Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - September 2008

2008

01 Okt 2008

Soosie is simulating pregnancy (again)

Soosie is simulating pregnancy (again)

Hier sehen wir Shihtzudame Soosie in der heißen Phase ihrer dritten Schwangerschaftssimulation. Locker die Beine in angenehmer Pose vom Körper abgewandt versucht sie mit ihrem dreiecksgleichem Leib möglichst viele Fliesen gleichzeitig abzudecken. Mit unschuldig jungfräulichem Blick versucht sie zu sagen: „Schwanger? Ich? Wie kommst du nur da drauf?“

Wenn man sie abtastet, vermeint man (wie bei den beiden vorhergehenden Simulationen) fröhliches Gehoppel zu spüren. Man produziert Milch. Wenn Pokki sie im Überschwang des Balldrangs überrennt (dreimal am Tag), dann nörgelt sie. Treppen lässt sie sich hoch tragen.

Zwischen achtem und 16. August hat sie vermutlich (kraft meiner Abwesenheit und eines unfähigen Hundesitters) ihre Simulation begonnen, was bedeuten dürfte, dass in den Tagen nach dem 7. Oktober vermutlich viele vermutlich kleine vermutlich eingebildete Welpen rumfiepen werden. Oder auch nicht.

Ich glaubs erst wenn ich es sehe.

26 Sep 2008

wire-less

wire-less

Meinen beiden Lesern ist ja bereits aufgefallen, dass ich mein kleines Tagebuch mal wieder schändlichst vernachlässigt habe. Es könte durchaus daran liegen, dass unsere Internetanbindung hier am Poolhaus in etwa so gut wie nicht vorhanden ist (siehe Schaubild oben). Andererseits kann auch jede Vernachlässigung Gewohnheit werden. Aber der Reihe nach:

Neues vom Poolhaus:

Ich arbeite noch an meiner Poolfigur und habe das Gewässer daher bisher nur aus der Ferne sehnsüchtig betrachtet. Der Pool ist immer noch voll, sauber und unförmig.

Das Haus gefällt uns immer noch sehr, bis auf das eher inexistente kabellose Internet. Die erste Woche verbrachte ich damit, dem Hausbesitzer zu erklären, dass sein Router falsch konfiguriert ist und mir keine IP gab, diese Woche nun verbachte ich damit, ihm zu erklären, dass, wenn denn mal Internet da ist, der eingetragene DNS nicht funktioniert. Die Standardantwort ist ‘Engineer is come tonight.“ Ich habe noch nicht gewagt zu fragen, ob der Ingenieur eventuell weiblich ist. Wie auch immer, ich habe viel Zeit, in alten Büchern und Bildern zu stöbern und an gewissen Projekten zu schrauben.

Die Hunde lieben die Tatsache, dass man durch die vielen Türen im und am Haus meistens in die gleichen Räume gelangt und hassen die Tatsache, dass sie aus dem Schlafzimmer verbannt sind. Nichtsdestotrotz ist das Schlafzimmer im Vergleich zu alten Zeiten viel kuscheliger geworden.

Und wenn ich dann mal aufgeräumt habe und die Betten gemacht sind, wird es auch Photos der geheiligten Hallen geben.

Die Klimaanlage schafft 17 Grad im ganzen Haus. Nett. Strom ist im Mietpreis inbegriffen, so dass ich weder Hemmungen noch Gewissen habe und immer ein angenehmes europäisches Klima schaffe.

Aber sonst gehts uns gut.

Neues von den Hunden:

Soosie bildet sich wieder mal ein, schwanger zu sein. Diesmal allerdings mit solcher Perfektion, dass sie so fett und pregnant wie ein echter schwangerer Hund ist. Die Treppen lässt sie sich bereits hoch tragen, weil das Springen wohl etwas kompliziert ist. Ein Tierarztbesuch steht an um zu ermitteln, mit wievielen eingebildeten Welpen wir rechnen dürfen. Diesmal habe ich sie nicht beim Sex erwischt, so dass es durchaus sein könnte, dass Pokki zielsicher seine Gene ablegen konnte. Technisch gesehen kommt nur meine Bangkokwoche als Techtelmechtelzeitraum in Frage. Ich werde mir neue Hundesitter suchen müssen.

Pokki hat noch nie in einem Haus gelebt, dessen Türen durchsichtig sind. Entsprechend häufig hört man auf der Veranda ein „scattle scattle“ (sich heftig auf Fliesen fortbewegende Hundetatzen) gefolgt von einem ebenso heftigen „plonk“ und sieht ihn dann erstaunt vor dem geschlossenen Teil der nur einseitig geöffneten Terrassentür sitzen. Ebenso häufig steht er vor dem offenen Teil der Tür und tatzt mit der Pfote ins Leere um zu checken, ob die Tür offen ist oder wieder diese seltsame virtuelle Barriere da ist. Ein Gutes hat es, er verlässt die Veranda nicht mehr ungefragt und ich konnte endlich die „Hundetüre“ auf den Stufen beim Umzug los werden (ein alter Karton, der eher als mentale Sperre diente, die Treppen nicht ungefragt abwärts zu hoppeln).

Dann haben wir (also die Hunde) uns endlich auf einen zweimaligen Gassigang täglich einigen können. An der Leine. Das kann man sich als Hundehalter zwar gut vorstellen, mit den beiden Fellbündeln war das aber so gut wie unmöglich, so dass ich sie am Ende unserer Zeit im alten Haus einfach nur in den Garten gescheucht habe. Nun gehen wir an der Leine. Soosie langsam hinten, Pokki schnell vorne und ich zerrissen in der Mitte. Morgens um sieben gehts gemütlichen Schrittes ans Meer (keine Sorge, alle Geschäfte sind schon erledigt, wenn wir nach 5 Minuten den Strand erreichen), man schaut sehnsüchtig in die Ferne und schreitet wieder nach Hause, nicht ohne kurz vor dem Poolhaus noch schnell einen erbitterten Hundekampf mit dem großen weißen Hund zu haben, der irgendwie glaubt, das hier wäre sein Revier. Hah. Abends nach Einbruch der Dunkelheit das Ganze wieder, diesmal ohne bis ans Meer zu gelangen, aber was will man da auch sehen im Dunkeln, ja…

Aber sonst gehts uns gut.

Und dann war noch das, ganz zum Schluss – Neues aus dem Zirkus (kurz zusammen gefasst):

Donnerstag vor zwei Wochen hat man Samak (den kochenden Ex-Premierminister) zum Kandidaten für den durch seine Degradierung freigewordenen Premierministerposten nominiert. Muss man nicht verstehen, denn am Freitag vor zwei Wochen wurde er nicht wieder gewählt, weil gut 70 Mitglieder seiner PPP (Peoples Power Party) genannten Partei nicht zur Stimmabgabe antraten und die Opposition die ganze Sache auch boykottierte. von 235 zur Abgabe einer gültigen parlamentarischen Mehrheit benötigten Stimmen waren somit am Ende der Wahlsitzung 161 im Parlament anwesend, sie scherzten und lachten live im Thai-TV und verschoben die Neuwahl dann relativ einstimmig auf den folgenden Mittwoch.

Samstag erklärte Samak dann, dass er nicht mehr als Premierministerkandidat zur Verfügung stehen würde. Sonntag hatte man drei Ersatzkandidaten bei der PPP gefunden, Montag einen davon nominiert und Mittwoch einen neuen Premierminister gewählt. Somchai Wongsawat. Seit gestern ist dann königlich beglaubigt unsere neue Regierung im Amt.

Und jetzt wird alles gut. Denn der neue Premierminister wird von allen Parteien anerkannt, geliebt und ist auch viel mehr integer als wie der alte. Sagte ich schon, dass Somchai Thaksin Shinawatras (für die weniger regelmäßig mitlesenden Leser – das ist der amtierende Präsident des thailädischen Profigolferverbandes mit derzeitigem Wohnsitz in London, zwei gültigen Haftbefehlen, einem Asylantrag, keinem Fussballverband aber einem eventuellen baldigen Wohnsitz auf den Bahamas) Schwager ist? Muss ich wohl vergessen haben.

Aber sonst gehts uns gut.

PS: Der Neue Premierminister von Japan hat sein ‘politisches Profil’ auch durch eine Kochshow verbessert, habe ich gelesen. Scheint ein asiatisches Phänomen zu sein.

11 Sep 2008

Bei hi5.com alle User als Contacts adden, die „Samui“ im Username haben. (Ein Satz mit 7:5 Denglish-Ratio. Das schaffen nur Samui-Portale!)

PS: arbeite gerade an einem längeren Artikel zu sozialen Netzwerken (für alle älteren Leser hier – das ist Internetkram) und deren Nutzung in Thailand.

11 Sep 2008

Dass der Swimming-Pool ziehen würde, wusste ich schon. Irgendwie denken alle Leute immer, das „wir Farangs in Thailand“ den ganzen Tag am Pool oder in der Hängematraze liegen. Was größtenteils daran liegen könnte, dass viele Farangs, die ich kenne, ihre Telephonate nach Hause mit weitschweifigen Erklärungen beginnen, dass sie gerade am Pool in der Hängematte liegen… auch wenn es gerade aus Kübeln gießt.

Jedenfalls hat mein neues Haus auch ein ganz fancy aussehendes Waschbecken im Bad, das rund ist. Rund. Ich fühle mich gleich eine ganze Farangkategorie aufgewertet. Von Holzhaus zu Steinhaus zu rundem Waschbecken.

Und dann ist das Wasser bis zum Rand gefüllt (ich bin schon wieder beim Pool), stylisch. Nicht so dödelig wie die Null-Acht-15-Plantschbecken der Ressort-Farangs um die Ecke mit ner Handbreit Luft rings ums Becken. Um das Ganze noch zu toppen, ist das ganze Teil in einer nicht wirklich definierbaren Form angelegt und hat einen Whirlpool. Wiederum rund.

Eigentlich mag ich ja Swimming-Pools nicht, aber für Photozwecke werde ich wohl mal nach Mitternacht reinschlüpfen. Bis an den Hals, ich hoffe, die Gesetze der Optik werden gnädig zu mir sein.

Und: Das Beste am neuen Haus™ – fast keine Farangs in der Gegend. „Nur Koreaner“. Sagte der Vermieter, nicht dass jetzt wieder die Rassistenvergleiche kommen. Und auf Koreaner stehe ich.

PS: Freitag ziehe ich um. Ich zähle die Stunden. In beiderlei Hinsicht.

10 Sep 2008

Ich such(t)e seit gut drei Wochen nach einem neuen Haus (eine lange Geschichte, jede Menge Beziehung, Dating und anderer Kram aber letzten Endes sind (oder werden) alle Beteiligten (irgendwann) glücklich sein). Interessanterweise ergibt sich auf einmal ein Problem, was ich nie als solches angesehen habe:

Die Hunde.

Ich könnte jede Menge unmöblierter Häuser mieten. Aber alle möblierten Häuser (bzw. deren Vermieter und Innen) mögen keine Hunde. Einerseits nicht, weil Hunde immer (jaja) draußen rum stromern und die Streuner der Umgebung begatten und andererseits, weil ich immer sage, dass meine beiden Fellbündel Haushunde sind und sie deshalb in den Weltbildern der Thaivermieter natürlich den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als die billigen Möbel anzuknabbern. Wie man es sagt – es ist nicht gut.

Egal.

Das Problem ist gelöst und wir haben sogar einen Pool vorm Balkon. Aber wie gesagt, dazu später einmal mehr.

10 Sep 2008

Zugegeben, das letzte Bild hat mit Kochen wenig zu tun, aber das ist unser Samak, wie er leibt und lebt: ein freundliches Lächeln auf den Lippen und einen oder mehrere Finger gen Kamera erhoben…

10 Sep 2008

Tatsächlich. Eine Kochsendung hat ihn aus dem Premierministeramt gestoßen. Wie lustig.

Jedenfalls haben die relevanten Leute der PPP schon verkündet, dass sie sowieso mit ihrer immer noch bestehenden Mehrheit den alten zum neuen Premierminister wählen werden. Es war ja kein Wahlbetrug, also wird er auch nicht für 5 Jahre im politischen Zirkus Thailands gesperrt.

Wieder ein paar Tage gewonnen.

Im Januar behaupteten Samaks Neider, er würde es mit seiner Regierung maximal bis Juli schaffen. Als dann klar wurde, dass er es länger schaffen würde, begann man zu demonstrieren. Als er sich davon nicht beeindrucken ließ, belagerte man das Gouvernment House. Alles wirkte nicht.

Die Kochsendung, die er als Premierminister (und jahrelang zuvor schon) präsentierte schon.

Das Kabinett ist mit der Entscheidung aufgelöst worden. Samak darf nicht als Übergangspremierminister fungieren, die anderen Minister bis zu 30 Tagen. Dann muss eine neue Regierung gebildet sein.

09 Sep 2008

Morgen werden wir sehen, ob die Regierung Samaks es noch bis zum Meilenstein des kommenden Referendums aushalten wird. Er sagte heute in einem Verfahren aus, in dem es um einen Verstoss gegen die Verfassung Thailands ging.

Anfang des Jahres trat er auch nachdem er bereits Premierminister war in seiner eigenen Kochshow „Chim pai, bon pai“ auf und soll damit Geld verdient haben, was für einen thailändischen Premierminister an sich schändlich ist. Premierminister dürfen verfassungsgemäß nicht mit Profit an Unternehmungen teilnehmen.

Wird er für schuldig befunden, dann verliert er seinen Posten als Premierminister und das Parlament muss aufgelöst werden. Ich würde mich totlachen, wenn eine Kochsendung etwas zu Stande bringen könnte, was die PAD mit ihren friedfertigen Protesten nicht geschafft hat.

Süß finde ich den folgenden Absatz im Artikel von The Nation:

He said he had only hosted the show a few times after becoming prime minister and only on a freelance basis. He claimed he had passed the money he earned on to his driver.

Wir werden ja sehen…

04 Sep 2008

Wir sind alle noch da. Samak bleibt (vorerst) Premierminister und das Internet wurde (noch) nicht gekappt. Die Gerüchte um Samaks Rücktritt haben vermutlich für eine ruhige Nacht gesorgt.

Samak hat heute Morgen in seiner Ansprache lang und breit erklärt, dass er nicht zurück treten kann, weil das Land ihn braucht.

Stattdessen hat man heute vormittag in einer eilends einberufenen Parlamentssitzung beschlossen, ein Volksreferendum durchzuführen, in dem geklärt werden soll, ob die Wahlgesetze geändert werden sollen, das Parlament aufgelöst werden soll und ob Samak Premierminister bleiben soll.

Interessant bleibt zu sehen, ob die PAD, die zwar ganz groß im Mobilisieren friedfertiger Demonstranten ist, aber nie so recht ihre Leute zum Wählen zu schicken vermag (wenn man die Zahlen der vergangenen Wahlen betrachtet), es diesmal schafft, mehr als die kleinere Hälfte der Wähler hinter sich zu vereinigen.

04 Sep 2008

Heute erreichte mich diese aussagekräftige Meldung. Wer so wie ich des Thais noch nicht ausreichend lesenderweise befähigt ist, wird sich so seine Gedanken machen, was der Artikel uns sagen will.

Ich auch, also lies ich unseren Azubi mal übersetzen. Im Prinzip geht es darum, dass Mitarbeiter der CAT Telecom (einer der drei großen Internetanbieter in Thailand) und TOT (der zweite der drei) die Anbindung des thailändischen Internets an das weltweite Netz kappen wollen, um den „Kampf“ der PAD gegen die Regierung zu unterstützen.

Das nennt sich Demokratie und Meinungsäußerung hier. Ich bin sehr gespannt, ob und wer im Falle der Abschaltung zur Verantwortung gezogen wird.

Heute nun hat man sich entschieden, bis morgen neun Uhr warten zu wollen, bis man eine endgültige Entscheidung fällt, das Internet abzuschalten.

Morgen neun Uhr ist glücklicherweise zeitlich nach morgen sieben Uhr dreißig, so dass eventuell kein Grund mehr gegeben ist, uns vom weiten Netz abzuschneiden.

02 Sep 2008

In Bangkok wurde nach den Ausschreitungen heute Nacht der Ausnahmezustand verhängt.

Damit sind Menschenansammlungen von mehr als 5 Personen verboten. Die Behörden dürfen ohne Rechtsgrundlagen Personen bis zu sieben Tagen festhalten sowie den Zutritt zu Plätzen verweigern oder Plätze räumen lassen. 436 Schulen in der Hauptstadt bleiben für die nächsten drei Tage geschlossen. Zur Arbeit gehen dürfen die Menschen jedoch noch.

Man sagt, Thailands Premierminister Samak Sundaravej hätte im Mai 1992 den Befehl gegeben, Gewalt gegen die Demonstranten anzuwenden (Black May 1992 bei Wikipedia, interessanterweise wurden die Demonstranten auch damals schon von Chamlong Srimuang, einem der Köfe der PAD heute, geführt), weshalb er diesmal einerseits weniger voreilig gehandelt hat, andererseits ihm auch vom Militär weniger Unterstützung zuteil wurde. Mit den Gewalttätigkeiten heute Nacht (ein Toter und mehrere Verletzte) hat die PAD Samak das perfekte Alibi geliefert, um die Armee zum Einschreiten zu zwingen. Vergangene Woche noch hat sich General Anupong geweigert, mit militärischen Mitteln einzugreifen.

Seit dem Beginn vergangener Woche zeigte die PAD (Peoples Alliance for Democracy), wie sie Demokratrie gegen die Regierung der PPP (Peoples Power Party) durchsetzen will. Erst durch einen Überfall auf das Staatsfernsehen, danach durch die bislang andauernde Belagerung des Regierungsviertels in Bangkok. Seit Ende der Woche streiken die Zugfahrer, wichtige Verkehrswege wurden blockiert, Flughäfen besetzt. Sie drohen die Wasser- und Energieversorgung abzuschneiden. Bei jedem Stromausfall gestern durfte ich mir Sprüche a la „Sind das jetzt die Demonstranten oder ist das ein normaler Stromausfall“ anhören.

Mit diesem etwas diletantisch ausgeführten Generalstreik haben die Demonstranten erstmalig die Touristen, Haupteinnahmequelle des Landes, in die Konflikte hinein gezogen. Sehr clever und meiner Meinung nach schon lange nötig gewesen. Die Luxusressorts auf der Insel käpfen mit Besucherrückgängen und kurzfristigen Absagen.

Die PAD hat durchaus eine Agenda:

  • Samaks Regierung, die sie als Thaksins verlängerten Arm sehen, soll zurück treten
  • Thaksin soll zurück nach Thailand geholt werden und sich seinen Anklagen stellen

Ich bin der Meinung, letzteres hätte man auch mit normalen rechtlichen Mitteln erreicht. In den vergangenen Wochen sprach man schon von einem Putsch der Judikative, weil überaus viele Politiker verurteilt und Parteien verboten wurden. Samaks Regierung hingegen erhielt (mehr oder weniger) demokratisch die Stimmen der Mehrheit der Wählenden.

Die Berichterstattung in Thailand über die Vorkommnisse ist generell polarisierend. Die Fernsehkanäle sind entweder pro-PAD or pro-PPP. Die Rhetorik der PAD-Führer hat eine mitreissende Wirkung auf die Unterschichten. Die Berichterstattung ausserhalb Thailands macht mehr oder weniger den Eindruck schnell zusammen geschriebener „ach dort brennts ja auch noch“-Beiträge.

Es gibt da bspw. den Tränengaszwischenfall. Je nach Berichterstattung haben entweder Ruhestörer unter den Demonstranten oder die Polizei auf friedfertige Demonstranten Tränengas gefeuert. Interessant hier ist, dass die friedfertigen Demonstranten versuchten, relativ unfriedlich Eintritt auf ein Polizeirevier zu erhalten, in dem sie Polizisten vermuteten, die noch Stunden vorher im Regierungsviertel versuchten, Demonstranten zu vertreiben (zu dem Zeitpunkt gab es einen Gerichtsbeschluss, der die Demonstranten vom Regierungsviertel ausweisen lies). Interessant auch ist, dass im Polizeiinventar keine Tränengaspatronen fehlten und die abgefeuerten Patronen aus Schwarzmarktquellen stammen. Interessant ist weiterhin, dass es keine auswertbaren Bilder oder Videos der ansonsten gut durchorgansierten Demonstranten gibt, auf denen man erkennen kann, von wo die Patrone geworfen wurde (es gibt „Analysen“, die zeigen, wie ein Demonstrant etwas wirft). Aber Polizeigewalt gegen Demonstranten – das zieht immer.

Die Bilder von heute Nacht hingegen sprechen eine eindeutige Sprache. Armee oder Polizei waren darauf nicht zu sehen.

Wie auch immer: Nach Gut oder Böse lassen sich die beiden Seiten schon lange nicht mehr einteilen. Und der König bleibt verdächtig stumm.

02 Sep 2008

Auf allen Thaikanälen sieht man derzeit Live-Bilder von PAD-„Demonstranten“, die friedfertig mit Eisenstangen und Elektroschockern auf Gegendemonstranten ein-„wirken“. Würde mich nicht wundern, wenn wir morgen früh mit einer Armee-Regierung aufwachen.

Vor gut einer Stunde begannen regierungsfreundliche Demonstranten, in Richtung des von PAD-Demonstranten besetzten Regierungsgebäudes zu ziehen.

01 Sep 2008

Thaksin Shinawatra, unser (ehemaliger) Premierminister und trotz Asyls in London immer noch Präsident des thailändischen Profigolfervereins, hat sein Spielzeug, den Mehrheitsanteil am britischen Fussballclub Manchester City an eine Bietergesellschaft aus Abu Dhabi verkauft. Scheint, dass sein Geld knapp wird.

Irgendwie sagt er (Thaksin) immer das Eine und macht das Andere… wie soll man ihm da nur noch vertrauen ;)

©2004-2011 Patrick Kollitsch
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