Youtube.com ist immer noch erreichbar. Ich hab den ganzen Tag Monty Python angekuckt und auch The Nation hat (nach der 24-Stunden-Regel) Breaking News zum Thema zu verkünden ;)
Samui? Samui! Geschichten von der Insel*
Das Archiv - August 2007
2007
Thailand vor! Noch ein Thooooooor!
Thailand wird gegen Vietnam spielen und die Sozialisten in Grund und Boden stampfen. Allerdings nur in der Unter-17-Jahre-Klasse. Da muss man ja nicht so lange stampfen.
Das Halbfinale der ASEAN Football Federation (AFF) steht an. Dinh Hong Vinh (der Coach der Vietnamesen) weiß schon genau, woran es noch hapert:
Even though we played well in the first half, we lost our shape in the second and that gave Laos acres of space. Obviously we have to work on the team’s tactical discipline over these next two days.
Wir werden ja sehen.
Strom ist eine feine Sache. Man kann damit Lüfter antreiben, Lampen, Kühlschränke, Computer, Fernseher, Stereoanlagen und manchmal sogar Router und Modems.
Mein kleines Haus stand vor einem Jahr einsam im Dschungel und war sofort Favorit (obwohl ich gar nicht mehr auf der Suche war).
Nun nach einem Jahr hier sieht es fast noch genauso rosig aus. Fast. Seit ein paar Monaten stellt mein Hausherr mehr und mehr Häuser fertig und schließt die alle an “meine” Stromleitung an. Also eine einzelne Stromleitung, an die mein Haus auch angeschlossen ist. Beim ersten Haus war das noch ok. Mit dem zweiten Haus kamen die wöchentlichen Stromausfälle. Mit dem dritten Haus begann der Router plötzlich on- und offline zu gehen – nach einer Weile fanden wir dann heraus, dass es am Stromlevel lag und nicht am Internetanbieter wie zuerst vermutet. Ich schaffte mir also eine UPS an und lebte fortan mit dem häufigen Klicken der Batterie.
Vor zwei Wochen nun wurde das vierte Haus angeschlossen und der Strom war fast nicht mehr vorhanden. Die Lampen flackerten (Epileptiker sollten fern bleiben), der Kühlschrank kühlte nicht wirklich, der Fernseher lief erstaunlicherweise, nur die UPS gab den Geist auf und wurde seither nie wieder vollständig aufgeladen. Abends dann fiel der Strom gleich komplett aus, wenn alle Häuser ihre Lampen anmachten. Am Wochenende startete nicht mal der Laptop mehr, weil die Batterie leer war und nicht neu geladen wurde.
Ich hatte mir schon eine fiese kleine Stromgewinnungsstrategie zurecht gelegt: Während der Stromausfälle schaltete ich alle elektrischen Geräte an. Kam der Strom wieder, dann nur sehr instabil, bis alle anderen Häuser all ihren Elektrokram ausschalteten. Wenn ich dann meine Lampen auch alle ausgeschaltet hatte, dann war sogar mal genügend Strom vorhanden, um meinen Router zu betreiben.
Wie auch immer: Es ist das schönste Dschungelhaus kein schönes Dschungelhaus wenn die teure Internetanbindung nur 2 Stunden am Tag funktioniert.
Und so gehen wir wieder auf die Suche nach stabilem Strom (in Verbindung mit einem netten kleinen Haus). Weiter gegen den Uhrzeigersinn auf der Ringroad entlang (immer schön weg von Soddhom und Gonorrhöe). Diesmal zwei Kilometer (oder mehr?) nach Bang Por. Man wird berichten.
Interessanterweise hat sich das Energielevel im Haus seit gestern wieder etwas erholt. Nachdem ich die Kaution fürs neue Haus hingeblättert habe… Der Fernseher hingegen hat sich erst mal verabschiedet. Läuft zwei Sekunden und schaltet sich dann in den Standby.
Die Europäische Union hat nun einen Stunt geliefert, den normalerweise die Amerikaner zu liefern pflegen:
Surayud said he had been informed by Election Commission Chairman Apichart Sukhakkhanont that EC wanted t sign a memorandum of understanding with Thailand in a way that it would control, not monitor, the election.
Anscheinend hat man in der EU keine eigenen Probleme, die es zu kontrollieren gibt.
Youtube.com geht wieder. Ich hatte 24 Stunden nach dem letzten Mal glatt vergessen, Bescheid zu sagen, dass es wieder geblockt ist, aber das war es. Bis vorhin. Nun können wir wieder Youtube.com kucken.
Ich rechne mit einer ungeblockten Zeit von bis zu 48 Stunden und bin schon am Überlegen, ob ich ein Youtube-Block-Watch-Blog aufmachen sollte.
Neuwahlen gibts in Thailand am 23. Dezember. Wir können uns schon mal auf Schlagzeilensuche machen.
Gestern hat Seine Majestät König Bhumibol die neue Verfassung unterschrieben. Dazu wurde sie mit jeder Menge Goldkram und handschriftlich dreimal aufs Papier gebracht. Mich würde mal interessieren, was man so bei eBay mit solchen Verfassungen erzielen kann, wenn sie erstmal durch die nächste ersetzt wurden. Das macht sich sicherlich gut an der Wand neben den 17 anderen Verfassungen, die das Land seit 1932 schon über sich ergehen lies. Die Halbwertszeit der Verfassung liegt damit bei etwas mehr als 4 Jahren.
Mein kleiner Feldweg wurde neulich nicht nur in eine Asphaltstraße verwandelt – zumindest zu 90% der Länge, bis zur Karaokebar und 20 Meter dahinter, das Ende wurde mit einer neuen Feldwegkreuzung versehen und am Straßenrand baggern Bagger und Schutttransporter fahren meine Internetkabelhalterbaumstämme einmal in der Woche um. Das allerdings hat seine Vorteile, denn dann bemühen sich nackte männliche Oberkörper, neue Stämme zu suchen um mein Kabel wieder aufzurichten. Das Internetkabel.
Neulich hat sogar die Karaoke-Bar auf meiner Straße wieder auf gemacht. Oh, achso, hab ich das nicht erzählt? Die hat drei Wochen nach meinem letzten Eintrag zum Thema mangels Publikum und Interesse angefangen, Urlaub zu machen. Einmal war sie noch im März offen und seither war (angenehme) Stille. Vorher bekam man von leicht bekleideten Mädchen in strammer Pose auf der Bühne thailändische Liebeslieder gesungen, die vermutlich dem Tonfall und der Stimmung nach zu urteilen alle schlecht aus gingen.
Wenn man auf den einschlägigen Thaivideokanälen mal eine Testreihe fährt (ansieht), dann treffen drei der folgenden vier Punkte auf jede der erzählten Geschichten zu:
- Es geht um eine Frau und einen Mann, die sich lieben
- Einer von beiden geht in die große Stadt um Geld zu verdienen
- Die Telefonate bleiben aus
- Der jeweils zurück gebliebene gibt auf oder fährt in die große Stadt um den anderen zu treffen und triff ihn auch, mit einem/einer Anderen.
Liebe ist eine traurige Angelegenheit in Thailand, gesangstechnisch betrachtet.
Vor drei Wochen nun wurde die Karaoke-Bar mit einem großen Feuerwerk, das nun im Gedenken an jenen ehrwürdigen Tag aller zwei Tage unter dem vereinten Gejaule der caninen Streuner der Umgebung wiederholt wird, neu eröffnet. Seither hat sich einiges geändert. Leicht bekleidete Mädchen singen in strammer Pose internationale Klassiker wie “Ai wi Sawaih!” und “Mai humm”. Das Personal hat sich vervielfacht und sitzt ab Einbruch der Dunkelheit auf einer Straßenhälfte. Auf der anderen Straßenhälfte parken die Pickups und Mopeds. Pickups der Familienväter und Mopeds der umgebenden Jugend. Man hat eine zweigleisige Zielgruppenstrategie geplant.
Damit ist es auf der Straße ziemlich eng. Wenn ich dann zur Bierbeschaffung unterwegs bin, muss ich gezwungenermaßen da durch und werde in der Regel “angesprochen”. Ich dachte, nach zweidreimal dürften sie mich als Antikunden eingestuft haben, so lange reicht das Gedächtnis anscheinend aber nicht.
Sogar einen Ladyboy haben sie. Wobei, wenn ich das vom fahrenden Moped aus erkennen kann, dann ist das eher eine scheinheilige Verwandlung. Er, also sie, läuft immer telefonierend den Weg entlang und ruft mir ein tiefes “Hello” entgegen. Ich rufe “Hello” zurück und beschleunige demonstrativ um 20km/h.
Seit heute nun hängt auch ein englischsprachiges Plakat an der Ringroad-Einfahrt. “Sing a song” ist der Name der Karaoke-Bar, geöffnet ist sie von 8pm bis 2am (na super) und “all is welcome”.
Und da wir gerade bei Karaoke sind, ich will schon seit einiger Zeit auf ein Blog aus der Region verweisen, das ich gerne lese: Ngu ngon, Vietnam, was soviel wie “Gute Nacht Vietnam” heisst und aus selbigem, Vietnam, kommt. Das Blog und das Vokabular. Wer das Wortspiel erkennt, darf sich jetzt grossartig fühlen, denn an mir ist es zuerst vorbei gegangen. Es wird glücklicherweise im Blog erklärt. Das Blog wird von David beschrieben, der in Vietnam – das ist wie Thailand, nur viel sozialistischer – sein Dasein fristet. Seit gut einem Jahr bloggt er und hat in mir einen Stammleser. Wenn es also hier mal wieder nur langweiliges Genörgel und Photos mit gleichem Ausblick gibt, dann kann man drüben ruhig weiter lesen. Anfangen kann man bei seinen Erfahrungen mit dem Karaoke-Wahn der Vietnamesen. Ist nicht viel anders dort oben als hier um die Ecke…
Was hier aussieht wie die Reaktion der Isaan-Bevölkerung auf das Ergebnis des Referendums vom Sonntag ist eher Bestandteil meiner Abendunterhaltung. Da wird verbrannt, was die Müllkübel hergeben.
Am Wochenende wurde die Wiese vorm Haus abgeholzt und heute pünktlich zum Sonnenuntergang wurden die Häufen in Brand gesteckt. War relativ lustig. Relativ, weil der Wind die Schwaden direkt in mein kleines Häuslein geweht hat.
Als Entschuldigung gab es dann einen Arm voll Früchte. So gefällt mir das.
Man kann das Zählen der Stimmen (die Wahllokale (eher leer, wenn ich heute daran vorbeigefahren bin) schlossen um 18 Uhr) live verfolgen. Derzeit sieht es wie ein Ja für die neue Verfassung aus. Man sagt, gegen neun Uhr kann man das Ergebnis relativ repräsentativ nennen.
Interessant finde ich die regionalen Trends. Im Norden ist man uneins, im Isaan relativ eins und im Süden einer Meinung.
Stand 19:35 Uhr
Ja: 4,804,089 Stimmen
Nein: 3,503,694 Stimmen
Ungültig: 167,234 Stimmen
Stand 20:10 Uhr
Ja: 7,560,279 Stimmen
Nein: 5,427,828 Stimmen
Ungültig: 262,258 Stimmen
Stand 22:00 Uhr
Ja: 13,123,252 Stimmen (56.6 %)
Nein: 9,605,693 Stimmen (41.5 %)
Ungültig: 441,460 Stimmen (1.9 %)
Am Sonntag wird gewählt: In Thailand darf das Volk (erstmals per Referendum) entscheiden, ob der Entwurf einer neuen Verfassung angenommen wird oder nicht.
Wenn die Verfassung angenommen wird, dann gibt es Neuwahlen entweder am letzten Novemberwochenende (um zum Geburtstag des Königs am 5. Dezember ein funktionierendes Land und keine Wahlplakate mehr im Straßenbild zu haben), am 30. Dezember (weil das die letzte M&oum;glichkeit wäre, das Versprechen der Putschenden, Neuwahlen noch in 2550/2007 zu haben, einzuhalten) oder am 23. Dezember (weil es erstens nicht die letzte Möglichkeit wäre, das Versprechen der Putschenden, Neuwahlen noch in 2550/2007 zu haben, einzuhalten und zweitens gute Headlines in der internationalen Presse geben würde: “Demokratisches Weihnachtsgeschenk für geschenkgebeuteltes Land” oder “Und unterm Weihnachtsbaum eine Regierung” oder so. Vergessen wir mal kurz, dass Weihnachten weder buddhistisch noch thailändisch ist).
Wenn die Verfassung allerdings nicht vom (wahlberechtigten und wählenden) Volk angenommen wird, dann, ehm, ja dann wird, ehm, es wird, ehm, man will, dann soll, also man weiss es noch nicht wirklich. (Es wird davon geredet, eine ältere Verfassung wieder herzustellen, aber nicht davon, welche.)
Wie immer halten sich die Stimmen in der Waage, was ziemlich einfach ist in Thailand. Zu “normalen” Wahlen konnte man in den vergangenen Jahren immer “für Thaksin” oder “gegen Thaksin” sein, gewonnen hat er so oder so. In diesem Referendum ist es noch viel einfacher, denn die Wähler können sich zwischen zwei Optionen entscheiden. Eine schlechter als die andere. Ja oder Nein. (Und The Nation, das englischsprachige Neuigkeitenblatt aus Bangkok, das siche gerne den Anstrich einer ungeteilten Objektivität gibt, bringt in den beiden vorherigen Links einige Argumente für die jeweilige Option an.)
Die Nein-Wähler sind größtenteils online aktiv und haben schöne Graphiken mit Gewehrmündungen und Schuhen die je nach Bedarf auf Köpfen, der Verfassung oder gesperrten Websiten Thaksins stehen. Überhaupt haben die Verfassungs-Gegner für demokratisch vorgebildete Farangs wie mich eher fadenscheinige Argumente, warum man mit “Nein” wählen sollte:
- weil die Verfassung von einer Militärregierung gesponsert wird
- weil die Verfassung den Putsch im vergangenen September legitim macht (ehem, legitim ist der Putsch bereits durch das Endorsement des Königs vergangenes Jahr)
- weil die Verfassung von einer Militärregierung kommt
- weil die Verfassung bestimmte Kreise (Thaksin) ausschliesst
- weil die Verfassung von einem von der Militärregierung eingesetzten Gremium entworfen wurde
Interessanterweise habe ich noch keine inhaltlichen Kommentare der Verfassungsgegner zum Text gesehen. Diese absolute Ablehnung hinsichtlich einer Sache ohne konstruktive Gegenvorschläge ist allerdings nicht neu, das wurde zu den Neuwahlen im vergangenen Jahr genauso gehandhabt, da boykottierten einfach mal alle Thaksin-Gegner die Wahlen.
Seit einigen Wochen bekommen die thailändischen Haushalte gelbe Heftchen zugestellt, in denen der Verfassungsentwurf im Originaltext steht und teilweise auch erklärt wird. Allerdings, so sagt man, soll der Text recht unverständlich gehalten sein, so dass ihn normale Menschen nicht unbedingt verstehen können. (Hab mir sagen lassen, dass das generell der Fall mit Verfassungen ist, auch in Deutschland. Manchmal verstehen selbst die Politiker die Texte nicht, die drinnen stehen.)
Um zu wählen, muss man sich übrigens in den Wahlbezirk begeben, in dem man gemeldet ist. Das ist für die meisten Thais der Geburtsort, weil sich niemand ummeldet, wenn er/sie umzieht. Unter meinen Bekannten ist niemand der zur Wahl am Sonntag auch nur in bereisbarer Nähe zum für ihn zuständigen Wahllokal ist und wählen geht. Briefwahl scheint es in Thailand nicht zu geben.
Die Vorhersagen sind gemischt, aber man kann in etwa abschätzen, wer am Sonntag wie stimmen wird:
- Die Muslims in Thailand stimmen mit Ja
- Die Taxifahrer (hehehe) stimmen mit Ja
- Die Unterstützer Thaksins, ehemalige Abgeordnete und die ärmere Bevölkerung aus dem Issan, stimmt mit Nein
- Die Akademiker stimmen mit Nein
- Viele Leute, die nicht an ihren derzeitigen Aufenthaltsorten gemeldet sind, werden nicht abstimmen gehen.
Und so wird es auch am Sonntag wieder zu einem politischen/gesellschaftlichen Patt kommen, wie zur letzten Wahl. Allerdings: In Thailand ist es relativ egal, wie Patt man spielt, solange das Patt in eine Richtung tendiert. Ein Spiel. Und jeder, der in einem südostasiatischen Land in den nächsten 100 Jahren von Demokratie spricht und dabei das griechische Modell einer Gesellschaft meint, der ist entweder idealistisch verblendet oder hat in den USA studiert.
Der nächste Putsch kommt bestimmt. Das Referendum und die eventuell darauf folgenden Neuwahlen werden lediglich den Zeitrahmen dahin und die Gewaltbereitschaft beim nächsten Putsch beeinflussen. Thailand hat ein viel größeres Problem auf sich zukommen und das wird sich in den kommenden Jahren entfalten und kann dann mehr als nur eine mehr oder weniger stabile Regierung zum Zusammenbruch bringen.
Den Entwurf der Verfassung kann man bei The Nation nachlesen. Sowohl im Original als auch (für die Farangs, die nach zweieinhalb Jahren in Thailand immer noch nicht Thai lesen gelernt haben) in einer (allerdings inoffiziellen) englischen Übersetzung.
Damit wäre dann fast schon alles zum Thema gesagt.
So. Klasse. Super.
Da hab ich nun seit gut einer Woche selbst geglaubt, dass Soosie schwanger ist, weil sie nicht nur Sex mit Pokki hatte (schamlos vor meinen Augen vorgeführt und in den vergangenen Tagen ein bisschen fett wurde sondern auch grundsätzlich die Treppe hoch fiel, wenn sie rannte und dann das:
Gestern war ich im Tierkrankenhaus für die vierteljährlichen Impfungen und die Tierärztin lachte mich aus und meinte, Soosie wäre nicht schwanger. Ein professioneller Griff an den Bauch und irgendwas in Thai-Englisch Vorgetragenes über Uterus und Plopp (bzw. er macht nicht Plopp, also ist sie nicht schwanger). Ich frag mich jetzt natürlich, wozu ich die ganzen Diskussionen in der Familie geführt habe (“Was? Das sind doch Geschwister!! Wie kannst du die beiden nur so herumhuren lassen?” oder “Was? Sex in der Familie? Wie pervers bist du nur?” und ähnliches).
Egal.
So ganz verloren ist der Fall noch nicht.
Die Tierärztin hat nämlich Soosies Impfungen geteilt. Weil Soosie ja so ein kleiner Hund ist. Da ist das viel sicherer wenn man nicht aller drei Monate alles auf einmal impft. Glaubt mir. Interessanterweise ist unser nächster Termin kurz vor dem von mir geplanten Hundewurftermin (Sex + 60 Tage. Hunde brauchen nicht so lange).
Die Tierärztin durfte als Soosie vom großen schwarzen Hund gebissen wurde auch die Nähte nicht entfernen.
So ganz bin ich mir also noch nicht sicher ob Soosie nun schwanger oder nicht ist. Und so ganz bin ich mir noch nicht sicher ob ich darüber froh oder nicht sein soll – wie auch immer das Ergebnis aus fällt. Die Arbeit würde ja doch an mir hängen bleiben. Und auch der “Ledige Frauen Aaaaaah Sind die süß bist du Single wollen wir ausgehen”-Bonus.
Wir wissen mehr am 28. August. Entweder purzeln Hundebabies raus oder nicht. Ins Tierkrankenhaus geh ich erst im September. Mit oder ohne Extra-Karton. Und dann machen wir reinen Tisch. Schnippschnipp. Ich mag solche Ungewissheiten nicht.
Seine Rundreisen wird Thaksin Shinawatra, der Vorsitzende des Thailändischen Profigolfervereins, nun etwas einschränken müssen, denn es ist ein Haftbefehl auf ihn und seine Frau Pojaman ausgestellt worden.
Heute hätte er vor dem Gericht (dem Supreme Court’s Criminal Tribunal for Political Office Holder) in Bangkok antreten müssen und hat mit (zugegebermassen erwarteter) Abwesenheit geglänzt.
England hat kein Auslieferungsabkommen mit Thailand (schon gar nicht für, hehe, politische Flüchtlinge). Schade trotzdem, denn seine Behauptungen, er wäre doch absolut unschuldig und ist auch uneingeschränkt bereit, das nachzuweisen, ist nun ein kleines bisschen unglaubwürdiger als zuvor.
… ist mal wieder nicht geblockt. Mal sehen wie lange.
Heute hat Königin Sirikit Geburtstag, weshalb seit Tagen wieder ihre Standbilder die Straßenränder säumen. Sie wird nun 75 Jahre alt. Über ihre Verdienste habe ich vor zwei Jahren schonmal geschrieben.
Neulich berichtete ich über eine seltsame Buddhaerscheinung auf einem Berg im Norden Chinas. Nun stellt sich heraus, dass es nicht Buddha sondern nur ein bisschen Physik war. Auch nett.
Das Phänomen nennt sich “Broken spectre” und ist einfach erklärt:
the shadow in the middle is actually cast by the person taking the photograph at the top of the hill, the effect a rare one that goes by the name of brocken spectre. in order to create this effect you must be looking down into mist from the peak of a hill with a low sun behind you.
Die News des Tages: Wenn man als Mann eine Sex-Wechsel-Operation über sich ergehen lässt, darf man in der Srinakharinwirot-Universität im Mädchensaal übernachten.
Allerdings: Nach der Operation verliert das ja auch jeglichen Reiz…
(Kommt halt immer drauf an, wie man News verkauft, nich wahr? Die politisch korrekte Neuigkeit lautet, dass Transvestiten nur dann im Mädchensaal schlafen dürfen, wenn sie bereits operiert sind. So gut ist das auch wieder nicht.)
Seit heute Nacht geht nun auch mein Ersatzmobilfunktelefon (ein gutes altes Siemens SL55, das eigentliche (ein Nokia 6681) fiel einem Wasserfall zum Opfer) nicht mehr. Oder besser gesagt, nachdem der Handywecker seit 1 Uhr Nachts aller halbe Stunde anfing zu klingeln und ich es ausgeschaltet habe, lässt es sich nicht mehr einschalten, weil der Button zum Bestätigen der PIN nicht mehr reagiert.
Ich bin etwas negativ erregt.
Nichtsdestotrotz: Mobilfunk ist ja Kommunikation 1.0 – Skype oder {fügen Sie hier einen datenschutzrechtlich unbedenklicheren und sowieso freicodigen und weil unter Linux laufend nicht bösen Skype-Klon ein} sind besser.
Ich werde jedenfalls den Rest des Tages Geld zusammen kratzen und mal sehen, ob es dafuer was mit Kamera, GPS, Mini-SD-Card und parallel verwendbaren Schriften[1] zu kaufen gibt.
Die Thais lieben Geistergeschichten.
Die Bangkok Post berichtete heute über einen thailändischen Arbeiter, der in Taiwan im Schlaf verstorben ist. Es scheint ein Trend unter jungen Männern zu sein, an Alpträumen zu sterben. Das Nightmare Death Syndrome (Alptraum-Tod-Syndrom) ist eine der führenden Todesursachen junger Männer aus Thailand, Indonesien und Japan. Vor allem Männer aus dem Isaan seien betroffen.
Diese Todesfälle lassen sich mit dem Phii Mae Mai (ผีแม่ม่าย) erklären. Das ist der Geist einer Witwe oder geschiedenen Frau, der/die auf der Suche nach seinem/ihren Mann ist und die Seelen junger Männer aufsaugt. Um den Geist abzuwehren oder zu verwirren trägt so mancher junger Mann im Bett Makeup.
Wenn man allerdings in Taiwan unterwegs ist, könnte man in Erklärungsnöte kommen, wenn man geschminkt im Bett angetroffen wird. Dann hält Phii Mae Mai nichts mehr zurück.
Heute kam es endlich zur Küchenkatastrophe. Ich wartete darauf schon länger und hatte angenommen, dass bereits meine Cordon Bleus eine Niederlage würden. Wurden sie aber nicht. Heute nun sowas wie Spirelli Bolognese. Ich erwähne hier “sowas” weil wir während der Zubereitung viermal in den 7-Eleven rannten, um potentielle Zutaten zu kaufen.
Zuerst wurde Gehacktes gekauft, die Nudeln hab ich heute Morgen schon im Tesko gefunden. Nach ein bisschen rumgehacke stellte ich fest, dass entgegen meiner Annahme keine Zwiebeln mehr da waren. Ab in den 7-Eleven. Zwiebeln gibts auf dem Markt vor dem 7-Eleven, in selbigem ein paar Bier.
Bier wurde gekühlt serviert und ich machte mich an das anräuchern der Zwiebeln. Dann das Gehackte, dann Zwiebeln und Gehacktes und dann Tomaten, fein säuberlich entkernt und im Matscher zermatscht. Dass sie eher pink als rot aussahen machte erstmal nichts, deutete aber schon auf das Unheil hin. Das Ganze köchelt vor sich hin. Abschmecken – ohjeh, schmeckt wie nichts. Irgendwie. Also ab in den 7-Eleven. Vor dem 7-Eleven gibts Kräuter und Pfefferkörner, im 7-Eleven Bier. Kräuter gemahlen, Pfeffer gemahlen, geniest und die Kräuter in die Pampe.
Schmack immer noch nach nichts, also wieder in den 7-Eleven und Saure Sahne gekauft (und Bier). Die Saure Sahne erwies sich als Joghurt, also wieder in den 7-Eleven und Kokosmilch (und Bier) geholt. Das in die Pampe geschmissen und fertig.
Am Ende ein bisschen Käse über das Ganze und mit den Nudeln serviert. Es war genießbar, wurde mir glaubwürdig beteuert, allerdings habe ich mich vor mehr als drei Thais auf ewig als unfähiger Nudelkocher blamiert. Mit Schnitzeln wäre das nicht passiert.
Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass die Königliche Thailändische Polizei gerade dabei ist, sich weltweit sehr sehr lächerlich macht.
Die beste Überschrift zum Thema ist folgende: Less-than-purr-fect Thai Police To Sport Hello Kitty Armbands As Punishment und sagt eigentlich schon alles. Schlechte Polizisten müssen ab sofort eine pinke Armbinde mit Hello-Kitty-Katze tragen. 10 Armbinden gibt es in Bangkok und Polizisten, welche die Binde als Disziplinarmaßnahme tragen müssen am ersten Tag im gesamten Revier arbeiten, damit sie von allen Kollegen mit Binde gesehen werden. Mal sehen, ob es ausreicht.
This new approach is intended to engender a feeling of guilt and discourage them from repeating the offence.
Mal abgesehen von der vermutlichen Urheberrechtsverletzung ist das eher lächerlich als nützlich.
Thaksin, der Shinawatra, der Präsident des Thailändischen Profigolfervereins hat mal wieder eine Party geschmissen und dafür jede Menge Briten und ein paar Thais eingeladen. Mit Musik, einem Freundschaftsspiel, das Manchester City 1:0 verloren hat und “We want Thaksin back”-T-Shirts.
Und dann hat er was gesagt. Unpolitisch natürlich denn er hat sich ja (offiziell, man verzeihe mir diesen unoffiziellen Zusatz) aus dem Politikgeschäft zurück gezogen:
The majority of Thai voters support me and I’m certain that I could win a free and fair election again. My involvement with Manchester City will show that I don’t only have the support of the majority of Thais but also from people in England.
Demnächst kauft er noch den Zwickauer FC auf (gibts den noch?), damit die Deutschen ihn (Thaksin) auch unterstützen.
PS: Und ne Fussballschule plant er (Thaksin) auch noch. Für die armen Kinder in Thailand, die zukünftigen Wähler. Was man nicht alles Nützliches mit seinem Geld so anstellen kann.
PPS: Richtig seltsam bei den ganzen Wohltaten kann dann einem vorkommen, dass Human Rights Watch der Meinung ist, Thaksin wäre ein böser Knabe. Das kann ja nun wirklich nicht sein. Die wollen bestimmt nur ein bisschen Publicity. Publi-City. Wie Manchester City. Das ist ein Wortspiel. Verstanden?
Eben hat sich der grosse verrückte schwarze Hund (genau der) wieder losgerissen und versucht, den kleinen schwarzen Hund zu beissen. Der kleine schwarze Hund ist der neue Hund meiner Hausherren, schwarz, 6 Monate alt und doppelt so groß wie Pokki. Trotzdem ist er “sowas” wie der Freund von Pokki und versucht trotz Pokkis Gekläffe und Aufregung bei Kontakt mit ihm zu spielen. Pokki rennt ihm dann hinterher und bellt und regt sich sehr auf, wackelt aber schon mal mit dem Schwanz. Der kleine schwarze Hund versteckt sich dann immer hinter Grasbüscheln und Pokki übersieht ihn. Ob absichtlich oder nicht weiss ich nicht so genau.
Jedenfalls raschelte es draußen, dann jaulte der kleine Schwarze, dann bellte Pokki, dann kläffte Soosie (die immer kläfft wenn Pokki bellt, denn Pokki ist ja der Große und der muss ja wissen, wann man bellen muss), dann bellten zwei drei andere Hunde aus der Umgebung und dann kamen sie alle angerannt. Die Hundepolizei der Umgebung. Das sind 15 große Hunde, die den großen verrückten schwarzen Hund das letzte Mal fast tot gebissen haben. Was knabbert er auch die Tiere der Umgebung an.
Dann wird gekläfft und gefletscht und Pokki und Soosie drehen am Rad. Wie stellen uns dann auf die Veranda, ich die Hunde fest unterm Arm und beobachten das Spektakel. Der süße Thainachbar kommt dann schnell und versucht den großen verrückten schwarzen Hund an der Kette gen heimatlicher Hütte zu führen. Die Hundepolizei markiert noch ein bisschen Revier und das Spektakel ist vorbei.
Fast.
Pokki muss nun alle Palmen wieder anpinkeln, damit die anderen Hunde wissen, dass das hier sein Revier ist. Hab gleich mal Wasser nachgefüllt. Nachher wird er dann geschäftig rumrennen und alles was sich irgendwie in Pinkelhöhe über dem Boden erhebt befeuchten.
PS: Das Photo oben ist etwas älter.
Anrufe von Nummern die ich nicht kenne nehme ich nicht entgegen. Auch nicht wenn sie aus der Schweiz kommen.
Ich habe seit gut vier Monaten einen Nachbarn.
Also Nachbarn hatte ich schon immer, die bezeichnen sich aber nicht so. Dieser Nachbar hingegen schon. Meine Hausherren, denen sein Haus auch gehört, erzählen immer begeistert, dass er Englischlehrer an der Schule in Nathon ist und aus Südafrika kommt.
Mir ist er die ersten zwei Monate durch Nicht-Existenz aufgefallen. Meine Hausherren meinten immer, dass er sich freut, mich als Nachbarn zu haben. Endlich mal jemand, mit dem man trinken kann. Gegen Trinken habe ich nichts. Trotzdem sah ich ihn nie. Dann hat er die Hausherrin mal mit Englisch beschult, was sie mit seltsamen Dialogen an mir erprobte.
Seit zwei Monaten nun fährt er häufiger am Haus vorbei und beobachtet mich lachend dabei, wie ich meine Hunde in Sicherheit bringe, weil er so schnell fährt und die beiden Kleinen in der Regel vor den Autos herumhüpfen und bellen.
Seit gut sechs Wochen kenne ich ihn dann wenigstens vokal. Seine Stimme und die seiner Freundin/Frau (Thai) schallen gut zweimal die Woche abends durch den Dschungel (sein Haus steht 100 Meter entfernt). Sie unterhalten sich über interessante Themen wie “Fuck me??? No! Fuck you!” und “I kill you bitch!”. Die Hausherren sprechen inzwischen nicht mehr so häufig über ihren neuen Mieter.
Gestern mittag nun stand seine Freundin vor dem Haus. Mit Baby. Und lud mich ein zum Dinner. Das will er schon lange mal mit mir machen. Irgendwie haben alle Farangs so ein dringendes Bedürfnis auf soziale Kontakte mit anderen Farangs. Ich könnte ganz gut ohne alles farangische leben.
Egal. Sonntag abend darf ich mit ihm speisen. Sie (die Frau/Freundin) meinte schon, es gäbe Farang-Food, er mag kein Thaifood. Ein weiteres Merkmal von dauerhaft in Thailand lebenden Farangs. Wenn man mich nun fragen würde, was denn nun genau einen Farang der ausschließlich mit Farangs socialised und kein Thaifood isst in Thailand macht – was sollte ich denn darauf antworten?
Es gibt ja eine Menge Leute, die sich darüber aufregen, dass ich hier so wenig schreibe. Dass ist natürlich nur subjektiv so, denn an Tagen an denen ich dann mal schreibe, kommen gleich drei oder vier Einträge auf diese Seiten, aber subjektiv geht die Welt zu Grunde.
Gut. Also erzähl ich mal, was ich so Interessantes heute gemacht habe:
Zucker in die Pfanne gehauen und schmelzen lassen.
Dann in ein kleines Töpchen laufen lassen und mit dem Löffel bewaffnet die Couch belagert. Ergebnis: Zuckerschock und verbrannte Gusche (wie die Sachsen gerne zu sagen pflegen, für Nichtsachsen: die Schnauze). Und die Idee, das Ganze doch mal mit kleinen Förmchen und Stäbchen aufzuziehen. Dann braucht man vielleicht nicht den Schraubenzieher um den Zucker aus dem Topf zu kratzen.
PS: Stimmts, manchmal ist ein Tag ohne Einträge doch besser als sowas…








