Samui? Samui! Geschichten von der Insel*

Das Archiv - Februar 2010

2010

28 Feb 2010

Heute ist Makha Bucha Day, einer der drei wichtigeren buddhistischen Feiertage. Und ich nehme gut 50% aller schlechten Bemerkungen über das Nachtphotoverhalten meiner neuen Kamera zurück. Aber nur 50%. Gestern hab ich mir übrigens Benicio Del Toro’s Wolfman angesehen – passend zum Vollmond.

26 Feb 2010

Die Würfel sind gefallen: 46 Milliarden Baht aus Thaksins eingefrorenen Geldern werden eingezogen, da er sie lt. Urteil unrechtmäßig beschafft hat, 30 Milliarden bekommt er zurück. Damit hat er ja wieder erstmal ein bisschen Geld in der Kaffeekasse.

Er selbst hat sich heute mehrmals via Videoschaltung gemeldet und betont auch nach dem Urteil wieder, dass er das Opfer der Politik ist. Dass er seine Macht als Premierminister missbraucht hat, um Geld zu scheffeln und Firmen ans Ausland zu verkaufen, ist natürlich nebensächlich.

Die ganze Verkündung des Urteils dauerte gut 7 Stunden.

26 Feb 2010

Die Profigolfer der Nation schauen heute nach Bangkok. Es ist Thaksins großer D-Day: In Bangkok wird die Entscheidung über seine 76.621.603.61,05 eingefrorene Baht verkündet.

Nach der Verkündigung werden die Rothemden randalieren. Wenn ihm der gesamte Betrag oder Teile davon weg genommen werden, randalieren sie, weil das ungerecht ist und wenn er alles zurück bekommt, randalieren sie, weil das ja gewissermaßen ein Nachweis seiner Legitimität als Thailands Oberhaupt ist und er doch bitte wieder Premierminister sein soll und die Nation (oder seine Hälfte davon) einen und in eine korruptionsfreie Zukunft führen soll.

So oder so, Thai-TV zu schauen macht heute Sinn. Um 1.30 Uhr wird wird das Urteil des obersten Gerichtshofes (the Supreme Court’s Criminal Division for Holders of Political Positions) verkündet.

24 Feb 2010

Seit ein paar Tagen wird bei meinem Internet-Provider TOT versucht, bestimmte Seiten bei Facebook zu blocken. Das hängt wohl mit der für Freitag angekündigten Urteilsverkündigung zu der Weiterverwendung der eingefrorenen Reichtümer des Golfpräsidenten Thailands zusammen.

Bis gestern kamen häufiger mal seltsame Timeouts und man konnte http://w3.mict.go.th/ in der Status- oder URL-Zeile lesen. Heute nun kann man Facebook nur noch über https laden.

In Thailand müssen die Provider Webseiten blockieren, die das MICT (Ministerium für Informations- und Computertechnologien) listet. In der Regel sind das Seiten die sich mit der Königsfamilie befassen oder politische Seiten. Pornoseiten weniger. Die Provider schalten dann entweder nette Seiten, dass man eine URL geladen hat, die nicht so gut für die Moral oder innere Sicherheit sei oder leiten direkt auf w3.mict.go.th weiter.

Dummerweise haben die Providertechniker in den seltensten Fällen auch nur den Ansatz einer Ahnung, wie man eine bestimmte Seite oder URL sperrt, so dass schon mal YouTube komplett abgeschaltet wird oder die Ernte in Farmville verrottet, weil die MICT-Server überlastet sind. Muahahaha.

Wie gut zu wissen, dass es mit Tor oder https immer einen Weg gibt, auf den Seiten zu landen – solange man bei den Internetprovidern niemanden einstellt, der DNS or Proxies versteht.

12 Feb 2010

Es gibt Nachrichten, die gibt es nur in Thailand:

Rettung: Die Tauben, die vergangene Woche aus unerklärlichen Gründen noch niemand wollte, haben eine neue Heimat gefunden. Hurrah. Farmer aus 10 Provinzen wollen die Federviecher nutzbar (hinsichtlich der Eier) einsetzen.

Die Tauben werden gereinigt, für die Farmer werden von der Vereinigung für, ehm, Renn-Tauben (? heh?) Handbücher zur Taubenzüchtung bereitgestellt und es gibt 10 Provinzen, in denen die Leute mehr Taubeneier verzehren können. Wenn die Lehrbücher keine fatalen Fehler enthalten.

Rettung II: Im ewig währenden Streit um die Grenze rings um Preah Vihear, einem Tempel der mitten auf der Grenze, in Cambodia oder Thailand steht, je nach Geschichtsschreibung des Betrachters, kommt Google Thailand zu Hilfe. In Google Earth ist die Grenze nämlich so gezogen, dass der Tempel auf der Thaiseite steht.

Und da Google immer Recht hat, freuen wir uns (stellvertretend für jeden, der den Tempel irgendwie gewinnbringend verwerten kann) natürlich. Hun Sen, der (sicherlich klinisch diagnostizierbare) Premierminister Cambodias sagt nun, Google sei böse, aber wir alle wissen ja, dass dem nicht so sein kann. Mal abgesehen davon, dass nach Meinung der Thais noch nicht alles entschieden (sprich verloren) ist.

Nachrichten die Nachrichten wären wenn sie Nachrichten sein dürften was sie nicht dürfen weshalb sie keine Nachrichten sind was wiederum eine Nachricht wäre wenn man darüber berichten dürfte: Am 26. Februar wird über die eingefrorenen Reichtümer von Thailands’s zu 50% beliebten Präsidenten (des Thailändischen Profigolferverbandes) entschieden. Man sagt, es wäre nach diesem Datum nicht mehr sein Eigentum. Es werden überall im Lande Soldaten positioniert, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollen, die Rothemden krakelen und den „Medien“ soll in den nächsten Tagen ein Maulkorb verpasst werden, nach dem über die Entscheidung im Vorfeld nicht mehr berichtet werden darf.

Worüber nun vor dem Maulkorb berichtet wäre.

Doraemon ist tot: Eine Grundschullehrerin lebte mit einer Doraemon-Plüschpuppe zusammen. Das Ding wurde sogar für die erste Klasse an der Schule an der sie lehrte angemeldet (und angenommen). Dann verstarb die Puppe (das hat ihr Geist der Lehrerin im Traum erzählt) und sie wurde mit einer offiziellen buddhistischen Trauerzeremonie verabschiedet. Mehr hier, hier, hier und hier.

Warum die Lehrerin immer noch Kinder betreuen und belehren darf ist eine Frage, die man sich nur in Thailand stellen wird.

08 Feb 2010

Die gute Touristenpolizei. Das sind Nicht-Thais, die der thailändischen Polizei hier auf der Insel sprachlich und kulturell unter die Arme greifen. Oder um es mit den Worten der Touristenpolizeiwebsite zu sagen:

Tourist Police Division ist mit der Agentur verbundenen mittel-Büro und Royal Thai Police arbeitet unter Aufsicht des Ministeriums für Tourismus und Sport. Verantwortlich in der Kriminalprävention und supression, Untersuchung und arrresting über über die touristischen und internationalen Verbrechen im Fall, dass kann dazu führen, dass Auswirkungen auf die Tourismusindustrie, Hilfe zu erleichtern und die Sicherheit des Lebens und der Zugehörigkeit für die Touristen und die Zusammenarbeit mit oder die Gewährung einer Unterstützung für andere damit zusammenhängende Agenturen oder diejenigen, die zugeordnet.

Genau.

04 Feb 2010

Es gibt Nachrichten, die gibt es nur in Thailand:

Die Pille gegen Prügel: In einem Computershop (sprich ein Internetcafe für Online-Spieler) wurden Pillen, die angeblich entspannen und Prügeleien erträglich machen sollen, an 6 Schüler verkauft, die sie weiter verkauften. Inzwischen sind 83 Schüler in ärztlicher Behandlung – es war ein Medikament zur Behandlung von Erkränkungen der Atemwege.

Auf die Idee, dass es etwas seltsam ist, in einem Computerladen eine Wunderdroge für nur 1 Baht pro Pille zu erhalten kam keiner der Schüler. Warum auch, in thailändischen Schulen lernt man nicht unbedingt Selbständigkeit.

Wunderpilz: Ein Pilz, der, man hat das im Internet recherchiert, das gibt es noch nicht, „mehrere Krankheiten heilen kann“ und die gleiche Wirkung wie Viagra hat wurde das erste Mal „in Gefangenschaft“ vermehrt. Warum das nur in Thailand geht? Thaireis.

Der Doktor, dem das gelang, hat gleich mal eine Pressekonferenz gehalten, denkt aber noch darüber nach, seine Erkenntnisse zu Geld zu machen.

Wie man sich einer Taubenplage erwehrt: In Bangkok gibt es Tauben. Viele. Weil in Bangkok zu viele Tauben herum fliegen und die Sehenswürdigkeiten verdrecken plant man nun, sie einzufangen und in Ratchaburi wieder frei zu lassen. Bangkok wäre wieder etwas sauberer aus der Luft und Ratchaburi… naja… was interessiert uns die Taubenplage dort.

Das gleiche hat man schonmal mit Straßenhunden und Udon Thani vorgehabt. Interessanterweise haben die Empfänger sich da auch schon drüber beschwert, aber Hunde sind ja keine Tauben…

Weiße Haut: Je heller die Haut umso schöner ist man – zumindest in Asien. Geht man mal die Drogerien und Märkte findet man immer ein zwei Regale voll mit „Whitening“-Produkten. Es gibt nichts, was nicht weißer machend verkauft werden könnte – Deosticks, Cremes, Puder et cetera.

Einmal im Jahr werden dann die Mittelchen vom Gesundheitsamt verboten und vor den Nebenwirkungen gewarnt. Ein Prozess der Arbeitsplätze schafft und sich selbst ernährt.

Neulich schon wurde vor dem Genuss eines Krebs-Medikaments gewarnt, dessen Nebenwirkung weiße Flächen auf der Haut sind. Zu dumm nur dass das keine Ganzkörper-Reaktion war.

02 Feb 2010

Eine kleine Nachricht aus der Nation Multimedia von heute:

Prime Minister Abhisit Vejjajiva Tuesday assigned the Science Ministry to conduct a test of GT200 bomb detectors. The prime minister gave the order during the weekly Cabinet meeting. Suspicion grew about its efficiency after the British government banned the export of the bomb detectors.

Wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn die vergangenen zwei Wochen im Thai-TV nicht voll mit Berichten über eben diese Geräte und deren (Un)Nutzen gewesen wäre.

Der Detektorteil besteht bspw. aus zwei Papierstreifen im Kreditkartenformat, die aneinandergeklebt sind.

Fühlt man sich bei Fahrten in den Süden Thailands doch viel sicherer…

PS: Im BBC-Artikel kommt zum Ende Stephen Fry zu Wort, der die Dinger in Kenja in Verwendung sah – als Elfenbein-Detektoren.

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