Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Never rely…

So ein Visarun ist eine optimale Gelegenheit, mir in Erinnerung zu rufen, warum ich so ungern mit Farangs verkehre.

“Never rely on a Thai” murmelt der fette Mitfarang immer wieder in unbestimmten Dialekt (ich habe bis zum Ende nicht herausgefunden, woher er stammt). Die Thais von der Autowäsche haben vergesesen, die Lichter des zweiten Autos beim Parken auszuschalten, das lief die ganze Nacht und entsprechend leer ist die Batterie. Der Fahrer verlässt sich auf einen Freund der sofort zur Stelle ist und das Auto mit ein paar Kabeln freundlich lächelnd startet und los kann es gehen.

Der fette Farang erzählt von seinem alten Kühlschrank, der nach drei Tagen im Freien hinter dem Haus eines Tages (oder Nachts) einfach so gestohlen wurde. “Never rely on a Thai”. Verlass dich auf keinen Thai. Anschlie?end breitet er sich im Minibus auf anderthalb Plätzen aus und schiebt die kleine Phillipina mit seiner Leibesfülle in meine Richtung. Dann zieht er seine Sandalen aus und schiebt seine nackten Fü?e am Fahrersitz vorne durch, wo sie in den Kurven gegen die Ellenbogen des Thaifahrers sto?en.

Dem gleichen Farang kamen dann später im Hotel die Latschen abhanden, weil er sie über Nacht vor die Türe stellte — “man” mache das so in Thailand, sagt er. Morgens waren die Sandalen weg und er verärgert. “Only stupid Thai would steal them, they were old and smelly” moniert er an der Restauranttheke und “borgt” sich ein Paar zu kleiner Sandalen bei der Rezeptionistin. “Never rely on a Thai.”

Soweit ich wei? packt “man” nur seinen Müll über Nacht vor die Türe. Ich nehme mal an, dass ein freundlicher Thai vom Reinigungsdienst sich ein Herz und die Objekte in den Sondermüll mitgenommen hat.

PS: Die kleine Philippina war über 40.

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