Regen
- Themen
- pokki
Es regnet. Mal wieder. Das Unangenehme am Leben als Hundehalter ist, dass man zu jeder Zeit bereit sein muss mit dem befellten Lebensgefährten eine geeignete Outdoor-Lokalität auf zu suchen. Gegen zwölf (der täglichen Wiese-geh-Zeit) dachte ich mir, er schläft und es regnet, also warten wir einfach ein bisschen, vielleicht besserts sich ja noch (Ja, ich denke mit sinnlosen Includes wie “ja” in normales Sätzen).
Das war nicht ganz so klug wie gedacht, denn zehn Minuten später spührte ich eine Bewegung unterm Tisch und das Fellbündel aktivierte sich. Pokki lief einen Meter unter dem Tisch heraus und stellte sich gedankenverloren vierbeinig hin und setzte den “Es läuft aber ich bin ja nur ein kleiner Babyhund”-Blick auf.
Wer jetzt denkt, dass ich zu lasse den Teppichboden unserer aufstrebenden Unternehmung benetzen zu lassen hat sich aber geschnitten. Zu irgendwas müssen doch die ganzen Prozess-Planungs-Vorlesungen “damals” gut gewesen sein. Ich hatte derartiges bereits vermutet und verfolgte ihn mit einem super-saugfähigen Küchentuchpaket das ich ihm beim gedankenversunkenen Stehen emsig unterschob.
So doof hat noch nie ein Hund gekuckt. Aber viel dagegen tun konnte er nicht, denn wenns läuft dann läufts und er ist ein unbewegliches Ziel bis es nicht mehr läuft. Mein Wachhund ist beim Pinkeln ein ungeschütztes Ziel.
Jedenfalls die Moral von der Geschichte: Um zwölf gehts in Zukunft raus egal ob er schläft oder nicht und gepinkelt wird im Freien oder in peinlichen Situationen. Da auch ein thailändischer Kleinsthund ein Gesicht zu verlieren hat wird ihm das eine Lektion sein.
Draussen waren wir trotzdem. Denn unmittelbar nach dem “Es läuft aber ich bin ja nur ein kleiner Babyhund”-Blick kam der “Mal kucken wo ich hier eliminieren kann”-Blick. Nun hat er ein nasses Fell (ich auch) und Lust zu spielen (ich nicht). (Hehe… wenn er wüsste, dass wir heute Abend einen Termin beim Tierarzt zum Setzen <txp:gho_permalink id=“609”>neuerlicher Spritzen</txp:gho_permalink> haben würde er nicht so fröhlich sein.)
Eliminieren? Jaja. Das ist ein Fachbegriff den nur wir Hunde und -halter für den Vorgang des Eliminierens (bei Hunden) erfinden konnten. Normale Menschen sagen “Häufchen setzen” oder “Poo Poo” oder ähnlich Banales. Wir Hunde und -halter aber wissen, dass nur “Eliminieren” einzig wahre Phrase für das Beschreiben des Vorganges ist.
Mir schwebt da ein Projekt namens “Eliminat” vor. Mal sehen.
Und schnell noch ein bisschen Gebrauchs-Poesie:
Auf der Wiese umgeben von Palmen
setzte ich mein Eliminat
das Moped startete, fing an zu qualmen
zurück gings allsbald zum Kombinat.
(Kombinat ist übrigens das Fachwort von Hunden und -haltern für “Büro”.)
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.