Benzin? Wozu braucht ein Moped Benzin?
Titelgebende Zeile mag ausschlaggebend für mein “kleines” Problem heute morgen gewesen sein. Ich dachte schon seit ein paar Tagen, ich sollte mal wieder tanken. Da ich aber nur auf Arbeit und zurück fuhr, verschob ich das immer wieder auf später. Nach der Laundry aber machte mein kleines sü?es Moped plötzlich seltsame Laute. Spotz spotz. Ich dachte mir, es wäre nicht unklug, nun gleich tanken zu fahren. Das Moped dachte es auch und ging an der nächsten Kreuzung aus.
Nett. Ich versuchte zu starten, es verweigerte aber beharrlich seine Dienste. Ein kurzer Blick zum Himmel — wolkenlos, Sonne. Nun gut, es war noch vor Acht, also konnte man annehmen, dass es nicht allzu schwierig werden könnte, das Moped zur Tankstelle zu schieben. Ich machte mich also schiebenderweise auf den Weg, unterwegs manchmal aufgehalten von Thais, die interessiert fragten, was denn kaputt wäre. Beim dritten hatte ich dann die Wortwahl gefunden, die am verständlichsten war: “No gasoline I think, the tank is empty!” Au?er einem mitleidigen Lächeln hatten sie aber nichts zu bieten.
Ich schob also weiter und beantwortete mitleidige Fragen. In der Ferne tauchte das McDonalds-Schild auf, nach weiteren zweihundert Metern wäre die Tankstelle gekommen. Ich, inzwischen mit einem eigenen tropischen Klima ausgestattet, Stürzbäche Rücken und Stirne hinabflie?end, schob glücklich schneller, als aus einer Hütte links eine ältere Frau herausschoss, mich krallte und mit meinem Moped zur Hütte zerrte. Dort stand eine einsame uralte Zapfsäule mit Benzin. Ich, glücklich nicht weiter schieben zu müssen, lies mir einen Liter einlaufen lassen, zahlte den stark überteuerten Preis von 30 THB mit einem Lächeln und fuhr tanken.
Und morgen fahr ich gleich wieder tanken. Schieben ist doof. Besonders hier.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.