
Jedenfalls kam ich gerade aus dem Immigration Office und fuhr so gen Sonnenuntergang vor mich hin, als Yai von hinten mit ihren Händen auf meinen Kopf klopfte und “oy oy” schrie. Sie sagt recht häufig “oy”, das ist ihr Standardausruf um Be- und Entgeisterung, Befriedigung, Erstaunen und die Tatsache, dass die Suppe mal wieder zu heiß war zu bekunden. In einigen Metern Entfernung sah der Lenker des Mopeds dann das Unheil aufwallen: Jede Menge Polizei und jede Menge angehaltener Mopeds.
Tja. Zumindest in der Wahl der Positionierung haben sie eine erhöhte Intelligenz bewiesen – eine Einbahnstraße. Ich ergab mich also in mein Schicksal und fuhr einfach weiter. Man hielt auch mich an und packte mich in eine Mopedschlange. Nach einer Weile kam ein des Englischen nicht mächtiger Thaibulle auf mich zu, zeigte auf mein Motorad und sprach “motobike”. Ich nickte freundlich. Konsens. Anschließend legte er mir seine Pranke auf den Kopf und meinte ‘helmet”. Nun, jemanden auf den Kopf zu fassen ist so ziemlich die gemeinste Beleidigung, die man einem Thai gegenüber ausüben kann, weil der Kopf das höchste des Menschen ist. Man sollte deshalb auch keinem Kind auf den Kopf fassen (auch wennn das Gutschigutschi-Tatschen ein höchst verbreitetes Farang-Gehabe ist). Jedenfalls habe ich das als bewusste Beleidung aufgefasst, ihn angelächelt, “ok” gesagt, auf sein Namensschild getatscht und gefragt, ob das sein Name ist. 1:1 würde ich mal sagen. Er füllte dann irgendein Papier aus, ich durfte meinen Namen eintragen und unterschreiben. Das hätte durchaus ein Mordgeständnis gewesen sein können, denn es war wie immer alles in Thai geschrieben.
Ich durfte dann mit meinem Zettelchen in ein Fischrestaurant am Straßenrand wo zwei noch wichtigere Polizisten hinter einem Tisch Quittungen ausstellten (siehe Scan) und Geld einsammelten. Auch hier wurde ich wieder nach Namen und Nationalität gefragt, durfte 300฿ bezahlen und entschwinden. Helmlos.
Gut. Fassen wir zusammen:
- Es wurde kein Ausweis verlangt. Das nächste Mal nenne ich mich Friedrich Wilhelm Murnau.
- Die “Expaten” behaupten immer, eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führe eine 600฿-Strafe und 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führt keine 600฿-Strafe und keinen 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich.
- Die “Expaten” behaupten immer, dass die Polizei entweder Thais oder Farangs aussiebt. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Die holen immer alle raus, die sie kriegen können.
- Es geht das Gerücht um, dass hier länger ansässige Expats überhaupt keine Ahnung von verschiedenen Dingen haben. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Das ist richtig.
