Samui? Samui! David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Ja wo laufen sie denn?

Um sich in Thailand aufhalten zu dürfen muss man entweder thailändischer Staatsbürger sein (ein für geborene Europäer mehrere Millionen Euro schweres Unterfangen) oder ein Visum besitzen. Dabei gibt es mehrere Arten von Visa.

  1. Das Touristenvisum:

Wenn man in Thailand einreist ohne ein von einer Thaibotschaft ausgestelltes Visum zu besitzen, erhält man ein Touristenvisum. Für die meisten Nationalitäten bedeutet das 30 Tage Aufenthaltsrechttxp:gho_footnotewobei der erste Tag von 0 Uhr zählt und der letzte bis 24 Uhr, was dann rein faktisch irgendwo bei 29 Tagen endet/txp:gho_footnote, für einige “kritische Staaten nur 15 Tage (ich glaube darunter sind einige ehemalige russische Staaten und Afghanistan) und für drei oder vier aktuelle Kriegsstaaten gibt es ohne Botschafts-Visa keine Einreise.

Nach dreißig Tagen muss man dann ausreisen. Will man länger im Land bleiben, steht entweder ein Visarun an — man fährt mal eben ins Ausland, läuft um die Grenzbuden und fährt wieder heim — oder man geht ins Immigration-Office und verlängert sein Visum. Die Verlängerung kann man einmalig und je nach Laune des jeweiligen Beamten für 15 oder 30 Tage bekommen. Die 30 Tage-Verlängerung kostet 2000 Baht, ein Visarun 1600 Baht. Alles klar? Allerdings verliert man bei letzterem einen ganzen Tag, wenn man auf Koh Samui lebt. Von Bangkok aus kann man innerhalb von 8 Stunden gemütlich nach Kambodscha und zurück fahren (Staus in Krungthep nicht mitgerechnet).

  1. Non Immigrant Visa:

Es gibt jede Menge Non Immigrant Visa, ich hatte eine Zeit lang Non Immigrant Visa Type B für Business, dann gibts welche für Investoren, für Sportler und Wissenschaftler die zu Veranstaltungen kommen und so weiter. Je nach Art des Visums muss man dann aller 3 Monate den Visarun machen oder kann sich im Immigration-Office melden.

So ein Visa bekommt man nur unter Einreichung jeder Menge Dokumente bei einer “Überseebotschaft” Thailandstxp:gho_footnoteDiese Definition heißt nicht viel mehr als dass ein Land zwischen Thailand und dem Botschaftsland sein muss. Weshalb ich damals nach Singapore geflogen bin./txp:gho_footnote und mit Schreiben einer Firma oder eines Auftraggebers in Thailand.

Die besten Non Immigrant Visa sind die für Diplomaten und Reporter, die können bis zu 6 Monate oder länger ohne Meldepflicht ausgestellt werden. Allerdings muss man dafür eben Diplomat oder Reporter sein.

  1. weitere Arten:

Es gibt eine Visa-Art wo man ein Jahr Aufenthaltsrecht hat, wenn man mit einem Thai verheiratet ist. Allerdings habe ich darüber nur diffuse Sachen gehört. Weitere Visa gibts für viel Geld (fünf- bis siebenstellige Dollarbeträge) und für verdiente Personen, die bereits sehr lange im Lande leben und gut gehende Firmen haben, die viele Thais einstellen oder Quasimonopole darstellen.

  1. Und ich?

Also ich bin im letzten Januar/txp:gho_permalink mit einem Non-Immigrant-Visa B eingereist, musste dann im April einen Visarun machen/txp:gho_permalink (nach drei Monaten), weil sowohl Behörden als auch Dokumentenlieferanten sehr malerisch mahlten, im Mai hat man mir unter anderem meinen Pass geklaut, ich meine, man hat ihn mir verloren und ich musste mangels Visum wieder einen Visarun machen, nach Singapore/txp:gho_permalink, um ein neues Non Immigrant B Visum zu bekommen — das alte Visum war zwar ein Jahr lang gültig (für Dreimonmatsphasen mit Visarun) aber eben im alten Pass und nicht übertragbar. Das brauchte ich, um dann am 31. August (!!!) die Arbeitserlaubnis und das Spezialvisum/txp:gho_permalink zu bekommen, mit dem ich mich nur aller drei Monate melden musste. Das war nur bis Ende Juni diesen Jahres befristet und wurde mangels Anstellung nicht verlängert. Und so reise ich seit Juni/txp:gho_permalink regelmäßig aller 4 Wochen ins Ausland.

  1. Und Andere?

Ich kenne Leute die machen seit Jahrzehnten monatlich einen Visarun. Andere ziehen in die Nähe der Grenze, um nicht einen ganzen Tag beim Rennen zu verlieren. Ein Non Immigrant Visa ist aber das erstrebenswerteste. Damit kann man unter anderem als Ausländer eine Arbeitserlaubnis bekommen, was der erste Schritt für die Unternehmensgründung hier ist.

  1. Die Industrie

Hier auf Samui gibts einige Reiseunternehmen, die Tagesreisen nach Myanmar und Malaysia anbieten. Die erste Fähre am Morgen (6:00 Uhr) wird genommen, dann vier Stunden Busfahrt, eine Stunde Grenzgänge, vier Stunden Busfahrt und wieder Fähre. Man verliert einen ganzen Tag, hat aber sein Visum.

  1. Und wenn mal nicht?

Wenn man seine Aufenthaltsdauer überschreitet kostet das 500 Baht per Tag und maximal 20000 Baht. Man riskiert allerdings mit steigenden “schwarzen Tagen” die Ausweisung und ein 99 jähriges Einreiseverbot. Und wenn man wie einer der komischen Blaublüter aus Europa neulich an seinem Visum rummanipuliert kommt man in den Knast und muss nach dem Verfahren um die 6000 Baht zahlen (etwa 120 Euro). Wenn man nicht vorher im Knast stirbt.

Noch Fragen, Herr Kiesow??