Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Krungthep Mahanakhon 1.0 – Botschaften

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich neulich in Krungthep war? Hab ich? Ach ja. Stimmt ja. Gut, dann liefere ich schnell noch ein Nachtbild von unserem Stra?enaufenthalt in Surrat Thani nach:

Wie Sie sehen ist es dunkel und Autos fahren in der Gegend rum. Eigentlich stand rechts von mir der Katoey, aber das ist dann doch eher Yai. Egal, weiter im Geschehen.

Wir waren also kurz vor fünf in Bangkok angekommen und entstiegen schlaftrunken auf irgendeiner Nebenstra?e dem Reisebus, als wir auch schon umringt von Taxifahrern wurden und intensivst nach unserem Ziel in der Stadt gefragt wurden. Ich meinte, eigentlich müssen wir zur Sathanthut Tschörramann, aber die macht eh erst um neun auf, also können sie uns auch in Ruhe lassen, das hat noch Zeit. Das letzte haben sie nicht so richtig verstanden und so sa?en wir nach wenigen Minuten in einem netten Taxi, dessen Taxameter einem Festpreis von 300 THB wich. Kein Problem, wir sind in der Gro?stadt, das wird schon hinhauen, dachte ich mir und los ging die Reise. Der Taxifahrer unterhielt sich ausführlichst mit Yai und den Satzfetzen die ich verstand, konnte ich entnehmen, dass sie ihm nicht nur meine Lebensgeschichte sondern auch gleich noch den Einbruch und meine Passgeschichte erzählte. Ich muss bei Gelegenheit mal rausfinden, ob sie zu vertrauensselig oder ob das normal in Thailand ist. 

Der Taxifahrer jedenfalls gab uns viele Tipps für das ?berleben in Bangkok mit auf den Weg (unter anderem, dass man Leuten, die einem vor Botschaften ihre Dienste anbieten, nicht unbedingt vertrauen sollte) und hätte uns am liebsten anderswo abgesetzt. Das wollten wir aber nicht, und so fanden wir uns nach einer irrwitzigen Fahrt durch leere Stra?en vor der Botschaft wieder, wo wir prompt von netten Menschen angesprochen wurden, ob wir nicht etwas kopieren oder unsere Anträge mit ihrer Hilfe ausfüllen wollten. Dass ich das alles bereits vorbereitet hatte, war nur ein Grund, warum wir ihre Hilfe ablehnten. 

Es war viertel Sechs und wir hatten noch zweidreiviertel Stunden bis zur ?ffnung der Botschaft abzutöten. Das gelang uns unter anderem durch den Genuss heissen Kaffees aus 7eleven (ist es nicht schön, überall in Thailand ein bisschen Heimat vorzufinden?) und dem Sitzen an Bushaltestellen. Das war überaus interessant. Bangkok scheint morgens zwischen 6 und 8 ein Paradies für Schuluniformfetischisten zu sein. Interessant war auch, dass ich keinen einzigen Farang gesehen habe. Die Thais vermutlich auch nicht, so wie sie mich anstarrten. 




	
		
			
		
		
			

Morgenverkehr im Botschaftsviertel 6:00 Uhr

Nach einer Weile wurde uns dann langweilig, die Uniformen der Schulmädchen waren nicht wirklich abwechslungsreich, also entschieden wir uns, etwas Nahrhaftes zu uns zu nehmen. Auf der Suche kamen wir an der Botschaft vorbei und siehe da, sie war bereits geöffnet. Man kann wohl ab 7:30 Uhr schon vorsprechen und Papiere ausfüllen, ab 8:30 Uhr dann ist "Schalteröffnungszeit". Im Internet stand 9 Uhr. Nett. Aber da stand ja auch noch eine Faxnummer, die nicht mehr existierte. Jedenfalls war an Essen nun nicht mehr zu denken und wir gingen rein. 

Die Botschaft wird derzeit renoviert, weshalb am Rand des Hauses auf einem ungefähr 1,5m breiten Weg eine Reihe Stühle aufgestellt war auf der jede Menge Thaifrauen mit ihren Farangs sich auf ihr "Visagespräch vorbereiteten. Scheint ja doch etwas schwerer zu sein, eine Thai einzuführen. Glücklicherweise musste ich mich nicht einreihen, sondern konnte gleich in die Botschaft hinein und meine Papiere abgeben. Im Warteraum sa?en dann drei Verkörperungen aller Vorurteile zu Männern in Thailand. Ein alter Mann, mit seiner jungen Thaifrau, ein jügerer Bayer mit seiner Thaifrau und ein 34jähriger Skinhead ohne Thaifrau. Der jedoch redete die ganze Zeit mit überaus penetrantem Berliner Dialekt über seine drei Thaifrauen, die er in den letzten zwei Jahren hatte. Irgendwie sind alle gestorben. Und nun will er wieder nach Deutschland zurück weil Thailand ja so Scheisse ist. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich kurz erwähnen sollte, dass man in Deutschland keine Hakenkreuze am Hosenbein tragen darf, unterlies das aber aufgrund seines Unbelehrbarkeit schreienden Erscheinungsbildes. Die weiteren Gespräche drehten sich um Kindergeld, das man wohl nicht mehr bekommt, wenn man kein Sorgerecht für das Kind hat und dauerhaft in Thailand lebt (ein Missstand, wirklich!), die Rente, die man wohl nicht mehr bekommt, wenn man nicht Rentenversicherung in Deutschland zahlt und dass man, wenn man seine Thaifrau betrügen will, ein bisschen einfallsreicher sein sollte und man mit Drogen in der Hosentasche die Polizei nicht auf sich aufmerksam machen sollte. Ich hatte schon nicht Guten Morgen gesagt, als ich reinkam und entschied mich bereits nach drei Sätzen der Teilnehmer dieser Selbsthilfegruppe mich jeglicher Beteiligung zu enthalten.

Als dann Punkt acht Uhr die amerikanische Botschaft nebenan ihre Nationalhymne in den morgendlichen Krungtheper Himmel schmettern lie? und Fahnen aufzog fühlte ich mich vollends wohl. Wie auch immer, irgendwann gingen die Rollläden an den Schaltern hoch, ich wurde auch bald aufgerufen und durfte meinen neuen Pass bestellen. ?hm, den neuen Pass und einen vorläufigen. Weil mein Visum vor dem Erhalt des neuen Passes abläuft. Da ich noch in Deutschland gemeldet bin, durfte ich gleich mal das Doppelte blechen. Und ich darf schon nächste Woche wieder vorsprechen und den vorläufigen Pass abholen. Fein. Ich reise ja so gerne nach Krungthep. Ein paar Unterschriften hinhauen, schnell vorbei an den Visafrauen und nichts wie raus aus der Botschaft.

Es war 9:00 Uhr und ich hatte alles erledigt, was ich erledigen wollte. Also auf zum Sightseeing und Shoppen. Oder so. Aber das erzähl ich morgen. Die Erinnerung an den Nazi und die Amis verhindert gerade ein wenig meinen Schreibfluss.
Wie Sie sehen ist es dunkel und Autos fahren in der Gegend rum. Eigentlich stand rechts von mir der Katoey, aber das ist dann doch eher Yai. Egal, weiter im Geschehen. Wir waren also kurz vor fünf in Bangkok angekommen und entstiegen schlaftrunken auf irgendeiner Nebenstra?e dem Reisebus, als wir auch schon umringt von Taxifahrern wurden und intensivst nach unserem Ziel in der Stadt gefragt wurden. Ich meinte, eigentlich müssen wir zur Sathanthut Tschörramann, aber die macht eh erst um neun auf, also können sie uns auch in Ruhe lassen, das hat noch Zeit. Das letzte haben sie nicht so richtig verstanden und so sa?en wir nach wenigen Minuten in einem netten Taxi, dessen Taxameter einem Festpreis von 300 THB wich. Kein Problem, wir sind in der Gro?stadt, das wird schon hinhauen, dachte ich mir und los ging die Reise. Der Taxifahrer unterhielt sich ausführlichst mit Yai und den Satzfetzen die ich verstand, konnte ich entnehmen, dass sie ihm nicht nur meine Lebensgeschichte sondern auch gleich noch den Einbruch und meine Passgeschichte erzählte. Ich muss bei Gelegenheit mal rausfinden, ob sie zu vertrauensselig oder ob das normal in Thailand ist. Der Taxifahrer jedenfalls gab uns viele Tipps für das ?berleben in Bangkok mit auf den Weg (unter anderem, dass man Leuten, die einem vor Botschaften ihre Dienste anbieten, nicht unbedingt vertrauen sollte) und hätte uns am liebsten anderswo abgesetzt. Das wollten wir aber nicht, und so fanden wir uns nach einer irrwitzigen Fahrt durch leere Stra?en vor der Botschaft wieder, wo wir prompt von netten Menschen angesprochen wurden, ob wir nicht etwas kopieren oder unsere Anträge mit ihrer Hilfe ausfüllen wollten. Dass ich das alles bereits vorbereitet hatte, war nur ein Grund, warum wir ihre Hilfe ablehnten. Es war viertel Sechs und wir hatten noch zweidreiviertel Stunden bis zur ?ffnung der Botschaft abzutöten. Das gelang uns unter anderem durch den Genuss heissen Kaffees aus 7eleven (ist es nicht schön, überall in Thailand ein bisschen Heimat vorzufinden?) und dem Sitzen an Bushaltestellen. Das war überaus interessant. Bangkok scheint morgens zwischen 6 und 8 ein Paradies für Schuluniformfetischisten zu sein. Interessant war auch, dass ich keinen einzigen Farang gesehen habe. Die Thais vermutlich auch nicht, so wie sie mich anstarrten.
Morgenverkehr im Botschaftsviertel 6:00 Uhr

Nach einer Weile wurde uns dann langweilig, die Uniformen der Schulmädchen waren nicht wirklich abwechslungsreich, also entschieden wir uns, etwas Nahrhaftes zu uns zu nehmen. Auf der Suche kamen wir an der Botschaft vorbei und siehe da, sie war bereits geöffnet. Man kann wohl ab 7:30 Uhr schon vorsprechen und Papiere ausfüllen, ab 8:30 Uhr dann ist "Schalteröffnungszeit". Im Internet stand 9 Uhr. Nett. Aber da stand ja auch noch eine Faxnummer, die nicht mehr existierte. Jedenfalls war an Essen nun nicht mehr zu denken und wir gingen rein. 

Die Botschaft wird derzeit renoviert, weshalb am Rand des Hauses auf einem ungefähr 1,5m breiten Weg eine Reihe Stühle aufgestellt war auf der jede Menge Thaifrauen mit ihren Farangs sich auf ihr "Visagespräch vorbereiteten. Scheint ja doch etwas schwerer zu sein, eine Thai einzuführen. Glücklicherweise musste ich mich nicht einreihen, sondern konnte gleich in die Botschaft hinein und meine Papiere abgeben. Im Warteraum sa?en dann drei Verkörperungen aller Vorurteile zu Männern in Thailand. Ein alter Mann, mit seiner jungen Thaifrau, ein jügerer Bayer mit seiner Thaifrau und ein 34jähriger Skinhead ohne Thaifrau. Der jedoch redete die ganze Zeit mit überaus penetrantem Berliner Dialekt über seine drei Thaifrauen, die er in den letzten zwei Jahren hatte. Irgendwie sind alle gestorben. Und nun will er wieder nach Deutschland zurück weil Thailand ja so Scheisse ist. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich kurz erwähnen sollte, dass man in Deutschland keine Hakenkreuze am Hosenbein tragen darf, unterlies das aber aufgrund seines Unbelehrbarkeit schreienden Erscheinungsbildes. Die weiteren Gespräche drehten sich um Kindergeld, das man wohl nicht mehr bekommt, wenn man kein Sorgerecht für das Kind hat und dauerhaft in Thailand lebt (ein Missstand, wirklich!), die Rente, die man wohl nicht mehr bekommt, wenn man nicht Rentenversicherung in Deutschland zahlt und dass man, wenn man seine Thaifrau betrügen will, ein bisschen einfallsreicher sein sollte und man mit Drogen in der Hosentasche die Polizei nicht auf sich aufmerksam machen sollte. Ich hatte schon nicht Guten Morgen gesagt, als ich reinkam und entschied mich bereits nach drei Sätzen der Teilnehmer dieser Selbsthilfegruppe mich jeglicher Beteiligung zu enthalten.

Als dann Punkt acht Uhr die amerikanische Botschaft nebenan ihre Nationalhymne in den morgendlichen Krungtheper Himmel schmettern lie? und Fahnen aufzog fühlte ich mich vollends wohl. Wie auch immer, irgendwann gingen die Rollläden an den Schaltern hoch, ich wurde auch bald aufgerufen und durfte meinen neuen Pass bestellen. ?hm, den neuen Pass und einen vorläufigen. Weil mein Visum vor dem Erhalt des neuen Passes abläuft. Da ich noch in Deutschland gemeldet bin, durfte ich gleich mal das Doppelte blechen. Und ich darf schon nächste Woche wieder vorsprechen und den vorläufigen Pass abholen. Fein. Ich reise ja so gerne nach Krungthep. Ein paar Unterschriften hinhauen, schnell vorbei an den Visafrauen und nichts wie raus aus der Botschaft.

Es war 9:00 Uhr und ich hatte alles erledigt, was ich erledigen wollte. Also auf zum Sightseeing und Shoppen. Oder so. Aber das erzähl ich morgen. Die Erinnerung an den Nazi und die Amis verhindert gerade ein wenig meinen Schreibfluss.
Morgenverkehr im Botschaftsviertel 6:00 Uhr Nach einer Weile wurde uns dann langweilig, die Uniformen der Schulmädchen waren nicht wirklich abwechslungsreich, also entschieden wir uns, etwas Nahrhaftes zu uns zu nehmen. Auf der Suche kamen wir an der Botschaft vorbei und siehe da, sie war bereits geöffnet. Man kann wohl ab 7:30 Uhr schon vorsprechen und Papiere ausfüllen, ab 8:30 Uhr dann ist "Schalteröffnungszeit". Im Internet stand 9 Uhr. Nett. Aber da stand ja auch noch eine Faxnummer, die nicht mehr existierte. Jedenfalls war an Essen nun nicht mehr zu denken und wir gingen rein. Die Botschaft wird derzeit renoviert, weshalb am Rand des Hauses auf einem ungefähr 1,5m breiten Weg eine Reihe Stühle aufgestellt war auf der jede Menge Thaifrauen mit ihren Farangs sich auf ihr "Visagespräch vorbereiteten. Scheint ja doch etwas schwerer zu sein, eine Thai einzuführen. Glücklicherweise musste ich mich nicht einreihen, sondern konnte gleich in die Botschaft hinein und meine Papiere abgeben. Im Warteraum sa?en dann drei Verkörperungen aller Vorurteile zu Männern in Thailand. Ein alter Mann, mit seiner jungen Thaifrau, ein jügerer Bayer mit seiner Thaifrau und ein 34jähriger Skinhead ohne Thaifrau. Der jedoch redete die ganze Zeit mit überaus penetrantem Berliner Dialekt über seine drei Thaifrauen, die er in den letzten zwei Jahren hatte. Irgendwie sind alle gestorben. Und nun will er wieder nach Deutschland zurück weil Thailand ja so Scheisse ist. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich kurz erwähnen sollte, dass man in Deutschland keine Hakenkreuze am Hosenbein tragen darf, unterlies das aber aufgrund seines Unbelehrbarkeit schreienden Erscheinungsbildes. Die weiteren Gespräche drehten sich um Kindergeld, das man wohl nicht mehr bekommt, wenn man kein Sorgerecht für das Kind hat und dauerhaft in Thailand lebt (ein Missstand, wirklich!), die Rente, die man wohl nicht mehr bekommt, wenn man nicht Rentenversicherung in Deutschland zahlt und dass man, wenn man seine Thaifrau betrügen will, ein bisschen einfallsreicher sein sollte und man mit Drogen in der Hosentasche die Polizei nicht auf sich aufmerksam machen sollte. Ich hatte schon nicht Guten Morgen gesagt, als ich reinkam und entschied mich bereits nach drei Sätzen der Teilnehmer dieser Selbsthilfegruppe mich jeglicher Beteiligung zu enthalten. Als dann Punkt acht Uhr die amerikanische Botschaft nebenan ihre Nationalhymne in den morgendlichen Krungtheper Himmel schmettern lie? und Fahnen aufzog fühlte ich mich vollends wohl. Wie auch immer, irgendwann gingen die Rollläden an den Schaltern hoch, ich wurde auch bald aufgerufen und durfte meinen neuen Pass bestellen. ?hm, den neuen Pass und einen vorläufigen. Weil mein Visum vor dem Erhalt des neuen Passes abläuft. Da ich noch in Deutschland gemeldet bin, durfte ich gleich mal das Doppelte blechen. Und ich darf schon nächste Woche wieder vorsprechen und den vorläufigen Pass abholen. Fein. Ich reise ja so gerne nach Krungthep. Ein paar Unterschriften hinhauen, schnell vorbei an den Visafrauen und nichts wie raus aus der Botschaft. Es war 9:00 Uhr und ich hatte alles erledigt, was ich erledigen wollte. Also auf zum Sightseeing und Shoppen. Oder so. Aber das erzähl ich morgen. Die Erinnerung an den Nazi und die Amis verhindert gerade ein wenig meinen Schreibfluss.
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