Gedankenspiele
Heute war einer dieser Tage zu denen man irgendwann einmal, wenn es mal Demokratie in Thailand geben wird und man sagen darf, was man denkt, sagen wird, es wäre ganz knapp an unschönen Begebenheiten vorbei gegangen.
Seit vielen Tagen schon protestieren Mitglieder der PAD (Peoples Alliance for Democracy) gegen die aktuelle Regierung. Das ist ganz in Ordnung — bis zum letzten Putsch waren sie die Guten, weil sie gegen Thaksin waren, nun sind sie die Bösen, weil sie gegen die nationale Versöhnung sind, die sowohl König als auch Parteien, die gerade regieren dürfen oder auch nicht fordern. Das muss man nicht verstehen.
Jedenfalls ging Samak heute morgen plötzlich im Fernsehen vor die Kameras und warnte die Demonstranten, dass er erwäge, die Demonstrationen gewaltsam aufzulösen.
“I’ll take action to remove them from the area. They have been accumulating criminals there. You, all, [PAD leaders] will have to take responsibility for what you have done. I will not tolerate it and police and soldiers will not tolerate it either,” Samak said on TV.
(Ich muss gestehen, dass ich das aus Versehen sogar live gesehen habe, nicht verstand, nicht zu hörte und die ganze Zeit Vergleiche seiner Körpersprache mit Demagogen “jüngerer deutscher Geschichte” gezogen habe, das aber nur am Rande)
Es gab einige Tumulte, die angedrohte Gewalt als auch die Reaktionen oder vorbeugende Ma?nahmen seitens der Demonstranten blieben glücklicherweise erst einmal aus.
Jetzt gegen Abend gibt es interessante Meinungen zu den “Vorfällen”, etwa, dass “Anti-PAD-Kräfte” — das müssten dann ja wohl Thaksin-Freunde sein — vor hatten, Granaten in die Demonstration zu feuern und dass Samaks Ansprache heute morgen rein präventiv war. Andere sagen, dass Samak mal wieder irgendwas in den falschen Hals bekommen hat.
Es wird interessant bleiben. Trotzdem, der Mai ist fast vorbei — kein Putsch. Es sind nur gut 1500 Polizisten aus den umgebenden Provinzen in Bangkok zusammen gezogen worden. Falls sie gebraucht werden.
Patrick Kollitsch (Dipl. Ing. (FH), soviel Zeit muss sein) hat die ersten 18641 Tage seines Lebens hinter sich und die letzten 7861 Tage davon in Thailand auf Koh Samui, einer kleinen aber ausreichend großen Insel im Golf von Thailand, zu-, ge-, über-, be- und verbracht.
Nun allein bewohnt er einen kleinen Bungalow unter Palmen in Bang Por im Nordwesten der Insel.
In seiner Un-Freizeit bietet er klein- und mittelständischen Unternehmen auf der Insel (und im gesamten südostasiatischen Raum) Dienstleistungen rund um “everything online” an. Man kennt ihn als David’s Neighbour — Online Marketing made in Paradise, denn nichts geht über einen wirksamen Slogan.
Er schreibt hier auf Samui? Samui! über das ganz alltägliche Leben als Farang in Thailand, die Höhen und Tiefen des Lebens und andere Dinge, die ihn interessieren.