Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Mit Thaksin zur Registrierung

Wahlkampf Thaistyle: Surapong Towichakchaikul, ein Kandidat für die People’s Power Partei (PPP), kam zur Registrierung als Kandidat für Chiang Mai gestern mit Thaksinmaske .

PPP besteht derzeit zu 50% aus ehemaligen Mitgliedern von Thaksins inzwischen verbotener Partei Thai Rak Thai (TRT). Weil man ein gleiches Parteiprogramm hätte. Sagen sie. Wenn man dann hört, dass Thaksin mal eben aus London anruft, um einen parteiinternen Streit um die Kandidatenverteilung zwischen PPP-Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern von TRT zu beenden (das Wort schlichten kam dabei nicht vor), dann ist das eigentlich klar.

Sonthi, der nette Mann in Armeeuniform, der absolut keine Pläne hat, Premierminister der nächsten Regierung zu werden, hat sich übrigens geweigert, einen weiteren Putsch auszuschlie?en, wenn die PPP die Wahlen gewinnen sollte.

Verheerende Schäden

crisis may end if no more rain: governor

heavy downpours continued to wreak havoc on this otherwise tropical paradise

Muahahahhahahhahahhahahahahahahah.

Ich kenne ja Leute, die seit zwei Tagen mit dem Taxi auf Arbeit fahren, weil es regnet und die Mopeds an jeder zweiten Kurve im Wasser versinken. Ansonsten ist an dieser Regenzeit nichts viel anders als in den vergangenen zwei Jahren. Vor genau zwei Jahren war es schlimmer als heute, und damals wurde kein Katastrophenzustand ausgerufen.

Ich gehe mal davon aus, dass der wahre Grund für den Ausnahmezustand die Tatsache war, dass die lokalen Golfplätze überflutet wurden. Was sollen Touristen (und Staatsangestellte) schon anderes tun, als kleine Plastikbälle durch die Gegend zu schlagen…

Suratthanis Gouvernour Winai Buapradit ist übrigens ein verdammt cleverer Mann: Wenn es aufhört zu regnen, werden die ?berflutungen auch zurück gehen. Sagt er. Das kann ich nur bestätigen. Und wenn die ganze Insel nicht zubetoniert wäre und die Kanalisation mal vor der Regenzeit gereinigt werden würde, dann würde das Wasser nicht den Weg des geringsten Widerstands (die Oberfläche) gehen.

Friedlicher Verstand

Ich hatte es bereits erwähnt, Sondhi — seines Zeichens Ex-bester Freund von Thaksin Shinawatra — geht ins Kloster. Gestern (also rein technisch heute) nun war Ordination . Gegener demonstrierten, um die 100 Polizisten schützten die Szenerie, nun ist er ein buddhistischer Mönch. Man lese den Nachsatz.

He has been given the ordination name of ??Santa Jitto?, which means ??He, whose mind is at peace.?

Soso. Das mag ich fast nicht glauben.

Nachsatz: Im Buddhismus kann man “schnell mal eben” ordinieren und damit ein buddhistischer Mönch werden. Ich werde das bei Gelegenheit mal ausführlicher darstellen. Es ist auf jedem Fall einfacher ein “Geistlicher” zu werden als im Christentum. Man muss Regeln befolgen, klar, aber am Ende ist es nicht viel mehr als das Rasieren der Haare und Einhalten von Regeln. Man möge das bitte im Auge behalten, wenn man über “friedliche Proteste buddhistischer Mönche in Myanmar” berichtet.

Pink is the new yellow

Gestern wurde König Bhumibol nach längerer Krankheit aus dem Krankenhaus entlassen. Rein technisch gesehen wurde eine seiner Gehirnhälften nur mangelhaft mit Blut versorgt, so dass er einseitig gelähmt war und einige Organe wohl am Rande des Zusammenbruchs standen. So ist das nun mal mit 79 Jahren. Die Nation fieberte natürlich mit und mit seiner Entlassung gestern wurde ein glücklicher Schlusspunkt gesetzt.

Ein Zeichen für die Thais, dass Halbgötter nicht unsterblich sind, wurde allemal gesetzt.

Bei seiner Entlassung trug er Pink . Ich meinte im Office vorhin “Ojeh, pink” und bekam vom einzigen deutschsprechenden Thai als Antwort “Wieso, ist doch in derzeit” zu hören.

Die einschlägigen Gelbe-Hemden-Händler der Insel fangen schon an, auf Pink umzustellen.

Katastrophengebiet

Samui wurde heute zum Katastrophengebiet ausgerufen. Es regenete gut zwei Tage lang und die Stra?en sind überflutet. Auf dem Weg zum nächtlichen Bierkauf (1km zum 7eleven) gibt es drei ?berschwemmungsstellen und die Stra?e hat jeden Tag mehr Schlaglöcher und Risse.

Der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt (eben gerade kam noch ein Flieger rein, die meisten Flüge für heute wurden aber abgesagt und die Fluggäste nach Surat Thani geschickt). Die Fähren fahren noch, aber nur mit halber Kapazität.

Mein Klong vorm Haus ist so voll wie nie zuvor. Die Hunde schnüffeln nur kurz an der Treppe und entscheiden sich dann, nicht Gassi zu gehen. Mal sehen, wie lange das hält.

Die Bangkok Post schreibt :

Surat Thani provincial office sent 170 soldiers to the island to assist locals and tourists.

Ja klar, sag ich mal. Wenn das Wasser in Chaweng einen halben Meter hoch steht, kommt das Militär immer gleich, um die armen Touristen zu retten. Dass da was von Locals steht ist eher eine Beschönigung. Alles was nicht in Chaweng- und Lamai-Nähe liegt ist seit Wochen überschwemmt und niemand kommt. Wie vor <txp:permlink id=“544”>zwei Jahren <txp:permlink id=“540”>schon.

Neulich im Solo-Club I

Szene:

Solo-Club. Dancefloor hinten links. Flackernde Lichter, 160bpm mit ?bergängen aus Leftfield- und Faithless-Zitaten zwischen Default-Technoklängen. 4 Uhr morgens. Pat steht an einem Stehtisch, eine Flasche Bier in der Hand und beobachtet den Praktikanten, der eine eigenwillige Interpretation von Travoltas Luftpiecker hinlegt und sich einer aufdringlichen jungen Dame aus dem Isaan eher halbherzig zu erwehren versucht. Ein magerer junger relativ sehr unhübscher Mann südostasiatischer Herkunft mit einem Schnauzbart der wie eine beginnende Glatze aussieht tritt heran…

Sak: Hello, how are yuu?

Pat: Heh?

Sak: Hello, how are yuuuuuu?

Pat: I am fine, how about you?

Sak: Me fine too. My name is *ak

Pat: Heh? Fuck?

Sak: Haha, no, *ak!

Pat: Ehm, Phukk?

Sak: Noooo. Haha. Sak, look (entblö?t seinen Unterarm und zeigt ein Tattoo das in Frakturbuchstaben seinen Namen — “SAK” — enthüllt — das nenne ich mal Kundenservice).

Ich: Aaaah. Sak. I see.

Sak: Yes. I have big dick!

Ich: (klopfe ihm gönnerhaft auf die Schulter) Good for you my friend, good for you!

Ausklang:

Sak bemerkte mein relatives Desinteresse an an seiner Penisgrö?e und zog weiter. Er kam noch einige Male vorbei, jedes Mal etwas mehr alkoholisiert und zeigte mir verschwörerisch mit zwei Zeigefingern auf dem Holztisch die vermeintliche Gro?artigkeit (das variierte irgendwie, wenn er meinen Crotch-Blick bemerkte, verringerte sich der Abstand zwischen den Zeigefingern geringfügig). Für Thaiverhältnisse war das sicherlich über dem Durchschnitt. Ich blieb freundlich, schaffte es die ganze Zeit nicht in schallendes Lachen auszubrechen (das ist ganz schön kompliziert, wenn innen drin alles schwabbelt weil man fast platzt vor Lachen) und machte keine Zeigefingerzeichen um seinen Morgen nicht zu verderben. Er versuchte dann noch sowas wie eine Fingermassage und verschiedene andere Tricks, mit denen man willige Männer um 4 Uhr Morgens vermutlich zu weiteren Transaktionen animieren kann und gab nicht auf, bis ich den Solo-Club im Morgengrauen verlie?.

Neulich im Solo-Club

Ich habe festgestellt, dass ich es wohl nie schaffen werde, meine neuerlich wieder (nur wegen des Praktikanten) aufgeflammten Besuche in der Solo-Bar, die jetzt Solo-Club hei?t, zu beschreiben. Ich selbst muss ja eigentlich nicht mehr Nachts ausgehen und schon gar nicht in den Solo-Club.

Die Solo-Bar ist die Resterampe Chawengs (seines Zeichens Bestandteil von Soddom und Gonnorhoe, formerly known as Lamai und Chaweng). Jeder, ehm, Single beiderlei Geschlechts geht da nach um zwei Nachts hin, wenn alle anderen Clubs und Bars schlie?en müssen. Der Solo-Club schlie?t zum Sonnenaufgang und unterhält seine Gäste bei bebenden Beats und flickernden Lichtern.

Resterampe schrieb ich schon, oder?

Ich werde also hin und wieder von interessanten Unterhaltungen und Begegnungen aus der Solo-Bar berichten. Ich meine, aus dem Solo-Club berichten…

Regenbogen

Ok. Jetzt mal bitte viel Phantasie: Da war ein Regenbogen genau in der Mitte des Bildes. Zwischen den Palmen und Bäumen. Ein Viertelkreis-Regenbogen. Direkt auf der Wolke. Hier sieht man es bestimmt und wenn man es hier nicht sieht, dann weiss ich auch nicht mehr… Doofe Kamera :(

Wasserfall

Es lebe die Regenzeit. Die sonst eher trägen Wasserfälle der Insel sind tatsächlich mal reißend. Am Sonntag hatten wir ein Picknick am Wasserfall…

Gratis-Werbung

Neulich unterhielt ich mich mit ein paar Freunden von Bangkok Airways (jaja, die Boutique-Airline) und Thai Air Asia über den neuen A380. Der allgemeine Tenor war in etwa “die Singapore Airlines bekommt hier jede Menge kostenloser Publicity, weil sie den ersten Riesen-Airbus bekommen haben” und marketingtechnisch wäre das schon eine kleinere Katastrophe. Für die anderen Airlines.

Den Singaponesen war diese Gratis-Werbung wohl nicht genug, denn nachdem auf die wochenlangen Bildchen und Berichte aus dem Inneren des Airbusses niemand reagierte (in den einschlägigen Mailinglisten liefen schon vor über einem Monat die Bilder von den Doppel-Bett-Suiten im Jumbo auf) musste man anscheinend noch einen drauf geben, denn seit gut einer Woche heisst es nun: Sex is out on the Airbus 380’s double beds .

Und schon berichten alle darüber. Und darüber, dass die Airline Singapore Airline ist. Die mit dem ersten Airbus 380.

Und wenn man den Knopf im Türknauf reindrückt kann man durchaus anderes als nur zu essen in den Betten des Fliegers tun. Das nur am Rande.

Poli(mathema)tik

Thai Rak Thai + Thaksin = Populist Policy

Thai Rak Thai = Populist Policy — Thaksin

Populist Policy — Thaksin = PPP

Therefore:

PPP = Thai Rak Thai

Hat Veena Thoopkrajae von The Nation Online geschrieben. Muss man nur verstehen wenn man es versteht. Ich habe aber lange nicht mehr so herzhaft geschmunzelt wie eben.

Sondhi geht ins Kloster

Sondhi — Leute die vor zwei Jahren diese Seiten schon mal aus der Ferne betrachtet haben werden sich erinnern, dass das der “Medienmogul” ist, der am lautesten auf den Demonstrationen gegen Thaksin, damals seines Zeichens Premierminister von Thailand und Ex-bester Freund von Sondhi, parliert hat — Limthongkul wird in der kommenden Woche ins Kloster gehen .

Bleiben will er für einen Monat. Interessanterweise kommt er dann genau zum Endspurt des Wahlkampfes wieder raus. Ein Schelm wer da Hintergedanken bekommt. ?berhaupt finde ich seltsam, dass Sondhi nicht im Gefängnis sitzt, denn im Sommer wurde er zu 2 Jahren wegen Beleidigung gegen einen der Ex-Minister im Thaksinkabinett verurteilt. Aber sowas ist ja relativ hier in Thailand…

Bahnstreik

Die Bahn streikt. Die in Thailand . Grund: Sie soll privatisiert werden. Tausende sitzen fest und die Züge stehen in den Bahnhöfen still. Das dürfte ein bisschen unangenehmer als in Deutschland sein, denn es ist nass und heiss oder kalt (je nach Tageszeit) und die Züge kann man nicht unbedingt kuschelig nennen.

Noch da

Es gibt mich noch. Interessanterweise ist jede Regenzeit irgendwie durch Themenlosigkeit oder -monotonität gezeichnet. Es regnet. Stockflecken überall. Wei?er Schimmel an den Möbeln. Stinkende Hunde die bei jedem Gassigehen muffiger aber zufriedener werden. Wäsche, die nicht trocknet und drei Tage lang im Wohnzimmer hängt. Die Klimaanlage missbraucht um das Schlafzimmer anzuwärmen. Stromausfälle kündigen neue Regenfälle 5 Minuten vorher an. Notebooknetzteil ist immer noch kaputt. Man wartet auf die Hochsaison, nicht nur wegen der vielen Ladyboys in den einschlägigen Bars und Clubs.

Na endlich!

Das Haus hat seinen Namen “Haus am Klong” nun endlich auch offiziell verdient. Nach den Regenfällen der vergangenen Tage (von ca. 6 Uhr Morgens bis 13 Uhr Mittags) führt der Graben, ich meine, der Klong vor dem Haus Wasser. Viel Wasser. Je nach Wetterlage ist er voll oder flach aber immerhin ein steter Strom. Nachdem die Fluten auch die ganzen Palmenblätter die von den Gärtnern im Flussbett abgelegt worden sind hinweg gespült haben ist sogar sowas wie ein kleiner Wasserfall entstanden.

Die Thais der Gegend erfreuen sich am Bangkok-Flair.

Kleiner Nachteil des Hauses: Wie meine beiden regelmä?igen Leser sich erinnern werden — ich zog um weil im alten Haus das Energielevel so flach war. Hier im neuen Haus ist der Strom stabil und stark. Wenn er denn da ist. Wir haben Energieausfälle mit jedem Regenguss. Interessanterweise hat der Begriff Regenzeit seinen Namen nicht wegen der gro?en Trockenheit verdient.

Sehr nervig.

Mein Notebook-Stromkabel hat es bei einem Gewitter heute morgen auch au?er Gefecht gesetzt. Wie gut, dass es immer irgendwelche Farangs in der Nähe gibt, die verschiedene Kabel in Kisten rumliegen haben.

Die Belgier

Jaja die Belgier!

Vergangenen Donnerstag wurden auf der Insel (Samui? Ja, Samui!) vier Belgier festgenommen , die zur meistgesuchtesten Bande Belgiens gehörten. Sie wurden (natürlich) vor den Kameras aller Kanäle vorgeführt und waren Tagesgespräch in den einschlägigen Ladybars.

Als Samui das letzte Mal im Fernsehen war, ging es um unseren kleinen Grundstücks-Skandal. Man tut was man kann…