Samui? Samui! Notizen über mein Leben als
Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Leben wie im Paradies – Auswanderer auf Koh Samui

Wer 30 (oder mehr?) Minuten Zeit hat und eine Internetverbindung, die funktioniert (nicht so wie wir hier auf der Insel heute), der kann sich mal die folgende Eposide von 30 Minuten Deutschland, die gestern Nacht auf RTL lief, ansehen: Leben wie im Paradies – Deutsche Auswanderer im Paradies.

Ich wurde auch schon für solche Serien angesprochen, verweigere mich aber. Da müssen schon noch ein paar Kilo runter und ich mir eine nette Hintergrundgeschichte ausdenken.

Und morgen früh versuche ich dann wieder mal, diese Folge zu laden. Falls im Fernsehen vorgegaukelt wird, dass alles gut in Thailand ist, dann ist das nicht wahr. Das Internet ist meh ;)

PS: Sonja aus der Folge besitzt eine Kochschule hier auf der Insel und bedarf meiner Dienste recht häufig, weil das Prinzip „copy and paste“ in Computern nicht in ihre Welt passt. Mehr sag ich erst, wenn ich die Folge gesehen habe, hehe.

Die Sache mit dem Krokodil

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Lektion des Tages: Wenn das Krokodil rollt, dann roll hinterher.

Dieser kurze Video-Clip zeigt ein Krokodil und einen „Handler“, der es auf die Nase klopft, dann nochmal klopft und dann seine Hand in des Krokodils Maul hält. Selbiges fasst zu, dreht sich einmal, dann der Handler einmal, dann ist alles, ehm, gut.

Wenn man es so ohne Hintergedanken ansieht, dann ist es nicht sonderlich schlimm, oder? Wenn man weiss, dass das Krokodil durch diese sogenannte „Killerrolle“ normalerweise Extremitäten abreist und sein Opfer dann verspeist, dann ist es „dramatisch“ und wert, dramatisch aufgewertet zu werden.

Neben-Notiz: Gestern hat ein französisches Paar versucht, einen „Selfie“ neben einem Krokodil aufzunehmen – die Frau wurde von selbigem gebissen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Ausser vielleicht: Tierische Instinkte für touristische Gründe zu missbrauchen wird sich eines Tages (oder spätestens wenn das Krokodil zubeisst) revanchieren.

Tag 1, wieder

Und wieder ist ein Jahr vergangen. Und wieder nehmen wir uns viel vor. Vielleicht auch mal, wieder mehr ins Blog zu schreiben ;) Mal sehen.

Wie auch immer. Nächste Woche beginnt mein 13. Jahr auf der Insel, hier in Thailand. In den vergangenen 12 Jahren hab ich viel gelernt. Allerdings immer noch nicht, Thai zu lesen oder zu schreiben – noch so ein guter Vorsatz…

Beobachtung des Tages: In Thailand (vermutlich in vielen anderen Dritte-Welt-Ländern auch) gibt es erstaunlich viele Geburtstage am 1. Januar. Größtenteils, weil die Aufnahme von Daten, Geburten usw. lange Zeit nicht reguliert war und damit viele Leute gar nicht wissen, wann sie geboren wurden. Viele wissen nur, wie alt sie ungefähr sind, also wurde, als 1983 (?) in Thailand die ID-Karten eingeführt wurden, einfach das Jahr ermittelt und der 1. Januar als Geburtstag eingetragen. Auch heute noch kommt es in vielen abgelegenen Regionen zu derartige „Umrechnungen“ wenn jemand, der bisher nicht gemeldet war eine ID-Karte benötigt.

Rama X – bald

Der Prozess einen König zu ernennen ist, zumindest in Thailand, nicht so einfach. Man nimmt ja an, dass das gemäss der Devise „Der König ist tot, lang lebe der König“ ohne grosse Verzögerungen vor sich geht. Ist aber nicht so.

Vor über 6 Wochen nun ist König Bhumibol Adulyadej im Alter von 89 Jahren verstorben. Seither bat sein Sohn Maha Vajiralongkorn um Zeit zum Trauern und es wurde ein königlicher Regent eingesetzt, der die Geschäfte übernommen hat. Am Dienstag nun hat der Premierminister dem Parlament verkündet, dass er den Prinzen offiziell einladen wird, König zu werden. Diese Einladung nun wurde dem Prinzen überbracht und heute Abend findet eine Audienz statt, in der er dem Vernehmen nach die Einladung annehmen wird und zum König ausgerufen werden wird.

Zur Krönungszeremonie selbst wird es noch mehr als ein Jahr lang nicht kommen, weil dazu der verstorbene König Bhumibol erst eingeäschert und beerdigt werden muss – was erst nach einer mindestens ein Jahr dauernden Trauerperiode passieren wird. Bhumibol selbst wurde 1946 zum König ernannt und 1950 erst gekrönt.

Angst essen Tourismus auf

Wenn man die News im Spiegel heute so liest, mag man meinen, dass es eine schlechte Idee ist, Thailand derzeit zu besuchen:

Im Süden Thailands sind in der Nähe eines Hotels zwei Autobomben explodiert. Medienberichten zufolge wurde dabei eine Frau getötet, mindestens 29 Menschen sind verletzt.

Der reisserische Text impliziert geradezu, dass jetzt auch die Hotels be-bombt werden. Liest man sich aber ein bisschen tiefer in die Materie ein, kommt schnell heraus, dass „im Süden Thailands“ Bombenanschläge an der Tagesordnung sind. Dort kämpfen Separatisten seit über 10 Jahren darum, ein eigenes Kalifat zu errichten. Selbst das Auswärtige Amt weist in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zu Thailand darauf (ebenfalls seit Jahren) hin.

Die elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland

Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland

Was wie der Titel eine politikwissenschaftlichen Diplomarbeit klingt, ist eine sehr nützliche Einrichtung der Deutschen Botschaften – die Liste der Deutschen im Ausland.

Unter dem (zumindest für Thailand) passenden aber falsch geschriebenem Namen Elefand kann man sich als Auswanderer™ oder Langzeitreisender im Ausland eintragen, die Dauer des Aufenthalts im jeweiligen Land angeben, Kontaktmöglichkeiten im Land mitteilen und Notfall-Kontakte in der Heimat hinterlegen.

Aller 6 Monate wird dann eine Email versandt die zum Aktualisieren der Daten auffordert.

Sinn der Sache ist es, den Botschaften die Arbeit zu erleichtern, wenn es zu Katastrophen, Todesfällen und Vermisstenanzeigen kommt. Kommt es zu dem (scheinbar unvermeidlichen) Unfall auf Koh Samui kann eine Anfrage der Polizei bei der Botschaft ganz schnell die Kommunikation mit der Familie zu Hause ermöglichen.

Als beispielsweise mitten in Bangkok an einem beliebten Touristenpunkt eine Bombe explodierte, kam eine Email mit Sicherheitshinweisen vom Botschafter.

Ich bin auch (trotz gewerblichem Misstrauens in die Datensicherheit) in der Datenbank. Nordkorea ist ja recht nah und versagt dort häufiger mal beim Verschicken von Raketen ;)

Was die Liste leider nicht liefert, sind Benachrichtigungen, dass man sich für die Briefwahl in Deutschland anmelden kann und sollte. Das muss man immer noch selber machen.

Elefand.

Indiana Jones und der Tempel der Tiger

Pickled Tigers from Kanchanaburi, via Richart Miyer
Pickled Tigers from Kanchanaburi, via Richart Miyer

Eine besonders beliebte Attraktion in Thailand ist der berühmte Tiger-Tempel Luangta Maha Bua in Kanchanaburi. Ich kenne keinen Thailand-Reisenden der nicht gerne einen Selfie mit einem Tiger in seine Social Media Ströme stellt. Dummerweise nur gibt es seit Jahren „Tierschützer“, die gegen diesen Tempel und die Praxis demonstrieren.

Als Urlauber, nach einem besondern Photo suchend, sollte man sich meiner Meinung nach immer der Tatsache bewusst sein, dass so ein Photo nicht echt sein kann. In jedweder Hinsicht.

Jedenfalls haben nun auch die „Zoobehörden“ Thailands nach vielen Jahren reagiert und dem Tempel untersagt, Tiger zu halten. Seit ein paar Tagen werden die Tiere (mehr oder weniger freiwillig und ohne Zwischenfälle) abtransportiert.

Interessant ist, was am Rande auftaucht. Beispielsweise 40 eingefrorene Tiger-Babies, oder ein Mönch (nicht mit dem europäischen Begriff Mönch zu verwechseln), der mit Tigerfellen auf der Flucht ertappt wird.

Kurzum: Bist auf Urlaubsreise und bieten sie dir ein „einzigartiges“ Erlebnis mit „echten“ wilden Tieren an, dann ist es meistens sehr unangenehm für die Tiere und später für dich – wenn du ein Gewissen hast.

Berg unter Feuer

Seit gestern Abend brennt es auf dem Berg zwischen Maenam und Bophut, und zwar ziemlich heftig. Da man in Thailand alles nur in Relationen verstehen kann, verkündeten die News heute, dass es der schlimmste Grossbrand der vergangenen 50 Jahre auf Samui ist. Erschwert werden die Löschversuche durch die Unzugänglichkeit des Gebietes.

Wie es zum Brand kam, kann man noch nicht so genau sagen. Die Spekulationen gehen aber dahin, dass da Brandrodung betrieben wurde. Andererseits kann es auch durchaus sein, dass eine ungünstig als Abfall abgelegte Flasche in Verbindung mit ein wenig Sonneneinstrahlung und optischen Grundgesetzen das durch eine seit 8 Wochen anhaltende Dürre leicht entflammbare Laub entflammte(n?).

Erwähnte Dürre-Periode ist übrigens die längste und wärmste der vergangenen 65 Jahre. (Relationen, klar…)

Hier noch ein Video (auf Thai) mit nächtlichem Brand.

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