auch Gen Sonthi Boonyaratglin, der Chef der “Militärjunta” hat hin und wieder Interessantes von sich gegeben. Er will seine Amtszeit als Militärchef, die im September ausläuft, nicht verlängern und hat auch keine Ambitionen auf den Posten des Premierministers, der ein kleines bisschen später frei wird. Außerdem will er auch keine Amnestie für die Putschführer in der neuen Verfassung verankern. Interessanterweise sagte er aber auch zwei Wochen vor dem Putsch noch, dass kein Putsch bevor steht. Wir können also gespannt sein.
  • Das Militär (bzw. dessen Führung) wird jedes Jahr umstrukturiert. Aktuell sind größtenteils Mitglieder einer Kadettenklasse 9 an die Macht gekommen. Diese Personen werden den nächsten Militär-Chef “wählen”.
  • Die “Buddhistische Karen Armee” Myanmars hat kurzzeitig zwei Grenzpolizisten Thailands festgenommen, weil Thailand angeblich die “Katholische Karen Armee” Myanmars unterstützt. Die beiden sind inzwischen wieder frei, trotzdem: durch solche Meldungen geraten extreme Probleme im Nordosten ans Licht.
  • Die Sache mit den Bomben im Januar: Man hat mal wieder Haftbefehle ausgestellt, Verdächtige verhaftet und die Haftbefehle zurück genommen.

In der Sparte Gesellschaft haben wir folgende Neuigkeiten:

  • Der “alte” Flughafen von Bangkok, Don Muang, wurde vergangenes Wochenende für Inlandsflüge wieder geöffnet. Wie auch immer, nach Samui kommt man anscheinend immer noch über Suvarnabhumi. Nichtsdestotrotz: Bangkok hat nun zwei Flughäfen, was die Stadt ungemein aufwertet.
  • Benzin wird um 0.4 Baht teurer beginnend morgen früh. Mein Tank ist voll. Dafür habe ich bereits das zwölfte Mal einen platten Reifen mit dem aktuellen Moped. Fürchterlich.
  • In Mae Hong Son und Chiang Mai wurde kurzzeitig Katastrophenalarm ausgerufen. Wegen Qualm. In Myanmar (oder Birma oder Burma oder wie es gerade wieder heißt) brennen die Wälder und qualmen Thailands Norden zu. Es wurde sogar verboten, auf privaten Grundstücken Müll zu verbrennen, was allerdings nichts zur Linderung beiträgt.

Kommen wir zum Boulevardbereich:

  • Ein Taxi-Fahrer hat erst eine ehemalige Lebensgefährtin und ihre Tochter und dann seinen eigenen Sohn umgebracht und dann sich selbst. Wobei das noch nicht so ganz erwiesen ist. Er soll noch mehr Leute umgebracht haben. Massenmörder, die über längere Zeit “unterwegs” sind, sind eher selten in Thailand.
  • Eine 18jährige hat ein Kind bekommen. Vater sollte ursprünglich ein Rockstarsein. Der ist es nicht, wird aber trotzdem wegen Vergewaltigung verurteilt, weil er wohl Sex mit ihr hatte.
  • In Saraburi wurde einer Karaoke-Sängerin von einem betrunkenen Polizisten der Arm abgeschnitten. Weil sie nicht an seinem Tisch sitzen wollte.
  • Saraburi ist auch sonst häufiger in den News: Ein Bus der Transport Co., der Firma die in Thailand das Busnetz betreibt, geriet in Brand. 30 Insassen starben und 31 wurden teilweise schwer verletzt. Die Busse müssen trotzdem nur aller 7 Jahre von offizieller Seite gewartet werden.
  • Schulferien! Mehr tote Kinder – On average, these causes account for about 98 child deaths a month but the figure reaches 116 in March, 132 in April and 118 in May,” he said.

Das wars. Der ToDo-Ordner ist abgearbeitet. Zwei ganz normale Wochen in Thailand.

25 Mär 2007

Auf True Visions Super Action, einem Kanal auf dem normalerweise Golf, Synchronschwimmen und Wrestling kommt, kam gerade Fußball. Die Thailand Premier League. Fußball wurde damals von Thaksin als Brot-und-Spiele-Strategie eingeführt und UBC hat sie alle, die deutschen, italienischen, spanischen, britischen und thailändischen Ligen. Es spielte die KrungThai-Bank (jepp) gegen ein Armeebatallion (jepp). Auf der Tribüne saßen etwa 40 Zuschauer, zwei Arbeiter tauschten regelmäßig Werbeplakate am Spielrand aus. Beim Austauschen waiten sich die Spieler gegenseitig. Die Spieler rannten entweder alle gleichzeitig auf den Ball zu oder sie sahen ihm nur hinterher und ließen ihn eher in der Luft als auf dem Feld herum fligen und das ganze Spiel hatte etwas von diesem Fußballspiel der südamerikanischen Liga auf US-Tournee in Springfield bei den Simpsons. In der 80ten Minute fiel das erste Tor. Von KrungThai. Interessanterweise kein Thai. Nach 90 Minuten wurden noch 3 Minuten zu gegeben, damit auch das Militär ein Tor schießen konnte. Klappte aber nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die KrungThai-Bank nun Tabellenführer nach einem atemberaubenden Spiel voller Spass und Action. Aber süß sind sie, die Fußballer.

25 Mär 2007

Die Hunde haben sich heute besprungen. Also bitte ohne jeden Nebengedanken hier, ja?!? Frontal und mit Pfotengeplänkel. Das sah nicht nur süß aus, ich dachte auch die ganze Zeit, das sollte man jetzt mal photographieren.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Im Garten blüht eine Orchideenpflanze. Sie hat bläuliche ganz ganz kleine Blüten, kleiner als ein kleiner Fingernagel. Winzig quasi.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Im 7eleven verkaufen sie jetzt Heineken im 10 Liter Fass.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Die Ferkel vom Nachbarn (eines habe ich Knut getauft) hatten heute ersten Auslauf. Kleine schwarze süße Gesellen.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Im abgebrannten Gebüsch hinterm Haus blühen die Passionsblumen, oder was das ist (bin halt kein Botaniker).

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Soosie hat eine vorbeilaufende Hündin in den Bauch gebissen, weil die nicht mit ihr spielen wollte.

Meine Kamera ist in Surat Thani. Das macht in diesem Fall aber nichts, weil ich sowieso damit beschäftigt war, meine Hunde vor eventuellen Kriegsverletzungen zu schützen.

Eine grüne Raupe mit roten und weißen Streifen hat sich an meiner Tonne verpuppt.

Und meine Kamera ist in Surat Thani.

Da macht man sich schon Gedanken, ob das ein guter Tausch war. Bin gespannt, was ich am Montag für Bilder drauf finde. Die (hoffentlich) zukünftige Verwandschaft bekommt den Kopf geschoren.

24 Mär 2007

Unter dem Titel “Besser spät als nie” stellte die Deutsche Botschaft zu Bangkok im letzten Newsletter (jede Botschaft, die was auf sich hält verschickt regelmäßig fette PDF-Dokumente als Newsletter, natürlich Opt-In, man ist ja kein Spammer) schon den Fasching vor. Sie schreiben da “Offiziel[l] ist die närrische Zeit schon zu Ende, aber echte Fasching[s]-Enthusiasten kümmert das wenig.” – ich mag das bezweifeln.

Nichtsdestotrotz ist der Fasching nun da. Auf UBC wird nun stündlich im “Public Service”-Bereich (eine als Gutmenschenaktion getarnte Werbesparte im Billigstbereich) der “Deutsche Fasching” angekündigt. Heute Abend ist es soweit. Die einen schreiben von gemütlicher, die anderen von stimmungsvoller Musik. Das beste Kostüm wird natürlich auch gekürt.

Und ab morgen fangen wir dann an, das deutsche termintreue Image wieder aufzubauen.

Naja. Was solls. Es kommen auch das ganze Jahr Weihnachtsfilme im Fernsehen. Da kann man Fasching ruhig auch mal zu Ostern feiern.

20 Mär 2007

Mukdahan (an der Grenze zu Laos) ist zur Disease-Outbreak-Zone erklärt worden, weil mal wieder ein toter Truthahn mit Vogelgrippe diagnostiziert wurde. Das passiert häufiger, entpuppt sich meistens als Fehlalarm, aber manchmal eben nicht. Rein präventiv werden erstmal wieder hunderte Geflügel getötet.

Als ich im Januar aus Laos wieder kam, war auch gerade mal wieder eine Epidemie im Gange, die später keine mehr war, aber medienwirksam zu einem “Testlauf” der Kontrollmechanismen erklärt wurde. An der Grenze zwischen Savannakhet und Mukdahan, auf der Brücke der Freundschaft 2, saß auf der Laos-Seite ein alter Mann unter einem Sonnenschirm mit einem Pumpbehälter, um die ankommenden Autos zu desinfizieren und rauchte eine Zigarette nach der anderen.

18 Mär 2007

Hab mich heute beim Rasieren fatal geschnitten. Ich sehe so aus den Augenwinkeln den Rasierer auf die Augen zu trudeln (womit ich beschäftigt war, mag der Leser nur erahnen), reiß den Kopf noch so rum und schon hab ich einen Dreierkratzer (raten Sie das Rasierermodell) unterm Auge, da wo gar keine Barthaare wachsen. Das glaubt mir wieder keiner, dass es nur ein Badezimmerunfall war.

Dann war das Wasser plötzlich alle. Grund: Die Leitungen um das Haus herum sind undicht. Nun haben die Pflanzen einen Swimming-Pool und ich schlechte Laune. Aber auch das fixen die Thais der Gegend ganz schnell mit einem großen Pflasterstein.

Außerdem hatte ich das Notebook einfach mal in den Schrank geräumt. Dass ich nun diesen Eintrag schreibe zeigt eigentlich nur, wie langweilig es ohne ständiges Mailping, Instant Messenger Tüdelüh und Reader-Updates ist. Man könnte fast meinen ich wäre Single.

Gestern hatte mein bester Freund Geburtstag und ich habe das nicht vergessen. Es gibt da eine lange Historie von vergessenen Geburtstagen, nachzuzahlenden Geschenksendungen und falsch gemerkten Geburtsdaten und so weiter. Diesmal habe ich es dank OpenBC (nein, wir heißen jetzt Xing) und Skype nicht vergessen. Dafür hatte ich meine bisherige Gedankenstütze vergessen: St. Patrick’s Day. Er hat einen Tag vor dem St. Patrick’s Day Geburtstag (nicht nach).

Eben fiel mir dann noch ein, dass heute St. Patrick’s Day ist und ich habe einen gewissen Alkoholvorrat herbei geschafft und werde nun eine Testreihe zu den Nebenwirkungen kontinuierlichen Chang-Nachschubs fahren.

Und die Hunde: das ist so eine Sache. Ich habe das dumpfe Gefühl, die haben da was am Laufen. Können gar nicht voneinander lassen die beiden.

Achso, ein Vogel ist auch noch ins Haus gelaufen und wollte sich dann nicht mehr rausjagen lassen und hat reichlich Federn gelassen, ehe ich ihn expatriiert hatte.

16 Mär 2007

After the fire

Die großen Ereignisse finden immer ohne mich statt. Eben kam ich aus dem Tesko zurück und die Büsche hinterm Haus brennen lichterloh. Die Straße 5 Meter weiter ist voller Aschefussel, es qualmt und knackt.

Am Haus angekommen jaulen die Hunde vor sich hin, weil alle Fenster offen sind – 33 Grad, ein bisschen Lüftung muss ja sein. Dummerweise war die Lüftung in diesem Fall Qualm. Also liess ich sie schnell raus und sie gingen, sich das Feuer aus der Nähe zu betrachten.

Mein Hausherr war auch schon in Aktion und löschte mit dem Gartenschlauch (und meinem Wasser. Was für ein Glück, dass das gratis ist). Er war ziemlich wütend, sofern man sein Stirnrunzeln so deuten kann. Gefühle artikuliert er lieber subtil.

Wir haben da zwei Thesen. Die erste ist die von einem Thai, der seinen Müll verbrannte, was ausser Kontrolle geriet. Das ist aber eher unwahrscheinlich, weil hier alle am Abend ihren Kram verbrennen. Die andere These ist schon wahrscheinlicher: Große Trockenheit seit Wochen, Hitze und eine achtlos weg geworfene Chipstüte dürften ausreichen, um das Stroh zum Brennen zu bekommen.

16 Mär 2007

Eines der Hauptmerkmale des thailändischen Sensationsjournalismus ist die komplette Namensangabe der Opfer aller Straftaten und Morde. Und so bekommen wir auch heute wieder den vollen Namen eines deutschen Studenten mitgeteilt, der in seinem Apartment gestern ermordet worden ist. Neulich erfuhren die Eltern eines australischen Englischlehrers erst durch das Internet vom Tod ihres Sohnes. Sehr praktisch.

Ich glaube auch der Satz “Neighbors told police that miep lived by himself but had male friends coming over to his place almost every night…” wird Neuigkeiten für seine Familie mit sich bringen.

Glücklicherweise hat es The Nation nicht so mit Photos, sonst würden wir uns sicherlich einige blutrote Photos ansehen dürfen. Obwohl: auf einer der Mailinglisten werden sie wohl unweigerlich erscheinen.

15 Mär 2007

Königlich Thailändische Botschaft
Lepsiusstr. 64-66
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60596 Frankfurt
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Königlich Thailändisches Honorargeneralkonsulat
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Königlich Thailändisches Honorarkonsulat
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70499 Stuttgart
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15 Mär 2007

Königlich Thailändische Botschaft
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3097 Bern
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15 Mär 2007

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Cottagegasse 48
1180 Wien
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Königlich Thailändisches Konsulat
Koch-Sternfeld-Gasse 7
5020 Salzburg
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Thailändisches Honorarkonsulat
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Telefon: 0512-580461
Fax: 0512-577250

15 Mär 2007

Permanent Mission of Thailand To The United Nations Office
28B Chemin du Pefit-Saconnex
1209 Geneva
Switzerland
Tel: +41.22.7342010, +41.22.7342018, +41.22.7342020
Fax: +41.22.7333678
E-Mail: thai.gva@itu.ch

15 Mär 2007

Ich überlege häufiger, ob ich was über Anschläge im Süden Thailands schreiben soll. Ich dachte auch schon über einen Google-Maps-Mashup mit den Orten der Anschläge nach, verwarf das dann aber als zu zynisch. Man könnte täglich darüer schreiben und ich werde bei Gelegenheit einen lägeren Eintrag zur Geschichte der Unruhen schreiben (liegt wie immer im Entwürfe-Ordner herum).

Trotzdem zwei Sätze zum Thema:

1: General Sonthi hat letzte Woche verkündet, dass sich die Lage im Süden verbessert hat.

2: Heute morgen wurde ein Minivan von Maskierten aufgehalten und die 9 Insassen durch Kopfschuss getötet, darunter zwei Kinder.

14 Mär 2007

Gestern wurde in Nathon ein kleiner Junge umgebracht und seine Mutter schwer verletzt. Die Nachricht lief durch die Nachbarschaft, wurde wohl kurz auf TiTV gezeigt und jeder versuchte, es mir zu erklären, verstanden habe ich aber am Ende nur, dass ein Fünfjähriger tot ist und seine Mutter schwer verletzt. Die restlichen Familienmitglieder leben zur Zeit in Australien. Von Mord wusste ich auch nichts, denn so wie ich das verstanden habe, ist das Haus zusammen gebrochen (stürmisch war es ja). Ich sehe schon, ich muss langsam mal “Thai für Kriminelle” lernen. Dann müsste ich brechen nicht mit ein- oder zusammen- in Verbindung bringen müssen. Die englischen News sind immer sehr langsam.

Was war geschehen? Kurz nach Mitternacht wurde in das Haus der Familie in Lipa Noi eingebrochen. Der Einbrecher attackierte die Mutter, der kleine Junge kam dazu, rief um Hilfe und wurde umgebracht. Seine Mutter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Es gibt zwei Theorien, eine von einem Ex-Freund aus Ko Phangan, der zugunsten eines Australiers verlassen wurde und sie zurückgewinnen wollte und die andere von über Schulden bei einem Bauhandel.

Morde geschehen in Thailand häufiger aus Leidenschaft oder wegen Schulden. Auf Samui gab es 2006 rund 3 Morde pro Monat. Im Fernsehen sieht man das allerdings nur, wenn man viel Blut zeigen kann.

14 Mär 2007

Heute war ich mein Visa im Immigration Office in Nathon verlängern. Jedes Mal wenn ich dort an komme, ist der Empfangsraum anders angeordnet und die Abläufe sind geändert. Die einzige Konstante ist diese überaus niedliche Thai in der Uniform die immer persönlich meine Unterlagen entgegen nimmt.

Der Chef persönlich hat heute wichtig eine Unterschrift in meinen Pass gepackt. Als er sah, dass ich über Laos ins Land kam hat er seinen Schnörkel ganz schnell drunter gesetzt und ich war fertig. Vor mir war ein Frankreich-Farang, der 10 Minuten lang befragt wurde, warum er so oft auf Visarun in Malaysia war.

Eine interessante Information habe ich noch: wenn ich auf ein Konto 800000฿ einzahle und einen Beleg dafür vorzeige, dann bekomme ich ein Jahresvisum.

So, also dann mal los: Wenn mir jeder meiner Leser einen Euro zukommen lässt und alle Leser die mir Visafragen per Mail schicken 100 Euro, dann habe ich das Jahresvisum so gut wie in der Tasche.

14 Mär 2007

Heute wurde nun das lange und heftig diskutierte Alkoholgesetz verabschiedet.

Der Alkoholverbrauch soll kontrolliert und gesteuert werden (wie denn bitte?), das Mindestalter für den Erwerb von Alkohol wird auf 20 Jahre fest gelegt und im Umkreis von Tempeln, Schulen und Universitäten darf kein Alkohol ausgeschenkt und verkauft werden.

Von Alkoholwerbeverbot ist keine Rede mehr.

12 Mär 2007

Im Januar gab es die ersten Anzeichen, dass tatsächlich dieses Jahr ein königliches Dekret unterschrieben werden soll, das den elektronischen Geldverkehr in Thailand einführt und regelt.

Es war tatsächlich bisher nicht möglich, Geld von einer Bank in Thailand auf eine andere Bank zu überweisen. Man durfte es auf Bank 1 abheben, zur zweiten Bank tragen und dort einzahlen. Zum Bezahlen der Wasser- und Energierechnungen muss man bisher zum Anbieter gehen und das Bar bezahlen oder es fuhren Einsammler in der Gegend rum. 7eleven hat auch einen Rechnungsbezahlservice, der immer zur Schlangenbildung an der Kasse führt, weil jede Menge Unterschriften geleistet werden müssen und Papier bedruckt werden will.

Das soll nun alles besser werden. Beginnend im April wird die National Inter-Bank Transaction-Management Exchange (National ITMX) von der National ITMX Company betrieben in drei Schritten die elektronischen Zahlungswege erweitern.

Schritt 1: SMART (small and medium amount retail transaction) – wird direkte Zahlungen zwischen den Banken erlauben. Rechnungen bezahlen wird somit viel einfacher. Das ganze soll zuerst für die Zahlung über Telephon oder Internet eingerichtet werden.

Schritt 2: Errichtung eines Sicherheitssystems für diese Transaktionen.

Schritt 3: Bis zum Ende des Jahres werden die bestehenden ATM-Maschinen umgerüstet, um die neuen Zahlungsarten anzubieten.

Schöne neue Welt. Eine eigene Regierungskommission haben sie auch schon eingerichtet ;)

12 Mär 2007

Von Freitag auf Samstag war YouTube von Thailand aus nicht erreichbar. Das sagen verschiedene Weblogs und Boards und sogar BoingBoing greift das Thema auf.

Erstens: Die Thais sind nicht dumm. Man konnte die ganze Zeit über verschiedene IPs auf die Seite gelangen und ohne www am Anfang der URL auch. Wenn die Behörden hier zensieren, dann richtig.

Zweitens: Ich konnte YouTube die ganze Zeit erreichen und habe jede Menge Nine Inch Nails Videos gesehen.

Drittens: Schon die ganze Woche hatte ich Probleme, auf Blogs zuzugreifen, die bei Wordpress.com gehostet waren. Subdomains dort waren einfach nicht abrufbar. Die Hauptseite selbst war sichtbar, ohne Stylesheets allerdings.

Ehe wir hier also von Zensur, Blocken und anderem Kram sprechen, stelle ich einfach mal fest, dass die „Techniker“ vom „Zwangsproxy“ in Bangkok einfach nur Mist gebaut haben. (Alle Anfragen ans Web werden durch zwei IPs in Bangkok geleitet wo bestimmte Seiten geblockt werden können).

Thaksin-Interviews werden nicht mehr geblockt, sie werden mit Reaktionen torpediert. Ob man nun seinen ehemaligen Finanzminister als Regierungsberater einstellt oder seine Frau der Steuerhinterziehung anklagt. Seine Interviews blockieren will man nicht mehr.

Eine Liste der geblockten Webseiten (Stand 11.Januar) kann man übrigens bei FACT – Freedom against censorship in Thailand downloaden. Falls man gerne Pornoseiten absurft, dann ist das eine sehr ergiebige URL-Quelle – außerhalb Thailands.

Seit dem Putsch sind übrigens 500% mehr Webseiten geblockt worden.

10 Mär 2007

Karl

Karl lebt in meinem Haus. Ich habe versucht, ihn raus zu schmeissen, aber wie das mit den Karls dieser Welt so ist, jedes Mal war er nach ein paar Stunden wieder da. Tagsüber sitzt er in einer oberen Ecke in der Küche oder im Wohnzimmer und harrt der Dinge, die da kommen mögen.

Nachts kommt er raus und frisst den Hunden die Leckerlis weg und springt in der Gegend rum. Ich stehe schon gar nicht mehr auf, wenn Nachts irgendwas im Wohnzimmer durch die Gegend fliegt, weil es meist nur der Frosch war, der irgendwas durch Sprunggewalt beseite stieß.

09 Mär 2007

Hin und wieder hat man ja Ideen, die etwas ausgefallener sind. Wie wäre es bspw. mit einem Horrorfilm, in dem siamesische Zwillinge getrennt werden, einer der beiden stirbt und fortan der andere Zwilling alleine durch eine immer seltsamere Welt gehen und mit dem Rache suchenden Geist seines Zwillings leben muss?

Die Macher meines ersten Lieblingsthaihorrormovies ““The Shutter”:http://www.siamzone.com/movie/m/2254” hatten diese Idee. Der Film heißt ““Alone”:http://www.dedicate-ltd.com/image/alone.html”, den Trailer gibts hier und am 29. März kommt der Film in die Lichtfilmsäle des Königreiches.

08 Mär 2007

Erstmal.

iTV wird jetzt vom “Public Relations Department” (das sind die Leute, die auch Channel 11 “machen”) verwaltet und 0:00 Uhr eben wurde es plötzlich in TiTV umbenannt. Sogar ein neues Symbol haben sie. Wie es aussieht, haben sie entweder eine Gnadenfrist bekommen oder dürfen erstmal unbefristet weiter senden.

Um 0:00 Uhr herum war der Redaktionsraum plötzlich sehr voll von sentimentalen Thais, abgeschaltet wurde aber nicht. Es machte kurz Plopp und TiTV tauchte unten rechts auf.

07 Mär 2007

Ich fass es nicht. Auf UBC (ach nein, wir heißen True visions now) kommt “Goodbye Lenin”. Auf Deutsch. Gewohnt bin ich auf dem Moviekanal nur Japanisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Das ist das erste Mal, dass ein deutscher Film kommt (den ich dazu auch noch nicht mal gesehen habe).

Gleich mal kucken.

Nichtsdestostrotz sprechen die so ein komisches überdeutliches Deutsch mit allen Wortendungen und so bemühten Dialekten. Ich glaub ich schalt auf die Thaisynchronisation um.

07 Mär 2007

iTV, Thaksins Ex-Fernsehsender, muss am 7. März um 0:00 Uhr abgeschaltet werden. Das beschloss das Kabinett heute. Man konnte Schulden in Höhe von von 100 Milliarden Baht[1] nicht bezahlen und bis geklärt wurde, wie es weiter gehen soll wird dem Sender die Lizenz entzogen.

Ich lasse diese Tatsache, die von den meisten Medien heute als “Die böse vom Militär installierte Regierung schließt den einzigen freien Fernsehkanal und unterdrückt wieder einmal die Meinungsfreiheit im vom Putsch erschütterten Thailand”-Geschichte erstmal so stehen und berichte später über die Hintergründe.


1 sorry, “billion” im Englischen ist doch eine Milliarde, oder?
07 Mär 2007

Hin und wieder verschickt die Deutsche Botschaft™ in Bangkok ein Marketingblättchen als PDF, in welchem erzählt wird, was der Botschafter Hr. Doktor Brümmer so in den letzten Wochen gemacht hat.

Heute zum Beispiel erfährt der gespannte Leser, dass er einen Kleinbus (Marke unbekannt) an die “Crime against Child, Juvenile and Woman Suppression Division” CCSD übergeben hat. Am Ende des Eintrag steht dann folgender Absatz:

Auch wer als Deutscher im Ausland sexuellen Missbrauch an Kindern begeht, ist nach deutschem Recht strafbar. Deutschland erfüllt damit die Verpflichtungen internationaler Vereinbarungen, die Kinder und Jugendliche weltweit vor Missbrauch und sexueller Ausbeutung schützen sollen.

Soso. Da verlangt man von “uns Deutschen”, ja man zwingt uns geradezu, Kinderschänder zu verachten (mal abgesehen davon, dass Taten, nicht Personen strafbar sind, oder?).

Super. Bestimmt zwingt man uns bald auch noch Mörder, Touristen und Soziologen zu verachten. Ich sage: Raus aus internationalen Vereinen, die sowas von uns fordern.

Ich gehe nicht davon aus, dass der Kleinbus was mit dem toten deutschen Pädophilen und einem Gesicht, das man als Nation wahren muss, zu tun hat – allerdings habe ich das dumpfe Gefühl, dass aus der Deutschen Botschaft in Bangkok nur solches verschwurbeltes Geschreibe kommt. Ein paar Anregungen:

“Deutschland beteiligt sich an internationalen Programmen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und deren sexueller Ausbeutung”

“Als Deutsche Vertretung in Thailand verurteilen auch wir jegliche Form des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und deren sexueller Ausbeutung”

05 Mär 2007

Ich mag es gar nicht laut sagen, könnte ja gleich wieder aus gehen, aber ich habe jetzt DSL in der Hütte. Zwei Lampen leuchten, zwei Lampen blinken.

Der Weg hierhin war hart, auch heute wieder. Der Service und der Manager riefen beide an im Laufe des Nachmittags und fragten, ob die Lampen leuchten. Was sie nicht taten. Dann wiederholte sich mehrmals das Spiel mit dem Kabel in der Gegend rum stecken und dem Abfragen der Lämpchen.

Ich murmelte immer nur vor mich hin, das Signal liege nicht an und lies Fu den verbalen Kram machen. Und wieder habe ich das Thaiwort für “Blinken” vergessen. Aber lustig klingt es.

Zwischen den ganzen Anrufen war auf einmal das Signal da und Skype ging online. Das dauerte 2 Minuten und das Signal war wieder weg.

Am Ende wurde kollektiv festgestellt, dass das Signal nicht anliege und es wurde ein Team von TT&T geschickt. Die kamen tatsächlich und steckten Kabel in der Gegend rum. Wunderten sich, dass kein Signal anliegt und telefonierten wieder.

Nach einer Weile sagten sie dann, dass das Signal morgen aufgeschaltet wird. Fu sagte “Wirklich?” und der junge Mann (Fu nannte ihn Nong, also war er ziemlich jung) sagte ja. Sie schwafelten noch ein wenig und er ging. Fu rief ihm hinterher “wirklich? morgen?” und er rief zurück ja. Das Auto startete, fuhr aber nicht weg, weil der Kleine einen Anruf bekam. Der Motor ging wieder aus und er kam zurück.

Er loggte sich auf dem Router ein (Fu war ganz begeistert, dass man das kann, da hab ich eine Möglichkeit verpasst, den coolen IT-Dödel zu spielen, denn auf dem Router hab ich schon seit Tagen rumgeschraubt) und “richtete” alles ein (nicht dass ich das schon gemacht hätte, egal).

Dann sagte er, dass wir morgen Mittag Internet haben. Fu rief ihm hinterher “Wirklich? Morgen mittag?” und er rief zurück ja.

Das war die seltsamste Kommunikation zwischen Thais seit langem.

Jedenfall fuhr der Service von dannen, Fu und ich wir gingen Essen und der Service rief an, wir sollten doch mal die Lampen checken. Also nichts wie nach Hause und Lampen angekuckt: Kein Signal. Er rief wieder an und fragte, wie es aussieht, es ergab sich ein Dialog wie in der IBM-Werbung damals (“Druckt er? Nein. Und jetzt? Druckt nicht. Und Jetzt? War die Lampe.”) und plötzlich war das Signal da. Und ging nicht mehr weg.

Seither sitzen wir anbetend vor den Lämpchen und überlegen, was wir nun mit dem ganzen Internet anstellen sollen. Asmodeus ist nun die 192.168.1.42 – wie es sich gehört für mein kleines Heimnetzwerk.

Gleich mal kucken, was sich auf den Pornoseiten so alles geändert hat…

Jetzt hab ich 7 Telefonnummern und 4 “Freunde” mehr, die ich bei bestimmten Problemen anrufen kann. So hat jede Wartezeit in Thailand ihr Gutes.

Heute also wurde fristgerecht das Internet geliefert. Ab nächstes Jahr feiern wir jeden 4. März den DSL-Tag. Und nun werde ich DSL nie wieder auf diesen Seiten erwähnen. Vermutlich.

04 Mär 2007

Gestern war Makha Bucha Day. Neun Monate nach Buddhas Erleuchtung am Vollmondtag des dritten Monats des Mondjahres (da braucht man mehr als zehn Finger um das Datum zu errechnen) begaben sich verschiedene Ereignisse:

  • 1250 Anhänger, Buddhas Schüler (Arhantas, erleuchtet und von ihm ordiniert), versammelten sich ohne Absprache um Buddha
  • Buddha hielt eine Predigt, in der er die Grundlagen des Buddhismuses legte, Ovadhapatimokha genannt.

Damit ist dieser Tag einer der drei wichtigsten buddhistischen Feiertage im Theravada-Buddhismus.

Am Makha Bucha Tag führen Buddhisten vier Verrichtungen durch:

  • Tham Bon: Man geht in den Tempel, hört einer Predigt zu, spendet Geld usw.
  • Rub Sil: Man trinkt keinen Alkohol und tut nichts Unmoralisches (was mal seltsamerweise sowieso nie machen sollte).
  • Tuk Bard: Mönche werden am Vormittag verköstigt. Im Tempel in Choeng Mon gestern war ein mehrere Tische langes Buffet aufgebaut.
  • Vien Tien: Man nimmt an der abendlichen Kerzenprozession teil. Dabei prozessiert man mit Kerzen dreimal im Uhrzeigersinn um die Uposatha-Halle, das Hauptgebäude des Tempels herum.

Da es bei den vergangenen Feiertagen in diesem Jahr, sowohl zu Silvester/Neujahr und dem chinesischen Neujahr zu Anschlägen gekommen ist, wurde auch diesmal vor Anschlägen gewarnt und die Sicherheit aufgestockt. Abgesehen von den “normales” Anschlägen im Süden gab es aber keine.

04 Mär 2007

Der Achtfache Pfad stellt die Grundlagen im Buddhismus dar und besteht aus folgenden Elementen:

  • Rechte Ansicht (Samma Ditthi)
  • Rechtes Denken (Samma Sankappo)
  • Rechte Rede (Samma Vaca)
  • Rechte Handlung (Samma Kammanto)
  • Rechter Lebenserwerb (Samma Ajivo)
  • Rechte Anstrengung (Samma Vayamo)
  • Rechte Achtsamkeit (Samma Sati)
  • Rechte Konzentration (Samma Samadhi)

Ovadhapatimokha wird die dreistufige Darstellung der Lehren Buddhas genannt, die eine kompaktere Version des Achtfachen Pfades darstellt.

  • Die Weisheit (Panna): Hierunter fallen Rechte Ansicht sowie Rechtes Denken.
  • Die Ethik (Sila): Hierunter fallen Rechte Rede, Rechte Handlung sowie Rechter Lebens­erwerb.
  • Die Sammlung (Samadhi): Hierunter fallen Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit sowie Rechte Konzentration.

(Dieser Eintrag wird noch erweitert)

04 Mär 2007

Regelmässige Leser dieser kleinen Publikation werden sich erinnern, dass ich anstrebe, aus meiner kleinen Hütte mit den Hunden gemeinsam ins Internet zu gehen. Schneller als bisher mit dem 5kB-Mobilemodem. DSL ist eine gute Sache (wir Kenner nennen es hier ADSL2+) und überall verfügbar. Nur nicht in meiner Hütte.

Zum Donnerstag nun ward mir das Internet ganz bestimmt verkündet. Und kam nicht. Gestern nun kamen die Kabelleger wieder. Gleich am Morgen fuhren sie auf und rauchten erstmal eine. Dann machte man sich ans Kabellegen. Das dauerte den ganzen Vormittag und kurz vor Nachmittag wickelten sie dann ein dickes schwarzes Kabel um den Baum hinterm Haus, schoben es mir ins Dach hinein und nebem dem UBC-Kabel wieder heraus. Schnipp schnipp. Schraub Schraub. Fertig.

Es waren 4 Männer, einer arbeitete und die anderen drei spielten mit den Hunden und fütterten sie mit Erdnüssen. Sie rauchten noch ein bisschen und unterhielten sich mit der Hausbesitzerin.

Als sie weg waren, kam sie zu mir und fing an, sich mit mir zu unterhalten. Über ein Websiteprojekt, was wir laufen haben, über die Pflanzen im Garten und dass die Hunde gerne spielen. Mir wurde mulmig zumute. Nach einer Weile sagte sie dann “Internet” und legte eine lange Pause ein. Ich liess mich zu einer triumphierenden Geste hinreißen. Sie sprach dann “come tomorrow”.

Super.

Ich packte meinen Kram ein, klaubte die letzten Baht aus der Sofaritze und wandelte wieder ins klimatisierte Internetcafe.

Heute nun schaltete ich meinen kleinen Router ein und schaute gebannt auf die grünen Lämpchen. Eine leuchtete. Power. Eine blinkte. Test. Gut. Blink blink. Dann hörte sie auf zu blinken und eine andere Lampe fing an zu blinken. Status. Sehr schön. Dann tat sich nichts mehr. Nachmittags riefen wir dann beim Support an und fragten, was nun ist mit Internet und so.

Der Support stellte viele kluge Fragen und lies sich genau erklären, welche Lampen blinken und welche nicht. Das Thaiwort für Blinken forderte mir immer ein bisschen Kraft ab, nicht laut los zu lachen. Allerdings hab ich es schon wieder vergessen. Jedenfalls sagte der Support dann, dass ich blöd sei, ich müsse ja das Kabel auch in den Computer stecken (ohne auf die nicht leuchtende Lampe bei Line einzugehen).

Ich steckte das Notebook an und legte (als braver Windowsuser) die Installations-CD ein. In Thailand muss man DSL installieren. Nach vielen bunten Bildern welches Kabel wohl in welche Buchse gesteckt würde kam die Abfrage eines Zuganges. Username und Passwort. Davon hab ich in Verbindung mit DSL noch nie was gehört. Also bin ich wieder zu den Hausbesitzern und wir haben in den Papieren gekramt. Ganz klein stand dann irgendwo ein Zugang. Der wurde eingetippt und das Programm checkte, ob alles in Ordnung sei.

War es nicht. Fehlermeldung: Es liegt kein DSL-Signal an. Fu rief wieder bei der Servicestelle an, dass kein Signal anliege (wie ich bereits einmal erklärt habe). Es wurden wieder die Lämpchen abgefragt (Lämpchen sind wichtig in Thailand) und Kabel in der Gegend rumgesteckt. Anschließend diagnostizierte der Support mich abermals als blöd und meinte, dass da gar kein Signal anliege.

Gut. Oder auch nicht. Denn anscheinend hat der DSL-Anbieter mit den Leitungen nichts zu tun. Wir riefen also beim Signalfreischalter an und der sagte uns, ja klar. Das können wir machen. In sieben Tagen. Fu wurde bleich und geschäftig und sprach recht häufig von “Farang” und “tham ngan” (langnasiger Europäer und Arbeit) und legte dann relativ wütend auf.

Es wurde sich mit dem Hausbesitzer beraten und sie riefen dann den Kabelleger an. Das ist die dritte Partei im Spiel. Der kam dann sofort, sagte irgendwas von “lööm” (vergessen) und prüfte die Kabel. Die waren alle in Ordnung, also rief er einen Manager bei TT&T an und diskutierte lange mit ihm. Auch dieser sprach wieder von einer 7-Tage-Frist. Anschließend wurde eine andere wichtige Person angerufen, eine Zigarette geraucht und der TT&T-Manager rief bei uns an und sagte, dass morgen (am Sonntag) mein Signal freigeschaltet wird. Wir dürfen ihn gerne morgen anrufen und uns absichern, dass alles in Ordnung ist.

Den Rest des Abends muss ich übrigens mit so einer komischen Musical-Zeile im Kopf verbringen, wo eine Göre in nervigem Tone ständig “Tomorrow, Tomorrow!!!” singt.

Übrigens: Morgen hab ich hier DSL.

02 Mär 2007

Hier kommt grade auf UBC (ach nein, wir heißen ja jetzt true visions) ein Charlie-Chaplin-Film. Schwarz Weiss. Mit französischen Einlagen. Logischerweise kommt sowas nur Nachts. Aber keine Sorge, ich bleib wach und kuck mir das an…

PS: Mir fällt grade ein, dass ich meinem besten Freund seit über einem Jahr einen Eintrag über die 5 Filme, die mich definitiv zum Heulen bringen, verprochen habe. Chaplin (der Film namens) ist dabei.

02 Mär 2007

Und wieder hat Lt-General Assawin Khwanmuang zugeschlagen und einen Farang-Mord schnell und einfach aufgeklärt.

Es wurde ein Mann verhaftet, der nach längerem Verhör gestanden hat, die beiden Russinnen in Pattaya umgebracht zu haben. Er hat bereits eine Polizeiakte mit mehreren Überfällen. Nun soll es also doch ein Raub gewesen sein.

Der ganzen Sache voraus gegangen ist die Einbeziehung eines ““Game-Show-Gewinners”:http://www.cdnn.info/news/travel/t070228.html”, der anhand der Überwachungskamerabilder die Marke des Mopeds erkannt hat – eine Honda Wave (das hätte ich auch gekonnt, jedes zweite Moped hier ist – eine Honda Wave) und ein Fahndungsphoto heute Nachmittag.

Da fällt gar nicht weiter ins Gewicht, dass noch heute Morgen ein Raubüberfall kategorisch ausgeschlossen wurde. Weil nichts geraubt wurde.

Die Spur der beiden russischen Männer, mit denen die Toten sich kurz vor dem Mord getroffen hatten, wird somit nicht weiterverfolgt. Auch nicht die Spur der Bandenkriege zwischen Thai- und Russenmafia. Auch nicht die Spur eines angeblich mit dem gleichen Flug gekommenen Killers. Wir haben ja einen geständigen Täter.

01 Mär 2007

Es sieht so aus, als ob ich tatsächlich heute Abend das weltweite Internetz aus meiner kleinen Hütte heraus besuchen kann.

Gestern waren auf einmal viele halbnackte muskulöse Thaiboys um mein Haus herum damit beschäftigt, Masten aufzustellen. Ganz im Stil meines Hauses waren das abgeschälte Baumstämme. Der Grundstücksbesitzer muss die Masten auf seinem eigenen Grund selbst aufstellen. Das waren also noch keine TT&T-Leute.

Eben nun kam die Hausbesitzerin vorbei und meinte auf Thai und mit vielen Worten, was ich seltsamerweise verstanden habe, dass sie angerufen hätten und nicht wüssten, um welche Uhrzeit sie heute kämen. Im gleichen Moment fuhr ein Pickup auf den Sandplatz mit vielen Metallpfählen.

Und eben ziehen hier Regenwolken auf.

Ich warte also gespannt.

[Update 16:30] Punkt 16 Uhr stand ein Telecom-Pickup im Garten. Der Motor läuft seither und die Hausbesitzerin quatscht mit den zwei Typen. Hin und wieder wird telefoniert. Entweder warten sie auf den Sonnenuntergang oder darauf, dass der dicke Farang ausrastet.

[Update 16:35] Jetzt sind es drei Monteure und der Pickup ist um einen Meter nach vorne gefahren.

[Update 16:55] Ich sitze im Internetcaffee… Alles klar. Sie haben nicht genug Kabel. Anscheinend wissen Sie auch erst seit eben, wohin sie Kabel legen sollen. Ich lächelte und fuhr von dannen.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
Auf Textpattern geschmiedet.