Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Oktober 2007

2007

29 Okt 2007

Es gibt mich noch. Interessanterweise ist jede Regenzeit irgendwie durch Themenlosigkeit oder -monotonität gezeichnet. Es regnet. Stockflecken überall. Weißer Schimmel an den Möbeln. Stinkende Hunde die bei jedem Gassigehen muffiger aber zufriedener werden. Wäsche, die nicht trocknet und drei Tage lang im Wohnzimmer hängt. Die Klimaanlage missbraucht um das Schlafzimmer anzuwärmen. Stromausfälle kündigen neue Regenfälle 5 Minuten vorher an. Notebooknetzteil ist immer noch kaputt. Man wartet auf die Hochsaison, nicht nur wegen der vielen Ladyboys in den einschlägigen Bars und Clubs.

21 Okt 2007

Finally!!!

Finally!!!

Das Haus hat seinen Namen “Haus am Klong“ nun endlich auch offiziell verdient. Nach den Regenfällen der vergangenen Tage (von ca. 6 Uhr Morgens bis 13 Uhr Mittags) führt der Graben, ich meine, der Klong vor dem Haus Wasser. Viel Wasser. Je nach Wetterlage ist er voll oder flach aber immerhin ein steter Strom. Nachdem die Fluten auch die ganzen Palmenblätter die von den Gärtnern im Flussbett abgelegt worden sind hinweg gespült haben ist sogar sowas wie ein kleiner Wasserfall entstanden.

Die Thais der Gegend erfreuen sich am Bangkok-Flair.

Kleiner Nachteil des Hauses: Wie meine beiden regelmäßigen Leser sich erinnern werden – ich zog um weil im alten Haus das Energielevel so flach war. Hier im neuen Haus ist der Strom stabil und stark. Wenn er denn da ist. Wir haben Energieausfälle mit jedem Regenguss. Interessanterweise hat der Begriff Regenzeit seinen Namen nicht wegen der großen Trockenheit verdient.

Sehr nervig.

Mein Notebook-Stromkabel hat es bei einem Gewitter heute morgen auch außer Gefecht gesetzt. Wie gut, dass es immer irgendwelche Farangs in der Nähe gibt, die verschiedene Kabel in Kisten rumliegen haben.

21 Okt 2007

Belgian Drug Gang nabbed at Samui

Belgian Drug Gang nabbed at Samui

Jaja die Belgier!

Vergangenen Donnerstag wurden auf der Insel (Samui? Ja, Samui!) vier Belgier festgenommen, die zur meistgesuchtesten Bande Belgiens gehörten. Sie wurden (natürlich) vor den Kameras aller Kanäle vorgeführt und waren Tagesgespräch in den einschlägigen Ladybars.

Als Samui das letzte Mal im Fernsehen war, ging es um unseren kleinen Grundstücks-Skandal. Man tut was man kann…

16 Okt 2007

So, nu könnense wieder suchen. Hammse bestimmt gar nicht gemerkt, dass man im Suchformular oben gar nicht mehr suchen konnte. Grund dafür (aber das wissen meine Leser auch ohne meine ausdrücklichen Hinweise an dieser Stelle) war die komische neue Überschrift oben rechts die eigentlich 99% breit war und irgendwie über dem Suchfeld hing so dass man es zwar sehen konnte weil ja die komische neue Überschrift oben rechts oben rechts hing und links kein Text war, was mit floating und absolutem Positionieren und ganz viel CSS-Magie zu tun hat und nun sieht das Getütel auch fast im Internet Explorer (wer das im IE liest ist dooooof!) so aus wie ich mir das vorstellte… damals…

Aber wie gesagt: Suche geht wieder. Da findet man wieder ganz einfach alle Einträge über die Ladyboys der Insel.

16 Okt 2007

Morning Clouds

Morning Clouds

Die Erde ist eine Schale. Sag ich mal. Photobeweis oben stehend.

Die Regenzeit ist eine optimale Gelegenheit um Photos zu schießen, die nicht nur die triste blaue Himmel Photokartenromantik der Teilzeit-Samuianer bedienen. Wolken sind was Feines.

Dieses Jahr hat sich der Nord-Ost-Monsun auf einen freundlichen Morgen-Mittags-Frühnacht-Rhythmus eingepegelt. In den vergangenen Jahren konnte man das Wetter so vorhersagen, dass immer dann, wenn ich irgendwohin wollte plötzlicher Regen einsetzte. Wir werden ja sehen…

15 Okt 2007

Ich gebe zu ich vernachlässige mein kleines Blog schändlich. Wenn ich mal was Interessantes zu schreiben habe, dann packe ich es auf eine Todo-Liste, wo ich es eine Woche später wieder finde und nach einer weiteren Woche immer noch nicht gepostet habe. Schmutzige kleine Einträge gibts wohl nicht mehr. Schade. Daher in kurzen Schnitten hier ein paar Informationen die so oder ähnlich wohl Einzug in einen der nächsten Einträge halten werden.

  • Die Sache mit dem Zug der mitten durch den Maeklong-Markt fährt. In Bangkok. Mit nem Video. Wird wohl nicht gepostet, weil es alle anderen schon gemacht haben, bspw. der Rollmops.
  • “Wer was auf sich hält, hält sich einen Praktikanten”. So einen Eintrag wird es mit Sicherheit geben ;)
  • Die Pharmacy ist nicht mehr! (Und, Fabio, auch unsere letzte Kneipe nicht mehr, da verkauft man jetzt Babywindeln!) Habe Freitag Nacht eine intensive Analyse der Chawengener Schwulen-/Ladyboy-/Barlady-Szene gemacht. Erstere beiden überwiegen erstaunlicherweise neuerdings. Nebensaison.
  • Samui? Samui!
  • Ich bin zu alt für den lange-Haare-Kram. Immer wenn sie lang genug werden um länger zu werden nerven sie so übermäßig, dass deutsche Worte mit drei Sonderzeichen nicht reichen um es zu beschreiben. Habe ihm (dem Haar) gestern eine deutliche Warnung erteilt.
10 Okt 2007

In Bangkok und anderen Farangansammlungen in Thailand fallen immer mal wieder Menschen von Dächern und aus Fenstern. Die stürzen sich nicht runter, sie werden nicht gestoßen, sie fallen. So wie mein Haus damals nicht ausgeraubt wurde sondern ich meine Sachen „verloren“ habe.

Dummerweise gibt es in Bangkok viele Hochhäuser und so enden solche Fälle meistens tödlich. Wie dieser aktuelle Fall (ok, genug der Wortspiele).

Die Presse berichtet dann immer mit Genuss vom Tatort und die Örtlichen Bild-Zeitungen bebildern das Ganze. Diesmal las ein 56jähriger Amerikaner seine Emails, rief „I’m power“ und sprang. Sagt seine 56/2 Jahre alte Thaifrau.

Emails beantworte ich erst am Wochenende wieder. Andererseits: wenn ich hier aus dem Fenster falle, dann wache ich ziemlich lebendig im Gras auf…

09 Okt 2007

Brushed and clean

Brushed and clean

Am Sonntag war es mal wieder soweit und ich habe die Hunde ins Hundespa gebracht. Gezwungenermaßen. Ihr Fell war so verfilzt, dass es mit herkömmlichen Mitteln (Kämme, Bürsten, Öle, Wasser) nicht mehr zu retten war. Ich habs gut zwei Wochen versucht, die kleinen Testobjekte haben dabei aber immer mehr Haare lassen müssen.

Also ging es Sonntag Morgen in den Hair Dog Shop. Dort angekommen betrachteten die beiden Friseusen das Malheur und unterhielten sich. “Tat phom” meinten sie, was “Haare schneiden” heißt. Ich bin gleich eingefallen “Mai tat!!” und habe meinen treusten Hundeblick aufgelegt. Nach einigem Hin und Her hatte ich sie dann auch soweit, nicht zu schneiden.

Die nächste Hürde war der Preis. Sie wollten einfach nicht mit einem Preis rausrücken. Normalerweise zahle ich pro unverzottelten Schmutzhund 300 Baht (rund 7 Euro). Beim letzten Filz-Notfall haben sie 700 Baht pro Filzball genommen. Also plante ich jetzt (es war schlimmer als damals) 1000 Baht pro Hund ein. Die Englisch sprechende Friseuse meinte “Äkkspänsiff!”. Ich sagte “Thats ok. I pay everything.” Sie meinte “Riiiiilih äkksänsiff!” ich erwiderte “Mai pen rai!” und dann sagte sie: “600 Baht.” Pause. Pause. “Each dog!”. Dann (der dumme Farang könnte das ja falsch verstehen) zeigten sie noch auf jeden Hund und sagten jeweils “600 Baht”. Ich verdrückte mir ein Grinsen und gab zu verstehen dass ich den Umfang begriffen habe und lies die Kleinen jaulend zurück.

Das war Morgens um Neun, abends um Sieben bekam ich zwei flauschig unfilzige lebhafte Fellbündel zurück. Sie wollten mir dann noch kleine Baby-Shi-Tzus andrehen, ich meinte aber, mit diesen beiden hier genug zu tun zu haben.

10 Minuten nach Ankunft zu Hause waren die Schnauzen bereits wieder verdreckt und die Zöpfe schief. Heute Morgen gabs neue Zöpfe. Ich frage mich, wie man Langhaarhunde züchten kann, die Zöpfe nicht mögen. Egal.

Ab sofort wird jeden Morgen der “Barbie – Jetzt bin ich mein eigener Friseur”-Kasten ausgepackt und Hunde entfilzt.

08 Okt 2007

General Sonthi Boonyaratkalin, ehemaliger Armeechef und Putschführer des am nächsten zurückliegenden Putsches, hat heute seinen ersten Arbeitstag als – genau – “Deputy Prime Minister in charge of security”. Also so ein kleiner thailändischer Schäuble.

Vergangene Woche wurden einige Ministerposten neu besetzt: ein kleiner Skandal erschütterte die Übergangsregierung. Als Minister darf man an Firmen und Organisationen nur einen Anteil von maximal 5% halten. Einige (wie beispielsweise der Zensur- und Youtube-Minister) wussten nicht so genau, wie man diese Regel interpretieren solle und mussten leider gehen.

Gesagt hat er übrigens auch was, der Sonthi:

“This is not an attempt to cling to power. My good intention towards the country should not be interpreted as an attempt to cling to power. You should be able to separate the desire to cling to power and the good intention towards the country, otherwise the country will not be in peace.”

Mal sehen, was sich aus diesen klaren Worten (Hervorhebungen subjektiv von mir gesetzt) nach drei Monaten ergeben hat.

07 Okt 2007

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07 Okt 2007

So ein Visarun ist eine optimale Gelegenheit, mir in Erinnerung zu rufen, warum ich so ungern mit Farangs verkehre.

“Never rely on a Thai” murmelt der fette Mitfarang immer wieder in unbestimmten Dialekt (ich habe bis zum Ende nicht herausgefunden, woher er stammt). Die Thais von der Autowäsche haben vergesesen, die Lichter des zweiten Autos beim Parken auszuschalten, das lief die ganze Nacht und entsprechend leer ist die Batterie. Der Fahrer verlässt sich auf einen Freund der sofort zur Stelle ist und das Auto mit ein paar Kabeln freundlich lächelnd startet und los kann es gehen.

Der fette Farang erzählt von seinem alten Kühlschrank, der nach drei Tagen im Freien hinter dem Haus eines Tages (oder Nachts) einfach so gestohlen wurde. “Never rely on a Thai”. Verlass dich auf keinen Thai. Anschließend breitet er sich im Minibus auf anderthalb Plätzen aus und schiebt die kleine Phillipina mit seiner Leibesfülle in meine Richtung. Dann zieht er seine Sandalen aus und schiebt seine nackten Füße am Fahrersitz vorne durch, wo sie in den Kurven gegen die Ellenbogen des Thaifahrers stoßen.

Dem gleichen Farang kamen dann später im Hotel die Latschen abhanden, weil er sie über Nacht vor die Türe stellte – “man” mache das so in Thailand, sagt er. Morgens waren die Sandalen weg und er verärgert. “Only stupid Thai would steal them, they were old and smelly” moniert er an der Restauranttheke und “borgt” sich ein Paar zu kleiner Sandalen bei der Rezeptionistin. “Never rely on a Thai.”

Soweit ich weiß packt “man” nur seinen Müll über Nacht vor die Türe. Ich nehme mal an, dass ein freundlicher Thai vom Reinigungsdienst sich ein Herz und die Objekte in den Sondermüll mitgenommen hat.

PS: Die kleine Philippina war über 40.

06 Okt 2007

Ihre königliche Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn (The Princess of Technology) wird heute Abend zu einem kurzen Besuch nach Deutschland aufbrechen. Dabei wird sie die Frankfurter Buchmesse besuchen und die Chemnitzer Technische Universität (die interessanterweise Kooperationen mit Universitäten in Thailand am Laufen hat.

Anschließend steht ein Besuch in Dresden an, wo es um den Wiederaufbau und Wasserreinigung gehen wird.

Wenn man sich für die genauen Flugzeiten interessiert, kann man diese dem Artikel entnehmen, der einen süßen kleinen Titel hat: Announcement of the Bureau of the Royal Household concerning the Royal Visit of Her Royal Highness Princess Maha Chakri Sirindhorn to the Federal Republic of Germany

05 Okt 2007

In London hat ein Thairestaurant neulich eine Anti-Terror-Großaktion ausgelöst. Der Grund? Man kochte eine scharfe Soße:

Baffled chef Chalemchai Tangjariyapoon, who had been cooking a spicy dip, was amazed to find himself at the centre of the terror scare.

“We only cook it once a year — it’s a spicy dip with extra hot chillies that are deliberately burned,” he said.

Ich frag mich gerade was sie bei getrockneten Tintenfisch oder fermentierter Fischsuppe machen würden.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
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