Samui? Samui! David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Aller guten Dinge sind Vier

Ich mag es gar nicht laut sagen, könnte ja gleich wieder aus gehen, aber ich habe jetzt DSL in der Hütte. Zwei Lampen leuchten, zwei Lampen blinken.

Der Weg hierhin war hart, auch heute wieder. Der Service und der Manager riefen beide an im Laufe des Nachmittags und fragten, ob die Lampen leuchten. Was sie nicht taten. Dann wiederholte sich mehrmals das Spiel mit dem Kabel in der Gegend rum stecken und dem Abfragen der Lämpchen.

Ich murmelte immer nur vor mich hin, das Signal liege nicht an und lies Fu den verbalen Kram machen. Und wieder habe ich das Thaiwort für “Blinken” vergessen. Aber lustig klingt es.

Zwischen den ganzen Anrufen war auf einmal das Signal da und Skype ging online. Das dauerte 2 Minuten und das Signal war wieder weg.

Am Ende wurde kollektiv festgestellt, dass das Signal nicht anliege und es wurde ein Team von TT&T geschickt. Die kamen tatsächlich und steckten Kabel in der Gegend rum. Wunderten sich, dass kein Signal anliegt und telefonierten wieder.

Nach einer Weile sagten sie dann, dass das Signal morgen aufgeschaltet wird. Fu sagte “Wirklich?” und der junge Mann (Fu nannte ihn Nong, also war er ziemlich jung) sagte ja. Sie schwafelten noch ein wenig und er ging. Fu rief ihm hinterher “wirklich? morgen?” und er rief zurück ja. Das Auto startete, fuhr aber nicht weg, weil der Kleine einen Anruf bekam. Der Motor ging wieder aus und er kam zurück.

Er loggte sich auf dem Router ein (Fu war ganz begeistert, dass man das kann, da hab ich eine Möglichkeit verpasst, den coolen IT-Dödel zu spielen, denn auf dem Router hab ich schon seit Tagen rumgeschraubt) und “richtete” alles ein (nicht dass ich das schon gemacht hätte, egal).

Dann sagte er, dass wir morgen Mittag Internet haben. Fu rief ihm hinterher “Wirklich? Morgen mittag?” und er rief zurück ja.

Das war die seltsamste Kommunikation zwischen Thais seit langem.

Jedenfall fuhr der Service von dannen, Fu und ich wir gingen Essen und der Service rief an, wir sollten doch mal die Lampen checken. Also nichts wie nach Hause und Lampen angekuckt: Kein Signal. Er rief wieder an und fragte, wie es aussieht, es ergab sich ein Dialog wie in der IBM-Werbung damals (“Druckt er? Nein. Und jetzt? Druckt nicht. Und Jetzt? War die Lampe.”) und plötzlich war das Signal da. Und ging nicht mehr weg.

Seither sitzen wir anbetend vor den Lämpchen und überlegen, was wir nun mit dem ganzen Internet anstellen sollen. Asmodeus ist nun die 192.168.1.42 — wie es sich gehört für mein kleines Heimnetzwerk.

Gleich mal kucken, was sich auf den Pornoseiten so alles geändert hat…

Jetzt hab ich 7 Telefonnummern und 4 “Freunde” mehr, die ich bei bestimmten Problemen anrufen kann. So hat jede Wartezeit in Thailand ihr Gutes.

Heute also wurde fristgerecht das Internet geliefert. Ab nächstes Jahr feiern wir jeden 4. März den DSL-Tag. Und nun werde ich DSL nie wieder auf diesen Seiten erwähnen. Vermutlich.