Gestern fragte Lowlander in den Kommentaren, wie denn in Thailand Weihnachten gefeiert würde. Die Antwort darauf ist einfach: Gar nicht.
Zwar sind die Thais Weltmeister im Aufnehmen fremder Feste und Bräuche, aber Weihnachten hat es noch nicht geschafft. Neujahr ist der nächste offizielle Feiertag, die restlichen Tage sind “ganz normale” Tage. Aus diesem Grund schreiben Reiseunternehmen auch unter Thailand, Sonne, Strand ein “entfliehen Sie dem Weihnachtsstress”. (Kleiner Hinweis am Rande: Das mit der Sonne könnte zur Zeit nicht ganz stimmen.)
Trotz allem kann man in Gegenden touristischer Konzentration ein gewisses weihnachliches Stimmungsmachen entdecken. Soweit ich weiß servieren einige Restaurants speziell an Weihnachten europäische und amerikanische Weihnachtsgerichte (tote Flügelviecher). Und die Ladyboys auf der Beachstreet tragen neben den engen kleinen Höschen auch Weihnachtsmannmützen, je nach Laune mit blinkenden Accessoires oder ohne. Um die Ecke in der heißen Pfanne tragen sie auch Mützen, allerdings voll bekleidet.
Im Tesko haben sie auch schon seit vier Wochen Kekse und Blinkkram rumliegen. Da gleichzeitig aber auch noch der König Geburtstag hatte und seit 60 Jahren auf dem Thron verweilt mischte sich das Rot-Weiß diesmal eher mit Gold-Gelb.
Aber generell gesehen feiern wir kein Weihnachten.
6 Kommentare
Patrick am Sonntag, dem 24. Dezember 2006
Der Kalender rechts ist mal wieder so eine nicht fertiggestellte Bastelei. Eigentlich sollten es Feiertage der Region sein. Es gibt dann auch "offizielle Feiertage", also solche, wo Banken und Behoerden geschlossen haben und inoffizielle Feiertage, wie Loy Kratong und aehnliches, was eher kulturell oder religioes ist.
Klar. Weihnachtsbäume gibts auch hier. Meine Hausbesitzer hatten Anfang Dezember so was rundes Blinkendes an ihr Haus genagelt was die ganze Nacht geleuchtet hat. Irgendwann hat es sie aber genervt :) Die Thais selber freuen sich auf den Jahreswechsel (alle drei) und dass sie mehr Geld von den Touristen verdienen (zu Weihnachten).
Louis am Sonntag, dem 24. Dezember 2006
Drei Jahreswechsel? Der westliche, der chinesische... und? Gibt es einen extra thailändischen?
Wie ist das eigentlich mit den westlichen Touristen an Weihnachten? Sind da viele schon in Thailand? Ich hätte jetzt aus dem Bauch gesagt, die meisten wollen doch eher Weihnachten in Europa feiern und kommen erst zwischen den Feiertagen. Ein Hochzeitspärchen, das gerade auf Phuket in den Flitterwochen war, sagte auch, laut Hotelbesitzer sei es jetzt dort noch relativ ruhig gewesen und der große Run setze erst nach Weihnachten ein. (Wobei es für ihren Geschmack wohl schon ziemlich voll war...).
Lowlander am Sonntag, dem 24. Dezember 2006
.. danke für ddie Aufklärung.
Louis am Sonntag, dem 24. Dezember 2006
... vergiss meine erste Frage. Ein Blick in eben jene Feiertagsspalte hätte sie mir beantworten können. ;-) Da steht es ja groß und breit.
Patrick am Sonntag, dem 24. Dezember 2006
also drei jahreswechsel in thailand sind: der gregorianische, der chinesische (im februar) und der thailaendische (songkran). touristen sind sicherlich schon viele da. ich kuck mir das nicht mehr so genau an, merke aber am verkehr, dass mehr da sind, hehe...
auf samui ist nach weihnachten bis mitte januar hoechstsaison und november bis februar hochsaison.
ueber phuket habe ich neulich gelesen, dass sie immer noch 24% weniger touristen haben als "frueher". ich gehe mal davon aus, dass das vor dem tsunami war.

Louis am Sonntag, dem 24. Dezember 2006
Wieso steht dann rechts in deiner Spalte unter "thailändischen Feiertagen" der 25.12. als "Christmas Day"?
Im Übrigen finde ich deine Beobachtungen aber sehr interssant: Thailand wäre damit eines der wenigen asiatischen Länder, das den "Weihnachtsrummel" (noch?) nicht übernommen hat. In Hongkong oder anderen chinesischen Großstädten ist "Weihnachten" ziemlich präsent. Natürlich in der destillierten Form von: Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsmann.
Es ist eigentlich erstaunlich, wie leicht sich gewisse Weihnachtsbräue exportieren lassen, da sie im Grunde mit dem eigentlich zugrunde liegenden Fest gar nichts mehr zu tun haben.