Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Visacard für 3 Euro

So. Neuer Monat. Neues Konto. Nachdem mein kleines Konto bei der Siam City Bank abgeräumt werden konnte ohne dass die Penner die PIN hatten, habe ich dort natürlich kein Geld mehr deponiert. Ohne Pass kann man kein neues Konto eröffnen und als ich <txp:permlink id=“242”>dann <txp:permlink id=“243”>endlich <txp:permlink id=“272”>meinen Pass hatte, hatte ich kein Geld mehr um es draufzutun. Jetzt hab ich Geld, einen Pass und gute Laune. Also habe ich mal ein Konto bei der Bank of Ayudhya eröffnet.

Die Bank-Thai sah nicht nur gut aus, sie hat auch sehr gut Englisch gekonnt und keine dummen Fragen gestellt. Als Dreingabe gabs eine Karte, zum Geld abheben. Sie fragte mich, ob ich Visa oder ATM wölle, da hab ich zugegriffen. Mein Hauptproblem war ja schon lange Zeit, dass man hier schwer weit kommt ohne Kreditkarte (hab immernoch keine Unterkunft für Singapore).

Tja. Und so habe ich nun die erste Kreditkarte (sollte man Kreditkarten die nur mit Guthaben funktionieren nicht eigentlich Debitkarten nennen?) meines Lebens.

Ich muss einkaufen gehen.

PS: Unglaublich. Sogar Onlinebanking scheint zu gehen. Ich muss mich mal versuchen zu erinnern, wer uns das mit der Siam City Bank eingeredet hat. Hüstel.

One two weeks.

Titelgebender Ausspruch verbunden mit “you will forget me” war eine einige Zeitlang häufig in meiner Hütte zu hörender Dialogbeginn. Nun, ich habe ein kleines Problem damit. Wann beginnen diese ein zwei Wochen? Mit dem ersten Mal verlassen werden? Mit dem ersten “richtigen” Auszug? Mit dem letzten Mal verlassen werden? Mit dem letzten physischen Kontakt? Mit der letzten SMS? Mit dem letzten Haar, das man aus dem Haus entfernt? Hmmm… Rein theoretisch, würde ich das erste Mal nehmen, wäre heute Vergessen angesagt. Ansonsten hätten wir noch ein paar Tage, Wochen. Andererseits, ich gehe hier von braven “Ich hätte dich nie verlassen”-2-Wochen aus, nicht dem erlaubten Zeitbereich von 7 bis 14 Tagen.

Ist schon kompliziert das Leben.

Wobei, es trifft sich gut. Wir haben Freitag. Wir haben Zahltag. Ich werde heute Nacht in den Sound Pub gehen um Judy bei ihrer Abschiedsperformance zu zu sehen (zuzusehen? zuzu sehen?). Am Wochenende ziehe ich um (muss nur noch ein(e|en) passende(s|n) Haus/Raum/Hütte finden). Und dann ist da noch die Sache mit den Haaren. Kann also nicht schaden, wenn wir den heutigen Tag als Tag des Vergessens deklarieren.

The Truman Show Lite

Ein bisschen was von Truman Show hat mein Leben ja derzeit schon. Die Darsteller werden alle ausgetauscht (eher ersatzlos gestrichen). Am Dienstag dachte ich mir so, man muss ja nicht alles aus dem “alten Leben” kippen und schrieb eine SMS an Judy (nicht was ihr schon wieder denkt, das ist die Sängerin der Siam Band), ob und wo sie denn am Dienstag abend spielen (hey, habt ihr nun den Text in der anderen Klammer gelesen oder nicht?). Zurück kam die Antwort, dass sie nicht mehr in Lamai spielen und sie die Band Ende des Monats verlässt.

Nun ja. Das bringt mich in Zugzwang, denn nun bin ich für Freitag in den “Sound Pub” eingeladen, ihrem “Abschieds-Gig”. Der Soundpub ist nicht nur eine Ladybar, er ist auch ein steter Quell unermüdlicher Beschwerden der Anwohner, weil er trotz der Tatsache, dass alle Lokalitäten um 2 Uhr morgens schlie?en müssen bis 6 Uhr morgens geöffnet hat und unüberdacht überaus laut die Gegend beschallt. Mal ganz abgesehen davon, dass wenn er die einzige offene Bar nach 2 Uhr ist er auch gefüllt mit Leuten ist. Da zahlt wohl jemand an die Leute an den Hebeln der Insel.

Jedenfalls: Freitag abend. Chaweng. Soundpub. Ein bisschen rumsozialisieren. Und leider gefühlte Nähe historischer Art. Hoffen wir, dass es beim Fühlen bleibt.

Was den Weggang der Nebendarsteller meiner Show betrifft so bin ich gespannt, ob die Botschaft in Krungthep noch steht, wenn ich im August wieder hin muss. Das war sowieso immer nur ein Provisorium von Planen umgeben ausserhalb des eigentlichen Botschaftsgebäudes.

Harry und G-Punkt

Also Harry und Ginny (ähm, Spoilerwarnung ;). Soso. Das ist ja interessant. Ich bin ja der Meinung mit den Schwestern der besten Freunde was anzufangen ist so unheilbehaftet wie Beziehungen mit Arbeitskollegen oder Gastronomieangestellten auf thailändischen Inseln. Au?erdem wissen wir doch alle, dass Harry eher den Männern zugeneigt ist. Wenn der siebte Band raus ist, schreib ich den achten und das wird garantiert kein jugendfreier.

Ich habe es übrigens immer noch nicht geschafft, an den fünften Band heranzukommen. Irgendwie bin ich hier nicht ganz in der Nähe der zivilisierten Welt. Macht nichts. Dafür gibts preiswerten Sex (hab ich mir sagen lassen). Man kann nicht immer alles auf einmal haben.

Den sechsten Band werde ich vermutlich eh nicht lesen müssen, da hoffentlich Sirius Black am Ende des fünften stirbt und damit jeglicher Grund mein Interesse an dieser Märchengeschichte zu erwecken verschwunden ist. (Black muss sterben, niemand spricht mehr von ihm. Vom alten Papst spricht auch niemand mehr. Und wann hat bittesehr jemand das letzte Mal Freddy Mercury erwähnt? Hmm? Na? Siehste!)

So. Und jetzt: Vorsicht, ein Kreis schliesst sich. Gedankenkette. mit Blut, Hautfetzen und jeder Menge Ekel.

Black wird ja bekannterma?en in den Potter-Movies von Garry Oldman gespielt. Und ich lese gerade “Hannibal” von Thomas Harris. Na? Klingelts? Nein? Gut. Garry spielt auch den Mason Verger aus dem Buch, einen perversen von Hannibal Lector zuerst verunstalteten und später (bilde ich mir ein im Film gesehen zu haben) den fleischfressenden Schweinen vorgeworfenen Kinderschänder.

Jedenfalls war ich heute Nacht an der Stelle angelangt, wo Verger der Agentin erzählt, wie das so alles war, als Hannibal Lector ihm Acid gespritzt hat und er sich selbst mit einer Spiegelscherbe die Haut in Fetzen vom Gesicht gezogen hat um sie an seine beiden Dobermänner zu verfüttern. War sehr plastisch. Ein Glück, dass ich derzeit nicht allzuviel im Magen habe.

Witzig ist auch, dass im Buch immer steht, die Leute werfen mit Körperflüssigkeiten, wenn jemand spuckt (“she threw her bodyfluids on her”). Hmm. Ja. Englisch ist eine schöne Sprache. Eigentlich kann ich ja froh sein, dass ich nun wieder Hilfsverben und Zeitformen verwenden darf.

Buchvermehrung

Nun habe ich ja gestern endlich Mister Brysons Nicht-Travel-Doku zu Ende gelesen und war entsprechend buchlos. Also knatterte ich mit meinem kleinen roten Moped nach getaner Arbeit durch die Beach-Street unseres kleinen Küstenortes auf der Suche nach einem Buchladen mit Harry-Potter-Verkauf (ich habe den fünften Band immer noch nicht gelesen — ja, ich brauche immer etwas länger). Gefunden ward ein Laden schnell — die Filiale einer Kette aus Bangkok, die gebrauchte Bücher verkauft.

Ich mag gebrauchte Bücher. Man überlegt beim Umschlagen der klebrigen Seiten immer, was der oder die Leserin wohl gerade gegessen hat beim Lesen. Oder ob sie es im Bett gelesen haben. Oder am Strand. Oder im Flugzeug. Oder ob sie es in der Gegend rumliegen hatten, um einen potentiellen Sexualpartner was vorzugaukeln. Au?erdem sind sie preiswert (die Bücher). Logisch.

Jedenfalls wollte ich wie gesagt einen Harry-Potter holen und schlich mich hinter Vorsprüngen und Abdeckungen Deckung suchend in den Laden hinein. Drinnen waren die Bücher in den leicht verständlichen Kategorien “Bestseller”, “Author Men”, “Author Woman”, “Sci-Fi”, “True Crime”, “War”, “Spiritual” und “Classic” sortiert. Gut. Ich nahm an, dass Miss Rowling weiblich ist und durchsuchte den Frauenstapel. Nichts. Dann durchsuchte ich die Bestseller-Stapel, da ich mal gehöhrt habe, dass diese Art Bücher recht gut gekauft würde. Nichts. Dann durchsuchte ich die Classic-Stapel, weil eine Serie, die nun inzwischen beim sechsten Band angekommen ist durchaus zu den Klassikern zählen dürfte. Nichts. Dann die Science-Fiction-Stapel, weil das mit dem Harry Potter ja alles nur gelogen und reine Phantasie ist. Wieder nichts. Am Ende, ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben und traute mich auch nicht, zu fragen, fand ich dann endlich einen Stapel Potter-Bände — im Spiritual-Bereich. 20 erste Bände, 7 zweite Bände, zwei dritte Bände und einen vierten Band. Keinen fünften Band. Weshalb ich Thomas Harrisons “Hannibal” mitnahm und wieder ging.

Ich hab es versucht.

Nebenbemerkung 1: Im “True Crime”-Bereich fand ich das Buch “Mating, everybody get his mate”. Das hol ich mir evtl. das nächste Mal (diesmal war ich zu verschüchtert — ja, ich brauche immer etwas länger). Ausserdem hatte ich kurz noch “The god of small things” von Arundhati Roy in der Hand, fand dann aber, dass ich noch nicht zu hochgeistiger Literatur fähig wäre. Und das Regal mit Anne-Rice-Büchern war auch sehr einladend (eine Wand mit 8 Regalen und eines davon voll mit Anne Rice).

Nebenbemerkung 2: Die Frauen. Zwei äu?erst nette Bedienungen bedienten am Bedientisch vor sich hin (nett in sense of suay makmaak, volljährig and intelligent). Sie sprachen jeden Mann an, der reinkam und Bücher kaufte (Frauen kamen interessanterweise nur zwei bei knapp 10 Männern, während ich im Laden war — ja, ich brauche immer etwas länger) und fragten ihn, woher er käme und wann er dahin zurückkehren würde. Mich fragten sie nicht aus. Könnte daran liegen, dass ich die ganze Zeit Thai sprach. oder daran, dass man mir langsam ansieht, dass ich nicht allzubald irgendwohin zurückkehren werde. Oder daran, dass an meinem Arm immer noch die wei?en “Glücks”-Bänder vom Isaanbesuch verknotet waren (ja, ich brauche tatsächlich immer etwas länger). Ich denke, ich werde sie heute abend abschneiden.

Visarun Nummer 3

Soll ja Leute geben, die mit dem Malprogramm ihre Reiserouten aufzeichnen. Die Frau in der Hängematraze ist mir unbekannt.

A short history of nearly everything

Nun man kommt ja kurzerdings erheblich häufiger in den Genuss, mal ein Buch zu lesen und so schaffte ich es in den vergangenen Tagen endlich einmal, Bill Brysons “A short history of nearly everything” fertig zu lesen. Ich habe dafür 6 Monate gebraucht. 5.5 Monate für die ersten 100 Seiten und die letzten Nächte für den Rest.

“Nearly” ist das richtige Wort für den Titel, denn Bryson lässt mein gesamtes Leben aus. Schlecht recherchiert. Ansonsten erzählt er (meiner Meinung nach) sehr verständlich von der Entwicklung des Sonnensystems, der Entstehung des Lebens, der Menschwerdung und eben einfach nahezu allem, was unsereins den ganzen Tag so um sich hat, aber nie hinterfragt oder versucht zu begreifen. Ein schönes Buch. Und wenn ich jetzt den deutschen Titel kennen würde (deutsche Verlage und Filmvertriebe tendieren immer dazu, einfache Titel in idiotische Wortkombinationen zu verwandeln, weil man dem Deutschen schlechthin wenig Intelligenz zuspricht, also ist zu erwarten, dass das Teil dort “Bauanleitung Leben” oder “Wie das alles zusammengesetzt ist und warum das funktioniert” oder so ähnlich betitelt wurde), würde ich euch empfehlen, es zu kaufen, zu klauen oder in der Bibliothek auszuleihen.

Interessant und amüsant zu lesen ist auch, dass nahezu jede halbwegs wichtige Erfindung oder Entdeckung schon mal von jemanden Anderem gemacht wurde und nur nicht anerkannt oder öffentlich wurde. Und Darwin war ne faule Sau.

Das Buch endet übrigens mit dem folgenden friedlichen Absatz:

We really are at the beginning of it all. The trick, of course, is to make sure we never find the end. And that, almost certainly, will require a lot more than lucky breaks.

Western Money Geldwäsche

So. Soso. Hab ich heute mal wieder Geld in das finanziell klamme Deutschland geschickt. Wollte ich eigentlich schon sehr viel eher machen, habe es aber aufgrund unvorhergesehener Zwischenfälle und verschiedener, ähm, Dinge, ähm, nicht geschafft.

Heute morgen jedenfalls machte ich mich früh auf nach Nathon, wo sich die einzige Bank auf Samui befindet, deren Mitarbeiter beim Erwähnen eines Geldtransfers aus Thailand heraus nicht plötzlich des Englischen nicht mehr mächtig sind. Jedenfalls habe ich da schon einmal Geld gewaschen und tat selbiges heute wieder. Diesmal bediente mich der kleine Bank-Thai vom letzten Mal direkt und brachte mich nicht zu einer anderen Angestellten. Ich muss schon sagen, der war ganz niedlich. Wenn ich jetzt nicht gerade keine Lust auf Mitmenschen hätte und dazu eine Frau wäre, dann würde ich ihn nicht von der Bettkante (oder dem Matrazenrand) weisen. Bin ich aber nicht (Frau) und hab ich nicht (Lust auf Mitmenschen). Weshalb ich mich auf meine Bankgeschäfte konzentrierte.

Der Thai sprach mich übrigens immer mit “Sir” an. Das fand ich nett. Nicht “Mister” oder “Khun”. Nein — “Sir”. Fehlte nicht viel und er hätte den Rücken nicht wieder gerade bekommen.

Jedenfalls, was ich eigentlich erzählen wollte, nach vollendetem Geschäft (er kam immer am Tisch vorbeigerannt und fragte mich, ob ich Kaffe wölle und rief ein “One moment pleeeease, Sir!” herüber) fragte er mich dann was ganz komisches: Ob ich eine Suppe wölle. Ich schaute wohl ziemlich dumm, denn er rief wieder “One moment pleeeease, Sir!” und rannte davon.

Und dann brachte er mir zwei Thaisuppen zum Selberkochen (“Western-Union-Kunden bekommen sowas.” und zeigt auf einen kleinen Aufkleber).

Man sieht mir meine Abstinenz anscheinend an.

Samui-Map in der die schreiBBloga.de

Aufgrund einer unerwarteten Erhöhung meiner frei verfügbaren Zeit hat die schreiBBloga.de nun eine kleine Map (powered by Google) bekommen, die einige der Schauplätze der losen Bemerkungen in diesem Blog anzeigt. Ich plane das Ganze noch ein bisschen auszubauen, so mit Links von den Artikeln in die Map und zurück und so einem Kram. Aber wir haben ja Zeit. Funktioniert übrigens “nur” in modernen Browsern (also IE 5.5+, Firefox 0.8+, Safari 2018.1.133+, Netscape 7.1+, Mozilla 1.4+, Opera 7+). Für Lynx-User gibts bei Gelegenheit ne ASCII-Map.

Blindes Hühnchen findet Korn

Der folgende Eintrag könnte eventuell erklären, warum es hier nach unserem Urlaub so wenig Einträge gab.

Die ?berschrift würde ich gerne ausführlicher umbenennen in “Blindes Huhn findet Korn, verschluckt sich und stirbt”, “Blindes Huhn findet Korn und verdaut es” oder so ähnlich. Andererseits wei? ich auch noch gar nicht, wen oder was ich mit Blindes Huhn meine. Also ist jedes Nachdenken sinnlos. Ich hätte das ja gerne “The End is also the beginning of the end” genannt, aber das wäre nur eine unglaublich bescheuerte verbale Reminiszenz.

Wie auch immer. Für alle Leser, die es nicht ab können, wenn ich hier rumheule und in Selbstmitleid zerflie?e und lieber einen Kakao trinken gehen wollen gibt es eine Kurzversion. Die lautet: Yai hat mich verlassen. So. Jetzt könnt ihr Kakao trinken gehen. Kommt morgen wieder, dann gibts Anderes zu lesen.

Hmm. So. Noch da? Ok. Also nun die Langversion.

Bitte legen Sie nun Sinead O’Connor mit “Nothing compares 2 U” ein.

Nun, was geschah in den letzten Wochen?

Als wir aus dem Urlaub wiederkamen, war unser Leben so eine Art rosarotes Gummibonbon. Ich ging früh halb Acht zur Arbeit, arbeitet brav bis viertel Fünf, fuhr dann nach Hause, wo mich Yai schon an der Türe winkend erwartete, wir dann gemeinsam a?en, quatschten und spielten und irgendwann schlafen gingen. Dann und wann entfiel mir ein zynisches “fehlt nur noch das Kind und der Hund”. Mir war dabei nicht sehr wohl, denn ich dachte immer, sie müsse sich schrecklich langweilen, so allein den ganzen Tag und ohne wirkliche Aufgabe. Sie meinte aber immer, nein, das ist in Ordnung, das gefällt ihr gut, sie ist “lazy”.

Dann und wann (eigentlich täglich) telefonierte sie mit ihrer Familie im Isaan und war danach immer sehr still und traurig. Ich hatte bereits im Isaan das Gefühl bekommen, dass sie da besser aufgehoben wäre und hier auf der Insel eigentlich fehl am Platze ist, verdrängte das aber, weil sie im Isaan nicht hier wäre.

Am Freitag vor einer Woche erwähnte sie dann plötzlich auf meine Bemerkung, ob wir denn zu Tesko wöllten und so ein Ding kaufen mit dem wir die Chilischoten kleinmatschen können wie Jamie Olivier (der Name sagte ihr nichts), dass das nicht nötig wäre, da sie sowieso nicht lange bleiben würde. Nach einigen Schocksekunden in denen ich überzeugt war, dass sie irgendwas anderes gesagt hatte nur nicht das, was ich verstanden habe und meine Hände langsam begannen zu zittern, meinte sie, dass sie mich leider verlassen müsse (“I finish you”).

Nun, Tesko wurde kurzerhand nach hinten geschoben und die folgenden Stunden mit Diskussionen verbracht. Dabei präsentierte sie mir eine Unmenge an Gründen, unter anderem dass sie auf meine Kosten leben würde und “schlecht” wäre, dass ich schnell eine andere Frau finden würde und sowieso eine bessere bekommen kann und alles solcher Kram. Ich glaubte das natürlich nicht und hab immer weiter gebohrt. Zwischen den Zeilen fiel immer wieder der Begriff “Geld”.

Nach einigem Nachfragen kam dann heraus, dass die gesamte Woche verschiedenste Mitglieder ihrer Familie angerufen hätten und mit immer wahnwitzigeren Geldforderungen zu ihr gekommen sind. Sie antwortete dann immer, wir hätten kein Geld. Das Ganze zog sich dann immer eine Weile hin, bis plötzlich die Bemerkung fiel “dann geh halt mit Männern”. Das Schockierende an der Sache ist nicht, dass ihre Familie fordert, dass sie fürs Geld mit Männern geht, sondern dass sie das wirklich in Erwägung zog und deshalb mit mir Schluss machen wollte.

Wir redeten also die ganze Nacht und am Ende der Nacht erklärte sie mir, dass sie nun doch nicht Schluss machen will und es mit mir versuchen will. Am Abend des Samstags machte sie dann das zweite Mal Schluss und wir redeten wieder, bis sie mir erklärte, dass sie nun doch nicht Schluss machen will und es mit mir versuchen will. Wir vereinbarten dann, am Sonntag nicht zu diskutieren und einfach zu leben. Das funktionierte. Wir gingen Baden und spielten Badminton. Am Montag ging ich auf Arbeit und als ich nach Hause kam, eröffnete sie mir, dass sie nun ausziehen werde und es aus mit uns ist und sie zu ihrer Freundin zieht. Ich solle sie nach Chaweng bringen. Das tat ich (sie packte eine kleine schwarze Reisetasche) und fuhr zitternd ins Büro um nicht alleine zu Hause zu sitzen.

Kurz nach sieben rief sie mich an und wollte wissen, wo ich wäre, sie sässe vor dem Haus und wöllte noch was abholen. Ich dackelte zum Haus zurück, schloss ihr auf und setze mich auf die Couch, wartend, dass sie fertig wird. Sie allerdings holte nichts hervor sondern setzte sich zu mir und erklärte mir, sie hätte ein Haus, das sie ab Freitag mieten kann (ein kleines Haus) und ihren Job im Pub wieder, wo sie am Dienstag abend anfangen könne. Ich solle am Freitag zu ihr ins neue Haus ziehen. Gut. Wir diskutierten ziemlich lange wie sie sich das vorstelle, mit mir Schluss machen und wiederkommen und wieder Schluss machen und all den Kram. Letzten Endes wurde der Status unserer Beziehung aber wieder einstimmig auf “zusammen” gesetzt. Wir fuhren zum Haus und schauten es uns an und ich kann sagen, dass es ein sehr schönes Haus war. Ein Raum, eine Küchenecke und ein Duschbad. Holz. Sehr schön. Yai meinte immer betonen zu müssen, dass wir nur darin schlafen und ja auch arbeiten gehen. Es war aber gro? genug. Fand ich. Ich war mit der Entwicklung sehr zufrieden, denn eine arbeitende Yai war mir lieber. Lazy sein kann sie dann und wann, aber doch nicht ihr ganzes Leben — das kann selbst eine Thai nicht glücklich machen.

Gut. Nach erfolgter Besichtigung fragte ich sie, ob sie mit zu mir kommen will. Wollte sie nicht. Sie wollte bis Freitag bei ihrer Freundin wohnen und nachdenken. Damit hatte ich kein allzu gro?es Problem, also fuhr ich wieder zitternd ins Büro und später heim und ging einsam schlafen. Kurz nach zwölf rief sie wieder an und wollte nach Hause geholt werden. Als ich fragte warum, erfuhr ich, dass ihre Freundin einen Mann mitgebracht hatte und sie nicht bei ihr schlafen konnte. Naja. Kein Problem dachte ich mir und fuhr (mal wieder) nach Chaweng. Dort passte sie mich schon eine Kreuzung eher ab und sah überaus aufgebrezelt aus. Wenn man bedenkt, dass sie die letzten 2 Monate nahezu ohne Makeup ausgekommen ist, dann war das schon verdammt aufgebrezelt. Ich äu?erte also meine Vermutung, dass sie bereits versucht hatte, einen Mann abzuschleppen, aber keinen abbekommen hat, was sie bestritt. Sie war nur mit ihrer Freundin mitgegangen, weil ihr langweilig war. Nun ja, ich war wieder der Böse. Wie konnte ich auch nur solche Hintergedanken haben, wenn sie “nachdenken” wollte und nicht bei mir sein wollte.

Ich brachte sie also nach Hause. Am nächsten Tag brachte ich sie nach Chaweng zum nun leeren Raum ihrer Freundin und ging dann Arbeiten. Nach dem Arbeiten gings in den Pub, weil sie einerseits wieder arbeitete und ich andererseits mir ihr in ihren Geburtstag reinfeiern wollte, der am Mittwoch anstand. Das klappte alles super, sie war sehr überrascht und glücklich, schlief wieder bei mir und der Mittwoch kam. Wir schauten das Haus an, vereinbarten das Legen von Wasser, Strom und TV-Kabel und ich ging später wieder arbeiten. Auch diesmal ging ich am Abend in den Pub. Dort versuchte mich dann einer ihrer Ex-Freunde gegen zwei Uhr Morgens stockbesoffen zu verprügeln. Warum wei? ich bis heute nicht. Sie übrigens auch nicht. Trotzdem nahm sie das als Anlass, mich wieder zu verlassen (diesmal mit der Begründung, sie sei nicht gut für mich und sie will nicht, dass ich verletzt werde).

Ich hörte wieder die Worte, “one two weeks, you forget me” und “you find a better lady”.

Da wir bereits wieder in Lamai waren, durfte ich sie nach Chaweng fahren (zitternd). Dort stellte sie fest, dass ihre Freundin wieder einen Mann im Raum hatte (was in den letzten 2 Monaten allerdings nur sechs sieben mal vorkam, weshalb sie (und auch ich) doch sehr erstaunt war — ihre Freundin ist weder attraktiv, noch schlank, noch kann sie englisch). Sie sa? dann eine Stunde auf der Stra?e bis ich sie überredet habe, dass sie bei mir schlafen könne. Um fünf waren wir dann zuhause, ich schlief auf der Couch, verschlief und ging stinkend und zitternd auf Arbeit. Nach der Arbeit fuhr ich sie dann mit ihrem restlichen Kram nach Chaweng ins neue Haus und wurde mit traurigem Blick und “I love you” von ihr verabschiedet.

Seither schrieb sie ständig SMSse, wie es mir geht und ob ich auch immer esse und ich schriebe, dass es mir schlecht geht und ich nicht esse und ob ich zurück zu ihr kann und warum sie mich verlässt. Dann und wann fuhr ich bei ihr vorbei, oder zumindest da, wo ich annahm, dass sie gerade wäre. Einmal sah ich sie, was sie sehr erschrak, weil sie wieder aufgebrezelt war. Heute dann habe ich auf eine ihrer SMSse geantwortet, dass sie mir keine mehr schreiben soll, wenn sie nicht mehr mit mir zusammen sein will. Wenn sie meint, ich würde sie vergessen, sollte sie mir die Möglichkeit geben, sie auch zu vergessen und nicht ständig auf meinem Herzen rumtreten. Dann hab ich mein Handy ausgestellt.

Halten wir fest: Da draussen gibt es nun eine Frau, die mich liebt, aber “mit Männern geht” und nicht mit mir zusammen ist. Die mir erklärt, dass ich sie nach ein bis zwei Wochen vergessen habe und schnell wieder eine “neue Lady” finde. Und die mir immer sagt “I love you!”. Tja. Sowas hatte ich noch nicht im Repertoire.

Halten wir weiterhin fest: Ich vertrage verdammt viel Schmerz, wenn es um Herzensdinge und Gefühle geht.

Und zum Schluss: Ich bin wieder Single. Habs nicht anders verdient.

Genug Exhibionismus!

Sinead aus!

Kommen wir also zur eigentlichen Kernkompetenz der die schreiBBloga.de und den vermutlichen Inhalten der nächsten drei?ig Einträge zurück — das Wetter: Es ist fürchterlich hei? aber immer noch Regenzeit. Es regnet also häufig. Meistens, wenn ich mich au?erhalb geschlossener Räume aufhalte. Macht nichts. Wischt die Tränen weg.

PS: Oh Mann, wenn ich mir den letzten Absatz so ansehe, kann man die schreibbloga.de gleich ganz zu machen.

PPS: Von mitleidigen, umarmenden, wohlmeinenden Kommentaren bitte ich abzusehen. Würde nur zynische Reaktionen meinerseits hervorrufen. Die statistische Auswertung meines Liebeslebens erfolgt in einigen Tagen. Ansonsten dürfen “hab ich doch schon immer gesagt”- und andere Kommentare gerne gepostet werden. Das hab ich die letzten Tage oft genug von mir selbst gehört und die Reaktion darauf wird milder als auch erprobter ausfallen. Au?erdem bitte ich von “die Thais sind so”-Kommentaren abzusehen. Sextouristenwitze können gerne gemacht werden, Sex kam erstens erst sehr viel später in unsere Beziehung und ich habe nichts bezahlt (hmm. nett. Trotzzynismus!). Ich bitte auch alle ?u?erungen, ab welchem Zeitpunkt sie vermutlich bereits “mit Männern gegangen” ist und ich mich lächerlich gemacht habe zu unterlassen.

PPPS: Ach Scheisse das alles.

PPPPS: Schreibt man Scheisse eigentlich mit eSZett?

PPPPPS: Das war es mit der Liebe auf diesen Seiten! Ich werde mich hüten, in Zukunft hier irgendwas über die Frauen in meinem Leben zu schreiben. Vielleicht, wenn wir dann mal ein Jahr zusammen sind oder so. Und selbst dann eher nicht. Liebe ist sowieso blöd. Scheiss Bio-Chemie.

PPPPPPS: schnüff und stellen Sie sich hier noch ein dämliches Heul-Smiley vor. Auftrag erfüllt. Internettagebuch geschrieben.

PPPPPPPS: Ich habe die unglaubliche Fähigkeit, mich für derartige “Schicksalsschläge” selbst zu bestrafen. Das kann ich gut. Wirklich. Ich habe seit Mittwoch nicht gegessen und schlafe Nachts nur ungefähr 4 Stunden (aus Müdigkeit). Das wird sich legen. Sicherlich. In ein-zwei Wochen, wenn ich Yai vergessen habe und meine nächste Lady gefunden habe. Hoffentlich hört dann auch dieses Zittern auf.

PPPPPPPPS: Der ganze Eintrag klingt, als ob ich schon drüber weg bin. Bin ich aber nicht. Allerdings beginnen die Selbstschutzklappen langsam hochzufahren. Schön.

… dass ich euch Nichts nehme!

Zarathustra stieg allein das Gebirge abwärts und Niemand begegnete ihm. Als er aber in die Wälder kam, stand auf einmal ein Greis vor ihm, der seine heilige Hütte verlassen hatte, um Wurzeln im Walde zu suchen. Und also sprach der Greis zu Zarathustra:

Nicht fremd ist mir dieser Wanderer: vor manchen Jahre gieng er her vorbei. Zarathustra hiess er; aber er hat sich verwandelt. Damals trugst du deine Asche zu Berge: willst du heute dein Feuer in die Thäler tragen? Fürchtest du nicht des Brandstifters Strafen?

Ja, ich erkenne Zarathustra. Rein ist sein Auge, und an seinem Munde birgt sich kein Ekel. Geht er nicht daher wie ein Tänzer?

Verwandelt ist Zarathustra, zum Kind ward Zarathustra, ein Erwachter ist Zarathustra: was willst du nun bei den Schlafenden?

Wie im Meere lebtest du in der Einsamkeit, und das Meer trug dich. Wehe, du willst an’s Land steigen? Wehe, du willst deinen Leib wieder selber schleppen?

Zarathustra antwortete: “Ich liebe die Menschen.''

Warum, sagte der Heilige, gieng ich doch in den Wald und die Einöde? War es nicht, weil ich die Menschen allzu sehr liebte?

Jetzt liebe ich Gott: die Menschen liebe ich nicht. Der Mensch ist mir eine zu unvollkommene Sache. Liebe zum Menschen würde mich umbringen.

Zarathustra antwortete: “Was sprach ich von Liebe! Ich bringe den Menschen ein Geschenk.''

Gieb ihnen Nichts, sagte der Heilige. Nimm ihnen lieber Etwas ab und trage es mit ihnen — das wird ihnen am wohlsten thun: wenn er dir nur wohlthut!

Und willst du ihnen geben, so gieb nicht mehr, als ein Almosen, und lass sie noch darum betteln!

“Nein, antwortete Zarathustra, ich gebe kein Almosen. Dazu bin ich nicht arm genug.''

Der Heilige lachte über Zarathustra und sprach also: So sieh zu, dass sie deine Schätze annehmen! Sie sind misstrauisch gegen die Einsiedler und glauben nicht, dass wir kommen, um zu schenken.

Unse Schritte klingen ihnen zu einsam durch die Gassen. Und wie wenn sie Nachts in ihren Betten einen Mann gehen hören, lange bevor die Sonne aufsteht, so fragen sie sich wohl: wohin will der Dieb?

Gehe nicht zu den Menschen und bleibe im Walde! Gehe lieber noch zu den Thieren! Warum willst du nicht sein, wie ich, — ein Bär unter Bären, ein Vogel unter Vögeln?

“Und was macht der Heilige im Walde?’’ fragte Zarathustra.

Der Heilige antwortete: Ich mache Lieder und singe sie, und wenn ich Lieder mache, lache, weine und brumme ich: also lobe ich Gott.

Mit Singen, Weinen, Lachen und Brummen lobe ich den Gott, der mein Gott ist. Doch was bringst du uns zum Geschenke?

Als Zarathustra diese Worte gehört hatte, grüsste er den Heiligen und sprach: “Was hätte ich euch zu geben! Aber lasst mich schnell davon, dass ich euch Nichts nehme!’’ — Und so trennten sie sich von einander, der Greis und der Mann, lachend, gleichwie zwei Knaben lachen.

Als Zarathustra aber allein war, sprach er also zu seinem Herzen: “Sollte es denn möglich sein! Dieser alte Heilige hat in seinem Walde noch Nichts davon gehört, dass Gott todt ist!''

Friedrich Nietzsche “Also sprach Zarathustra

Breaking News: Autor geht baden

Zur sofortigen Veröffentlichung: Lamai, Koh Samui: Die thailändische Naturschutzbehörde gab am gestrigen Sonntagabend bekannt, dass der bekannte Autor und thailändische A-Listen-Blogger Patrick Kollitsch (30, Archivphoto) am Samstag nur 190 Tage nach seinem Erscheinen auf Koh Samui ein erstes Vollbad im Golf von Siam nahm. Augenzeugenberichten zufolge trat er mit weit ausgebreiteten Armen und den Worten “Dies ist mein Morgen, mein Tag hebt an: herauf nun, herauf, du grosser Mittag!’” auf das Meer zu, welches sich zu den Seiten zurückzog und hinter ihm wieder schlo?. Erste Tsunamiwarnungen wurden nach bekannt Werden des Fehlens eines tsunamirelevanten Gewichtes von mindestens 106 Kilogramm wieder zurückgenommen. Auf das Anliegen des Bades hin befragt erklärte der Autor, er widme das Bad “allen Schläfern dieser Welt” und der NRA. Nach dem ausgiebigen Bade verlie? er das Wasser mit den Worten “So, ihr Touristenschnullies, euch hab ich ins Wasser gepisst!”. Sein Management erklärt, dass mit derartigen Aktionen in Zukunft öfters zu rechnen ist. Unbestätigten Medienberichten zufolge hat es bereits eine zweite Badeaktion am späten Sonntagabend am Strand von Lamai gegeben.

Wochenende auf Samui

  • Mit einem von 5 Mitgliedern der Krungtheper Freimauererloge sprechen und bestätigt bekommen, dass der aktuelle Papst Freimaurer ist, der alte Papst ein führendes Mitglied war, Opus Dei eine der offiziellen im Hintergrund von den Freimauerern gehaltenen Organisationen ist, Dan Brown nicht ganz unrecht hat, aber vieles auslässt (Meinung des Freimauerers: Er gehört dazu und hat fast schon zuviel geschrieben), der zweite Flugplatz von Samui (inklusive Boeing-Landebahn) bereits viel konkreter geplant ist, als auf der Bühne propagiert, ein jüngerer Sohn einer Yakuzza-Familie hier auf der Insel wohnt, damit er au?erhalb der Schusslinie (über)leben kann, man in Kombination mit einem finnischen und einem schwedischen Pass quasi von der Erdoberfläche verschwinden kann und einiges mehr.
  • Sonnenbrand bekommen
  • Spaghetti kochen. Essen.
  • Schlafen.
  • Und dann noch das andere.

Urlaub! Unsynchron (a)

Nun, ich habe mit mir gerungen, weil ich eigentlich nichts über meinen Urlaub schreiben wollte, au?er da? er schön war. War er nämlich. Und verdammt erholsam. Erste Stimmen meinen, ich hätte Farbe bekommen. Im Isaan würde man sagen: Sii daam may dii (Schwarz ist nicht gut). Jedenfalls ist das alles Stoff, den man für sich behalten könnte, weil es schöne Erfahrungen sind. Aber die Flut an Mails und Kommentaren benötigt nun doch differenziertere Kommentare zum Leben des Protagonisten in den vergangenen 13 Tagen. Ok. Könnt ihr haben. Ich werde das aber nicht in “Am Montag haben wir Eis gegessen, am Dienstag waren wir baden, am Mittwoch sind wir ausgeraubt worden” — Manier erzählen sondern mit Stichworten wie dem titel- und verlaufgebenden “Unsynchron”. Abgesehen davon gibts fast keine Fotos, weil meine Digicam gestorben ist. Ich werde das also bei Bedarf mit Schemazeichnungen ergänzen.

Morgen gehts los mit Bangkok. Das ist ja ein Thema für sich.

PS: Nein, wir sind nicht ausgeraubt worden. Nicht wirklich.

Bin wieder da

War schön. Sehr schön. Chiang Mai ist eine schöne kleine Stadt. Schöne Wats wo man hin sieht. Isaan ist eine schöne Gegend. Schöne Menschen. Schönes Wetter. Viel schöner Reis. Laos ist auch schön. Und ich les jetzt erstmal Mails. Später vielleicht mehr.

PS: Ich fasse es nicht. Ohne Computer bewegt sich die Welt trotzdem!!! Man hat so komische kleine Stäbe mit denen man auf verschiedene Materialien Notizen machen kann. Ich glaube, ich werde die computerlosen Zeiten ein wenig ausweiten.

PPS: Es gibt ein Thailand, das dem auf der Insel absolut ungleich ist. Ich würde es als das echte Thailand bezeichnen.

PPPS: Als wir gestern nacht die Insel wieder enterten, habe ich viele Dinge gesehen, die ich vorher übersehen habe. Aber auch dazu später mehr.

Bangkok, das Haar sitzt

Bangkok Airport. Wir fliegen nach Chiang Mai, waren noch nicht in Laos, das ist morgen angesagt. Lamyai fliegt zum erstem Mal. Das wird ein Spa?!! Ich muss im Training bleiben. Ist ja nur eine Stunde. Bangkok nervt immer noch. Später mehr. Eigentlich wollte ich auch offline bleiben, aber wir haben noch ein bisschen Zeit. Achso. Die gro?e 30. Hat sich aber nichts geändert dadurch. Höchstens vielleicht, dass ich wieder einen Tag älter geworden bin. Irgendwie ist das fortschreitend. So. Flugzeug ruft. Kein Internet die nächsten Tage. Versprochen.

Out of office

Im Prinzip internet- und vermutlich auch öfters mal strom- sowie ahnungs- und ziellos werde ich in den nächsten Tagen abseits jeglicher objektorienterten Programmierung dem einfachen Leben fröhnen und das schöne Thailand bereisen. Yai hat (anscheinend) aufgehört zu arbeiten und wir fahren morgen erstmal nach Bangkok — diesmal zu meinen Konditionen ;) Computerläden, Tempel und die alten Königsstädte stehen an. Am Montag dann werde ich meinen neuen Pass bekommen, versuchen mein Visa zurückzubekommen und sofort das Land verlassen. Wir werden ein paar Stunden in Laos verbringen (Kambodscha ist ja derzeit eine weniger solide Option). Anschlie?end geht es nach Nong Bua Lampuh in den Isaan, wo Yai ihre Mutter besuchen will, eventuell ihren Vater und jede Menge Geschwister (ein jüngerer Bruder, der bei der Polizei lernt und sich gerade eine Pistole gekauft hat und eine jüngere Schwester, die Schwein (Muu) hei?t und “ein bisschen dick” ist) und Verwandte. Au?erdem ist da wohl noch ein Wasserbüffel, den sie gekauft hat und mal sehen will. Aber so ganz habe ich das noch nicht verstanden. Wenn wir dann noch genügend Zeit haben (wovon ich ausgehe, Yai befürchtet bereits, ich könnte Probleme mit den Umgebungsbedingungen im Isaan (“no hot water, no fan, we speak thai, you watch tv”) haben) , fahren wir mit dem Zug nach Chiang Mai und sehen dort wieder Tempel und alte Häuser an. Anschlie?end gehts wieder auf die Insel und ab in unser hoffentlich noch stehendes Haus. Falls also nichts dazwischen kommt, dann gibt es hier ab 12. Juli oder später in gewohnter Frische etwas zu lesen.

Wir Thais sagen da …

Ich: Whats the time?

Yai: What?

Ich: How late is it?

Yai: Huh?

Ich: What time is it?

Yai: Aray?

Ich: Naliga aray?

Yai: minutenlanges Gelächter I understand you, but we Thai say: Wela thawray?

Ich: Ok. So: Wela thawray?

Yai: We Thai say murmelt was vor sich hin but for you its dänndiehwonn.

Lafontaine und Bush

Neulich hab ich Bush zugehört (dem Jüngeren), wie er erklärte, dass er in einem seiner derzeitigen Jagdgründe unbedingten Frieden will. Das wird er durchsetzen, sagte er. Ich als angehender Pazifist fand das super, aber irgendwie lachten die Leute ringsrum alle. Ich bin rausgegangen auf den anderen Berggipfel wo ein Pooltisch stand. Da spielte Oskar Lafontaine dann eine Partie Pool mit mir. Ich hatte die halben Kugeln und er die Vollen. Er hatte so ein überaus hässliches braunes Jacket an. Braun steht ihm wirklich nicht, sagte ich ihm. Früher hätte er rot getragen, sagt er, aber das mache ihn irgendwie dick und man will sich ja auch verändern. Naja, sag ich, Bush eben sah in Schwarz auch ziemlich dämlich aus. Was Bush ist da? sagte Oskar und konnte nur schwer verbergen, dass er ein bisschen enttäuscht war, weil er nicht eingeladen war. Ja sag ich, der hat was erzählt von Frieden schaffen und so nem Kram. Da lachte Lafontaine und sagte, na da wäre ich aber rot im Gesicht geworden, wenn ich dabei gewesen wäre. Plötzlich verstand ich, warum alle lachten. Ich meinte, ja früher, da war alles besser, da hab ich Witze sofort verstanden. Er meinte, naja. Das komme schon wieder. Es machte ein komisches Geräusch rechts neben meiner Wange und ich meinte, eine kurze Delle in der Sehschärfe bemerkt zu haben. Nach einigen Augenblicken hörte ich sowas wie einen Schuss. Ich sagte, da schie?t jemand auf uns, er lachte, Quatsch, bei uns wird nicht geschossen, plötzlich sprang er aber als ob auch er einen Luftzug mit nachfolgenden Knall gespürt hätte. Er duckte sich und auch ich warf mich auf dem Boden (nicht ohne mir den Queue dabei in den Magen zu rammen). Ich drehte mich auf dem Boden ein wenig und sah zum gegenüberliegenden Bergkamm. Rechts war ein Wald. Links vom Waldrand blitzte es, ich drehte mich um und wollte hinter den Pooltable krabbeln, da traf mich was in die Wirbelsäule. Das tat höllisch weh. Ich überlegte noch schnell, warum die Welt so ungerecht ist, dass es immer die trifft, die gar nichts dafür können, dass sie mal eben mit irgendeinem Penner Pool spielen und nicht die, für die die Kugeln wirklich sind. Ich konnte meinen linken Arm nicht mehr benutzen. Kanonenfutter. Gemeinheit. Und Scharfschützen waren früher auch mal besser.

Dann erwachte ich.

Yai schlief auf ihrem Ellenbogen, der in meine Wirbelsäule gedrückt war. Ihr Knie klemmte in meinem Magen. Meine linke Körperhälfte war komplett eingeschlafen.

Thailänderinnen verstehen

Muuuuahahahahaha. Eben kam ein Google-Suchender rein, der nach Thailänderinnen verstehen suchte. Gut. Ich werde mal versuchen, einiges zusammenzustellen:

Man versteht Thailänderinnen besser, wenn

  • man Thai lernt. Das ist die Sprache, die von den meisten Thailänderinnen gesprochen wird.
  • man die Kopfhörer aus den Ohren nimmt. Schallwellen haben die unnütze Eigenschaft, sich gegenseitig zu überlagern.
  • man näher rangeht (siehe letzter Punkt, das hängt wieder mit den Schallwellen zusammen).

Aber mal ehrlich. Die Suchabfrage hätte doch lauten müssen Frauen verstehen oder?

Helmpflicht

Wie bereits erwähnt, besteht auch in Thailand Helmpflicht. Vergangene Woche kam ich nun in den Genuss einer Polizeikontrolle. Dazu muss man wissen, dass die Polizei in Thailand sich ungeheuer ernst nimmt, in Wahrheit aber fett und faul ist. In Bangkok müssen sich jetzt übergewichtige Polizeibeamte einem Abnehmkurs unterziehen .

Jedenfalls kam ich gerade aus dem Immigration Office und fuhr so gen Sonnenuntergang vor mich hin, als Yai von hinten mit ihren Händen auf meinen Kopf klopfte und “oy oy” schrie. Sie sagt recht häufig “oy”, das ist ihr Standardausruf um Be- und Entgeisterung, Befriedigung, Erstaunen und die Tatsache, dass die Suppe mal wieder zu hei? war zu bekunden. In einigen Metern Entfernung sah der Lenker des Mopeds dann das Unheil aufwallen: Jede Menge Polizei und jede Menge angehaltener Mopeds.

Tja. Zumindest in der Wahl der Positionierung haben sie eine erhöhte Intelligenz bewiesen — eine Einbahnstra?e. Ich ergab mich also in mein Schicksal und fuhr einfach weiter. Man hielt auch mich an und packte mich in eine Mopedschlange. Nach einer Weile kam ein des Englischen nicht mächtiger Thaibulle auf mich zu, zeigte auf mein Motorad und sprach “motobike”. Ich nickte freundlich. Konsens. Anschlie?end legte er mir seine Pranke auf den Kopf und meinte ‘helmet". Nun, jemanden auf den Kopf zu fassen ist so ziemlich die gemeinste Beleidigung, die man einem Thai gegenüber ausüben kann, weil der Kopf das höchste des Menschen ist. Man sollte deshalb auch keinem Kind auf den Kopf fassen (auch wennn das Gutschigutschi-Tatschen ein höchst verbreitetes Farang-Gehabe ist). Jedenfalls habe ich das als bewusste Beleidung aufgefasst, ihn angelächelt, “ok” gesagt, auf sein Namensschild getatscht und gefragt, ob das sein Name ist. 1:1 würde ich mal sagen. Er füllte dann irgendein Papier aus, ich durfte meinen Namen eintragen und unterschreiben. Das hätte durchaus ein Mordgeständnis gewesen sein können, denn es war wie immer alles in Thai geschrieben.

Ich durfte dann mit meinem Zettelchen in ein Fischrestaurant am Stra?enrand wo zwei noch wichtigere Polizisten hinter einem Tisch Quittungen ausstellten (siehe Scan) und Geld einsammelten. Auch hier wurde ich wieder nach Namen und Nationalität gefragt, durfte 300 THB bezahlen und entschwinden. Helmlos.

Gut. Fassen wir zusammen:

  • Es wurde kein Ausweis verlangt. Das nächste Mal nenne ich mich Friedrich Wilhelm Murnau.
  • Die “Expaten” behaupten immer, eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führe eine 600" />-Strafe und 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führt keine 600 THB-Strafe und keinen 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich.
  • Die “Expaten” behaupten immer, dass die Polizei entweder Thais oder Farangs aussiebt. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Die holen immer alle raus, die sie kriegen können.
  • Es geht das Gerücht um, dass hier länger ansässige Expats überhaupt keine Ahnung von verschiedenen Dingen haben. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Das ist richtig.

Essen gehen II

Natürlich waren wir auch heute nicht im Spa. Glücklicherweise stellten wir gemeinsam kurz vor dem Abgang ins Spa fest, dass im Kühlschrank kein Saft mehr vorhanden war und was ist ein Kühlschrank ohne Saft? Genau! Leer. Wir entschieden uns also spontan zu einem Teskobesuch. Ich trug den Mopedhelm. Richtig gehört. Ich habe ihn aus seiner Ecke geholt, von Staub befreit und mir aufgesetzt. Das allerdings erst nach schier endlosen Diskussionen in denen Yai mir beteuerte von jemandem, dessen Namen sie nicht kannte im Pub gehört zu haben, dass heute, genau heute, vorm Tesko die Polizei Helmkontrolle macht. Klar, sag ich, machen die ganz sicher und sah dabei möglichst ungläubig aus. Dummerweise war sie beleidigt und ich sah mich gezwungen das Plasteteil zur Vermeidung wochenendlichen Unfriedens aufzusetzen. Wir vereinbarten aber einen Gewinn von 100"/> für mich, wenn keine Polizei an der Stra?e steht und einen von 100" /> für sie, wenn sie stehen. Ich habe 100" /> gewonnen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr plötzlicher Wunsch, mich behelmt vor sich sitzen zu haben mit einer unerfreulichen Begegnung vergangene Woche in Ban Nathon zusammenhängt, die mich um 300 THB erleichterte, einen Polizisten meinen Kopf berühren und mich ein thailändisches Formular ausfüllen lies. Aber das erzähl ich später mal. Jedenfalls, um mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen, fuhren wir zu Tesko, kauften ein und dann schob ich sie einfach zu Kentucky Fried Chicken rein. Das ist nicht unbedingt romantisch da, aber wieder mit ihren Freundinnen zu essen war die andere Option. Da ist man nicht wählerisch. Gut. Ich war ja noch nie bei KFC und dachte immer, das ist ganz nett. War es aber nicht. Es gab riesige Teller (25×25, viereckig) auf denen sich dann komische kleine Hühnerteile tummelten. Der ungenutzte Raum war irgendwie um ein Vielfaches grö?er als der belegte. Die Cola war schweinesü? (ich mag mir gar keinen verbalen Ausdruck dafür ausdenken). Ich machte mir schon Sorgen, dass Yai das alles ziemlich blöd finden würde und mir dann lang und breit erklärt, dass wir doch viel mehr Spa? in ihrem Raum gehabt hätten. Interessanterweise hatte sie aber viel mehr Spa? hier. Die Cola hatte genau die richtige umwerfende ?bersü?e, die Hühnchenpanade war sü? genug und zum Schlu? sprach sie die mich berauschenden Worte “next time i take menu 4”. Es besteht Hoffnung. Ich geh ein bisschen runter mit meinen Ansprüchen und alles wird gut. Wobei. Das Spa hab ich immer noch nicht aufgegeben. Datt wird schon noch!