Samui? Samui! David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Betriebsausflug

Soso. Heute waren wir in Ban Nathon auf Betriebsausflug. Um 10 Uhr kam der Kremserwagen, wir öffneten ein paar Flaschen Bier (in einem reinen Männerunternehmen darf man das) und sangen schmutzige Lieder.

Oder nein, fangen wir anders an:

Es standen ein Arztbesuch mit dem Erhalt einer Gesundheitsbescheinigung und einige Passfotos (um genau zu sein 10 kleine und 3 gro?e) für unsere Work-Permits an. (Was? Wir haben immer noch keine Arbeitsgenehmigung?) Jedenfalls waren ein paar Behördengänge zu tun und wir taten sie. Die Gänge.

Wir sind natürlich nicht mit dem Kremserwagen gefahren und Bier trinken wir nicht. Weder auf Arbeit noch anderswo. Alkohol ist böse. Wir haben uns brav um neun möglichst nahe an des Chefs Behausung getroffen (nur nicht zuviel Arbeit für einen alten Mann machen) und fuhren sodann auf unseren knatternden Stra?enkreuzern gen Ban Nathon. Das Schlimmste erwartend.

Nun, was mag man erwarten bei einem Gesundheitscheck? Einige Metallteile in verschiedenen Körperöffnungen? Hammerschläge aufs Knie? Laufbandlaufen, stundenlang? Radfahren? Ziehense mal das da aus und bückense sich?

Hmm… Man stelle sich folgendes vor: Wir gehen auf einer Einkaufsstra?e entlang und kommen zu einem Ladengeschäft mit offener Theke zur Stra?e hin. Dahinter sitzt ein ca. 40jähriger Mann, dem wir erklären, dass wir für die Work-Permits eine Gesundheitsbescheinigung benötigen. Er sagt ja, ok, holt einen Stapel Formularkopien hervor, sagt, er braucht einen Pass von uns, wir geben ihn hin, er füllt das Formular aus. Unterschreibt. Stempelt. Tütet ein. 50 THB. Fertig.

Ich bin somit im Besitz der Beglaubigung, dass ich geistig und körperlich gesund bin. Gut, mir könnte ein Kopf unter der Achsel herauswachsen. Aber meinen Beleg habe ich. Sollte jemand Zweifel hegen — Bitte! Ich hab es schwarz auf wei?! Mit Stempel! Dr. Surasit hat das gesagt und einem Doktor werdet ihr doch wohl glauben?

Jedenfalls unterhielt er uns während des Ausfüllens des Formulares mit lustigen Bemerkungen und Fotos aus verschiedenen Photoalben. Das erste Foto war eine Person sitzend quer vor Hin Yai. So optimal ausgerichtet, dass es aussah als ob, na? genau… jede Menge Familienphotos. Sein Lehrer (eine wichtige Person in seinem Leben). Manchmal fährt er nach Bangkok um dort seinen Klassen zu zeigen, wie man sicher mit Wunden umgeht.

Netter Mann. Dr. Surasit. Jaja.

Dann waren wir im Foto-Shop. Für die Arbeitserlaubnis brauchen wir wie gesagt 13 Fotos. Muss ja jeder Polizist in Thailand wissen, wer hier arbeitet. Jedenfalls müssen die Fotos mit Schlips und Kragen sein. Wobei Kragen in Japan gleichbedeutend mit Jacket ist. Ich habe keins. Aber einen netten Schlips (eigentlich zwei aber der Zweite passt farblich nicht) hab ich mir gekauft. Gebunden.

Der Fotograph hatte dann einen wahrlich überquellenden Fundus an Passfotoklamotten, aus dem er uns ein Jacket aufzwang. Jedem das Gleiche. Schnell Fotos geschossen. Krawatte runter und weg damit.

Ich bin nun im Besitz von wunderschönen Passfotos. Nein ehrlich. Die letzten drei Passfotoläufe liefen ja doch ein wenig schlecht. Ich würde mich glatt mit dem Teil bewerben, wenn ich nicht leider schon einen Arbeitsplatz hätte. Leider leider ;) Jedenfalls ist es schon schade, dass man erst nach Thailand fahren muss, um ordentliche Passfotos zu erhalten.

Mal ehrlich, werter Leser: Dem netten Gesicht auf der rechten Seite würden Sie doch ein Zeitschriften-Abo abkaufen, wenn es Ihnen erzählen würde, dass es Frau und Kind in Deutschland hat und hier her nachholen will, oder?

Und ich verstehe nun auch, was die ganzen Thaifrauen immer von mir wollen.

Irgendwie muss ich mir einen anderen Spiegel zulegen. Wenn ich früh in den in der Hütte sehe, dann steht da jemand anderes.

Fassen wir zusammen: Fotos gut. Gesundheitsbescheinigung 50 Baht und ein Stein-Penis auf nem Foto.