Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Energie

Strom ist eine feine Sache. Man kann damit Lüfter antreiben, Lampen, Kühlschränke, Computer, Fernseher, Stereoanlagen und manchmal sogar Router und Modems.

Mein kleines Haus stand vor einem Jahr einsam im Dschungel und war sofort Favorit (obwohl ich gar nicht mehr auf der Suche war).

Nun nach einem Jahr hier sieht es fast noch genauso rosig aus. Fast. Seit ein paar Monaten stellt mein Hausherr mehr und mehr Häuser fertig und schlie?t die alle an “meine” Stromleitung an. Also eine einzelne Stromleitung, an die mein Haus auch angeschlossen ist. Beim ersten Haus war das noch ok. Mit dem zweiten Haus kamen die wöchentlichen Stromausfälle. Mit dem dritten Haus begann der Router plötzlich on- und offline zu gehen — nach einer Weile fanden wir dann heraus, dass es am Stromlevel lag und nicht am Internetanbieter wie zuerst vermutet. Ich schaffte mir also eine UPS an und lebte fortan mit dem häufigen Klicken der Batterie.

Vor zwei Wochen nun wurde das vierte Haus angeschlossen und der Strom war fast nicht mehr vorhanden. Die Lampen flackerten (Epileptiker sollten fern bleiben), der Kühlschrank kühlte nicht wirklich, der Fernseher lief erstaunlicherweise, nur die UPS gab den Geist auf und wurde seither nie wieder vollständig aufgeladen. Abends dann fiel der Strom gleich komplett aus, wenn alle Häuser ihre Lampen anmachten. Am Wochenende startete nicht mal der Laptop mehr, weil die Batterie leer war und nicht neu geladen wurde.

Ich hatte mir schon eine fiese kleine Stromgewinnungsstrategie zurecht gelegt: Während der Stromausfälle schaltete ich alle elektrischen Geräte an. Kam der Strom wieder, dann nur sehr instabil, bis alle anderen Häuser all ihren Elektrokram ausschalteten. Wenn ich dann meine Lampen auch alle ausgeschaltet hatte, dann war sogar mal genügend Strom vorhanden, um meinen Router zu betreiben.

Wie auch immer: Es ist das schönste Dschungelhaus kein schönes Dschungelhaus wenn die teure Internetanbindung nur 2 Stunden am Tag funktioniert.

Und so gehen wir wieder auf die Suche nach stabilem Strom (in Verbindung mit einem netten kleinen Haus). Weiter gegen den Uhrzeigersinn auf der Ringroad entlang (immer schön weg von Soddhom und Gonorrhöe). Diesmal zwei Kilometer (oder mehr?) nach Bang Por. Man wird berichten.

Interessanterweise hat sich das Energielevel im Haus seit gestern wieder etwas erholt. Nachdem ich die Kaution fürs neue Haus hingeblättert habe… Der Fernseher hingegen hat sich erst mal verabschiedet. Läuft zwei Sekunden und schaltet sich dann in den Standby.

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