Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Mai 2009

2009

20 Mai 2009

Samui hat ein Lichtspielhaus. Kenner würden es als Kino bezeichnen, manch einer wählt Cinema, Cineplex, The Movies oder andere Bezeichnungen, um sich von der mengenmäßig breiteren Masse abzuheben. Dort sieht man mich hin und wieder häufig am Wochenende in der Hoffnung auf etwas Kultur. Samui ist arm an Kultur (rein rhetorisch, ich werden den Gegenbeweis bei Gelegenheit antreten). Ich persönlich stehe ja auf das kontemporäre thailändische Kino (Horror-, Love- und Comedytrash), werde aber hin und wieder gezwungen, Hollywood-Filmchen anzusehen.

Nachdem das Kino eröffnet wurde (das muss wohl vor rund drei Jahren gewesen sein), wurde nie wieder etwas daran verbessert oder gar repariert. Man kann bspw. im Saal 2 nicht erwarten, in voller Klangesfülle beglückt zu werden, Saal 1 hat auf der linken Seite Lautsprecher, die kratzen sobald ein paar Raumschiffe explodieren und Saal 3 beglückt durch mehr defekte Sitze (oder sagen wir besser Liegelehnen) als Reihen. Im Foyer des Kinos rostet eine versiffte Popcornmaschine vor sich hin, deren Produkte je nach Putzmittel-Geschmack benannt verkauft werden. Zwei Monitore hängen an der Wand und blinken im Rhytmus der Kabelbrüche vor sich hin.

Man ist das einzige Kino im Umkreis von zweieinhalb Stunden Fahrzeit (Fähre inbegriffen), das erklärt vielleicht die Gleichgültigkeit.

Trotzdem ist es im Kino noch tausendmal besser als mit einer beim Straßenhändler erworbenen zittrig aus der Handtasche heraus aufgenommenen DVD der jeweils aktuellen Filme. Ein größer Raum mit maximal 10 Personen besetzt, ein größer Bildschirm und die phantasiereichen Geschichten, die das Zelluloid so von sich gibt. Hach ja…

Jedenfalls begab es sich vorvergangenes Wochenende (das Wochenende vor dem leider viel zu schnell vergangenen letzten Wochenende), dass wir in einem relativ gut (200% über dem Soll von 10 Zuschauern) besuchten Kinosaal saßen und uns einen Film namens „X-Men – The love movie“ ansahen. Es war einige Zeit vergangen, die Protagonisten liebten und hassten sich (je nach der durch den Film festgelegte Rolle) und ich entschied mich angesichts der leeren Popcornschachtel, den Film zu hassen. Schlechte Effekte, dümmliche Monologe („seems like a lot of good people die around you“) und ein als comical relief dienender fettsüchtiger Boxer, der eher Goldständer referenzierte als die Geschichte vorwärts brachte.

Plötzlich sagte der böse aber unwissende General zum bösen machtmissbrauchenden General sowas wie „ich weiss über Ihren Sohn Bescheid“ und meine Aufmerksamkeit war wieder geweckt. Dann ging die Leinwand aus, ein paar kleine Notlämpchen an und wir saßen vor uns hin.

Nichts Unnormales, so eine kurze Unterbrechung. Es dauerte 10 Minuten und ganz service minded wie die Thais so sind kam eine junge Thekenbedienstete und nuschelte schnell auf Thai ein paar Sätze in den Raum. Die Sextouristen im Raume fragten verwirrt ihre jeweiligen Translamatten, die in unseltenen Fällen auch nur Bahnhof verstanden. Ich meinte was von 10 Minuten gehört zu haben und so warteten wir.

Nach weiteren 10 Minuten wurden wir nach draussen geführt und durften uns an der Kasse Gutscheine für eine Filmvorführung unserer Wahl abholen und nach Hause gehen. Stromausfall. Die beiden anderen Kinosäle wurden vorher abgefertigt, daher die Wartezeit. Zur Regenzeit dürfte das dieses Jahr ein Standardvorkommnis werden und der Sall mit mir drinnen wird immer der letzte sein. Die im Kinokomplex integrierte Bowlingbahn und die Karaokebar dröhnten weiterhin vor sich hin. Dafür hatte man Notstrom, für so einen halbnackten Hugh Dingsbums nicht.

Als wir dann versuchten, vergangenes Wochenende unsere Gutscheine einzulösen, wusste niemand, was das ist und wie man das im Kassensystem eingeben kann.

Thema Kultur: Samui hat jetzt nicht nur ein Lichtspielhaus, es hat auch sein erstes jährliches Filmfestival. Vom 14. bis 16. August diesen Jahres werden an einem noch bekanntzugebenden Ort hier auf der Insel Filme gezeigt, die wohl kein anderes Kino auf der Insel zeigen würde. Ich bin gespannt. Vor allem ob sich das jährlich auf die Austragungszeiten bezieht.

14 Mai 2009

Der ist so gut, den muss man einfach voll zitieren:

Pattaya – A Belgian tourist was severely injured early Thursday when his Thai bit his male organ and almost severed it, police said.

The tourist, Eddy Iam De Velde, 56, was rushed to the Pattaya Memorial Hospital and doctors managed to save the man’s organ.

The hospital reported the event to police at 5:30 am.

The man told police from his hospital bed that his girlfriend, who he has been living with for about a month, injured him.

She said the woman became angry after learning that he had another Thai lover.

The two quarreled while having sex so she bit him and he called friends to send him to the hospital.

Police will arrest the woman whom has yet to be identified.

Ich sage mal, man sollte darauf achten was man sagt, wenn man seine Genitalien nicht alle bei sich hat.

PS: The Nation war mir eigentlich immer als seriöses wenn auch parteiisches Organ bekannt…

PPS: Gibt es eigentlich eine Organisation die sich um Opfer abgebissener Fortpflanzungsorgane kümmert? Das gibt es häufiger in den einschlägigen Touristenorten…

PPPS: Einen letzten organischen hab ich noch, ein Insider: Sie war bestimmt kein Muslim.

01 Mai 2009
Soosie

Soosie

Ich musste mir heute von unserer Hunde-Social-Web-Site sagen lassen, dass Soosie drei Jahre alt geworden ist. Drei Jahre schon, soso. Aus dem süßen Fratz hier wurde dieser ebenso süße Fratz.

Ich hab mich schon gewundert, warum sie heute morgen so erwartungsvoll vor der Schlafzimmertüre stand. Das gibt so ein Kringelding für die alle drei Hunde die jeweils anderen killen würden.

©2004-2011 Patrick Kollitsch
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