Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Staatsreligion

Hab ich schon erzählt, dass es Leute gibt, die den Buddhismus in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankern wollen ? Nein? Gut. Also es gibt da Leute, die den Buddhismus in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankern wollen.

Das ist schon seltsam. Das erste, was “man” über den Buddhismus lernt ist, dass es keine Religion sondern eine Weltanschauung ist.

Womit sich das Thema schon erledigt hätte.

Amen, um mal mit anderen Weltreligionen zu sprechen (jenen, die keine Weltanschauung sondern Dogma sind).

Friseurgeschichten

Gestern war ich beim Friseur. Die Hunde auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Ich habe einen Stamm-Haar-Shop hier um die Ecke, geführt von einer etwas älteren (aber nicht zu alten) Thai, die ein wenig Englisch spricht. Dann gibt es noch wechselnde junge meist recht ansehnliche Friseusinnen, welche die Kleinarbeit (föhnen, waschen, maniküren, massieren usw.) machen.

Normalerweise geh ich da rein, die Chefin sieht mich schon von Weitem, fängt mich ab, packt mich in einen Stuhl, fragt was ich will (“short” sag ich immer, ende aber meistens mit einem braven Jungenschnitt der nach europäischem Verständnis mittellang ist) und schnippelt los.

Diesmal betrat ich frohen Mutes den Shop und die Chefin war nicht da. Dafür drei kleine Friseusinnen, die sich mit sich selbst (also ihren Haaren) beschäftigten. Bei meinem Anblick wurden ihre Augen größ (im Sinne von Schrecken). Ich hab ja schon mal gehört, dass Thai-Friseusen Angst vor Farangs haben, weil die sich immer beschweren und von ihren Fransenschnitten nicht so begeistert sind, habe es am eigenen Leib noch nie erlebt.

Nun also ich. Mein wohlartikuliert hervorgestossenes “Sawadee Krap” half nicht viel. Ich sagte “yaak tat phom” (Ich will einen Haarschnitt), sie reagierten aber nicht. Ich stand im Shop wie ein Geist und sie berieten mich verbal ignorierend aber ständig betrachtend (“kann es uns hören? oh, jetzt hat es sich bewegt.”), was zu tun sei. Nach einer kleinen Weile griff sich dann eine der Friseusen-Thais ein Herz und ein Mobile und rief jemanden an. Die Chefin.

5 Minuten später war alles wie immer. Die Chefin kam, wir trieben ein wenig Gossip, sie packte mich in einen Stuhl, fragte mich, was ich will (“short” sagte ich, sie frug “short?”, ich sagte “short”, sie sagte “but is short”, ich sagte “make it half of it”, sie sagte “that really short”, ich sagte “I know”) und fing an zu schnippeln. Es fielen Haare und am Ende sagte sie “now really short” und die Friseusinnen im Hintergrund murmelten was von “handsome man” und nahmen Handyphotos (was ich natürlich nicht bemerkte).

Ich gehe gerne zum Friseur.

Friseurgeschichten

Gestern waren die Hunde beim Friseur. Ich auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Samui ist von der Trockenzeit heimgesucht. Hitze, wenig Wind und jede Menge Sonne. Die letzte Woche verbrachten die Hunde größtenteils unter der Couch hechelnd und relativ unbewegt. Wenn sie sich mal bewegten, dann nur um rauszulaufen und den nächst besten Distelbusch zu besuchen. Man muss sich das ungefähr wie Weizen oder Roggen vorstellen, nur anstelle der Körner kleine Disteln. Die verfangen sich dann im Fell, werden versucht durch Beißen zum Abfallen bewegt zu werden, was die Sache natürlich verschlimmert. Am Ende kommen auf 10 Minuten Draußen rum rennen 1 Stunde Distel-Nothilfe. Von dem ganzen Kleinviehkram der sich im Fell verstecken kann mal ganz zu schweigen.

Jedenfall entschloss ich mich schweren Herzens, den Fellbündeln eine Rasur verpassen zu lassen. Als ich die Geschirre (wir Shih-Tzu-Halter schwören auf Geschirre an Stelle von Halsbändern) aus packte, waren die Beiden sehr begeistert. Geschirre, das heißt Moped fahren und es gibt nichts Schöneres als sich den Wind um die Schnauze wehen und die Ohrlappen im Fahrtwind flappern zu lassen. Leider wissen sie auch, dass es dann meistens zum Arzt (iiih, böse Spritzen) oder Hair-Dog-Shop (argh, andere Hunde und Wasser von oben und unten) geht. Trotzdem. Wind und Moped toppt alles.

Am Shop angekommen konnten Pokki und Soosie nicht schnell genug hinein kommen. Drinnen waren die Käfige an der Wand aufgebaut und der Deckenlüfter blies die Hunde in selbigen (mehrere Shih-tzi und ein Pudel) an. Normalerweise sind sie hinten versteckt, es gibt aber keine Klimaanlage und an heißen Tagen ist es dort wohl sehr warm.

Die Hunde bellten, die Friseuse kam, fragte “shower?” ich sagte “yes and cut”. Sie bekam große Augen (im Sinne von Schrecken). Dann fragte sie “cut?” ich sagte “yes. cut!” sie griff Pokki ins Fell, streichelte ihn ein wenig und fragte wieder “cut?”. Mir wurde plötzlich klar, dass die Strategie darauf hinaus lief, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und ich wechselte auf Thai und sprach “tat phom tsching tsching” (ja, wirklich schneiden). Die zweite Friseuse kam, wurde von meinem Vorhaben unterrichtet und fragte mich “cut?”. Ich versuchte auf Englisch die Sache mit den Disteln, der Hitze und den Insekten zu erklären und glaube, zumindest die Disteln verständlich gemacht zu haben, denn plötzlich sagte eine der beiden “aah. cut!”.

Als nächstes ging es um die Länge. Ich wollte auf so zwei bis drei Zentimeter hinaus, damit sie trotzdem noch wuschelig und als Aufreißwerkzeug funktionsfähig sind, das wurde aber abgeschmettert. Sie zeigten auf einen kleinen Shih-Tzu mit ganz kurzem braunen Fell. Nach einigem Verhandeln gab ich mich geschlagen, sie fragten noch mal “cut?”, ich sagte “cut!”, die Hunde wurden abgeführt und ich nach Hause geschickt.

Das war um neun morgens. Um zwöf begann ich die beiden zu vermissen. Um drei riefen sie (der Hair-Dog-Shop) an, dass die Hunde fertig sind (“pokki kap soosie finish now” — das kann missverstanden werden). Im Shop angekommen kamen mir die beiden in den gestrigen Photos zu sehenden Wesen entgegen gelaufen. Ich habe ziemlich lange gelacht und überlegt, ob sie süß oder lächerlich aussehen.

Den beiden scheint es zu gefallen. Sie sind aktiver (die Zeit die ich sonst mit Bürsten verbrachte verbringe ich nun doppelt mit Spielen) und müssen sich nicht ständig befellen lassen. Pokki steht auf nackte Shih-Tzus, denn seit gestern versucht er Soosie ständig zu besteigen. Das lässt mich aber relativ kalt, denn ohne Haare im Blickfeld kann man sehr gut erkennen, dass das nur Trockenübungen sind. Er vermutet den Zielpunkt seines Begehrens auf Soosies Rücken. Hehe. Dummer kleiner kahler Hund.

Clever

Armee Chef Sonthi Boonyaratkalin beweist hin und wieder, dass er nicht dumm ist. Diesmal hat er ein “Angebot” der USA ausgeschlagen , Thailand bei der Behebung der Konflikte im Süden helfen zu lassen.

Haha… No remorse!

Einen langen selbstbezogenen Eintrag schreiben, schnell noch einen Kommentar zu aktuellen südkoreanischen Themen schreiben, das Ganze löschen und nichtssagende drei Zeilen schreiben. Posten. Schlafen gehen.

Ich brauche dringend wieder ein Blog. Einen Blog. Den Blog. Quasi.

Erster Entwurf der neuen Verfassung

Der erste Entwurf der neuen Verfassung Thailands wurde heute vorgestellt. Mal sehen, was drinnen steht, die Übersetzung wird nicht lange auf sich warten lassen.

Der Entwurf darf nun diskutiert werden und soll dann entsprechend der Anregungen angepasst werden. Im Juli soll es dann ein öffentliches Referendum geben, das die Verfassung entweder annehmen oder ablehnen wird. In ersten Fall würde es Neuwahlen entweder am 23. oder 16. Dezember geben, in letzten Fall neue Probleme.

Hier. Photo!

Mangels Interesse an meinem Blog (meinerseits, ja, solche Phasen gibt es) hier ein Photo. Das bin ich. Kuckt mich an. Die Haare sind wieder viel zu lang. Ich gedenke ein kleines Experiment, ehm, anzustellen.

Das sind diese durch parasoziologische Stränge getränkten Reallife-Phasen. Vergeht auch wieder. Kurze Sätze. Viele Punkte. Nur das Gelb des Hauses bleibt.

Nächstes Wochenende wird der Entwurf der neuen Verfassung vorgestellt. Für Thailand. Dann liest man sich sicher wieder.

Zensur – Paranoid?

Ein Film, der international geachtet wird (ein Preis aus Hong Kong, Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfestivals von Venedig) wird in Thailand nicht in die Kinos kommen. Es ist ein thailändischer Film. Es wird von einem “Board” verlangt, dass 4 Szenen geschnitten werden:

The scenes the board found objectionable show a young monk playing a guitar, a group of doctors drinking whisky in a hospital basement, a doctor kissing his girlfriend in a hospital locker room, and two monks playing with a radio-controlled flying saucer.

Der Film: Saeng Satawat (Syndromes and a Century)

Der Regisseur: Apichatpong Weerasethakul

Das ist Zensur , die mir Sorgen bereitet.

PS: Die Zensurgründe .

Kurz Geschnittenes 3

Es ist mal wieder Zeit, die Bookmarks der News abzugrasen, die es nicht in einen eigenen Eintrag geschafft haben:

  • Oliver Jufer, der Schweizer, der wegen des Übermalens von 5 Königsplakaten zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, ist frei und zurück in seiner Heimat . Wobei ich nicht so genau weiß, ob er das nach 10 Jahren in Thailand noch als Heimat bezeichnen wird. König Bhumibol Adulyadej hat ihn wie erwartet begnadigt .
  • Thaksin hingegen wird nicht wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Was nicht ausdrückt, dass er den König nicht beleidigt hätte, wie man den Kommentaren in den Abend-News entnehmen konnte ;)
  • Der Foreign Business Act wurde überarbeitet . Bisher galt ein Unternehmen als “Foreign Business”, wenn in deb Stimmen/Anteilen an der Firma mehr als 50% der Stimmen von Ausländern gehalten wurden. Das wurde teilweise abgeschafft. Ob das den Rückgang ausländischer Investitionen in den letzten Jahren aufhält, wird sich zeigen.
  • Ein englischer Diplomat führte (mit viel Tamtam auf der Startseite angekündigt) ein Blog bei The Nation Online. Er stellte Photos von sich online, ein Kommentator schrieb, dass er ihn in Soi Cowboy, einem der Rotlichtbezirke Bangkoks in Begleitung einer “2 Dollar Hure” (ich zitiere das mal nur) gesehen hat. Inzwischen gibts das Blog nicht mehr. Aber viel Häme von den anderen Medien .
  • Die eher unglaubliche Entführung eines Amerikaners, die ich vor gut einem Jahr als Kurzgeschichte gelesen habe (Link folgt sobald ich ihn wieder finde), fand dieses Jahr im April in Realität statt. Kein Scherz .

Songkran

Wir befinden uns mitten im Songkran, dem thailändischen Jahreswechsel. Das offizielle Neujahr in Thailand ist seit 1941 der gleiche Tag, der im gregorianischen Kalender das Neujahr darstellt, der 1. Januar. Das ist nicht der richtige Gregorianische Jahresanfang, sondern der Jahresanfang des Suriyakati-Kalenders, den man auch als gregorianischen Kalender Thailands bezeichnet. Gezählt wird allerdings vom Todestag Gautama Buddhas, 543 v. Chr. an, so dass wir nun das Jahr 2550 haben.

Songkran ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne in das Tierkreiszeichen des Widders, im indischen Tierkreis Mesha-Rasi, eintritt. Songkran ist wie viele andere Begriffe aus dem Sanskrit entlehnt und bedeutet soviel wie “Bewegen” oder “Wechseln”, also der Wechsel der Sonne in einen neuen Tierkreis.

Das genaue Datum des “großen Songkrantages”, des Tages, an dem die Sonne wechselt, wird von den königlichen Astrologen berechnet. Dieses Jahr fällt er auf heute, Samstag, 14. April. Das ist leider kein gutes Zeichen, denn fällt der große Songkrantag auf einen Samstag, muss man mit Missernten, Konflikten und teuren Gütern rechnen. Die offizielle Bekanntgabe des großen Songkrantages findet in Zeiten des Internets auf einer (nicht zensierten) Webseite statt.

Songkran besteht theoretisch aus den drei Tagen zwischen dem 13. und 15. April. Vielerorts fängt man aber schon ein paar Tage eher mit dem Feiern an (siehe Photos von meiner Nacht in Hat Yai ) und zieht die Feiern bis zum 17. April hin.

Bereits am Vorabend des ersten Songkrantages ist Frühjahrsputz angesagt. Man will nicht mit dem Schmutz des alten Jahres in das neue Jahr gehen. Am 13. April feiert man Wuan Mahasongkran, den letzten Tag des Jahres. Man geht ins Kloster und opfert den Mönchen Reis (mehr als sonst), Süsskram und andere Sachen. Der Abt und die Buddhafiguren des Klosters werden nachmittags rituell gereinigt, indem man sie mit Wasser übergie?t. Auch die älteren Familienmitglieder werden derart geehrt. Der 13. April ist gleichzeitig der National Elderly Day Am 14. April ist Wuan Nao, der Tag zwischen den Jahren oder “Der Tag nach dem Ende des letzten Tages”. Am 15. April, Wuan Talueng Sok, feiert man den eigentlichen Neujahrstag.

Eine andere Tradition ist, am großen Songkrantag neun Tempel zu besuchen, was ich dieses Jahr aus technischen Gründen unterlassen habe.

Dass die “traditionalen Wasserschlachten” eine leichte Übertreibung der Tradition ist, Wasser über die Hände der Älteren und der Mönche zu gießen, macht den Kämpfern allerdings keine Sorge.

Weshalb Songkran außerhalb Thailands als “das Wasserfestival” bekannt ist. In eher traditionell orientierten Familien ist es ein Fest, an dem man die Eltern und Großeltern ehrt . Man braucht sich also nicht wundern, wenn rund um Songkran die Zeitungen voll mit Berichten über geriatrische Fakten wie bspw. der Tatsache, dass jeder 5. ältere Thai allein lebt (ein Zeichen für den Verfall der Familienwerte). In Bangkok dürfen an den drei Songkrantagen alle Thais über 60 Jahre gratis mit dem Skytrain fahren .

Das Leben im Dschungel

Das Leben im Dschungel bringt manchmal weniger nette Überraschungen mit sich. Wie beispielsweise das Ameisennest in der Tripod-Tasche. Jetzt gibt es viele ersoffene Ameisen, hunderte heimatlose Ameisen und eine vernichtete zukünftige Generation.

Neulich habe ich sie schon aus meiner CD-Sammlung verjagt. Eier zwischen CD-Rohlingen ist entscheidendes Kriterium um selbige (die Rohlinge) unbrauchbar zu machen. Mal sehen, wo sie beim nächsten Mal landen.

Zensur – Zwischenstand

In kurz:

  • Youtube.com ist immer noch gesperrt
  • Pantips politisches Forum war für kurze Zeit geblockt (Selbstzensur)
  • Die Techniker von true (unter anderem Internetanbieter) sind genauso doof wie die bei der Zensurbehörde und zensierten ein paar Stunden lang das halbe Internet.

Unter Verwendung mehrerer Fachbegriffe:

Youtube wurde wie bereits geschrieben vor gut zwei Wochen wegen eines König Bhumibol Adulyadej beleidigenden Videos vollständig geblockt. Das Informationsministerium hat vorher versucht, Google dazu zu bewegen, das Video zu löschen, die haben es unter Verweis auf viel beleidigendere Videos über Bush verweigert. Youtube hat Integrität . Die Techniker von ICT, der Online-Zensurbehörde wissen nicht, wie sie einzelne Seiten blockieren sollen. Google bietet nun an, Thailand über die Möglichkeit des Blockens einzelner Seiten zu unterichten . Vermutlich bemerken sie dann doch einen leichten Rückgang des Besucherstroms, denn Youtube ist recht beliebt im Thinternet und ICT nimmt gerne mal ein paar Websites als Colateral Damage mit. Das ganze Hin und Her wird hier und da diskutiert, bewertet, kommentiert. Ich selbst finde es einfach nur schade, denn es zeigt mir wieder einmal, dass hin und wieder einige einzelne Webseiten doch recht monopolistisch am Markt bestehen. Das meine ich weniger in Hinsicht auf Macht, mehr in Hinsicht auf die 50% leeren Einträge in meinem Feedreader.

Inzwischen sind weitere Clips aufgetaucht und Youtube wird wohl nicht so bald freigegeben werden.

Pantip.com ist Thailands Forum. Das kann man so absolut sagen, denn es gibt in Thailand Sanook.com und Pantip.com. Ersteres ist Thailands Internet. Wenn ich einen Thai mit meinem Notebook online gehen lasse, ergibt sich regelmäßig der folgende Dialog:

Er: Where is internet?

Ich: Thats the internet, you have to give an URL.

Er: But that is empty. Internet have pictures.

Ich: No, Websites have pictures.

Er: But where to search for Websites?

Ich: tippe google.com ein

Er: But that not Internet. That Google for farang.

Ich: habe die Glühbirne überm Kopf und tippe sanook.com ein, drei Popups, vier blinkende Ads an der Seite, zwei Halbnackte Popstars, ein Politikerbildchen, blinkende Links, Javanavigation, Geräusche bei Mausbewegung usw.

Er: Yeah. That internet!

Pantip.com wiederum ist Thailands Online-Treffpunkt. Viele nennen die Foren dort Chatrooms, es gibt aber Chatrooms und Foren (wir Farangs unterteilen das gerne). Jedenfalls wurde vergangenes Wochenende plötzlich das Politische Forum bei Pantip.com gesperrt. Nach ein paar Tagen wurde es nach “Gesprächen mit dem ICT” wieder entsperrt und es ergab sich, dass die Sperrung von den Webmastern des Forums gesetzt wurde und nicht von der Zensurbehörde. Es sollen wohl Einträge aufgetaucht sein, welche die öffentliche Sicherheit gefährden (was auf Deutsch heisst, dass jemand Einträge geschrieben hat, die Prem Tinsanulonda, den Chef des königlichen Geheimrats, und die Monarchie selbst beleidigen).

Die Webmaster haben das Forum prophylaktisch gesperrt, um einer Vollsperrung wie im Youtube-Fall zu entgehen. Inzwischen ist alles entsperrt und das Forum wird von zusätzlich eingestellten Moderatoren überwacht.

Zuletzt dann wäre noch der Glitch zu erwähnen. Am Mittwoch war plötzlich das halbe Internet gesperrt. Aber nicht für alle. Nach einer kleinen Weile stellte sich heraus, dass die Techniker von true die Blockliste der Zensurbehörde falsch implementiert haben.

Das Interessante an der ganzen Sache ist, dass damit die technische Realisierung der Blocks klarer erkennbar ist. MCIT hat eine Blockliste, die von den Providern implementiert werden muss. Ich habe mich schon eine Weile lang gewundert, warum ich bei Youtube entweder Timeouts oder eine Policy-Meldung angezeigt bekomme, während andere den berühmten grünen Bildschirm sehen. Den zeigt man mir nur, wenn ich die Existenzgrundlage des Internets zu besuchen versuche.

Die Nachricht bei Youtube lautet:

Access Denied (policy_denied)

Your system policy has denied access to the requested URL.

For assistance, contact your network support team.

Ich denke, ich werde bei Gelegenheit mal mein Netzwerksupportteam anrufen und hören, was sie zu erzählen haben.

PS: Pantip.com ist übrigens die Website, auf der Thailänder Anleitungen finden können, wie man geblockte Websites trotzdem besuchen kann. Die werden nicht geblockt.

Verw-irr-ung

Ich könnte gut ohne diese ganze Chemie leben. Andererseits… was wäre es (das Leben) ohne die Wendungen? Langweilig? Vieleicht sowohl mit als auch ohne…

Loftið leikur við lakið sveipar frið

Ljósið lýsir þér læðis farið er

Tunglið tekur við tælir hugans mið

Máninn mænir á myrkur far þú frá

drauma mína sá drungalegur fer

Dagur risinn er myrkur margur er

Meiðir sér aleinn er

The air plays with, the sheet covers peace The light lights you, tiptoed gone it is The moon takes over, seduces the mind The moon gazes on, darknes you be gone A fabric drawn away, my dreams it saw, creapy goes, Day has risen, darkness, many are Hurts it self, alone he is

Der gro?e Lauf von Malaysia

Bin gerade wieder am Vorbereiten meines Visaruns. Diesmal passt der Name “Run” wirklich. Innerhalb von 40 Stunden fahre ich nach Malaysia, lass mich be-visa-en und komme wieder zurück. Man wird das (Connectivität voraus gesetzt) in meinem Photostream beobachten können.

Heiratstermine

Fu war heute auf der Hochzeit einer Freundin (ich nicht, denn ich musste arbeiten, das ist ein Thema für sich, kein Kommentar).

In Thailand ist es so, dass die Mönche, die die Hochzeit abhalten, bestimmen, wann die Zeremonie statt findet. Normalerweise ist das in den Morgenstunden, denn nach 12 Uhr Mittags dürfen Mönche nicht mehr essen, und ohne bewirtet zu werden ist so eine Hochzeit nur halb so viel Spass (für alle Beteiligten).

Interessantweise wurde besagte Hochzeit für 16:45 anberaumt. Da mag man sich so seine Gedanken machen. Vielleicht war einer der Gründe, dass der Gemahl ein Farang aus der Schweiz ist und bis ungefähr 16 Uhr zu arbeiten hatte (wie seine Gäste). Ich frage mich, ob es eine monetäre Grenze gibt für derartige Zeitgestaltungen.

Darmkrebs oder Putsch?

Heute morgen munkelte man vom Gegenputsch. Wieder einmal. Bestätigend kam diesmal hinzu, dass Premierminister Surayudh unerwartet alle Termine für heute absagte. Alle beteiligten Parteien waren schnell wieder am Bestätigen, dass von Gegenputsch keine Rede sein kann und Surayudh auch definitiv nicht zurück tritt oder vom Nationalen Sicherheitskomitee wegen schlechter Leistungen und Uneinsichtigkeit hinsichtlich des vom Komitee geforderten Ausnahmezustands wegen der Gegendemonstrationen eingesackt wurde.

Am Ende war es “nur” eine “Routineuntersuchung” Surayudhs, die spontan angesetzt wurde. Es geht ihm gut, sagen die behandelnden Ärzte. Er muss aber zur Beobachtung des Verdauungstraktes bis Donnerstag im Krankenhaus bleiben.

Eine Umfrage bringt dann auch noch ans Tageslicht, dass 32% der Befragten finden, dass Surayudh keine Besserung der Situation im Lande brachte, 30% der Meinung sind, alles hat sich verschlimmert und nur 17% eine Verbesserung verspüren.

Seltsame Vorkommnisse. Aber alles ist in Ordnung. Und von Gegenputsch kann einfach keine Rede sein.

Kinoabend

Ich kam grade aus dem Kino heim. Einige Premieren für mich, im Inselkino war ich noch nie. “Alone” ist besser als erhofft, man sollte den Film sehen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Auf der Heimfahrt sind wir dann fast noch erschossen worden (Dramatisierung des Autors). Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll.

Spaß im 7eleven

Eine 211 Baht-Rechnung mit neun 20 Baht-Scheinen und einem 50 Baht-Schein bezahlt. Die Schlange 5 Minuten lang aufgehalten. Sie war zwar ziemlich süß (die Kassen-Thai), aber im 7eleven ist Schönheit umgekehrt proportional zu Geschwindigkeit und (ich hör schon die Complaints) Intelligenz.

Das war ein sehr amüsantes Intermezzo.

Das nächste Mal zahl ich mit zwei verschiedenen Prepaid-Karten.

Alone

Mein neuer Lieblingshorrorfilm heißt “Alone” und berichtet vom Leben eines ehemaligen siamesischen Zwillings. Der Film stammt von den selben Regisseuren, die mich schon mit “The Shutter” die Stummschalttaste der Fernbedienung beim Filmkucken nutzen lassen haben. Das passierte bisher nie. Und am Wochenende sehe ich mir “Alone” an. Allein. Im Kino.