Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Tiefe Dunkelheit

Ey, hab ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich neulich im 7Eleven von einer einäugigen Prostituierten angemacht wurde? Nein? Das war einer der ausschlaggebenden Ereignisstränge für meinen Umzug nach Maenam. Ich geh in den Shop, mach den Kühlschrank auf, steht ne kleine Frau neben mir und gräbt mich an: “Sawadee kah” sagtse. Ich sag “Sawadee krap” und kuck sie nicht an, weil ich mich im überaus wichtigen Prozess der Entscheidung über das Teeprodukt meiner Wahl (Litschi, Weiss, Grün, Rose, Longan, Honey…) stand. Sie labert weiter “What do you do tonight?” und ich kuck sie an (kann ja sein dass sie nett aussieht und man mal essen gehen kann oder so einen Kram veranstalten, teuer sind die nicht) und erstarre. Ich denke ich habe mein Gesicht maintained, so genau weiss ich das nicht mehr. Aus ihrem starrte mich ein Loch an da wo das linke Auge war. Sie laberte weiter und fummelte an mir rum. Ich dachte so verschiedene Sachen. Unter anderem dass ich das unbedingt ins Blog schreiben muss und warum die in Thailand das nicht hinkriegen, wenn sie die Augen amputieren das ordentlich zuwachsen zu lassen und wie eine Nutte mit soooo nem großen Loch einfach Farangs ansprechen kann, ich wäre da ja ein bisschen schüchtern aber anscheinend gibt es einen Markt für einäugige käufliche Liebe gibt ja auch einen für die hässlichen Hungerhaken (die Japaner stehen da drauf). Ich bin dann höflich zahlen gegangen und werde diesen 7Eleven nie wieder besuchen.

Das liebe Leser war mein Tiefpunkt in einer langen Reihe von Prostituierten die mich hier schon in Hoffnung auf eine erweiterte Negotiation angesprochen haben. (Und alle abgeprallt sind. Ich bin nämlich brav.)

In Maenam wird mir das nicht passieren (nagut, da bin ich gestern Abend nach dem Hauptprogramm in voller Fahrt fast vom Moped gezogen worden, aber die Frau hatte alle Augen und war auch ansonsten nicht schlecht ausgestattet).

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