Gestern war ein einfach fürchterlicher Tag. Ich hab es mir gut gehen gelassen und bis 12 Uhr ein gewisses Hörbuch hörgelesen, als ich mich entschied, schon ein paar Stunden vor meinem Telefondate mit Schnute ins Büro zu gehen und ein bisschen Mails zu lesen, an Webseiten rumzuschrauben. Im Büro angekommen genoss ich die leere Atmosphäre unseres zwei Tische großen Gro?raumbüros, startete den Rechner, verkabelte ihn und kam nicht online. Die nächste Stunde verbrachte ich dann mit Fehleranalyse und diversen Neustarts (konnte ja sein, dass es ausnahmsweise am Betriebssystem lag). Nichts ging. Die Blockade konnte ich dann bis hinter das WLAN zurück verfolgen, im Prinzip die letzte Stelle, an der ich etwas ändern könnte. Vermutlich hatte man uns einen Riegel vorgeschoben.
Jedenfalls packte ich mein Notebook ein und nahm mir vor, zu Hause lokal einen Server zu starten und eben dort zu arbeiten. Dort angekommen begann das ganze Verkabeln wieder. Diesmal wollte der Server nicht starten. Weder unter Linux noch unter Windows. Schön dachte ich mir und wurde langsam sauer. Im Kopf entspann sich eine ?berlegung zu Sinn und Unsinn einer online arbeitenden Unternehmung ohne Anbindung zum Internet, zum Wert meiner Arbeitsressourcen, wenn man mich nicht online kommen lässt und verschieden anderes marktwirtschaftliches Gefluche. Jedenfalls hatte ich mich nach einer Stunde so hochgesteigert, dass ich weiter ein gewisses Hörbuch hörlas.
Jedenfalls ergab es sich, dass gegen fünf das Buch zu Ende war. Ich setzte mich wieder auf mein Moped und fuhr ins Büro. Das gleiche Ergebnis.
Den Rest des Abends verbrachte ich dann mit “Memento” linear gesehen und meinen Gedanken dazu, dass es mir gelingt auch in dieser Umgebung überaus nörgelig zu werden, wenn man mich vom Internet abschneidet.
If you want an evil kampfmaschine, kappt my internet!
Ich nehme an, dass sich heute auch wieder nichts tun wird, womit dieser Eintrag leicht obsolet irgendwann eingestellt wird, wenn heute bereits gestern und gestern vorgestern ist oder schon viel früher. Und überhaupt.
PS: Es hat sich nichts getan und inzwischen ist Montag und immer noch geht nichts. Nett. Wenigstens hat 5Phase auf dem Flur gegenüber auch keine Anbindung. So entsteht vielleicht ein bisschen Prioritätsdruck.
PPS: Jetzt ist es 15 Uhr, wir sind online, aber mit ca. 0.5kB, wenn überhaupt. Seiten laden nicht. Mails kommen nicht an. Super.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.