Hausbau Thaistyle
Gerade saß ich im Cafe und genoss eine Latte als beim Hausbau gegenüber der Beton-Truck kam. Ein Kranwagen mit Betonbehälter war schon da, die Säulen sollten aus dem dritten Stockwerk heraus gegossen werden.
Der Fahrer (so um die 35 Jahre alt) stieg erstmal aus und schob mein Moped beiseite. Dann wendete er umständlich und fuhr mit Vollgas an die im Photo dargestellte Stelle heran.
Die Bauarbeiter kamen gerannt (einige sprangen erstmal lachend vom Gerüst) und fingen an, ihn einzuweisen. Dann fuhr er mit Vollgas gegen den Holzpfahl in der Mitte des Bildes. Er rollte zurück und man betrachtete sich lachend das angestellte Unheil. Kein Problem war die abschließende Analyse und er bestieg sein Führerhaus wieder um mit Vollgas rückwärts diesmal genauer in die Richtung des Kranbetonbehälters zu fahren. Das gelang ihm auch und er hing mit zwei Rädern auf dem Behälter und in der Luft. Der angehängte Kran schwankte bedenklich.
Man betrachtete sich das Ganze und lachte. Dann hebelte man den Truck wieder aus seiner misslichen Lage heraus. Anschließend fuhr er erneut mit voller Geschwindigkeit an seinen Bestimmungsort heran und hielt “genau richtig”.
Man begann mit der Entnahme des Betons (sehr lauf, das Cafe leerte sich urplötzlich) und der Fahrer des Betontrucks stand in der Gegend herum und versuchte nicht weiter aufzufallen.
Ich schätze mal, dass mehr als die Hälfte der Fahrer hier nicht wirklich Auto geschweige denn Laster fahren kann. Den Führerschein bekommt man hier nach einer Art theoretischen Prüfung mit anschliessender Praxisprüfung. Die besteht aus einer Slalomfahrt mit einem Fahrzeug. Das Fahrzeug kann ein Fahrrad sein. Fahrschule selbst gibt es nicht.
PS: Ich erwähne mal nicht, dass sie den Behälter dann auch noch zu früh auf gemacht haben und der ganze Beton vor das Haus geklatscht ist.
PPS: Rechts im Bild übrigens die Polizeistation, hehe.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.
