Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Ich bin jetzt (Teil)Samuianer

Also mal ganz kurz und knapp: Ich bin jetzt polizeilich mit Wohnort in Thailand, Surrat Thani, Ko Samui, Ban Maenam, 4715 Moo 4 gemeldet. Das Ganze geht einher mit einem neuerlichen Umzug.

Ich habe das letzte Haus ja als superdupertolle Hütte vorgestellt und das war sie auch. Bis zur ersten Nacht. Da hatte der Nachbar Streit mit seiner Thaifrau. Den hatte er dann wenn er nicht gerade Sex mit ihr hatte jede Nacht (5:2-Anteil) gewöhnlich ab 4 Uhr. Der andere Nachbar hat sich dann irgendwann auch von seiner Thaifrau getrennt und der dritte hatte jede Woche ein anderes Dysfunktionssubstitut vor der Türe stehen. Irgendwann haben sich dann alle mal in einer Woche getrennt (entleerte Pistolen, zerschlagene Scheiben, schreiende Familienmitglieder) und eingebrochen wurde auch.

Also nicht ganz so optimal, die Hütte.

Weshalb ich umziehen wollte. Letzten Monat habe ich nichts gefunden, was meinen neuen Anforderungen (Thaisiedlung, kleineres Haus, weiter weg, am besten Lipa Noi oder Maenam) entsprach. Weshalb ich noch einen Monat blieb. Diesen Monat hab ich eine kleine Hütte gefunden (ich hätte fast Traumhütte gesagt, konnte es mir aber gerade noch verkneifen. Das sag ich dann nach einem Monat im Frieden) und bin prompt umgezogen.

Nach Maenam. Mit Mietvertrag über mindestens 6 Monate.

Maenam ist ein bisschen mehr Thailand als viele andere Inselortschaften. Mehr Thais, weniger Touris, mehr Plastikstuhllokale, mehr schöne (unverbrauchte) Thais, weniger Sex, weniger Lärm, wenn Leute einen ansprechen, dann weil sie vom Farang was wissen und keine nächtlichen Aktivitäten negotieren wollen, Pad Thai Gai der mich vom (Plastik)Stuhl gehauen hat (der Kram bei Buster ist Nudelsalat), mehr Holzhäuser und Wellblechhütten, mehr Wasserbüffel, mehr Palmen, mehr Bäume — also Nicht-Palmen, Urwald, Natur, Thailand eben.

In meiner Siedlung wohnen nur Thais. Das bietet einerseits eine Sicherheit in Bezug auf unerwünschte nächtliche Gegenstandsverlierenlasser, andererseits sind die Lichter abends um Neun überall aus und man hat einen herrlichen Blick auf die Sterne. Meine Veranda hat eine so breite Brüstung, dass ich darauf vermutlich viele Nächte verbringen werde und gehaltvolle Inhhalte für die schreiBBloga.de schreiben werde (jaja, ich merk schon, dass die Zählung zu meinen Ungunsten auszugehen scheint). Das Haus selber scheint mir entweder kürzlich renoviert oder komplett neu zu sein.

Ach und das Beste: Ich hab nicht nach dem Haus gefragt sondern ein Thai. Was zu einem Thaipreis führte. Sehr sehr gut.

Dieses Haus hat übrigens eine House-Warming-Party verdient. Ich werde berichten™. Aber erstmal einräumen und die Kinoanlage aufbauen.

PS: Nach dem Mietvertrag bekam ich ein amtliches Formular (Thaischrift mit lustiger Englischer Übersetzung und Stempelheader) vorgelegt und durfte darauf vermerken, mit welchem Visa ich wie lange im Lande bleiben werde und dass ich mir bewusst bin, dass ich nun polizeilich gemeldet bin. Mal sehen, wie hoch die Steuern hier sind. Da fällt mir ein, dass ich mich seit Monaten in Deutschland abmelden wollte. Das wird nun angegangen.

PPS: Aufmerksamen Lesern auch der die schreiBBloga.de vorfahrenden Veröffentlichungen werden bemerken, dass damals die Rede von einem Jahr in Thailand war “und dann mal weitersehen” und die Anmietung der Mietsache 4715 in Maenam für mindestens 6 Monate deutlich über dieses eine Jahr hinaushängt. Nun gut. Halten wir es mal schriftlich fest: Ich bleibe hier. Lebenstechnisch. Arbeitstechnisch sage ich mal Folgendes: Ich bin mit ziemlich sicher, dass mein derzeitiger Arbeitgeber ein nicht ungewöhnliches und verständliches Interesse an meiner vorzüglichen Arbeitkraft hat und (“bin”, für diejenigen unter meinen Lesern, die lange Sätze nicht lesen können ohne den Anfang zu vergessen) einigermaßen gespannt, wie er sie (die Arbeitskraft, siehe eben) sich sichern will. Ich finde Verhandlungen erregend. Ich bin mir ganz ganz sicher, dass die Worte “Masseuse” und “Hängematte im Büro” fallen werden. Ganz ganz sicher.

PPPS: Ich werde nicht allein im Hause wohnen. Spekulationen sei hiermit freier Raum gegeben.

PPPPS: Die Klimaanlage schafft 17 Grad Celsius. Die alte brachte nur 18. Es geht aufwärts.

PPPPPS: Ich wollte eigentlich einen längeren Eintrag a la “Und Tschüß Lamai, für mich brauchst du die Beine nicht mehr breit zu machen” auskotzen, fand das dann allerdings langweilig, spöde und vorhersehbar und habe es gelassen. Aber einen Spruch wollte ich unbedingt noch loswerden: “Chaweng, Alte. Du hattest nie eine Chance!” — Hmm. Klingt auch nicht mehr so gut wie in meinem Kopf.

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