Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Waffenstillstand

Die Separatisten in den drei südlichen Provinzen haben heute (medienwirksam) einen Waffenstillstand verkündet .

Der Sprecher der Separatisten soll ein Widerstandskämpfer namens Mali Peng Khann sein, der von 1984 bis 1987 aktiv war und im aktuellen Konflikt keine gro?e Rolle spielte. Er hat wohl schon mehrfach vergeblich versucht, zwischen den Fronten zu vermitteln.

Der Armeechef General Anupong Paochinda erklärte, dass man auch weiterhin nicht mit den Separatisten verhandeln will. Wenigstens wurde diesmal das Wort Terrorist nicht verwendet.

Das soll also nun das Ende von täglichen Berichten über geköpfte Buddhisten, verbrannte Farmer und erschossene Lehrer sein. Wir werden ja sehen.

Am Strand

Heute begann ich den Tag einmal mit einem Freund aus Bangkok und einem neuen Freund aus Malaysia am Strand von Maenam. Und mir fiel auf, dass ich da noch nie war. Einmal unter irgendeiner Palme beim Picknick, aber das gilt ja nicht ;)

Der Strand ist ganz nett. Und die Freunde noch netter.

So kann ein Tag gerne häufiger beginnen.

Gleichaltriger Nachbar

Die Schlagzeile der Samuianischen Bildzeitung heute lautet:

Beckham’s house on Koh Samui completed

Bebildert ist das Ganze mit einem Photo auf dem er sich die Haare rauft… Ich weiss gar nicht warum ;) Er hat für 400 Millionen Baht (was ungefähr 8 Millionen Euro sind) eine Prachtvilla auf einem Grundstück in Ban Thai, gleich hier um die Ecke, erbauen lassen. Mit Privatstrand (was rein technisch eine Unmöglichkeit ist, denn jeder Strand in Thailand gehört seiner Majestät König Bhumibol und der hat die Strände seinen Untertanen vermacht). Sein Nachbar ist Sven Göran Eriksson, der Ex-Trainer von Thaksins Spielzeugmannschaft Manchester City.

Ich habe dem nichts hinzu zu fügen. Au?er vielleicht einem leichten Lächeln…

Kurzschnitt

Wir haben es (mal wieder) getan. Oder tun lassen. Vom Dog Hair Shop, der nun Grooming heisst. Wie langweilig.

Jedenfalls gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tick- und Bugattentate, die beiden Filzläuse zerschleckten sich das Fell gegenseitig zu Knoten und es war auch nicht unbedingt kühl hier auf der Insel.

Bereut haben wir es nicht. Zum einen haben wir nun klare Geschlechtsverhältnisse farblich durch Halstücher gekennzeichnet und niemand wird Pokki jemals wieder für ein Mädchen halten und zum Anderen sind die beiden so hyperaktiv wie lange nicht mehr. Den ganzen Morgen schon kommt Pokki mit Tennisball bewaffnet und lässt sich so schnell nicht weg schicken und selbst Soosie, die normalerweise gelangweilt auf der Veranda liegt und dem Verkehr auf der Ringroad zu schaut rennt hinter Pokki hinterher.

Und zwei Monate keine Hundehaare zusammen kehren ist auch ganz nett…

Paparazzi

Eines Tages erschienen am Empfangstresen eines samuianischen 5-Sterne-Ressorts zwei nette Herren und mieteten eine der überteuerten aber romantischen Villen. Sie erwähnten, dass sie einen Freund überraschen wollten, der wohl in den nächsten Tagen eintreffen wolle. Die folgenden Tage und Nächste verbrachten sie in nicht unangenehmer Begleitung am villeneigenen Pool. Das Ressort ist berühmt für seinen Service und seine Diskretion.

Nach ein paar Tagen traf im Ressort ein spanischer nicht sehr unbekannter Superstar in weiblicher Begleitung ein und wurde vom Personal in althergebrachter Art und Weise freundlichst begrüsst. Das Ressort ist berühmt für seinen Service und seine Diskretion.

Ein paar Tage später fand man den spanischen nicht sehr unbekannten Superstar in weiblicher Begleitung im Meer in einigen interessanten Posen und die beiden netten Herren am angrenzenden Strand mit Teleobjektiven an deren Enden Kameras erregt klickend angebracht waren. Eilig herbeigebrachte Handtücher verbargen das Gröbste, die beiden Herren wurden mitsamt Gepäck an den Empfangstresen beordert, der gleichsam als Verabschiedungstresen diente.

Sie erbaten die teuerste Immobilie des samuianischen 5-Sterne-Ressorts zu mieten, was das Management beruhigte und ihnen einige entspannte Tage in einer mit vierstelligen Dollarbeträgen per Nacht zu bezahlenden kleinen Idylle einbrachte. Weiterhin wurde um Diskretion gegenüber dem spanischen nicht sehr unbekannten Superstar gebeten (beiderseits), er müsse ja nicht unbedingt wissen, dass die beiden Herren die Tage weiterhin in nicht noch unangenehmerer Begleitung im gleichen Ressort hinter höheren Mauern an grö?eren Pools verbachten und die Batterien ihrer Kameras aufluden.

Irgendwann dann verliess der nicht unbekannte spanische Superstar in weiblicher Begleitung das Ressort. Am Abschiedstresen wurde er von seinen beiden Freunden übberrascht. Wieder. Welche Freude.

Spanische Blätter fragwürdigen Interesses flie?en derzeit über von Bildern aus Samui.

Das samuianische 5-Sterne-Ressort ist weiterhin bekannt für seinen Service und seine Diskretion.

Is finish!

“Is finish! Is finish!” rief mir heute der Tankstellen-Thai entgegen, als ich mit meinem durstigen Moped in die Auffüllstation um die Ecke einbog. Irgendwie haben die immer kein Benzin, wenn ich vorbei komme. Andererseits: Angeblich ist ja das Benzin so teuer, dass die Leute weniger fahren und tanken. Warum also werden die Tanks an der Tanke leer frage ich mich…

Ich hab da ja so meine Vorurteile. Empfehlen kann man die Tankstelle in Ban Thai niemandem. Die Befüller runden gerne mal wohlwollend auf, wenn es ums Wechselgeld geht und das Benzin ist grundsätzlich drei Baht teurer als an allen anderen Tankstellen.

Neuerdings gibts da zwei Betankerinnen, die wohl noch nicht gehört haben, dass Farangs in bestimmten Umständen Thai verstehen können und Scherze sehr weit unter der Gürtellinie betreiben…

Wie auch immer. Ban Thai, mai dtööm (nicht tanken).

Is finish finde ich trotzdem jedes Mal wieder süß…

Erwachsen werden

Wer nun hoffte, hier einen tiefen einsichtigen Eintrag zu meiner Adoleszenz zu lesen, der sei versichert: Wenn die Hölle zufriert. Beides, Adoleszenz und Eintrag.

Es geht um meine beiden kleinen süssen struppigen stinkenden Lebensgefährten Pokki und Soosie. Die beiden müssen am Tag nur noch zweimal vor die Tür. Das mag seltsam klingen, aber bis vor unseren Urlaub wollten sie wenn möglich aller zwei drei Stunden vors Haus und hatten immer irgendwelche wichtigen Geschäfte zu verrichten.

Nun also nur noch zweimal und wenn ich ausserhalb der regulären Zeiten auffordernd “los” rufe, ernte ich skeptisch bedauernde Blicke.

Pokki erledigt seine Geschäfte immer schnell und konzentriert (nicht dass er begriffen hätte, dass Pinkeln oben auf einem Abhang befeuchtende Effekte auf das Fell hat, diesbezüglich habe ich aufgegeben), holt dann einen Tennisball, rennt ihm pflichtbewusst dreimal hinterher und bringt ihn dann zurück auf die Veranda, wo er sich schnaufend nieder lässt und gespannt dem weiteren Treiben zu sieht.

Soosie hingegen läuft herum wie eh und jeh, schnüffelt, setzt an, entscheidet sich um, läuft weiter, schnüffelt, setzt wieder an und entscheidet sich wieder um. Das Ganze geht so lange, bis ich “up” sage um sie wieder auf die Veranda zu bringen. Dann beschleunigt sie ihre Suche nach dem perfekten Platz und ist nach weiteren Minuten halber Ansätze dann endlich fertig. Frauen.

Also nur noch zweimal am Tage. Ich entsinne mich noch recht unwehmütig an die Zeiten als man aller zwei Stunden selbst Nachts von bedürftigen Hunden geweckt wurde. Pokki vor und Soosie nach dem Häufchen.

Ausreiseverbot

Thaksin Shinawatra, seines Zeichens amtierender Präsident des Thailändischen Profigolferverbands, darf Thailand in den nächsten Wochen nicht verlassen . Dabei wollte er doch nur nach China, England, China (ja, zweimal) und Japan reisen.

In turning down Thaksin’s application to travel abroad, the nine-judge Criminal Tribunal for Political Office Holders reminded him about the close proximity between his trial date and his planned trip.

Im angesprochenen Gerichtsverfahren geht es um den Landkauf seiner Frau Pojaman, die 30 Rai Land aus dem Staatsbesitz gekauft hat. Thaksin war zu der Zeit Premierminister unseres kleinen aber stolzen Landes und steht nun im Verdacht, auf die Vergabe des Landes begünstigend eingewirkt zu haben.

Alles wird teurer

Für eine Moped-Tankfüllung zahlt man heutzutage gute 120 Baht. Als ich auf die Insel kam (vor etwas mehr als 1250 Tagen) waren es nur 75 Baht. Die Fährpreise werden ab Morgen erhöht (sorry, ich wusste das schon länger, fand es aber weniger interessant… im Nachhinein hätte man ja ein paar Hamsterkäufe machen können, weil die Tickets auch weiterhin gültig sein werden…) und man rechnet mit zweistelligen Inflationsraten Ende des Jahres in Thailand.

Warum?

Wegen der Touristen. Die bleiben nämlich aus. Dass das alles nur an der derzeitigen politischen Situation und der 100%igen Wahrscheinlichkeit eines Putsches in den nächsten Wochen und Monaten liegt, erwähnen wir mal nicht.

Vor allem die Amerikaner sind ja immer recht schnell verängstigt, weshalb man gleich mal ein paar Flüge zwischen New York und Bangkok beschneidet — aber das sind ja auch die Typen, die zum Fussball-EM-Spiel zwischen Deutschland und der Türkei Reisewarnungen aufgestellt haben… Kein Verlust in meinen Augen.

Schade trotzdem, auf der Insel wird alles ein bisschen teurer.

Es ist vollbracht (Teil 1)

Es ist vollbracht. 12.000 Photos vom Urlaub sind gesichtet und 270 Photos liegen in einem Ordner und warten darauf, vertaggt, beschriftet und hochgeladen zu werden… Ich denke mal, dass gut 50 Photos noch weg fallen werden. Mal sehen….

Inzwischen überlege ich, wie wir den ganzen Kram schriftstellerisch vollendet einbinden können ;) Ich dachte da so an einen Reisebericht eher taggender als chronologischer Art. Mal sehen….

Jedenfalls werde ich mein Versprechen, den Reisebericht vor der nächsten Reise fertig zu haben, wohl einhalten können.