Samui? Samui! David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Ausversehen ein Date einfangen

Gestern wollte ich nach getaner Arbeit (und noch einem Bisschen produktiv Sein (hmm, das könnte missverstanden werden)) ein paar Würstchen von meinem präferierten Würstchenstand auf der Beachstreet abholen, um durch das enthaltene Fett meinen Bumbui bei Laune zu halten. Dies tat ich auch.

Während die Würstchen und verschiedene andere seltsame thailändische Dinge auf dem Grill rumbrutzelten stand ich in der Gegend rum und kuckte teilnahmslos vor mich hin. Bis eine ziemlich niedliche thailändische Thai auf ihrem Moped angebrettert kam, neben mir parkte, mich angrinste und im 0.63Periode verschwand (Na? Na? Na? Sieben durch Elf? Na? Dämmerts? Hmm?). Ich schenkte ihr vor Schreck ein Lächeln zurück und blieb selbiges. Zurück. Die Würstchen wurden “only one minute, finish” und ich begab mich in der Hoffnung auf einen trübseligen Fernsehabend gen Moped. Auf diesem sitzend wurde ich der Thai von eben gewahr die mich recht offensiv angrinste. Ich grinste erneut zurück in der Hoffnung die Färbung meiner Gesichtshaut unter Bart und Dunkelheit verbergend ihr gegenüber geheim halten zu können.

Dummerweise fuhr ich in die falsche Richtung und so geschah es, dass sie mich ein paar Kreuzungen weiter einholte und in Beachstreetthai (keine Zeitformen, auf Negotiation beschränktes Vokabular) ein Gespräch begann. Wir standen also an der Kreuzung, sie auf ihrem pinken Moped, ich auf meinem roten einen und unterhielten uns. Das ging auch ein paar Minuten ganz gut bis sie mich fragte, ob ich nicht mit ihr essen/trinken gehen will. Hömm. Ich wies sie auf meinen langsam erkaltenden Beutel mit gar fetthaltigen Speisen hin und hoffte ihr so entgehen zu können. Sie fragte, ob ich ein Haus hätte. (Dies wird zwar jetzt ein Spoiler auf mein bald erscheinendes Erstlingswerk aber das macht ja nichts: Diese und die zwei folgenden Fragen sind ein eindeutiger Hinweis auf ihre Intentionen.) Ich sagte ja und dass ich auf dem Weg dahin wäre. Sie fragte woher ich komme und ich aus Jeramany. Sie fragte wann ich nach Jeramany zurückkehren werde und ich sagte nie. Sie war sehr professionell.

Um die Geschichte zu einem Abschluss zu bringen: Wie entledigt man sich einer allzu bedürftigen und leider niedlichen Thai? Man sagt, man sei schwul. Das ist zwar jetzt eines der schlimmsten Klischees das ich mir vorstellen kann, aber es hat funktioniert.

Und so saß ich abends im Fernsehsessel und mampfte an meinen Würstchen. Es ist eine verdammt schwere Aufgabe in diesem Land depressiv zu werden…