Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Spiegeleien

Im Spiegel gibt es ein interessantes Interview mit Sukhumbhand Paribatra , dem Governour Bangkoks und Cousins des Königs (hier auf Deutsch ). Neben Thaksin und den Unruhen geht es dabei um die Thronfolge:

SPIEGEL: You are a cousin of the king. So you know the royal court’s rules very well. How is the successor to the king actually selected?

Sukhumbhand: There are generally two possibilities. The king can pick his own a successor …

SPIEGEL: … which King Bhumibol Adulyadej has not done yet …

Sukhumbhand: As far as we know. If that hasn’t happened, then a successor must be found according to the palace law of 1926. But that is subject to approval by the parliament.

SPIEGEL: So his son, Crown Prince Maha Vajiralongkorn, or one of his daughters would become the successor?

Sukhumbhand: No, the palace law doesn’t permit a female successor to the throne.

SPIEGEL: So the only choice would be Crown Prince Maha Vajiralongkorn?

Sukhumbhand: That we know of, yes.

One of the better interviews about the red days… that we know of, yes…

Skypereien

Skype ist ja ganz nett. Seit einiger Zeit gibt es sog. “Subscriptions”, mit denen man unbegrenzt ins Festnetz eines Landes anrufen kann. Ich spielte für eine Weile mit dem Gedanken, mir so ein Abo für Deutschland zuzulegen, lies das dann aber, weil ich nicht wirklich häufig nach Deutschland anrufe.

Nun aber bieten sie (die Skypefritzen) Subscriptions für Thailand an. Man kann fuer runde 5.95 Euro (bis Ende Mai gibt es wohl noch kräftig Rabatt, ich habe für die kommenden drei Monate nur 11 Euro zahlen müssen) sowohl ins Festnetz Thailands als auch auf die Mobiltelefone telefonieren. Letztere sind weiter verbreitet. Ein “Default-Thai” hat zwei Mobiltelephone und minus eine Festnetznummer.

Der Clou an der Sache: Call-Forwarding, also die Weiterleitung auf eine Telefonnummer, wenn man in Skype nicht online ist, ist ebenfalls kostenlos, wenn sie im Geltungsbereich des Abos liegt. Liegt sie in meinem Fall. Damit ist die Frage, wie man mich erreicht für die nächsten drei Monate vermutlich geklärt. Skype anschalten, kollitsch anwählen, fertig. (Die Frage ob ich abnehme ist dabei eine ganz andere :P)

Das Kleingedruckte ist relativ moderat: Man darf maximal 50 verschiedene Telefonnummern pro Tag anrufen und höchstens 6 Stunden am Tag oder 10.000 Minuten im Monat telefonieren.

Thaksin ist kein Südamerikaner und Sondhi fast tot.

Es sieht so aus , als ob die nikaraguanische Passgeschichte Thaksins ein gut gemachter Photoshopscherz ist, der weder bestätigt werden kann noch verneint wird. Sehr beruhigend und vor allem ein klares Licht auf Thaksin werfend.

Unterdessen hat man Sondhi Limthongkul (der Führer der PAD) heute morgen angeschossen — er war gewarnt worden, dass ein Attentat auf ihn geplant war und hat das ignoriert.

So löst man Probleme in Thailand: Mit Propaganda und einer AK-16.

Pass los

Nach den Songkran-Unruhen hat die Regierung unter anderem Thaksins Pass für ungültig erklärt (es steht ein Haftbefehl auf seinem Namen aus). Mit solchen Vorgängen hat er ja schon Erfahrung und so verwundert es nicht, dass er erklärt, dass er davon ausgeht, dass andere Länder (die demokratischen) ihn auch weiterhin reisen lassen. Zum Beweis reiste er gestern gleich mal von Dubai in ein nicht weiter genanntes afrikanisches Land aus .

Aber auch wenn einmal sein Pass von einem Land nicht anerkannt wird, dürfte er kein Problem haben, denn nun ist er nicaraguanischer Botschafter. Mit nicaraguanischem Pass .

Genau. Dachte ich auch.

Thailand? Samui!

“Was ist denn da bei euch unten wieder los” lautet der Einleitungssatz jeder zweiten privaten Email derzeit. “Bei uns” also hier auf der Insel ist nichts los. Keine Unruhen, keine politisch verwendeten roten Shirts. Aber auch keine Urlauber. Auf der anderen Seite geht es zur Zeit sowieso in Riesenschritten auf den hei?esten Monat zu. Wer will da schon in der Sonne braten.

Songkran waren so viele Thais wie seit Jahren nicht mehr aus Bangkok angereist — die meisten hatten so ihre Ahnungen über den Spa?gehalt der Feiertage in der Hauptstadt. Ein Freund smste mir, dass sie nur in der Nacht raus konnten, vorher waren die Stra?en rot.

Wie auch immer, der nächste Feiertag kommt bestimmt.

Feiertage

Thailand erlebt zur Zeit eine Schwemme an Feiertagen ;). Vergangenen Freitag wurde vom Premierminister Abhisit ein unoffizieller offizieller Feiertag eingeschoben, damit die Hauptstadt sich auf Songkran vorbereiten kann. Dann kamen die offiziellen Songkran-Feiertage Montag bis Mittwoch und nun (wiederum nach Ereignissen in der Hauptstadt) wurden noch zwei inoffizielle Feiertage bis zum Ende der Woche zum Aufräumen eingeschoben.

Wer gerne feiert, freut sich. Wer vergangenen Donnerstag eine ?berweisung aus dem Ausland mit dringend benötigtem Geld auf den Weg geschickt hat, wartet, weil offizielle Feiertage Bankfeiertage sind — die Banken also bis auf das Touristengeldgeschäft geschlossen haben.

Aus Bangkok bekomme ich Meldungen, dass die ATMs aus Sicherheitsgründen nicht wieder aufgefüllt wurden. Wie gut, dass Nudelsuppe nur zwischen 20 (Hauptstadtpreis) und 50 Baht (Inselpreis) kostet.

Sprachwitz

Sowas wie Ironie oder Sarkasmus verstehen viele Thais leider nicht. Ich habe häufiger Probleme, wenn ich genervt “macht doch was ihr wollt” sage und alle dann machen, was sie wollen.

Dafür kann man mit dem ?ndern eines einzigen Tones in Thai aus einem Kompliment einen Vergleich mit dem Gebiss eines Pferdes machen, was in bestimmten Situationen lustig sein kann.

Was ich eigentlich schreiben wollte: Im Thai gibt es eine Lösung für die meisten Probleme. Zum Beispiel ist die Frage “Was war zuerst, das Huhn oder das Ei” hier klipp und klar geregelt.

Das Huhn ist das “Wortbild” für den ersten Buchstaben im Konsonanten-Alphabet und das Ei das für den zweiten. Das Huhn kam zuerst. Punkt.

Krieg

Songkran ist in Bangkok zu einem Krieg der Roten ausgewachsen.

Wenn Abhisit und seine Demokratieplaner gedacht haben, Songkran würde die Lage entspannen, dann war das vermutlich sehr naiv. Thaksin ruft nun nahezu täglich über Videotelephone und andere Kommunikationswege an und ruft zu einem Bürgerkrieg von unten auf. Unten, das ist in Thailand der Isaan und die Ex-Mitglieder von Thai Rak Thai, Thaksins inzwischen aufgelöster Partei.

Seit dem frühen Morgen gestern gehen Soldaten gegen die Demonstranten vor. Angeblich mit Schüssen in die Luft, bei (offiziell) zwei Toten ist das aber weniger glaubwürdig. Die Demonstranten hijacken einen Tanklaster und wollen den zum Explodieren bringen, die Armee “erobert” ihn zurück.

Wenn jetzt noch einer denkt, Demokratie wäre eine funktionierende Regierungsform hier, dann muss da irgendeine STD die Sinne vernebeln.

Thaksin sitzt weiterhin in seinen “unbekannten Ort” und sprüht Benzin ins Feuer:

… ousted ex-premier Thaksin Shinawatra told CNN that the government was covering up deaths and that the soldiers had killed “many” people even though television broadcasts only showed soldiers firing into the air to disperse the mobs.

“They trapped the people. Many people died. They even took the dead bodies up on the truck and took them away,” Thaksin told CNN from an undisclosed location.

Als ob er live mittendrin wäre… Auf der anderen Seite, besser an einem unbekannten Ort als Opfer von Plan B zu sein.

Precursor?

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Und Twitter (für die vielen ?lteren unter meinen Lesern, das ist der SMS-Dienst des Internets) ist mal wieder vorne dabei…

Au?er NBT allerdings bringen alle Sender das “normale” Programm. Auf einen Putsch warten wir nun gerade nicht. Wer sollte auch putschen? Die Roten sind doof, das wissen alle, die ohne rote Klamotten heute auf die Stra?en gingen…

… und Thaksin ist nahezu pleite. Ist das Geld alle, sind die Roten am Ende. Hofft man.

Es gibt zur Zeit weder auf der Seite politischer Parteien noch auf der Seite des Militärs den Wunsch nach grö?eren Umbrüchen. Etwas Ruhe könnte gut tun.

Mag eigentlich noch irgendwer seinen (halb)nackten bleichen Köper an einen der Strände des Landes legen?

Gerüchte des Tages

Die Gerüchte des Tages besagen, dass der Präsident des thailändischen Profigolferverbandes sich endlich wieder (wenngleich auch auf Umwegen und höchst illegal) im Land des erstarrten Lächelns aufhält. Man sucht ihn auf Koh Chang.

Vor ein paar Tagen schon kamen Gerüchte auf, dass er in Cambodscha oder Myanmar (Birma, Burma oder wie man das Land gerade wieder einmal nennt) ist. Andererseits besagen andere Gerüchte, dass er seine Finger in politischen Unruhen der jeweiligen Länder hat, so dass die entsprechenden Oberhäupter ihm höchst ungern Aufenthalt genie?en lassen würden.

Nun also Koh Chang. Seine Familienmitglieder hat er zur Sicherheit vergangene Woche ausfliegen lassen (mit medialem Pomp von einer (örtlich gesehen) zurückgebliebenen Schwester dementiert).

Werden die Golfer Thailands endlich wieder mit einem präsenten Präsidenten ihre Bällchen befummeln? Wird der Golfpräsident das Land aus der vom Golfpräsidenten geschaffenen Misere bringen? Wir werden es sehen. Die neue Staffel unserer Soapopera startet gerade erst. Was bin ich froh, dass ich mein Visum gerade erst für ein weiteres Jahr verlängern durfte.

PS: Warum haben Dementia und Dementi eigentlich den gleichen Wortstamm?

Thailändische Farbenlehre

Dass man mit der Vorliebe für eine Farbe hier in Thailand immer eine politische Meinung hat, habe ich häufiger anmerken lassen. Gestern gab es wieder eines der Beispiele dafür: In Pattaya bekäpften sich “Rote” und “Blaue” T-Shirts.

Die Roten wollen Ex-Premier Thaksin wieder haben und den aktuellen Premierminister verscheuchen. Die Blauen sind neu, aber anscheinend gegen die Roten.

Beide Parteien (also farblich gesehen) lieferten sich Schlachten vor dem Ressort in Pattaya, wo der ASEAN Summit (so eine Art EU für asiatische Staaten) zusammen treffen wollte. Nachdem der bereits mehrfach verschoben wurde, wurde er nun wieder verschoben und die Staatsoberhäupter in Hubschraubern ausgeflogen.

So hält man sein Image aufrecht.

Gelb (seltsam still derzeit), Rot und Blau sind also vergeben. Dann gibt es noch das Video einer thailändischen Luk Thung Sängerin, in der sich pinke Shirts in Bangkoks Stra?en Schlachten liefern.

Ich bearbeite meine thailändischen Freunde bereits seit geraumer Zeit, grüne und schwarze Gruppierungen zu bilden, auf dass man diese Farben tragen kann ohne den Geruch politischer Fehlgeleitetheit zu verströmen.

Raus und rein

Neuigkeiten aus dem Soapoperagewerbe: Die Familie des Profigolfpräsidenten hat heute Nacht auf verschiedenen Wegen das Land verlassen. Und endlich nimmt auch Pojaman, Ex-Frau Thaksins, wieder am Geschehen teil.

Seine Anhänger hingegen, erkennbar durch blutrote Farben, demonstrieren in Bangkok vor sich hin. 100.000 Menschen haben sich vor der Villa von Prem Tinsulandnonda, der wiederum den letzten Putsch dirigiert haben soll, versammelt.

Die Onlinezeitungen machen auf “Tag der Entscheidung” und ganz Fatale rechnen schon mit dem nächsten Putsch noch vor Songkran. Ich befürchte nur, das wird nichts werden…

2022 Tsunami

Im Jahr 2022 löscht ein Tsunami Bangkok aus (wenn es bis dahin nicht schon das Schicksal Atlantis’ teilt). Zumindest im Film “2022 Tsunami”, dessen Trailer zur Zeit das thailändische Internet überflutet. Es soll sich dabei wohl um einen Film a la “The day after Tomorrow” handeln.

Den Trailer kann man bei Bangkok1080.asia sehen (das erste Mal, dass ich eine .asia-Domain in der freien Wildbahn sehe).

So ein Buddha sieht viel besser aus den Wassermassen auftauchend aus als die Freiheitsstatue…

Parlamentarisches Desaster

Das Parlament Thailands hat immer viel zu tun um das Land in eine bessere Zukunft zu führen und hatte neulich eine erregte halbstündige erregte Diskussion darüber, ob ein bestimmtes Wort nun unhöflich im täglichen Debattengebrauch sei. Es ging um “chip hai”, was soviel wie “Desaster” bedeutet und ein eher umgangssprachliches Wort ist. (Im Bild oben ist chip hai das Wort ohne ?bersetzung in der Mitte ;)

Am Ende wurde dann (zwar ohne demokratische Abstimmung aber nichtsdestotrotz wirksam) durch den Haussprecher festgelegt, dass chip hai nicht Vulgärthai ist.

Man darf also ungestraft Sachen wie bspw. “Thaksin ben chip hai mueang thai” sagen. Zumindest in Hinsicht auf die Sprachwahl.

Wenn das Parlament nicht gerade Wortwahl betreibt, dann wählt es sich neu, löst sich auf oder verteilt (einmalig) 2000 Baht an jeden Thai der weniger als 12000 Baht (weniger als 300 Euro) im Monat verdient.

April April

In Thailand ist die “Tradition”, am 1. April Scherze zu machen nicht bekannt. Sehr schön wie ich finde. Schade nur, dass das Internet (noch) nicht auf Thailand beschränkt ist.

Es regnet

So ein Regen ist eine gute Gelegenheit, mal wieder auf der Terasse rumzuwischen. Andererseits ist es nass. Sehr nass. Irgendwie hatte ich den April April immer als Monat im Hinterkopf, in dem wir so langsam auf die heissesten Tage des Jahres im Mai zu gehen und trocken bleiben.

Dann eben nicht.

Ebensogut können wir ja mal wieder einen Eintrag in diese ehrenwerte Publikation setzen und die Reaktionen des Publikums erwarten. Ich habe nämlich Leser. Das merkt man nicht an den Kommentaren hier im Blog, sondern an Emails, Telefonaten und Chatanfragen, warum denn “in deinem Blog oder wie du diese Webseite da nennst” nicht mehr geschrieben wird.

Nun: Ein Blog, das haben weise Berliner damals, 1997, als wir mit dem Bloggen anfingen, festgelegt, zeichnet sich durch regelmä?ige Einträge (Touche), Kommentare (Ha! Da!) und einen Feed (das kam später dazu, gibt es hier aber schon immer) aus. Sorgt ihr also mal für die Kommentare hier im “Blog”, dann schreibe ich auch wieder regelmä?ig(er).

Und damit meine ich Dich.

Was haben wir also in den an Einträgen armen ersten Monaten des Jahres verpasst?

Thailändische Farbenlehre: Manch einer nennt es Politik. Die Roten demonstrieren, die Gelben regieren. Zur Zeit. Manchmal demonstrieren die Gelben auch, dann sind deren Führer aber nicht mehr Gelb sondern “zivil”.

Den Flughafen wird wohl niemand der Demonstrierenden jemals wieder blockieren, die Roten haben es versprochen, denn jetzt bekommen die Leute (sowohl Demonstranten als auch Regierende) die Auswirkungen (Arbeitslosigkeit und leere Hotels) zu spüren.

Dumm gelaufen, aber man musste ja mal zeigen, dass man ernsthaft an der, ehm, demokratischen, ehm, Entwicklung des Vaterlandes interessiert ist.

Thaksin: Thaksin Shinawatra, für die weniger regelmä?ig mitlesenden Nicht-Thais, war einmal Premierminister Thailands. Das ist nichts Besonderes denn wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, dann gab es 2008 4 verschiedene Premierminister in diesem Land (und das nicht gleichzeitig). Dann ist er noch der Präsident vom Golfverband. Und Flüchtling, denn er ist in einigen Verfahren der Angeklagte. Und diese Verfahren sind natürlich total gemein und unrechtmä?ig, weshalb er jetzt nahezu täglich Phone-Ins und Videoansprachen hält.

Bisher hat er in derartigen Reden immer nur gesagt, dass er die “mächtig einflussreiche Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” als “mächtig einflussreiche Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” bezeichnet und angedroht, dass, wenn man nicht fürchterlich lieb zu ihm ist, er dessen Namen, der mit P beginnt öffentlich nennen wird.

Als man ihn ignorierte und auslachte nannte er dann endlich Namen, die allerdings alle mit S begannen. Das sorgte nur kurz für Irritation, weil er dann trotzdem noch von der “mächtig einflussreichen Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” mit dem P am Anfang des Namens sprach. Die Namen mit den S’sen waren nur Warnschüsse und der mit dem P sollte das mal als Warnung ansehen. Kann ihm genau so gehen…

Vergangene Woche dann rückte er endlich zwangs anhaltender Ignoranz mit der Sprache raus und sagte Prem Tinsulanonda, der Vorsitzende des Geheimrats des Königs, wäre die “mächtig einflussreiche Person die … ihr wisst schon”. Das wiederum wussten alle schon lange, mal ganz abgesehen davon, dass der Geheimrat des Königs sich nicht an Putschen beteiligt auch wenn er sich an Putschen beteiligt.

Jetzt droht er damit, seine Staatsbürgerschaft abzulegen (Antwort des Au?enministers: Sag Bescheid wo ich deinen Pass abholen kann).

Ich bin verdammt gespannt wie diese Soap-Opera weiter geht. Irgendwie wird seit seiner Scheidung die Rolle seiner “besseren Hälfte” nicht befriedigend ausgefüllt. Man munkelt aber, die sei nur aus dramaturgischen Gründen in die Dunkelheit entschwunden.

Wir werden ja sehen.

Das Poolhaus: Das Haus in dem wir gerade leben ist ganz nett. Es gibt einen Pool der Abends romantisch beleuchtet wird. Es gibt nette Nachbarn, mit denen man reden und socializen muss. Es regnet nicht rein und der Strom ist im Preis inbegriffen (was sich nicht unbedeutend auf die Klimaanlagen- und Fernsehnutzung auswirkt) und relativ stabil.

Es hat kein Internet. Damn it. Beim Einzug sagte der Hausbesitzer “have Wifi”. Wifi hat es. Dummerweise nur ist das Netzwerk falsch konfiguriert und er hat keine Ahnung. Ahnung hat “the engineer” der (wie ich inzwischen herausgefunden zu haben glaube) weiblich und seine Geliebte ist. Die verlegen andere Kabel.

Neuerdings sagt mein Wifi beim Einschalten immer, dass meine IP schon vergeben ist.

Jedenfalls befinde ich mich wieder auf moderater Haussuche — nur nichts überstürzen. Internet muss da sein (wird diesmal vorher eruiert). Genügend Auslauf, Liegefläche und Strassenferne wird hundeseits benötigt. Und es sollte in einer Thaiumgebung liegen. Ich bin etwas müde von den deutschen Touristen der vergangenen Wochen. Dazu später mal was ;)

Irgendwie lerne ich bei der Häusersuche nicht wirklich. Das erste Haus war nett, aber zu weit draussen und ideales Angriffsziel für Leute, die mir halfen, Sachen zu verlieren. Das zweite Haus war nett, es gab aber nur Sexdauertouristen als Nachbarn, die dann, wenn sie ihre Frauen in den Wind geschossen haben, Besuch von deren Verwandten bekamen und lautstart die Nacht ruinierten — durchaus auch mal unter der Verwendung von Schusswaffen und Fensterscheiben.

Das dritte Haus war gut. Nur hat man dort gemeint, der Farang kann den Strom der gesamten Nachbarschaft mitbezahlen und ständig irgendwie die Miete erhöht. Das vierte Haus war perfect. Im Dschungel. Mit Garten und Internet. Nur war Strom dort Mangelware, besonders dann, wenn man ihn brauchte. Das fünfte Haus war auch sehr nett, hatte Internet und Strom. Auszuggründe werden in meinen Memoiren mal offenbart. Und das jetzt wird auch nicht das letzte Haus sein. Naja…

Die Kunst: Mir ist nicht so ganz klar, was mit Samui? Samui! passieren soll. Man muss sich ja entwickeln. Marketingmix. Monetizing. $NochEinSchlagwort$. Alles kann man ja auch nicht schreiben und ueber die Jahre schiesse ich nicht mehr so schnell. Da bleiben dann ganz tolle Einträge liegen bis sie nicht mehr aktuell sind und andere liegen auf der “Lass mal erst das neue Design fertig machen”-Halde. Am neuen Design arbeite ich seit Mai vergangenen Jahres.

Tja.

Wie auch immer.

Themen hätte ich viele.

Ich habe wieder einmal begonnen, Thai zu lernen. Also nicht das Reden und Verstehen, was viele Farangs hier stolz mit den Bardamen praktizieren sondern das mit Schreiben, Lesen und grundsätzlichen Verstehen.

Da gibt es so viele schöne kleine Details in dieser Sprache: man nehme nur mal bspw. narak. Das heisst “adorable” (en) oder “süss” (de). Eigentlich heisst es liebenswert. Denn das NA am Anfang des Wortes ist eine Erweiterung, die man an alle Verben setzen kann, um sie mit -able (en) oder -wert (de) zu erweitern. Ich habe das eines schönen Tages plötzlich kapiert (es fällt auf, wenn man ein paar gleich aufgebaute Worte findet und verwende es seither experimentell. Nagin fuer “essbar”. Das Wort scheint es nicht zu geben, wird aber trotzdem wegen des Systems verstanden.

Beim Lesen und Schreiben ist es schon komplizierter. Ich kann Thaiworte aus den Zeitungen in Silben trennen (es gibt keine Leer- oder Satzzeichen im Thai) und erkenne die meisten A-Vokale.

Ich sollte ein Buch über Thai schreiben.

Egal.

Seit gestern habe ich eine Videokamera (ich soll Camcorder dazu sagen, wurde mir mitgeteilt). Der erste Film ist nicht publikumsfrei, aber ich werde die Hunde mal verfilmen. Das nur am Rande ;)

Das Privatleben ist auch eine Soapopera. Um das hier alles niederzuschreiben müssten die Teilnehmer aber erst einmal vollumfänglich informiert werden.

Ich sollte ein Buch über mein Leben schreiben.

Es regnet.

?brigens sagen mir neuerdings immer mehr Leute, ich wäre ausgewandert. Interessant. So habe ich das nie gesehen. Nach 4.25 Jahren im Land des gezwungenen Lächelns kann ich das aber nicht mehr ganz von der Hand weisen.

Ein bisschen leid tut mir ja, dass ich damals noch keine Videokamera hatte. Man haette da so eine schöne Dokumentarreihe draus machen koennen. Mit Vorbereitung, “Zweifel”, schnell noch die CDs als MP3 aufs Notebook laden, dann hin, Hitze, Geckos, Einbrüche, Morde, Aufstieg, Fall und dann so ein Open End Ende… Cliffhanger. Wie geht es weiter?

Ich sollte ein Buch über Aussteiger und -wanderer schreiben.

Das Hauptproblem bei Allem ist ja, dass Samui? Samui themenmä?ig auf Samui festgelegt ist. Mein Leben in Chiang Mai unter einem Samui-Titel wäre sicherlich erklärenswürdig. Auf der anderen Seite ist eines der vielen Features das man mit meinen Diensten einkaufen kann der komplette Umzug von Inhalten einer Domain zu einer anderen mit Wiederherstellung (oder Verbesserung) des bisherigen Rankings in den Suchmaschinen.

Egal. Spekulation.

Es regnet immer noch.

Werter Leser, danke dass Sie bis hier gelesen haben. Ich will ja Ende des Jahres einen Kalender fuer 2010 (oder 2553 wie wir Thais das Jahr gerne nennen wollen) mit Bildern aus Samui heraus geben. Interesse? Ich glaube, mit einer gewissen Anzahl an Vorbestellungen wäre die Motivation viel höher, die Produktion voranzutreiben. Ich rede hier von einem Kalender zum an die Wand Nageln.

Hier noch ein Bild das mich, allerdings vor ein paar Tagen, zeigt. Heute seh ich schon wieder ganz anders aus. Ein alter Bart.

Peter Alexanders Tochter auf Samuis Stra?en verstorben

Peter Alexanders Tochter Susanne Neumayer-Haindinger ist am Wochenende bei einem Unfall ums Leben gekommen . Ihr Mann kam in einer Kurve hinter Nathon in einer Kurve von der Stra?e ab und sie überschlugen sich.

Unfälle sind auf den vorzüglich ausgestatteten Stra?en Samuis kein seltener Fall, berichtet wird nur wenig darüber.

Und was lernen wir aus dieser Geschichte? Schlagersänger hei?t “crooner” auf Englisch (und Anschnallen kann auch auf Urlaubsinseln lebensrettend sein).

Deutscher zündet Telefonbuden und Geldautomaten an

Ein 64jähriger ehemaliger deutscher Militär-Ingenieur wurde in Bangkok festgenommen , weil er 11 Telephon-Häuschen in Brand gesetzt, da er seine Freunde in Deutschland nicht erreichen konnte. Dann hat er noch ein paar Geldautomaten angezündet, weil er kein Geld mehr hatte und einige Buswartehäuschen und Werbeplakate, weil die dort lebenden Obdachlosen ihn nicht übernachten lie?en.

Für so ein Verhalten dürfe es medizinische Fachbegriffe geben. Jetzt darf er erst einmal in feuerfesten überfüllten Zellen übernachten.

Die gute Nachricht:

Mr Becker was not involved with any foreign terrorist network.

Seine ganz persönliche Thailand-Geschichte ist in zwei Sätzen erzählt:

Mr Becker, 64, said he entered Thailand on Oct 5 last year. He met a Thai woman in Pattaya and she left him financially destitute.

Die Frau hat er noch nicht angezündet…

The Star 5

“Deutschland sucht den Super Star” hei?t in Thailand “The Star” und ist ungefähr genau so uninszeniert wie die ganzen Originalkopien des Konzepts.

Auch in Thailand gibt es drei Juroren, zwei Männer und, ehm, eine Frau. Einer der Männer ist dabei der Böse und die Frau ist (thailandtypisch) ein Mann, was man spätestens merkt, wenn sie den Mund auf macht.

Dann gibt es je vier vorausgewählte Jungs und Mädchen.

Zu dumm nur, dass in der aktuell begonnenen fünften Staffel alle vier Jungs zwar die jeweiligen Zielgruppen bedienen (ein Rasta, ein Chinese, ein Schönling und ein Rocker), aber nicht singen können (als Maßstab verwendet der Autor hier die Abweichung von mindestens einem Viertelton vom angesteuerten Wunschton). Bei den Girls gibt es drei Langhaare und einen Tomboy, dessen Name in meinem vergangenes Wochenende versiegelten “ich habe es vorher schon gewusst”-Briefumschlag steht.

Zwei der Mädels sehen zwar gut genug aus, um später einmal eine Karriere in einer Soapopera oder gar im Newsroom von Nation TV zu machen, können aber ebenfalls nicht singen.

Und die dritte, nun, die hat man vergangenes Wochenende mit ein bisschen “Hey, ihr müsst in zwei Stunden vor der Presse singen und klingt echt Scheisse” so zum Heulen gebracht, dass kein Produzent dieser Welt die drei Newcomer-Alben mit ihr produzieren würde.

Ich wei? schon, womit ich meine nächsten Wochenenden verbringen werde…