Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Regen

Eben regnet es das erste Mal seit ich in Rayong bin. Womit mir einfällt, was mir fehlt. Das Rauschen des Regens wenn die Tropfen aufs Dach fallen. Das Gurgeln wenn sie sich zu einem Strom in der Dachziegelecke verbinden, das Plätschern wenn das Wasser unten auf Die komische grüne Farnpflanze mit den gro?en Blättern™ aufschlägt und der miefige Geruch meiner beiden kleinen, wenn sie mal wieder im Regen raus mussten. Ich zähle die Tage.

Auf Samui hat man schon zwei Monsune erleben dürfen seit ich weg bin…

PS: Uh! Oh! Gewitter! Nice. Fast wie auf der Insel. Für ganz Thailand ist heute Nacht viel Wasser von oben angesagt.

Bombenleger?

Gestern wurden in Bangkok und Umgebung rund 15 Personen, darunter hohe Militärs, festgenommen . Es hatte schon seit einigen Tagen den Anschein gehabt, als ob man eine “heiße Spur ” habe, denn viele Leute haben viel gesagt, aber eigentlich gar nichts. So ganz sicher ist man sich nicht, ob das was mit den Neujahrsanschlägen zu tun hat, denn unter anderem werden sie nach ihren Alibis für die Zeit der angeblich gegen Thaksin geplanten Anschläge gefragt.

Interpretationsansätze bietet das viele…

Wie man richtig forscht

Ein Forscherteam aus Harvard war neulich für eine Woche in Thailand, hat mit 20 Thais gesprochen und dann wissenschaftlich korrekt evaluiert, dass die Meinungsfreiheit in Thailand freier sein könnte. Ich würde gerne wissen, was sie bei 30 Thais und 2 Wochen Aufenthalt ermittelt hätten…

Sex. Oder auch nicht.

Der Premierminister hat der Jugend Thailands ja angeraten, mit dem Sex zu warten, bis sie im richtigen Alter dafür ist. Wenn man allerdings ein Panda ist und keine Lust auf Sex hat, dann wird man in Thailand gezwungen oder “angeregt”, dem freudigen Treiben zu fröhnen.

Der Zoo in Chiang Mai hat zwei Pandabären, seit 2003 für 10 Jahre von einem Zoo in China geborgt. Chuang Chuang ist ein Männchen und Lin Hui ein Weibchen. Nun sähe es doch super progressiv und wissenschaftlich erfolgreich aus, wenn die beiden hier in Thailand kleine Babybärchen werfen würden. Dummerweise nur wollen sie nicht.

Seit gut einem Jahr hört und liest man immer wieder über die beiden armen Zölibaten und die vergeblichen Versuche Chuang Chuang erregt Lin Hui besteigen zu lassen.

Pandas haben keinen sonderlich großen Sexdrang. (An dieser Stelle müsste jetzt ein Tränendrüsensatz a la “weshalb sie vom Aussterben bedroht sind” kommen, ich nehme aber an, es gibt andere Gründe dafür.) Vergangenes Jahr wurden sie mit großem Brimborium verheiratet, hatten aber in der Hochzeitnacht offenbar keinerlei menschlich logisch auf Hochzeiten folgende Gelüste. Auch eine Trennung beider Bären für einige Zeit wurde eher mit stoischer Freude angenommen. Neulich nun sollte Chuang Chuang mit Tierpornostxp:gho_footnote

Türklingel: Klingelt

Panda-Dame: Leckt sich gerade die Tatzen. Sie schreitet zur Tür und öffnet.

Vor der Tür steht ein Panda-Herr mit einem Werkzeugkoffer in der Hand.

Panda-Herr: Hallo, ich soll hier ein Rohr verlegen…

Panda-Dame: Ja, kommen Sie ruhig herein, die Waschmaschine steht im Schlafzimmer!

Panda-Herr: Eine schöne Höhle haben Sie da!

Panda-Dame: Ja, aber es ist immer so einsam und kalt in der Nacht!

Sie gehen in die Schlafhöhle, da liegt Stroh in der Ecke.

Panda-Herr: Ja, was ist das denn?

Panda-Dame: Das war schon hier als ich eingezogen bin.

Panda-Herr: Na dann lassen Sie uns das mal testen…

Kamera zoomt ins Schwarze.

</txp:gho_footnote> angeheizt werden. Ob er die auch sehen durfte, weiß ich nicht.

Geholfen scheint das alles nicht zu haben, denn nun denkt man daran, ihn auf eine Diät zu setzen , denn mit 140kg sei er wohl zu schwer für die 115kg Grazie Lin Hui.

Bin gespannt was sie in den folgenden 6 Jahren noch erleiden müssen.

Perle am Golf von Thailand

Hin und wieder wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, warum ich nichts über Rayong, meinen Aufenthaltsort im Januar, schreiben würde.

Das liegt unter anderem daran, dass ich in Ban Chang bin und Rayong nur die Provinzhauptstadt. Aber von hier gibt es auch nicht viel zu berichten.

Nun, Rayong glänzt vor allem durch einen einzigen Absatz in den einschlägigen deutsch- und englischsprachigen Reiseführern, in welchem beschrieben wird, dass man durch Rayong muss, um nach Ko Samet, einer Backpackerinsel im Golf von Thailand, zu gelangen.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Es ist eine industrialisierte Gegend, deren News etwa so lauten: Pollution puts Bt140-bn plan at risk . Es gibt einen Tesko und einen Big C — zentrale Treffpunkte am Wochenende.

Der Bus nach Bangkok fährt aller halbe Stunde und ist immer voll.

Das wars auch schon. Rayong. Man muss schon ein Stück weit laufen, um was Schönes zu sehen. Dazu nachher mehr.

PS: Hab mich in Laos mit einem älteren Thai unterhalten, der meinte, viele junge Thais würden für drei vier Jahre nach Rayong gehen, um Geld zu verdienen und dann zurück nach Hause oder Bangkok gehen, um da Geschäfte vom Ersparten zu öffnen.

Wo ist Thaksin?

Kein Tag vergeht, ohne dass hier im Blog nicht jemand mit dem Suchbegriff “Wo ist Thaksin” aufschlägt. Also möchte ich meiner Funktion als Bildungmagazin nachkommen und euch mal erzählen, wo Thaksin im Januar bisher überall war.

Ins neue Jahr rutschte er in New York. Dort feierte er mit seiner Frau, die anschließend nach London flog, wo sie noch heute auf ihn warten wüdre, wenn sie nicht in Thailand vor dem Korruptionsausschuss Rede und Antwort stehen müsste. Er selbst flog nach Hong Kong, wo er bis zum Elften des Monats (relativ ruhig, bis auf ein Fax, er wäre ja schön blöd, wenn er in Bangkok Bomben legen würde und man solle doch bittesehr mal die Separatisten im Süden fragen) verblieb.

In China hat er ein Apartment gekauft und die meiste Zeit der letzten Monate verbracht. Angeblich haben ihn Mitarbeiter der Königlichen Thailändischen Botschaft in Peking unterstützt was in der Aufforderung an alle Botschaften bei der Rücknahme seines Passes resultierte, ihm keine VIP-Behandlung angedeihen zu lassen.

_Hier müssen wir der geschichtlichen Vollständigkeit halber kurz anfügen, dass in den ersten zwei Wochen des Monats Januar recht wenig über Khun Thaksins Everydaylife zu erfahren war. Eine gewisse Sättigung der Massen war erreicht, man hatte explosivere Probleme als sich mit dem Treiben eines zwangspensionierten demokratisch gewählten Politikers zu beschäftigen. Das öffentliche Interesse wurde allerdings schnell wieder geweckt, als ein weniger wichtiges Mitglied des revolutionären Komitees, ehm, des, wie heißt er doch wieder… des National Security Councils vor die Kameras trat und in etwa sagte, die Medien sollen bitte nicht mehr über Thaksin berichten. Das gab ein wenig Aufregung und fortan wurde man wieder über Thaksins aktuelle Schlipsfarbe informiert.

Am Folgetag trat Sonthi vor die Kameras und sagte, dass das NSC nicht verbietet, dass über Thaksin berichtet wird, man würde sich aber mit den Berichtern zusammen setzen wollen und prüfen, ob das, was berichtet wurde, die Wahrheit ist und die Nationale Sicherheit irgendwie davon beeinflusst wird.

Diese Berichtserstattungserlaubnis kam gerade rechtzeitig, denn nun wurde auch Herr Thaksin etwas aktiver. Wir erinnern uns, er ist in Hong Kong. Weiter gehts…

Am 12. Januar flog Thaksin Shinawatra nach Singapore. Reisezweck (O-Ton Thaksin): “Well you know I travelled here to play golf. And some old friends.” Freundliche Medien haben im zweiten Satz noch ein meet eingefügt, aber ohne das “treffen” klingt der Satz viel verständlicher, finde ich.

Thaksin hat in Singapore den Aussenminister S Jayakumar, der gleichzeitig stellvertender Premierminister ist, getroffen, angeblich privat .

Seither geht es zwischen Singapore und Thailand eher kühl her, denn vor dem Treffen wurde die Regierung in Singapore mehrfach darauf hingewiesen, dass und wie man ein Treffen zwischen Thaksin und Regierungsmitgliedern Singapores interpretieren würde. Am Dienstag (16. Januar) hat Thailand alle Treffen auf höchsten Ebenen zwischen den beiden Staaten auf unbestimmte Zeit abgesagt. (64% der Thais unterstützen diesen Schritt ausdrücklich .)

Thaksin gab in Singapore die ersten beiden Interviews seit seinem Aufenthalt bei der UNO in New York am 19. September für internationale Medien (CNN und die Asian Financial Times (?)). Beide wurden in Thailand geblockt (freiwillig, angeblich) aber ausgiebig diskutiert und auf den einschlägigen Mailinglisten verbreitet. Er forderte die Thailändische Regierung unter anderem auf, die Pressefreiheit nicht mehr einzuschränken und zur Demokratie zurück zu kehren. Außerdem erwähnte er erneut, dass er nicht sehr intelligent wäre, in Bangkok etwas durch das Zünden von Bomben ändern zu wollen. Ich stimme ihm da zu.

Klingt fast so, als sei er geläutert worden: Zu seiner Amtszeit gab es ständig Meldungen über Zivilprozesse, die er gegen Journalisten anstrengte, einmal gab er einen Monat lang keine Pressekonferenzen mehr, weil Merkur ungünstig stand, davor hatte er ein Zeichen mitgebracht, das er in die Luft hielt, wenn jemand eine (wie er fand) dumme Frage stellte.

Nun also ist er ein guter Mensch geworden.

Nach erfolgter Mission in Singapore kehrte er am Donnerstag nach Hong Kong zurück, aber nur für einen Tag, um eine US-Lobbyisten-Vereinigung namens Barbour Griffith and Rogers zu verpflichten , für ihn in den USA rum zu lobbyieren.

Donnerstag Nacht landete er schon in Tokio , wo er bis zum kommenden Dienstag bleiben wird. Dort will er einen Vortrage halten und weitere Interviews geben. Die Regierung in Tokio will sich nicht mit ihm treffen um die Beziehungen zu Thailand nicht zu gefährden.

_Wo ist Thaksin? Heute ist er in Tokio, doch wo wird er morgen sein? Wird er nach London zurück kehren um seine Frau wieder zu sehen und endlich einmal einen richtigen Pass zu beantragen? Wird er nach Thailand kommen um in den Warteschlangen an den Toiletten Subvarnabhumis zu stehen? Fliegt er nach Kenia um sein Hotel zu auditieren?

Der Autor dieser unbedeutenden Publikation weiß es nicht. Was wir aber wissen ist, dass es immer genügend Medien und Kleinstdarsteller geben wird, die uns darüber informieren werden — jetzt wo es offiziell erlaubt ist.

Seien Sie auch nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt: Wo ist Thaksin?

Dann war da noch das

Ich bin übrigens wieder “da” (seit gut drei Stunden). In meinem Januar-Heim. Also nicht zuhause aber so halb. Bericht folgt. Ich versuche das diesmal ein bisschen angenehmer lesbar aufzuarbeiten. Gebt mir eine Woche.

Laos: Passgeschichten

Heute Morgen war ich dann auf dem Konsulat hier in Savannkhet. Das war eine Sache von 20 Minuten. Dummerweise hat Murphy auch hier zugeschlagen, denn ab heute geben sie die erteilten Visa definitiv erst am Folgetag Nachmittags aus. Bisher, so erzählten es die Spatzentxp:gho_footnote die etwas kleiner aber dafür fetter sind</txp:gho_footnote> von den Dächern, war es bei entsprechend niedriger Antragszahl bereits am gleichen Tag möglich. Aber wie das so ist mit den Spatzen und den Dächern: jeder kann es hören, weshalb ich auch nicht den Trick für den Süden verrate.

Glücklicherweise traf ich auf einen Briten, der einen der Beamten dort genauer kennt und nach einigem Hin und Her haben wir uns vor der Konsulatspforte heute Abend verabredet. Wenn das funktioniert — ich glaubs erst wenn ich den Pass in der Hand hab — kann ich eine weitere Telefonnummer in mein kleines Schwarzes Buch eintragen. Damit darf ich morgen früh schon wieder ins Königreich zurück und meine Theorie testen, es gäbe eine direkte Busstrecke von Rayong in den Nordosten.

Den Rest des Tages verbringe ich mit meiner neuen Gesprächstherapie. Ich bin ja ein Menschenhasser. Wenn mich nur jemand freundlich genug ankuckt kuck ich möglichst verschlossen zurück, er/sie könnte ja ein Gespräch anfangen. Das mache ich seit gestern nicht mehr, weil ich ja auch für meine spätere telephonseelsorgerische Tätigkeit mit den Leuten sprechen muss. Den Morgen habe ich mit entspannten Einzel-Gesprächen mit einem Japaner, einem Thai und einem Briten (obigen) gehabt. Und wenn man nur lang genug an der gleichen Stelle steht, kommen auch weitere Gespräche zustande. Gestern hat ein _ur_alter Laote mit verfaulten Füssen glatt angefangen, mir Französisch beizubringen.

PS: Dummerweise hab ich alle Photos von gestern gelöscht, weil die dämliche Canon-Kamera (A620 oder so) in Hinsicht auf Usability DAS LETZTE IST!!!txp:gho_footnote Nur nicht zugeben, dass ich statt cancel erase gelesen habe und die gegenüberliegende Wahlmöglichkeit gar nicht angesehen habe, ehe ich sie klickte. Aber wieso gibt es auf diesem Teil auch kein Menü wo mir angezeigt wird, wieviel Platz ich noch habe?</txp:gho_footnote> Das musste mal gesagt werden. Wackelige aktuelle Mobiltelephonphotos gibt es dafür im Seitenkopf. Der Thaimobilfunk reicht bis ungefähr 500 Meter übers Ufer in Laos hinein und mein Bett ist nur 20 Meter vom Mekhong entfernt.

PPS: Die Spacetaste geht immer noch nicht.

Laos: Savannakhet

  1. Internet haben sie
  2. Die Nacht war von Ungewissheit geplagt, in welchen Bus sie mich gesteckt haben. Da stand alles Mögliche drauf, nur keine romanischen Schriftzeichen.
  3. Freundschaftsbrücke 2 = nett.
  4. Wetter = eiskalt am Morgen und nun sehr heiß
  5. Absteige: sag ich lieber nicht. Ist aber in Laufnähe zum Königlichen Thailändischen Konsulat.
  6. Internetcafe: Das erste Mal in einem Internetkaffee. Die Spacetaste hängt und die Windowstasten fehlen. Anbindung langsam. GMail wird nicht geladen. Kein Skype. Mal sehen wie sie hier reagieren, wenn ich Porno-Seiten lade…
  7. Savannakhet: Die Reiseführer sagten verschlafen. Ich sage verfallen.
  8. Rechtsverkehr. Sie fahren aber wo sie wollen.

Busfahren in Bangkok

Lustig finde ich übrigens die Bustickets für den Krungtheper Nahverkehr. Das sind so kleine Schnippsel mit einem Nominalwert (bspw. THB 20) die dann ringsherum an aufgedruckten Nummern eingerissen werden um das auf bspw. THB 15 zu relativieren (oder zu addieren?).

Die Kassiererin läuft mit einer metallenen Rolle durch den Bus und klappert dabei immer mit dem Kleingeld in selbiger. Man versucht ihr dann zu erklären, wo man hin will (mich verstehen sie dabei nie gleich) und sie rei?t ein wenig am Ticket herum und sammelt das Geld ein.

Schwarz fahren gibt es in Bangkok übrigens nicht, denn wenn die Kassiererin den Fahrgast übersieht, dann ist es ihre Schuld, nicht die des Zahlers.

5eleven: Der wahre Fünf-Elfer

Ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich mit meiner Reisebeschreibung ins industrielle Rayong ungefähr so lange brauche, wie ich hier sein werde. Also werde ich mal schnell die Geschichte vom echten Fünf-Elfer erzählen, ehe ich das noch vergesse. Man ist ja nicht mehr allzu jung.

Wenn man am Busbahnhof in Bangkok ankommt, dann befindet man sich nicht an dem Busbahnhof sondern an einem von mindestens dreien. Ich kenne den südlichen, den östlichen und den nordöstlichen Busbahnhof. Am Neuen Flughafen in Subvarnabhumi gibt es auch noch einen. Und sicherlich im Norden oder Nordwesten noch einen oder zwei. Jeder dieser Bahnhöfe führt in ebendiese Richtungen aus Bangkok hinweg. Ich hatte also vermutet, dass ich von meinem Ankunftsbahnhof nicht nach Rayong kommen würde. Warum auch. Direktverbindungen ist was für Knotenpunktfetischisten.

Also fragte ich kurz eine der netten “Nakhon Si Thammarat” schreienden Damen im Busterminal (wenn Busse nahe am Abfahrtstermin sind, wird es immer sehr laut), wie ich denn nach Rayong kommen würde. Sie meinte “not here”, ich meinte “Yes, I know. I think I have to go to Erkamai, Southern Terminal?”, sie schrie was auf Thai zu jemanden rüber, er schrie zurück und sie sprach “5eleven!!! Haa Sip Et!” und beachtete mich fortan un. (Haa Sip Et hei?t auch fünf elf.)

5eleven. 7eleven. 9eleven. Irgendwie haben sie was mit Zahlenkombinationen.

Ich machte mich erstmal zu einem 7eleven auf und kaufte ein Wasser (7 Baht, in Samui würde man schon mal 20 dafür hinlegen dürfen). Irgendwie mache ich das immer, wenn ich in Bangkok ankomme. Wasser kaufen. Irgendwo hinstellen und erstmal Nase, Augen und Ohren an das Chaos gewöhnen. Man wird in der Regel pro Minute von zwei Taxifahrern angequatscht, wo man hin will. Ich sagte dann immer “Ha Sipp Et” und sie sagten “Ah Haa Sipp Et” und liessen mich stehen. Nach einer Weile sagte einer dann “Ah, Erkamai. Tii nii haa sip et!” und zeigte mir auch noch die Haltestelle (die sich genau vor meiner Nase befand).

Freundlich sind sie ja, die Taxifahrer. Aber es nervt trotzdem, wenn sie einem förmlich die Tasche klauen wollen und erklären, dass das Taxi Aircondition hat. “Bus not have. Bus hot!” — das sagen sie früh um Sieben bei 23 Grad in der Morgensonne.

Jedenfalls kam dann auch schon eine 5eleven und fuhr weg. Ohne mich. Sie blieb mitten auf der Strasse stehen, links und rechts davon Taxis und am Strassenrand noch ein Bus. So schnell wie sie kam und ging hatte ich noch nicht einmal den Seesack angehoben. Die zweite 5eleven wartete etwas kürzer und so kam ich sogar bis zum Stra?enrand, ehe sie wieder fort fuhr.

Inzwischen gesellte sich ein weiterer Farang zu mir, der auch auf die 5eleven wartete und wir betrachteten uns mit dem abschätzenden (nicht -igen) Blick des Deutschsprachlers, der nicht genau weiss, ob er einen Sprachgenossen vor sich hat weil beide versuchen möglichst akzentfrei zu sprechen und es dann eben beim Englischen belassen. Mit ihm zusammen verpasste ich den dritten Bus — dieser fuhr uns vor der Nase weg. Inzwischen hatte ich bereits festgestellt, dass die 5eleven-Busse immer Orange sind. (Vier Jahre deutsches Ingenieurstudium haben in mir die Fähigkeit erwachen lassen, Situationen und Systeme analytisch zu betrachten und auf Schwachstellen zu durchsuchen.) Die Schwachstelle lautet hier: Berührung. Hat man seinen Finger am Bus, fährt er nur langsam weiter und man kommt rein. Bus Nummer 4 ward dann geentert.

Die Kassiererin des Busses warf uns dann an der nächsten Haltestelle mit den wahrhaft informativen Worten “No! Express!” wieder raus. Ob es nun der Express-Bus war, den ich nehmen sollte oder der Express-Bus war, den ich nicht nehmen sollte wei? ich bis heute nicht.

Wir (der Farang war immer noch in der Nähe) warteten einfach auf die nächste 5eleven und enterten sie (nach einer Weile hat man Routine darin). Dort nahm man mir 20 Baht ab (das muss man sich mal vorstellen: mit einem Taxi wäre ich um diese Zeit unter 300 Baht ohne Highwaygebühren nicht weit gekommen) und ich lies mich erwartungsfroh in einen Schalensitz sinken. Ich habe es dann sogar noch geschafft, der Kassiererin das Versprechen abzuringen mir mitzuteilen wann ich aussteigen muss.

Der Bus wurde von einer Frau gefahren, die wie ein Mann fuhr. An Haltestellen hielt er (der Bus) grundsätzlich nicht sondern rollte langsam weiter. Wenn ein Farang (wir waren inzwischen zu dritt) aussteigen musste, schrie die Kassiererin “Farang bai” nach vorne (“Der Farang geht!”) und wenn der letzte Fu? sich vom Trittbrett abhob ein “Bai”. Bei mir war es genauso. Die Thais mussten während der Fahrt abspringen.

Vorher aber konnte ich einige Stationen lang (ungefähr 20 Minuten rasanter Fahrt) die idyllische Morgenruhe Bangkoks genie?en und Schauplätze jüngerer thailändischer Geschichte vorbei rasen sehen.

Aus dem Bus geworfen dachte ich zuerst, an der falschen Haltestelle abgesetzt worden zu sein, weil weit und breit kein Busterminal zu sehen war. Nach ein wenig Suchen aber fand sich dann ziemlich versteckt um zwei Ecken ein Terminal, das genau wie das südliche aussah sowie weniger Busse, mehr Militär und eine Route nach Rayong aufwies. Nach wenigen Minuten sank ich in die flauschigen Sitze eines leeren akklimatisierten Busses und hoffte, gen Rayong zu fahren.

Womit wir (also ich und die regelmä?igen Leser dieser kleinen Publikation) uns an der Stelle befinden, wo es hier weiter geht. Ich wollte schon immer mal einen Link mit dem Text hier haben.

Dies und das

Irgendwie viel zu viel zu tun “auf Arbeit”…

  1. Ich bin nun seit zwei Jahren in Thailand. Hab ich glatt verpasst. Im Januar 2005 setzte ich Fu? auf Land und Insel. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um chaotisch rumzureflektieren. Das erspare ich euch aber.
  2. Der alte Krungtheper Flughafen wird wieder für den lokalen Flugverkehr auf machen weil der Neue immer noch nicht richtig fertig ist. Als vergangene Woche Thaksin im Land vermutet wurde kamen schnell die Witze in der Art “Stimmt, ich habe ihn in einer Warteschlange vor den öffentlichen Toiletten in Subvarnabhumi gesehen”. Muahaha…
  3. Für ausländische Firmen wird die Firmengründung weiter erschwert, denn nun müssen mindestens 50% des Kapitals von den thailändischen Teilhabern kommen. Hehehehehehehehehe…
  4. Aus meiner Lieblingsserie “Das erste Mal”: Ich habe nun ein Exchange-Postfach und nutze das mit Outlook. Da kann man ja ne Menge Unfug mit treiben, Aufgaben verteilen, Leute nudgentxp:gho_footnote anstupsen?</txp:gho_footnote> und Kategorien für allen möglichen Kram verteilen. Nur Kontaktkarten nach Kategorie farblich einfärben — das geht irgendwie nicht. Microsoft hats wohl nicht so mit Farbe.
  5. XP-Rechner mit Alzheimer: Ich habe zwei Rechner im Netzwerk, die einfach nicht die lmhosts lesen wollen. Alle Microsoft-Support-Tipps (“Beachten Sie, dass Sie die Datei nur mit Notepad oder dem DOS-Editor bearbeiten und am Ende eine Leerzeile einfügen”) sind recht sinnlos. Naja. Nörgeln nur im Hinterkopf. Aber es ist schon gut, dass es unter anderen (nennen wir sie mal) Betriebssystemen Tools gibt, die ihre eigenen Configs vor dem Starten durchtesten und Fehler melden.
  6. Morgen starte ich eine kleine Reise nach Laos. Auf eigene Faust, ohne Reiseleitung. Nur mit kleinen blauen Karteikarten wo ich mir die Ortsnamen phonetisch und romanisch und in Thai drauf schreiben werde. Mal sehen, ob wir uns wieder lesen.

Samui im Fernsehen

Eben kam Samui im Fernsehen. Ihr wisst schon, die kleine Insel im Golf von Thailand. Viele Touristen sagen ihre Reisen ab, weil es hohe Wellen gibt. Na super. Es gibt ja auch nur Wasser auf Koh Samui. Passenderweise hat man den Bericht mit Bildern von halbnackt am Strand röstenden Farangs versetzt. Mich erklären meine Bekannten auf der Insel immer für verrückt, weil “you farang, you have to go beach and swim”.

Neulich sagte ich zu einer Freundin, ich müsse noch schnell zum Strand. Woraufhin sie meinte, das ist gut, dass ich endlich mal ein bisschen Sport treibe. Dass ich nur den letzten Sonnenuntergang photographieren wollte, hat sie mir nicht geglaubt.

Jedenfalls braucht man die Insel nur ein mal für ein paar Tage zu verlassen, um sich auf ihr wieder wohlzufühlen. Therapie geglückt würde ich sagen. Jetzt nur noch die letzten Wochen überstehen…

Grün

Sagte ich schon, dass ich mein Haus mag? Außen hat es ein leichtes Gelb und innen ein leichtes Grün. Optimale Farben. Nicht so lieblos dahingeklatschtes BraunGelb und Pinke Gardinen wie im “alten” Haus. Eigentlich habe ich gar keine Gardinen…

Wird Zeit, dass ich wieder heim komme…

Thaksins roter Pass ist weg.

Man erinnere sich bitte mal: Im November hatte man überlegt, wie man es anstellt, dem Thaksin Shinawatra, im September ungnädig in Abwesenheit hinweg geputschter Ex-Premierminister, seinen Diplomatenpass abzunehmen. Er reiste in der Welt herum, selbst Anfang der Woche hatte man noch erzählt, er wäre in Thailand gesehen worden.

Alle ehemaligen Premierminister vor Thaksin durften ihren diplomatischen Pass behalten, auch wenn sie vom Thron geputscht worden.

Nun ist er weg. Der Pass. Und der seiner Frau auch gleich mit. Oder um es genauer zu sagen, die diplomatischen Pässe sind ungültig erklärt worden. Das war es dann wohl mit dem Alterssitz in London, dort bekommen undiplomatisch reisende Thais nur ein 30-Tage-Visum.

Mein Bild

Mein Bild hab ich mir zu Weihnachten 2005 geschenkt. Für normale Touristen kostet so eine billige Dali-Kopie 7000 Baht, ich hab Fu vorgeschickt und es für 1500 Baht und 500 Baht für den Rahmen (irgendwie mussten sie dann noch Geld herausschlagen) bekommen. Dann fing es an zu regnen und ich bin mit dem Moped im Regen heim gefahren und Fu mit dem Bild im Taxi.

Dann stand das Bild 7 Monate verpackt in der Gegend rum. Dann bin ich umgezogen und die neuen Hausbesitzer erlaubten mir “ein” Bild aufzuhängen.

Ein langer Weg für Mein Bild™. Aber es hängt nun und ich habe es genau im Blickfeld den ganzen Tag. Sehr schön. Irgendwie habe ich schon jeden Quadratzentimeter einmal photographiert.

Man beachte wie gut sich die Farben des Hauses mit dem Bild ergänzen. Ich mag mein Bild.

Zerrissene Familie

Ich vermisse meine Hunde. Und sie vermissen mich. Und Fu vermisst mich auch, aber nur, weil sie auf die Hunde aufpassen muss und endlich mal merkt, dass das mehr Arbeit ist als nur einen Hund auf dem Arm zu tragen und von allen bequatscht zu werden, was das doch für ein sü?er kleiner Kerl ist.

Pokki hat gerade eine Dusche über sich ergehen lassen. Und wenn man genauer sucht (Klick aufs Bild lädt flickr und dann ist ein Kasten drum), dann sieht man auch Soosie, die schon genau wei?, dass sie bald geduscht wird.

Murphy im Quadrat

So. Mal angenommen es kündigt sich an, dass man nach einem halben Jahr 5kB mit den mobiltelefonischen Modem endlich wieder mit einer ADSL-Internetleitung am onlinen Leben teilhaben darf — was würde denn dann frei nach Murphy geschehen?

Möglichkeit 1: Ein Erdbeben zerstört Tiefseekabel und der Traffic aus China wird über Thailand geleitet.

Möglichkeit 2: Die DSL-Leitung gibt den Geist auf.

Da ist es eigentlich klar, dass beides eintritt, wenn es um mich geht, oder? Letzte Woche leitete man Dienstag und Mittwoch plötzlich die Chinesen über Thailand — jede zweite aufgerufene Website brachte ein Timeout. Am Donnerstag haben sie den Traffic dann auf ein Highspeedkabel zwischen Bangkok und Frankreich geschaltet. Sehr schön. Dummerweise geht seither das DSL nicht mehr. Aller 5 Minuten bricht die Verbindung ab und am Wochenende war es ganz tot.

Sehr schön. Schon mal ein Viertel meiner “Ausbildungszeit” vergammelt. (Allerdings wei? ich jetzt auch, dass zwei Türme auf einer Linie gewinnbringend sein können und ein Läufer alleine nichts nützt.)

PS: Die Typen von TOT (der Telefongesellschaft) sind grade hier und ja auch ganz sü?. Auf der Insel war das nicht so…

Bombendrohungen in Bangkok

Die Tage seit dem Jahreswechsel sind gefüllt mit Bombendrohungen. Nahezu keine Stunde ohne erneuten Bombenalarm. Einkaufszentren, Schulen, Redaktionen… nicht nur in Bangkok. Entweder reagieren Leute verängstigt auf offen stehende öffentliche Telephone oder einsam herumstehende Taschen oder Leute stellen tatsächlich Taschen mit herausstehenden Drähten irgendwo hin oder rufen an, um zu erklären, dass sie Bomben deponiert hätten. Hysterie und Vandalentum halten sich somit die Waage. “Echte” Anschläge au?er den seit zwei Jahren beinahe täglich geschehenden im Süden gab es aber seither nicht. Die Behörden wachsam.

Das kleine “Gibt es einen erneuten Putsch”-Fiasko von Donnerstag-Abend will das CNStxp:gho_footnote Council for National Security</txp:gho_footnote> nun mit Vorabmeldungen an die ?ffentlichkeit umgehen. Für die kommende Zeit erwarten jedenfalls sowohl die Regierung als auch das CNS weitere Versuche, die ?ffentliche Ordnung zu stören und Chaos zu säen.

Nun frage nicht nur ich mich, wer denn nun hinter den Anschlägen steckt.

Da gibt es (meiner Meinung nach) 4 verschiedene Möglichkeiten:

  1. Die Separatisten im Süden. Die benutzen schon seit langem durch Mobiltelefone gezündete selbstgebastelte Bomben. Allerdings sollen die in Bangkok verwendeten Bomben anderer Bauart gewesen sein. Mal ganz abgesehen davon, dass sich ein anderes Datum als geschichts- und bedeutungsträchtigeres angeboten hat.
  2. Thaksins “Alte Macht-Riege”. Das ist eine Theorie, die gleich am Silvesterabend die Runde machte und dem Redaktionsgebäude von The Nation sogar eine Bombendrohung einbrachte . Angeblich sollen Geheimdienstmitarbeiter gesagt haben, dass Thaksin und Mitglieder seiner alten Regierung hinter den Anschlägen stecken. Das (ich nenne es mal) Gerücht hält sich weiterhin. Thaksin hat gefaxt, dass er es nicht war sondern die Muslims im Süden (bzw. eine Vereinigung die die Unabhängigkeit des Südens anstrebt), die darauf hin erklärt haben, dass sie es nicht waren.
  3. Chaoten die ein wenig Unruhe stiften wollen.
  4. Das Militär. Eine neuere Theorie besagt, dass das Militär dahinter steckt. Entweder die Putschisten vom September, dann um ihre Macht zu stärken und ungeliebte Gegner vorerst mundtot zu machen (man sagt, Sonthi und Premierminister Surayud haben unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der Behandlung Thaksins und seines Vermögens) oder eine Gruppe von Militärs, die innerhalb des Militärs gegen Sonthi und die Militärführung arbeitet. Interessanterweise hat der Verteidigungsminister neulich gesagt, die Täter tragen eine Militäruniform .

So. Wer war es also? Ich bezweifle, dass man das irgendwann aufklären wird, würde aber mal stark auf die alten oder neuen Mächtigen tippen. Oder welche, die es gerne mal wären. Man erwartet jedenfalls weitere Anschläge .

PS: Die Thais, mit denen ich mich so unterhalten habe, meinen alle, Thaksin steckt dahinter.

Ohne Worte

(Dieses Bild habe ich aufgenommen im September. Es gibt es noch mehr lustige Photos in dieser Art, die ich bei fehlenden Themen posten werde. Hin Da Hin Yai ist immer ein springender Quell an Motiven… )