Namen
Super. Der Islam gefällt mir immer besser, denn “Islam-Gelehrte [haben] festgestellt, dass jeder Mensch das Recht habe, seinen Namen zu ändern, falls er ihm nicht gefallen sollte”.
Hier in Thailand sind Namen nur Schaum. Man hatte immer nur einen einzigen Namen. Irgendwann Anfang vergangenen Jahrhunderts mussten dann plötzlich alle einen Familiennamen einführen. Damit erklären sich die vielen Familiennamen mit Ortsbezug die es in Thailand gibt. Die meisten haben sich nämlich einfach ihren Ortsnamen als Familiennamen gewählt. Oder ihren Berufsnamen. Oder ein Wort das Glück bringen soll.
Fu zum Beispiel hiess am Anfang ihres Lebens Uraiwan Funoi. Oder Ulaiwan, je nach Sprecher. Das bedeutet Gold und wenn Gold mal nicht ein glücksbringendes Wort ist, dann weiss ich ja nicht…
Jedenfalls brachte ihr Ulaiwan kein Glück und sie wechselte ihren Vornamen vor rund 2 Jahren in Warissaya (oder wie ihr Ausweis sagt “Waritzaya”). Nun heisst sie Warissaya Funoi. Neulich eröffnete sie mir, dass ihr Funoi nicht mehr gefällt und sie ihren Nachnamen ändern will. Auf meine Frage was es denn sein solle meinte sie, das müsse sie noch überlegen. Da fällt mir immer “Folangie” ein, wie auch immer man das schreiben mag.
Ich hab ihr gesagt, dass ich sie von nun an nur noch Schnurzelchen nennen werde.
Abgesehen vom “amtlichen” Namen auf dem Pass gibt es noch den Spitznamen, was der inoffiziell offizielle Name in Thailand ist. Fragt man bspw. irgendjemanden in Fu’s Bank nach Warissaya Funoi, dann wird man sie nicht finden. Mit “Fu” schon.
Mich nennt man hier nur noch Pat, was damit zusammen hängt, dass T-R für Thais nicht aussprechbar ist. Meine Hausbesitzerin ruft mich immer mit Pettiiiisss, was auch ganz lustig ist.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.