Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Big Buddha

Mein Lieblingsbuddha. Eigentlich ist das hier nur ein Test von flickr.com — jetzt wo meine Digicam wieder Fotos schießen mag, kann man das doch gleich richtig angehen.

Erotische Bilder machen blind

Researchers have finally found evidence for what good Catholic boys have known all along ??? erotic images make you go blind. The effect is temporary and lasts just a moment, but the research has added to road-safety campaigners??? calls to ban sexy billboard-advertising near busy roads, in the hope of preventing accidents. [via New Scientist Breaking News

Wer das mal testen will, geht kurz zum thailändischen Onlineauftritt der FHM .

PS: Passend zum Thema: Pornos verrotten langsamer .

Warmduschen

1 Stunde nachdem ich mein Haus bezahlt hatte rief mich Kiew (man spricht das etwa Kiiiechähooooh, mit leichtem Katzenfauchen beim ch) meine Vermieterin an und meinte, dass ihr gerade eingefallen wäre, dass ich kein Warmwasser im Bad hätte. Nun, das ist kein Problem für mich, weil ich eigentlich nicht warm dusche ;) Jedenfalls einigten wir uns darauf, dass ihr Bruder (Landkeeper unserer kleinen Bergsiedlung) das am Samstag erledigen würde. Diesen Samstag. Also übermorgen.

Heute morgen stand ein kleiner Thai vor meinem Haus und meinte zu mir “This afternoon I will make warm water in you house”. Ich schaute ihn ein bisschen entgeistert an und meinte dann “Ok. But I will not be here, I am working.” (Ich arbeite hart, den ganzen Tag. Und manchmal auch wenn die Sonne scheint.) Er jedenfalls meinte, kein Problem, er hat ja den Schlüssel. Gut zu wissen.

Ich rannte also in mein Haus welches derzeit ein wenig messie-haft aussieht und warf schnell alles, was mich den Eindruck eines unputzenden Singlemannes erwecken lassen könnte auf die Spielwiese und schloss da ab. Hoffen wir, dass er diesen Schlüssel nicht verwendet.

Und nun wundere ich mich wieder darüber, dass es doch tatsächlich Thai-Handwerker gibt, die ihre Aufgaben zwei Tage vor dem vereinbarten Termin (nicht normal) und nicht erst zwei Wochen danach (normal) ausführen. Und die Lehre von der Geschichte? Es kann immer vorkommen, dass unerwartet jemand ins Haus will. Also die Frauenklamotten und ?xte und Schaufeln immer schön wegräumen.

Breaking News: Die Digicam geht wieder

Eben wollte ich in einem Aufbegehren wilder Agressivität meine kleine kaputte Digicam medienwirksam zerstören. Ich legte nochmal zwei Akkus ein, um zu sehen, dass sie wirklich nicht geht. Sie ging nicht an. Ich legte zwei andere Akkus ein und sie ging an. Das ging ja immer, ich nahm sie also bei der Hand und holte zum Wurf aus, als beim Drücken auf den Auslöser statt des Geräusches des kaputten Ausschaltens ein Blitz erschien. Ein Foto ward gemacht.

Scheinheilig fragte die Kamera mich noch nach dem Datum und setzte dann alle Einstellungen zurück.

Nun funktioniert sie also wieder. Ich entsinne mich, dass sie ihren Funktionswillen aufgab, als Yai und ich in Bangkok im königlichen Wat waren, es schweinehei? war, sie eine SMS von einem ihrer Ex-Freunde erhielt in der er ihr viel Geld versprach, wenn sie zu ihm zurückkommen würde und ich sie vor einem der Tempelwächter fotographieren sollte.

Ich sage mal, die Kamera hat mehr Intelligenz als ein Brot.

Kajalstift

Heute morgen stand ich im etwas zu dunklen Bad vor dem halb beschlagenen Spiegel, betrachtete deprimiert meinen erstaunlich unmotiviert schlaff herunterhängenden Bauch, sah mir in die blutunterlaufenen dunkel beringten Augen und sagte zu mir selbst (ich spreche häufig zu mir selbst beim morgendlichen Reinigungsritual, das vermittelt ein gewisses uneinsiedlerisches Gefühl und bereitet meine samtene Stimme bereits im dampfgetränkten Ambiente meines Spas auf die Lasten des Alltags vor): “Jetzt wo du Autor mit Vertrag bist, könntest du ja nochmal die Sache mit dem Kajalstift überdenken, vielleicht sieht das ja doch ganz gut aus.”

Ich stockte kurz, dann wurde mir schlagartig bewusst, dass ich nun Autor mit Vertrag bin. Gestern abend hatte ich mein abschlie?endes Gespräch mit dem Lektor und dem Verleger (Hallo Ulf!) und in den nächsten Tagen kommt der Vertrag. Ich habe sogar schon ein paar Kapitel und sowas wie ein Abstract geschrieben, das der Lektor wohlwollend durchblätterte und dann, nachdem er sich festgelesen hatte, so dass Ulf und ich uns mit den Thais in der Bar beschäftigen konnten, mit einem zufriedenen Grinsen quitierte. Auf einige Kapitel angesprochen wurde mir dann schlagartig bewusst, dass ich vermutlich unter dem Einfluss von Mehkhong die besten Sätze schreibe, mein Wissen optimal vermitteln kann, den roten Faden legen kann.

Nun stand ich vor dem Spiegel (wir sind wieder bei heute morgen) und die Panik setzte ein. Würde meine unbesiegbare Liebe zu konjunktivistisch überstrukturiert veradjektivierten Schachtelsätzen ohne Kommasetzung die Qualität des virginiden Stoffes den zu beschreiben ich nun eingewilligt habe negativ beeinträchtigen oder wäre gerade dies der Anregung geistiger Tätigkeit meiner Leser dienlich? Ist das Thema wirklich bisher so unbeachtet, wie mein Verleger mir wortreich zu vermitteln suchte? Und überhaupt? Was wenn ich ausversehen tun schreiben würde oder nämlich mit h? Ok. Letztere Befürchtung brauche ich vermutlich nicht zu haben. Man hat ja einen Lektor heutzutage.

Und dann: Der Klappentext. Was soll ich denn da nur reinschreiben? In Selbständigkeit gescheiterter Ingenieur, frau- und kinderlos auf Koh Samui lebend mit Faible für das Betanken seines Honda-Mopeds (oder war es Toyota)? Und das Bild? Ich glaube, ich werde mein blaues Passphoto nehmen. Das kommt immer gut an.

Ich fühlte mich jedenfalls ziemlich aufgekratzt und erregt (psychisch) ob der neuen Situation. So etwa muss es jenen Bloggern gehen, die ein Jahr in der Gegend rumbloggen und dann vom Swinger-Club-Bekannten einer Ex-Freundin des Liebhabers ihrer Frau der zufälligerweise bei einem Verlag arbeitet (der Bekannte, nicht der Liebhaber) einen Vertrag über das ultimative Bloggingbuch angeboten zu bekommen und (diesmal wirklich absolut verständlich) über die Installation einer Bloggingsoftware (es gibt noch kein Textpatternbuch), die Bedeutung der Blogroll, wie der Schockwellenreiter (lebt der eigentlich noch?) in einem Neuköllner Hinterzimmer das Internet erfunden hat zu schreiben und warum es nun eigentlich “der blogg” hei?t.

Es ist ein aufregendes Leben.

Virtuelles Memory in der Laundry

Eben war ich mal wieder durchgeschwitzte Kleidungsstücke (was ich damit sagen will ist: Kähäääähähäh! Wir haben hier ewigen Sommer) in der Laundry abgegeben und wurde zu einem höchst interessanten Gespräch eingeladen:

Englischlehrer: You know Virtschulell Memmorrieh?

Ich: ?hm. No. ( immer noch besser es nicht zu kennen, als sich an einen thaisprachigen XP-Rechner setzen zu müssen )

E: Yes! Thats in Winnow. A Winnow opens all the time and say “Virtschulell Memmorrieh loo”. It ask if I want to increase.

Ich: And? Do you increase?

E: No and cannot shutdown the computer and have to reset.

Ich: I believe that if you click ok in this box the memory will increase itself and everything will be fine.

E: Truly? (_verschwindet in seiner Hütte, kommt nach ner Weile wieder raus_) Really!

Er war dann so glücklich, dass er mich sogar bewait hat (schon mal nen Thai gesehen, der gleichzeitig wait und einem versucht, die Hand zu geben? So stelle ich mir immer Schmiergeldzahlungen vor). Jaja. Immer gut, ein paar XP-Kenntnisse dabei zu haben.

PS: Er hei?t übrigens Englischlehrer, weil er mal am Anfang gesagt hat, dass er Englischlehrer sei. Was er aber sagen wollte war, dass er Englisch lernt. Trotzdem ist er seither der Englischlehrer. Au?erdem ist er ungefähr 50 und ein kleiner Hacker. Was ich interessant finde für einen kleinen Thai in seinem Alter. Und wenn ich mal zwischen zwei Laundrybesuchen mehr als 7 Tage verstreichen lasse, sagt er mir immer hinterher, dass seine Frau (die nur Thai kann und sich gerne mit mir unterhält) schon dachte, dass ich “zurückgeflogen” sei, worauf ich immer erkläre, dass ich nicht “zurückfliegen” werde.

Phii Nang Kwak

Der Geist Phii Nang Kwak ist ein guter Geist der für Reichtum und Wohlstand sorgen soll. Früher wurde er dargestellt als kniende Frau in Thaikleidung, die ihre rechte Handfläche nach oben hält, um den Reichtum in Empfang zu nehmen und mit der linken Hand den Besitz schützt (wenn man sie so aufstellt, dass sie mit dem Rücken zum Eigentum kniet). Inzwischen ist man aber dazu übergegangen, den Geist als Katze mit sich ständig bewegender Pfote darzustellen.

Falls sich also mal jemand wundert, warum in Thairestaurants überall bunte Glitzerkatzen (manchmal mit Uhr) rumstehen die mit der Pfote wackeln und einen Hauch von Japans bonbonfarbener Welt nach Thailand bringen — es geht ums Geld. Wie immer.

Geister: Mae Naak Phra Khanong

Thais lieben Geistergeschichten.

Heute erzähle ich euch die Geschichte von Mae Naak Phra Khanong, die die bekannteste Geistergeschichte in Thailand ist. Mae Naak war eine junge Frau, die Mitte des 17. Jahrhundert unter König Rama III lebte. Sie wurde in Phra Khanong in der Nähe von Bangkok geboren. Als Mädchen verliebte sie sich in Nai Maak, einen Mann aus ihrem Dorf. Die Beziehung wird nicht gerne gesehen, denn Maak ist um einiges ärmer als sie. Trotzdem heiraten sie, Naak wird schwanger und Maak kurz nach der Heirat zum Militärdienst eingezogen. Naak stirbt mit dem ungeborenen Kind bevor Maak zurück kommt und wird traditionsgemä? sofort verbrannt. Trotzdem geistert sie seither ruhelos im Dorf herum.

Maak kommt aus dem Krieg zurück und trifft auf seine Braut und ihren gemeinsamen Sohn, nicht ahnend, dass er es mit einem Geist zu tun hat. Naak hat die Dorfbewohner soweit eingeschüchtert, dass sie nicht wagen, Maak die Wahrheit zu sagen. So kommt es, dass Maak und Naak vermeintlich glücklich zusammen leben bis zu dem Tag, an dem Naak eine Zitrone vom Boden aufhebt ohne sich zu bücken.

Nun, Maak ist relativ geschockt und verlässt sie sofort. Mae Naak folgt ihm und tötet alles und jeden der zwischen sie beide kommt. Maak flüchtet sich schlie?lich in einen Tempel, den Mönchen gelingt es, sie in einem Gefäss einzuschlie?en und diesen in den Fluss zu werfen.

Man sagt, dass man mit der Erwähnung des Namens “Mae Naak” Kindern einen Riesenschrecken einjagen kann. Ich werde das mal austesten.

?brigens ist das eine Geschichte, die je nach Region anders erzählt wird. In manchen Versionen meldet sich Maak freiwillig zum Militärdienst, in manchen Versionen befreien Bauern Naak aus ihrem Gefä? und sie geistert und mordet weiter, in manchen Versionen wird Maak später zum Mönch, in manchen Versionen heiratet er wieder (was Naak erzürnt und wieder erscheinen und morden lässt).

Alle Erzählungen sind sich aber darin einig, dass Naak aus tiefer Liebe heraus die Kraft zum “Herumgeistern” zieht und keine Ruhe findet und als Maak sie zurück weist zum Rachegeist wird, der sie am Ende ist. Manchmal ist sie sogar der Held der Geschichte.

Projekt Klimaschock

Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Klimaanlage im heimatlichen Schlafgemach (die Spielwiese, wir erinnern uns) und hatte gestern Abend endlich mal Zeit und Langeweile, um die Möglichkeiten der Anlage auszutesten. Die niedrigste Temperatur, die man einstellen kann ist 18°C. Das habe ich eingestellt, dann auf volle Power gestellt und nichts wie raus aus dem Haus. Leider hatte ich keine Möglichkeit, die Temperatur im Resthaus zu messen, aber im Büro waren es etwa 30°C, weshalb ich annehme, dass es hier nicht viel anders war. Mal abgesehen davon, dass ich recht durchfeuchtet von hitzebedingter Körperflüssigkeit einen weitaus höheren Temperaturwert annehmen musste.

Jedenfalls kam ich nach 20 Minuten wieder auf die Spielwiese und es war kalt. Richtig schön kalt. Wie früher in Lübeck. Beim Verlassen des Zimmers beschlugen dann die Brillengläser.

Sehr gut. Testergebnis: Das Vorbereitungscamp für Island in Thailand ist eingerichtet.

Old Boy

Nun, es gibt nur wenige Filme, die mich nach jedem Mal Ansehen verwunderter zurücklassen. Memento war es lange Zeit, Mullholland Drive ist es immer noch. Old Boy ist ein solcher.

Ein Mann (Dae-su) wird 15 Jahre in Isolation in einer Art Privatgefängnis gehalten, ohne zu wissen, warum, wo er ist und was um ihn herum geschieht (Hallo Kafka!). Aus dem ständig flimmernden Fernseher erfährt er, dass in der Zeit seine Frau ermordet und er der Tat verdächtigt wird. Er pendelt zwischen Wahnsinn und Ausbruchswillen, der am Ende siegt und beginnt seinen Weg aus dem Gefängnis zu graben.

Dann lässt man ihn plötzlich frei, versorgt ihn mit Geld und einem Mobiltelefon. Er bekommt von einem “Unbekannten” Mann den Auftrag, innerhalb von 5 Tagen herauszufinden, warum er in Isolation gehalten wurde.

Er begibt sich auf die Suche.

In den ersten Sekunden des Filmes sieht man Dae-su einen offensichtlich um sein Leben flehenden Mann mit Pudel (hmm, wie sag ichs möglichst diplomatisch?) der über den Rand eines Hochhausdaches hängt nur am Schlips halten. Es entsteht der Eindruck, er erfülle einen Auftrag. Der Eindruck trügt. Wie vieles in diesem Film. Am Ende passen alle Puzzleteile ineinander. Und wiedereinmal war es die Liebe, welche die Dinge ins Rollen brachte.

Ohne Liebe gäbe es keinen Hass.

Der Film ist stellenweise sehr brutal aber immer auf so hohem technischen Niveau, dass man darüber weg sehen kann. Rot ist neben Blau und Schwarz ein wichtiges Element der Geschichte.

Die Musik des Filmes ist eine Mischung von Klassik und moderner elektronischer Musik von Cho Young-wuk (übrigens ein Komponist, den man beobachten sollte). Sehr stimmig. Vivaldis 4 Jahreszeiten zu Kampfszenen.

Wenn ich jemandem 5 Filme empfehlen müsste, die er/sie/es gesehen haben muss, um auch nur ansatzweise ein Gesprächsthema auf einer Ebene zu finden, würde Oldboy in der Liste vorkommen. Ganz gro?es Kino.

Ein paar Links:

PS: Einer der Gründe warum ich diesen Film so interessant und schwer verständlich finde könnte sein, dass ich ihn nur im südkoreanischen Original sehe. Meine DVD hat noch eine Thai-Spur, aber deren Synchronisationen sind meistens zum Heulen. Au?erdem finde ich, man muss einen Film im Original sehen, um die kleinsten Nuancen in der Aussprache zu erkennen. So merkt man bspw. in diesem Film recht schnell, wer der Anrufer ist, auch wenn es nie explizit erwähnt wird. Weiter Beispiele für solche notwendigen Originaltöne sind From Hell wo man im englischsprachigen Original schnell merkt, dass der Hobbit der Mörder ist (hupp, achso, Spoiler, sorry) oder Filme, deren ganzer Kontext durch idiotische Synchronisationen zerstört wird (alle MontyPython-Filme, Gollum im Herrn der Ringe, mehr Beispiele gefällig?). Wie auch immer. Im Original ists schöner.

Geister: Phii Pung Tai

Die Thais lieben Geistergeschichten.

Im Augenblick kann man die Perseiden am nächtlichen Himmel betrachten (heute nacht war wohl ein idealer Zeitpunkt, man kann aber bis Ende August noch auf Sternschnuppenjagd gehen). Nichtsdestotrotz sollte man in Thailand darauf verzichten, die Sternschnuppen einem Thai gegenüber zu erwähnen. Phii pung tai, der Geist eines Verstorbenen, reist mit der Sternschnuppe zu seiner Wiedergeburt. Spricht man über die Sternschnuppe, kann es passieren, dass er abgelenkt wird und als Hund wiedergeboren wird. Was man niemandem wünscht. Also, kucken und wünschen ist erlaubt, drüber reden nicht.

Die Map kann ein bisschen mehr

Ich hab mal wieder nichts zu tun (und weder eine Senderübersicht meines Fernsehers erstellt noch irgendwo ein Fernsehprogramm gefunden — sagte ich schon, dass ich jetzt einen Fernseher mit Haus drum habe?) also habe ich mich wieder mit meiner kleinen Samui-Map beschäftigt. Die API der Google-Maps ist in letzter Zeit ein bisschen aufgebohrt worden und mir scheint, die ganze Anwendung ist ein bisschen schneller. Gut also, um ein bisschen zu schrauben:

  • es wird sowas wie Positionsgruppen (ich sollte mir dafür einen supercoolen Titel ausdenken, sowas wie pat-groups oder dsb-groups) geben, die bestimmte Themen abhandeln ( done )
  • die Popups mit netten Texten zum Thema werden über AJAX und XSLT (jaaaa, lasst uns Schlagworte werfen) mit Content und Links in die Artikel gefüttert werden
  • die Seite wird über die Keywords und Tags gesteuert die Map aufrufen können und ein paar Sternchen anzeigen
  • und dann pack ich das ganze noch schnell in ein Textpattern-Plugin, auf dass ich berühmt werde und mal wieder ein unnötiges Skript in die Welt gesetzt habe ( done )

Jaja. Es gibt viel zu tun.

PS: Achja, work in progress, nich wahr.

Somdej Phra Nangchao Sirikit Phra Boromarajininat feiert

Ihre Majestät Königin Sirikit feiert heute ihren 73. Geburtstag. Das ist der erste Geburtstag in ihrem siebten Lebenszyklus. Schon die ganze Woche werden überall übergro?e Portraitbilder aus jüngeren Jahren aufgestellt und mit Leuchtschlangen, Kerzen und allerlei anderem verehrendem Utilariat verschönert.

Die Thais lieben ihre Königin.

Sie ist unter anderem als Präsidentin des Thailändischen Roten Kreuzes unterwegs und bemüht sich um die Rechte von burmesischen und kambodschanischen Flüchtlingen hier im Lande. Aber auch sonst ist ihre Funktion als Ehefrau von Rama IX sehr zeitausfüllend (es gibt täglich um 17 Uhr eine Nachrichtensendung, wo eine halbe Stunde erzählt wird, was die Königsfamilie so getrieben hat den ganzen Tag und da bekommt man Sirikit häufiger zu sehen, wie sie Rollen aus Papier verteilt und Geschenke entgegen nimmt).

Sagte ich schon, dass die Thais ihre Königin lieben?

Dass man nur Bilder aus den sagen wir mal jüngeren Jahren der Königsfamilie aufstellt, hat etwas mit dem göttlichen Status von König Bhumibol und Königin Sirikit zu tun. Gestern allerdings hatte ich das Vergnügen, eine feierliche Veranstaltung zu Ehren der Königin auf meinem supertollen gro?en 40-Sender-Fernseher auf ungefähr der Hälfte der Sender zu sehen und sie dabei in ihrem aktuellen Zustand zu betrachten. Zuerst sprach Khun Berlusconi Thaksin (Premierminister, reichster Mann Thailands und Gro?unternehmer im IT- und Kommunikationsbereich) einige andachtsvolle Worte. Dann sprach die Königin selber. Und wisst ihr was, ich hab sie fast verstanden. Ich habe noch nie einen Thai so artikuliert und ruhig sprechen gehört. Und ihre Stimme (tief und samtig) passt auch nicht zu ihrem doch etwas älteren Körper. Interessanterweise haben viele beim Thaksin nicht zugehört und ihren Spass gehabt, bei ihr lauschten alle gebannt.

Wir Thais lieben unsere Königin.

Tja, und weil sie Geburtstag hat, stehen überall Plakate rum und wir haben einen Feiertag (und damit arbeitsfrei), um diesen Tag gehörig zu begehen. Es regnet das erste Mal diese Woche. Die Menschen im Isaan werden sicherlich noch Jahre sagen “Wisst ihr noch, Sirikits Geburtstag damals 2005? Das war der Tag als der Regen kam!” so wie sie sagen “Wisst ihr noch, im Juli 2005, als Yai diesen Farang mit brachte? Das war der Tag als der Regen kam!”. Regen im Isaan ist gut. Für Feld und Getier. Und die Menschen.

König und Königin haben sich übrigens in der Schweiz kennen gelernt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Und weil die Thais ihre Königin lieben (sagte ich schon, oder?) ist heute auch noch der Nationale Muttertag in Thailand. Sirikit selbst kam viermal in den Genuss diesen Titel zu verdienen.

Die Neue

Nun gut. Hätte ich eine Digitalkamera, die funktioniert, würde ich ein Foto geschossen haben von einem Haus mit einer sehr gro?en Veranda, einer langen Treppe und einer sü?en Thai auf den Stufen. Darunter hätte ich dann geschrieben: “Die Neue”. Das wäre ganz nett.

Ich habe aber keine Kamera (zumindest keine die funktioniert), also müssen wir mal Kopfkino spielen. Darf ich vorstellen? Die Neue. Hütte. Eine lange Treppe führt zu einer etwa 10qm gro?en Veranda. Es schlie?t sich ein kleines Medienzimmer an (derzeit nur mit Kabel-TV, DVD/VCD/MP3-Player werden folgen) ausgerüstet mit zwei Sesseln, einer Couch und einem Glas=Couchtisch. Dahinter geht es in einen Raum (die Partyhalle), in dem eine Spüle fest eingemauert ist, sehr gro? und sehr leer. Es hallt ein wenig. Hier könnte man ja ein Arbeitszimmer oder eine Gro?raumküche einrichten. Daran anschlie?end ein Schlafzimmer mit überaus gro?em Bett (die Spielwiese) und Air Condition sowie ein Bad (nur Dusche, Platz für einen Whirlpool ist aber noch) — das Spa Beddig.

Sagen wir so. Ich habe ein neues Haus. Gemietet. Es ist ein bisschen gro?. Ein bisschen grö?er als das alte Haus. Ein bisschen sehr gro?. Eigentlich riesengro?. Ich hoffe nicht zu gro? Nagut, jetzt kann der ohnehin schon das ganze Jahr so häufig eintrudelnde Besuch auch bei mir übernachten ;)

PS: Die Thai auf der Treppe des Kopfkinos war übrigens nur zur Verschönerung da, weil noch keine Blumentöpfe das Bild verzieren.

PPS: Dieses Haus hätte fast eine Housewarming-Party verdient. Ich werde das Wochenende mal in den einschlägigen Bekanntschaftserringungslokalitäten nach geeigneten, ähm, Gästen Ausschau halten.

PPPS: Ach, fast vergessen, über meiner Treppe hängt so ein komisches Glockenspiel, das im Wind vor sich hin glockt. Es ist hier sehr windig. Es ist einerseits entspannend. Hat aber nicht unbedeutenden Einfluss auf den Verlauf des jeweils geträumten Traumes.

Jintropin

Presenting Jintropin — Human Growth Hormone

About Jintropin: Jintropin is the most popular rHGH sold in China. According to IMS, an internationally recognized marketing firm, jintropin is the absolute market leader in China with just over 75% market share.

Jintropin and Lily’s Humatrope use a technology called secretion technology which will produce a 191 amino acid sequence growth hormone, with much less E.coli protein contamination and not any side effects associated with injection, such as red painful welts. This technology also has the advantage that growth hormone produced using secretion technology is very stable; it can be stable at 37C or 98 degrees for about 30 days. While growth hormone with192 amino acid sequence is only stable at room temperature for just a few days.

Seit die Asiaten mitbekommen habe, dass ich auf dem Kontinent bin, spammen sie wie die Blöden die Referer zu. Also bringe ich mal ein bisschen echten Jintropin-Content. Zu kaufen bei mir für, sagen wir, $4 per Injektionseinheit (zuzüglich Versandkosten natürlich)?

Sieben

Die *Sieben* ist im Buddhismus eine heilige Zahl. Unter anderem wird sie repräsentiert in den Bojjhanga , den sieben Erleuchtungsgliedern (Wissensklarheit, Willenskraft, Güte und Mitleid, Freude, Gleichmut, Achtsamkeit, Sammlung). Au?erdem stehen in jedem Tempel sieben Buddhafiguren mit Spendenkörben. Da muss ich erst noch herausfinden, welchen Sinn das hat.

Jedenfalls wie auch immer und wie der Zufall es will, befinde ich mich seit nunmehr auf den Tag genau sieben Monaten auf dieser Insel. Da wäre Zeit für einen Rückblick und eine Vorschau. Ich hatte auch schon was geschrieben darüber, dass es 212 Tage, 6 Flüge, 10 lange Busreisen (7 davon Nachts), ein “verlorener” Pass, drei Visaruns nach Myanmar, Laos und Singapore und jede Menge Pad Thai gewesen sind. Dann allerdings bin ich in allgemeinendogendepressive Betrachtungen über meine Fähigkeit in emotionaler Hinsicht innerhalb von sieben Monaten so ziemlich alles zu zerschie?en, was ich hatte und andere Thirdlifecrisisgedanken abgedriftet. Und noch ein bisschen mehr Gelaber. Das muss ich mir und dem werten Leser nicht antun. Lassen wir das also und halten still und nachdenklich fest:

Ich bin seit sieben Monaten hier.

Einstein, Heisenberg und Beer Chang

Li und ich sitzen in meiner präferierten Ladybar an der Theke und trinken Beer Chang. Mai schlängelt sich zu den harten Beats aus den Boxen um eine in Reichweite stehende Stange und schwelgt in ekstatisch rhythmischen Zuckungen. Wir unterhalten uns gerade über Einsteins Fehler, sein c als Konstante einzuführen (zumal es keine Konstante war) und Li ist schockiert, dass ich seine Theorie von der Krümmung des Raumes für ausgemachten Unfug halte (ich sage das nur, um eine andere Meinung zu haben und das sehr fruchtbare Gespräch im Fluss zu halten). “Aber dann kommt doch nie ein Ding zum Ende!” sagt sie. Ich murmel “Das hättest du gerne. Schnell rein und raus. Nene. Nich mit mir!” und lasse beiläufig meinen Blick über ihre nur von wenigen Stofffetzen bedeckten Beine gleiten.

Mai murmelt an der Stange: “Mich würde ja mal interessieren, ob Heisenbergs Katze schwarz oder getigert war oder ob er gar keine europäische Hauskatze hatte.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Ich sage ihr, dass das ein Bild sei, er hätte ebenso gut einen Affen benutzen können. “Jaja. Der wäre aber nicht im Koffer geblieben. Affen sind klug.” Ich hole weit aus und beginne in den Tiefen der Teilchenlehre nach Erklärungen zu wühlen als Li die Diskussion mit einem brüsken “Und überhaupt: Das war Schroedingers Katze und nicht die vom Heisenberg. Lasst uns lieber noch ein Chang trinken!” beendet. Ich bin ihr sehr dankbar, denn für einen Augenblick lang will mir nicht einfallen, ob denn nun die Kopenhagener Deutung oder die Theorie der Dekoh??renz die aktuelle Interpretation des Problems ist.

Mai schreit “Hello man!” und lässt ihren Hintern raushängen. Der angerufene Mann aber fährt unbeeindruckt auf seinem knatternden Moped weiter. Sie seufzt, springt an der Stange hoch und lässt sich langsam mit weit abgespreiztem Bein herunterdrehen. Mir fällt ein, dass ich mich lange nicht rasiert habe. Mai murrt “Je näher man an den ?quator kommt umso schneller bewegt man sich voran.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Wir pflichten ihr bei, schlagen unsere Chang-Flaschen aneinander und trinken.

Temperatur. Umstellung.

Es ist eigentlich warm. Hei?. 32 Grad nach Gustav Zelsius. Interessanterweise merke ich nicht viel davon. Dafür frieren wir wenn “unter der Woche” die Klimaanlage läuft bei 24 Grad und ich trage meine dicken Laufsocken. Sehr bedenklich. Dieses Land hat Einflüsse auf meinen Körper, die ich nicht gut hei?en kann. Was soll das nächsten Winter nur in Island werden?

Pornohütten

(Kleine Alien-Reminiszenz am Rande)

Warnung: explizite Lyrik. Wirklich.

Meine aktuelle Behausung befindet sich inmitten verschiedener Pornohütten. Es ist ein kleines bisschen lustig. Hier wohnen einerseits Familien mit kleinen Kindern, die bis 23 Uhr rumschreien und die Hunde zum Bellen bringen und andererseits Sextouristen (ST) aus Italien und Deutschland, die dann ab 23 Uhr die Frauen von der Beachstreet verschämt an meiner Veranda vorbeiführen (Insomnia mal wieder. Ich lese immer vor der Hütte bis in den frühen Morgen).

Jedenfalls hatte in den vergangenen Nächten jede Hütte rings um meine Sex. Manchmal laut. Manchmal nur klopfend. Manchmal klatschend. Eigentlich meistens klatschend, wenn Thaifrauen involviert waren. So bekommt der Begriff “knallen”, den eine informierte Quelle neulich prägte, eine selbst mir verständliche Bedeutung. Muss eine interkulturelle Sache sein.

So ungefähr eine Stunde nach dem Eintritt in die jeweilige Hütte kommt die Thai dann meistens strauchelnd wieder raus und flaniert an meiner Veranda vorbei gen Moped. Nicht ohne mich vorher zu fragen, ob ich denn heute nicht ausgehen möchte. Möchte ich nicht.

?berhaupt werde ich neuerdings häufiger von Thais (abseits der Beachstreat) angesprochen. Scheint sich rumgesprochen zu haben, dass ich wieder Single bin. Mal sehen.

Heute morgen hörte ich durch meine gut isolierten Wände einen deutschdialektischen ST sich von seiner nächtlichen Thai verabschieden. Mit den folgenden Worten: “Ok. Bye then. Thank you. ?hm, my friend paid you?”

Und in der Hütte vor mir entspann sich gestern abend der folgende Dialog zwischen zwei deutschen Sextouristinnen (ja, solls auch geben):

1: Du, Hans mag dich.

2: Ja. Ich mag ihn auch ganz sehr. Gibst du mir mal die Tempos?

1: Ja. Echt? Ich finde ja, er quatscht ein bisschen viel.

2: Naja. Aber er hat so interessante Theorien und sein Weltbild ist echt alternativ, du!

1: Hmm. Also ich mag ja Shaemus sehr.

2: Und? Mag er dich auch?

1: Weiss nicht. Hab nicht mit ihm gesprochen.

2: Lass uns doch nochmal rüber gehen.

In der betreffenden Hütte kam es zu multiplen Orgasmen in dieser Nacht. In einer anderen sicher auch. So. Im Interesse meiner männlichen Leser habe ich den Dialog mal in eine männliche Sextouristen-Variante übersetzt:

1: Pen ist ne geile Schlampe.

2: Ja, ich werd sie heute knallen.

1: Echt? Scheisse, ich wollte auch. Hast du den Pickel auf ihrer Stirn gesehen?

2: Ja, macht ja nichts. Von hinten sieht man das nicht.

1: Soso. Naja. Nehm ich eben Pau.

2: Was, die will auch?

1: Weiss nicht. Aber ich krieg sie schon rum.

2: Ok. Aber ich will die Hütte heut nacht.

Ich bin übrigens aus weiter oben genannten Gründen wieder auf Haussuche (ich hasse bellende Hunde in der Nacht). Heute noch werde ich es auf herkömmliche Weise versuchen (kucken). Ab morgen versuchs ich dann Plan B in die Tat umzusetzen: Thai kennenlernen, ein bisschen quatschen, nach leer stehenden Häusern fragen, Häuser prüfen, Haus mieten, Thai droppen. Und das ganze mit möglichst wenig emotionalen Einsatz. Mal sehen wie sehr ich Arschloch sein kann.

(Jaja. Ich weiss. Allerdings brauch ich ein Haus und keine Frau und diese Siedlung deprimiert mich! Wie soll man da Harry Potter lesen ohne jeden Satz fehlzuinterpretieren?)

Angemacht.

Achso, hab ich ja glatt vergessen. Ich wurde von einer indischen Sicherheitsbeamtin auf dem Flughafen von Singapore angemacht (leider erst beim Einchecken zum Rückflug). Also nicht im Sinne von Mündung am Ohr sondern eher this way:

Sie: Passport and Boarding-Pass please.

Ich: Oh. (_fummelfummel, Pass raussuchen, Boarding-Pass steckt drinnen_) Boarding-Pass is inside.

Sie: (_kuckt in den Pass, klappt ihn seitlich, kuckt rein, kuckt mich an, kuckt rein, kuckt mich an_)

Ich: (_lege Sonntagsgrinsen auf_)

Sie: Your hair is longer.

Ich: Yes it grows fast. Two months.

Sie: Two months? (_kuckt in den Pass_) Right. June. Grows really fast (_grinst_) May I … ? (_touch touch touch fummel_) Nice.

Ich: ?hm. (_rosa_) Yes. Need lot of care. (_ich weiss, sehr einfallsreich_)

Sie: When you come back?

Ich: Not in the next days (_jaja, man muss sich ja Optionen offen lassen_).

Sie: When you come back, we go to dinner. Have a nice trip! (_gibt den Pass zurück_)

Ich: Ok. (_Abgang nach rechts_)

Etwas später fiel mir dann auf, dass ich zumindest ihre Nummer hätte mitnehmen können, der Flughafen ist etwas gro? um sie beim nächsten Mal zu finden. Und Uniform und Punkt auf der Stirn sehen einfach nur, ähm, ja — gut aus.

Man kann von den Südostasiaten ja noch *so viel* lernen. Wirklich ;0]

Singapore. Set leew.

Nun. Es war ja schon ganz lustig für jeden, der mich beobachtet hat auf meiner kleinen Reise.

Wie bereits erwähnt befand ich mich auf einer bunten Reise ins Land der zufriedenen Singaponesen — Singapore. Per Flugzeug durch die Luft hindurch. Zuvor durfte ich am Checkin-Schalter 25 Minuten in der Sonne triefend warten, weil vor mir ein Pärchen aus dem gro?en Land der Briten der Meinung war, das Gepäck ihrer Mutter (der Mutter von sie) dürfe ruhig mit ihnen fliegen und das kann dann auf das Gepäck der Mutter die am Donnerstag erst fliegt (und nach Bangkok, nicht nach Singapore) angerechnet werden. Auch eine nette Form der ?bergepäckdeklaration. Anschlie?end durfte ich endlich auch mal das Worst-Case-Scenario “dicke stinkende Frau mit Gesprächsdefizit auf dem Nachbarsitz” mitmachen. Zum Glück gabs jede Menge Rotwein. Der Flug selber war weniger spektakulär, weil einerseits die dicke Frau das kleine Bullauge verdeckte, wir die meiste Zeit durch Wolken flogen und ich am Mittelgang sa? und von den Stewardessen eher abgelenkt war. Die eine sah auch wie eine gut erhaltene junge Lucy Liu . Die andere wie eine nicht so alte asiatische Catherine Zeta-Jones . Die beiden anderen waren auch nicht schlecht aussehend, aber nicht vergleichbar mit lebenden Personen öffentlichen Interesses. Die eine sah interessanterweise aus wie eine mir bekannte Kabelvergewaltigerin. Man sollte mal schwarz als Haarfarbe versuchen.

Als wir in Singapore landeten, dunkelte es gerade. In der Lobby fiel ich drei mit Schnellfeuerwaffen bedeckten Soldaten auf, weil ich mit meinem neuen schwarzen Rolli-Rucksack in der Gegend rumstand und ins Leere starrte. Ich konnte ihnen aber glaubhaft versichern, dass ich nur versuchte, mich zu erinnern, in welchem Terminal der MRT (dazu gleich mehr) abfährt. Nach kurzer Passkontrolle und phallischen Bewegungen ihrer Waffen erklärten sie mir, dass der MRT im anderen Terminal abfährt. Im anderen Terminal. Immer im anderen.

Der MRT ist übrigens der, ähm, Mass-Railway-Transport. Also quasi sowas wie die U-Bahn in Berlin. Nur würden *intelligente Völker* eine U-Bahn, die sich grö?tenteils über der Erde und manchmal sogar über der normalen Stra?e aufhält eben nicht U-Bahn nennen. In Singapore hei?t das Ding MRT. Werbung in Form von bunten Schildern die auf Bahnhöfe hinweisen wird nahezu nicht gemacht. Weshalb man sich am Flughafen mit ausreichend Karten eindecken sollte — die liegen gratis aus. Was ich tat — eindecken. Weiter gings mit dem MRT ins schöne Chinatown.

(Ich möchte diesen neuen Absatz nutzen, um noch kurz die wohltuende Tatsache des nicht-von-penetranten-Taxifahrern-angequatscht-Werdens zu erwähnen.)

Chinatown sieht ein bisschen aus wie Hamburg mit jeder Menge Chinesen und Indern. Und die Leute sprechen Englisch und es ist wärmer. Und irgendwie freundlicher. In den Nebenstra?en sieht es eher aus wie in Chemnitz. Abgebrochene graue Hochhäser und Autos. Ich fand dann auch ziemlich schnell ein Hotel mit dem berauschenden Namen “Tropical Hotel”. Pro Nacht 50 Singapore-Dollar, was etwa 1250 THB sind (das wiederum entspricht etwa 25 Euro) und für einen Raum mit Klimaanlage und Dusche ganz preiswert, wenn man meiner Internetrecherche Glauben schenken darf. Ich hab das früher mal im Angebot gehabt. Internetrecherche. Kann man also vertrauen. Obwohl. Mein Unternehmen gibts nicht mehr inzwischen. Hmmm…

Die 7Elevens (ein Fleckchen Heimat überall in Südostasien) waren alle fest in indischer Hand. Ich hab ein paar schöne Hennahände gesehen. Bier kostet ungefähr 3 Euro die Dose. Ein bisschen teuer. Dafür gabs Blaubeerensaft mit Aloe-Vera-Stückchen. Das ist derzeit der letzte Schrei in der Singaporesener Saftszene, wenn man den Plakatierungen Glauben schenken darf.

Ich ass. Ich trank. Ich schaute Singapore-TV. Ich schlief. Gut. Mein Zimmer hatte übrigens keine Fenster, weshalb ich die beiden Nächte besonders gut schlief. Die zweite Nacht sogar sehr lang.

Am Morgen des glorreichen Tages der Beantragung meines “Non Immigrant Visa B”’s erwachte ich um sieben gestärkt und frohlockend. Nach ein paar Verirrungen innerhalb des ausgeklügelten Singaporer U-Bahn-, ähm, MRT-Systems gelang mir dann die Lokalisierung unserer Königlichen Thailändischen Botschaft. Draussen war ein Sicherheitsbeamter, der irgendwie wie Saddam Hussein aussah und mit Sonnenbrille und einem indisch dialektischem Englisch versehen stotternd und brabbelnd meine Tasche und mich auf Bomben untersuchte. “You know. If you have bomb, you cannot go inside.” Ich erwähnte, dass ich nur meinen Pass in der Tasche hätte. Er liess mich durch. Drinnen gab ich meine paar Papiere ab, Pass und eines meiner heissgeliebten blauen Passphotos. Pass fehlte mir sehr. Aber es war notwendig. Und angeblich war er sogar sicher dort. Das ganze brauchte 5 Minuten (wenn man bedenkt, dass ich zwei Tage in Singapore bleiben musste für den ganzen Kram… Naja…). Die Schalterthai war übrigens eine muslimische (Kopftuch) Inderin.

Es folgte ein exzessiver Spaziergang durch die Shoppingmeile Singapores — Orchard-Street. Hunderte Shoppingcenter, Geschäfte und so ein Kram. Hier sah es vielleicht noch am meisten so aus wie alle immer von Singapore erzählen. Sauber. In Chinatown war es einfach nur schmutzig. Wenn darauf wirklich so hohe Strafen stehen, ist halb Singapore im Knast.

Ich habe die gesamten zwei Tage versucht, herauszufinden, ob es hier Links- oder Rechtsverkehr gibt. Entweder es sind Einbahnstra?en oder die Stra?en sind durch Baum-, Holz- und andere Reihen getrennt. Und dann gehts mal links und mal rechts in welche Richtung auch immer. Auch Rolltreppen sind runterzu mal links und mal rechts. Sehr irritierend. Die Lenkräder jedenfalls sind rechts. Was auf Linksverkehr hindeutet. Die Fu?gängerampeln haben das nette Feature, bei Näherkommen der Rotphase hektisch zu blinken und die Zeit anzuzeigen, die noch grün ist. Nett.

Gegen zwei entschied ich mich dann zu einem ausgiebigen Kinobesuch. Ich war seit, ähm, letzten Jahr irgendwann nicht mehr im Kino. Bei den beiden Filmen die ich gesehen habe schwankte ich die ganze Zeit zwischen Begeisterung über Dolby Surround und gro?er Leinwand und grenzenloser Trauer über den Unfug, der auf der Technologie lief (“Stealth” und “The fantastic four”). Leider konnte ich “The Island” (hach ja, wenn Scarlett eines Tages an mir vorbeiläuft, garantiere ich für nichts) und “Sin City” nicht sehen, weil die Nachts liefen. Naja.

Nach einem ausgiebigen Schlaf checkte ich am Mittwoch dann aus, fuhr wieder nach Orchard, kaufte mir Harry Potter — Teil 5 — und ein nettes Buch mit einem pinken Elephanten über effektive Kommunikation zwischen Menschen und in Teams. Und (mal wieder) einen Sprachführer Thai-Englisch. Eine Digicam kaufte ich nicht. Zuviel Auswahl. Also wirklich zuviel. Ich sagte “Zeigen se mir mal ein paar Kameras über 5 Megapixel” und der Tresen war in Sekunden überfüllt. Naja. Das nächste Mal vielleicht.

Um zwei (Parallelität der Ereignisse) durfte ich dann wieder bei Saddam und der muslimischen Inderin vorsprechen und Pass abholen. Es flossen Tränen. Dann fuhren wir gemeinsam zum Flughafen, checkten ein und verbrachten den Rest des Nachmittags mit der ausgiebigen Erkundung des Geländes und dem Betrachten eines Astronauten auf BBC, der komische Fasern aus einem Raumschiff herauszog und flapsige Sprüche dabei ablies (“oh, das war aber einfach jetzt” — frei übersetzt).

Der Flug war angenehm. Bis vielleicht auf die Tatsache, dass 20 Meter vom Flugzeug entfernt Blitze nach unten zuckten, die Pilotin (ja, Risiko, ich liebe Risiko) immer durchsagte, dass es gleich etwas holpern könne und das Flugzeug selber relativ instabil einem Timetunnel glich und immer in sich selbst verrutschte. Dafür war Lucy Liu wieder dabei.

Und als das Flugzeug endlich schlingernd und rutschend samuianischen Boden berührte, schaltete ich mein kleines Handy an, lies es das Netz erklimmen und erhielt meine erste SMS seit langer Zeit. Text? “Where are you? Are you ok? I miss you!”. Status back to “hope”. Und ich höre seit der Landung einen neuen Ohrwurm (Achtung) Marius (würg) Müller (schauder) Westernhagens (argh) “Ich bin wieder hier — in meinem Revier” oder wie das Ding hei?t. Ich weiss.

Ich weiss.

Wirklich.

Ja. Ich liebe meine kleine Insel wieder. Und ich hasse Gro?städte. Und Städte, die eine Gro?stadt simulieren. Und ich geh erstmal nicht mehr von der Insel runter. Glaub ich. Wobei. Irgendwie steht Bangkok wieder an. Jaja.

Siegelfragen

Moin, kann mir mal jemand “mit dem unabhängigen Siegel der Zufriedenheit” auf Französisch übersetzten? Ich brauche eine neue Headline. Aus verschiedenen Gründen.

PS: Ja, bin wieder da. War nett. Report mit SMS nach Landung folgt.

Singapore. Ich glaub, ich komme.

Und überhaupt. Es ist mal wieder ein Visarun angesagt. Diesmal bewege ich mich nur minimal und fliege nach Singapore. Das hat mehrere Vorteile. Erstens bleibe ich im Training. Nachdem ich 29 Jahre damit zugebracht habe, nicht zu fliegen, sollte ich diese neu errungene Fähigkeit nicht einrosten lassen. Und wenn ich die nächste Thaifreundin beeindrucken will, schlepp ich sie auch wieder in ein Flugzeug und kann mich dann schwer auf mich selbst konzentrieren. Zweitens benötige ich eines der berühmt berüchtigten “Non Immigrant B”-Visa (B is for Business) und die bekommt man nur in ?bersee. Was für thailändische Verhältnisse jedes Land ist, das keine direkte Grenze mit Thailand hat. Au?erdem, und das ist der dritte Punkt auf der Liste, kotzt mich die Insel ein kleines bisschen an zur Zeit. Also flieg ich auf eine grö?ere Insel. Ist ja nur konsequent.

Der Flug (es geht direkt von Samui nach Singapore ) dauert hinzu 2 Stunden und 40 Minuten und rückzu nur 40 Minuten. Ratter ratter. Ja, genau, ist eine Zeitzone weiter drüben, in GMT+8.

In Singapore dreht sich dann heute abend erstmal alles um eine Schlafstätte für meinen empfindlichen Körper. Morgen gehts früh um neun in die thailändische Botschaft — Papiere und Pass abgeben — und dann hab ich “frei” bis zum Mittwoch gegen 2, wo ich meinen Pass mit einem echten bunten Visum abholen kann. Dann nichts wie ab zum Airport und zurück auf meine kleine Insel, die ich bis dahin vermutlich wieder lieben gelernt habe. Zwischendurch werde ich vermutlich einige Zeit mit dem Betrachten und Abwägen von Digitalkameras verbringen, letztendlich aber keine neue kaufen. Ich kenne mich.

Ich bin ja mal gespannt, ob mein Mobiltelefon in Singapore Roaming hat. Könnte ja sein, dass man Geburtstagsgrü?e kabeln muss. Kabeln. Das war ein Insider. Fast zu gut für einen Insider.

So, und dann war noch die Sache mit dem Gesetz in Singapore. Man sollte bspw. keinen Kaugummi in der ?ffentlichkeit kauen, wenn man kein Rezept dafür hat . Jaja.

Mehr zu Singapore:

PS: In Singapore ist der Samui am nächsten gelegene IKEA . Da wollte ich schon lange mal hin. Köttbullar ich komme.

PPS: Es regnet. Ich habe den Flughafen noch nie ohne Regen gesehen. (Doch einmal, aber da war ich dort, um Photos zu schiessen. Sonst, zum Leute hinbringen oder Flieger nutzen, hats immer geregnet. Heute auch.

Sonntagmorgen auf Samui

Gut geschlafen. Auf ner komischen Matraze in ner komischen Hütte. Nachts im Plastikstuhl auf der “Veranda” gesessen und “Hannibal” gelesen. Meer gelauscht. Sextouristen aus Deutschland beobachtet. Irgendwie isses ihnen ja doch peinlich. Das Nebenhaus hatte Sex. Ungefähr 30 Sekunden lang. Wenn das Vorspiel leise war isses ok. Wenn nicht, tut (Hilfsverb) mir der weibliche Part leid. Könnte sein, dass die Hüttenwahl negativ in die Geschichte der die.schreibbloga.de eingehen wird. Hier spricht fast jeder Deutsch. Habt ihr Ferien oder so Kram?

Heute morgen Mr. Wit angerufen und das Haus gekündigt. Schlüssel abgegeben. Er sagte: “Oh. Very very clean.” Ich sagte: “Like i got it.” Ich mag Hilfsverben. Hoffentlich merkt er nicht, dass wir das kochende Wasser von den Spaghetti damals in die Spüle gegossen haben und der Schlauch dadurch gerissen ist. Hab ich gestern mit Klebeband gefixt. Handwerker. Dem Inschinör ist nix zu schawör. Und das Bett hat auch unter meinem Gewicht gelitten. Ich sage nur Kuhle.

Seit Freitag ist sie da, meine “Du bist jetzt 30”-Depression. “Funny. Really funny.” Mehr dazu später.

Yai hat gestern angerufen. Um neun abends. Nein, stop. Sie hat versucht, anzurufen. Ich hab nicht abgenommen. Würde ich ihre Stimme hören, würde sich die Zeit mit jedem ihrer Worte verdoppeln, die ich noch benötige um damit klarzukommen. Und wöllte sie mich zurück, müsste sie nur zweimal fragen. Fürs erstemal hätte ich eine vorbereitete Antwort und würde entsprechend “stark” sein. Also lass ich sie nicht sprechen und überlege lieber die Nacht lang, was sie wollte. Status changed from “realization” to “hope” to “denial” to “don’t think about it”. Fuck.

Gestern abend war ich auf der Suche nach einer neuen Stammkneipe. War eine Nullnummer. Drei Stunden (!!!) in Lamai und Chaweng. Kneipen die interessant aussehen sind übervoll. Kneipen die interessant klingen und “Pub” im Namen tragen sehen eher peinlich aus (nach Frühstück beim Bäcker). Kneipen mit Namen wie “Rockmusic Bar” sind eher der lächerliche Versuch zwei Gründe in Thailand nachts auszugehen zu verbinden. Und dann sind da noch die Bars wo man mit “Hello Man” von engbestofften verbraucht aussehenden Frauen angesprochen wird. Und der Pub mit Livemusik in einem Keller, vor dem zwei Gürtel standen die mir fast beim Vorbeifahren um den Hals gefallen wären.

Dann wollte ich mal sehen, was es mit dem Frauenboxen auf sich hat. Jeden Samstag kostenlos auf der Lamai-Beachroad. Wurde dann aber von leichtbestofften und leider nicht schlecht aussehenden Frauen (Plural) angesprochen und floh leicht rosig. Beim zweiten Versuch waren dann zuviele sabbernde Männer um den Ring verteilt.

Dafür wei? ich nun genau, wo ich mir was zu Essen kaufen kann, was in etwa meiner Ernährung in den letzten Monaten entspricht. Hat auch was. Wenngleich mir dann nachts im Bett auch noch eingefallen ist, dass ich die tägliche Nahrungsaufnahme vergessen habe.

Und wo Mr. Coconut am Wochenende in Chaweng spielt, wei? ich jetzt auch. Das ist ein Exil-Deutscher, der im Pub gespielt hat und Rolling-Stones-Songs so langsam und so traurig spielt, dass sie selbst mir gefielen. Dummerweise ist der Wochenendspielort ein Konglomerat aus Transvestiten-Bars. Mal sehen. Vorher betrinken. Denk ich.

Jedenfalls sitze ich im Büro und zelebriere Sonntag. 29 Grad nach Herrn Celsius. Ich friere. Und der Himmel kuckt auch deprimiert aus der Wäsche und fängt ständig an zu heulen.

Manchmal könnte ich die Insel hassen. Zum Glück fällt mir immer noch schnell genug ein, dass ich ja selbst schuld bin.

Und seit zwei Wochen hab ich einen Ohrwurm von den Doors, der ständig hin und her hallt: “This is the end.”

PS: Vom gelben Vogel träumen ist kein Problem. Vom Begriff “gelber Vogel” in Englisch (“yellow bird”) zu träumen, nicht dem Bild, und dann das Ganze für ein schlechtes Omen zu halten, aber nicht zu wissen, warum und wieso, das ist ein Problem. Zumindest für mich.

PPS: “I’ll never look into your eyes again. ” Klar. (“Ride the snake.” Huch. Snake?)