Socializing nach Graumeister-Art
Schweißnasse Frauenleiber eng aneinandergedrückt keuchend um eine bessere Position kämpfend verschiedene Körperteile erregt in glänzende Unterleiber stoßend hier ein liebevolles Tätscheln austauschend da hart schlagend fordernden Griffen entgleitend stöhnend umeinandertänzelnd von geifernden Gaffern umstanden und angefeuert der Erschöpfung nahe im Höhepunkt triumphierend…
Ja. Ich war beim Frauenboxen. Ist ja auch mal ganz nett. Gestern war mir nach einer entspannten Form des Kontaktes zum einfachen Volke und so wandte ich mich zu fortgeschrittener Stunde gen Beachstreet in der Hoffnung auf Unterhaltung. Die wurde mir zuteil, aber erst später. Zuvor war ich in der Moskitobar in der außer mir nur der Fernseher und die Barkeeperin liefen. (Na? Habt ihr die Abwesenheit des Attributes niedlich bemerkt?) Die jedoch konnte einen gar deliziösen White Russian bereiten (Milch ist ja sooo teuer), so dass ich mich gezwungen sehe, hier öfter mal einzukehren. Jedenfalls trank ich ein paar White Russians und beobachtete das Treiben auf der Straße. Nach Vollzug des Mutantrinkens begab ich mich zum Stadion (welches sich inmitten einer Ansammlung rot beleuchteter Ladybars befindet) wo schon eine Masse geifernder Männer mit ihren Begleiterinnen um den Ring herum zwei Männer die sich mit Boxhandschuhen tätschelten anfeuerten. Wie jetzt, Männer? wird sich der aufmerksame Leser wundern. Auch ich wunderte mich und bestellte erstmal ein Beer Chang bei einer der aufdringlichen Barkeeperinnen. (Na? Habt ihr die Abwesenheit des Attributes niedlich bemerkt?)
Es war schon spät (0:00) also kam ich nur in den Genuss zweier Kämpfe mit weiblichen Protagonisten nach den beiden Männern. Beide Kämpfe (???) waren irgendwie langweilig. Komische Squeetsch-Musik war zu hören und die Frauen tänzelten herum um schlugen dann und wann zu. Wenn sie mal die Beine hoben johlten die Zuschauer. Das war dann wohl gut. Ansonsten war es eher so eine Art “Wer schafft den größten Radius beim Zuschlagen”-Kampf (nagut, im letzten Kampf war die Blaue am Ende schon recht torkelig).
Die beiden letzten Boxerinnen waren übrigens jene welche ich morgens auf der Fahrt ins Büro immer laufen sehe.
Fazit: Wenn Thaiboxen die härteste Boxart sein soll dann war das Schaukampf. Und gegen Ende saß neben mir eine ziemlich niedliche kleine Thai mit ihrer noch niedlicheren Freundin. Trotzdem ging ich aus diesem Abend mit einem ziemlich üblen Depressionsschub heraus (ist doch ganz nett, wenn alles beim Alten bleibt) was eventuell auch an der verheerenden Wirkung von White Russian vor dem Bier liegen könnte — ich werde das mal beobachten.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.