Samui? Samui! Notizen über mein Leben als Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

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Meinen beiden Lesern ist ja bereits aufgefallen, dass ich mein kleines Tagebuch mal wieder schändlichst vernachlässigt habe. Es könte durchaus daran liegen, dass unsere Internetanbindung hier am Poolhaus in etwa so gut wie nicht vorhanden ist (siehe Schaubild oben). Andererseits kann auch jede Vernachlässigung Gewohnheit werden. Aber der Reihe nach:

Neues vom Poolhaus:

Ich arbeite noch an meiner Poolfigur und habe das Gewässer daher bisher nur aus der Ferne sehnsüchtig betrachtet. Der Pool ist immer noch voll, sauber und unförmig.

Das Haus gefällt uns immer noch sehr, bis auf das eher inexistente kabellose Internet. Die erste Woche verbrachte ich damit, dem Hausbesitzer zu erklären, dass sein Router falsch konfiguriert ist und mir keine IP gab, diese Woche nun verbachte ich damit, ihm zu erklären, dass, wenn denn mal Internet da ist, der eingetragene DNS nicht funktioniert. Die Standardantwort ist ‘Engineer is come tonight.” Ich habe noch nicht gewagt zu fragen, ob der Ingenieur eventuell weiblich ist. Wie auch immer, ich habe viel Zeit, in alten Büchern und Bildern zu stöbern und an gewissen Projekten zu schrauben.

Die Hunde lieben die Tatsache, dass man durch die vielen Türen im und am Haus meistens in die gleichen Räume gelangt und hassen die Tatsache, dass sie aus dem Schlafzimmer verbannt sind. Nichtsdestotrotz ist das Schlafzimmer im Vergleich zu alten Zeiten viel kuscheliger geworden.

Und wenn ich dann mal aufgeräumt habe und die Betten gemacht sind, wird es auch Photos der geheiligten Hallen geben.

Die Klimaanlage schafft 17 Grad im ganzen Haus. Nett. Strom ist im Mietpreis inbegriffen, so dass ich weder Hemmungen noch Gewissen habe und immer ein angenehmes europäisches Klima schaffe.

Aber sonst gehts uns gut.

Neues von den Hunden:

Soosie bildet sich wieder mal ein, schwanger zu sein. Diesmal allerdings mit solcher Perfektion, dass sie so fett und pregnant wie ein echter schwangerer Hund ist. Die Treppen lässt sie sich bereits hoch tragen, weil das Springen wohl etwas kompliziert ist. Ein Tierarztbesuch steht an um zu ermitteln, mit wievielen eingebildeten Welpen wir rechnen dürfen. Diesmal habe ich sie nicht beim Sex erwischt, so dass es durchaus sein könnte, dass Pokki zielsicher seine Gene ablegen konnte. Technisch gesehen kommt nur meine Bangkokwoche als Techtelmechtelzeitraum in Frage. Ich werde mir neue Hundesitter suchen müssen.

Pokki hat noch nie in einem Haus gelebt, dessen Türen durchsichtig sind. Entsprechend häufig hört man auf der Veranda ein “scattle scattle” (sich heftig auf Fliesen fortbewegende Hundetatzen) gefolgt von einem ebenso heftigen “plonk” und sieht ihn dann erstaunt vor dem geschlossenen Teil der nur einseitig geöffneten Terrassentür sitzen. Ebenso häufig steht er vor dem offenen Teil der Tür und tatzt mit der Pfote ins Leere um zu checken, ob die Tür offen ist oder wieder diese seltsame virtuelle Barriere da ist. Ein Gutes hat es, er verlässt die Veranda nicht mehr ungefragt und ich konnte endlich die “Hundetüre” auf den Stufen beim Umzug los werden (ein alter Karton, der eher als mentale Sperre diente, die Treppen nicht ungefragt abwärts zu hoppeln).

Dann haben wir (also die Hunde) uns endlich auf einen zweimaligen Gassigang täglich einigen können. An der Leine. Das kann man sich als Hundehalter zwar gut vorstellen, mit den beiden Fellbündeln war das aber so gut wie unmöglich, so dass ich sie am Ende unserer Zeit im alten Haus einfach nur in den Garten gescheucht habe. Nun gehen wir an der Leine. Soosie langsam hinten, Pokki schnell vorne und ich zerrissen in der Mitte. Morgens um sieben gehts gemütlichen Schrittes ans Meer (keine Sorge, alle Geschäfte sind schon erledigt, wenn wir nach 5 Minuten den Strand erreichen), man schaut sehnsüchtig in die Ferne und schreitet wieder nach Hause, nicht ohne kurz vor dem Poolhaus noch schnell einen erbitterten Hundekampf mit dem gro?en wei?en Hund zu haben, der irgendwie glaubt, das hier wäre sein Revier. Hah. Abends nach Einbruch der Dunkelheit das Ganze wieder, diesmal ohne bis ans Meer zu gelangen, aber was will man da auch sehen im Dunkeln, ja…

Aber sonst gehts uns gut.

Und dann war noch das, ganz zum Schluss — Neues aus dem Zirkus (kurz zusammen gefasst):

Donnerstag vor zwei Wochen hat man Samak (den kochenden Ex-Premierminister) zum Kandidaten für den durch seine Degradierung freigewordenen Premierministerposten nominiert. Muss man nicht verstehen, denn am Freitag vor zwei Wochen wurde er nicht wieder gewählt, weil gut 70 Mitglieder seiner PPP (Peoples Power Party) genannten Partei nicht zur Stimmabgabe antraten und die Opposition die ganze Sache auch boykottierte. von 235 zur Abgabe einer gültigen parlamentarischen Mehrheit benötigten Stimmen waren somit am Ende der Wahlsitzung 161 im Parlament anwesend, sie scherzten und lachten live im Thai-TV und verschoben die Neuwahl dann relativ einstimmig auf den folgenden Mittwoch.

Samstag erklärte Samak dann, dass er nicht mehr als Premierministerkandidat zur Verfügung stehen würde. Sonntag hatte man drei Ersatzkandidaten bei der PPP gefunden, Montag einen davon nominiert und Mittwoch einen neuen Premierminister gewählt. Somchai Wongsawat. Seit gestern ist dann königlich beglaubigt unsere neue Regierung im Amt.

Und jetzt wird alles gut. Denn der neue Premierminister wird von allen Parteien anerkannt, geliebt und ist auch viel mehr integer als wie der alte. Sagte ich schon, dass Somchai Thaksin Shinawatras (für die weniger regelmä?ig mitlesenden Leser — das ist der amtierende Präsident des thailädischen Profigolferverbandes mit derzeitigem Wohnsitz in London, zwei gültigen Haftbefehlen, einem Asylantrag, keinem Fussballverband aber einem eventuellen baldigen Wohnsitz auf den Bahamas) Schwager ist? Muss ich wohl vergessen haben.

Aber sonst gehts uns gut.

PS: Der Neue Premierminister von Japan hat sein ‘politisches Profil’ auch durch eine Kochshow verbessert, habe ich gelesen. Scheint ein asiatisches Phänomen zu sein.

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