Verschreibungspflichtig?
Pünktlich mit Beginn meiner freien Tage entschieden sich verschiedene Viren meinen Körper wieder zu besetzen. Wie das so ist mit mir verbrachte ich die letzten 4 Wochen mit gelegentlichen Hustenanfällen und verschob den Gedanken an eine Behandlung nach hinten. So ein bisschen Fieber und ein bisschen Husten fällt ja noch keinen Menschen. Da es aber an vergangene Woche ein kleines bisschen schlechter wurde und jemand in einem hochfiebrigen Augenblick den Begriff Denguefieber fallen lies und ich schon das Genörgel “Siehste, weil du nie zum Arzt gehst” im Hintergrund angestimmt sah entschied ich mich kurzentschlossen und überaus proaktiv eine Pharmazie aufzusuchen.
Dort angekommen denglischte ich gegenüber dem Kassen-Thai vor mich hin und führte ihn meinen Husten vor. Er sprach “Ah, Cough”. So lernt man Englisch. Einem Thai auf Deutsch und Pantomime was vorspielen und dann die Begriffe gesagt bekommen. Er frug “Yuhniedabblets?” was ich kurzerhand bejahte und ihn eine Tür im Hintergrund öffnen, einen Schwall lachenden Thais heraussprudeln und eine Thai erscheinen lies. Die Thai war recht jung, zog sich einen amtlich aussehenden wei?en Kittel an, steckte sich ein Namensschild an und öffnete dann eine Schublade. Heraus nahm sie jede Menge Kram. Sie schaute mich an und evaluierte “Ah, you have feaver!”. Hätte ich nicht gedacht, dass man mir das ansah. “You can take Pennicillin?” Ich erklärte ihr, dass ich Pennizilin nehmen dürfte. Sie nahm daraufhin zwei Packungen Tabletten aus ihrer Schublade und fing an, kleine Plastiktütchen zu beschriften.
Das Ende der Geschichte: Ich kam mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nach Hause, die mir vermutlich von dieser Thai verschrieben wurden und werde in den nächsten Tagen nette fette Antibiotika zu mir nehmen. So einfach ist das. Ich versuch nächste Woche mal an Ritalin zu kommen. Witziges Detail vom Beipackzettel: Das Mittelchen wirkt sowohl gegen Infektionen der oberen und unteren Atmungswege als auch gegen Geschlechtskrankheiten. Sehr effektiv. Zwei Fliegen mit einer Klatsche.
PS: Ich habe natürlich erst am Sonntag angefangen, den Kram zu nehmen. Kommt mir nicht in die Tüte, dass ich Samstags nicht in meine Stammkneipe gehen kann. Klar. Ne?
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.