Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Januar 2009

2009

29 Jan 2009

Its not a question of size

Its not a question of size

Wo man die Touristen hinbringt die ausser dem Nacht- noch etwas anderes erleben wollen muss ich mir jedes Mal wieder aufs Neue überlegen.

Es gibt ein paar „Viewpoints“, von denen aus man aufs Meer starren kann, Wasserfälle (die regelmäßig zu rückversichernden Anrufen à la „wir sind jetzt am Wasser, muss man den Wasserfall irgendwo sehen“ führen) und Hin Da Hin Yai, Großvater- und Großmutter-Steine, oben abgebildet.

Entertainment pur.

29 Jan 2009

Im 7eleven gibt es seit ein paar Tagen grüne Pepsi. Die Flasche sieht von ferne aus wie Sprite, wenn man näher kommt, sieht man aber, dass die Flüssigkeit und nicht die Flasche grün ist. Das Ganze soll wohl Cola sein, der Geschmack erinnert wohltuend an DDR-Schaumbad mit viel Zucker (Zucker zusätzlich zum Schaumbad).

Das Internet in Thailand ist abuzz wie wir Multilingualisten das gerne nennen: Laut Flasche soll man auf pepsithai.com Informationen zur Cola lesen können, kann man aber nicht (mal ganz abgesehen von den Zeichensatzproblemen dort).

Unbestätigten Gerüchten zufolge handelt es sich um Pepsi Ice mit dem Geschmack von Kiwi und Gurke. Wenn man das weiss, kann man sich sogar vorstellen, dass das Gurke ist, was da leicht nach Fichtennadel riecht. Auf der anderen Seite: wir haben schon ganz andere Sachen getrunken und gegessen ;)

27 Jan 2009
  • Es sieht so aus als ob es bei Starbucks gar keinen Mocchachino gibt. Ich bestelle den immer und bekomme jedes Mal etwas anderes Kakaoartiges vor die Nase gestellt. Das ging neulich so weit, dass nicht mal Koffein drinnen war, dafür aber eine dicke Sahnehaube – ich erinnere mich deutlich die Frage nach „Extra Whip“ mit No thanks beantwortet zu haben. Nun also bin ich der Theorie verfallen, dass das mit dem Moccachino vielleicht eine andere Koffein-Kette war.
  • Internet im Poolhause wird immer schlimmer. Nun kann ich gerade noch Skype laufen lassen, Webseiten kann man gar nicht mehr abrufen. Die kleinen Datenpakete landen immer irgendwo ganz anders. Da der „all inclusive“ Preis des Hauses damit etwas zu ex-klusiv ist, sehe ich mich gemütlich nach einem neuen Heim um. Mit Internet. Echtem. Vorher getestetem.
  • Die Babyhunde sind zu gross, um noch irgendwie gewinn- oder freudenbringend abgegeben zu werden. Oh Schreck. Nun hab ich eine Hundegrossfamilie. Doppelte Gassiarbeit (ich gehe immer mit je zwei Hunden), zehnfache Putzarbeit (die Babies pflegen direkt nach dem Gassigang noch eine Pfütze im Haus zu setzen. Und die Frauen sind auch nicht mehr so an Farangs mit Babyhunden interessiert wie sie es vor drei Jahren waren. Nichts ist mehr wie es war…
  • Habe mich entschieden, die aktuelle Premiership nicht in die Berichterstattung einfliessen zu lassen. Die Meisten denken eh, dass die Regierung legitim ist. Tja. Gewählt, also mit Stimmen aus dem Volke, hätte man ihn nicht. Das ist in etwa so, als ob Joschka Fischer Kanzler wäre. Nett, aber irgenwie nur mit fragwürdigen Mitteln erreichbar. Die nächste Neuwahl (Putsch auch) kommt bestimmt.
  • Winterschlaf ist vorbei. War ganz nett, aber irgendwie langweilig. Interessant nur war, wieviele Newsletterabonnenten sich beschwerten, dass das mit den Mails nicht funktioniert. Scheinen ja doch ein paar Leute mit zu lesen. Werde mich bemühen, nicht allzuviel Schreibfehler zu machen.
  • Hab kurz überlegt und den Gedanken dann wieder fallen gelassen, so wie jedes Jahr aufs Neue, lange und gedankenvolle Einträge zum Verbleib auf dieser Insel zu verfassen: Nun sitz ich seit vier Jahren auf der Insel. Hab ich was gelernt? (Stellen Sie sich an dieser Stelle ein vieldeutiges Grinsen mit einem leicht geschlossenen und einem weit augerissenen Auge vor.) Bin ich ein besserer Mensch geworden? (Stellen Sie sich ein eifriges voll überzeugtes heftiges wiederholtes Zucken meines Kopfes in eine Richtung Ihrer Wahl vor.) Und Samui? Eine Hassliebe. Also auf ins fünfte Jahr.
  • Braucht jemand auf Samui einen oder zwei kleine süße Shih Tzu Damen niedrigen Alters (14 Wochen)? Sauber (hihi), lieb (nachdem die mir neulich die Beine vor Freude zerkratzt haben, wurden die Zehennägel dramatisch gekürzt) und sehr sehr wissenshungrig (meine Thaiwörterbuchsammlung ist an allen Ecken angeknabbert). Wir heißen Nikki (hört aber nur auf Baby) und Lindsay (hieß mal Number One, Hey! und Shirley und hört nur auf Litschi) und werden sonst an die Nachbarshunde verfüttert (dramatische Übertreibung. Werd mich beim Abgeben wohl so mies fühlen wie bei Number Two, der es jetzt auch viel besser geht. Irgendwo anders).
04 Jan 2009

Unser Premierminister (für alle diejenigen, die nicht wissen, wer das ist, Abhisit Vejjajiva, man kann ja mal die Übersicht verlieren bei soviel hin und her) bekommt um die 100 Hassanrufe pro Tag auf sein privates Mobiltelephon. Am Anfang hat er die alle noch selbst angenommen, inzwischen beschäftigt er sich ja bekanntermaßen mit der Rettung des Landes, also nimmt die Anrufe nun sein Sekretär entgegen.

Man erklärt den Anrufern dann, warum er gewählt wurde. Also vom Parlament, nicht vom Volk, aber das ist ja erst mal irrelevant, denn Wahl ist Wahl.

Die Telefonnummer wurde übrigens von der Radiostation der Taxifahrer (hihi) unters Volk gebracht. Die Taxifahrer sind bekanntermaßen für Thaksin (der war früher mal Premierminister).

04 Jan 2009

Nur wenige Sekunden des neuen Jahres waren vergangen, da stand ein „Pub“ (je nach Medienbericht ist es mal ein Pub oder ein Club) in Bangkok in Flammen. Es gab vier Ausgänge, einer davon war den Besuchern bekannt. Es war eine kleine Tür. Die Toiletten hatten nur eine kleine Treppe als Zugang, da kam keiner lebend raus. Im Pub selbst gab es jede Menge brennbarer Materialien, so dass nach wenigen Minuten das gesamte dreistöckige Gebäude in Flammen stand. Die Bilanz bisher: 62 Tote.

Nun suchen die Schaulustigen nach Geistern, die Polizei nach Angehörigen von unidentifizierten Toten, um die 20 Menschen schweben noch in Lebensgefahr.

Zynisch an der ganzen Sache ist, dass die Nacht die Abschiedsparty des Clubs gefeiert wurde, der an einen anderen Ort umziehen wollte. Zynisch auch, dass der Club nur offen war, weil dessen Besitzer eine einstweilige Verfügung erzielten, als 2004 die Polizei die Öffnung nicht gestatten wollte, weil der Club nicht den Sicherheitsrichtlinien stand hielt.

Glücklicherweise sind nächstes Wochenende Gouverneurswahlen in Bangkok und so reden alle davon, wie sicher man die Clubszene nun machen will. Und Bangkok sauber.

Sicher.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
Auf Textpattern geschmiedet.