Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - April 2007

2007

30 Apr 2007

Natalie Glebova war mal Miss Universum und arbeitet derzeit als Brauereipferd und Appetizer in Thailand. Paradorn Srichaphan ist ein ehemals ziemlich erfolgreicher Tennis-Spieler, der es schon mal bis auf Platz neun der Weltrangliste gebracht hat und als einer der erfolgreichsten Thais gehandelt wird, derzeit aber eher durch Ausfälle in frühen Runden glänzt.

Zeit also für die beiden, das Leben danach zu beginnen und ins Regenbogenpresselicht zu rücken. Wie macht man das am Besten? Genau: sie verlobten sich. Am vergangenen Dienstag machten beide monatelangem Rumoren in den Foren und Skandalblättchen ein Ende und verlobten sich medienwirksam in einem Krungtheper Hotel.

Then the couple told the crowd that they became engaged on Songkran night during a dinner in Bali. Paradorn said he got down on his knees when he asked for Natalie’s hand. In return, Natalie responded with no hesitation: “Yes, yes, yes, yes!”

Sogar ein wackeliges übersteuertes Video gibt es von der zeremoniellen Verlobungspressekonferenzzurschaustellung.

Neben dem ฿3Mio. teuren Verlobungsring bekam Natalie von ihren zukünftigen Schwiegereltern noch ein Collier und Diamantenohrringe (฿16Mio.), die Paradorn ihr mühselig um und in Hals und Ohren stopfen durfte.

Natalie hat nun auch einen Nickname bekommen (Thais sprechen sich nie mit dem Namen im Ausweis an): “Piang Fah” (engl. “high as the sky”). Die Schwiegertochter aller Thais soll sie werden, so wünscht es sich der Paradorn.

Mit Genuss beschreibt The Nation im Webspecial Paradorns bisherige Liebschaften (oder was man ihm gerne als Liebschaft nachsagt) und bemerkt süffisant, dass Natalie sich nicht allzu sicher sein sollte. Der Sack ist erst zugebunden, wenn sie verheiratet sind (und selbst das hat in Thailand zuweilen nicht viel zu sagen).

Die Hochzeit soll im November oder Dezember stattfinden.

25 Apr 2007

Ants. Again.

Das Leben im Dschungel bringt manchmal weniger nette Überraschungen mit sich. Wie beispielsweise das Ameisennest im Scanner.

Hab ihn kurz in die Sonne gestellt und die Ameisen zum Verlassen aufgefordert. Einige sind schnell verschwunden, der Großteil ist aber erstickt oder verbrannt oder was auch immer. Das ist mir aber inzwischen egal. Ameisen müssen nicht in meinem Haus leben.

Neulich waren sie noch in der Tripod-Tasche.

25 Apr 2007

Es ist mal wieder Zeit die Tabs aufzuräumen, die es nicht in eigene kleine Einträge geschafft haben.

  • Hin und wieder gibt es ja Gerüchte, man wolle die Amtszeit von General Sonthi Boonyaratglin, unter anderem Putschführer, verlängern, damit er Thailand bis zur nächsten Wahl “begleiten” kann. Premierminister Surayudh hat das nun ausgeschlossen. Schade. Ein Gerücht zu Sonthis Zukunft weniger. Wenn er allerdings kein Armeeführer ist, könnte er dann nicht eventuell, vielleicht, er hat ja Zeit, man weiß ja noch gar nicht, wer der nächste Premierminister werden wird…
  • Sternchen auf der Zahnbürste: wenn Zahnbürsten nun Sternchen haben, sind sie gut genug für thailändisce Münder. Ich selbst bin ja vivider Nutzer von Colgates 360degree-Bürste (eine Schande, dass ich für diese Zeile kein Geld bekomme) – seit langer Zeit mal eine Bürste ohne den Tomatenkratz-Biegeknubbel hinter dem Griff. Der Rubbel-Belag für die Zunge bringt mich regelmäßig zum Würgen… Was man nicht alles tut für die Beißerchen…
  • Thaksin, für die weniger regelmässigen meiner Leser: der war mal Premierminister, hat Interesse an einem Fussballclub. Wieder in England (Liverpool, Fulham und die Wolverhampton Wanderers waren schon auf seiner Liste) sei nun Manchester City sein Begehr. Mal sehen ob er Glück hat. Sein Töchterchen lebt ja schon in London und ist total “down to earth”, sagen ihre Freunde. Sie lädt sie sogar nach Hause ein und lässt ihre Bediensteten für sie kochen.
  • Die ersten Kritiken am Entwurf der neuen Verfassung Thailands tauchen auf: Sie sei zu sehr darauf zugeschnitzt, Zeiten wie die Thaksin-Ära zu verhindern und achtet weniger auf die eigentlichen Probleme oder ist zu ungenau an bestimmten Stellen. Naja. Ist ja nur ein Entwurf.
  • Der Chef vom DSI, dem Inlandsgeheimdienst, wurde versetzt, weil er angeblich zu unentschlossen war, bestimmte Fälle aus der Thaksinzeit aufzuarbeiten. Er war wohl zu bekannt mit bestimmten Leuten…
  • Das Wetter: warm...
23 Apr 2007

Heute Nachmittag findet in Bangkok ein “Seminar” statt, auf dem über Zensur im zeitgenössischen Kino und andere aktuelle Themen gesprochen werden wird.

The seminar will be held at HOUSE RCA rama 9 theatre on Monday 23rd, at 4 PM.

Speakers include Apichatpong Weerasatetakul, Prachya Pinkeaw (director of Ong Bak), Pantham Tongsang (Syndroms’s producer), Chalida Uabumrungjit (Thai Film Foundation) and Kraisak Choonhawan.

Moderated by filmmaker Pimpaka Toweera.

Hin und wieder sehe ich Gründe, nicht froh über meine Insellage zu sein.

Die Petition gegen Zensur im Thaifilm läuft immer noch (mit Dank an den Rollmops).

Apichatpong will seinen Film Sang sattawat (Syndromes and a century) nicht schneiden, was wohl dazu führen wird, dass der Film in Thailand nicht anlaufen wird. Die Szenen die bemängelt wurden sind relativ unspektakulär: Ein die Schwester küssender Arzt, Alkohol im Büro, ein Gitarre spielender Mönch. Das Problem für die Zensoren liegt in dem Verfall der Werte, der damit dargestellt werden soll.

22 Apr 2007

Meine Quellen berichten, im Angthon National Park (das Inselparadies hier um die Ecke) würde ein Wal mit Walbaby sein Wesen treiben. Genauer gesagt gibt es Sichtungen bei Ko Tao. Da Babies nur mit Müttern rumschwimmen ist es natürlich ein Walweibchen.

Mal sehen ob ich an Bilder oder Unhörensagenberichte komme.

Irgendwie dachte ich immer, Wale würden nur in kühleren Gewässern schwimmen.

22 Apr 2007

Sunset

Hach. Gibt doch nichts Besseres als bei einer gemütlichen Kokosnuss und im Gespräch mit netten Menschen (oder auch nur einem) am Strand zu sitzen, der Sonne beim Sinken zuzusehen und festzustellen, dass man die Memorykarte von der Kamera im Computer vergessen hat. Daher nur ein Handyphoto. Es zeigt aber schon ganz gut, was viele heute verpasst haben.

22 Apr 2007

Eben. Telefon klingelt, ich kuck aufs Display, ein Name steht drauf, ich heb ab:

Ich: Hi <piep>, how are you?
Sie: Hi Pat. I am fine. Why didn’t you take my call? I called you two times…
Ich: denke, ich könnte jetzt in längere Ausführungen verfallen und erklären, dass es Anrufer gibt, auf deren cold calls ich mich seelisch erst vorbereiten muss, lasse das aber und verfalle auf die übliche Taktik Ehm, I was sleeping.
Sie: Yeah, I was sleeping too and just woke up to call you. What are you doing?
Ich: Ooch, nothing particular. Playing with the dogs. Doing nothing…
Sie: Me too. We need to meet. I want to meet you and talk with you, hehe…
Ich: Ehm. Ok. And when?
Sie: Today, later. I call you back, ok?
Ich: Ok.
Sie: Ok. I call you, byebye.
Ich: Ok, and i call you too, I mean, I take your call. Bye.

Klick.

PS: Ich stehe auf Englisch mit dickem russischen Akzent.

22 Apr 2007

Heute habe ich dem kleinen Sohn meiner Hausherren (5 Jahre alt) Sexualkundeunterricht gegeben. Ehe man das jetzt falsch versteht, seien mir einige Erläuterungen dazu erlaubt.

Meine Hausherren haben zwei Kinder. Einen fünfjährigen und einen siebenjährigen Sohn. Wenn den beiden langweilig ist (das kommt vor und zur Zeit kommt es häufiger vor, weil Schulferien sind), dann sieht man sie erst in einiger Entfernung des Hauses spielen, dann etwas näher, dann auf dem Weg vorm Haus, dann unter dem Haus, dann auf der Treppe und dann sind sie da. Alles wird angefasst, alles wird verschoben. Sie reden Thai mit mir als ob ich es verstehen würde und spielen mit den Hunden. Am liebsten aber spielen sie mit der Hunde Quietschetierchen.

Seit die Hunde kahl sind kommen sie täglich, auch heute morgen wieder. Der Kleine hebt dann Soosie hoch und pieckst Pokki an. Heute kuckte er pl&oum;tzlich Soosie unter den Schwanz (was ohne Fell einfacher ist). Dann lachte er und sagte etwas mit “klein” zu seinem Bruder. Der fing an hysterisch zu kichern und sagte ihm, dass Soosie kein Junge ist. Er fing dann an, noch interessierter Untersuchungen anzustellen und Soosie zieht jetzt immer den Schwanz ein, wenn er in der Nähe ist.

Jetzt weiss er also das mit den Mädchen. Ein früher Start.

22 Apr 2007

Turtles

Hier vertreten durch die Glubschäugige Hundehaus-Schildkröte, Cryptodira Testudinoidae Geoemydidae Plastica, die so nur noch in begrenzten Lebensräumen auf Samui im Dschungeldickicht von Ban Thai zu finden ist.

21 Apr 2007

Hab ich schon erzählt, dass es Leute gibt, die den Buddhismus in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankern wollen? Nein? Gut. Also es gibt da Leute, die den Buddhismus in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankern wollen.

Das ist schon seltsam. Das erste, was “man” über den Buddhismus lernt ist, dass es keine Religion sondern eine Weltanschauung ist.

Womit sich das Thema schon erledigt hätte.

Amen, um mal mit anderen Weltreligionen zu sprechen (jenen, die keine Weltanschauung sondern Dogma sind).

20 Apr 2007

Gestern war ich beim Friseur. Die Hunde auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Ich habe einen Stamm-Haar-Shop hier um die Ecke, geführt von einer etwas älteren (aber nicht zu alten) Thai, die ein wenig Englisch spricht. Dann gibt es noch wechselnde junge meist recht ansehnliche Friseusinnen, welche die Kleinarbeit (föhnen, waschen, maniküren, massieren usw.) machen.

Normalerweise geh ich da rein, die Chefin sieht mich schon von Weitem, fängt mich ab, packt mich in einen Stuhl, fragt was ich will (“short” sag ich immer, ende aber meistens mit einem braven Jungenschnitt der nach europäischem Verständnis mittellang ist) und schnippelt los.

Diesmal betrat ich frohen Mutes den Shop und die Chefin war nicht da. Dafür drei kleine Friseusinnen, die sich mit sich selbst (also ihren Haaren) beschäftigten. Bei meinem Anblick wurden ihre Augen größ (im Sinne von Schrecken). Ich hab ja schon mal gehört, dass Thai-Friseusen Angst vor Farangs haben, weil die sich immer beschweren und von ihren Fransenschnitten nicht so begeistert sind, habe es am eigenen Leib noch nie erlebt.

Nun also ich. Mein wohlartikuliert hervorgestossenes “Sawadee Krap” half nicht viel. Ich sagte “yaak tat phom” (Ich will einen Haarschnitt), sie reagierten aber nicht. Ich stand im Shop wie ein Geist und sie berieten mich verbal ignorierend aber ständig betrachtend (“kann es uns hören? oh, jetzt hat es sich bewegt.”), was zu tun sei. Nach einer kleinen Weile griff sich dann eine der Friseusen-Thais ein Herz und ein Mobile und rief jemanden an. Die Chefin.

5 Minuten später war alles wie immer. Die Chefin kam, wir trieben ein wenig Gossip, sie packte mich in einen Stuhl, fragte mich, was ich will (“short” sagte ich, sie frug “short?”, ich sagte “short”, sie sagte “but is short”, ich sagte “make it half of it”, sie sagte “that really short”, ich sagte “I know”) und fing an zu schnippeln. Es fielen Haare und am Ende sagte sie “now really short” und die Friseusinnen im Hintergrund murmelten was von “handsome man” und nahmen Handyphotos (was ich natürlich nicht bemerkte).

Ich gehe gerne zum Friseur.

20 Apr 2007

Gestern waren die Hunde beim Friseur. Ich auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Samui ist von der Trockenzeit heimgesucht. Hitze, wenig Wind und jede Menge Sonne. Die letzte Woche verbrachten die Hunde größtenteils unter der Couch hechelnd und relativ unbewegt. Wenn sie sich mal bewegten, dann nur um rauszulaufen und den nächst besten Distelbusch zu besuchen. Man muss sich das ungefähr wie Weizen oder Roggen vorstellen, nur anstelle der Körner kleine Disteln. Die verfangen sich dann im Fell, werden versucht durch Beißen zum Abfallen bewegt zu werden, was die Sache natürlich verschlimmert. Am Ende kommen auf 10 Minuten Draußen rum rennen 1 Stunde Distel-Nothilfe. Von dem ganzen Kleinviehkram der sich im Fell verstecken kann mal ganz zu schweigen.

Jedenfall entschloss ich mich schweren Herzens, den Fellbündeln eine Rasur verpassen zu lassen. Als ich die Geschirre (wir Shih-Tzu-Halter schwören auf Geschirre an Stelle von Halsbändern) aus packte, waren die Beiden sehr begeistert. Geschirre, das heißt Moped fahren und es gibt nichts Schöneres als sich den Wind um die Schnauze wehen und die Ohrlappen im Fahrtwind flappern zu lassen. Leider wissen sie auch, dass es dann meistens zum Arzt (iiih, böse Spritzen) oder Hair-Dog-Shop (argh, andere Hunde und Wasser von oben und unten) geht. Trotzdem. Wind und Moped toppt alles.

Am Shop angekommen konnten Pokki und Soosie nicht schnell genug hinein kommen. Drinnen waren die Käfige an der Wand aufgebaut und der Deckenlüfter blies die Hunde in selbigen (mehrere Shih-tzi und ein Pudel) an. Normalerweise sind sie hinten versteckt, es gibt aber keine Klimaanlage und an heißen Tagen ist es dort wohl sehr warm.

Die Hunde bellten, die Friseuse kam, fragte “shower?” ich sagte “yes and cut”. Sie bekam große Augen (im Sinne von Schrecken). Dann fragte sie “cut?” ich sagte “yes. cut!” sie griff Pokki ins Fell, streichelte ihn ein wenig und fragte wieder “cut?”. Mir wurde plötzlich klar, dass die Strategie darauf hinaus lief, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und ich wechselte auf Thai und sprach “tat phom tsching tsching” (ja, wirklich schneiden). Die zweite Friseuse kam, wurde von meinem Vorhaben unterrichtet und fragte mich “cut?”. Ich versuchte auf Englisch die Sache mit den Disteln, der Hitze und den Insekten zu erklären und glaube, zumindest die Disteln verständlich gemacht zu haben, denn plötzlich sagte eine der beiden “aah. cut!”.

Als nächstes ging es um die Länge. Ich wollte auf so zwei bis drei Zentimeter hinaus, damit sie trotzdem noch wuschelig und als Aufreißwerkzeug funktionsfähig sind, das wurde aber abgeschmettert. Sie zeigten auf einen kleinen Shih-Tzu mit ganz kurzem braunen Fell. Nach einigem Verhandeln gab ich mich geschlagen, sie fragten noch mal “cut?”, ich sagte “cut!”, die Hunde wurden abgeführt und ich nach Hause geschickt.

Das war um neun morgens. Um zwöf begann ich die beiden zu vermissen. Um drei riefen sie (der Hair-Dog-Shop) an, dass die Hunde fertig sind (“pokki kap soosie finish now” – das kann missverstanden werden). Im Shop angekommen kamen mir die beiden in den gestrigen Photos zu sehenden Wesen entgegen gelaufen. Ich habe ziemlich lange gelacht und überlegt, ob sie süß oder lächerlich aussehen.

Den beiden scheint es zu gefallen. Sie sind aktiver (die Zeit die ich sonst mit Bürsten verbrachte verbringe ich nun doppelt mit Spielen) und müssen sich nicht ständig befellen lassen. Pokki steht auf nackte Shih-Tzus, denn seit gestern versucht er Soosie ständig zu besteigen. Das lässt mich aber relativ kalt, denn ohne Haare im Blickfeld kann man sehr gut erkennen, dass das nur Trockenübungen sind. Er vermutet den Zielpunkt seines Begehrens auf Soosies Rücken. Hehe. Dummer kleiner kahler Hund.

20 Apr 2007

Einen langen selbstbezogenen Eintrag schreiben, schnell noch einen Kommentar zu aktuellen südkoreanischen Themen schreiben, das Ganze löschen und nichtssagende drei Zeilen schreiben. Posten. Schlafen gehen.

Ich brauche dringend wieder ein Blog. Einen Blog. Den Blog. Quasi.

19 Apr 2007

Der erste Entwurf der neuen Verfassung Thailands wurde heute vorgestellt. Mal sehen, was drinnen steht, die Übersetzung wird nicht lange auf sich warten lassen.

Der Entwurf darf nun diskutiert werden und soll dann entsprechend der Anregungen angepasst werden. Im Juli soll es dann ein öffentliches Referendum geben, das die Verfassung entweder annehmen oder ablehnen wird. In ersten Fall würde es Neuwahlen entweder am 23. oder 16. Dezember geben, in letzten Fall neue Probleme.

18 Apr 2007

Me now.

Mangels Interesse an meinem Blog (meinerseits, ja, solche Phasen gibt es) hier ein Photo. Das bin ich. Kuckt mich an. Die Haare sind wieder viel zu lang. Ich gedenke ein kleines Experiment, ehm, anzustellen.

Das sind diese durch parasoziologische Stränge getränkten Reallife-Phasen. Vergeht auch wieder. Kurze Sätze. Viele Punkte. Nur das Gelb des Hauses bleibt.

Nächstes Wochenende wird der Entwurf der neuen Verfassung vorgestellt. Für Thailand. Dann liest man sich sicher wieder.

15 Apr 2007

Ein Film, der international geachtet wird (ein Preis aus Hong Kong, Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfestivals von Venedig) wird in Thailand nicht in die Kinos kommen. Es ist ein thailändischer Film. Es wird von einem “Board” verlangt, dass 4 Szenen geschnitten werden:

The scenes the board found objectionable show a young monk playing a guitar, a group of doctors drinking whisky in a hospital basement, a doctor kissing his girlfriend in a hospital locker room, and two monks playing with a radio-controlled flying saucer.

Der Film: Saeng Satawat (Syndromes and a Century)
Der Regisseur: Apichatpong Weerasethakul

Das ist Zensur, die mir Sorgen bereitet.

PS: Die Zensurgründe.

15 Apr 2007

Es ist mal wieder Zeit, die Bookmarks der News abzugrasen, die es nicht in einen eigenen Eintrag geschafft haben:

  • Oliver Jufer, der Schweizer, der wegen des Übermalens von 5 Königsplakaten zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, ist frei und zurück in seiner Heimat. Wobei ich nicht so genau weiß, ob er das nach 10 Jahren in Thailand noch als Heimat bezeichnen wird. König Bhumibol Adulyadej hat ihn wie erwartet begnadigt.
  • Thaksin hingegen wird nicht wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Was nicht ausdrückt, dass er den König nicht beleidigt hätte, wie man den Kommentaren in den Abend-News entnehmen konnte ;)
  • Der Foreign Business Act wurde überarbeitet. Bisher galt ein Unternehmen als “Foreign Business”, wenn in deb Stimmen/Anteilen an der Firma mehr als 50% der Stimmen von Ausländern gehalten wurden. Das wurde teilweise abgeschafft. Ob das den Rückgang ausländischer Investitionen in den letzten Jahren aufhält, wird sich zeigen.
  • Ein englischer Diplomat führte (mit viel Tamtam auf der Startseite angekündigt) ein Blog bei The Nation Online. Er stellte Photos von sich online, ein Kommentator schrieb, dass er ihn in Soi Cowboy, einem der Rotlichtbezirke Bangkoks in Begleitung einer “2 Dollar Hure” (ich zitiere das mal nur) gesehen hat. Inzwischen gibts das Blog nicht mehr. Aber viel Häme von den anderen Medien.
  • Die eher unglaubliche Entführung eines Amerikaners, die ich vor gut einem Jahr als Kurzgeschichte gelesen habe (Link folgt sobald ich ihn wieder finde), fand dieses Jahr im April in Realität statt. Kein Scherz.
15 Apr 2007

Wir befinden uns mitten im Songkran, dem thailändischen Jahreswechsel. Das offizielle Neujahr in Thailand ist seit 1941 der gleiche Tag, der im gregorianischen Kalender das Neujahr darstellt, der 1. Januar. Das ist nicht der richtige Gregorianische Jahresanfang, sondern der Jahresanfang des Suriyakati-Kalenders, den man auch als gregorianischen Kalender Thailands bezeichnet. Gezählt wird allerdings vom Todestag Gautama Buddhas, 543 v. Chr. an, so dass wir nun das Jahr 2550 haben.

Songkran ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne in das Tierkreiszeichen des Widders, im indischen Tierkreis Mesha-Rasi, eintritt. Songkran ist wie viele andere Begriffe aus dem Sanskrit entlehnt und bedeutet soviel wie “Bewegen” oder “Wechseln”, also der Wechsel der Sonne in einen neuen Tierkreis.

Das genaue Datum des “großen Songkrantages”, des Tages, an dem die Sonne wechselt, wird von den königlichen Astrologen berechnet. Dieses Jahr fällt er auf heute, Samstag, 14. April. Das ist leider kein gutes Zeichen, denn fällt der große Songkrantag auf einen Samstag, muss man mit Missernten, Konflikten und teuren Gütern rechnen. Die offizielle Bekanntgabe des großen Songkrantages findet in Zeiten des Internets auf einer (nicht zensierten) Webseite statt.

Songkran besteht theoretisch aus den drei Tagen zwischen dem 13. und 15. April. Vielerorts fängt man aber schon ein paar Tage eher mit dem Feiern an (siehe Photos von meiner Nacht in Hat Yai) und zieht die Feiern bis zum 17. April hin.

Songkran Midnight Hat YaiBereits am Vorabend des ersten Songkrantages ist Frühjahrsputz angesagt. Man will nicht mit dem Schmutz des alten Jahres in das neue Jahr gehen. Am 13. April feiert man Wuan Mahasongkran, den letzten Tag des Jahres. Man geht ins Kloster und opfert den Mönchen Reis (mehr als sonst), Süsskram und andere Sachen. Der Abt und die Buddhafiguren des Klosters werden nachmittags rituell gereinigt, indem man sie mit Wasser übergießt. Auch die älteren Familienmitglieder werden derart geehrt. Der 13. April ist gleichzeitig der National Elderly Day Am 14. April ist Wuan Nao, der Tag zwischen den Jahren oder “Der Tag nach dem Ende des letzten Tages”. Am 15. April, Wuan Talueng Sok, feiert man den eigentlichen Neujahrstag.

Eine andere Tradition ist, am großen Songkrantag neun Tempel zu besuchen, was ich dieses Jahr aus technischen Gründen unterlassen habe.

Songkran Midnight Hat Yai Dass die “traditionalen Wasserschlachten” eine leichte Übertreibung der Tradition ist, Wasser über die Hände der Älteren und der Mönche zu gießen, macht den Kämpfern allerdings keine Sorge.

Weshalb Songkran außerhalb Thailands als “das Wasserfestival” bekannt ist. In eher traditionell orientierten Familien ist es ein Fest, an dem man die Eltern und Großeltern ehrt. Man braucht sich also nicht wundern, wenn rund um Songkran die Zeitungen voll mit Berichten über geriatrische Fakten wie bspw. der Tatsache, dass jeder 5. ältere Thai allein lebt (ein Zeichen für den Verfall der Familienwerte). In Bangkok dürfen an den drei Songkrantagen alle Thais über 60 Jahre gratis mit dem Skytrain fahren.

15 Apr 2007

Technical Problems

Das Leben im Dschungel bringt manchmal weniger nette Überraschungen mit sich. Wie beispielsweise das Ameisennest in der Tripod-Tasche. Jetzt gibt es viele ersoffene Ameisen, hunderte heimatlose Ameisen und eine vernichtete zukünftige Generation.

Neulich habe ich sie schon aus meiner CD-Sammlung verjagt. Eier zwischen CD-Rohlingen ist entscheidendes Kriterium um selbige (die Rohlinge) unbrauchbar zu machen. Mal sehen, wo sie beim nächsten Mal landen.

14 Apr 2007

In kurz:

  • Youtube.com ist immer noch gesperrt
  • Pantips politisches Forum war für kurze Zeit geblockt (Selbstzensur)
  • Die Techniker von true (unter anderem Internetanbieter) sind genauso doof wie die bei der Zensurbehörde und zensierten ein paar Stunden lang das halbe Internet.

Unter Verwendung mehrerer Fachbegriffe:

Youtube wurde wie bereits geschrieben vor gut zwei Wochen wegen eines König Bhumibol Adulyadej beleidigenden Videos vollständig geblockt. Das Informationsministerium hat vorher versucht, Google dazu zu bewegen, das Video zu löschen, die haben es unter Verweis auf viel beleidigendere Videos über Bush verweigert. Youtube hat Integrität. Die Techniker von ICT, der Online-Zensurbehörde wissen nicht, wie sie einzelne Seiten blockieren sollen. Google bietet nun an, Thailand über die Möglichkeit des Blockens einzelner Seiten zu unterichten. Vermutlich bemerken sie dann doch einen leichten Rückgang des Besucherstroms, denn Youtube ist recht beliebt im Thinternet und ICT nimmt gerne mal ein paar Websites als Colateral Damage mit. Das ganze Hin und Her wird hier und da diskutiert, bewertet, kommentiert. Ich selbst finde es einfach nur schade, denn es zeigt mir wieder einmal, dass hin und wieder einige einzelne Webseiten doch recht monopolistisch am Markt bestehen. Das meine ich weniger in Hinsicht auf Macht, mehr in Hinsicht auf die 50% leeren Einträge in meinem Feedreader.

Inzwischen sind weitere Clips aufgetaucht und Youtube wird wohl nicht so bald freigegeben werden.

Pantip.com ist Thailands Forum. Das kann man so absolut sagen, denn es gibt in Thailand Sanook.com und Pantip.com. Ersteres ist Thailands Internet. Wenn ich einen Thai mit meinem Notebook online gehen lasse, ergibt sich regelmäßig der folgende Dialog:

Er: Where is internet?
Ich: Thats the internet, you have to give an URL.
Er: But that is empty. Internet have pictures.
Ich: No, Websites have pictures.
Er: But where to search for Websites?
Ich: tippe google.com ein
Er: But that not Internet. That Google for farang.
Ich: habe die Glühbirne überm Kopf und tippe sanook.com ein, drei Popups, vier blinkende Ads an der Seite, zwei Halbnackte Popstars, ein Politikerbildchen, blinkende Links, Javanavigation, Geräusche bei Mausbewegung usw.
Er: Yeah. That internet!

Pantip.com wiederum ist Thailands Online-Treffpunkt. Viele nennen die Foren dort Chatrooms, es gibt aber Chatrooms und Foren (wir Farangs unterteilen das gerne). Jedenfalls wurde vergangenes Wochenende plötzlich das Politische Forum bei Pantip.com gesperrt. Nach ein paar Tagen wurde es nach “Gesprächen mit dem ICT” wieder entsperrt und es ergab sich, dass die Sperrung von den Webmastern des Forums gesetzt wurde und nicht von der Zensurbehörde. Es sollen wohl Einträge aufgetaucht sein, welche die öffentliche Sicherheit gefährden (was auf Deutsch heisst, dass jemand Einträge geschrieben hat, die Prem Tinsanulonda, den Chef des königlichen Geheimrats, und die Monarchie selbst beleidigen).

Die Webmaster haben das Forum prophylaktisch gesperrt, um einer Vollsperrung wie im Youtube-Fall zu entgehen. Inzwischen ist alles entsperrt und das Forum wird von zusätzlich eingestellten Moderatoren überwacht.

Zuletzt dann wäre noch der Glitch zu erwähnen. Am Mittwoch war plötzlich das halbe Internet gesperrt. Aber nicht für alle. Nach einer kleinen Weile stellte sich heraus, dass die Techniker von true die Blockliste der Zensurbehörde falsch implementiert haben.

Das Interessante an der ganzen Sache ist, dass damit die technische Realisierung der Blocks klarer erkennbar ist. MCIT hat eine Blockliste, die von den Providern implementiert werden muss. Ich habe mich schon eine Weile lang gewundert, warum ich bei Youtube entweder Timeouts oder eine Policy-Meldung angezeigt bekomme, während andere den berühmten grünen Bildschirm sehen. Den zeigt man mir nur, wenn ich die Existenzgrundlage des Internets zu besuchen versuche.

Die Nachricht bei Youtube lautet:

Access Denied (policy_denied) Your system policy has denied access to the requested URL. For assistance, contact your network support team.

Ich denke, ich werde bei Gelegenheit mal mein Netzwerksupportteam anrufen und hören, was sie zu erzählen haben.

PS: Pantip.com ist übrigens die Website, auf der Thailänder Anleitungen finden können, wie man geblockte Websites trotzdem besuchen kann. Die werden nicht geblockt.

14 Apr 2007

Ich könnte gut ohne diese ganze Chemie leben. Andererseits… was wäre es (das Leben) ohne die Wendungen? Langweilig? Vieleicht sowohl mit als auch ohne…

Loftið leikur við lakið sveipar frið
Ljósið lýsir þér læðis farið er
Tunglið tekur við tælir hugans mið
Máninn mænir á myrkur far þú frá
drauma mína sá drungalegur fer
Dagur risinn er myrkur margur er
Meiðir sér aleinn er

The air plays with, the sheet covers peace
The light lights you, tiptoed gone it is
The moon takes over, seduces the mind
The moon gazes on, darknes you be gone
A fabric drawn away, my dreams it saw, creapy goes,
Day has risen, darkness, many are
Hurts it self, alone he is

10 Apr 2007

Fu war heute auf der Hochzeit einer Freundin (ich nicht, denn ich musste arbeiten, das ist ein Thema für sich, kein Kommentar).

In Thailand ist es so, dass die Mönche, die die Hochzeit abhalten, bestimmen, wann die Zeremonie statt findet. Normalerweise ist das in den Morgenstunden, denn nach 12 Uhr Mittags dürfen Mönche nicht mehr essen, und ohne bewirtet zu werden ist so eine Hochzeit nur halb so viel Spass (für alle Beteiligten).

Interessantweise wurde besagte Hochzeit für 16:45 anberaumt. Da mag man sich so seine Gedanken machen. Vielleicht war einer der Gründe, dass der Gemahl ein Farang aus der Schweiz ist und bis ungefähr 16 Uhr zu arbeiten hatte (wie seine Gäste). Ich frage mich, ob es eine monetäre Grenze gibt für derartige Zeitgestaltungen.

10 Apr 2007

Heute morgen munkelte man vom Gegenputsch. Wieder einmal. Bestätigend kam diesmal hinzu, dass Premierminister Surayudh unerwartet alle Termine für heute absagte. Alle beteiligten Parteien waren schnell wieder am Bestätigen, dass von Gegenputsch keine Rede sein kann und Surayudh auch definitiv nicht zurück tritt oder vom Nationalen Sicherheitskomitee wegen schlechter Leistungen und Uneinsichtigkeit hinsichtlich des vom Komitee geforderten Ausnahmezustands wegen der Gegendemonstrationen eingesackt wurde.

Am Ende war es “nur” eine “Routineuntersuchung” Surayudhs, die spontan angesetzt wurde. Es geht ihm gut, sagen die behandelnden Ärzte. Er muss aber zur Beobachtung des Verdauungstraktes bis Donnerstag im Krankenhaus bleiben.

Eine Umfrage bringt dann auch noch ans Tageslicht, dass 32% der Befragten finden, dass Surayudh keine Besserung der Situation im Lande brachte, 30% der Meinung sind, alles hat sich verschlimmert und nur 17% eine Verbesserung verspüren.

Seltsame Vorkommnisse. Aber alles ist in Ordnung. Und von Gegenputsch kann einfach keine Rede sein.

08 Apr 2007

Ich kam grade aus dem Kino heim. Einige Premieren für mich, im Inselkino war ich noch nie. “Alone” ist besser als erhofft, man sollte den Film sehen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Auf der Heimfahrt sind wir dann fast noch erschossen worden (Dramatisierung des Autors). Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll.

07 Apr 2007

Eine 211 Baht-Rechnung mit neun 20 Baht-Scheinen und einem 50 Baht-Schein bezahlt. Die Schlange 5 Minuten lang aufgehalten. Sie war zwar ziemlich süß (die Kassen-Thai), aber im 7eleven ist Schönheit umgekehrt proportional zu Geschwindigkeit und (ich hör schon die Complaints) Intelligenz.

Das war ein sehr amüsantes Intermezzo.

Das nächste Mal zahl ich mit zwei verschiedenen Prepaid-Karten.

06 Apr 2007

Mein neuer Lieblingshorrorfilm heißt “Alone” und berichtet vom Leben eines ehemaligen siamesischen Zwillings. Der Film stammt von den selben Regisseuren, die mich schon mit “The Shutter“ die Stummschalttaste der Fernbedienung beim Filmkucken nutzen lassen haben. Das passierte bisher nie. Und am Wochenende sehe ich mir “Alone” an. Allein. Im Kino.

06 Apr 2007

Youtube.com wird immer noch auf den thailändischen Internetleitungen geblockt. Jetzt merkt man beim morgendlichen Feedreader-Abgrasen, wieviele Blogs ihre “Inhalte” über Youtube beziehen. Inzwischen werden auch immer mehr Informationen zu den Vorgängen hinter den Kulissen bekannt.

Der 44 Sekunden lange Clip, der Thailands Internet-Zensur-Behörde ICT Youtube.com blocken ließ, soll inzwischen vom Benutzer, der ihn dort hochgeladen hat, gelöscht worden sein. Seine IP ist in den USA registriert. Trotzdem wird der Block weiter aufrecht erhalten, weil wohl noch zwei Standbilder auf der Website kursieren sollen.

Im Film sollen nackte Frauenfüße auf dem Bild des Königs zu sehen und Bilder des Monarchen mit Comic-Augen versehen worden sein. Jeder der sich mit dem Status der Königsfamilie beschäftigt hat, kann klar erkennen, dass es beleidigend gemeint ist. Die Füße gelten hier als tiefstes, niederwertigstes Körperteil. Man zeigt nicht mit Füßen auf Personen, im Tempel werden die Füße immer weg von Statuen und Mönchen gehalten, wenn man sitzt oder kniet. Man steigt auch nicht über Personen weg, wenn es mal eng ist.

Die Thais mit denen ich mich zum Problem unterhalten habe, lassen sich in zwei Gruppen teilen: eine, die den Clip gesehen hat und äußerst wütend über den Hersteller ist und eine, die den Clip nicht gesehen hat, aber aufgrund der Informationen zum Clip äußerst wütend über den Hersteller ist. Ich selbst habe nur das Standbild gesehen und dachte mir schon, dass das nicht jedem gefallen wird.

Allerdings, wie auch immer man über den betreffenden Clip denken mag: die Frage, warum man nicht diesen einzelnen Clip blockt und stattdessen die gesamte Webseite unerreichbar macht, muss sich das ICT stellen lassen. Die Aktionen der Behörde machen keinen technisch ausgeklügelten Eindruck und sind eher Anlass zu Witzeleien unter meinen Freunden hier. Vor einigen Jahren soll sogar schon der komplette Google-Cache geblockt worden sein, weil dort alte Kopien der Webseiten zu finden waren.

Auf der anderen Seite: Kommunikationsminister Sitthichai Pookaiyaudom sagte, dass er bei YouTube/Google um die Löschung des Clips gebeten hat und zur Antwort bekommen hat, dass sie den Clip nicht löschen werden, über Bush würden noch viel schlimmere Clips kursieren, die sie nicht löschen.

Da fällt mir nicht viel mehr ein, höchstens irgendwas mit “sozialer Kompetenz”, “gesellschaftlicher Verantwortung” und “regionaler Einfühlsamkeit”. Google hat sich damit keine Freunde auf dem IT-Markt in Thailand gemacht. Aber ich nehme auch nicht an, dass sie hier irgendwelche Pläne hätten. Regierungsanfragen aus China beantwortet man dort sicherlich mit größerer Freundlichkeit.

Update: Inzwischen ist der Useraccount auch gelöscht worden. Das Video wurde von gut 66000 Usern gesehen und bekam zuletzt 953 Kommentare, die meisten davon waren gegen das Video gerichtet.

05 Apr 2007

Soll ich sie Agathe nennen?

Ich habe ein klitzekleines Problem mit einer Maus. Klein. Grauschwarz. Langer Schwanz. Vielleicht 5 Zentimeter lang, ohne Schwanz. Mit sinds 15.

Als ich im Februar zurück kam, lief sie eines Tages durchs “Wohnzimmer” (wir Kenner nennen den 3×3m-Raum gerne Wohnzimmer). Ich sagte ein paar Tage später Fu, dass ich eine Maus habe, sie sagte nur “Yes. I know.” Die Hunde schauten ihr (der Maus) auch hinterher, als ob sie schon recht vertraut wären.

Jetzt bin also ich der einzige, der keine Maus im Haus will.

Ich habe sie Agathe genannt. Darf ich sie töten? Ich würde mich schlecht fühlen. Nichtsdestotrotz stiehlt sie das Hundefutter und legt es hinter dem Fernseher ab. Und durch das Loch im Fernsehschrank hat sie sich auch schon gequält und auf die Raub-CD-Sammlung gepinkelt.

Irgendwie warte ich noch auf kleine Baby-Mäuse.

05 Apr 2007

After the fight

Als gestern vormittag ein Marktschreier-Pickup den Feldweg entlang kam, dachte ich mir schon, dass es wieder soweit wäre. 50 Meter vor meinem Haus schalteten sie das Band, das bis dahin auf Thai vor sich hin schrie, quietschend und rückkoppelnd aus und ein alter Mann begann auf Thanglish (ein Service nur für mich, denn niemand sonst in meiner Ecke hier versteht kein Thai) zu verkünden:

Baffallowfaitingg! Buffalowfaitingg! The champ of thee champions (das haben Sie von den Thai-Boxern geklaut). Come to see Buffallow! Fighting! One Million Baht Money! Buffalow!!!

50 Meter weit weg schalteten sie wieder das Thaiband auf. Ich war gewarnt.

Die ganze Zeremonie hatten wir ja im vergangenen Jahr schon. Erst hört man freudiges Schreien, dann hört man panisches Schreien, dann hört man hämmernde Hufen, dann sieht man einen dunklen Rücken durch den Dschungel galoppieren, dann kommen die jagenden Mopeds, dann die fliehenden Zuschauer. Das läuft jedes Mal nach dem gleichen Schema ab.

Heute nun kam der Protagonist des Kampfes direkt am Haus vorbei, schnaufte kurz die Hunde an, die erregt vor sich hin kläfften und bahnte sich dann hinter dem Haus einen Weg in den (abgebrannten) Dschungel, nur um 10 Meter weiter wieder heraus zu kommen. Jetzt gerade laufen sie auf der Straße 50 Meter weiter hinter ihm her.

Buffalow-Fighting. Großartig.

05 Apr 2007

Youtube ist in Thailand geblockt. Die einen sagen “mal wieder“, die anderen “diesmal wirklich”. Grund dafür soll ein den König beleidigendes Video sein. Die glücklicheren unter den Internetusern Thailands bekommen die Blockseite des MICT angezeigt, ich bekomme nur Timeouts. Der “Trick” vom letzten Mal mit dem Weglassen von www am Anfang oder dem Aufruf der IPs von Youtube funktioniert dieses Mal nicht.

Eigentlich schade, denn ich bastel an einer Serie mit Videoclips. Abhängig zu sein ist nicht schön.

04 Apr 2007

Dienstags sitzt das Kabinett in Bangkok beim Kaffee und beschließt dies und das. Heute unter anderem Folgendes:

  • Songkran wird einen Tag länger! Seit 2001 gibt es eine gesetzliche Regelung in Thailand, die es erlaubt den ersten Werktag nach einem Feiertag der auf ein Wochenende fällt arbeitsfrei zu stellen. Auf diese Art und Weise gab es in den vergangenen Jahren zu Songkran (das Thailändische Neujahr, das von 13. bis 15. April gefeiert wird) 5 freie Tage, weil es ganz gut um ein Wochenende herum passte. Diese freien Tage werden von den meisten Thais genutzt, um die Familien zu besuchen. Dieses Jahr nun hätte es nur 4 freie Tage gegeben, weil gleich zwei Songkran-Tage auf das Wochenende fielen. Das kann nicht gut sein, schon gar nicht in Hinsicht auf die innere Wiedervereinigung (reconciliation) des Landes und so gibt es dieses Jahr einen weiteren freien Tag am 17. April.
  • Aber nicht nur das Volk soll vom Kabinett beschwichtigt werden, auch die Putschführer müssen auf andere Gedanken gebracht werden, weshalb sie und 423 andere höhere Militärs eine Gehaltserhöhung von 30% erhalten. “The CNS said previously these personnel deserved the new pay rate as they had worked hard and had not a break, even on public holidays.”
  • Nur nebenbei möchte ich bemerken, dass es Risse im sowieso gespannten Verhältnis zwischen dem Militär und der Regierung gibt. Sonthi beschwert sich regelmäßig, dass Surayudh zu lasch mit Gegenbewegungen umgeht. Nachdem Surayudh sich vergangenen Freitag geweigert hat, den Notstand auszurufen, damit das Militär beruhigend auf die Gegendemonstranten einwirken konnte, soll Eiszeit herrschen. Das gab es allerdings schon häufiger, genauso wie die Gegenputschgerüchte, die sich hartnäckig halten.
  • Ebenfalls im Sinne der oft zitierten inneren Wiedervereinigung des Landes verlangt ein Geschichtswissenschaftler nun, Thailand in der neuen Verfassung wieder als Siam zu bezeichnen, Thailand als Name (was übersetzt “das Land der Freien” bedeutet) sei 1939 aus rassistischen Gründen eingeführt worden.
  • Der Mörder des kleinen Jungen auf Samui wurde gefasst und verleugnet jegliche Schuld. Die Familie stammte übrigens aus Österreich und nicht Australien, wie bisher berichtet. Austria und Australia klingt für Thaiohren ziemlich ähnlich.
  • Die Mitglieder der ehemaligen People’s Alliance for Democracy (PAD) beraten, ob sie wieder ‘auferstehen’ sollen. Nach dem Putsch haben sie sich aufgelöst, weil ihr Hauptziel, Thaksin von den Hebeln der Macht weg zu befördern, erreicht war. Inzwischen hinterfragen aber auch sie die Erfolge der Regierung. Dass ihr ehemaliges Gründungsmitglied der Medienmogul Sondhi Limthongkul vergangene Woche zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er ein Mitglied der Thai-Rak-Thai-Partei beleidigte, hat damit nichts zu tun.
  • Wie gesagt, fahren viele Thais über Songkran zu ihren Familien. Die Tage rund um das Thailändische Neujahr sind leider auch die unfallreichsten im Jahr. Dieses Jahr gab es bereits heute schon einen ersten schweren Unfall. Ein Pickup mit 25 (!!!) Arbeitern auf dem Weg nach Si Sa Ket überschlug sich, weil ein Reifen platzte. 9 Tote und 18 Schwerverletzte sind das Resultat. Da überlegt man sich zweimal, ob man sich für Freunde freuen kann, die über Songkran nach Hause fahren wollen.
03 Apr 2007

Das wars. Nun ist Schluss mit lustig.

Gestern “peakte” der Hormonspiegel einer bisher unbefruchteten 5jährigen Panda-Dame im Chiang Maier Zoo. Der Panda-Herr Chuang Chuang, seit gut einer Woche mit Panda-Porno bedröhnt, wurde mit ihr im gleichen Käfig eingesperrt – doch nichts passierte.

Entweder war er durch die Filme bereits gesättigt oder er findet Lin Hui nicht sonderlich erregend, denn alles blieb kalt im airconditionierten Liebesnest.

Heute nun wurden ihm recht unzeremoniell 3 Portionen Sperma entnommen, die Lin Hui eingepflanzt werden sollen. Man ist sich zu 80% sicher, dass sie davon schwanger werden soll ;)

©2004-2011 Patrick Kollitsch
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