Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Missing 25 Years After Taking Wrong Bus

Busfahren in Thailand ist ja bekanntermaßen ein Abenteuer der besonderen Art:

Jaeyaena Beuraheng, a 76-year-old woman from Malaysia, has been reunited with her family 25 years after she got on the wrong bus, local reports said. Ms. Jaeyaena, who cannot speak, read or write Thai and speaks only Yawi, a dialect also spoken by Muslims in southern Thailand, where she was bound, ended up in Bangkok, 750 miles north. She boarded another bus, thinking she was heading south, only to end up in Chiang Mai, farther north. She eked out a living as a beggar for five years before being arrested in 1987 and put into a homeless center. She was thought to be mute, until last month when three students from her province came to work at the center and spoke her language.

Ehm . Ja. Das klingt irgendwie genau so glaubwürdig wie die Geschichte von dem Zirkus-Zwerg, der aus Versehen von einem Nilpferd verschlückt wurde. Wahlweise im Isaan oder in Chiang Mai.

PS: Auch die Nation berichtet über den Fall .

PPS: Mir fällt gerade ein, dass ich auf meiner Fahrt nach Savannakhet auch in einem Bus saß, der nur in Thai beschriftet war. Ich wusste die ganze Zeit nicht, wo ich hin fahre und kuckte immer Straßenschilder an, ob mir bekannte Namen drauf stehen. Hinterher habe ich dann auf der Landkarte gekuckt und festgestellt, dass ich einmal um den Isaan herum gefahren bin. Auch nett.

Zurück

?brigens bin ich wieder da. Auf meiner Insel. Zuhause (da wo ich Miete zahle).

Als ich die Tür zu meinem Haus auf machte, kam mir Soosie entgegen gerannt und lies eine halbe Stunde nicht mehr ab von mir. Sie beisst gerne, wenn sie ihre Zuneigung ausdrücken will und meine Hand ist nun zerkratzt von ihren scharfen Zähnchen. Pokki sah mich kurz an, rannte ins Haus und brachte die Quietscheeiskrem an und lies mich werfen. Auch eine halbe Stunde lang. Dann erst befreute er mich.

Die beiden hatten vermutlich eine harte Zeit. Einerseits wurden sie verhätschelt und bekamen Reis mit Gemüse extra gekocht und immer Futter vor die Nase gestellt, wenn sie hungrig waren. Andererseits scheint Soosie geschlagen worden zu sein, denn sie reagiert schon recht verschreckt auf “Angriffe” von oben.

Pokki sieht kleiner aus als vorher. Soosie hat ihren zweiten Wachstumschub ohne meine Aufmerksamkeit erlebt und ist fast genau so gross wie Pokki.

Beide stanken und waren verfilzt. Fu meint nun, sie könnten ruhig kurz geschnitten werden. Ehe sie verantworlich war, fand sie die langen Haare süss. Nun wei? sie also, dass das Gefussel Arbeit macht. Ich aber bin der Meinung, dass die langen Haare besser aussehen, wenn ich die Hunde in der Gegend rum schleppe. Muss ja imponieren. Blabla….

Ich habe die beiden Filz-Flocken einfach ins Hunde-Spa gebracht und ein paar Tausender locker gemacht. Nun riechen Sie wieder gut und der Gro?teil der Filzknäuel ist auch ausgekämmt.

Ich habe ihnen das ganze Wochenende lang neue Spielsachen gekauft. Eine Handpuppe (die schon fast zerkaut ist). Einen Plastik-Ball, in dem ein Ball ist, in dem ein Ball ist in dem ein Ball ist in dem eine Metallkugel ist. Pokki hat einen Flashback in seine ersten Monate gehabt und jault immer, wenn er mit dem Ball spielt. Er mag ihn mehr als die Eiskrem.

Soosie hat sieben Turtles (Schildkroeten?) aus Plastik bekommen. Eigentlich beide, nur Pokki mag sie nicht. Soosie schon. Die Viecher sind überall verteilt und ständig quietscht es, wenn man sich fussig fortbewegt.

Und in der Ecke habe ich mit neuen flauschigen Kissen eine Hundekuschelecke eingerichtet, die recht frequentiert wird.

Wenn ich weg gehe und das Haus zuschlie?en will, dann wollen sie mich nicht gehen lassen. Dass ich nur dann länger weg bin, wenn ich gro?en schwarzen Seesack mit nehme, begreifen Sie noch nicht.

Ich glaube, das nächste Mal (bei längerer Abwesenheit) nehme ich sie mit. Kann gut sein, dass sie wichtiger als alles andere sind. War recht langweilig, nicht um sechs aus dem Bett gefiept zu werden.

Wie auch immer.

Fast alles ist wieder “normal”.

Schwarzes Schaf

Polizeichef General Kowit Watana wurde gegangen . Womit erwiesen wäre, dass fröhliches Mitputschen nicht vor Opferrollen schützt. Er stolperte über Misserfolg bei der Aufklärung der Silvesteranschläge in Bangkok. Interessanterweise wurde gerade in den letzten Tagen öfters mal verkündet, dass man nun reelle Spuren habe. Anscheinend überzeugte das nicht.

Krieg

Man spielt gerade Fussball. Thailand hat eine Weile 1:0 geführt, nun hat Singapore ein Tor geschossen. Noch 5 Minuten zu spielen. Ich finde ja Fussball eher uninteressant. Aber dieses Spiel (oder besser diese Länderkombination) bricht dann doch einigen Streit vom Zaun.

Unter anderem haben viele Singaporer Fans wegen der Ereignisse am Mittwoch unter Hinweis auf ihre Sicherheit ihre Karten zurück gegeben. Das war auch ganz gut so, denn die Veranstalter des Endspiels haben vergessen, Limits beim Verkauf der Tickets für heute zu setzen, so dass Schwarzhändler jeweils Hunderte Karten gekauft haben und für das “einfache” Volk nicht mehr viel übrig blieb (außer einfach mal demonstrieren zu gehen).

Nun jedenfalls kämpft man.

Update: Es blieb beim 1:1 und damit ist Singapore ASEAN Football Champion. Ich hab zwar keine Ahnung, aber so richtig fair haben die nicht gespielt. Oder darf man beim Fussball am Shirt gezogen werden, wenn man den Ball hat?

Das Tor der Thais war jedenfalls richtig nett an zu sehen. Über einige Köpfe und Ecken rein ins Netz. Für gut 5 Minuten hat man hier in der Gegend nur Toben und jaulende Hunde gehört. Das Singapore-Tor war Durchschnitt.

So. Damit endet das kurze Intermezzo des Ballsport auf diesen Seiten.

Zen

Eben flog eine Mücke an mir vorbei. Ich klatschte mit den Händen, eher automatisch. Als ich die Hände wieder auseinander nahm, klebte die Mücke an der Hand. Ich dachte “Das ist Zen.”, dann dachte ich “Das kann kein Zen sein, wenn die Mücke tot ist.”, dann bewegte sich die Mücke plötzlich, flog davon und ich dachte “Das ist Zen.”

Undiplomatischer Ballwechsel

Singapore gegen Thailand war gestern angesagt bei den ASEAN Football Championships und es kam zum Eklat .

Nachdem Die Singaporer™ neulich Thaksin von ihrem stellvertretenden Premier empfangen lie?en, wurde nun in der neuntletzten Minute des Spieles beim Stand von 1:1 ein Strafstro? gegen Thailand entschieden, weil Niweat Siriwong einen dieser Singaporer gefault haben soll.

Die Thais verschwanden aus Protest für 15 Minuten in der Kabine, lie?en sich dann doch noch zum Weiterspielen überreden und verloren (zum ersten Mal seit 30 Jahren) gegen den Stadtstaat mit 2:1.

Am Sonntag wird es im Bangkok zum Rückspiel kommen.

Diplomatisches Wischelwaschel

Der amerikanische Botschafter zu Bangkok , Mr. Ralph Boyce, hat vergangenen Mittwoch einen Webchat abgehalten (Transkript ), in dem er zu aktuellen Themen Stellung nahm. Dabei erfährt man unter anderem, dass sein Lieblingsaufenthaltsort zu Hause mit einem Buch oder einem Video ist, er das CNN-Thaksin-Interview neulich nicht sehen konnte, weil auch bei ihm UBC die ?bertragung abgebrochen hat (und er natürlich über keine anderen Wege verfügt, um an das Interview heran zu kommen) und dass sowohl die US- als auch die Regierung Thailands die Unruhen in den Südprovonzen als inländisches Problem ansehen.

Ein nettes webchattiges Beieinander also. (Ich finde die Zeitstempel im Transkript interessant.)

Anders schon reagierte der Deutsche Botschafter zu Bangkok, Hr. Dr Christoph Bruemmer auf sein mangelndes Au?enwerbungsprofil. Der musste sich zu einem Leserbrief von Kulkumut Singhara Na Ayudhya, Generaldirektor des Büros für Europäische Angelegenheiten (grins) am Thailändischen Au?enministerium, äu?ern und brachte in verschwurbelten Schachtelsätzen etwa Folgendes zum Ausdruck: Heute ist ein schöner Tag und bringt gefälligst ans Tageslicht, wo unsere Tsunamimillionen verschwunden sind. Und wir mögen euch ja schon noch…

?brigens treffen sich die Thailand-Botschafter der Staaten der europäischen Union während der Ratspräsidentschaft Deutschlands monatlich in der Deutschen Botschaft zu Bangkok , um, ehm, europäische Dinge zu diskutieren. Gemeinsamer Standpunkt und so.

PS: Wie hie? eigentlich dieser Politiker in der Harald-Schmidt-Show?

Wechsel

Monatswechsel ist Ortswechsel. Nur diesmal wieder. Wenn ich den Bus in Bangkok finde. Die 5eleven rückwärts. Busbahnhofsgeruch schnuppern. Fähre (langweilig, aber vieleicht mit photogenen Sonnenaufgang). Zurück auf der Insel. Banking. Moped holen, heim und den Hunden mitteilen, dass ich sie das nächste Mal auf jeden Fall mit nehmen werde.

PS: Böse Zungen mögen nun behaupten, dass ich die Insel nur deshalb herbei sehne, weil meine Hausbesitzer am 1. Januar, zwei Stunden bevor ich die Insel verlassen habe, mit Neujahrsgrüßen und einer Kiste Chang-Beer vorbei kamen, die nun neben dem Kühlschrank ein argwöhnisch beschnüffeltes Dasein fristet. Dem ist nicht so. Wirklich.

Krachender Tagesbeginn

In Bangkoks Norden wurden heute Nacht zwei ?bungsgranaten abgefeuert . Man geht von Chaoten aus, allerdings bietet sich genügend Stoff für Verschwörungstheorien, weil eine Granate in die Mauer der Büros der Daily News und eine in den Parkplatz eines naheliegenden Hotels einschlug.

In einer Nebennote, unbeachtet, in den News in drei Zeilen abgehandelt: Die Verdächtigen der Bombenanschläge am 1. Januar, die man vor einiger Zeit festnahm, sind alle mangels Beweisen wieder freigelassen worden. Nur gegen einen wird wegen unlizensierten Waffenbesitzes ermittelt.

In einer weiteren Nebennote: CNS-Chef Sonthi Boonyaratglin will sich mit Polizeichef Kowit Wattana treffen , den er für die Ermittlungen zu den Neujahrsbomben in Bangkok verantwortlich macht. Die Verdächtigen wurden festgenommen nachdem Sonthi sagte, dass Kowit verantwortlich ist.

Was man daraus zusammen konstruieren kann, ist Interpretationssache ;)

Risse im Goldenen Land

Suvarnabhumi, der relativ neue Flughafen Bangkoktxp:gho_footnote relativ neu, weil er eigentlich schon über 50 Jahre alt ist, wenn man den ersten Spatenstich mit zählt</txp:gho_footnote>, zeigt leider schon wieder Ermüdungserscheinungen. Risse auf Landebahnen und Zulieferbrücken.

Das ist für viele eine neue dramatische Entwicklung.

Manch einer jedoch, wie bspw. Sermsuk Kasitipradit, hat das schon vor 2 Jahren gewusst und berichtet. Sermsuk wurde damals auf Betreiben Thaksins von seinem Arbeitgeber Bangkok Post erst versetzt und dann entlassen — weil er mit seinem Bericht auch noch das das Land beschädigte. Das ist der selbe Thaksin, der noch vor gut zwei Wochen forderte, die Pressefreiheit in Thailand nicht mehr einzuschränken.

Jedenfalls wissen nun nicht mehr nur eingeweihte Zeitungsleser, sondern auch die gro?e ?ffentlichkeit und die Verwaltung des Flughafens, dass es nicht unerhebliche Mängel auf Suvarnabhumi gibt. Vergangene Woche wurden dann einige Landebahnen gesperrt und der Flugverkehr so stark eingeschränkt, dass manche Flüge bis zu 6 Stunden Verspätung hatten. Einige Flüge mussten sogar zum Betanken und Parken auf den Militärflughafen U Tapao in der Nähe von Rayong umgeleitet werden.

Nachdem schon im Dezember einige Stimmen laut wurden, den Inlandsflugbetrieb wieder nach Don Muang, dem alten Flughafen Bangkoks, zurück zu verlegen (Thai Air hatte das bereits beschlossen), wird das nun eine Zwangsnotfalllösung.

Rund 60 Tage wird die Verwaltung benötigen, dann ist Don Muang wieder im Betrieb, wenn das von der Regierung abgenickt wird. Mich erinnert das an einen Abend im Januar auf den Weg nach Laos: Der Bus fuhr am alten Flughafen vorbei, hell erleuchtet, menschenleer, die Leuchtschrift “Airport” leuchtete nur am “port”, das “Air” blinkte einsam vor sich hin.

Einige Leute finden es gut, dass Don Muang resurrektet wird. Dann hat Bangkok “so wie andere internationale Gro?städte” nämlich auch endlich zwei Flughäfen.

Will man also zukünftig nach Samui, so wird man in Suvanabhumi landen, eine nette Fahrt quer durchs Verkehrschaos von Krungthep machen dürfen, dann in Don Muang einchecken und auf die Insel fliegen. Da hat man doch viel mehr von der Bangkok-Tangierung und der Begriff “Anschlussflug” bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Der gro?e Haustiertest

Liebes Tagebuch! Heute hatte ich mal wieder eine Frau auf dem Scho? sitzen. Sie trug ein rotes Kleid und sa? so rum und hin und wieder nahm sie meine Zettel mit den Passwörtern und zerknüllte die oder patschte auf dem Notebook herum. Eine ordentliche Unterhaltung war mit ihr nicht zu führen. Hand-Augen-Koordination war fast nicht vorhanden. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung. Als dann auch noch ihre Speicheldrüse zur ?berproduktion ansetzte war meine anfängliche Faszination komplett verschwunden…

Das müssen wir aber nochmal umformulieren. Ich durfte ja in den vergangenen 4 Wochen einen direkten Vergleich zwischen meiner gewohnten Umgebung mit 8 und 14-monatigen Hunden und dem Januar-Biotop mit einem 5 Monate alten kleinen Menschen (im folgenden das Baby genannt) anstellen. Dabei habe ich so einige Vor- und Nachteile der jeweiligen Lebensart feststellen können. Falls Sie also vor der Entscheidung “Hund oder Baby?” stehen, lesen Sie ungestüm weiter!

  1. Haare: Meine Hunde hatten mit 5 Monaten schon jede Menge Haare. ?berall! Das Baby hat eine eher selektive Auswahl an Haaren am vorderen Ende. Allerdings fallen dem Baby auch nicht so viele Haare aus und in der Gegend rum. Hunde:0.5 — Baby:0.5

  2. Fortbewegung: Meine Hunde konnten mit 5 Monaten bereits eigenständig das Haus verlassen (siehe 3.) und in der Gegend rum laufen. Das Baby muss von Ort A nach Ort B getragen werden und liegt ansonsten herum. Der anfängliche Nachteil des Babies verwandelt sich in einen Vorteil, wenn man gerne die Hoheit über den Aufenthaltsort des jeweiligen Vergleichsobjektes bestimmen will. Hunde:1 — Baby:1

  3. Stoffwechselendprodukte (bzw. deren Entledigung): Beide Hunde sind mit 5 Monaten zu 90% in der Lage gewesen, durch entsprechende Geräuchentwicklung, Blicke oder das eigenständige Verlassen des Hauses ihren Geschäften nach zu gehen oder Idealbedingungen für den Nachgang zu erzeugen. Das Baby erzeugt zwar auch Laute, entleert sich aber zu 100% an Ort und Stelle und muss reinigend und verpackend behandelt werden. Hunde:2 — Baby:1

  4. Unterhaltungswert: Das Baby will unterhalten werden. Lässt man es alleine rumliegen, so wird es unzufrieden und lässt sich das durch Verlautbarungen anmerken. Die Hunde unterhalten sich selbst und sind stets ein Quell an Frohsinn. Hunde:3 — Baby:1

  5. Essen: Das Baby nimmt die ganze Zeit verschiedene Nahrungsmittel zu sich. Dabei muss es vom Speisengeber gehalten und der Nahrung durch Gumminippel zugeführt werden. Die Hunde fressen selbständig. Hunde:4 — Baby:1

  6. Frauen aufrei?en: Geht man mit den Hunden eine belebte Stra?e entlang, so drehen sich auffallend viele Frauen um, betätscheln die Hunde, sagen “dududu” und “dadada” und sind gar nicht mehr los zu kriegen. Geht man mit Baby eine solche Stra?e entlang geschieht das gleiche. Allerdings sind die Frauen bei den Hunden jünger. Hunde:5 — Baby:1

  7. Verwendung von Papier: Bekommen die Hunde ein Blatt Papier in ihre Gewalt, so zerfetzen sie es und verteilen es im ganzen Zugriffsbereich gleichmä?ig. Das Baby zerknüllt das Papier nur. Hunde:5 — Baby:2 (ich habe mehr Papier rumliegen, dessen Aufschriften eventuell noch benötigt werden)

  8. Gespräche: Weder Hunde noch das Baby sind in der Lage, eine geordnete Diskussion zur Heisenbergschen Unschärferelation oder zur Fibonacci-Folge zu führen. 0 Punkte für beide Objekte.

  9. Weggeworfene Objekte: Wirft man ein mit den Augen fassbares Objekt mit der Hand fort, so springen die Hunde dem Objekt nach und bringen es zurück. Das Baby ist nicht in der Lage, dem geworfenen Objekt zu folgen und schaut recht dumm auf die Hand, in der sich das Objekt zuvor befand. Hunde:6 — Baby:2

  10. Aufenthaltsdauer: (Kleine) Hunde haben eine Lebensdauer von unter Nichteinbeziehung äu?erer Einflüsse runden 16 Jahren. Das Baby wird weitaus länger leben. Auch hier konnte ich keinen Punkt vergeben.

Damit kommen wir zur Abschluss: Hunde:6 — Baby:2 — ein klares Ergebnis.

Disclaimer: Ich hatte zuerst darüber nachgedacht, diesen Eintrag “der gro?e Familienmitgliedsanschaffungstest” zu nennen, das hätte aber das Design gesprengt ;)

Laos, Oh Laos…

Naja. Eigentlich wollte ich ja einen ausführlichen Eintrag über Leben und Sein in Laos schreiben. Dummerweise bin ich viel zu faul, um die ganzen verteilten Notizen zu einem verständlichen Kauderwelsch zusammen zu fassen. Also habe ich die Bilder jetzt erstmal zu flickr.com geladen, ein kleines Set gepackt und erzähle vielleicht irgendwann einmal von Kevin, Rahim, Peter, dem alten Mann, dem kleinen Mädchen, Sonnenuntergängen, verfallenen Kolonialgebäuden, Details und Urnen in Tempeln, dem Dinosaurier-Museum und und und…

Laos, Savannakhet — flickr-Set

Die Lehre unethischer Regierungen

General Prem Tinsulanonda, der Vorsitzende des Geheimrats (Privy Council) Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadejs, spricht erstens nur öffentlich, wenn es gehört werden soll und zweitens nur indirekt und in Bildern. Das habe ich ja schon erzählt. Durch seine Nähe zum König geht man im Allgemeinen davon aus, dass was er sagt auch die Meinung des Königs ist. Ein praktisches Instrument.

Diese Woche nun hat er eine Rede gehalten, in der er ethische Werte hoch hält und über die Lehren unethischer Regierungen sprach.

Die Art und Weise, wie er Thaksin, der mal wieder eine Demokratisierung des Landes gefordert hat, zurecht weist, ohne seinen Namen zu nennen oder ihn überhaupt zu erwähnen ist eine der Fähigkeiten, die vielen jungen Thais und den Medien hier heutzutage verloren gegangen ist. Wenn man sich mal mit den Älteren unterhält, bemerkt man schnell eine sehr subtile, indirekt und höchst freundlich vorgetragene Art und Weise, Kritik vorzutragen.

Beispiel: Fu sagt zu mir “I can take care of the dogs if you want to go to take a shower now”. Was in etwa bedeutet: “Du stinkst!”.

Prem jedenfalls hat Folgendes gesagt:

If government leaders failed to embrace ethics, the country would be in grave danger regardless of the progress achieved from technology and globalisation…

Bloggen in Thailand – Na Endlich!

MSN hat gestern laut verkündet , dass sie ab heute einen auf thailändische Verhältnisse und Sprache zugeschnittenen Weblog-Service anbieten wollen. Sie haben schon eine Weile unter th.msn.com ein Thailand-Portal laufen und bringen nun den Segen des Bloggens nach Thailand.

Moment. Bringen? Also ich glaube der Weblog-Markt in Thailand (so es einen gibt/gab) ist voll. Es gibt drei vier Blogging-Portale (dazu später mal mehr) und jede Menge Webseiten und Communities, die ihren Mitgliedern kostenlose Blogs anbieten. Das liegt grö?tenteils daran, dass selbst hochseriöse Regierungsseiten mit frei verfügbaren PHP-Skripten wie PhpNuke, Joomla und Typo3 betrieben werden, wo man nur im Backend ein Häkchen setzen muss, um Mitgliederblogs einzuschalten.

“Thais just love MSN” sagt Grant Watts, der Generalmanager für MSN and Windows Live in Südostasien. Auch das kann man schnell wiederlegen, wenn man mal ein paar Kontakte in der IM-Liste oder der Blogroll hatte. Thais haben MSN bis ungefähr Mitte des vergangenen Jahres geliebt. Dann kamen ein paar Viren über den Messenger von MSN und sehr schnell sind die meisten zu Yahoo abgewandert. Vergangenes Jahr war meine MSN-Buddyliste voller Thais, nun habe ich noch zwei Einträge darin, die ich auch seit Monaten nicht online gesehen habe.

Es gibt regelmässig massive Nutzerwanderungen. Diesmal war es von MSN zu Yahoo. Richtig müsste es also hei?en: “Thais just love Yahoo. At the moment.”

Die Live-Blogs meiner Bekannten sind auch alle tot.

Da scheint mir mal wieder jemand vor einigen Monaten eine nach damaliger Datenlage gute Idee gehabt und dann mehr als ein Jahr mit dem Planen und Brainstormen (je nach Definition) verbracht zu haben. So kommt man “heute” nicht mehr weit.

PS: Was wäre ein Onlineartikel über irgendwas in Thailand ohne Erwähnung der relevanten Schlagworte Putsch, Bangkok, Bomben? Nichts. Also auch hier schnell noch ein paar Worte zum Thema:

The military coup on September 19th meant that Messenger traffic reached an all-time high for Thailand as people scrambled to learn of what was happened when local news channels and cable TV fell silent.

Mopedschlüsselpostlaufzeit

Nur fürs Protokoll: Wenn man innerhalb Thailands einen Mopedschlüssel (Modell Honda, klobig, sperrig) in einem normalen Briefumschlag versendet (bspw. weil Thais absolut unzuverlässig sind, was Terminangaben und -absprachen betrifft und beim Schlafen das Mobiltelefon ausschalten und man dann den Hausschlüssel für den befreundeten Hundebabysitter beim Hausbesitzer abgeben muss, dann schnell mit dem Moped voll bepackt zum Busbahnhof fahren und es dort am Stra?enrand stehen lassen muss und dann natürlich den Schlüssel nicht wie vereinbart auf dem Tisch liegen lassen kann), dann kostet das 7 Baht (ohne Zuschläge) und der Brief hat eine ungefähre Laufzeit von 13 Tagen bis er am Ziel ankommt.

Stellt man nach einer Woche fest, dass der Schlüssel noch nicht in der näheren Umgebung des einsam abgestellten Motorrollers eingetroffen ist, kostet es nocheinmal 100 Baht, die man einem der Thais zukommen lässt, die um das Moped herumwuseln, um hin und wieder nach selbigen zu “schauen”.

San Luang Dia

<txp:smallmap lat=“12.675684” lng=“101.070533” width=“200” height=“200” zoom=“18” /> Am Wochenende habe ich mal die hiesige Chinesenschrein-Szene aufgemischt. In Ban Chang gibt es drei sehr schöne Tempel (die ich alle nicht besucht habe) und einige chinesische Schreine. San Luang Dia ist ein kleiner Schrein, an dem am Samstag und Sonntag ein Fest gefeiert wurde.

Am Samstag kamen zum Sonnenuntergang einige buddhistische Mönche und die Leute haben ihren Segen erbeten. Sonntag Abend dann fand ein kleines Tempelfest statt. Man brachte Essen zum Schrein und zündete Rächerstäbchen an (auch ich — je drei vor drei Statuen, je eines links und rechts neben die Tür, drei in das Essen (Räucherstäbchen und Cola haben den selben Effekt wie Mentos und Cola) und den Rest (das waren bei mir 10, da muss sich also jemand verzählt haben) dann im Schrein selber vor die Buddhafiguren). Das Essen wurde eine Zeit lang stehen gelassen und dann wieder eingesammelt und nach Hause genommen. Anschlie?end wurde gegessen (viel), gesungen (laut und falsch) und auf einer Leinwand Filme gezeigt.

Das Essen hatte übrigens eine gute Wirkung, denn mir wurde versichert, dass ich durch meine Taten im Tempel mit dem Essen die Verhei?ung auf ein langes Leben zu mir genommen habe. Das darf als Drohung angesehen werden.

Ein paar Photos habe ich auch schon zu flickr.com hochgeladen.

PS: Chinesische Schreine animieren mich immer zu Hochkant-Photos (vermutlich wegen der sich hoch schlängelnden Schlangen). Das mag ich eigentlich so gar nicht.