Songkran ist in Bangkok zu einem Krieg der Roten ausgewachsen.
Wenn Abhisit und seine Demokratieplaner gedacht haben, Songkran würde die Lage entspannen, dann war das vermutlich sehr naiv. Thaksin ruft nun nahezu täglich über Videotelephone und andere Kommunikationswege an und ruft zu einem Bürgerkrieg von unten auf. Unten, das ist in Thailand der Isaan und die Ex-Mitglieder von Thai Rak Thai, Thaksins inzwischen aufgelöster Partei.
Seit dem frühen Morgen gestern gehen Soldaten gegen die Demonstranten vor. Angeblich mit Schüssen in die Luft, bei (offiziell) zwei Toten ist das aber weniger glaubwürdig. Die Demonstranten hijacken einen Tanklaster und wollen den zum Explodieren bringen, die Armee „erobert“ ihn zurück.
Wenn jetzt noch einer denkt, Demokratie wäre eine funktionierende Regierungsform hier, dann muss da irgendeine STD die Sinne vernebeln.
Thaksin sitzt weiterhin in seinen „unbekannten Ort“ und sprüht Benzin ins Feuer:
… ousted ex-premier Thaksin Shinawatra told CNN that the government was covering up deaths and that the soldiers had killed „many“ people even though television broadcasts only showed soldiers firing into the air to disperse the mobs.
„They trapped the people. Many people died. They even took the dead bodies up on the truck and took them away,“ Thaksin told CNN from an undisclosed location.
Als ob er live mittendrin wäre… Auf der anderen Seite, besser an einem unbekannten Ort als Opfer von Plan B zu sein.
4 Kommentare
Patrick am Dienstag, dem 14. April 2009
Ich meine alle anderen – die cambridge-gebildeten Politiker dieses Landes und die „Nationen“, die da Kommentare wie „wir verurteilen die Unruhen“ oder „undemokratisch“ bringen. Suedostasiaten sind durch ihre soziale Struktur/Abstammung/wie auch immer meiner Meinung nach nicht in der Lage zu griechischer Demokratie.
ralf am Mittwoch, dem 15. April 2009
griechische demokratie?! darf ich daran erinnern, dass gerade erst im dezember 2008 der tod eines von einem griechischen polizisten verursachten jugendlichen zu tagelangen aufständen und gewaltsamen auseinandersetzungen geführt hat. das war für einen europäischen demokratischen staat schon beachtlich.
ich glaube daher nicht, dass suedostasiaten grundsätzlich ‘demokratieferner’ eingestellt sind – im gegenteil: ich habe in thailand die buddhistische lebenseinstellung der menschen als den markantesten unterschied zur europäischen oder auch westlichen lebenseinstellung empfunden. dies scheint mir sogar eine bessere voraussetzung für ein demokratisches staatswesen zu sein (jedenfalls eine bessere als die anderen staatsformen, die sich auf christliche oder sonstige werte berufen, die geschichte dieser religionen ist in der tat von gewalt und intoleranz geprägt. gibt es aber ‘radikale buddhisten’?!)
aufallend bei den aufständen von dezember und jetzt im april war aber doch die unterschiedliche rolle des militärs. dies wird in den westlichen medien, soweit ich feststellen konnte, jedoch kaum beachtet. es wird hier dargestellt als die auseinandersetzung von thaksin-anhängern und -gegnern. wenn ich jedoch betrachte, wer jeweils die ‘roten’ bzw. die ‘gelben’ unterstützt, läuft es auf eine klassische soziale auseinandersetzung der unteren gegen die oberen klassen hinaus. entsprechend hat sich das militär im dezember beim aufstand der von elite und militär gestützten ‘gelbhemden’ wochenlang zurück gehalten. bei den ‘roten’ war es jedoch gleich zur stelle, die scheinbar vor allem von der landbevölkerung unterstützt werden.
ich bin jedoch weit davon entfernt, die ‘rothemden’ als sozialrevolutionäre zu bezeichnen, da ich nicht wirklich beurteilen kann, ob thaksin diese leute instrumentalisiert bzw. ob die landbevölkerung in inneren von thailand überhaupt etwas von der auseinandersetzung mitbekommen hat.
wer hat denn dazu halbwegs seriöse infos?!
Patrick am Mittwoch, dem 15. April 2009
Demokratiebegriff in der Wikipedia. „Griechische Demokratie“ hat wenig mit der Demokratie in Griechenland im Dezember 2008 zu tun.

Tommi am Dienstag, dem 14. April 2009
Ja, ich glaub auch, dass man genug von Khun Thaksin hat. Der soll bloß aufpassen, dass sie ihn nicht endgültig entsorgen. Aber Demokratieverständnis ist nicht wirklich das, was Du von Deinen einheimischen Mitbürgern erwartest, oder? Wie soll das funktionieren, nachdem man Ihnen seit Jahrzehnten systematisch die Bildung verweigert?