Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

44 Sekunden

Youtube.com wird immer noch auf den thailändischen Internetleitungen geblockt. Jetzt merkt man beim morgendlichen Feedreader-Abgrasen, wieviele Blogs ihre “Inhalte” über Youtube beziehen. Inzwischen werden auch immer mehr Informationen zu den Vorgängen hinter den Kulissen bekannt.

Der 44 Sekunden lange Clip, der Thailands Internet-Zensur-Behörde ICT Youtube.com blocken ließ, soll inzwischen vom Benutzer, der ihn dort hochgeladen hat, gelöscht worden sein. Seine IP ist in den USA registriert. Trotzdem wird der Blocktxp:footnote der Block, das Blog, damit das endlich mal klar ist</txp:footnote> weiter aufrecht erhalten, weil wohl noch zwei Standbilder auf der Website kursieren sollen.

Im Film sollen nackte Frauenfüße auf dem Bild des Königs zu sehen und Bilder des Monarchen mit Comic-Augen versehen worden sein. Jeder der sich mit dem Status der Königsfamilie beschäftigt hat, kann klar erkennen, dass es beleidigend gemeint ist. Die Füße gelten hier als tiefstes, niederwertigstes Körperteil. Man zeigt nicht mit Füßen auf Personen, im Tempel werden die Füße immer weg von Statuen und Mönchen gehalten, wenn man sitzt oder kniet. Man steigt auch nicht über Personen weg, wenn es mal eng ist.

Die Thais mit denen ich mich zum Problem unterhalten habe, lassen sich in zwei Gruppen teilen: eine, die den Clip gesehen hat und äußerst wütend über den Hersteller ist und eine, die den Clip nicht gesehen hat, aber aufgrund der Informationen zum Clip äußerst wütend über den Hersteller ist. Ich selbst habe nur das Standbild gesehen und dachte mir schon, dass das nicht jedem gefallen wird.

Allerdings, wie auch immer man über den betreffenden Clip denken mag: die Frage, warum man nicht diesen einzelnen Clip blockt und stattdessen die gesamte Webseite unerreichbar macht, muss sich das ICT stellen lassen. Die Aktionen der Behörde machen keinen technisch ausgeklügelten Eindruck und sind eher Anlass zu Witzeleien unter meinen Freunden hier. Vor einigen Jahren soll sogar schon der komplette Google-Cache geblockt worden sein, weil dort alte Kopien der Webseiten zu finden waren.

Auf der anderen Seite: Kommunikationsminister Sitthichai Pookaiyaudom sagte, dass er bei YouTube/Google um die Löschung des Clips gebeten hat und zur Antwort bekommen hat, dass sie den Clip nicht löschen werden, über Bush würden noch viel schlimmere Clips kursieren, die sie nicht löschen.

Da fällt mir nicht viel mehr ein, höchstens irgendwas mit “sozialer Kompetenz”, “gesellschaftlicher Verantwortung” und “regionaler Einfühlsamkeit”. Google hat sich damit keine Freunde auf dem IT-Markt in Thailand gemacht. Aber ich nehme auch nicht an, dass sie hier irgendwelche Pläne hätten. Regierungsanfragen aus China beantwortet man dort sicherlich mit größerer Freundlichkeit.

Update: Inzwischen ist der Useraccount auch gelöscht worden. Das Video wurde von gut 66000 Usern gesehen und bekam zuletzt 953 Kommentare, die meisten davon waren gegen das Video gerichtet.

Agathe?

Soll ich sie Agathe nennen?

Ich habe ein klitzekleines Problem mit einer Maus. Klein. Grauschwarz. Langer Schwanz. Vielleicht 5 Zentimeter lang, ohne Schwanz. Mit sinds 15.

Als ich im Februar zurück kam, lief sie eines Tages durchs “Wohnzimmer” (wir Kenner nennen den 3×3m-Raum gerne Wohnzimmer). Ich sagte ein paar Tage später Fu, dass ich eine Maus habe, sie sagte nur “Yes. I know.” Die Hunde schauten ihr (der Maus) auch hinterher, als ob sie schon recht vertraut wären.

Jetzt bin also ich der einzige, der keine Maus im Haus will.

Ich habe sie Agathe genannt. Darf ich sie töten? Ich würde mich schlecht fühlen. Nichtsdestotrotz stiehlt sie das Hundefutter und legt es hinter dem Fernseher ab. Und durch das Loch im Fernsehschrank hat sie sich auch schon gequält und auf die Raub-CD-Sammlung gepinkelt.

Irgendwie warte ich noch auf kleine Baby-Mäuse.

Es ist wieder soweit

Als gestern vormittag ein Marktschreier-Pickup den Feldweg entlang kam, dachte ich mir schon, dass es wieder soweit wäre. 50 Meter vor meinem Haus schalteten sie das Band, das bis dahin auf Thai vor sich hin schrie, quietschend und rückkoppelnd aus und ein alter Mann begann auf Thanglish (ein Service nur für mich, denn niemand sonst in meiner Ecke hier versteht kein Thai) zu verkünden:

Baffallowfaitingg! Buffalowfaitingg! The champ of thee champions (das haben Sie von den Thai-Boxern geklaut). Come to see Buffallow! Fighting! One Million Baht Money! Buffalow!!!

50 Meter weit weg schalteten sie wieder das Thaiband auf. Ich war gewarnt.

Die ganze Zeremonie hatten wir ja im vergangenen Jahr schon. Erst hört man freudiges Schreien, dann hört man panisches Schreien, dann hört man hämmernde Hufen, dann sieht man einen dunklen Rücken durch den Dschungel galoppieren, dann kommen die jagenden Mopeds, dann die fliehenden Zuschauer. Das läuft <txp:permlink id=“866”>jedes <txp:permlink id=“876”>Mal nach dem gleichen Schema ab.

Heute nun kam der Protagonist des Kampfes direkt am Haus vorbei, schnaufte kurz die Hunde an, die erregt vor sich hin kläfften und bahnte sich dann hinter dem Haus einen Weg in den (abgebrannten) Dschungel, nur um 10 Meter weiter wieder heraus zu kommen. Jetzt gerade laufen sie auf der Straße 50 Meter weiter hinter ihm her.

Buffalow-Fighting. Großartig.

Youtube.com geblockt

Youtube ist in Thailand geblockt. Die einen sagen “mal wieder”, die anderen “diesmal wirklich”. Grund dafür soll ein den König beleidigendes Video sein. Die glücklicheren unter den Internetusern Thailands bekommen die Blockseite des MICT angezeigt, ich bekomme nur Timeouts. Der “Trick” vom letzten Mal mit dem Weglassen von www am Anfang oder dem Aufruf der IPs von Youtube funktioniert dieses Mal nicht.

Eigentlich schade, denn ich bastel an einer Serie mit Videoclips. Abhängig zu sein ist nicht schön.

Kurz Geschnittenes II

Dienstags sitzt das Kabinett in Bangkok beim Kaffee und beschließt dies und das. Heute unter anderem Folgendes:

  • Songkran wird einen Tag länger! Seit 2001 gibt es eine gesetzliche Regelung in Thailand, die es erlaubt den ersten Werktag nach einem Feiertag der auf ein Wochenende fällt arbeitsfrei zu stellen. Auf diese Art und Weise gab es in den vergangenen Jahren zu Songkran (das Thailändische Neujahr, das von 13. bis 15. April gefeiert wird) 5 freie Tage, weil es ganz gut um ein Wochenende herum passte. Diese freien Tage werden von den meisten Thais genutzt, um die Familien zu besuchen. Dieses Jahr nun hätte es nur 4 freie Tage gegeben, weil gleich zwei Songkran-Tage auf das Wochenende fielen. Das kann nicht gut sein, schon gar nicht in Hinsicht auf die innere Wiedervereinigung (reconciliation) des Landes und so gibt es dieses Jahr einen weiteren freien Tag am 17. April .
  • Aber nicht nur das Volk soll vom Kabinett beschwichtigt werden, auch die Putschführer müssen auf andere Gedanken gebracht werden, weshalb sie und 423 andere höhere Militärs eine Gehaltserhöhung von 30% erhalten. “The CNS said previously these personnel deserved the new pay rate as they had worked hard and had not a break, even on public holidays.”
  • Nur nebenbei möchte ich bemerken, dass es Risse im sowieso gespannten Verhältnis zwischen dem Militär und der Regierung gibt. Sonthi beschwert sich regelmäßig, dass Surayudh zu lasch mit Gegenbewegungen umgeht. Nachdem Surayudh sich vergangenen Freitag geweigert hat, den Notstand auszurufen, damit das Militär beruhigend auf die Gegendemonstranten einwirken konnte, soll Eiszeit herrschen. Das gab es allerdings schon häufiger, genauso wie die Gegenputschgerüchte, die sich hartnäckig halten.
  • Ebenfalls im Sinne der oft zitierten inneren Wiedervereinigung des Landes verlangt ein Geschichtswissenschaftler nun, Thailand in der neuen Verfassung wieder als Siam zu bezeichnen , Thailand als Name (was übersetzt “das Land der Freien” bedeutet) sei 1939 aus rassistischen Gründen eingeführt worden.
  • Der Mörder des kleinen Jungen auf Samui wurde gefasst und verleugnet jegliche Schuld . Die Familie stammte übrigens aus Österreich und nicht Australien, wie bisher berichtet. Austria und Australia klingt für Thaiohren ziemlich ähnlich.
  • Die Mitglieder der ehemaligen People’s Alliance for Democracy (PAD) beraten, ob sie wieder ‘auferstehen’ sollen . Nach dem Putsch haben sie sich aufgelöst, weil ihr Hauptziel, Thaksin von den Hebeln der Macht weg zu befördern, erreicht war. Inzwischen hinterfragen aber auch sie die Erfolge der Regierung. Dass ihr ehemaliges Gründungsmitglied der Medienmogul Sondhi Limthongkul vergangene Woche zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er ein Mitglied der Thai-Rak-Thai-Partei beleidigte, hat damit nichts zu tun.
  • Wie gesagt, fahren viele Thais über Songkran zu ihren Familien. Die Tage rund um das Thailändische Neujahr sind leider auch die unfallreichsten im Jahr. Dieses Jahr gab es bereits heute schon einen ersten schweren Unfall. Ein Pickup mit 25 (!!!) Arbeitern auf dem Weg nach Si Sa Ket überschlug sich , weil ein Reifen platzte. 9 Tote und 18 Schwerverletzte sind das Resultat. Da überlegt man sich zweimal, ob man sich für Freunde freuen kann, die über Songkran nach Hause fahren wollen.

Sex? Nein danke!

Das wars. Nun ist Schluss mit lustig.

Gestern “peakte” der Hormonspiegel einer bisher unbefruchteten 5jährigen Panda-Dame im Chiang Maier Zoo. Der Panda-Herr Chuang Chuang, seit gut einer Woche mit Panda-Porno bedröhnt, wurde mit ihr im gleichen Käfig eingesperrt — doch nichts passierte.

Entweder war er durch die Filme bereits gesättigt oder er findet Lin Hui nicht sonderlich erregend, denn alles blieb kalt im airconditionierten Liebesnest.

Heute nun wurden ihm recht unzeremoniell 3 Portionen Sperma entnommen, die Lin Hui eingepflanzt werden sollen. Man ist sich zu 80% sicher, dass sie davon schwanger werden soll ;)

Polarbär

Grade in den News von Channel 3 (der englischsprachigen Synchronisation):

… and now before a short break … this is a music-video with a little polarbear … the name skips me right now … but he seems to be cute … and I don’t understand the language …

Sex. Nun aber!

Von Chuang Chuang, dem armen zum Sex gezwungenen Panda-Männchen des Chiang Maier Zoos habe ich bereits berichtet.

Nun wirds eng für ihn, nun muss er ran. In den vergangenen Monaten wurde das Bärchen auf eine Diät gesetzt. Pandaweibchen werden nur einmal im Jahr für ungefahrt 12 bis 25 Tage lang “hei?”, die optimale Zeit für das Zeugen von Nachwuchs ist nur zwei bis sieben Tage lang. Diese Brunftzeit liegt zwischen März und Mai. Das ist schon ein bisschen kompliziert, wenn man so punktgenau bereit stehen muss.

Glücklicherweise (oder dummerweise?) ist Chuang Chuang der einzige männliche Panda im Zoo, so dass Lin Hui, die einzige Dame, nicht viel Auswahl hat. Wir werden sehen, ob es gelingt, Pandas in Gefangenschaft zu züchten.

In der Zwischenzeit kann man sich auf der Website der Pandas ein wenig umsehen und -hören.

10 Jahre Gefängnis für 5 übermalte Plakate

Den König zu beleidigen ist strafbar in Thailand, ich schrieb das schon mehrfach. Auf Majestätsbeleidigung stehen zwischen 3 und 15 Jahren Gefängnisstrafe. Dabei kann man sowohl versteckte Bemerkungen wie die Thaksins, dass man ihn mit Wimpeln mit dem Königssymbol begrü?te um ihn zu täuschen, als Beleidigung werten als auch offensichtliche Aktivitäten wie das ?bermalen der allgegenwärtigen Königsbilder im öffentlichen Raum.

Ein Schweizer, Oliver Rudolf Jufer, wurde nun zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er am 5. Dezember vergangenen Jahres genau Letzteres tat. Er übermalte 5 Plakate die in Chiang Mai zur Zelebration des Geburtstags seiner Majestät König König Bhumibol Adulyadejs aufgestellt waren mit schwarzer Farbe. Was genau er gemalt hat, wird man nie erfahren, weil selbst die Darstellung als Majestätsbeleidung gewertet werden kann (zu Thaksins Zeiten ein bewährtes Mittel, um unliebsame Medien ruhig zu stellen). Die thailändische Presse berichtete über das Verfahren fast gar nicht und wenn, dann zitierte man ausländische Medien.

Ursprünglich wurde Lufer zu 20 Jahren verurteilt, die Haftstrafe aber halbiert, weil er geständig war. Au?erdem sagte er, dass er zum Zeitpunkt der Aktion betrunken war. In den vergangenen 10 Jahren wurde kein Ausländer wegen Majestätsbeleidigung verurteilt, einige jedoch des Landes verwiesen. Man geht davon aus, dass er mindestens 1 Jahr in der Haft verbringen wird, dann ein Königliches Pardon erhält und ebenfalls ausgewiesen wird.

Ich persönlich habe ehrlich gesagt weniger Mitleid mit ihm. Wenn man wie er mehr als 10 Jahre in Thailand lebt, sollte man auch im betrunkenen Zustand sehr gut beurteilen können, was man sich mit dem ?bermalen von Königsplakaten einhandelt.

Ein Gutes wird der Prozess, über den man in Deutschland in den einschlägigen Medien berichten wird, haben: Neben den Regeln “nimm keinen Stein aus der Türkei mit” und “fische nicht in iranischen Grenzgebieten” wird die Regel “beleidige nicht das Königshaus in Thailand” sich in den Köpfen der Bildzeitungsleser fest setzen. Man sollte noch “renne nicht mit nacktem Oberkörper weiter als 10 Meter vom Strand herum” aufnehmen.

Kurz Geschnittenes

Hin und wieder wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, warum ich denn “nichts mehr” schreibe. Seltsam. So kommt mir das nicht vor. Dummerweise schreibe ich eine Menge, was (noch) nicht online zu lesen ist oder weniger für dieses kleine Internet-Tagebuch geeignet (oder gedacht) ist. Nichtsdestotrotz haben sich einige Nachrichten und/oder News angehäuft, die ich keinem interessierten Leser vorenthalten will, ehe sie unaktuell oder aktualisiert werden. Auf auf nun zum fröhlichen Kurzgeschnittenen:

Privater Kram:

  • Wir haben die “Hei?e Saison”. Von März bis Mai ist es relativ warm. 3 Uhr Nachts ist es jetzt noch 30 Grad. Die vergangenen Jahre habe ich das wohl nicht so mit bekommen, weil ich mein Leben (in sonnenbeleuchteten Zeiten) in klimatisierten Büros und Schlafzimmern verbracht habe.
  • Ich träume wieder. Also besser als zuvor. Es waren ein paar traumlose oder langweilige Fakt-Traum-Monate, nun ist es wieder phantasievoller Unfug. Beispiele? Heute Nacht: Ich obduziere eine Frauenleiche die sich mit mir über Kafka zu unterhalten beginnt. Ich liebe Kafka. Sie findet, er sei ein verwöhntes Vatersöhnchen. Ich kann das anhand der “Die Verwandlung” und des “Der Prozess” widerlegen. Nachdem Sie versteht kommt es zu nicht-familien-blog-tauglichen Handlungen. Gestern Nacht: Ich gehe eine Anhöhe hinauf. Als ich oben bin, sehe ich in der Ferne eine Rakete mit Google-Logo und jede Menge Schaulustiger. Man fragt mich, ob ich drau?en zu sehen will (beim ersten Start eines Google-Satelliten) oder lieber aus dem Schaltzentrum. Ich entscheide mich für letzteres und wundere mich den Rest des Traumes, warum, denn von drau?en hätte ich viel schönere Bilder schie?en können. Vorgestern Nacht: Ich organisiere eine “Essen mit Spezialgast” für meine Waisenkindergruppe. Diesmal soll Saddam Hussein kommen. Er ruft zwei Stunden vorher an und entschuldigt sich auf Französisch, dass er nur per Liveschaltung auf einem Bildschirm über einen Computer (anscheinend hat er nicht viel Ahnung von Computern) dabei sein kann, weil er noch andere Verpflichtungen hat. Dann kommt der Bildschirm (und Saddam) und die Kinder stellen ihm Fragen wie “Warum hast du einen Schnautzbart?” und so.

Die gute alte Politik:

  • Khunying Pojaman Shinawatra, die Ehefrau Thaksin Shinawatras, ihr Bruder Bhanapot Damapong und ihr Privatsekretär Kanjanapa Honghern wurden wegen Steuerflucht angeklagt und gegen 5 Millionen Baht Kaution (pro Person) vorerst in die Freiheit entlassen. Nach einer Verurteilung stehen bis zu 14 Jahre in den Gefängnissen Thailands an.
  • Thaksin selbst ist Mittelpunkt einer offiziellen Untersuchung zu 6 Fällen von Majestätsbeleidigung, einer Straftat im Königreich, die pro Beleidigung mit drei bis fünfzehn Jahren Gefängnis geahndet wird.
  • Auf Sanam Luang in Bangkok (dem inoffiziellen offiziellem Demonstrationsort für alle, die gegen die jeweils regierenden Mächte sind) wird nun jeden Freitag gegen die (derzeit regierende) Regierung demonstriert . Organisiert werden diese Demonstrationen von PTV, einer Satellitensenderkette die angeblich von Thaksin finanziert und organisiert werden soll und es noch nicht geschafft hat, zu senden, aus technischen Gründen.
  • Thai Rak Thai (die ehemalige Regierungspartei Thaksins) will jedes Mitglied bestrafen , das an den Demonstrationen von PTV teil nimmt. Man versucht derzeit, eine moeglichst reine Weste zu haben, da im Prozess um die gekauften Stimmen bei der Wahl (die Thaksin bekannterma?en im Erdrutsch gewonnen hatte) die Auflösung immer noch in einer dunklen Wolke über der Partei hängt.
  • Und dann hängt noch die Möglichkeit des Ausnahmezustands über den PTV-Demonstrationen. Personen könnten bis zu 30 Tage ohne Anklage festgenommen werden. Die Börsen reagieren sensibel, das Nationale Sicherheitskommitee sagt, da ist nichts geplant. Trotzdem wird einiges an Truppen aufgefahren.
  • Prem Tinsulanonda, der Präsident des Geheimrats seiner Majestät König Bhumibols, hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet und gesagt, dass er nicht hinter dem Putsch steckt. Wie man das macht? Indem man sich von der “Junta” distanziert . Surayudh springt ihm bei und bemerkt, dass er keine Rolle gespielt hat.
  • Auch Gen Sonthi Boonyaratglin, der Chef der “Militärjunta” hat hin und wieder Interessantes von sich gegeben. Er will seine Amtszeit als Militärchef, die im September ausläuft, nicht verlängern und hat auch keine Ambitionen auf den Posten des Premierministers, der ein kleines bisschen später frei wird. Au?erdem will er auch keine Amnestie für die Putschführer in der neuen Verfassung verankern. Interessanterweise sagte er aber auch zwei Wochen vor dem Putsch noch, dass kein Putsch bevor steht. Wir können also gespannt sein.
  • Das Militär (bzw. dessen Führung) wird jedes Jahr umstrukturiert. Aktuell sind grö?tenteils Mitglieder einer Kadettenklasse 9 an die Macht gekommen . Diese Personen werden den nächsten Militär-Chef “wählen”.
  • Die “Buddhistische Karen Armee” Myanmars hat kurzzeitig zwei Grenzpolizisten Thailands festgenommen, weil Thailand angeblich die “Katholische Karen Armee” Myanmars unterstützt. Die beiden sind inzwischen wieder frei , trotzdem: durch solche Meldungen geraten extreme Probleme im Nordosten ans Licht.
  • Die Sache mit den Bomben im Januar: Man hat mal wieder Haftbefehle ausgestellt , Verdächtige verhaftet und die Haftbefehle zurück genommen .

In der Sparte Gesellschaft haben wir folgende Neuigkeiten:

  • Der “alte” Flughafen von Bangkok, Don Muang, wurde vergangenes Wochenende für Inlandsflüge wieder geöffnet . Wie auch immer, nach Samui kommt man anscheinend immer noch über Suvarnabhumi. Nichtsdestotrotz: Bangkok hat nun zwei Flughäfen, was die Stadt ungemein aufwertet.
  • Benzin wird um 0.4 Baht teurer beginnend morgen früh. Mein Tank ist voll. Dafür habe ich bereits das zwölfte Mal einen platten Reifen mit dem aktuellen Moped. Fürchterlich.
  • In Mae Hong Son und Chiang Mai wurde kurzzeitig Katastrophenalarm ausgerufen. Wegen Qualm. In Myanmar (oder Birma oder Burma oder wie es gerade wieder hei?t) brennen die Wälder und qualmen Thailands Norden zu. Es wurde sogar verboten, auf privaten Grundstücken Müll zu verbrennen, was allerdings nichts zur Linderung beiträgt.

Kommen wir zum Boulevardbereich:

  • Ein Taxi-Fahrer hat erst eine ehemalige Lebensgefährtin und ihre Tochter und dann seinen eigenen Sohn umgebracht und dann sich selbst . Wobei das noch nicht so ganz erwiesen ist. Er soll noch mehr Leute umgebracht haben. Massenmörder, die über längere Zeit “unterwegs” sind, sind eher selten in Thailand.
  • Eine 18jährige hat ein Kind bekommen. Vater sollte ursprünglich ein Rockstarsein. Der ist es nicht, wird aber trotzdem wegen Vergewaltigung verurteilt , weil er wohl Sex mit ihr hatte.
  • In Saraburi wurde einer Karaoke-Sängerin von einem betrunkenen Polizisten der Arm abgeschnitten . Weil sie nicht an seinem Tisch sitzen wollte.
  • Saraburi ist auch sonst häufiger in den News: Ein Bus der Transport Co., der Firma die in Thailand das Busnetz betreibt, geriet in Brand . 30 Insassen starben und 31 wurden teilweise schwer verletzt. Die Busse müssen trotzdem nur aller 7 Jahre von offizieller Seite gewartet werden.
  • Schulferien! Mehr tote Kinder — On average, these causes account for about 98 child deaths a month but the figure reaches 116 in March, 132 in April and 118 in May," he said.

Das wars. Der ToDo-Ordner ist abgearbeitet. Zwei ganz normale Wochen in Thailand.

Ole, Ole, Oleole…

Auf True Visions Super Action, einem Kanal auf dem normalerweise Golf, Synchronschwimmen und Wrestling kommt, kam gerade Fu?ball. Die Thailand Premier League. Fu?ball wurde damals von Thaksin als Brot-und-Spiele-Strategie eingeführt und UBC hat sie alle, die deutschen, italienischen, spanischen, britischen und thailändischen Ligen. Es spielte die KrungThai-Bank (jepp) gegen ein Armeebatallion (jepp). Auf der Tribüne saßen etwa 40 Zuschauer, zwei Arbeiter tauschten regelmä?ig Werbeplakate am Spielrand aus. Beim Austauschen waiten sich die Spieler gegenseitig. Die Spieler rannten entweder alle gleichzeitig auf den Ball zu oder sie sahen ihm nur hinterher und lie?en ihn eher in der Luft als auf dem Feld herum fligen und das ganze Spiel hatte etwas von diesem Fu?ballspiel der südamerikanischen Liga auf US-Tournee in Springfield bei den Simpsons. In der 80ten Minute fiel das erste Tor. Von KrungThai. Interessanterweise kein Thai. Nach 90 Minuten wurden noch 3 Minuten zu gegeben, damit auch das Militär ein Tor schie?en konnte. Klappte aber nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die KrungThai-Bank nun Tabellenführer nach einem atemberaubenden Spiel voller Spass und Action. Aber sü? sind sie, die Fu?baller.

Entzug

Die Hunde haben sich heute besprungen. Also bitte ohne jeden Nebengedanken hier, ja?!? Frontal und mit Pfotengeplänkel. Das sah nicht nur sü? aus, ich dachte auch die ganze Zeit, das sollte man jetzt mal photographieren.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Im Garten blüht eine Orchideenpflanze. Sie hat bläuliche ganz ganz kleine Blüten, kleiner als ein kleiner Fingernagel. Winzig quasi.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Im 7eleven verkaufen sie jetzt Heineken im 10 Liter Fass.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Die Ferkel vom Nachbarn (eines habe ich Knut getauft) hatten heute ersten Auslauf. Kleine schwarze sü?e Gesellen.

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Im abgebrannten Gebüsch hinterm Haus blühen die Passionsblumen, oder was das ist (bin halt kein Botaniker).

Meine Kamera ist in Surat Thani.

Soosie hat eine vorbeilaufende Hündin in den Bauch gebissen, weil die nicht mit ihr spielen wollte.

Meine Kamera ist in Surat Thani. Das macht in diesem Fall aber nichts, weil ich sowieso damit beschäftigt war, meine Hunde vor eventuellen Kriegsverletzungen zu schützen.

Eine grüne Raupe mit roten und wei?en Streifen hat sich an meiner Tonne verpuppt.

Und meine Kamera ist in Surat Thani.

Da macht man sich schon Gedanken, ob das ein guter Tausch war. Bin gespannt, was ich am Montag für Bilder drauf finde. Die (hoffentlich) zukünftige Verwandschaft bekommt den Kopf geschoren.

Krungthep Alaaf!

Unter dem Titel “Besser spät als nie” stellte die Deutsche Botschaft zu Bangkok im letzten Newsletter (jede Botschaft, die was auf sich hält verschickt regelmä?ig fette PDF-Dokumente als Newsletter, natürlich Opt-In, man ist ja kein Spammer) schon den Fasching vor. Sie schreiben da “Offiziel[l] ist die närrische Zeit schon zu Ende, aber echte Fasching[s]-Enthusiasten kümmert das wenig.” — ich mag das bezweifeln.

Nichtsdestotrotz ist der Fasching nun da. Auf UBC wird nun stündlich im “Public Service”-Bereich (eine als Gutmenschenaktion getarnte Werbesparte im Billigstbereich) der “Deutsche Fasching” angekündigt. Heute Abend ist es soweit. Die einen schreiben von gemütlicher, die anderen von stimmungsvoller Musik. Das beste Kostüm wird natürlich auch gekürt.

Und ab morgen fangen wir dann an, das deutsche termintreue Image wieder aufzubauen.

Naja. Was solls. Es kommen auch das ganze Jahr Weihnachtsfilme im Fernsehen. Da kann man Fasching ruhig auch mal zu Ostern feiern.

Vogelgrippe

Mukdahan (an der Grenze zu Laos) ist zur Disease-Outbreak-Zone erklärt worden, weil mal wieder ein toter Truthahn mit Vogelgrippe diagnostiziert wurde. Das passiert häufiger, entpuppt sich meistens als Fehlalarm, aber manchmal eben nicht. Rein präventiv werden erstmal wieder hunderte Geflügel getötet.

Als ich im Januar aus Laos wieder kam, war auch gerade mal wieder eine Epidemie im Gange, die später keine mehr war, aber medienwirksam zu einem “Testlauf” der Kontrollmechanismen erklärt wurde. An der Grenze zwischen Savannakhet und Mukdahan, auf der Brücke der Freundschaft 2, sa? auf der Laos-Seite ein alter Mann unter einem Sonnenschirm mit einem Pumpbehälter, um die ankommenden Autos zu desinfizieren und rauchte eine Zigarette nach der anderen.

Banalitäten

Hab mich heute beim Rasieren fatal geschnitten. Ich sehe so aus den Augenwinkeln den Rasierer auf die Augen zu trudeln (womit ich beschäftigt war, mag der Leser nur erahnen), rei? den Kopf noch so rum und schon hab ich einen Dreierkratzer (raten Sie das Rasierermodell) unterm Auge, da wo gar keine Barthaare wachsen. Das glaubt mir wieder keiner, dass es nur ein Badezimmerunfall war.

Dann war das Wasser plötzlich alle. Grund: Die Leitungen um das Haus herum sind undicht. Nun haben die Pflanzen einen Swimming-Pool und ich schlechte Laune. Aber auch das fixen die Thais der Gegend ganz schnell mit einem gro?en Pflasterstein.

Au?erdem hatte ich das Notebook einfach mal in den Schrank geräumt. Dass ich nun diesen Eintrag schreibe zeigt eigentlich nur, wie langweilig es ohne ständiges Mailping, Instant Messenger Tüdelüh und Reader-Updates ist. Man könnte fast meinen ich wäre Single.

Gestern hatte mein bester Freund Geburtstag und ich habe das nicht vergessen. Es gibt da eine lange Historie von vergessenen Geburtstagen, nachzuzahlenden Geschenksendungen und falsch gemerkten Geburtsdaten und so weiter. Diesmal habe ich es dank OpenBC (nein, wir hei?en jetzt Xing) und Skype nicht vergessen. Dafür hatte ich meine bisherige Gedankenstütze vergessen: St. Patrick’s Day. Er hat einen Tag vor dem St. Patrick’s Day Geburtstag (nicht nach).

Eben fiel mir dann noch ein, dass heute St. Patrick’s Day ist und ich habe einen gewissen Alkoholvorrat herbei geschafft und werde nun eine Testreihe zu den Nebenwirkungen kontinuierlichen Chang-Nachschubs fahren.

Und die Hunde: das ist so eine Sache. Ich habe das dumpfe Gefühl, die haben da was am Laufen. Können gar nicht voneinander lassen die beiden.

Achso, ein Vogel ist auch noch ins Haus gelaufen und wollte sich dann nicht mehr rausjagen lassen und hat reichlich Federn gelassen, ehe ich ihn expatriiert hatte.

Feuer hinterm Haus

Die großen Ereignisse finden immer ohne mich statt. Eben kam ich aus dem Tesko zurück und die Büsche hinterm Haus brennen lichterloh. Die Straße 5 Meter weiter ist voller Aschefussel, es qualmt und knackt.

Am Haus angekommen jaulen die Hunde vor sich hin, weil alle Fenster offen sind — 33 Grad, ein bisschen Lüftung muss ja sein. Dummerweise war die Lüftung in diesem Fall Qualm. Also liess ich sie schnell raus und sie gingen, sich das Feuer aus der Nähe zu betrachten.

Mein Hausherr war auch schon in Aktion und löschte mit dem Gartenschlauch (und meinem Wasser. Was für ein Glück, dass das gratis ist). Er war ziemlich wütend, sofern man sein Stirnrunzeln so deuten kann. Gefühle artikuliert er lieber subtil.

Wir haben da zwei Thesen. Die erste ist die von einem Thai, der seinen Müll verbrannte, was ausser Kontrolle geriet. Das ist aber eher unwahrscheinlich, weil hier alle am Abend ihren Kram verbrennen. Die andere These ist schon wahrscheinlicher: Große Trockenheit seit Wochen, Hitze und eine achtlos weg geworfene Chipstüte dürften ausreichen, um das Stroh zum Brennen zu bekommen.