Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Hei?e Tage

Heute morgen war es schon auf dem Weg auf Arbeit so hei?, dass es eine Freude ist, dass die Klimaanlage angenehme 26 Grad schafft. Jedenfalls solange, bis man friert. Ansonsten flaut so langsam die Hochsaison ab und man sieht mehr Thai in den Stra?en als “Ausländer”. Au?erdem war am Wochenende endlich Wahl, so dass nun keine Autos mit Wahlwerbung, angenehm lauter Beschallung und thailändisch per Megaphon vorgetragenen Parolen durch die Stra?en fahren. Was jetzt fährt, macht Werbung für das neu eröffnende “Bauhaus”. Ein Livemusikschuppen.

Ansonsten gibt es viel zu tun, man bastelt so an seinen Projekten.

Hab ich schon gesagt, dass ich mein Thaihaus wiedergefunden habe? Es ist vermietet (nicht an mich), was ich höchst deprimierend finde. Aber neue Möglichkeiten sind in Sicht. Mal sehen. Zur Not bleibe ich noch 2 Wochen in meiner derzeitigen Hütte.

PS: Und als Hohn war der Himmel mit Wolken bedeckt, sobald dieser Eintrag online stand. Nett.

Drive safe!

Dieser nette Polizist teilt uns warnend mit, dass es uns recht schlecht gehen könnte, wenn wir ohne Helm Moped fahren. Um die Ecke war dann eine ziemlich gro?e Blutlache gleich neben einem Schild, das auf den Linksverkehr hinwies (“remenber to drive left”). Andererseits könnte auch auf dem Schild stehen, dass man immer ein sauberes Handtuch im Reisegepäck haben sollte. So genau wei? ich das nicht.

VCDs

In Thailand gibt es noch einen Markt für Technologien, die es auf deutschen Boden nie geschafft haben. Zumindest habe ich nie so etwas wie VCDs (Video-CDs) gesehen. Das ist im Prinzip die Vorstufe einer DVD in miserabler Qualität auf dem Notebook (auf dem Fernsehbildschirm aber sicherlich nicht schlecht anzusehen), einseitig abspielbar, ohne Menü einfach durchzulaufen. Meist gibt es zwei CDs, damit die Qualität nicht allzu weinerlich ist. Solche Filme kosten dann bis zu 150 THB (3 Euro) und sind in Englisch und Thai zu finden.

Und das Beste: Es sind gar nicht mal so unaktuelle Filme. Jedenfalls schlummern seit diesem Wochenende einige VCDs auf meinem Tisch: “Resident Evil: Apocalypse”, “Cube Zero”, “The final cut”, “Alien vs. Predator” und ein komischer thailändischer Film. Bei “The final cut” handelt es sich um einen Film mit Robin Williams, in dem er einen “Filmbearbeiter” spielt, der unangenehme Erinnerungen aus dem Gedachtnis der Menschen löscht.

Und der thailändische Film hat eine eigene Geschichte: ich hätte ja zu gerne mal Alien vs. Predator im “thailändischen Original” gesehen. “Ngusch bang pak! Aaaaargh! Slash! Brumm! Zisch! Flatterflatter!” Jedenfalls war ich zweimal VCDs kaufen und hatte beide Male einen Film in Thai dazugepackt und beide Male kamen die überaus hilfreichen Verkäuferinnen gerannt und haben die schnell ausgetauscht und die jeweilige englische Version eingepackt. Tja. Was anderes kann man da machen, als einen Film zu nehmen, den es nicht auf Englisch gibt?

Abgesehen davon sprach mich die Verpackung schon vorher an: Schwarze Hülle und auf der einen Seite ein thailändischer Fotograph der auf Johnny Depp macht und auf der Rückseite eine Frau. Beide Bilder in einer halben Kameralinse. Jedenfalls kicherte sich die Verkäuferin halb tod, als ich den Film auf den Tresen packte und fragte mich irgendwas. Ich grinste zurück und nickte, woraufhin sie das selbe unter Zuhilfenahme weiterer Vokabeln wiederholte (auf Thai die ganze Zeit). Ich grinste weniger sagte aber “its ok”, sie verschwand, brachte eine andere Verkäuferin mit und diese fragte mich, ob ich den Film denn verstehen werde (sehr political correkt, ich hätte ja gefragt, ob ich Thai könne). Jedenfalls murmelte ich, dass ich es lerne und ihn auf Thai haben will, woraufhin der gesamte Laden kicherte, ich abkassiert wurde und schnellstmöglich mit meiner Errungenschaft verschwand.

Ich dachte ja schon kurzzeitig, ich hätte einen Porno erstanden, aber im Heftchen in der CD gab es dann nette Bildchen mit Fotos verschiedener Leute, auf denen seltsamerweise immer dasselbe Mädchen wie ein Geist irgendwo im Hintergrund dabei war und rot eingekringelt war. Alle Personen waren in verschiedene Kleidungsstücke gehüllt. Es ist also zu hoffen, dass es ein Geisterfotofilm ist. Ich werde mich diesbezüglich wieder melden.

Ach und “Van Helsing” musste ich mir einfach als DVD auf den Tisch legen. Womit wir beim nächsten Problem wären. Dem Ländercode. Aber das ist fast schon eine ganz andere Sache.

Thai sprechen

Dass es sich lohnt, Thai zu lernen habe ich heute im 7eleven (wir Kenner sagen hier “säwwäniihläwwän”) gemerkt. Ich entschied mich spontan dazu beim Rückgeld ein “kopp hun kapp” loszuwerden (die lautmalerische Version von einem thai-Danke) und wurde prompt mit einem tiefstem Wai zuzüglich breitem Lächeln belohnt. Also tiefer und breiter als sonst.

Tja. Schon zwei nützliche Wortgebilde. Nächste Woche kommt dann auch “unser” Thailehrer zum Beschnuppern vorbei. Wir haben derzeit die Auswahl zwischen zwei Lehrern: einem Deutschen, der seit 18 Jahren hier lebt und einem Thai, der auf Englisch lehrt. Beide werden ihre Vor- und Nachteile haben. Ich bin gespannt.

Die Aussprache übe ich übrigens mit Rosetta Stone Online . “Die Firma” hat netterweise einen Account freischalten lassen. Da gibt es ein nettes Tool, mit dem man in das Headset reinquatschen kann und dann eine Anzeige ausschlägt (rot, gelb, grün) je nachdem ob man falsch oder richtig in der Aussprache liegt. Leider hat das System einen ziemlich akademischen Ansatz, so dass ich bisher noch verzweifelt nach “Alltagsthai” suche. Aber für die Aussprache — nichts dagegen, ganz nett.

Witziges Detail am Rande: Ich höre Rosetta Stone. Ich lese Rosetta Stone. Ich denke “Rosetta Stone? Wer ist denn das nun schon wieder?” Und irgendwann machte es klick und mir fiel auf, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Stein handelt und nicht um eine Frau.

Ach und das Beste: Ich kann mit dem Rosettenstein auch Finnisch weiterlernen. Und das Traurigste: Ich kann mit dem Rosettenstein kein Isländisch weiterlernen. Aber gut ist: Ich könnte, wenn ich wöllte, noch Schwedisch, Hindi, Welsh und endlich auch mal Englisch lernen. Also was solls. Das ist schon gut.

Ich habe gewählt

Ich hatte es ja bereits erwähnt, meine Wahlunterlagen sind angekommen. Was??? Wie??? Wo??? Wahlen??? Johah! Wir Schweswig-Holsteiner wählen unser Parliament (oder den Stadtthing, so genau weiss ich das nicht). Irgendwann im Februar. Jedenfalls füllte ich gestern meinen Wahlschein gewissenhaft aus, machte meine zwei Kreuze sauber erkennbar an den richtigen Stellen (wo die sind? ja jedenfalls nicht bei steinewerfenden Spätnazis und tumben Sektierern, im übrigen pflege ich in Hinsicht auf Politik zu tun, was ich tun kann und nicht zu labern, das machen die anderen) und steckte den Brief in den Brief und den Wahlschein dazu und fertig.

Heute dann setzte ich mich auf mein von der Mittagssonne stark erhitztes Moped (ich hatte kurz Angst um meine Zeugungsfähigkeit, dann fiel mir wieder ein, dass ich die nicht benötige) und fuhr zur Post. Dort angekommen stieg ich ab und wollte meiner Pflicht als Staatsbürger nachkommen.

Nichts da. Ein überaus freundlich grinsender Thai verschloss die Tür vor mir Farang und meinte “wirr klooohst”. Nett. Komm ich halt morgen wieder. Mich hindert hier niemand an meiner Wahl teilzunehmen.

We named him Drabble!

Unser Neuer war bis heute Morgen noch namenlos. Aber wir haben eine Strategie (was wären wir ohne Strategie). Die Kisten werden jetzt nach Comicfiguren benannt. Und nicht nach irgendwelchen döddeligen Everydayfiguren. Nein.

Und der Neue hei?t Drabble. Wer Drabble ist? Der hier:

Das war übrigens ein Kompromiss, denn nachdem wir nicht soviele Ex-Freundinnen haben, die das Alphabet füllen (bzw. Fabios Freundinnen immer mit dem selben Buchstaben anfangen) und die anderen beiden etwas gegen meine Anregung die Namen des Teufels rückwärts zu nehmen hatten, war die Comic- eine gute Lösung. (Kleiner Tipp, will man seine Idee durchbringen, muss man immer ein Extrem und dann einen leichteren Vorschlag bringen, der wird immer genommen.)

Luftpost.

Fürs Protokoll: ca. 10 Tage braucht ein Brief per Luftpost von Deutschland nach Lamai, Thailand. Meine Wahlunterlagen sind da ;)

In the laundry Pt. III

Hüstel. Ich wei?, dass meine werte Leserschaft nicht allzuviel mit Wiederholungen anzufangen wei?, diese hier aber lässt sich (anscheinend) nicht verhindern. Es war mal wieder soweit, die Fliegen nahmen zu, also mussten die Klamotten in die Wäscherei. Ich entschied mich, die selbe aufzusuchen wie beim letzten Mal. Dort angekommen übergab ich flugs die Wäsche, sagte in meinem überaus verständlichem und ausgeklügeltem Englisch “battjuhduhnotthäfftowoschsähbägg” und brauste auf meinem kleinen roten lauten klapperndem Moped von dannen.

Am Abend kam ich wieder. Gab ein paar Geldscheine äber die Mauer und erhielt meinen Seesack mit duftend frischer Wäsche. Ich hielt den Seesack, konnte aber kaum anhalten vor Lachen. Also innerlich, weil es macht sich nicht gut, allzuviel Emotionen zu zeigen, wenn man mit Thais handelt. Jedenfalls schaffte ich es, die obligatorischen zwei Sätze Smalltalk abzuhalten und ging mit meiner Packung Wäsche von dannen, fuhr heim und lachte mich erstmal tot.

Sie hatte den Seesack schon wieder mitgewaschen.

Mich beschäftigen nun einige Fragen:

  • Wie oft kann man den Seesack waschen, ohne dass er aus dem Leim geht?
  • Was hei?t “Der Seesack soll nicht mitgewaschen werden” auf Thai?
  • Hat es Sinn, den Thais das Prinzip eines Seesacks zu erklären?
  • Ist mein Englisch wirklich so schlecht?
  • Soll ich meine Wäsche wirklich in einer Plastiktüte in die Laundry schaffen?

Fragen über Fragen. Aber in einer Woche muss ich ja wieder in die Wäscherei. Bis dahin wird sich ein Teil hoffentlich geklärt haben.

Das Wort zum Sonntag

Da sitze ich nun am Sonntag im Büro und denke darüber nach was das über mein Sein als Geek aussagt, dass ich auch heute wieder am Rechner sitze und vor mich hin schraube und darüber, dass zu Hause jetzt ein paar Thais dabei sind, meine Hütte zu reinigen und dass das ja schon recht feudal ist auch wenn ich nicht vorgewarnt worden bin und dass ich froh sein kann, dass ich gestern noch schnell aufgeräumt habe ohne zu wissen, dass sie heute kommen, denn der Eindruck der sonst erweckt worden wäre nicht meinem sonstigen Verhalten entsprechen würde und dass ich mich gestern abend entschieden habe nun wirklich und lange hier in Thailand zu bleiben weil die Bedingungen einfach stimmen und ich glaube, dass ich hier überleben könnte und darüber, dass mein neues Sonntagshemd zwar überaus cool und fluffig ist, aber zuviel von meiner Brustbehaarung zeigt, weil der Ausschnitt einfach verboten tief ist, das Wetter überaus hei? mit 33°C ist, was eben erwähntes wei?es fluffiges Hemd wiederum leicht feucht erscheinen lässt, ich ja gerne den Thais gegenüber nicht unbedingt den Eindruck eines Touristen machen möchte aber nicht wei?, wie ich das anstellen soll, dass vermutlich das Lernen der Sprache und das Zulegen einiger der kulturellen Eigenheiten aber ein ganz guter Anfang wäre, ich ein bisschen bei Orkut.com nach Menschen hier suchen sollte, ich langsam mit dem dämlichen Schalten bei diesem Moped klarkomme, Cola hier auch einfach nur sü? ist, mein Kaffee heute morgen überaus erfreulich war, hier verdammt viele kleine Ameisen rumrennen, das Leben schön ist und dieser Satz ein Ende nehmen sollte und überhaupt…

Naja. Ist eben Sonntag.

Grumpy without a cup

Was macht man weit weg von der Heimat (oje, über diese Definition reden wir später einmal), wenn man sich selbst etwas Gutes tun will? Genau. Und wie erreicht man das bei Jemandem wie mir?

Mit Kaffee! Ich zog also gestern (zugegebenerma?en überhastet, denn eigentlich wollte ich die gro?e Doku fotographieren, verga? aber den Photoapparat) gemütlich tuckernd nach Teskoland und kaufte was mein Herz begehrte. Kaffee, Sahne, einen optimierten Becher und einen Wasserkocher. Was braucht man mehr. Heute morgen dann erwachte ich und weihte eilig alles ein. Bis auf die Sahne, die dummerweise gesüsst ist (kein Vergleich zu “unserer” sü?en Sahne), war es ein voller Erfolg. Meine gute Laune lässt sich heute durch nichts trüben.

PS: Man beachte das überaus gelungene Marken-Logo der Milch ;)

Das Wetter

Seit einiger Zeit suche ich ja schon nach aktuellen Wetterangaben für Ko Samui. Bisher habe ich bei Weather.com immer die Suche benutzt, sollte man lassen, hat keinen Sinn. ?ber Google dann klappte es: hier ist also das Wetter bei uns in der 10-Tage-Prognose. Der Wettercode für Ko Samui ist übrigens THXX0046.

Hmmm. Ziemlich kühl, finde ich.

Der Neue im Team

Das ist er also, der Neue im Team. Noch namenlos aber Thai durch und durch. Als Thai leuchtet man nämlich bunt und so leuchtet der Rechner böse grinsend. Und die Maus leuchtet oben blau und unten rot. Neue Werke werden wir auf ihm produzieren.

Gegensätze?

Beide Bilder stammen von der gleichen Stra?e und die Ansichten sind auf gleicher Höhe. Im Gebäude des ersten Bildes arbeite ich. In der Hütte des zweiten Bildes esse ich.

Wetterbericht

Auch wenn auf Mallorca der schlimmste Wintereinbruch seit Jahren ist — hier ist noch kein Schnee weit und breit zu sehen. Ja, es ist etwas kühl in der Nacht, aber zum Frieren reicht es noch nicht. Ich melde mich wieder, wenn die ersten Schneeflocken fallen!

Geldscheine

Keine Angst, es handelt sich hierbei nicht um mein Lieblingsthema ;) Wie wissen ja nun, dass man hier auf den König Bhumibol Adulyadej nichts kommen lässt. Man darf nicht über ihn lästern. Er ist ein feiner Kerl.

Man sollte aber auch tunlichst vermeiden, mit dem Fu? einen wegflatternden Geldschein festzuhalten, denn mitten auf dem Schein ist der König in verschiedenen Bilder abgebildet. Und weil der Fu? das niedrigste aller Körperteile ist (in beiden Bedeutungen des Wortes) wäre es fatal, den König ins Gesicht zu treten.

Für den Europäer besonders schwer wird sein, die alte Gewohnheit des Geldknickens abzulegen. Auch das macht man nicht, denn just unter dem Knick beginnt des Königs rechte Schulter. Die Leute in den Geschäften sehen zwar darüber hinweg, wenn der gemeine Tourist geknickte Scheine über den Tresen reicht, aber wir sind ja keine Touristen. Jedenfalls nehmen sie das Wechselgeld aus der Kasse, streichen es sorgfältig glatt und reichen es dann mit einer Verbeugung und wie eine Opfergabe mit beiden Händen dem Empfänger. Wenn man dann nicht so dumm ist, die Scheine zu nehmen und schnell irgendwohin zu stopfen, sondern sie genauso rituell entgegennimmt, dann bekommt man sogar einen Wai (Handflächen aneinander und verbeugen). Ich jedenfalls nehme mir immer viel Zeit beim Wegräumen des Geldes ;)

Geldbändel werden hier übrigens gerollt. Das darf man, denn man knickt den König dabei nicht.

Delhi

Was ich schon ziemlich lange erzählen wollte, aber immer wieder verga?: auf dem Herflug, es war rein geographisch frühester Morgen, so gegen 4 Uhr Ortszeit, MEZ wohl gegen 0 Uhr, da flogen wir im Dunkel vor uns hin. Ich wusste, dass wir demnächst dem Morgen entgegen fliegen werden und war schon auf “das Ding mit der Dämmerung” gespannt. Im Fernsehen kam ein überaus dämlicher Film mit der Ex-Freundin von Tom Cruise, die ständig kochte und eigentlich verliebt war, das Flugzeug schnarchte vor sich hin.

Ich schaute häufig aus der Lücke, die sich Fenster nannte und betrachtete verschiedene Lichterhäuflein, kleine Siedlungen, die unten vorbeizogen. Dann und wann kam ein grö?erer Ort. Besonders nett anzuschauen waren die Orte, die vermutlich komplett am Reisbrett geplant waren und Kreuzform oder Schachbrettform hatten. Dann kam lange nichts, sie zeigten diesen seltsamen Film und wir kommen da an, wo ich meinen Mund aufgemacht habe und nicht so schnell wieder zu:

Am Horizont kam ein leichter Schein. Ich dachte, Dämmerung, super, na dann mal los. Der Schein wurde heller, aber irgendwie nicht wirklich sonnig oder rot sondern eher gelblich. Das ganze Fenster begann zu leuchten und dann endlich kam in mein Blickfeld die grö?te Stadt, die ich je gesehen habe. Licht. Viel Licht. Und das ganze ca. 15 Minuten lang. Wir hatten ja schon viele Gro?städte überflogen, aber diese hier war mindestens 10mal grö?er (ich stapele tief um nicht hochzustapeln). Es wachten noch ein paar andere auf und wir vermuteten, dass es Delhi sei, was sich später dann als richtig herausstellte. Es gab zwei deutlich erkennbare Hauptverkehrsadern, viele Nebenstra?en, die vermutlich mehrspurig waren, wenn man sie so weit oben so klar erkennen konnte und eine Unmenge an Lichtkonzentrationen. Nach vielen Minuten offen gestandenen Mundes war das Schauspiel vorbei, die Nacht wieder schwarz wie sie selbst und die Städte wieder die kleinen Lichterhäufchen wie bisher.

Jedenfalls denke ich da öfters mal dran. Ist schon witzig, wie sich die Nester in Deutschland mit Gro?stadt und Millionenstadt bezeichnen, selber aber sowohl an Menschen als auch an anderen Komponenten tiefste Provinz sind. Manchmal gehört halt doch ein Abstand von gut 13000 Fu? und Nacht dazu, Wertungen zu relativieren. Ich glaube, meine Relationen haben sich während dieses Fluges nicht nur einmal ein klein wenig verschoben.

Traumschaum

Irgendwo in Nordeuropa. Ich befinde mich an Bord eines recht gro?en Schiffes mit Ziel Eismeer. Es sind ein paar bekannte Gesichter dabei, die an mir aber stumpf vorbeischauen oder mit sich selbst beschäftigt sind. Ein running Gag wird es werden, dass niemand zwei herumgehende ?pfel und Birnen essen will und sie immer einem anderen verdutzten Gegenüber in die Hand gesteckt werden und man verschwindet, während jenes Gegenüber nun versuchen wird, das Obst loszukriegen.

Die Reise beginnt und es wird klar, dass wir Eisberge bestaunen wollen. Es geht ein Stück einen Kanal oder Fjord entlang, dann plötzlich fährt das Schiff auf dem Land. Da niemand darüber verwundert erscheint, erspare auch ich mir alle Fragen. Ich sehe hinter uns Schienen, auf denen das Schiff fährt und vor uns ein Industriegelände. Im Industriegelände angekommen bleibt das Schiff stehen, denn eine Stra?e komplett von Stahl umgeben (ein Tunnel?) ist vollgestellt mit Schrott. Ein paar Arbeiter kommen und beginnen die Stra?e freizuräumen.

Ich finde, dass wir Zeit genug haben, um schnell noch einige Erledigungen durchzuführen und begebe mich in ein Reihenhaus, das etwas erhöht liegt. Ich wei?, dass mein Haus das in der niedrigeren Reihenhauszone ist, trotzdem geh ich in das höhergelegene. Dort angekommen nehme ich meine Pistole und fülle sie mit 5 Patronen, die wie Leuchtspurpatronen aussehen und einen gelben Punkt oben in der Mitte haben. Es gibt 6 Patronenplätze, 5 werden gefüllt, zwei Dreierreihen, oben links lasse ich frei. Plötzlich stelle ich fest, dass durch das Haus ein starker Strom an Menschen läuft. Unten rein, oben raus. Eine alte Frau bleibt stehen, bestaunt bewundernd meine Pistole und sagt “Nettes Teil, was Sie da haben”. Ich erkläre ihr, dass es nicht meine ist und ich sie nur für jemanden Anderes halte.

Wir (Leute vom Schiff) stehen auf einem Eisberg, unser Führer gibt uns ein paar Anweisungen, unter anderm wenn der Eisberg auseinanderbricht auf ihn zu zu laufen. Ich begebe mich in die Vogelperspektive und beobachte mich. Ich bin allein ein wenig weg von den anderen, ein Grüppchen links von mir, darunter der Führer, dann noch weitere Einzel- und Doppelgruppen. “Natürlich” denke ich, als der Eisberg beginnt auseinander zu brechen beginnt. Alle laufen auf den Führer zu. Dann und wann verschwindet jemand in einer Eisspalte und es werden immer weniger. Plötzlich macht das Schiff mit einem lauten Horn auf sich aufmerksam, es ist am entgegengesetzten Ende des Eisberges, alle sehen ihren Irrtum ein und beginnen auf das Schiff zuzulaufen. Nun laufe auch ich.

Wir sitzen an Bord, essen und trinken und der Führer hält eine Rede, dass es schon traurig sei, dass wir ein paar Mann verloren hätten, aber der Rest habe ja viel Spa? gehabt.

Ich wache auf, höre den Hähnen und Hunden zu und beginne zu überlegen, ob im Norden denn nun die Arktis oder die AntArktis sei. Einige mich mit mir selbst darauf, dass logischerweise unten das Anti hin muss. Die alte Frau kommt vorbei und meint, warum soll denn nicht im Norden das Anti sein, denn schlie?lich gibt es auf alten Landkarten nur im Süden ein Land — die Arktis. Das klingt sehr plausibel und denke noch ein Weilchen nach. Dann denke ich darüber nach, dass dies mein erster Traum wäre, in dem ich aufwache und immer noch träume und wache auf.

PS: Wie gut, dass es jetzt drau?en schon wieder dunkel ist und der liebe Patrick bald brav ins Bettchen steigt.

Iñtërnâtiônàlizætiøn

Heute Mittag saßen wir (drei Deutsche) mit einem Spanier, der jahrelang in Berlin gelebt hat und einem Engländer, der an unterschiedlichen Orten gelebt hat beim Essen. Der Spanier (Juan, seltsamerweise klingt sein Name wie “Wuann” statt “Chuan”) spricht sehr gut (und sehr schnell) Deutsch, der Engländer (James) versteht es gut, spricht aber weniger gut (er meint das, auch wenn ich das nicht finde). Die Unterhaltung wurde in Deutsch und Englisch geführt, Englisch nur, um James zu erklären, was gerade gesagt wurde. Witzig war, dass die beiden sich am Ende dann über die deutsche Sprache unterhalten haben und meinten, dass sie schon recht seltsam sei wegen der vielen Homonyme. Ok, sie verwendeten Homonyme nicht als Wort, aber das traf es dann schon. Beispielsweise kam der Vergleich mit “wie” (like) und “als” (as) auf den Tisch und dass selbst viele Deutsche sagen “Ich bin größer wie er”. (Wobei ich jetzt nicht weiß, wo genau Juan das nun wieder her hat ;)

Thai wurde am Ende als schwerer als alle anderen Sprachen erkannt, weil mit den vielen Konsonanten und Vokalen und vielen zusätzlichen Wörtern man schon ein bisschen mehr zusammenbauen muss, um einen Satz herauszubringen. Man sagt bspw. bei der Benennung von Mengen immer ein kleines Wort zusätzlich, dass die Art nochmal beschreibt. Ein Blatt Papier. Wobei die Einheiten für jedes Objekt nochmal einen eigenen Namen haben. Ich habe auch schon festgestellt, dass recht häufig mitten im Satz ein ka (Frau) oder krap (Mann) eingeworfen wird, je nachdem mit wem man spricht, was bei Fehlen als unhöflich empfunden wird.

Kalt

So. Heute war dann eine richtig kalte Nacht. Ich fror so sehr vor mich hin, dass ich das erste Mal in Thailand unter statt auf der Decke schluf. Jedenfalls war zusätzlich Vollmond, was mich recht wenig schlafen lie?, da die Hähne die ganze Nacht durch meinten, den Morgen ankündigen zu müssen und ich auf “äh hiäh hiäh” bereits konditioniert bin. Ich stieg also frühmorgens aus den Federn, bereitete mein ?u?eres für ein halbwegs annehmbares Aussehen vor und wollte frisch und frei ins Büro motobiken. Das Motobike war nass. Tja, ich ging wieder rein, holte ein Handtuch und putzte die relevanten Stellen trocken, warf das Handtuch in die Hütte und bestieg mein Motobike.

Und drückte den Starterknopf.

Au?er einem lauten Knattern und Krachen tat sich nichts. Tja dachte ich, irgendwo hast du mal gehört, dass das mit ein bisschen Ausdauer schon wird. Also knatterte ich gut 10 Minuten in der Gegend rum bis ich die ganze Häusergruppe wach hatte. Nichts tat sich. Schlie?lich nahm Fabio ein Herz und zeigte mir, dass es auch andere Möglichkeiten als einen Starter gibt.

Irgendwann dann tuckelte ich zufrieden dem Büro entgegen und dachte über Mopeds nach, die nur unter Temperaturen ab 20 Grad und gro?er Trockenheit arbeiten.

Die Hauptinformation dieses Eintrages war aber, dass es heute Nacht fürchterlich kalt war ;)