Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Der unbekannte Feiertag

Heute ist irgendein Feiertag. Ich bin heute morgen nach Nathon gefahren (ein etwas verlängerter Arbeitsweg) und alle Tempel waren übervoll mit Menschen. Die Kinder rennen nicht in Schuluniform in der Gegend rum. Es muss also irgendwas los sein. Mal investigieren.

In Khon Kaen schreibt man übrigens heute, am deutschen Nationalfeiertag (muahah) die Deutschprüfung. Sehr passend, wie ich finde.

Mii kwaamsut wuan gert!

Gestern war ich auf der Geburtstagsparty der Freundin meines Chefes. So. In Deutschland hätte ich das nie gemacht, auf die Freundinnensgeburtstagsparty meines Chefes zu gehen. Einerseits war ich die längste Zeit mein eigener Chef und andererseits hatten die Chefs keine geburtstagspartybesuchenswerten Freundinnen oder waren selbst geburtstagspartyunwert oder ich hab nicht lang genug für sie gearbeitet um auf eine derartige Veranstaltung zu kommen. Wie auch immer. Ich war da. Der Alkohol floss in Strömen (zumindest habe ich hinterher das Gefühl) und hier ist der Chang-Bericht.

Chang 0: Was schenken? Was um Himmels willen schenkt man denn der Frau des Chefs. Ethnokram ist äusserst ungünstig bei Leuten, die der Ethnie des Ethnokrams entsprechen (geiler Satz, sorry, der fiel mir heute Nacht (spätnachts) ein und musste leider so genutzt werden, man sollte immer ehrlich mit sich selbst sein) und Bücher sind bei Nichtlesern auch eher als Wurfobjekt in häslichen Diskussionen nutzbar. Ich begab mich also nach kurzer Rücksprache mit verschiedenen Kapazitäten auf dem Bereich der Wünsche junger Thaifrauen auf die Suche nach einem “Baum”. Ich nahm an, dass es um pflanzliche Grossobjekte ging, also Sträucher oder derartiges. Ich verbrachte 2 Stunden damit, nach werten Objekten zu suchen. (Leute, wir haben hier einen Markt für Blühpflanzen in Töpfen. Gibts einfach nicht. Oder doch. Gibts, aber man möchte sie ein paar Wochen aufpäppeln ehe man sie verschenkenswerterweise weitergibt. Also entschied ich mich nach erfolgloser Suche das Risiko der Musikgeschenke einzugehen. Und da ich meinen Chef mag, hab ich ihr letztenendes eine Dreier-Karaoke-VCD von, ähm, einer derzeit überaus gehypten thailändischen Sängerin geschenkt. Ähm, ja, genau, Parn. Man kann den Fernseher nicht einschalten ohne sie vorgesetzt zu bekommen. Nun kann der Chef mit seiner Freundin schöne Abende vor dem Fernseher verbringen und Liebeslieder aus Thailand singen. Haben wir doch Beiden eine Freude gemacht. (Ich trau mich gar nicht, das Smiley zu setzen.)

Chang 1: Ich komm also auf die Party und werde von verschiedenen Thaifrauen mit freudig erregt hochgezogenen Augenbrauen begrüsst. Wir teilen die Party in weibliche (laut, quirlig, airconditioned) und männliche (bierflaschig, verandig, technoblablaig) Gesellschaft. Das war wie früher im Ferienlager bei der Abschlussdisko. Links die Frauen, rechts die Männer. Nur das Bier war neu. Und Thailand als Location.

Chang 2: Mehr Frauen kommen. Wir werden aufgefordert zu essen. Essen ist wichtig, damit wir nicht vom Fleisch fallen. Noch mehr Frauen kommen. Mehr Männer kommen. Ich erfahre interessante Dinge darüber was andere Leute über mich erzählen (nur Gutes) und unterhalte mich ziemlich gut. Ich mag ja Parties so überhaupt nicht. Aber die fing an, remarkable zu werden.

Chang 3: Ich glaube ich habe eine neue Wohnung gefunden. Mal sehen. Später mehr. Ich bekomme bei einigen der anwesenden Leute das Gefühl, sie öfter mit Bierflasche sehen zu müssen.

Chang 4: Ich stelle fest, dass beer yen yen dii maak maak ist und siedle in das Haus (Frauenecke) über, nicht ohne mich gleich dafür zu bestrafen. Thaifrauen mit Alkohol im Blut können sehr offensive (bitte englisch aussprechen) ihre Bedürfnisse vortragen.

Sangsom 1: Hände auf meinen Beinen, weibliche Klänge, zweideutige Unterhaltungen, Hühnerschenkel. Ich bin ja schon froh, dass nur noch 6 Hühnerschenkel übrig waren (könnte sein, dass es keine volljährigen Hühner waren, die Schenkel waren so klein), so konnte ich den Rückfall vermeiden. Und Chilli, der kleine Köter mit dem Kindchenschema (ICH WILL EINEN HUND! JETZT! ODER EIN KIND!) hat auch noch kräftig mit gemampft. (Und ich bin jetzt als hündchenkraulender Softie abgestempelt. Erst mal ein bisschen prügeln gehen.)

Ich glaube, es ist bei einem Sangsom geblieben. Ich bin dann mit zwei Telefonnummern mehr irgendwann gegen halb zwei nach Hause gefahren und habe beim Abschied noch die Worte “When you wake up you will forget me” gehört. Das “you will forget me” scheinen die Thaifrauen hier in der Schule im Fach “Nützliches Farangsprech” gelernt haben. Ich werde mich also wie bei allen anderen Frauen, die das zu mir gesagt haben nicht melden. Das lernt man bei uns in der Schule im Fach “Nützliche Fehlinterpretationen für emotionale Stabilität”.

PS: Mal eine Frage an die Raucher unter meinen Lesern: WIe bittesehr könnt ihr morgens aufwachen mit diesem Geschmack in der Fresse und euch trotzdem wieder einen Stengel reinschieben?

PPS: Ich kann nicht sehr besoffen gewesen sein, ich habs noch geschafft, mein Bett komplett neu zu beziehen.

PPPS: Sie sind auf dieser Seite gelandet, weil sie bei Google nach “erregte Thaifrauen” gesucht haben? Selber Schuld. Schlappschwanz. Porno gibts anderswo. Das hier ist ne Familenseite.

Der Thaiway III

Zitat des Tages: “You know! This is against the law. So it took long time because she is afraid. But she know my sister.” — Mal so völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Lustig trotzdem.

Der Papst und seine Kritiker

Der ehemalige Kardinal Ratzinger trifft sich derzeit erstaunlich häufig mit Kritikern der katholischen Kirche. Die Medien freuen sich und schreiben von Reformen, die sie erwarten und kleinere Kritikergruppen beschweren sich, dass sie nicht eingeladen werden. Naja. Könnte man auch anders interpretieren. Packen wir ein bisschen Sun Tzu und Macciavelli dazu klingt es dann so: Kenne deine Gegner. Lerne ihre Schwächen kennen. Wähne sie in Sicherheit. Halte sie in deiner Nähe. Könnte mir glatt sympathisch werden. Der Papst.

Jame Blunt: Dont go

And dont forget, i’ll be watching you, And the meaning of your motives will come shining through,

Is it a warning, is it an evil sign, is it a people, who had lost their mind, is it the darkness, is it a man resigned, is it a best friend leaving you behind

And don’t forget that i’ll be watching you, and the meaning of your motives will come shinning through…

Is it a warning, is it an evil sign, is it a people, who had lost their mind, is it the darkness, is it a man resigned, is it a best friend leaving you behind, is it a good thing, is it a gifting kind, is it a profit with a one track mind, is it the finish, is it a fearful find, is it the centre as your brain unwinds…

Don’t go where you been before, dont go sleeping on the floor, dont go down on dirty whores, dont lose your self

is it evil, is it gunna make u sick, is now a time that you realise that you betta get out quick, is it hunger is it making you feel pain, did u give u all, cuz ur only small and now your bodys drained, is it ever gunna stop, will they ever let u go, you’re in a rush, they dont care enough, and theyre thinking very slow, time is ticking on, we dont get a second shot and in 60 years,we gotta face our fears, and show the cards we’ve got…

Don’t go where you been before, dont go sleeping on the floor, dont go down on dirty whores, dont lose your self

Arbeitsplatz

Heute haben wir nach langer, ähm, Bestellzeit endlich ein paar Tische bekommen um sowas wie Arbeitsplätze aufzubauen und nicht den ganzen Schreibtisch mit Computer voll stehen zu haben. I am very confident that the boss will also get us the massage-coworker we are requesting as often as we requested the tables. Der reelle Systemanalytiker gegenüber hat gleich aus allen möglichen Ecken des Büros Kisten mit Kram herangeschafft und messie-mäßig die Liegefläche bepflastert. Ich hab ein wenig Raum geschaffen. Zum Atmen. Für Kram hab ich meinen Rolli. Ausserdem hab ich meinen Arbeitsplatz wieder an einen besseren Beobachtungspunkt gestellt. Man ist ja immer noch Single.

Die Pflanze kam übrigens auch heute und wurde Gerhardt getauft — eine Reminiszenz an den scheidenden von mir damals gewählten Kanzler.

Beachten Sie bitte die schäbige Qualität des Bildes. Meine Kamera wird wohl demnächst unweigerlich medienwirksam zerstört werden. Vorher muss ne neue her. Und ein Mobile mit Thaibuchstaben für SMSe. Und verschiedener anderer Kram. Wird ein teures Jahresende.

Verpasste Gelegenheiten Teil 254

Neulich dachte ich mir, es wäre ja mal ganz nett, meiner Mutter irgendwann zum 50/50-Geburtstag zu gratulieren. Das ist der Geburtstag, wo man doppelt so alt wie sein Kind ist und einer der Geburtstage, die man neben den 1000ern wirklich feiern sollte, nicht diesen jährlichen Kram. Gestern dann hab ich mich daran gemacht, das Datum auszurechnen. Dumme Sache. Der war letztes Jahr im April. Irgendwie sind wir alle ziemlich alt.

Schie??erei im Teeladen

In der Krisenregion im Süden Thailands gab es erneut eine Schießerei mit Toten in einem Teeladen . Der Angriff war dem Angriff ähnlich, in dessen Folge in der vergangenen Woche zwei Soldaten der thailändischen Armee in einer Moschee <txp:gho_permalink id=“394”>gefangen gehalten und zu Tode gefoltert wurden</txp:gho_permalink>.

Nebenbemerkung: Ich hatte bereits vor meinem Flug hierher von vereinzelten Bombenanschlägen und Unruhen im Süden gehört. Inzwischen kommt es mir aber vor, als ob die Anschläge sich häufen. Andererseits kann es auch sein, dass die Berichterstattung über die Vorfälle ausführlicher werden, weil die Nachbarstaaten, speziell Malaysia, beginnen, über Hilfe im Konflikt nachzudenken.

Nebenbemerkung 2: Und hier im Blog gibts jetzt eine neue Kategorie “Thailand in den News ” — natürlich nur, damit man mich in den vielen Blogranking-Wettbewerben und Preisverleihungen als Newsblog listen kann.

Buddhatag zu Ende

Und so pflegen Buddhatage bei uns zu Ende zu gehen. Mit Regen. Grad noch chatte ich mit jemandem in Khon Kaen der mir sagt, es würde dort regnen und prahle mit Sonnenschein und 10 Minuten später war es geschehen. Jetzt kann ich wenigstens sagen, dass ich nicht nach Hause kann, weil es so sehr regnet.

R??ckenmassage

Buddhatag. Ich muss mir langsam mal merken, dass die einzig gute Zeit für Big Buddha vor 9 Uhr liegt. Danach kommen die Touristen. Heute sprach der ganze Tempel Deutsch. Fürchterlich. Zwei Sachsen: “Also hier zieh ich meine Schuhe nich aus, nur wenn es Schatten gibt.” Zwei Omas sahen mich mit Geldstücken Glocken anschlagen und haben es nachgeäfft. Wirklich nachgeäfft, mit Kichern und ziemlich unaltem Verhalten. Und dann die komische Frau, die sich hinkniete vor einen der unteren Buddhas, die Hände nach Dürer faltete (sollte wohl ein Wai sein) und dann dümmlich seitlich in die Kamera grinste.

Naja. Und der große Buddha bekommt irgendein seltsames Gebilde hinter den Rücken gebaut.

Nichts destotrotz bin ich meine drei Wünsche losgeworden und bin sicher, dass zumindest zwei erfüllt werden. Der dritte wird dann quasi der Gottesbeweis.

Mehr Bilder bei Flickr . (Mist, ich glaub, ich brauch wirklich einen Professional Account. Das Limit ist fast verbraucht von den paar Bildchen)

Technokram: Thaibuchstaben f??r euro-XPs

Also es gibt ja hin und wieder Leute die sich bei mir melden und sagen, dass die Thaibuchstaben auf diesen Seiten nicht angezeigt werden. Das kann schon sein, besonders auf europäischen Windows-XP-Rechnern (wer ältere Windowsversionen verwendet, sollte sich mal Gedanken machen ob er sich nicht Gedanken machen sollte). Laut diesem Forumseintrag hier soll es aber sehr einfach sein, Thaischriften nachzuinstallieren. Teste das mal einer. Dass die Buchstaben im Firefox unter Mac (und im Thunderbird) nicht dargestellt werden dürfte ein anderes Problem sein.

Ansonsten sind mir andere Browser als der Firefox ziemlich egal, auch wenn sie neuerdings kostenlos zu haben sind und der Firefox sich langsam zum Internet Explorer mausert.

Ich. Mal wieder.

Eben bin ich aus Versehen auf den Auslöser meiner kleinen hässlichen Kamera gekommen. Dabei entstand dieses Photo:

Dazu gibt es ja einiges zu sagen. Fangen wir mal an:

  1. Das T-Shirt ist eines von drei Kleidungsstücken, die ich noch aus Deutschland habe. Der Rest ist einheimische Produktion. Ich habe das schon vor längeren festgestellt. Die drei Kleidungsstücke habe ich auch nur noch wegen der dahinterstehenden nostalgischen Gründe.

  2. Alle fragen mich immer, ob ich in Lübeck studiert habe. Nein. Hab ich nicht. Man muss nicht bei Nike arbeiten um Nike auf dem T-Shirt stehen zu haben.

  3. Falls ihr mal ein Fenster zur Verfügung habt, seht kurz hinaus und dann auf das, was ich sehe, wenn ich aus dem Fenster sehe. (Das im Hintergrund ist das Fenster.)

  4. Meine Haare sind dann ja doch ziemlich lang. Ich bin am Überlegen, ob man da nicht mal mit scharfen Haarkürzern (preferable female) ran sollte. Am Dienstag hat man mich sogar gefragt, ob ich nicht in einem Film, den irgendein Hollywoodstudio zur Zeit in Surrat Thani dreht mitspielen will. Gibt wohl Geld und man muss einen Piraten spielen und sie suchen noch langhaarige Kaukasier dafür. Das trifft wohl auf mich zu. Nichtsdestotrotz werde ich nie in einem von Hollywood finanzierten Film mitspielen. Aus Prinzipgründen. Da kann mich auch eine eigene Seite bei imdb.com nicht locken.

  5. Ich lächle. Dieses Lächeln sieht sogar ganz gut aus, finde ich. Lächeln ist wichtig in Thailand. Lächelt man nicht, kann es schon mal passieren, dass man gefragt wird, was denn nicht stimmt. Allerdings ist dieses Lächeln falsch. Aufgesetzt. Aber auch das kann ich inzwischen.

  6. Die Geheimratsecken sind tiefer. Die Stirn bekommt Falten. Es geht bergab. Man macht sich so seine Gedanken. Dazu mehr später.

Blablabla Kap

Eben klopft es im Chefbüro an die Tür. Unsereins ist ja freundlich und kuck nach, wer da was Samstags von einer Farang-Firma will. Vor der Tür steht ein kleiner Thai, der mich mit einem Schwall wohlgemeinter Worte überflutet. Ich sage “Phom Mai Kautschai” (Ich versteh dich nicht). Er lacht, freut sich und sagt wieder irgendwas mit den selben Worten und einigen Erweiterungen. Nun hält er mir einen Zettel entgegen. Ich glaube verstehen zu können, dass er jemanden sucht. Also kuck ich mir den Zettel an — nur Thaibuchstaben. So langsam rächt es sich, dass wir nur Verstehen und Sprechen aber nicht Lesen und Schreiben lernen. Ich erkläre ihm also, dass ich des Thailesens nicht mächtig bin (“Phom mai samaat aan Thai”) und er soll doch mal zu den Anwälten gehen, die kleine Sekretärin ist heute da und versteht ihn sicher. Er kuckt zum Anwaltsbüro, zu mir, zum Anwaltsbüro, sieht mich sehr sehr ungläubig an und geht wieder.

Hmm. Das nächste Mal muss ich diese Dialoge mal aufnehmen. Ich habe das dumpfe Gefühl ich hab was Falsches gesagt.

Mai (in meinem “Ich versteh dich nicht”) kann übrigens je nach Betonung nein, Holz, Seide, neu und brennen heissen. Jetzt frag ich mich natürlich ob “Ich verstehe Holz” sowas wie “Ich versteh nur Bahnhof” heisst, was ja durchaus einen Thai dazu veranlassen könnte einen Schwall Worte ausführlicher nochmal zu wiederholen. Was ich ihm gesagt habe als ich darauf hinwies kein Thai lesen zu können möchte ich gar nicht wissen.

Merke: Sage einem Thai nie auf Thai dass du ihn nicht verstehst. Das versteht er nicht.

Zwei Soldaten in Tanyong Limo zu Tode gefoltert

“Two Thai soldiers, who had been held hostage in a mosque in southern Thailand (Tanyong Limo village, in Thailand’s disturbed Narathiwat province), were beaten to death 18 hours after they were seized, an army officer said. As some 2,000 anger villagers prevented authorities from entering the mosque, the two were stabbed in their stomachs and badly beaten about their heads.”

Photos (manche explizit, oben auf “Event” klicken (auch ein bisschen zynisch die Wortwahl))

Mir fehlen die Worte. Manchmal liest man in der Bangkok-Post, dass viele Moslems den Süden Thailands verlassen und nach Malaysia auswandern. Es gibt immer mehrere Wege, ein Problem zu lösen. Diese beiden sind falsch. Wenn es Tote aus religiösen Gründen gibt, dann stimmt was mit den Religionen nicht.

Geister: Phii Am

Die Thais lieben Geistergeschichten.

Phii Am ist ein Geist der in der Regel nur Nachts zum Vorschein kommt, sich dann den Leuten auf die Brust setzt und Alpträume und unruhigen Schlaf verursachen. Diesen “Vorgang” nennt man dann Thuuk Am — von einem bösen Geist im Schlaf bedrückt zu sein.

Die Anw??lte haben WLAN

Gestern sprach mich der Anwalt von gegenüber auf der Toilette an, ob ich ihm nicht mal was erklären könne. Klar konnte ich das. Auch wenn ich nicht unbedingt darauf stehe beim Urinieren angequatscht zu werden. Man ist da manchmal eigen. Andere rauchen, manche singen, einige rezitieren Benn, ich schweige. Er suchte nach Worten und meinte dann, ich solle mal mit in sein Office kommen, es ist besser wenn er es mir zeigt. Es. Soso.

Ich hatte jedenfalls nichts dagegen mitzukommen, denn er verfügt da über ein Paar Sekretärinnen die man sich gerne mal von Nahem betrachtet. Dummerweise gingen wir in sein Büro in der Ecke und nicht in das mit den Sekretärinnen. Dort zeigte er mir stolz ein XP-Notebook an das ein WLAN-Accesspoint mit Kabel angeschlossen war und meinte dann, er will ja gerne auf den Rechner seiner Sekretärin zugreifen, wie das geht, im Explorer findet er den Rechner nicht.

Ich will jetzt nicht auf die vielen Details eingehen, die ich ihm erzählt habe, es war aber schon lustig, wie schwer es war, ihm verständlich zu machen, dass ein Rechner den man erreichen will an ein Netzwerk angeschlossen sein muss und WLAN nicht heisst, dass man damit an jeden Rechner in Reichweite rankommt ohne Kabel sondern ohne Kabel an das Netzwerk. Ich konnte ihn auch davon abbringen für jeden Rechner einen Accesspoint zu kaufen. Und vermutlich klappt das auch inzwischen alles, denn er hat nicht nochmal nachgefragt. Meine ausschweifenden Ausführungen zu Security und Sicherheitsschlüssel wurden auch erhört — wie wir eben nachgeprüft haben ist kein offenes WLAN im Haus erreichbar.

Wenn man es erstmal verstanden hat ist WLAN mit Windows XP ganz einfach.

Phom Rak Thailand

Darf ich mal was sagen? Ja? Gut. Also: Ich mag Thailand. So ziemlich alles ist einfacher als in Deutschland. Manche Dinge sind schwerer. Allerdings sind diese Dinge von geringer Wichtigkeit. Weshalb im Großen und Ganzen alles einfacher ist.

Und der Rest ergibt sich dann sicherlich auch irgendwann.

Amen.

Krungthep Mahanakhon 4.0

Jaja. Schon gut. Hier ist er ja.

Bangkok, Krungthep Mahanakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya Mahadilokpop Noparatratchathani Burirom Udomratchanivet Mahasathan Amornpiman Avatarnsathit Sakkathattiyavisnukarmprasit, Stadt der Engel, gro?e Stadt und Wohnsitz des Smaragdbuddhas, uneinnehmbare Stadt des Gottes Indra, gro?e Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen kö?niglichen Palästen die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde. Man kann es nicht oft genug sagen, allein schon wegen der Suchmaschinenpositionierung.

Ich war mal wieder da (ja, es geht immer noch um Bangkok). Ich begann meine Reise mit einem “Bai tii Nathon” auf der Insel zum Songtheaw-Fahrer und beendete sie mit einem “Sawadee Krap” zum thai-japanischen Pärchen im Songtheaw zurück auf der Insel. Zwischendurch war ich einige Male gezwungen englische Laute von mir zu geben, meistens aber nur, um das, was ich auf Thai sagte zu verifizieren. Ansonsten versuchte ich mich mit Thai durchzuschlagen. Von Vorteil war, dass ich mir die Hinfahrt vorher schon gekauft habe ;)

Selbige war wie immer schlaflos. Man kann sich das schwer vorstellen, aber Thais schnarchen. Laut. Unüberhörbar. Und sobald sie in einem Bus sitzen, der sich mit mehr als 20 Kilometern pro Stunde fortbewegt — schlafen sie. Weshalb die meisten Langstreckenbusse über Nacht fahren. Die Fahrt beginnt mit einem übersteuerten Film (laut, viel Bass), irgendwann in der Nacht wird man an einer Massenabfertigungsraststelle abgeladen, darf nahrhafte Dinge zu sich nehmen (es lebe der “Food and Beverage”-Coupon) und lernt interessante Leute kennen. Diesmal von der Partie ein Inder der im Bangkok Hospital auf der Insel arbeitet (die Geschlechtsumwandlung hab ich schon mal zum Freundschaftspreis) und der Police Captain von der Touristenpolizei in Samui (lässt seine Website gerade von den Mitbewerbern (muahah) neugestalten. “if I’d knew you earlier…”) — ich hab eine Menge Kartonpapiere mit meiner Adresse drauf zurückgelassen (wir haben uns entschieden, die Visitenkarten nicht mehr Visitenkarten zu nennen).

Dann gings weiter, die Thais schliefen vor sich hin und ich sah mir an, wie die Wellblechhütten am Stra?enrand mehr wurden, in kleine Betonklötze übergingen, wieder Wellblechhütten wurden, immer mehr wurden — und dann waren wir in Bangkok. Früh halb fünf ist es eigentlich wie nachmittags halb fünf, nur eben dunkel. Die Taxifahrer versuchen einen zu nerven und verstehen nicht, dass man nein meint wenn man nein sagt, schliesslich müsse man ja irgendwo hin. Inzwischen bin ich aber schon etwas abgehärteter und so gelang es mir auf “die gro?e Stra?e” zu kommen und dort tatsächlich aus eigenen Antrieb ein Taxi anzuhalten. Der Taxifahrer kannte die Botschaft nicht (häh?) und fragte, welches Hotel in der Nähe sei (häh?) — ich hab ihn auf die Thanon Sathorn geschickt und mir die Botschaft dort selber gesucht (nicht ohne vorher 2 Stunden an einer Bushaltestelle zu sitzen und dem morgendlichen Treiben zu zu sehen — Schuluniformen sind doch was feines). Man muss sich das mal vorstellen, die sind fertig mit dem Umbauen und haben jetzt ein richtiges kleines Freiluftterminal mit so ner komischen Anstellschlange in der Botschaft. Macht sich nur dumm, wenn kein Mensch da ist und man 7 Schleifen laufen muss, nur um dann am Schalter ne Nummer ziehen zu können. In der Passstelle habe ich einen Typen kennengelernt, der auf Pattaya lebt, gegenüber von dem Haus, wo sie letzte Woche den Deutschen beim Ausrauben umgebracht haben und den Mörder dann noch laufen gesehen hat (“Wenn man das so bedenkt, da fühlt man sich gleich ganz anders.” — langsame, sehr langsame Sprache). Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Pattaya früher mal Gonorrh Gomorrha gehei?en hat. Dann hab ich drinnen noch ein bisschen gewartet und dann war er da, der gro?e Augenblick: Pass kam zurück. Auch das lief nicht tränenlos ab. Pass freut sich ebenfalls, dass er keinen Chip tragen muss. Er hat da was von ?berwachungsstaat und 1984 gemurmelt aber so genau hab ich das nicht verstanden weil ich dabei war, mich totzulachen, dass ich mein Passfoto tatsächlich schon wieder in ein offizielles Dokument reinbekommen habe. Jetzt sind sie aber wirklich alle. Die Fotos. Das nächste Mal ziehe ich auf dem Teil eine Augenbraue hoch. Das wird lustig.

Raus aus der Botschaft, rein ins Immigration Office. Die Thais stehen auf Stempel. Und von diesen Stempeln hatte ich eine Menge im alten vorläufigen Pass die dann doch gerne zur Erleichterung verschiedener Grenzüberschreitungen und Arbeitstätigkeiten im neuen Platz untergekommen wären. Ich legte also alles vor, lies mir erklären, welche Seiten ich wie oft kopieren soll, welche Formulare ich wo ausfüllen soll, tat ebendies und sah mich einer Reihe von offiziellen Tischen mit Beamten gegenüber die mit wichtiger Miene Eintragungen auf Papieren durchführten und glückliche Immigranten mit fremdländischen Pässen und thailändischen Stempeln versorgten. Ein besonders netter vermutlich dem eigenen Geschlecht zugeneigter Beamter holte mich dann aus der Warteschlange (lange bevor ich drangewesen wäre) und bearbeitete mich. Und Pass. Er fummelte in den beiden Pässen, stempelte auf Papieren herum und als er dann endlich den dicken fetten Stempel für meinen Pass in der Hand hielt und ihn schon fast aufgerückt hatte, stutzte er, legte die makellose Stirn in legere Falten, nahm den Dokumentenstapel und lief zu einem der Höhendifferenz der Wais nach zu urteilen vermutlich Vorgesetzten und sie diskuierten erregt, zeigten öfters auf mich und holten noch ein paar andere Leute dazu. Dann und wann zeigten sie auf mich, strichen über gegeltes Haar und berieten weiter.

Irgendwann dann kam er zurück zu mir und erklärte niedergeschlagen und sich zutiefst verneigend, dass es ihm nicht erlaubt sei, den Stempel zu transferieren. “Phut Paasa Thai?” — “Nit Noi” — “You Have To Go To OneStopCenter” — Ah, das One Stop Center. Quell der Freude aller durch die Gnade des BOI im Lande verweilenden Farangs. Ich verstand, er entschuldigte sich viele Male und begann alles, was er geschrieben hat, mit so einem Wei?-Stift mit dem Blondinen ihre Schreibfehler am Monitor beheben, erneut zu schreiben auf dass seine Schande von Erde und Papier getilgt sei. Dann gab er mir meine Unterlagen zurück, waite erneut, verneigte sich abermals und komplimentierte mich hinaus.

Da stand ich nun. Pass stempellos, ich transpirierend und müde. Also hab ich erstmal den Chef aus der Dusche geklingelt und mir die Daten von “unseren Anwälten” schicken lassen. Ich finde, jeder Farang sollte einen Anwalt in Bangkok haben. Das macht unsereins irgendwie wichtiger, besser, gro?kotziger. Au?erdem sieht es einfach gut aus, wenn man mit nem kleinen Rollkoffer irgendwo in Bangkok auf der Stra?e steht und mit Anwälten telefoniert. Dumm nur, wenn da niemand ran geht, der Ankrit spricht. Ich dachte immer Engel wären des Englischen mächtig. Jedenfalls entschied ich mich erstmal ein anderes Problem zu lösen, das Hotel. Das ging diesmal schneller, weil ich das “schonmal gegoogelt habe”. Also rein ins Zimmer (besser als letztes Mal, schlechter als jedes Zimmer, das ich in Deutschland behotelte, trotzdem erstaunlich, dass Einzelzimmer immer, ähm, Doppelbetten haben), raus aus den Klamotten (Assoziationsmodus aus), duschen (ja, endlich. Bangkok ist ungefähr vier bis fünf Grad wärmer als Koh Samui, leider), Fernseher an (Assoziationsmodus auslassen, bin noch nicht angezogen), anziehen (Assoziationsmodus an), raus in die Welt (dumme Idee — fürs Protokoll: Mittags in Bangkok nicht drau?en verbringen, ins Shoppingcenter, ok, in die Metro, ok, im Hotelzimmer bleiben, ok, aber raus gehen, nicht ok). Ich bin dann den Weg gelaufen, den ich vermutete an diesem Abend (es war ein Freitag, optimal, um ein wenig, ähm, auszugehen) zu gehen und entschied mich, ihn dann abends mit dem Taxi zu gehen (heat issues). Zwischendurch telefonierte ich ein bisschen in der Welt herum und versuchte herauszubekommen, wo denn das OneStopServiceCenter wäre und entschied mich dann nach intensivsten Druck durch meinen Chef (“du kriegst die Kündigung, wenn du nicht das machst, was ich dir verdammt noch mal sage, khon chai!”) nicht am Freitag sondern auf die Anwälte zu warten und wenn die Anwälte sich nicht melden am Montag alleine dahin zu gehen. (Nebenbemerkung: Mein Chef ist ganz lieb und setzt mich nie unter Druck. Ich arbeite gerne unter ihm. Er ist nett. Er zwingt mich auch nicht, das hier zu schreiben. Das schreib ich ganz allein weil ich selbst persönlich das will. Allein schon, weil er ja so nett ist. Ein guter Arbeitgeber. Ja. Das ist er. Und er spendiert uns demnächst eine Thairedakteurin mit Massagekenntnissen.)

Ich verlies also die, ähm, Silom Road und streifte zurück zu meinem Hotel um ein gewisses Ma? an Schlaf zu genie?en. Nach einigen Aktivitäten um mein ohnehin (für Thais) attraktives ?u?eres zu verattraktivieren begab ich mich in Bangkoker Nachtleben. Die Thais lieben Japanfood. Also a? auch ich Japanisch. Das erste Mal in meinem kleinen aufregenden Leben (also im Restaurant). Auch nett. Später sah ich mir noch die Lebensumstände normaler Bangkokthais an und kam am späten Abend freuderfüllt und unterhalten in meinen komischen Hotelraum zurück, sah einen schlecht synchronisierten japanischen Horrorfilm und begann irgendwann mit der REM-Tätigkeit. Sepiaträume deuten auf unrealistische Wünsche hin.

Samstag war ich dann auf dem Wochenendmarkt in Mo Chit (der vermutlich ganz anders hei?) auf dem ich schonmal an einem Montag oder Dienstag war was für einen Wochenendmarktbesuch ein ungünstiger Tag ist. Diesmal war es hei?er, voller, marktiger. Nett und äu?erst unterhaltsam. Was für europäische Frauen Schuhe, sind für Thais Taschen. Möglichst farbig bunt. Oder Pink (Nebenbemerkung: Sii Shampoo — Pink. Hihihihihiihihihihihihiiiiiihihii). Nachmittag genoss ich dann das schlechte Remake eines langen aber guten japanischen Horror(?)-Films namens Deep Water (meine Empfehlung: Original ankucken, das Remake in die Tonne kloppen — wenn sogar die Dialoge identisch sind, nur mit dummen Gesichtern gespielt werden, macht das keinen Sinn. Und in der japanischen Version ist auch wieder das kleine Mädchen mit den schwarzen Haaren die das Gesicht bedecken dabei, das in jedem japanischen Horrorfilm zu sehen ist). Trotzdem war auch dieser Kinobesuch sehr unterhaltsam und keinesfalls schlecht.

Dann war ich noch schnell bei einer grö?eren amerikanischen Fastfoodkette essen und fuhr heim. Ins Hotel. Zu meinem Fernseher mit schlecht synchronisierten Blockbustern und interessanten REM-Phasen. Das Hotel steht übrigens in so einer Art Chinatown und ist garantiert ein kleines bisschen verwunschen oder von Geistern bewohnt und der Concierge ist schwul. Definitiv. So freudig erregt kann man gar nicht kucken, wenn ein Farang kommt, wenn man nur Concierge ist.

Sonntag dann kaufte ich gleich früh am Morgen mein Rückfahrticket für Montagabend und ging dann Shoppen und Japanisch essen. Sagte ich schon, dass die Thais gerne Japanisch essen? Jedenfalls gibt es in Bang Na (ziemlich weit drau?en) ein Restaurant wo man 90 Minuten lang essen kann, was man essen kann und dafür einen Festpreis zahlt. Könnte sein, dass ich da öfters verkehren werde. Die Japaner sind übrigens ein komisches Volk, die essen Tintenfischbeinchen und so nen Kram. Bester Spruch hier: “Here, try this — aaah, no no, sorry, Fallang dont eat this, from inside.” Nach einem kurzen Besuch auf dem Flughafen und dem Beobachten der Thaiversion im Familienmitgliederverabschieden (Wai, Nicken, Abgang nach rechts) wurde dann ein Besuch von Bang Poo anberaumt.

Bang Poo ist das Naherholungszentrum der Bangkoker Thais. Irgendwo am Meer. Oder so. Da hat man dann einen langen Betonsteg mit Freizeitcenter am Ende ins Meer hinein gebaut wo die Autos in der Mitte zweispurig parken, au?enrum fahren und Parkplätze suchen und die zugehörigen Thais dann am Rand des Stegs stehen und in die braune Suppe starren und versuchen Fische zu sehen. Dann und wann aller paar Jahre kommt mal ein Farang vorbei, der dann der Farangwatch unterzogen wird. Diesmal war ich dort. Ich hab mir derweil Thais angekuckt.

Anschlie?end wurde ein weiteres Kino in Bang Na der genaueren Qualitätskontrolle unterzogen. “The Grimms Brothers” — ein überaus guter Film. Eine Mischung aus “Sleepy Hollow” und “Van Helsing” von Terry Gilliams (was ich erst im Nachspann herausfand). Empfehlenswert. Mehr sag ich nicht. DVD-wert. Nicht VCD. Dann eine weitere schnelle Thaiverabschiedung betrachtet aus zweiter Person und ich war wieder im Hotel. REM-Phase unter anderem mit einem sprechenden Vollmond und viel blauer Farbe. Samstag war übrigens Vollmond.

Montag dämmerte und mit ihm ein erneuter Besuch im thailändischen Behördensystem. Eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Ich werde mich nie wieder über deutsche Behörden beschweren. Das sind Schlaffsäcke gegen die harten unerbittlichen uniformierten Aufrechterhalter der Ordnung in Bangkok. Ich begab mich also in das inzwischen lokalisierte OneStopCenter und stoppte. Man gab mir einen Antrag den ich gewissenhaft und wahrheitsgemä? ausfüllte und ich wartete. Dann wurde ich von einer ziemlich niedlichen Thaibeamtin (ich glaube, ich steh auf Uniformen) verarbeitet. Schlie?lich kurz vor dem Aufprall des Stempels in Pass erklärte sie mir, dass das dann 3.800 kosten würde. Hömm. Soviel Geld hat der Samuifarang um diese Jahreszeit selten noch im Gepäck also wurde auch diesmal alles amtlich Geschriebene ausgewei?t und ich gefragt “Do you feel uncomfortable now” — was ich lächeld verneinte. Ein paar Telefonate später erklärte mir der Assistent unserer Anwältin dann, dass das mit dem Geld durchaus so ist weil ja das Visum der Stempel im Pass und nicht der Fakt hinter dem Stempel im Pass ist. Naja. Rein rechtlich kann ich aber eine Weile mit einem entwerteten Pass mit gültigem Visum und einen gütigen Pass ohne Visum und einer Arbeitserlaubnis die für den ungültigen Pass gültig ist in Kombination von ungültigem Pass und und gültigem Pass und teilgültigem Visum aber durchaus gültig ist in Thailand leben und arbeiten. Sollte ich ein weiteres Mal “gültig” schreiben bitte ich um eine schnelle Exekution.

Ich machte noch etwas Movieshopping, erwarb einige Software in Thailizenz und begab mich nach Sai Tai Mai, dem südlichen Busterminal, um einige Stunden auf meinen Bus zu warten, Thais zu beobachten und interessante Gespräche mit Familienvätern zu führen, die Farangs normalerweise nur im Paket mit Thai- oder Farangfrauen zu sehen gewohnt sind und noch einige recht nette Töchter in geschlechtsreifen und heiratsfähigen Alter im Angebot hatten. Ich lehnte dankend trotz verschiedener eilig präsentierter Schönheiten ab. Als der Bus dann fuhr schnarchten alle Thais vor sich hin, ich durfte mir eine schlecht synchronisierte Version des schlecht gefilmten Filmes “Pearl Harbour” ansehen (worum gehts da eigentlich?) und gelangte gestern morgen zurück auf meine Insel.

Ich bin wieder hier. Müde aber zufrieden. Bangkok war schön und leider, leider, leider muss ich recht bald schon wieder hin, um endlich die Stempel in meinen Pass zu bekommen. Andere Gründe nach Bangkok zu fahren gibt es nicht. Wirklich.

Und Fotos? Die ersten Tage hab ich den Fotoapparat im Hotel vergessen, weil er in den Rucksack und nicht die Umhängetasche gesteckt war, wo er normalerweise erreichbar gewesen wäre (das war die dämliche Security in der Botschaft, was bittesehr glauben die soll man in ihrem hässlichen Betonklotz denn photographieren? Das Köhlerfoto? Häh?). Dann hatte ich ihn mit, wollte aber keine Photos schie?en. Drei Fotos hab ich gemacht. Für mich.

Und die Sache mit den Frauen? Siehe Tagline (das Ding unter dem Titel dieser Seiten).

PS: Bester Spruch des Wochenendes: “Siam Square is for Teenagers, Silom Road for Gays.”

Back from Krungthep

Bin wieder da, war sehr sehr schön, hab aber noch keine Lust hier wieder zu schreiben, mal sehen, morgen vielleicht, oder überhaupt nicht mehr…

Announcement: Krungthep 4.0

Werter Kunde!

Die grauhirn.org Senior Developing Systems Analysis Engineering GmbH & Co. KG a.A. freut sich auf die baldige Verfügbarkeit unseres beliebten Programmpaketes Krungthep in der Version 4 (Codename Enkelin) hinweisen zu können.

Neben vielen Bugfixes bieten wir Ihnen ein auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenes Programmpaket mit neuen Funktionen und Erweiterungen die wir im engen Kundenkontakt und aus den Userberichten zur letzten Version eruiert haben. Die Neuerungen umfassen unter anderem:

  • Integration von Thai als Hauptprogrammsprache (beta, eine Funktionsfähigkeit wird nicht gewährleistet, im Bedarfsfall ist ein Rückfall auf Englisch durch Zusatzmodule möglich)
  • buddhismusfreundliche Programmplätze (neu hinzugefügt Wat Pho, Wat Mahathat)
  • Candlelightdinner-Funktion
  • Thaimovie-Erweiterung
  • Preisnachlässe auf Programmerweiterungen in Thai-Lizenz
  • Gutschein für einen neuen 10 Jahre gültigen deutschen Pass ohne Chip (Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass Ihnen die Einreise in bestimmte Staaten der Völkergemeinschaft mit Pässen ohne biometrische Daten erschwert werden können. Dafür garantieren wir Ihnen, dass Sie gar nicht das Bedürfnis verspüren werden, mit Krungthep 4.0 in eben diese Länder einzureisen.)

Einen ersten Review unseres Programmpaketes Krungthep 4.0 können wir Ihnen nach diesem Wochenende anbieten. Bitte haben Sie Verständnis, dass das Programmpaket erst nach eingehender Testphase für die breite Öffentlichkeit verfügbar sein kann.

PS: Auf diesem Kanal wird erst Dienstag wieder gesendet. Gehen Sie weiter. Es gibt nichts zu sehen.

Donnerstagmorgen auf Samui

Heute morgen war ungewöhnlich viel Verkehr in Lamai. Mir war nach dem “langen Arbeitsweg”, der ungefähr 10 Minuten länger dauert und mich durch einige Bereiche der Ortschaft führt, die mir morgens halb Acht besser gefallen als zu anderen Tageszeiten.

Nach einigen Minuten im immer dichter werdenden Verkehr kam ich an einigen Schuhen auf der Straße vorbei. Schwarz. Eher grau. Staubig. Zerrissen. Dann holperte ich über den Bremsgriff eines Mopeds. Einige Meter weiter lag dann das zugehörige Moped auf der Straße. Noch einige Meter weiter lag ein weiteres Moped auf der Straße. 30 Meter weiter sah man dann auch die Besitzerin der Schuhe unter einem Pickup eingeklemmt. Sie lebte noch, was ich meine an der Feuchte ihrer Augen sowie der Tatsache dass sich einige Thais um sie bemühten festmachen zu können.

<txp:gho_permalink id=“218”>Ansonsten standen die üblichen geschockten Thais geschockt in der Gegend rum</txp:gho_permalink>.

Es beruhigt ungemein, dass es hier sowas wie Halskrausen zu geben scheint. Und ich werde für einige Tage den Mopedhelm tragen. Wenn ich Moped fahre.

Strom is f??r Pussies

Zur Zeit wird unsere schöne Palmeninsel mit neuen Kabeln ausgestattet durch die mehr und besserer Strom fließen soll. Aus diesem freudigen Grunde hatten wir zwischen Mai und Juli regelmäßig Stromausfälle. Die blieben in letzter Zeit aus. Weshalb der leichtgläubige Farang annahm, dass es nun vorbei wäre.

Am Dienstag dann kam die Nachricht, dass von heute an für 5 Tage kein oder nur eingeschränkter Strom erhältlich ist. (Die Expaten meinten: “Das ist dann so wie vor 5 Jahren!” und blickten gerührt in der Runde herum. Ich habe verständnisvoll gelächelt und diesen Spruch für eine der Katastrophensituationen des Jahren 2010 auf dieser Insel vorgemerkt.)

Gestern dann war so eine Art Sitzung des Katastrophenrates des IT-Complexes. Ich hatte also genügend Zeit, mir mal alle Frauen unter 40 genauer anzusehen. Sogar der Chef war anwesend und hob beruhigend die Hände um in stillen, ernsten und wenig panikerregenden Äußerungen alle Mitglieder unserer kleinen Bürohausgemeinschaft darauf hinzuweisen, dass es zu Einschränkungen unserer Lebensqualität kommen kann. “That also applies to your private homes! Take off the cables of your VCD-Player, your DVD-Player, your Musicstation, your Homecinema…” — die Gesichter einiger Thais wurden bei der Nennung weiterer Geräte immer länger, vermutlich weil sie wie ich nur ein piefiges kleines Multifunktionsgerät haben.

Jedenfalls hier in Kurzform die Energiesituation für die nächsten 5 Tage:

  1. heute um 9 Uhr wird auf der ganzen Insel der Strom abgeschaltet
  2. nach 20 Minuten kommt er eventuell wieder
  3. kommt er nicht wieder, kommt er gegen 12 Uhr wieder
  4. kommt er gegen 9:20 Uhr wieder, geht er wieder ab 12 Uhr und bleibt weg bis Mitternach um dann nach 3 bis 4 Stunden wieder zu gehen und zu kommen wie es ihm beliebt — das wiederholt sich dann die nächsten Tage
  5. bleibt der Strom nach 9:20 schlecht, wird eventuell der Generator vom IT-Centre angeschaltet
  6. ist er stabil, wird der Generator vielleicht ab 12 eingeschaltet, vielleicht auch nicht
  7. die Klimaanlage bleibt aus
  8. die Kühlschränke bleiben aus

Und um das alte buddhistische Sprichwort “Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen” auch mal in der Praxis auszuüben ging der Strom gestern Punkt 18 Uhr hinfort. Kein platsch weg war er sondern wie im Kino, alles wurde langsam dunkel und die Stromversorgungen fingen an panisch zu piepsen (ach ja, die guten alten Zeiten). Dann kam er wieder und weiter gings im 5 Minuten-Takt. Bis dann irgendwann nicht mehr viel ging. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Generator hier nicht anspringen mag, denn ausser einigen dumpfen Vibrationen war nichts zu spüren.

Ich denke, ich werde mich in einen eilends für reiche Farangs bereitgestellten Bus setzen und das Katastrophengebiet schnell verlassen, solange die Fähren noch fähren.

Ach ja: Hinterher soll alles besser werden.

PS: Mit Vergewaltigungen und einem Anstieg der Mordrate ist im Einzugsbereich des Stromausfalls nicht zu rechnen, da der Sex hier (so man ihn aktiv ausübt) meist einvernehmlich und zweiteres normal ist (soll heißen, es gibt sowas nicht “bei uns”).

PPS: Falls sich jemand beschweren will, dass ich hier ständig von Katastrophe spreche: Es sind Amerikaner auf der Insel anwesend.