5eleven: Rüsselaufwärts, einmal durch Bangkok und dann runter
So. Am Montag machte ich mich also frohgemut auf, um die kleine Insel (die mit den Palmen) gen Norden zu verlassen. Im Prinzip führen alle Wege in Thailand erstmal nach Bangkok, ehe man irgendwo anders hin kommt. Wenn man nicht gerade lokale Attraktionen bereisen will. Wollte ich nicht, also ab in den Bus nach Bangkok. Ich wurde in den 2.Klasse-Bus gesteckt weil ich irgendwie mein Ticket zu spät gelöst habe (der Bankautomat hat mir 2000 Baht gestohlen, als das Internet gestört war, Schweinerei, allerdings war mir dann auch lieb, dass ich nur in den 530er Bus durfte und nicht in den 850er Bus — bahtmä?ig gesehen). Da wird man auch 2ter Klasse behandelt. Au?er einer filzigen Decke gegen die Klimaanlagenerkältung gabs nichts. ?ber mir im Gang war ein gro?es schwarzes Loch. Die Fähre war auch so verrostet, dass ich mir das erste Mal Gedanken machte, ob ich in Zukunft nicht andere Wege, derartige Inseln zu verlassen wählen sollte.
Auf der Stra?e hinter Chumphon wurden wir an einer Polizeisperrung nachts um zwei 90 Minuten lang angehalten und durchsucht. Das Gepäck im Kofferraum wurde komplett ausgeleert (dankeschön) und innen kamen sie mit Schnellfeuerwaffen (sowas wollte ich schon immer mal schreiben, irgendwie sah das wie kleinen russischen Waffen mit Holzgriff aus) und haben alle Gepäckstücke durchsucht, nur nicht meinen Rucksack. In selbigen befand sich mein Notebook und mir wäre das verdächtig vorgekommen. Trotzdem sind sie meinem Paket einfach nicht in die Quere gekommen.
Terroristen-Regel Nr. 1: Seien Sie ein Farang, dann können Sie Ihren Sprengstoff im Notebook nach Bangkok einführen!
Die ganzen VIP-Busse wurden in der ganzen Zeit durchgewunken.
Terroristen-Regel Nr. 2: Investieren Sie 300 Baht mehr und fahren Sie mit dem VIP-Bus ins zu beanschlagende Gebiet!
In der Zeit in der sie uns kontrolliert haben kam auch ein Kamerateam und hat die medienwirksam aufgestellten Polizisten bei der schwei?treibenden Arbeit gefilmt. Dann fuhren schnell mal 5 Polizeiwagen mit Sirene und Blinklicht die Stra?e rauf und wieder runter und alle waren glücklich. Die Polizisten, die nichts zu tun hatten, spielten mit ihren Lampen rum, testeten wer den Längsten hatte. Strahl. Lichtstrahl. Viel Spä?. Mitten in der Nacht. Wegen dieser Kontrolle stand ich auch erst gegen halb Sieben in Bangkok auf dem südlichen Busterminal.
Dann noch schnell quer durch Bangkok und runter nach Rayong.
Wirklich? Erzähl ich morgen…
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.