Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Oh, if I could get some sleep

Insomnia von Faithless war damals, ich glaube so gegen 1996, eine kleine musikalische Revolution. Endlich wurde der Bass wieder für etwas Sinnvolleres als Eurobeat (Ronnymusik) eingesetzt. Die Rettung kam wie häufig von der Insel. Eine neue Phase der Musik hatte gerade begonnen. Ich frage mich manchmal, was aus C&C-Factory (hie?en die Produzenten so?) geworden ist. 10 Minuten-Mixe mit der geradezu manischen Wiederholung einzelner Zeilen in immer bassigeren Variationen. Ja. Was waren wir jung. Wir hatten die ganze Welt in den Händen.

Aber hören wir auf mit diesem Retrogequatsche. Ich stelle fest, dass mein Körper aufgibt. Was genau ihn belastet, wei? ich nicht. Oder ich wei? es und würde es nicht zugeben. Fakt ist, dass ich seit vergangenem Sonntag nur noch aller zwei Tage schlafe. Die Nachtphase dazwischen liege ich hellwach und überfliege verschiedene Themen (die mich otherwise nicht vom Schlafen abhalten könnten). Es hat den Anschein, dass ich in den Nächten da ich schlafe nicht aus Erschöpfung schlafe, dann wäre ich nicht erholt am Morgen. Bin ich aber. Zumindest sagen die Signale das.

Alles in allem wäre es kein Problem, nur noch aller 40 Stunden zu schlafen, wenn ich Bescheid wüsste, dass dem so wäre. Das würde auch die Koordination von Arbeitszeiten und au?erberuflichen Aktivitäten mit eventuellen Besuchen überaus erleichtern und weitere Möglichkeiten eröffnen. Da ich diese Phasen nun 4mal durchgemacht habe nehme ich auch an, dass es ein fester Rhythmus werden wird, sich eine Weile so hinziehen wird. Muss ich mir also eine Beschäftigung für die wachliegenden Nächte ohne Besuch suchen. Nur so rumzuliegen, dem grünen Licht der Moskitofalle zu lauschen und auf die befreienden Hahnenschreie zu warten macht keinen Spass. Ich mag Ergebnisse. Progress. Fakten. Entwicklung. Warten und Wiederkäuen ist krank.

Für heute Nacht (bin eben von einem überaus erholsamen 5-Stunden-Schlaf erwacht, kann es also kaum erwarten heute Nacht nicht schlafen zu können) habe ich mir gedacht, ich remixe mal wieder irgendeinen Song. Dummerweise hab ich noch keine passende Software hier. Schade schade. Eine weitere Option wäre übrigens der Besuch einer, ähm, murmel, hüstel, Disko. Ich habe das Gefühl (und das Wissen aus einem vorhergehenden Besuch) dass die Musik da der meiner vergangenen schlaflosen Nächte entspricht, so dass es stromsparend wäre und durch die eher nicht eigenbestimmte Abfolge der Titel eine interessante Erfahrung sein könnte.

(Erfahrene Psychologen würden jetzt einen Zusammenhang aus der musikalischen Explosion in meinem Kopf am Sonntag vor einer Woche beim Besuch ebendieser Disko und meiner Schlaflosigkeit herstellen, da eben dieser Besuch auch den Beginn meiner Schlaflosigkeit darstellt. Aber erfahrene Psychologen gibts hier nicht und die Laienpsychologen (angeführt von mir) ergehen sich in den Untiefen platitüder Miss-Interpretationen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich in Deutsch nie wirklich gut war, weil die Lehrer meinen Interpretationen nicht folgen können? Ich hatte einmal eine 1 auf einen Aufsatz zum Thema “Heimat” unter den die Lehrerin schrieb: “Ich kann Ihren Gedankengängen nicht folgen, glaube aber, dass sie für Sie richtig und stimmig sind.” Wer gar nicht erst versucht, aus seinen eingerosteten Denkpfaden auszubrechen, kann und wird nicht bla bla fasel fasel laber laber…

Jedenfalls kann ich nicht schlafen.

Heute Nacht habe ich übrigens geträumt, dass Michael Oldfield anrufen würde und endlich mal ein Treffen mit mir ausmachen wöllte. Ich, überaus froh und geehrt, sage fast zu, dann fällt mir ein, dass ich hier in Thailand sitze, sage ihm das und er meint, naja, nach Thailand komme er in nächster Zeit nicht. Dann stellte ich fest, dass das Handy sowohl seinen Namen als auch seinen Aufenthaltsort anzeigte, was mit dem SL55 von Siemens so nicht funktioniert und erwachte darüber (mit der Hand und dem imaginären Handy am Ohr. Ein überaus bemitleidenswerter Anblick, denke ich. Mal abgesehen davon, dass der Held meines dritten musikalischen Entwicklungsschrittes erst heute anruft und nicht schon 1991. Allerdings hatte ich damals auch noch kein Handy. Was ich als Erklärung kurz gelten lassen möchte.

Trent kommt auch nicht nach Thailand.

Es hilft alles nichts, ich muss Björn Karllsen wieder treffen.

Ich finde übrigens den Tuff-Mix von Insomnia überaus nett. Nur um den Kreis zu schlie?en und wieder zum titelgebenden Thema zurückzukehren. Faithless waren eine Befreiung.

PS: Jetzt sind auch noch die Batterien vom MP3-Player leer. Muss ich halt arbeiten gehen.

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