Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Neulich bei Family Mart

Ein etwas dicklicher kleiner europäisch aussehender Mann steht vor dem Bierkühlregal und befindet sich in einer der letzten Phasen des Entscheidungsprozesses für den bevorstehenden Bierkauf. Er öffnet die Tür des Kühlschrankes und greift nach dem guten alten (und äu?erst preiswerten) Beer Chang. Da ertönt aus dem hinteren Bereich der Verkaufsstätte eine hohe nervige Stimme: “You dont need to buy this cheap stuff! Buy the better beer. You can give out money for me. Man!” — eine äu?erst leichtbeschürzte (mehr Gürtel als Rock und ein leichtes Stoffstückchen zum Bedecken der Nippel) und nicht schön anzusehende Thai (sie machte tatsächlich einen etwas verbraucht wirkenden Eindruck) bewirkte mit ihren gar lieblich vorgetragenen Worten ein heftiges Erröten des kleinen dicken Mannes bis tief in die haarigen Gefilde seines meiner Meinung nach zu weit offenen Hemdes. Er griff nach der teuersten Sorte Bier, entnahm einige Flaschen, ging rot zur Kasse, zahlt wortlos und verlässt meinen Lieblingsladen, eingehakt die Thai.

Warum ich das erzähle? Nun — drei Punkte:

  1. Mein Lieblingsladen ist es, weil er genau in der Mitte auf dem Heimweg liegt. Ich fahre die Stra?e von Lamai hinunter, sehe den Leuten bei dem was auch immer sie gerade machen zu und halte dann bei Family Mart. Dort kauf ich verschiedene Glücklichmacher des täglichen Bedarfes ein und fahre dann von der Hauptstra?e runter auf meine kleine Rennstrecke. Denn da, wo die schneidende Stra?e vom Family Mart auf meine Pracharakpattana fährt, beginnt die Strecke auf der man recht schnell vorwärts kommt, weil nicht mehr so viele Kurven zu bewältigen sind. Ich fahre natürlich nicht schnell. Ich blinke überall und schreie nicht manchmal an unbelebten Stellen vor Vergnügen, wenn der Wind die Haare im Nacken bündelt. Weil der Wind die Haare nicht bündeln kann, wenn man eine drei?ig fährt. Aber angenommen ich wäre ein cooler Mopedfahrer und würde rasen, dann wäre die Strecke optimal. Jedenfalls deshalb ist der Family Mart meine Lieblingseinkaufslokalität.

  2. Wie tief muss man fallen, um nach Thailand zu reisen, eine preiswerte Frau zu erwerben (und sei es nur für Stunden) und sich dann von ihr derart in der ?ffentlichkeit herumkommandieren zu lassen? Wenn jemand darauf steht — bitte! Aber muss es dann gleich eine derart verbraucht aussehende Thai sein? Die Auswahl ist um die Zeit, in der ich zu Family Mart komme noch derart gro?, dass man ruhig gängigen Schönheitsidealen ein wenig näher kommen könnte. Auch als kleiner dicker Mann. Nenene. Bedauernswertes Geschöpf (beide).

  3. Kein Beer Chang? Eine Frechheit. Dabei ist Russisch Roulette doch so ein nettes Spiel! Beer Chang hat nämlich die Eigenschaft unterschiedliche Alkoholgehälter je Flasche und Produktionseinheit zu haben. Man kann nach einer Flasche absolut fertig sein und am Folgetag mit zittrigen Gliedern im nicht nach vorne kippbaren Bürosessel hängen oder viele Flaschen trinken und nichts von irgendwelchem Alkohol feststellen.

PS: Falls der Eindruck entstanden ist, man könne bei Family Mart Thaifrauen erwerben — dem ist nicht so. Dazu muss man schon noch ca. 200 Meter weit hinter den Family Mart gehen. Dort aber ist die Auswahl gro?.

PPS: Ich sollte ein Sextouristenbeobachtungsblog aufmachen. Mit Fotos. Sex sells.

PPPS: Irgendwie beruhigend zu wissen, dass ich keine Thaifrau suchen muss.

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